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Mund

as. bis spez. · 21 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Campe
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31 in 21 Wb.
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Eintrag · Campe (1807–1813)

Mund Der

Bd. 3, Sp. 362b
1. Der Mund, — es, Mz. Münde, oder Х Münder; Vw. das Mündchen, O. D. — lein, oder Mündel. 1) Der mit Zunge, Zähnen und Gaumen  versehene und durch die Lippen verschlossene Raum zwischen dem obern und untern Kinnbacken, welcher dient sowol die Nahrung einzunehmen als auch, die Luft einund auszuathmen und Töne auszustoßen; gewöhnlich nur von Menschen, da man diesen Theile am Kopfe der Thiere überhaupt Maul, welches jedoch von Menschen auch, im gemeinen Leben und wenn man verächtlich spricht, gebräuchlich ist, und bei verschiedenen Thieren, Schnauze, Rachen, Rüssel  bei den Vögeln aber Schnabel nennt, welches zuweilen auch wie die übrigen vom Munde des Menschen gebraucht wird. Ein kleiner, schöner, rother, ein großer, häßlicher, dicker  Mund. Х Mund und Nase aufsperren, vor Verwunderung. »Nun habe ich einen Stoff, worüber die Herren Nasen und Münder aufsperren sollen.« Kl. Schmidt. Х Vom Munde auf gen Himmel fahren, unmittelbar, ohne erst ins Fegefeuer zu kommen, in den Himmel fahren, von der Seele, die den Körper wie man meinte durch den Mund verläßt. Da der Mund ein so wichtiges Glied für die Erhaltung des Körpers und für die Sprache ist, so hat man viele damit gebildete uneigentliche Redensarten eingeführt. Einem das Brot vor dem Munde wegnehmen, ihm die Nahrung die er sich zugedacht hatte und deren er sich eben bedienen wollte, entziehen. Sich etwas am Munde abbrechen, an seiner Nahrung, an seinem Unterhalt. Der Mund läuft ihm voll Wasser, vor Lüsternheit, nach einer Speise oder überhaupt nach einer Sache. Einem den Mund wässerig machen, ihn nach etwas lüstern, begierig machen. Den Mund nicht aufthun, schweigen, kein Wort reden. Die Hand oder den Finger auf den Mund legen, zum Zeichen des Schweigens, dann für schweigen selbst. Reinen Mund halten, ein anvertrautes Geheimniß verschweigen, nicht ausplaudern. I Aller Munde sein, der Gegenstand des Gesprächs, der Rede Aller sein. Die Nachricht ging oder lief von Munde zu Munde, von einer Person zur andern, wurde verbreitet. Drei Worte nenn' ich euch inhaltschwer, Sie gehen von Munde zu Munde. Schiller. Die drei Worte bewahret euch inhaltschwer, Sie pflanzet von Munde zu Munde, Ders. d. h. diese Worte verbreitet weiter, machet weiter bekannt. Einem das Wort aus dem Munde nehmen, gerade das sagen was er sagen, und in dem Augenblick sagen, wo er es sagen wollte. Ein Wort im Munde haben, es eben sagen wollen. Einem die Worte in den Mund legen, ihm die Worte die er sprechen soll vorsagen oder vorschreiben; auch, einen sprechend oder die Worte eines Andern anführen, die er gesagt haben soll. So legt der Schauspieldichter  den redend eingeführten Personen das Wort in den Mund. »Meine Zweifel=, Frag= und Erklärungssucht — legt mir Fragen an sie in den Mund«  Herder. Sich mit dem Munde gut behelfen können, mit dem Munde gut fortkönnen, den Mund auf dem rechten Flecke haben, mit der Sprache gut fortkönnen, eine gute Gabe zu reden haben; wofür man auch sagt, gutes Mundwerk haben. Kein Blatt vor den Mund nehmen, ohne Zurückhaltung, frei, freimüthig sprechen. Etwas immer im Munde führen, immer davon sprechen. I gemeinen Leben gebraucht man fast in allen diesen und noch andern Redensarten das Wort Maul. S. d. I den O. D. Kanzeleien sagt man von Mund aus für mündlich. I verschiedenen Zusammensetzungen wie Mundsemmel, Mundwein  bezeichnet es unmittelbar für den Tisch eines vornehmen Herrn bestimmte Nahrungsmittel und in andern wie in Mundkoch, Mundschenk  bedeutet es eine Person, welche mit diesen Nahrungsmitteln für einen solchen Herren zu thun hat. Uneigentlich bedeutet Mund die Öffnung, den Eingang eines Dinges, oder zu einem Dinge, auch wol der Ausgang aus demselben; der Magenmund, Ofenmund  Der Mund einer Kanone , die Mündung derselben. I andern Fällen gebraucht man dafür allein oder doch gewöhnlicher Münde, Mundloch und Mündung. 2) I der Naturbeschreibung ist das Mündchen eine seltne Blasenschnecke in Ostindien (Bulla verrucosa L.); auch der weiße Kürbiß, das Perlchen 
4004 Zeichen · 47 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 9.–12. Jh.
    Altsächsisch
    mundst. M. (a)

    Köbler As. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    mund , st. M. (a) Vw.: s. mūth*

  2. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    mund

    Althochdeutsches Wörterbuch · +4 Parallelbelege

    mund- s. auch munt-.

  3. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    mundM., F.

    Köbler Mnd. Wörterbuch

    mund , M., F. Vw.: s. munt (1)

  4. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    2. Mund

    Adelung (1793–1801) · +8 Parallelbelege

    2. Der Mund , des -es, plur. inus. Diminut. das Mündchen, Oberd. Mündlein, zusammen gezogen Mündel, die breite, tiefe un…

  5. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Mund

    Goethe-Wörterbuch

    Mund nur Sg; fast die Hälfte der ca 550 Belege mit Flexionsallomorph -e im Dat A anatom: multifunktionales, insbes der N…

  6. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Mund

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Mund (os) , im engern Sinne die zwischen Nase und Kinn gelegene und von den Lippen umschlossene Querspalte. Die Lippen b…

  7. modern
    Dialekt
    Mund

    Elsässisches Wb. · +6 Parallelbelege

    Mund kommt selbständig nicht vor, dafür allg. Mul (s. d.); erhalten in den Zss. Mundfüle, Mundstück, Mumpfel. — Schweiz.…

  8. Sprichwörter
    Mund

    Wander (Sprichwörter)

    Mund 1. A Müs as iar sat üsh a Uugan. ( Nordfries. ) – Johansen, 58. Der Mund ist früher satt als die Augen. 2. Alles im…

  9. Spezial
    Mund

    Dt.-Russ. phil. Termini · +2 Parallelbelege

    Mund- ротовой , п

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit mund

498 Bildungen · 435 Erstglied · 54 Zweitglied · 9 Ableitungen

mund‑ als Erstglied (30 von 435)

Mundaffe

SHW

Mund-affe Band 4, Spalte 817-818

mundfaul

SHW

mund-faul Band 4, Spalte 817-818

Mundfäule

SHW

Mund-fäule Band 4, Spalte 817-818

Mundharfe

SHW

Mund-harfe Band 4, Spalte 817-818

Mundorgel

SHW

Mund-orgel Band 4, Spalte 817-818

Mundrose

SHW

Mund-rose Band 4, Spalte 819-820

Mundschenk

SHW

Mund-schenk Band 4, Spalte 819-820

Mundsperre

SHW

Mund-sperre Band 4, Spalte 819-820

Mundstück

SHW

Mund-stück Band 4, Spalte 819-820

mundtot

SHW

mund-tot Band 4, Spalte 819-820

Mundwasser

SHW

Mund-wasser Band 4, Spalte 819-820

Mundwerk

SHW

Mund-werk Band 4, Spalte 819-820

mundab

RhWB

mund-ab moŋkaf  Adv.: 1. nur auf mündliche Verabredung hin Sieg-Mülld , MGladb-Odenk . — 2. a. die zwei han öm zwei Fläsche Rude (Wein) ge…

Mundaffe

PfWB

mund·affe

Mund-affe m. : ' häßliches Mädchen, häßliche Frau ', Munnaff [GH-Westh, Heeger Tiere I 26]; vgl. Munuf . — Mhd. muntaffe, mûlaffe 'dummer Gl…

mundalôn

AWB

munda·lon

mundalôn , mundilen sw. v. ( zu den Ansätzen vgl. Riecke, jan-Verben S. 207 f., Splett, Ahd. Wb. I,2,636 ). — Graff II,812. mundal-: inf. -o…

Mundame

Meyers

mund·ame

Mundame , Handelsstation in der deutschen Kolonie Kamerun, am obern Mungo, von Kamerun zwei Tagereisen entfernt, gehört zum Bezirksamt Duala…

mundang

KöblerAn

mund·ang

mundang , st. N. (a) nhd. Maßhaltung, rechtes Maß Hw.: s. mundangligr L.: Vr 395b

mundangligr

KöblerAn

mundangligr , Adj. nhd. passend Hw.: s. munda, mundang L.: Vr 395b

Mundārd

WWB

Mund-ārd f. Mundart, Dialekt ( Det Is).

mundare

KöblerAhd

mund·are

mundare , V. nhd. schützen ne. protect Hw.: s. a. mundiare* Q.: LLang, Urk (716) E.: s. munt (1) Son.: lat.-lang.

Mundari

Meyers

mund·ari

Mundari ( Mundari Kolh ), gewöhnlich fälschlich Munda genannt, eine zu den Kolariern gehörige Völkerschaft im südwestlichen Bengalen und Ass…

mundart

DWB

mund·art

mundart , f. art des mundes, art zu sprechen; übersetzung des griech.-lat. dialectus ( dialectos eine eigenschaft der sprach, oder eigne wei…

mundarten

DWBQVZ

mund·arten

--- deutsche mundarten. zeitschrift für bearbeitung des mundartlichen materials. hg. v. J. W. Nagl. Wien 1895—1906. II. ---

mund als Zweitglied (30 von 54)

awimund

KöblerAhd

*awimund , st. M. (a?, i?) nhd. Heilschützer ne. protector of wholeness Q.: PN (Runeninschrift) (6./7. Jh.) E.: germ. *awi-, Sb., Heil; idg.…

bettmund?

KöblerAhd

*bettmund? , st. F. (ī) Hw.: vgl. as. beddimund

Leumund

RDWB1

Leumund m репутация übler ~ - дурная репутация, дурная слава устойч. j-n in schlechten ~ bringen - очернить кого-л.; оговорить кого-л./; воз…

Volksmund

RDWB1

Volksmund m (kein Bezug zu "уста" oder "рот") просторечие Um der Führerschein wiederzubekommen, muss der Fahrer die MPU, die Medizinisch-Psy…

Vormund

RDWB1

Vormund m опекун (не имеет отношения к слову "рот")

achomund

Idiotikon

achomund Band 1, Spalte 65 achomund 1,65

Balmund

Wander

balm·und

Balmund Balmund lebt jetzund. Lat. : Tutor mala fide administrans. (S. Verbalmunden.)

Bërmund

Idiotikon

Bërmund Band 4, Spalte 322 Bërmund 4,322

bėddimund

KöblerAs

bėddimund , st. F. (i) nhd. „Bettschutz“, Heiratsgabe ne. marriagefee (N.) ÜG.: lat. nuptilia commoda Regesta historiae Westfaliae (= Wfäl. …

Chopfwärmund

Idiotikon

Chopfwärmund Band 4, Spalte 322 Chopfwärmund 4,322

Dortmund

Wander

dort·mund

Dortmund 1. All af te Düöpen, da finnt me biäter recht. – Woeste, 67, 264. 2. Wünn de Diöuppenschen 1 dat roe Laken 2 uthangt, dann giet 't …

Feindesmund

Wander

feind·es·mund

Feindesmund 1. Aus Feindesmund kommt kein Lob. – Soltau, Reineke Fuchs, III, 7. 2. Feindsmund red kein grund. – Gruter, III, 37.

Flabbenmund

Wander

flabben·mund

Flabbenmund Wane, du rechte flabbemunt. – Freybe, Redentiner Spiel, 1669. Flabbe: die herniederhängende Lippe. »Die Flabbe kühlen«, »sich so…

formund

KöblerAs

form·und

formund , st. F. (i) nhd. Vormund ne. advocate (N.) Hw.: vgl. ahd. *foramunt? (st. F. (i)) Q.: Philippi, F., Osnabrücker UB (1096), PN E.: s…

füllmund

DWB

fuell·mund

füllmund , m. , auch n., die beim bauen in den ausgegrabenen boden mit steinen gelegte grundfeste für mauern, für wände, besonders die für e…

furimund

AWB

furi·mund

furimund st. ( m.? ) . furi-munt: nom. ( acc.? ) sg. Gl 4,71,14 ( Sal. a 1, Adm. 3, 11. Jh. ). Frühstück: ianto gusto ante prandium.

Hërzeⁿᵈmund

Idiotikon

Hërzeⁿᵈmund Band 4, Spalte 322 Hërzeⁿᵈmund 4,322

kindermund

DWB

kinder·mund

kindermund , m. os infantum, infantis, s. auch kindesmund : diesen kindermund wollten gar manche stellen gar nicht kleiden, und doch waren d…

Lebmund

Wander

leb·mund

Lebmund Was dem Lebmund anekelt, behagt dem Schlingfried. Wer Hunger hat, dem schmeckt die einfachste schlechteste Nahrung; der verwöhnte Ga…

lemund

KöblerMhd

lem·und

lemund , st. M. Vw.: s. liumunt

leumund

DWB

leu·mund

leumund , m. fama, existimatio. ahd. hliumunt, was nach seiner wurzel zu laut sp. 366 gehört, der bildung nach aber zunächst zu altnord. hli…

magenmund

DWB

magen·mund

magenmund , m. : magengurgel, magenmund, das ror oder der schlund, durch welchen die speisz gadt, stomachus Maaler 282 a ; doch hat die saur…

mitdemund

KöblerMhd

mitdemund , Konj. nhd. „mit“ Q.: Vät (1275-1300) (FB mit dem und) E.: s. mit, der, und W.: nhd. DW-

Ableitungen von mund (9 von 9)

bemunde

BMZ

bemunde swv. beschütze. Jacob zôch ze lante, got in bemunte Genes. fundgr. 2,46,33.

bemunden

Lexer

be-munden swv. BMZ beschützen Gen. Gr.w. 4,158.

gemund

DWB

gemund , adj. mundrecht, luxemb. gemondt, z. b. dât wor em net gemondt, mundete, gefiel ihm nicht Gangler 173 .

munde

AWB

munde S 156,15 s. munt st. m.

Unmund

WWB

Un-mund m. [WMünsterl] 1. dumme, unvernünftige, unreife, nicht ernst zu nehmende Person; Trottel. — 2. Nichtmündiger ( Ahs St).

unmunde

MNWB

unmunde , adj. : 1. unmündig, zu Rechtshandlungen unfähig, „ des vnmvnden kindes schuͦlde ” (Hall. Schb. 1, 283). — 2. unvernünftig , „ unku…

unmundlich

DWB

unmundlich , adj. , ' unaussprechlich ' (?) Fischer schwäb. wb. 6, 203 ; ' nicht mundgerecht ' C. F. Meyer vers. d. Pescara 188 . —

urmund

DWB

-mund ( prostoma ) Hertwig lehrb. d. zool. 143 9 ,

vermunden

Lexer

ver-munden swv. tr. bevormunden, leiten. ich lies mîn siele vormunden sam ein tummer von mîme snôten vleisce Hans 2236 ; refl. sich in den s…