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2. Mund

as. bis spez. · 21 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
Anchors
31 in 21 Wb.
Sprachstufen
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

2. Mund

Bd. 3, Sp. 310
2. Der Mund, des -es, plur. inus. Diminut. das Mündchen, Oberd. Mündlein, zusammen gezogen Mündel, die breite, tiefe und fleischige Höhle im Gesichte des Menschen, welche die Zunge, den Gaumen, die Zähne und Lippen nebst vielen Drüsen und Speichelgängen in sich begreift, und so wohl zur Einnehmung der Nahrungsmittel, als auch zur Hervorbringung und Auslässung des Tones, der Stimme und Sprache dienet. 1) Eigentlich, wo es nur allein von dieser Öffnung an den menschlichen Körpern und zwar im anständigen Verstande gebraucht wird, dagegen im verächtlichen Verstande das Wort Maul üblich ist, welches auch von den breiten Öffnungen dieser Art bey den Thieren gebraucht wird, dagegen spitzige hornartige Schnäbel heißen. Vom Munde auf gen Himmel fahren, eine im gemeinen Leben übliche R. A. welche noch aus der Römischen Kirche übrig ist, unmittelbar, ohne Berührung des Fegefeuers in den Himmel kommen. In einigen Fällen verstehet man unter Mund bloß die Lippen und den äußern Theil des Mundes. Einen kleinen, großen, schönen, rothen Mund haben u. s. f. Da der Mund der Sitz der Sprachwerkzeuge ist, so hat man eine Menge figürlicher R. A. welche sich auf die Sprache und das Sprechen beziehen. Keinen Mund halten, ein anvertrautes Geheimniß verschweigen. Den Mund nicht aufthun, kein Wort reden, ihn nicht zuthun, nicht aufhören zu sprechen. Die Hand, oder den Finger auf den Mund legen, aus Ehrfurcht schweigen. Kein Blatt vor den Mund nehmen, freymüthig, ohne Menschenfurcht reden. Ich hatte es eben im Munde, wollte es eben sagen. Einem das Wort aus dem Munde nehmen, gerade das Wort sagen, welches der andere sagen wollte. Sich mit dem Munde gut behelfen können, ein gut Mundwerk haben, den Mund auf dem rechten Flecke haben, eine gute Gabe zu reden haben. Etwas immer im Munde führen, es immer erwähnen, immer davon sprechen, und viele andere mehr. Von Mund aus, kommt in den Oberdeutschen Kanzelleyen für mündlich vor. Im verächtlichen Verstande und in der niedrigen Sprechart ist in vielen dieser Art R. A. das Wort Maul üblich, S. dasselbe. In eben so vielen Ausdrücken beziehet sich das Wort Mund auf die Nahrung, welche man durch denselben zu sich nimmt. Jemanden das Brot vor dem Munde wegnehmen. Sich etwas an dem Munde abbrechen, an den nöthigen Nahrungsmitteln. Der Mund läuft ihm voll Wasser, zum Zeichen der Lüsternheit nach einer Speise, und in weiterm Verstande nach einer jeden andern Sache, u. s. f. Wohin auch verschiedene Zusammensetzungen gehören, z. B. Mundsemmel, Mundwein u. s. f. Nahrungsmittel zu bezeichnen, welche unmittelbar für die Tafel eines großen Herren bestimmt sind, oder auch Personen, welche mit den für ihn bestimmten Nahrungsmitteln zu thun haben, wie in Mundbäcker, Mundkoch, Mundschenk u. s. f. wofür in Ansehung anderer Gegenstände das Wort Leib üblich ist. 2) Figürlich, die Öffnung oder der Ausgang eines Dinges, der hohle Zugang zu demselben; doch nur in einigen Fällen. Der[] Ofenmund, welcher noch häufiger das Mundloch genannt wird, der Magenmund, welcher auch der Schlund heißt, und noch einige andere. Bey noch mehrern sind dafür die Wörter Münde, Mundloch und Mündung üblich. Anm. In Ober- und Nieder-Deutschland von des Kero Zeiten an Mund, im Dänischen und Schwed. gleichfalls Mund, bey dem Ulphilas Munths, im Isländ. Mun, im Angels. ohne n Mud, im Engl. Mouth. Es stammet ohne Zweifel von einem Zeitworte manen, munen, her, welches kauen bedeutet haben muß, und als ein Intensivum oder Frequentativum von mähen, schneiden, zu dem zahlreichen Geschlechte dieses Wortes gehöret. Die Bedeutung des Kauens erhellet unter andern auch aus dem Latein. manducare, Mandibula, die Kinnbacke, dem Ital. mangiare und Franz. manger, essen, dem Wallis. Mant, die Kiefer. Im Mecklenburgischen ist münten wenig essen. Auf ähnliche Art ist Kiefer von kauen, und Maul von mahlen gebildet. Merkwürdig ist doch, daß der Plural von diesem Worte so ungebräuchlich ist, so sehr auch die Sache selbst ihn verstattet, und das Beyspiel anderer Sprachen ihn berechtiget. Man findet zwar hin und wieder, selbst bey den ältern Schriftstellern die Münde. Allein er beleidiget doch allemahl das Gehör, und hinterläßt die unangenehme Empfindung des Ungewöhnlichen. Daß in Füllmund die letzte Sylbe aus dem Latein. -mentum, in Bedemund aber aus Münze verderbt worden, ist schon bey diesen Wörtern erinnert worden.
4339 Zeichen · 67 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 9.–12. Jh.
    Altsächsisch
    mundst. M. (a)

    Köbler As. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    mund , st. M. (a) Vw.: s. mūth*

  2. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    mund

    Althochdeutsches Wörterbuch · +4 Parallelbelege

    mund- s. auch munt-.

  3. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    mundM., F.

    Köbler Mnd. Wörterbuch

    mund , M., F. Vw.: s. munt (1)

  4. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    2. Mund

    Adelung (1793–1801) · +8 Parallelbelege

    2. Der Mund , des -es, plur. inus. Diminut. das Mündchen, Oberd. Mündlein, zusammen gezogen Mündel, die breite, tiefe un…

  5. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Mund

    Goethe-Wörterbuch

    Mund nur Sg; fast die Hälfte der ca 550 Belege mit Flexionsallomorph -e im Dat A anatom: multifunktionales, insbes der N…

  6. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Mund

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Mund (os) , im engern Sinne die zwischen Nase und Kinn gelegene und von den Lippen umschlossene Querspalte. Die Lippen b…

  7. modern
    Dialekt
    Mund

    Elsässisches Wb. · +6 Parallelbelege

    Mund kommt selbständig nicht vor, dafür allg. Mul (s. d.); erhalten in den Zss. Mundfüle, Mundstück, Mumpfel. — Schweiz.…

  8. Sprichwörter
    Mund

    Wander (Sprichwörter)

    Mund 1. A Müs as iar sat üsh a Uugan. ( Nordfries. ) – Johansen, 58. Der Mund ist früher satt als die Augen. 2. Alles im…

  9. Spezial
    Mund

    Dt.-Russ. phil. Termini · +2 Parallelbelege

    Mund- ротовой , п

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit mund

498 Bildungen · 435 Erstglied · 54 Zweitglied · 9 Ableitungen

mund‑ als Erstglied (30 von 435)

Mundaffe

SHW

Mund-affe Band 4, Spalte 817-818

mundfaul

SHW

mund-faul Band 4, Spalte 817-818

Mundfäule

SHW

Mund-fäule Band 4, Spalte 817-818

Mundharfe

SHW

Mund-harfe Band 4, Spalte 817-818

Mundorgel

SHW

Mund-orgel Band 4, Spalte 817-818

Mundrose

SHW

Mund-rose Band 4, Spalte 819-820

Mundschenk

SHW

Mund-schenk Band 4, Spalte 819-820

Mundsperre

SHW

Mund-sperre Band 4, Spalte 819-820

Mundstück

SHW

Mund-stück Band 4, Spalte 819-820

mundtot

SHW

mund-tot Band 4, Spalte 819-820

Mundwasser

SHW

Mund-wasser Band 4, Spalte 819-820

Mundwerk

SHW

Mund-werk Band 4, Spalte 819-820

mundab

RhWB

mund-ab moŋkaf  Adv.: 1. nur auf mündliche Verabredung hin Sieg-Mülld , MGladb-Odenk . — 2. a. die zwei han öm zwei Fläsche Rude (Wein) ge…

Mundaffe

PfWB

mund·affe

Mund-affe m. : ' häßliches Mädchen, häßliche Frau ', Munnaff [GH-Westh, Heeger Tiere I 26]; vgl. Munuf . — Mhd. muntaffe, mûlaffe 'dummer Gl…

mundalôn

AWB

munda·lon

mundalôn , mundilen sw. v. ( zu den Ansätzen vgl. Riecke, jan-Verben S. 207 f., Splett, Ahd. Wb. I,2,636 ). — Graff II,812. mundal-: inf. -o…

Mundame

Meyers

mund·ame

Mundame , Handelsstation in der deutschen Kolonie Kamerun, am obern Mungo, von Kamerun zwei Tagereisen entfernt, gehört zum Bezirksamt Duala…

mundang

KöblerAn

mund·ang

mundang , st. N. (a) nhd. Maßhaltung, rechtes Maß Hw.: s. mundangligr L.: Vr 395b

mundangligr

KöblerAn

mundangligr , Adj. nhd. passend Hw.: s. munda, mundang L.: Vr 395b

Mundārd

WWB

Mund-ārd f. Mundart, Dialekt ( Det Is).

mundare

KöblerAhd

mund·are

mundare , V. nhd. schützen ne. protect Hw.: s. a. mundiare* Q.: LLang, Urk (716) E.: s. munt (1) Son.: lat.-lang.

Mundari

Meyers

mund·ari

Mundari ( Mundari Kolh ), gewöhnlich fälschlich Munda genannt, eine zu den Kolariern gehörige Völkerschaft im südwestlichen Bengalen und Ass…

mundart

DWB

mund·art

mundart , f. art des mundes, art zu sprechen; übersetzung des griech.-lat. dialectus ( dialectos eine eigenschaft der sprach, oder eigne wei…

mundarten

DWBQVZ

mund·arten

--- deutsche mundarten. zeitschrift für bearbeitung des mundartlichen materials. hg. v. J. W. Nagl. Wien 1895—1906. II. ---

mund als Zweitglied (30 von 54)

awimund

KöblerAhd

*awimund , st. M. (a?, i?) nhd. Heilschützer ne. protector of wholeness Q.: PN (Runeninschrift) (6./7. Jh.) E.: germ. *awi-, Sb., Heil; idg.…

bettmund?

KöblerAhd

*bettmund? , st. F. (ī) Hw.: vgl. as. beddimund

Leumund

RDWB1

Leumund m репутация übler ~ - дурная репутация, дурная слава устойч. j-n in schlechten ~ bringen - очернить кого-л.; оговорить кого-л./; воз…

Volksmund

RDWB1

Volksmund m (kein Bezug zu "уста" oder "рот") просторечие Um der Führerschein wiederzubekommen, muss der Fahrer die MPU, die Medizinisch-Psy…

Vormund

RDWB1

Vormund m опекун (не имеет отношения к слову "рот")

achomund

Idiotikon

achomund Band 1, Spalte 65 achomund 1,65

Balmund

Wander

balm·und

Balmund Balmund lebt jetzund. Lat. : Tutor mala fide administrans. (S. Verbalmunden.)

Bërmund

Idiotikon

Bërmund Band 4, Spalte 322 Bërmund 4,322

bėddimund

KöblerAs

bėddimund , st. F. (i) nhd. „Bettschutz“, Heiratsgabe ne. marriagefee (N.) ÜG.: lat. nuptilia commoda Regesta historiae Westfaliae (= Wfäl. …

Chopfwärmund

Idiotikon

Chopfwärmund Band 4, Spalte 322 Chopfwärmund 4,322

Dortmund

Wander

dort·mund

Dortmund 1. All af te Düöpen, da finnt me biäter recht. – Woeste, 67, 264. 2. Wünn de Diöuppenschen 1 dat roe Laken 2 uthangt, dann giet 't …

Feindesmund

Wander

feind·es·mund

Feindesmund 1. Aus Feindesmund kommt kein Lob. – Soltau, Reineke Fuchs, III, 7. 2. Feindsmund red kein grund. – Gruter, III, 37.

Flabbenmund

Wander

flabben·mund

Flabbenmund Wane, du rechte flabbemunt. – Freybe, Redentiner Spiel, 1669. Flabbe: die herniederhängende Lippe. »Die Flabbe kühlen«, »sich so…

formund

KöblerAs

form·und

formund , st. F. (i) nhd. Vormund ne. advocate (N.) Hw.: vgl. ahd. *foramunt? (st. F. (i)) Q.: Philippi, F., Osnabrücker UB (1096), PN E.: s…

füllmund

DWB

fuell·mund

füllmund , m. , auch n., die beim bauen in den ausgegrabenen boden mit steinen gelegte grundfeste für mauern, für wände, besonders die für e…

furimund

AWB

furi·mund

furimund st. ( m.? ) . furi-munt: nom. ( acc.? ) sg. Gl 4,71,14 ( Sal. a 1, Adm. 3, 11. Jh. ). Frühstück: ianto gusto ante prandium.

Hërzeⁿᵈmund

Idiotikon

Hërzeⁿᵈmund Band 4, Spalte 322 Hërzeⁿᵈmund 4,322

kindermund

DWB

kinder·mund

kindermund , m. os infantum, infantis, s. auch kindesmund : diesen kindermund wollten gar manche stellen gar nicht kleiden, und doch waren d…

Lebmund

Wander

leb·mund

Lebmund Was dem Lebmund anekelt, behagt dem Schlingfried. Wer Hunger hat, dem schmeckt die einfachste schlechteste Nahrung; der verwöhnte Ga…

lemund

KöblerMhd

lem·und

lemund , st. M. Vw.: s. liumunt

leumund

DWB

leu·mund

leumund , m. fama, existimatio. ahd. hliumunt, was nach seiner wurzel zu laut sp. 366 gehört, der bildung nach aber zunächst zu altnord. hli…

magenmund

DWB

magen·mund

magenmund , m. : magengurgel, magenmund, das ror oder der schlund, durch welchen die speisz gadt, stomachus Maaler 282 a ; doch hat die saur…

mitdemund

KöblerMhd

mitdemund , Konj. nhd. „mit“ Q.: Vät (1275-1300) (FB mit dem und) E.: s. mit, der, und W.: nhd. DW-

Ableitungen von mund (9 von 9)

bemunde

BMZ

bemunde swv. beschütze. Jacob zôch ze lante, got in bemunte Genes. fundgr. 2,46,33.

bemunden

Lexer

be-munden swv. BMZ beschützen Gen. Gr.w. 4,158.

gemund

DWB

gemund , adj. mundrecht, luxemb. gemondt, z. b. dât wor em net gemondt, mundete, gefiel ihm nicht Gangler 173 .

munde

AWB

munde S 156,15 s. munt st. m.

Unmund

WWB

Un-mund m. [WMünsterl] 1. dumme, unvernünftige, unreife, nicht ernst zu nehmende Person; Trottel. — 2. Nichtmündiger ( Ahs St).

unmunde

MNWB

unmunde , adj. : 1. unmündig, zu Rechtshandlungen unfähig, „ des vnmvnden kindes schuͦlde ” (Hall. Schb. 1, 283). — 2. unvernünftig , „ unku…

unmundlich

DWB

unmundlich , adj. , ' unaussprechlich ' (?) Fischer schwäb. wb. 6, 203 ; ' nicht mundgerecht ' C. F. Meyer vers. d. Pescara 188 . —

urmund

DWB

-mund ( prostoma ) Hertwig lehrb. d. zool. 143 9 ,

vermunden

Lexer

ver-munden swv. tr. bevormunden, leiten. ich lies mîn siele vormunden sam ein tummer von mîme snôten vleisce Hans 2236 ; refl. sich in den s…