mangel,
m. vitium, inopia, defectus. 11)
das wort ist zunächst nur hochdeutsch, und erst von da aus später ins niederdeutsche (
vgl. mnd. wb. 3, 23
b),
sowie ins niederländische und dänische eingedrungen. im hochdeutschen selbst aber läszt sich beträchtlich früher als das substantiv das dazu gehörige verbum belegen; in der form mengan, gemengan,
prät. mangta, gemangta
abesse, deesse Graff 2, 807; mangôn: daʒ .. sih daʒ (
wasser) perge an ein wisin unter derda, und man sîn manga uuola zehen juche lenga.
meregarte bei Müllenhoff
u. Scherer 32, 2
a, 7;
sowie mangolôn
und gimangolôn
gleicher bedeutung bei Otfrid (Kelles
gloss. 384
b. 201
b);
und es ist wol nicht zweifelhaft, dasz dieses verbum als mengan, mangôn
von einem lateinischen, aus dem adj. mancus
gebildeten, in der rechtssprache der leges barbarorum verwendeten mancare,
part. mancatus
hergenommen ward (si vero manus ipsa mancata ibi pendiderit.
lex Sal. 29, 2; si vero ipse polix ibidem mancatus pendiderit. 4),
sowie dasz es die bedeutung des letzteren mutilare zu der deficere veränderte (
wie das ital. mancare, span. mancar, franz. manquer auch),
und nach dem muster der iterative weiter ein mangolôn
entwickelte. aus mengan, mangôn
bildete sich dann das subst. mang
hervor (
mhd. manc, mang
mangel, gebrechen Lexer 1, 2023),
wie aus mangolôn
das seit dem 12.
jh. viel gebrauchte mangel,
das mit seinem verbum jene einfacheren formen zurückdrängte. unabhängig davon und ungewis seit wann wurde aus dem lat. adj. mancus anderweit ein mank
entlehnt: mancus manck, laem. Dief. 346
a (
kölnisch, von 1507);
mancare manck machen 345
c (
ebendaher);
niederl. mank
gebrechlich, bresthaft, mank gaan
hinken; mank, vermenkt,
mancus, mank, kropel,
claudus, mankaerd,
claudus, claudicans Kilian;
alem. mank,
mangelhaft, defect, nur von büchern Stalder 2, 196;
kärntn. mank,
schlecht, einen fehler habend, besonders beim viehe gebraucht. Lexer 185. 22) mangel,
ein gebrechen, ein fehler an einer person: ane got enist niweth mangel, er was ie ân anegenge.
genesis in d. fundgr. 2, 10, 6; ein mangel,
vicium, deliquium Dasyp.; mangel, laster,
vitium Maaler 283
b;
in körperlicher oder geistiger beziehung: keinen mangel noch prästen an jm haben, unlasterhaft sein,
carere vitio. ebenda; so nu die lieben hohen apostel solchen feil und mangel klagen, das sie es nicht können dahin bringen, da sie gerne wolten. Luther 6, 45
b; wir hetten gemeinet, jr weret ein getreuwer ritter, so seit jr anders nicht denn ein frawenbetrieger, das ist ewer mangel.
buch d. liebe 290
b; doch ward dieser mangel damals bei mir nicht so heftig und stark, dasz man ihn mit Seneca ein göttliches rasen oder .. eine beschwerliche krankheit hätte nennen können.
Simpl. 1, 322
Kurz; (
ein student) habe gesagt: herr doctor, ich kan gott lob in der theologi wol zu recht kommen. allein ich hab einen einigen mangel, ich kan die dicta scripturae nicht behalten,
d. Hunnius hab auf gut schwäbisch ihm geantwort, herr magischter, es ischt ein groszer mangel. es ist fürwar auch ein groszer mangel, wann ein herr kein gelt hat, wann seine rentcammer nicht wol bestellet ist. Schuppius 27; der were ein ungeschickter medicus, der einem, so einen mangel an dem kopfe hätte, wolt ein pflaster auf den fusz schlagen. 657; wir haben den mangel an uns, dasz wir mehrentheils die könige in ihrer gegenwart fürchten.
pers. baumg. 3, 18; was vor ein böser mangel die verleumbdung sei. 4, 12; einer hat diesen, der andere einen andern mangel,
aliud aliis vitium est. Stieler 1229;
hessisch böser mangel
epilepsie Vilmar 260; mann soll den besten arzt jhm holn, der jhm seinen mangel curir! J. Ayrer 375
c (1881, 26
Keller); unser denken fehlt und triegt, sein (
gottes) gedank ist mangel frei. P. Gerhard 306, 58
Gödeke; fehlst du, lasz dichs nicht betrüben: denn der mangel führt zum lieben; kannst dich nicht vom fehl befrein, wirst du andern gern verzeihn. Göthe 3, 285;
der fehler ist durch einen folgenden genitiv näher bezeichnet: ein philosophus fragt einen, ob er ausz torheit und mangel der unwissenheit nicht redte, oder ausz weiszheit schwige. Agr.
spr. 223
b; mangel an einem gliede, einem organe
des menschen: er hat einen mangel am schenkel,
tibia laesus est. Stieler 1229; er hat mangel an zänen,
dolorum dentium laborat. ebenda; der hett ein mangel an der red, und viel ding falsch aussprechen thet. L. Sandrub
kurzweil 42; mangel
von sachen: so solt der müllener dem junker so manich boesz geben als die muel mangel hat.
weisth. 2, 569 (
Prüm, von 1497); es hat die sach noch keinen mangel. J. Ayrer
proc. 1, 14; indem mir unserer poesy mangel und unmöglichkeit vorgeworfen. Weckherlin
vorrede zu d. weltl. ged.; es (
das haus) hat keinen mangel, ohn allein, dasz du in der nachbarschaft wohnest.
pers. rosenth. 4, 9; wer ihm nicht opfern wolte, in dessen rechnung konte er leichtlich einen mangel finden, den klagte er alsbald an, als einen ungerechten hauszhalter. Schuppius 30; der wein hat einen mangel,
vinum istud vitium contraxit. Stieler 1229. 33)
diese bedeutung hat einen plur. mängel
entwickelt: (
Christus) hat alle meine mängel und gebrechen erstattet. Schuppius 459; es ist kein mensch, er ist voller mängel,
nemo sine crimine vivit, unusquisque suos patimur manes. Stieler 1228; frei aller fehl und mängel, fern von der unrechtsbahn. P. Gerhard 278, 23; und weil in dieser welt kein mensch ist ohne mängel. Günther 595;
er ist in der neueren sprache, wo der sing. mangel
in der bedeutung 1
allmählich selten geworden, noch sehr beliebt geblieben, meist auf seelisches oder geistiges bezogen: der andere theil gab zwar die erblichen mängel der menschen sehr gern zu. Göthe 26, 307; meine rubriken bezeichnen nur einseitigkeiten, welche als mängel anzusehen sind, wenn die natur den künstler dergestalt beschränkte, als fehler, wenn er mit vorsatz in dieser beschränkung verharrt. 38, 127; gewisse tugenden gehören der zeit an, und so auch gewisse mängel, die einen bezug auf sie haben. 53, 78; man ist genöthigt auffallende mängel als vorzüge zu betrachten. 54, 103; (
ihr macht) zum paradies eine welt voll mängel. Hölty 155
Halm; mitfühlend unsrer last und unsern mängeln. Herder
z. litt. 4, 129; wo mängel ich und irrthum sah. 156; glückselger jüngling, dem man seine mängel zur tugend rechnet. Göthe 9, 188; freude dem sterblichen, den die verderblichen, schleichenden, erblichen mängel umwanden. 12, 44; such, o moderner poet, durch geist zu ergänzen des stoffs fehl, durch vielseitigen styl decke die mängel der zeit. Platen 143;
nicht mehr nach dem früheren gebrauche des sing. mangel
auch auf körperliche leiden, und auf schönheitsfehler wenigstens nicht häufig: der mund, der tausend lust verhiesz, war sonder alle mängel. Hölty 20
Halm; und hatte jemand im antlitz einen fehler, wie er auch war, ein fleckchen im auge; durft er sich nur im spiegel besehn, so gingen von stund an alle mängel hinweg und alle fremden gebrechen. Göthe 40, 172. 44)
aus ihm hat sich auch ein sing. mängel
ergeben: dem (
arzte) wollen wir ein botten senden, der kan jhm all sein mängel enden, und das er wider redent wer (
von einem sprachübel heilen). J. Ayrer 284
a (1417, 36
Keller); ei schweigt! die sach kein mengel hat. 426
a (2139, 14) (
auch in der bedeutung 5,
b unten, s. dort);
bairisch noch jetzt öfter mengel
neben mangel Schm. 1, 1625
Fromm. 55) mangel,
das gebrechen, das fehlen und entbehren irgend einer sache: mangel,
vulg. gebruch,
defectus. voc. inc. theut. n 4
a;
mit näherer bestimmung. 5@aa)
das entbehrte steht hierbei im genitiv: biʒ an die swære aleine, die ich vil herzenlichen dol, daʒ ich dîn êwiclîchen sol hân bresten unde mangel. K. v. Würzburg
Partenop. 8217
Bartsch; das jre fische fur wassers mangel stinken und durst sterben.
Jes. 50, 2; den erwürgeten durchs schwert geschach bas, weder den, so da hungers storben, die verschmachten und erstochen worden vom mangel der früchten des ackers.
klagel. Jer. 4, 9; ich frewe mich uber der zukunft Stephana und Fortunati, und Achaici, denn wo ich ewer mangel hatte, das haben sie erstattet.
1 Cor. 16, 17; so aber ein bruder oder schwester blos were, und mangel hette der teglichen narunge.
Jac. 2, 15; und begeb es sich, dasz abgang der profandt, fehl und mangel were. Fronsperger
kriegsb. 1, 61
b; werden allein von den armen und so man anderer fischen mangel hat, gessen. Forer
fischb. 78
a; ich hette mangel aller sachen. Schuppius 738; so sind .. der vermuthungen so viele, dasz ihre verschiedenheit und menge einen treuherzigen leser weit verlegener macht, als er nimmermehr bei dem gänzlichen mangel derselben gewesen wäre. Lessing 11, 60; wegen mangel der gelegenheit. Klinger 6, 168; mangel der that und bloszer nam stehen mit kleinem lob beisam. Kirchhof
wendunm. 111
a. 5@bb)
durch an
vermittelt: die reichen müssen darben und hungern, aber die den herrn suchen, haben keinen mangel an jrgent einem gut.
ps. 34, 11; (
dasz sie) keinen mangel an brodt hatten.
Jes. 51, 14; darumb hab ich euch auch in allen ewrn stedten müszige zeene gegeben, und mangel am brot an allen ewrn örten.
Amos 4, 6; man darf uber keinen mangel klagen an seiner hülfe.
Sir. 39, 23; das jr keinen mangel habt an jrgent einer gaben.
1 Cor. 1, 7; man verkauft kein wasser hie, dann wir haben sunst gröszern mangel an wasser, dann uns lieb ist. Wickram
rollw. 86, 19
Kurz; mangel am hausz, da einer kein underschlauf hat,
inopia tecti. Maaler 283
a; mangel am platz oder ort,
inopia loci, mangel an ässen und an trinken, hunger und durst,
inedia, mangel an früchten,
caritas annonae u. s. w. ebenda; ein mangel an der zeit haben,
tempore egere. ebenda; ich hab an milch kein mangel,
non defit mihi lac. ebenda; auf dem groszen reichstag zu Cöllen, als groszer mangel am brot erschien. Zinkgref
apophth. 2, 7; ei, so hast doch kein mangel an gelt. H. Sachs
fastn. sp. 1, 77, 258; dem pewtel haben wir gestrelt, gros mangel ist an klainem gelt. 155, 254; soll mich gottes fülle laben, woran soll ich mangel haben? P. Gerhard 324, 80
Gödeke; wenn ein mangel an vermögen mich dir anzunähern scheinet, mich, die meine königs-abkunft über dich so hoch erhebt. Herder
z. litt. 5, 84 (
Cid 11); die Britten flohn ins land, und litten mangel am nothwendigsten. 3, 207; die fürstin Eboli litt wenigstens nicht mangel an gesellschaft. Schiller
don Carlos 4, 1;
die nähere bestimmung ist aus dem vorhergehenden zu ergänzen: nie konnt ich ihr liebe geben, und dennoch, schien sie mangel je zu fühlen? (
nämlich an liebe).
don Carlos 3, 1;
in rechnungsmäsziger sprache, wie ausfall oder deficit: uber das must du bedacht sein, dasz kein mangel an geld, munition, proviant und volk im posten erscheine.
Simpl. 1, 151
Kurz. Auch hier der sing. mängel,
wie oben 4: die welt hat groszen mängel, die welt hat grosze menge, an frölichem vergnügen, an kläglichem bedränge. Logau 3, 205, 82. 5@cc)
präpositionale verbindung aus mangel
mit folgendem genitiv: ausz mangel der arzet sind vil verdorben,
defectu medicorum multi perierunt. Maaler 283
a; wer wolte glauben, dasz er heut ausz mangel eines handtuches, seine händ und angesicht, an seiner kappen abgetrücknet?
Laz. de Tormes (1617) 110; aus mangel einer bessern gesellschaft mit den sylfen umzugehen. Wieland 1, 113; aus mangel kluger einrichtung und guter aufsicht. 7, 233; um aber nun diesem blutigen geschäfte, das sich täglich unter seinen händen häufte, mehr gewachsen zu sein und aus mangel der werkzeuge ja kein opfer zu verlieren. Schiller 858
a; wenn uns gleich von manchem fänomen, aus mangel des fensters, das Momus an unsrer brust vermisset, die innern räder und federn entgehn. Wieland 5, 114 (
n. Amadis 16, 4);
mit folgendem an: aus mangel an einsicht fehlte er; aus mangel an gutem willen unterliesz er das;
auch mit von: derjenige, der aus mangel von sinn oder gewissen das vortreffliche herunterzieht. Göthe 36, 164; dieweil der kettenhund dem bettler heülend droht, und nach ihm selbsten schnappt, aus mangel von dem brot. Drollinger 163; in mangel: wiewol ich mich schäme, dasz ich in mangel anderer deutschen exempel mich meiner eigenen gebrauchen soll. Opitz
poeterey 18; man sagt, dasz ein Biscajer ausz armut sich hab überreden lassen, und hab 8 real genommen, und in mangel eines henkers in einem städtlein ein dieb aufgehenket. Schuppius 303; nim diese hand voll klee, im mangel der violen, zu treuen günsten
an. Fleming 589;
dafür mangels: mangels besonderer einen andern willen erkennbar machender umstände.
entsch. des reichs-oberhandelsgerichts 22, 233. 5@dd) in mangel stehen eines dinges,
etwas nicht haben: dasz man noch der empter vom gemeinen mann, nemlich eines führers und zweyer gemeinen waibel ... in mangel stehe. Kirchhof
mil. disc. 76; weil er seines pferdts in mangel stunde (
es war ihm gestohlen worden).
wendunm. 119
b. 5@ee)
als redensart was hast du mangels dran?
was entgeht dir dadurch? was schadets dir?: sagt jemandts, gsell sitz unden an, so sprich, was hastu mangels dran?
grob. 1568 B 3
b (
b. 1,
cap. 4); an einem wird kein mangel sein,
es wird an ihm nicht fehlen: so krieg vorhanden sein wurde, wirdt an mir kein mangel sein, sol man mich denn auch finden, wil ich nicht der hinderest sein,
si erit bellum, meae partes non desiderabuntur. Maaler 283
b; und e.
f. sollen sich tröstlich zu uns allen versehen in Christo, das wir hinfurt an uns keinen mangel wollen sein lassen. Luther 6, 325
b; es sol an uns kein mangel han.
trag. Joh. D 6. 66) mangel
ohne nähere bestimmung, namentlich auf das entbehren des zum leben notwendigen; mangel,
vulg. abgang,
penuria, inopia. voc. inc. theut. n 3
b;
als gegensatz zu überflusz, genusz, genug: so diene ewer uberflus jrem mangel, diese thewer zeit lang.
2 Cor. 8, 14; wo man erbeitet da ist gnug, wo man aber mit worten umbgehet, da ist mangel.
spr. Sal. 14, 23; mittheilend sehnen nur ist selbstgenusz, und ohne mangel darbt der überflusz. Herder
z. litt. 3, 229; éin wort vermischt die grenzen in süszester verwirrung, macht den schmerz zur höhern lust, den mangel zum genusz, den tod zum leben. 6, 124;
mit verwandten begriffen zusammengestellt: und wirst deinem feinde, den dir der herr zuschicken wird, dienen in hunger und durst, in blösze und allerlei mangel.
5 Mos. 28, 48; reizet dich mein mangel, mein bedürfen? Herder
z. litt. 3, 229;
es heiszt mangel leiden, haben: haben wir allen mangel gelidden, und sind durch schwert und hunger umbkomen.
Jer. 44, 18; furchtet den herrn jr seine heiligen, denn die jn fürchten, haben keinen mangel.
ps. 34, 10; so oft ich euch gesand habe on beutel, on taschen, und on schuch, habt jr auch je mangel gehabt?
Luc. 22, 35; es war auch keiner unter jnen, der mangel hatte, denn wie viel jr waren, die da ecker oder heuser hatten, verkauften sie das selb, ... und man gab einem jglichen, was jm not war.
ap. gesch. 4, 34; ich bin in allen dingen und bei allen geschickt, beide sat sein und hungern, beide uberig haben und mangel leiden.
Phil. 4, 12; die (
heiligen) aber haben groszen hunger und mangel in jren krankheiten leiden müssen. Wickram
rollw. 10, 30
Kurz; ich hab keinen mangel,
nihil defit. Maaler 283
a; ich wil nit leiden, dasz du mangel bei mir habest,
nihil apud me tibi defieri pateat, du solt bei mir keinen mangel haben.
ebenda; daʒ sî dî nôt sô manchirhant unde mangel alsô grôʒ .. lidin unde trugin. Jeroschin 14057; da ist kein durst, kein hungersnot, das himmelbrod läszt keinen mangel leiden. P. Gerhard 321, 66; den mangel erfüllen, erstatten: die handreichung dieser stewre erfüllet .. den mangel der heiligen.
2 Cor. 9, 12; und da ich bei euch war gegenwärtig, und mangel hatte, war ich niemand beschwerlich, denn meinen mangel erstatten die brüder, die aus Macedonia kamen. 11, 9; mangel widerfährt, ist: denn es solte also gehen, das jenen, die tyrannisch handleten, solcher mangel widerfüre.
weish. Sal. 16, 4; wo mangel ist, hat dscham kein frist, man muosz sich in der not verschämen,
arctis in rebus absit pudor. Maaler 283
b; bei gott ist ja kein böser ort, kein unglück und kein kränken, kein angst, kein mangel, kein versehn; bei gott kann keinem leid geschehn. P. Gerhard 101, 37
Gödeke; der mangel drückt, plagt, schwächt, treibt: wo dich drück mangel, hartsel und ungelück. H. Sachs
fastn. sp. 1, 34, 396
Götze; warst arm und dürftig, nahmst fürlieb da, wo der mangel dich hin trieb. P. Gerhard 152, 64; (
ein jagdhund) verscheucht vom stall und streu, verbannt, wo täglich ihn ein neuer mangel schwächte. Hagedorn 1, 41; zwo ratzen, die der mangel plagte, und hungrig aus den löchern jagte, entdeckten unverhofft ein ei. 2, 16; dem mangel abhelfen,
inopiae mederi. Frisch 1, 639
b; denn sie werden fur allerlei mangel heimlich essen, in der angst und not.
5 Mos. 28, 57; sie sind umbher gegangen in pelzen und ziegen fellen, mit mangel, mit trübsal, mit ungemach.
Hebr. 11, 37; es giebt eben so viele, die im schosze des ansehens, des glücks und der wollust, als solche, die in einem zustande von mangel, dienstbarkeit und unterdrückung elend sind. Wieland 1, 130; dein herz (
im tode) hört auf, sich zu sehnen, weisz von keinem mangel nicht. P. Gerhard 29, 52; kein dürftiger verzagt, wenn noht und hunger schrecken; der landesvater läszt ihn nicht in mangel stecken. Drollinger 87;
in manchen beispielen tritt mehr der mildere begriff der dürftigkeit, armut hervor: dasz es nicht dem mangel des lands zuzumessen seie. Schuppius 741; du füllst des lebens mangel aus mit dem, was ewig stehet. P. Gerhard 119, 45; die ruhe, so du jetzt bei allem mangel hast, kommt jenen (
reichen) nicht einmal in träumen zu gesichte. Günther 584; nicht wohlanständig wär mirs, die verwandte im mangel und in schmach zu sehn. Schiller
M. Stuart 2, 9;
personificiert: so wird dich das armut ubereilen, wie ein fusgenger, und der mangel, wie ein gewapneter man.
spr. Sal. 6, 11; es wird dir dein armut komen, wie ein wanderer, und dein mangel, wie ein gewapneter man. 24, 34. 77) mangel,
in der älteren sprache auch beschwerde, klage: des fürsten antwort auf die von der landschaft angebrachten mängel (
gravamina). Schm. 1, 1625
Fromm.; also ward dem junkern die sach durch den schultheiszen von wegen der gmein fürgetragen. als nun der junker jren mangel vernam .. Wickram
rollw. 90, 17
Kurz; hab er etwas mangel an einem, soll er in morgen bei dem tag ansprechen. Fronsperger
kriegsb. 1, 9
b.