Leerheit 27 Belege, deutlich überwiegend in der abstr Bed 2 (sechsmal allein im Dilettantismus-Schema) 1 räumlich-konkr bzw an die Raumvorstellung anschließend: ‘geographische L.’, bezogen auf unbekannte, noch unerschlossene Regionen, Erdteile u zugleich die entspr Freiflächen in der kartograph Darstellung wie man ehemals [auf Landkarten] die geographische L. mit Elephanten zudeckte GWB7,177,18 DivNot Israel iWüste das durch jds Fortgang erzeugte Vakuum; zugleich das Gefühl von Verlassenheit u Einsamkeit implizierend (im Übergang zu 2b) [Adressatin ist nach Kochberg abgereist] In der L. da Sie weg sind helf ich mir so gut ich kann. Tracktire Misels, reite und lauffe herum. Ich hoffe Sie bald wieder zu sehn GWBB3,235,10 ChStein 16.7.78 ‘wüste L.’ (anspielend auf 1. Mos 1,2) für den uranfänglichen Zustand noch unstrukturierter, form- u gestaltloser Leere (in Berührung mit 2a) Die Urzeit der Welt, der Nationen, der einzelnen Menschen ist sich gleich. Wüste L. umfängt erst alles, der Geist jedoch brütet schon über Beweglichem und Gebildetem GWB411,128,4 Geistesepochen nach Hermann 2 qualifizierend a Bedeutungs-, Belanglosigkeit, Mangel an Gehalt, Substanz; fast ausschließlich bezogen auf verbale od künstlerische Äußerungen sowie auf jds Verhalten, Gebaren, Gehabe, zum Ausdruck des Unverbindlichen, Oberflächlichen, Aufgesetzten [mBez auf ein Antwortschreiben Dalbergs] er hatte sich .. einen gewissen Styl angewöhnt, wodurch er die L. seiner Antworten verschleierte und jedem etwas Bedeutendes zu sagen schien, indem er ihm etwas Freundliches sagte GWBB42,125,24 Zelter 10.4.27 [Bewertung der lyrischen Poesie; Rubrik: Schaden fürs Subjekt] Belletristische Flachheit und L., Abziehung von soliden Studien oder oberflächliche Behandlung derselben GWB47,312,5 ÜbDilettantism Schema 1799 [G/Schiller] Diese allgemeine Nichtigkeit, Parteisucht fürs äußerst mittelmäßige, diese Augendienerey, diese Katzenbuckelgebärden, diese L. und Lahmheit in der nur wenige gute Producte sich verlieren, hat an einem solchen Wespenneste wie die Fragmente [im 2. Stück von Schlegels ‘Athenäum’] sind einen fürchterlichen Gegner GWBB13,226,17 Schiller 25.7.98 [Wilhelm, mBez auf die Rollen von Rosenkranz u Güldenstern im ‘Hamlet’:] Das, was diese beiden Menschen sind und thun, kann nicht durch Einen vorgestellt werden .. Dieses leise Auftreten, dieses Schmiegen und Biegen .. dieß Schwänzeln, diese Allheit und L., diese rechtliche Schurkerei, diese Unfähigkeit GWB22,165,17 Lj V 5 GWB47,304,14u22u30 ÜbDilettantismus Schema 1799 [G/Schiller] GWBB14,42,13 Knebel 15.3.99 GWB48,245,23 Vorschlag,Künstlern Arb zu verschaffen GWB47,199,4 Samml 8 Charakteristiker GWB22,336,28 Lj VI auch mit charakterlicher Komponente, zum Ausdruck mangelnder Geistes- u Lebenskraft, fehlender Originalität, allgemeiner Charakterschwäche Was ist der Mensch für eine elende Creatur, wenn er alle Eitelkeit abgelegt hat! .. Vorgestern gesellte sich ein junger Mensch zu uns .. Seine schwachen Seiten waren so herausgekehrt, seine L. so deutlich, seine Sorgfalt für’s Äußere so auffallend .. und überall war er besser aufgenommen als wir GWB19,203,1 BrSchweiz I [Serlo über die Darstellung des ‘Halbschelms’ Polonius:] ich werde die gehörige Ruhe und Sicherheit, L. und Bedeutsamkeit, Annehmlichkeit und geschmackloses Wesen .. treuherzige Schalkheit und erlogene Wahrheit .. recht zierlich aufstellen GWB22,174,7 Lj V 6 Alle Dilettanten sind Plagiarii. Sie entnerven und vernichten jedes Originalschöne in der Sprache und im Gedanken, indem sie es nachsprechen, nachäffen und ihre L. damit ausflicken .. GWB47,312,14 ÜbDilettantismus Schema 1799 [G/Schiller] In den Köpfen des Vespino [Kopien nach Leonardos ‘Abendmahl’] .. ist eine gewisse L. fühlbar, die den beabsichtigten Charakter aufschwellend verflößt GWB491,233,19 Bossi,LeonardoAbendmahl GWB1,143 Rechenschaft 84 einmal definitorisch Wir Deutschen mißbrauchen das Wort eitel nur allzu oft: denn eigentlich führt es den Begriff von L. mit sich, und man bezeichnet damit billigerweise nur einen der die Freude an seinem Nichts, die Zufriedenheit mit einer hohlen Existenz nicht verbergen kann GWB28,335,21 DuW 15 b Zustand od Gefühl der inneren Leere, des Erschöpft-, Ausgebranntseins; auch im Vergl Es wird hoff ich werden, noch sitze ich da und sehe vor mich hin, es ist mir so wie eine L. in meinem Ganzen Wesen .. Ich kann nichts zusammenbringen GWBB6,13,2 ChStein [24.7.82] [der Bruder des Marchese zum Beichtvater:] Ich darf reden, denn ich habe [im Kloster] gelitten wie keiner, von der höchsten süßesten Fülle der Schwärmerei bis zu den fürchterlichen Wüsten der Ohnmacht, der L., der Vernichtung und Verzweiflung .. GWB23,267,19 Lj VIII 9 → GWBGedanken- GWB*Geistes- GWBWelt- Syn GWBLeere zu 2a GWBNullität GWBUnbedeutenheitNikolaus Lohse N.L.