leerheit,
f. der zustand des leeren, das leersein. 11)
nach der eigentlichen bedeutung von leer (
no. 1
und 2): kassen seiner finanzaufseher und oberpachter, .. in welchen eine fülle herrschte, die mit der leerheit der königlichen vermuthlich einerlei ursache hatte. Wieland 6, 197 (178);
bildlich: gram springt, wo er fällt, zurück, durch sein gewicht, nicht durch die hohle leerheit.
Shakesp. Richard II 1, 2; grief boundeth where it falls, not with the empty hollowness, but weight. 22)
häufig übertragen auf das menschliche innere, empfindung, fassungskraft und deren ausdruck (
vgl.leer 7): die leerheit des verstandes, der worte, der gelehrsamkeit,
vacuitas intellectus, verborum, doctrinae Stieler 1108; bis erschöpfung der lebensgeister .. die seele aus ihrem süszen taumel wecken, um sie dem gefühl einer unerträglichen leerheit und einer reihe unangenehmer betrachtungen zu überliefern. Wieland 6, 187; muszte der mensch eine leerheit in seinem wesen fühlen, die dem ewigen trieb nach thätigkeit zuwider war. Schiller 702
b; wenn man daher an den schöpfungen des naiven genies zuweilen den geist vermiszt, so wird man bei den geburten des sentimentalischen oft vergebens nach dem gegenstande fragen. beide werden also, wiewohl auf ganz entgegengesetzte weise, in den fehler der leerheit verfallen, denn ein gegenstand ohne geist, und ein geistesspiel ohne gegenstand sind beide ein nichts in dem ästhetischen urtheil. 1210
b; diesz jasagen, streicheln und schmeicheln, diese behendigkeit, diesz schwenzeln, diese allheit und leerheit (
von Rosenkranz und Güldenstern im Hamlet). Göthe 19, 167; ich werde die gehörige ruhe und sicherheit, leerheit und bedeutsamkeit .. recht zierlich aufstellen (
in der rolle des Polonius). 177; sie sah mit lebensatter leerheit zum fenster hinaus. J. Paul
uns. loge 2, 85; das wackre ehpaar sank, aus leerheit oder fülle des herzens, wie ihr wollt, in eine tiefe stille. Wieland 22, 292 (
Oberon 6, 79); fürchten hinter diesen launen, diesem ausstaffirten schmerz, diesen trüben augenbraunen, leerheit oder schlechtes herz. Göthe 1, 158.
plur. leerheiten,
leere worte: das stück (
drama) selbst war beschnitten worden, .. (
ich) fand aber bei genauer vergleichung, dasz man dem verfasser eine menge leerheiten und plattheiten ausgemerzt hatte, deren wegschaffung gewinn war. Seume
spazierg. 1, 11.