lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

Leihen

nhd. bis spez. · 10 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
Anchors
10 in 10 Wb.
Sprachstufen
5 von 16
Verweise rein
56
Verweise raus
36

Eintrag · Adelung (1793–1801)

Leihen

Bd. 2, Sp. 2012
Leihen, verb. irreg. act. Imperf. ich liehe, Mittelw. geliehen Imper. leihe; welches in zwey dem Anscheine nach einander entgegen gesetzten Bedeutungen vorkommt. 1. Des Gebens. 1) * Geben überhaupt, und im engern Verstande schenken; eine im Hochdeutschen veraltete Bedeutung, welche sich nur noch in dem zusammen gesetzten verleihen erhalten hat. Leh ihn lib, daß er ihnen das Leben schenkte, Ottfried. Das Isländ. lia bedeutet gleichfalls schenken, geben. 2) In engerer Bedeutung, den Gebrauch ober Nießbrauch einer Sache auf einige Zeit verstatten; wo es von beweglichen Dingen am häufigsten, von unbeweglichen Dingen aber wohl nur allein gebraucht wird, wenn man einem andern den Gebrauch umsonst und unentgeldlich verstattet. Einem sein Haus, seinen Garten, seinen Acker auf acht Tage leihen. Leihe mir dein Pferd, das Buch. Einem Korn, Holz u. s. f. leihen. Lieber Freund leihe mir drey Brote, Luc. 11, 5. Von dem Gelde kann dieses Zeitwort in allen Fällen gebraucht werden, man mag den Gebrauch desselben umsonst oder gegen eine Vergeltung verstatten. Geld auf Pfänder leihen. Einem Geld ohne Zinsen leihen. Sein Vermögen auf Grundstücke leihen. Wenn du Geld leihest meinem Volke, sollt du keinen Wucher auf ihn treiben, 2 Mos. 22, 25. Wohl dem, der gerne leihet, Ps. 112, 5. Er wird dir leihen, du aber wirst ihm nicht leihen, 5 Mos. 28, 44. Von andern beweglichen und unbeweglichen Dingen, sind, wenn der Nießbrauch vergütet wird, auch die Zeitwörter vermiethen und verpachten üblich. 3) In noch engerer Bedeutung, zu Lehen geben, die Lehen über etwas ertheilen, belehnen; eine nur noch zuweilen bey den Schriftstellern des Lehenrechtes übliche Bedeutung. Das si lihe mir ze lehen, Burckh. von Hohenfels. So man im daz gut lihet, Schwabenspiegel. 2. Des Nehmens, wo es nur in der vorigen zweyten engern Bedeutung vorkommt, als ein Darlehen bekommen, empfangen. Geld von einem leihen. Das Buch ist nicht mein, ich habe es nur geliehen. Ein geliehenes Pferd, ein entlehntes. Das Hauptwort die Leihung ist nur in den Zusammensetzungen üblich. Anm. In der zweyten Bedeutung des Gebens ist dieses Wort vorzüglich im Oberdeutschen und in der anständigen Schreibart der Hochdeutschen für das gemeinere lehnen üblich; in der Bedeutung des Nehmens aber kommt es wohl nur am häufigsten im gemeinen Leben für lehnen oder entlehnen vor. Indessen ist doch dieser Unterschied nur erst in den neuern Zeiten aufgekommen; denn in den vorigen wurden lehnen und leihen, so wie borgen, so wohl von dem Geben, als von dem Nehmen gebraucht. Der Grund scheinet in der Abstammung zu liegen. Denn leihen, bey dem Kero und Ottfried lihen, in härtern Mundarten, lichen, liegen, (wohin auch das Lat. locare gehöret,) stammet allem Ansehen nach von dem Wallis. Lla, Llaw, die Hand, her, wohin auch unser liefern, so wie das Hebr. לוה (lavah) leihen und entlehnen, gehören. In dem leihvan, leihen, des Ulphilas, hat sich das v noch erhalten. Das Geben geschiehet so wohl mit der Hand, als das Nehmen. Vermittelst der Ableitungssylbe -nen, ist aus leihen, lehen, lehenen, lehnen gebildet worden, S. dieses Wort.
3091 Zeichen · 55 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Leihen

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Leihen , verb. irreg. act. Imperf. ich liehe, Mittelw. geliehen Imper. leihe; welches in zwey dem Anscheine nach einande…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    leihen

    Goethe-Wörterbuch

    leihen gut 80 Belege gegenüber etwa 130 für ‘borgen’ a in der älteren Bed: geben, (dar)reichen O Mutter, guten Rath mir …

  3. modern
    Dialekt
    leihenst.

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    leihen st. : ' ver-, entleihen '; hist. bis ins 16. Jh. belegt, sonst nach dem Schd., selten, mda. dafür lehnen , leihe …

  4. Sprichwörter
    Leihen

    Wander (Sprichwörter)

    Leihen 1. Beim Leihen Gott, beim Wiederfordern Henker. Frz. : Au prêter Dieu, au rendre diable. ( Kritzinger, 562 a . ) …

  5. Spezial
    leihen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    lei|hen (lieh, geliehen) vb.tr. 1 impresté (imprësta) 2 (geben, gewähren) dé adimprëst, lascé ca, dé (dá) 3 (verleihen) …

Verweisungsnetz

77 Knoten, 72 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 5 Hub 1 Kompositum 67 Sackgasse 4

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit leihen

17 Bildungen · 1 Erstglied · 12 Zweitglied · 4 Ableitungen

Zerlegung von leihen 2 Komponenten

lei+hen

leihen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

leihen‑ als Erstglied (1 von 1)

Leihener, Erich

DWBQVZ

leihen·er·erich

--- Cronenberger wörterbuch. Marburg 1908 . / Leihener Cronenberger mda. 8 a / Leihener Kronenberger wb. 8 a ( u. ä. ) / ---

leihen als Zweitglied (12 von 12)

abentleihen

DRW

abent·leihen

abentleihen vgl. abentlehnen welcher dem andern syn baar gelt licht zue syner not und das an dem, der im das abentlichen hat, widerum erford…

ableihen

DWB

ableihen , mutuari, von einem leihen, entleihen. s. ablehnen .

anleihen

DWB

anleihen , mutuo accipere: geld anleihen, gegenüber dem darleihen, credere. doch steht es auch für commodare: wenn der anleihende ein vermög…

aufleihen

DWB

auf·leihen

aufleihen , was oben sp. 645 aufleien: wie sie sich schmückt und ziert, gleich also nach der reihe zier und ausschmücke dich, und deine haar…

beleihen

DWB

beleihen , was belehnen: mit wiesen und mit feldern belieh ihn reich das stift. Simrock sagen 234 ; ich achte des stattlichsten ritters dich…

entleihen

DWB

ent·leihen

entleihen , ahd. intlîhan ( Graff 2, 123 ), sowol für mutuum dare, commodare als mutuum sumere, entlehnen: ein pferd, einen wagen entleihen;…

herleihen

DWB

her·leihen

herleihen , verb. : und erbot sie sich, dazu eine weisze decke von taffent, mit güldenen fransen, so sie selber gebraucht hatte, herzuleihen…

hinleihen

DWB

hin·leihen

hinleihen , verb. ausleihen, verleihen: des ward er beschwert das er ein solche summ gelts solt hinleihen. S. Brant bei Steinhöwel 121 ; hie…

vorleihen

DWB

vor·leihen

vorleihen , verb. , ' eigentlich heiszet leihen, oder darleihen, vorleihen und vorstrecken oder vorschieszen mutuo dare ' Noel Chomel öcon. …

wegleihen

DWB

weg·leihen

wegleihen , verleihen: wenn man christen sein wil, so sol man wegleyhen was man vermag, frey on allen auffsatz Luther 10, iii, 227, 9 Weim. …

Ableitungen von leihen (4 von 4)

beleihen

DWB

beleihen , was belehnen: mit wiesen und mit feldern belieh ihn reich das stift. Simrock sagen 234 ; ich achte des stattlichsten ritters dich…

entleihen

DWB

entleihen , ahd. intlîhan ( Graff 2, 123 ), sowol für mutuum dare, commodare als mutuum sumere, entlehnen: ein pferd, einen wagen entleihen;…

geleihen

DWB

geleihen , verstärktes leihen, mhd. gelîhen, im 16. jh.: gott geleihe mir dazu seinen reichen segen. Schweinichen 2, 2 .

verleihen

DWB

verleihen , substant. infin., s. verleihtag .

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „leihen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 14. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/leihen/adelung
MLA
Cotta, Marcel. „leihen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/leihen/adelung. Abgerufen 14. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „leihen". lautwandel.de. Zugegriffen 14. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/leihen/adelung.
BibTeX
@misc{lautwandel_leihen_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„leihen"},
  year         = {2026},
  howpublished = {lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern},
  url          = {https://lautwandel.de/lemma/leihen/adelung},
  urldate      = {2026-05-14},
}