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Leer

ae. bis spez. · 18 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Campe
Anchors
21 in 18 Wb.
Sprachstufen
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Eintrag · Campe (1807–1813)

Leer adj, adv

Bd. 3, Sp. 69a
Leer, — er, — ste, adj. u. adv. nichts in oder auf sich enthaltend. Ein leerer Raum, oder das Leere, im strengsten Sinne, ein Raum, in welchem sich gar kein Körper, also auch weder Luft= noch Lichttheile befinden; gemeinhin aber nur ein Raum, der keine sichtbaren Körper enthält. Ein leeres Gefäß, Faß, Glas  Der Krug ist leer. Teller und Schüsseln leer machen. Ein leerer Beutel, in welchem kein Geld  ist. Ein leeres Nest, aus welchem die Vögel ausgeflogen oder ausgenommen sind. Das Haus stehet leer, unbewohnt. Ein an Menschen leeres Land, eigentlich, in welchem gar keine Menschen leben; dann, in weniger strengem Sinne, in welchem wenig Menschen leben. Die Taschen leer machen, herausnehmen was in denselben ist. Mit leeren Händen kommen, ohne Geld, ohne ein Geschenk. Leer kommen, gehen, d. h. mit leeren Händen. Leer bei etwas ausgehen, nichts bekommen. Ein leerer Magen, welcher Alles was er enthielt verdauet hat und wieder gefüllt zu werden verlangt. Leeres Stroh, dessen Ähren ausgedroschen sind. Х Leeres Stroh dreschen, vergebliche und unnütze Arbeit thun. Ein leerer Wagen, auf welchem nichts befindlich, nichts geladen ist. Die Bäume sind leer, von Früchten. »Die Felder sind nun alle leer.« Weiße. Ein leerer Platz. Ein leeres Papier, ein unbeschriebenes. Eine Stelle leer lassen, um darauf noch etwas hinzusetzen, zu legen, zu schreiben. Uneigentlich gebraucht man leer mit verschiedenen Nebenbegriffen. Ein leerer Kopf, der an Kenntnissen leer ist, wie auch, ein Mensch, der einen solchen Kopf hat, ein unwissender Mensch; ein Leerkopf Leere Worte, die keinen Sinn enthalten. Ein leerer Brief, in welchem nichts von Bedeutung stehet, welcher mehr Worte als Sachen enthält. Ein leerer Schall, der keine Bedeutung hat und auch keinen Eindruck macht. Leere Versprechungen, Drohungen, die keine Wahrheit, und Zuverläßigkeit enthalten, nicht erfüllt werden. Ein leeres Gepränge, nichts sagendes, was ohne Sinn und Zweck ist. Leere Pracht. »Der Stolze würde trostlos sein, wenn die Welt das leere Schattenspiel seines Hochmuthes sähe.« Gellert. Sein Herz ist so leer, wird von keinen theilnehmenden, liebenden oder andern Empfindungen erfüllt. Das Herz war ruhig wie die Wiesenquelle, An Wünschen leer, doch nicht an Freuden arm, Schiller. (R.) d. h. es hatte oder hegte keine Wünsche. Des Truges leer, frei von Trug, ehrlich, zuverläßig. Mein Trauter war so lieb und hold Und aller Falschheit leer, Bürger. (R.) »Leere Stunden, die uns unser Stand und Beruf frei läßt«, von Geschäften freie, müßige Stunden. Gellert. Auf eine ungewöhnliche Weise nennt man zuweilen kraftlose oder solche Speisen, welche wenig oder keine Nahrung geben, leere Speisen. Nicht nur ungewöhnlich, sondern auch verwerflich ist die Bedeutung, nach welcher ein Mondenmonat von 29 Tagen ein leerer Monat genannt wird. Häufig wird leer auch gebraucht wo Ledig stehen sollte, wenn z. B. ein Amt, eine Stelle  leer genannt wird, die unbesetzt oder ledig ist. S. Ledig.
2970 Zeichen · 54 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 8.–11. Jh.
    Altenglisch
    leerSb.?

    Köbler Ae. Wörterbuch

    leer , Sb.? nhd. Riegel? E.: ? L.: Hh 197

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    leerN.

    Köbler Mnd. Wörterbuch

    leer , N. Vw.: s. ledder (1)

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Leer

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Leer , -er, -ste, adj. et adv. unausgefüllt, unbesetzt. 1. Eigentlich. 1) Im eigentlichsten Verstande vielleicht, von ho…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    leer

    Goethe-Wörterbuch

    leer vereinzelt ‘allzuleer’, iVbdg mit Verben (nur PartPrät) auch übergehend zum Kompositum: ‘leergeworden’ A(Vogel 63) …

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Leer

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +2 Parallelbelege

    Leer , hannovr. Stadt an der Leda mit Flußhafen, Schiffswerfte, lebhaftem Handel, 7000 E. — L. ort, an der Mündung der L…

  6. modern
    Dialekt
    leeradj. u. adv.

    Lothringisches Wb. · +4 Parallelbelege

    leer [lêr u. lêriχ Fo. u. s.] adj. u. adv. wie hd. leer: ’s Glas isch l. Leeres Dings dummes Zeug Ri. Hom. Rom. Rda. : u…

  7. Sprichwörter
    Leer

    Wander (Sprichwörter)

    Leer 1. Bist du leer im Beutel, so ist alles eitel. 2. Es ist alles leer vnd eitel ohn ein gut gewissen. – Henisch, 868,…

  8. Spezial
    leeradj

    Dt.-Russ. phil. Termini · +2 Parallelbelege

    leer , adj пустой , п

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit leer

56 Bildungen · 47 Erstglied · 4 Zweitglied · 5 Ableitungen

leer‑ als Erstglied (30 von 47)

leerbäuchig

PfWB

leer·baeuchig

 leer-bäuchig Adj. : ' hungrig, gierig '; vgl. leer 2 a β , leerleibig . Sie sin jo so leerbaichich, daß wann se immer in Hungersnot wäre […

leerbaum

DWB

leer·baum

leerbaum , m. lerchenbaum, pinus larix. s. leertanne .

leerbecher

DWB

leer·becher

leerbecher , m. ein hölzernes schöpfgefäsz der papiermüller, mit welchem die zerstoszenen lumpen aus dem löcherbaum ausgeschöpft werden. Jac…

Leerdam

Meyers

leer·dam

Leerdam , Stadt in der niederländ. Provinz Südholland, Bezirk Gorinchem, an der Linge und an der Linie Elst-Dordrecht der Holländischen Eise…

leerdarm

DWB

leer·darm

leerdarm , m. jejunum, der zweite darm unter den dünnen därmen. Nemnich 3, 217 .

leeren

DWB

lee·ren

leeren , verb. leer machen. 1 1) etwas leeren, ein gefäsz: Wolvesguome und Wolvesdarm unde Wolvesdrüʒʒel lârten manege schüʒʒel und manegen …

leerescheu

DWB

leere·scheu

leerescheu , f. übersetzung von horror vacui, bei J. Paul grönland. proc. 1, 4 .

leeressen

PfWB

leer·essen

leer-essen st. : wie schd., leeʳesse [verbr.]. Eß deiⁿ Deller leeʳ! [KL-Fischb, verbr.]. Volksgl.: Wann alle Häwwe leeʳgesse sin, gibt's sch…

Lēerfáß

Adelung

leer·fass

Das Lēerfáß , des -sses, plur. die -fässer, bey den Papiermachern, ein Eimer mit einem Handgriffe, die gestampften Lumpen damit aus dem Löch…

leerfasz

DWB

leerfasz , n. bei den papiermachern ein fasz in form einer ovalen wanne: die gröblich zerstampften lumpen, oder der halbzeug, wird mit dem l…

Leergang

Meyers

leer·gang

Leergang ( Leerlauf ), das Bewegungsstadium eines Motors, in dem er lediglich die Reibung seines eignen Mechanismus überwindet und keine nut…

leergerüst

DWB

leer·geruest

leergerüst , n. beim gewölbebau, das holzgerüst, das unter einen zu schlagenden bogen gelegt wird: der bau ( der brücke ) hatte bei einheimi…

Leergespärre

Meyers

leer·gespaerre

Leergespärre , im Dachstuhl diejenigen Gespärre, die zwischen den Bindern liegen und nur die Dachdeckung zu tragen haben (s. Dachstuhl ).

leerhäusler

DWB

leer·haeusler

leerhäusler , m. in Baiern ein ländlicher eigenthümer der nur ein leerhäuslein, ein häuschen mit, auszer etwa einem garten, keinen oder weni…

leerhaspeln

PfWB

leer·haspeln

leer-haspeln schw. : 'das gesamte Garn von der Spule auf die Haspel drehen'; vgl. haspeln 1, leermachen . Volksgl.: Zwische Krischdag un Nei…

leerheit

DWB

leer·heit

leerheit , f. der zustand des leeren, das leersein. 1 1) nach der eigentlichen bedeutung von leer ( no. 1 und 2): kassen seiner finanzaufseh…

Leerköpfig

Campe

leer·koepfig

○ Х Leerköpfig , adj . u. adv . einen leeren Kopf habend. unwissend. »Auch Denker sind oft leerköpfig .« Lavater. Davon die Leerköpfigkeit .

leerkopf

DWB

leer·kopf

leerkopf , m. kopf ohne gedanken, und inhaber eines solchen: der dummkopf und der leerkopf. Herder z. phil. 10 (1809) 154 .

Leerkuh

PfWB

leer·kuh

Leer-kuh f. : 'Kuh, die nicht trägt', Leeʳkuh [ BZ-V'weidth ]; vgl. leer 2 b. —

leerlauf

DWB

leer·lauf

leerlauf , m. bei den müllern eine vorrichtung zum leerlaufen des mühlgerinnes, kanal der das wasser von den mühlrädern weg zu leiten erlaub…

Leerlaufarbeit

Meyers

leerlauf·arbeit

Leerlaufarbeit , die Arbeit, welche die elektrischen und Reibungswiderstände einer dynamoelektrischen Maschine verbrauchen, indem sie sie in…

leerlaufen

PfWB

leer·laufen

leer-laufen st. : 1. = ablaufen 1 a. 's Fäßche is leeʳgelaafe [ NW-Dürkh ]; vgl. Leerlauf 1. — 2. 'in Betrieb sein, ohne Arbeit zu leisten'.…

leerleibig

PfWB

leer·leibig

leer-leibig Adj. : ' hungrig '. Ich bin so leeʳleiwich [ RO-Steinb ]; vgl. leerbäuchig .

leer als Zweitglied (4 von 4)

gedankenleer

DWB

gedanken·leer

gedankenleer , leer an oder von gedanken ( Adelung ): gedankenleere prose in ungereimten zeilen. Kästner 1, 124 ( Lessing 3, 237), von anakr…

menschenleer

DWB

menschen·leer

menschenleer , adj. leer an menschen, von menschen entblöszt: sie ritten den tag menschenleere und öde höhen entlang. Freytag ahnen 3, 285 ;…

schleer

DWB

sch·leer

schleer , f. der mund ( nur mundartlich ): er hängt d' schleer runter, il fait la mine ( Augsburg ). Klein provinzialwb. 2, 119 ; Schmid 467…

thränenleer

DWB

thraenen·leer

thränenleer , adj. leer von thränen, vgl. thränenfrei , -los: ( ich soll ) mit thränenleerem auge hinauf zur sonne starren, die mein sohn ni…

Ableitungen von leer (5 von 5)

entleeren

DWB

entleeren , vacuare. mhd. und nl. ohne beispiel. die richtige schreibung entlären begegnet noch im 16 jh., Frisius und Maaler haben dafür au…

entleerung

DWB

entleerung , f. leibesentleerung, blutentleerung.

erleeren

DWB

erleeren , evacuare, ausleeren, leer machen, mhd. erlæren: erlæret was dër palas, dër ê sô vol dër tôten was. klage Holzm. 2429 . nhd. soll …

leere

DWB

leere , f. vacuitas, inanitas, ein altes, von den wörterbüchern des 16. und 17. jh. übereinstimmend aufgeführtes wort ( inanitas, läre, eite…

urleer

DWB

urleer , adj. , substantiviert das urleere ( chaos ) Herder 22, 251 S.; Fr. L. Jahn 1, 360 E. —

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „leer". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 10. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/leer/campe?formid=L01628
MLA
Cotta, Marcel. „leer". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/leer/campe?formid=L01628. Abgerufen 10. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „leer". lautwandel.de. Zugegriffen 10. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/leer/campe?formid=L01628.
BibTeX
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