Eintrag · Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)
krampf
(13. Jh., obd.):
‚Krampf; spasmus, subita(mhd. kramme sw.m.;
nervorum contractio‘
vgl. mhd. kram st.m., nhd. mdartl. schwäb.,
bair., rhein., pfälz., südhess. kramm [Fischer,
Schwäb. Wb. 4, 676; Schmeller, Bayer. Wb.2
1, 1368; Müller, Rhein. Wb. 4, 1358; Christ-
mann, Pfälz. Wb. 4, 537; Maurer-Mulch,
Südhess. Wb. 3, 1742 f.]; vgl. auch bad.
kremmen n.
‚heftige, krampfartige Bauch-[Ochs, Bad. Wb. 3, 272]). Das
schmerzen‘
Wort ist wohl ein Verbalabstraktum zum
st.v. III krimman. S. krimman1. – krampfAWB?
adj., Gl. 1,436,53 (3. Viertel des 11. Jh.s,
bair.). 54 (in 2 Hss., 10. Jh. und 2. Hälfte des
10. Jh.s, beide bair.):
‚gebogen, gekrümmt;. Hierher gehörig sind wohl auch
repandus‘
Gl. 1,437,1 (13. Jh.) charmstes und 1/2
(14. Jh., obd.) chazinstes, denn Verschrei-
bungen von 〈s〉 für 〈f〉 sind gerade in
jüngeren Hss. des Öfteren anzutreffen (z.B.
〈chipsa〉, 〈kipsa〉 für kipfa [s. d.] im SH,
〈gigleist〉 für gigleift
‚schräg‘[s. gleifen])
und t könnte aus einer Vorlage 〈krampstes〉
mit übergeschriebenem t für teutonice
‚aufbeim Abschreiben
germanisch (deutsch)‘
fälschlicherweise in das Wort geraten sein (s.
gellof*, glifent [s. v. glîan] mit f für francisce
‚auf fränkisch [deutsch]‘). Bei der Annahme
eines sprachwirklichen t müsste die Form
jedoch als Part.Prät. vom sw.v. mhd. kremp-
fen (s. widarkrempfen) interpretiert werden
(vgl. Krüer 1914: 141 und Anm. 3. 163
Anm. 2:
„anscheinend aus einer Form von, sich anschließend Ahd. Wb. 5,
krempfen“
396; der Verweis im Ahd. Wb. 2, 5: charms-
tes Gl.1,437,1 s. krampht st.m.[?] ist zu
streichen). Wegen des obligatorischen Prä-
fixes gi- beim Part.Prät. ist die Bestimmung
als Verbalform aber fraglich. Verbaladj. S.
krimpfan. – krampfAWB m. a-St., Gl. 3,327,64
(14. Jh.); 4,166,25 (12. Jh.) und Gl. in Trier
1124/2058 (wohl 14. Jh.; vgl. St. Stricker, in
S749widarkrampf – kranaboum 750
Schützeichel 1991: 344):
‚Krampf, Haken;
aduncus, cyroga [= chiragra], spasmus‘
(mhd. krampf, md. auch kramp, nhd.
Krampf; mndd. kramp). Vgl. Höfler 1899:
304–308; Heyne 1899–1908: 3, 126 f.; Rie-
cke 2004: 2, 372. Zur Bildung vgl. Wil-
manns [1906–30] 1967: 2, § 300, 4. S.
krampfo. – Ahd. Wb. 5, 376 f.; Splett, Ahd.
Wb. 1, 485. 486; Köbler, Wb. d. ahd. Spr.
677 f.; Schützeichel7 182; Starck-Wells 344.
851; Schützeichel, Glossenwortschatz 5,
318.