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Handel

mhd. bis spez. · 26 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Handel

Bd. 8, Sp. 717
Handel (lat. Commercium, franz. Commerce. engl. Commerce, Trade), im weitern Sinne jeder zur Erzielung eines Gewinnes vorgenommene Austausch von Gütern, im engern Sinne der auf Arbeitsteilung und eigner Berufsbildung beruhende gewerbsmäßige Ein- und Verkauf von Gütern, die als Gegenstände des Handels Waren genannt werden. Die Tätigkeit des Handels umfaßt auch Umpackungen, Zerteilungen, Mischungen, nicht aber sonstige wesentliche Umgestaltungen der Waren. Man unterscheidet Warenhandel, Immobilienhandel (H. mit Grundstücken, Häusern, der jedoch nicht zu den Handelsgeschäften im Sinne des Handelsgesetzbuches gehört), Effektenhandel (H. mit Wertpapieren), Geldhandel (H. mit fremden Münzsorten, Geldwechsel). Als Produktenhandel bezeichnet man den H. mit Erzeugnissen der europäischen Landwirtschaft im Gegensatz zum H. mit Kolonialwaren. Nur auf niederer Stufe der Volkswirtschaft treten diejenigen, welche Güter begehren, und diejenigen, die solche anbieten, einander unmittelbar gegenüber (Tausch-, Baratthandel); mit weiterer Entwickelung des Verkehrs dagegen bildet sich ein eigner Stand, der des Kaufmanns (s. d.), aus, der geschäftsmäßig Waren kauft, um sie wieder zu verkaufen (Kaufmannshandel). Die volkswirtschaftliche Aufgabe des Handels ist es, die Waren örtlich und zeitlich zu verteilen und auf diese Weise Überfluß und Mangel zu begleichen. Er sucht die Ware da auf, wo sie in relativem Überfluß vorhanden, also billig ist, und verbringt sie dahin, wo einem dringendern Begehr ein verhältnismäßig kleiner Vorrat gegenübersteht, sie demnach höher bezahlt wird. Folge hiervon ist größere örtliche Ausgleichung der Preise. Hand in Hand hiermit geht die zeitliche Verteilung der Waren (An- und Verkauf zu verschiedenen Zeiten, z. B. von Kohlen, landwirtschaftlichen Erzeugnissen etc.), die zeitliche Preisausgleichung (z. B. bei verschiedenem Ernteausfall) und regelmäßige Versorgung des Marktes. Zunächst nur materiellen Interessen nachgehend, ist doch der H., indem er Verbindungen der Völker anknüpft und erhält, auch ein Vorkämpfer der Kultur. Als Bedarfshandel genügt der H. vorhandenen Bedürfnissen, als Spekulationshandel faßt er die wahrscheinliche zukünftige Gestaltung des Marktes ins Auge (z. B. nach Maßgabe der Berichte über den wahrscheinlichen Ernteausfall etc.), oder er sucht auch durch Schaustellung, Reklame etc. neue Bedürfnisse zu wecken. Die spekulative Tätigkeit des Handels ist an und für sich ein Erfordernis aller vorsorglichen Wirtschaft; freilich kann eine ungezügelte, in ihren Mitteln nicht wählerische oder gar törichte Spekulation in gegebenen Fällen auch im Widerspruch mit den Interessen der Gesamtheit stehen. Bei einigermaßen entwickelter Kultur scheidet sich der auswärtige H. oder Außenhandel vom innern oder Binnenhandel; letzterer, der sich innerhalb der Landesgrenzen bewegt, wird auch bisweilen als Landhandel bezeichnet im Gegensatz zum Seehandel, d. h. dem über See, insbes. nach entlegenen Ländern betriebenen H. Beim Seehandel war früher der Kaufmann (Verfrachter) auch Eigentümer des Schiffes; heute besteht ein eigner Stand der Reeder (s. d.). Beim Karawanenhandel, einem echten Landhandel, besorgt auch jetzt noch der Kaufmann selbst den Transport (s. Karawane). Der auswärtige H. zerfällt zunächst in den Einfuhr- und den Ausfuhrhandel. Werden die eingeführten Waren wieder ausgeführt, so spricht man, wenn hierbei nur die Verkehrsanstalten des Landes benutzt werden, von Durchfuhr- (Transito-) H.; werden dagegen an den eingeführten Waren Veränderungen und solche spekulative Operationen vorgenommen, welche die Absatzfähigkeit und Wiederausfuhr vorbereiten (Lagern, Sortieren, Teilen, Mischen, Emballieren etc.), so wird dieser Handelsbetrieb Zwischenhandel (früher Ökonomiehandel) genannt (sogen. indirekte Einfuhr für das konsumierende Land). Über die Unterscheidungen zwischen Aktiv- und Passivhandel s. Aktivhandel; über General- und Spezialhandel vgl. Handelsstatistik. Nach dem Umfang unterscheidet man Groß- (Engros-, Grosso-) und Kleinhandel oder Detailhandel, ohne daß sich eine scharfe Grenze zwischen beiden ziehen ließe; gewöhnlich verkauft der Großhändler an Kaufleute, der Kleinhändler unmittelbar an die Konsumenten. Auch der Kleinhandel kann in großen Betrieben mit viel Kapital etc. betrieben werden, so in den großen Versandgeschäften, den Pariser und Berliner Großmagazinen und den englischen Großhandelsgenossenschaften. Echter Kleinhandel mit Kleinbetrieb ist der Krämer- oder Kramhandel, der wenig Warenarten des täglichen Gebrauchs feilhält, der Trödelhandel (H. mit gebrauchten Sachen), der Hökerhandel (H. insbes. mit Lebensmitteln von offenem Stand aus), dann der Hausierhandel (s. d.). Letzterer ist eine besondere Form des Wanderhandels (s. d.), der den Gegensatz zum seßhaften H., d. h. dem von festen Sitzen aus betriebenen H., bildet. Nach der rechtlichen Stellung der handeltreibenden Personen unterscheidet man den Eigen- oder Proprehandel, bei dem der Händler das Eigentum der Waren für eigne Rechnung erwirbt, von dem Kommissionshandel (s. d.), bei dem für fremde Rechnung Ein- und Verkauf besorgt wird; hierher gehört auch die Konsignation (s. d.). Eine Unterart des Kommissionshandels ist der Speditionshandel, der für fremde Rechnungen Güterversendungen besorgt (vgl. Spedition). Über die Stellung des Staates zum H. s. Handelspolitik. Die nötige Literatur über Handelskunde s. bei Handelswissenschaften (S. 748). Der numerische Anteil der Bevölkerung am Handelsbetrieb sowie die Zahl und der Umfang der Handelsbetriebe ist der Berufs-, bez. der Gewerbestatistik zu entnehmen. Internationale Vergleiche sind hier allerdings so gut wie ausgeschlossen, da die Erhebungen von ganz verschiedenen Grundsätzen ausgehen. Im Deutschen Reiche gab es nach der Betriebszählung vom 14. Juni 1895 in der Gruppe der Handelsgewerbe 777,495 Betriebe, von denen 635,209 Haupt-, 142,286 Nebenbetriebe waren. Gegen 1882 ergibt dies eine Zunahme um 160,659 Betriebe = 26 Proz., und zwar zählte man 1895 um 182,484 Hauptbetriebe mehr, dagegen um 21,825 Nebenbetriebe weniger. Im einzelnen ergibt die deutsche Statistik folgende Zahlen: 300@@break Von den Hauptbetrieben waren 55,2 Proz. Allein- und 44,8 Gehilfenbetriebe; 990 Betriebe befanden sich im Besitz von Aktiengesellschaften. Von je 100 Betrieben kamen auf die Klasse mit 300@@break In Österreich ergab die nach dem Stande vom 1. Juni 1897 durch die Handels- und Gewerbekammern vorgenommene Gewerbezählung folgende Zahlen: 350@@break Schon in vorgeschichtlicher Zeit haben die Bewohner verschiedener Länder miteinander Handelsbeziehungen unterhalten, wobei das zur Herstellung der Steingeräte dienende Material sowie gewisse Schmuckgegenstände (Muscheln, Bergkristall, Korallen etc., wahrscheinlich auch zur Körperbemalung dienende Farberden) die Handels-, bez. Tauschobjekte bildeten. Die in den Pfahlbauten der Schweiz aufgefundene rote Koralle des Mittelmeers und die daselbst nachgewiesenen Reste der Silene cretica (eines heutzutage in der Schweiz nicht vorkommenden südeuropäischen Unkrautes) deuten auf einen zwischen der Schweiz und Südeuropa bestehenden uralten Handelsverkehr. Vorgeschichtliche Handelsbeziehungen zwischen Europa und den Gebieten des Orients bezeugt die in einem vorgeschichtlichen Grabe bei Rügenwalde (Pommern) gefundene Kaurimuschel des Indischen Ozeans. Auch die zur Herstellung der neolithischen Geräte dienenden Materialien, wie Obsidian, Nephrit und Jadeit, überlieferte der H. Ein wichtiges Zentrum für den vorgeschichtlichen H. bildeten jene Werkstätten von Feuersteingeräten, wie sie z. B. auf der Insel Rügen in beträchtlicher Zahl existiert haben. Später führte der H. die Erzeugnisse der Metall-, insbes. der Bronzeindustrie, von den asiatischen Kulturzentren den europäischen Mittelmeerländern und später von letztern aus dem hohen Norden Europas zu. Vielleicht gelangte die Bronze außerdem noch auf einer zweiten, nördlich vom Schwarzen Meer nach Westen führenden Handelsstraße von Asien nach Mittel- und Nordeuropa. Bei dem zwischen den Euphratländern, Kleinasien, Syrien und Ägypten in vor- und frühgeschichtlicher Zeit unterhaltenen H. haben wahrscheinlich die Hettiter (s. d.) eine wichtige Rolle gespielt; der zwischen Westasien und Ägypten einerseits und den europäischen Mittelmeerländern anderseits betriebene H. befand sich Jahrhunderte hindurch in den Händen der Phöniker. Während die in Cornwallis (England) geschürften Zinnerze, bez. das aus denselben gewonnene Metall, ursprünglich wohl auf dem Landweg von der vorgeschichtlichen Bevölkerung Galliens nach den Mündungen des Rhodanus (Rhone) und des Eridanus (Po) transportiert und dort von phönikischen Händlern in Empfang genommen wurden, gelang es den Phönikern später, vom Mittelmeer aus die Zinninseln (Britischen Inseln) auf dem Seeweg zu erreichen und somit den Zinnhandel in neue Bahnen zu lenken. Erst infolge des Verfalles Phönikiens und der phönikischen Kolonien ging dieser H. allmählich in die Hände der Griechen, zunächst jener phokäischen Griechen, die an der Rhonemündung Massilia (Marseille) gegründet hatten, über. Daß die Ausbeutung von Salzlagern schon in vorgeschichtlicher Zeit die Grundlage eines gewinnbringenden Handels gebildet hat, beweist die Blüte und der Reichtum der vorgeschichtlichen Niederlassung von Hallstatt (Oberösterreich). Eine wichtige Rolle hat im vor- und frühgeschichtlichen H. auch der Bernstein gespielt, der von den auf dem Landweg bis an die Ostseeküste vordringenden griechischen und römischen Händlern gegen die Erzeugnisse der südeuropäischen Metallindustrie eingetauscht wurde. Von den um 600 v. Chr. von kleinasiatischen Griechen an den Nordufern des Schwarzen Meeres gegründeten Kolonien ist nachweislich ein lebhafter Verkehr mit dem Norden unterhalten worden. Die nach den baltischen Küsten und speziell zum bernsteinreichen Samland führende vorgeschichtliche Handelsstraße ging von Griechenland oder Italien her durch das spätere Noricum (Steiermark) und Carnuntum (Kärnten) nach der Oder und durch das Odertal bis zur Ostsee. Auch beweisen gewisse Münzfunde, daß im ersten nachchristlichen Jahrtausend zwischen den südlich und östlich vom Kaspischen Meere gelegenen Gebieten und den baltischen Ländern ein ausgedehnter Handelsverkehr bestanden hat. Ägypten trieb schon im grauesten Altertum einen ausgedehnten H. mit den Wanderstämmen Libyens, Arabiens und mit den Küstenländern Syriens. Als am Euphrat und Tigris das babylonisch-assyrische Staatswesen entstand, knüpfte es bald mit Indien, mit der Arabischen Wüste, Kleinasien etc. unter Anlegung von Karawanenstraßen Handelsbeziehungen an. Gleichzeitig ergoß sich von dem mit Naturschätzen reich gesegneten Indien der Handelsstrom durch Baktrien, die Wasserstraßen des Oxus und Jaxartes benutzend, die damals in das Kaspische Meer mündeten, sowie nach dem goldgesegneten Strich an der Ostküste Afrikas, dem spätern Sofala. Einen wirtschaftlichen Zusammenhang Asiens mit Südeuropa stellten seit dem 12. Jahrh. v. Chr. die Phöniker her, deren Handelsmacht in Tyros im 10.–8. Jahrh. v. Chr. zur höchsten Entfaltung gelangte (s. oben). Das Zurückdrängen der Phöniker erfolgte durch die griechischen Kolonien im Ägäischen Meer, seit dem 6. Jahrh. v. Chr. durch Karthago, die mächtigste phönikische Kolonie, und endlich durch die mazedonische Herrschaft. Auch die Karthager besuchten die nördlichen Küsten von Spanien und Frankreich, England und das Baltische Meer, dann die Westküste von Afrika und betrieben einen Karawanenhandel in das Innere dieses Kontinents. Das Anwachsen der Handelsmacht der Griechen geht mit deren politischer Geschichte gleichen Schritt; sie zeichnen sich besonders durch ihr Geschick in der Gründung von Niederlassungen und Kolonien aus; Milet, Korinth, Ägina, Rhodos werden wichtige Mittelpunkte des Verkehrs. Die Kolonisierung Unteritaliens und Siziliens sowie die spätern Ansiedelungen in Gallien (Massilia), Sardinien, Korsika, Nordafrika und Spanien sind ein Ausfluß ihrer Handelstätigkeit. Später gelangte durch die politische Macht Mazedoniens Alexandria zur Blüte, das seine Stellung bis zur arabischen Herrschaft behauptete. Die Römer waren ein eroberndes, aber kein eigentliches Handelsvolk. Bei der Teilung des römischen Reiches (337 n. Chr.) wurden die Kulturelemente nach Konstantinopel verlegt, das als Verbindungsglied der morgenländischen und abendländischen Welt einen bedeutenden H. mit Indien, Ägypten (über Alexandria) sowie nach dem Westen und Norden betrieb. Schon im 7. Jahrh. tritt der Einfluß der Araber hervor, deren Landhandel sich auf einen großen Teil von Vorderasien bis Indien, die pontischen Gebiete, das nördliche Afrika, das südwestliche Europa erstreckte, und deren Seehandel das Mittelmeer, die Hafenplätze vom Arabischen Meer bis zu den afrikanischen Küsten und vom Persischen Meerbusen bis nach Indien und China beherrschte. Nachdem Mitteleuropa wieder in der Kultur erstarkt war und die Kreuzzüge es mit dem Luxus des Orients bekannt gemacht hatten, eröffneten die Städte am Mittelmeer, zuerst Amalfi, dessen Schiffer sich bei ihren Fahrten zuerst des Kompasses bedienten, und seit dem 12. Jahrh. Genua, Pisa und Venedig einen lebhaften H. mit der Levante und dem Abendland. Die Handelstätigkeit dieser Städte hob sich besonders dadurch, daß sie durch ihre Flotten die Expeditionen der Kreuzzüge besorgten. Zahlreiche kommerzielle Einrichtungen, die Anlage von Lagerhäusern (fondachi), die Entstehung des Bankwesens, des Wechselverkehrs etc., stammen aus der Blütezeit des italienischen Handels (13.–15. Jahrh.), wie denn auch heute noch viele im H. übliche Benennungen an die ehemalige herrschende Stellung der Italiener erinnern. Nach dem siegreichen Vordringen der Osmanen und der Entdeckung des Seewegs nach Indien tritt mehr der Norden Europas in den Vordergrund, insbes. die flandrischen Städte und der 1241 gegründete norddeutsche Bund der Hansa (s. d.), der bald alle Städte der Küste, von Riga bis nach Ostende, und landeinwärts bis nach Köln, Erfurt, Krakau umschloß, Hauptstapelplätze in Bergen, Nishnij Nowgorod, London und Brügge besaß und den ganzen nordischen H. beherrschte. Infolge der Entdeckung der Neuen Welt, der Veränderung des Seewegs nach Indien, namentlich aber infolge der Zwistigkeiten und Eifersucht der Städte untereinander und der Streitigkeiten im Innern der Weichbilde zerfiel seit dem Ende des 15. Jahrh. dieser Städtebund. Viele Städte sagten sich von ihm los; England, Dänemark, Rußland kündigten der Hansa das Privilegium. 1669 ward die letzte Tagsatzung von Bremen, Lübeck, Hamburg, Braunschweig, Danzig und Köln gehalten. Mit den Entdeckungsreisen zu Ende des 15. und Anfang des 16. Jahrh., durch welche die großen Ozeane dem Welthandel zugänglich wurden, beginnt eine völlige Umwälzung des Welthandels. Die Handelsmacht geht von den italienischen Republiken auf die Portugiesen und Spanier, von der Hansa auf die Niederländer und Engländer über, und Frankreich tritt in die Reihe der Handelsstaaten ein. Den Anstoß zu diesen Veränderungen gaben die Entdeckungen der Portugiesen und der Spanier. Schon im Beginn des 16. Jahrh. nutzen die Portugiesen die Vorteile des neuen Seewegs nach Ostindien aus und machen sich für einige Zeit zu Herren des indischen und des afrikanischen Handels. Lissabon wurde nun das, was Venedig gewesen war, und nachdem Venedig gesunken, verloren auch die Vermittler seines Verkehrs mit dem Norden, die deutschen großen Binnenmärkte (Nürnberg, Augsburg, Basel, Straßburg, Ulm, Regensburg, Erfurt), im Welthandel ihre Bedeutung. Spanien war durch die wichtigen überseeischen Erwerbungen in der zweiten Hälfte des 17. Jahrh. auf den Höhepunkt seiner Entwickelung gelangt; in der Zeit, in der es Portugal erobert hatte (1580), erreichte sein überseeischer Besitz den größten Umfang, und es schien berufen, die erste Handelsmacht der Welt zu werden. Doch ließen die großen Fehler der innern und äußern Politik Spanien dies Ziel nicht erreichen, an seine Stelle traten bald Holland und England. Die Niederlande, deren Bewohner (besonders in Flandern, Brabant, Limburg) frühzeitig im Gewerbe- und Handelsbetrieb hervorragten, wurden als spanische Provinz der Sitz eines lebhaften europäisch-amerikanischen Verkehrs. Nach der Loslösung von Spanien waren sie vom transatlantischen Verkehr und auch von den ostindischen Märkten ausgeschlossen; sie rüsteten deshalb mehrere Expeditionen nach Ostindien aus, die zur Gründung der Holländisch-Ostindischen Kompanie (1602) Anlaß gaben. Java, die Molukken und Ceylon kamen in ihren Besitz; sie eroberten das Kap, gründeten Stationen auf dem festen Land und erwarben selbst in China und Japan vorteilhafte Handelsprivilegien. Gleichzeitig eroberten sie mehrere portugiesische Niederlassungen in Brasilien, Surinam, kolonisierten Guayana, errichteten Schmuggelstationen auf den westindischen Inseln Curassao und St. Eustach und gründeten Niederlassungen in Nordamerika, New York etc. Die Niederländisch-Westindische Gesellschaft (1621) erreichte es bald, daß der europäische H. mit den spanisch-portugiesischen Kolonien Amerikas großenteils in ihre Hände kam. Doch verloren die Niederländer durch unglückliche Kriege ihren Vorrang an das aufstrebende England. Die Grundlagen des britischen Welthandels wurden schon unter der Königin Elisabeth gelegt. Nachdem die englische Flotte Spaniens Seemacht vernichtet und die französische gedemütigt hatte, wußte sie auch bald Holland zu überflügeln. Schon 1600 errichteten die Engländer ihre Ostindische Handelskompanie, 50 Jahre später demütigten sie Holland völlig, und seitdem blieben sie Sieger in jedem Seekrieg, und ihr Handelsgebiet wurde durch jeden Frieden erweitert. Die Navigationsakte Cromwells (1651), die der Ostindischen Kompanie erteilten Privilegien und der Besitz einer großen Handelsmarine, die durch eine mächtige Kriegsflotte beschützt wurde, führten im Laufe des 17. und 18. Jahrh. zur Entstehung des britischen Kolonialreichs in Asien, Amerika und Afrika. Schifffahrtslinien wurden auf allen Weltmeeren eingerichtet, der Zwischenhandel amerikanischer und ostindischer Produkte mit den kontinental-europäischen Staaten usurpiert. Die Gründung des britisch-ostindischen Reiches und das damit zusammenhängende natürliche Monopol des Handels mit den Tropenerzeugnissen Asiens, der Erwerb vieler westindischer Inseln und der H. mit den wertvollen Kolonialwaren dieser letztern, die ausgedehnten Niederlassungen und Gebietserwerbungen in Nordamerika und der dadurch zuerst eingeleitete direkte Bezug von Tabak, Baumwolle etc. wirkten mit der natürlichen Gunst der Lage und des Bodenreichtums zusammen. Zwei Jahrhunderte genügten, um aus dem kleinen England ein gewaltiges Weltreich zu machen. Die zu Ende des 18. Jahrhunderts eingeleiteten politischen und sozialen Umwälzungen im Zusammenhang mit den Erfindungen und Fortschritten in Produktion und Verkehr verleihen dem H. des 19. Jahrhunderts ein neues Gepräge. Er wird zum allgemeinen Welthandel, er zieht alle Völker in seine Kreise hinein, und durch die Losreißung der englischen Kolonien in Nordamerika ward zunächst ein wichtiger Wendepunkt herbeigeführt. Die europäische Einwanderung auf dem neuen Kontinent nahm immer mehr zu, und die Einwanderer wurden nun die stärksten Verbraucher europäischer Fabrikate, während eigne Rohprodukte einen immer größern Markt in Europa fanden. Unter dem Einfluß von Dampfkraft und Großindustrie begannen H. und Verkehr mächtig anzuschwellen; die internationale Arbeitsteilung machte riesige Fortschritte; Maschinen, Eisenbahn und Dampfschiff ermöglichten es nunmehr, die Rohstoffe auch in andern als den Erzeugungsländern mit Vorteil zu verarbeiten. Dazu kam der steigende Verbrauch der ebenfalls billiger gewordenen Genuß- und Reizmittel, die aus den Kolonialländern in großen Mengen herbeigeschafft werden konnten. Die Möglichkeit der Kapitalvereinigung, die Entstehung selbständiger Handelshilfsgewerbe, der Spediteure, Agenten, Bankiers etc., die Ausschaltung mancher Zwischenpersonen und die Zunahme des direkten Verkehrs zwischen Produzenten oder Großhändler und Verbrauchern haben wesentliche Änderungen in der Organisation des Handels, namentlich des Großhandels, hervorgerufen. Das Geld- und Kreditwesen ward von Grund aus umgestaltet, in den Anschauungen über die Aufgaben der Handelspolitik trat ein großer Umschwung ein, und an Stelle des merkantilistischen strengen Prohibitivsystems trat eine freiere Handelspolitik. Dabei hat auch der Binnenhandel einen andern Charakter angenommen. Derjenige des Mittelalters und des Nachmittelalters bis zum 19. Jahrh. hatte mit vielen Schwierigkeiten zu kämpfen. Es fehlte nicht allein an guten Verkehrswegen und -Mitteln, so daß der H. gezwungen war, tunlichst die Nähe schiffbarer Gewässer aufzusuchen, sondern die Entwickelung des Handels wurde auch vielfach durch staatliche Verhältnisse und Maßnahmen (Kleinstaaten, Zollwesen, Kriege etc.), dann durch bestehende Sonderrechte (Stapel-, Umladerechte etc.) gehemmt. Von Wichtigkeit waren damals die Messen und Märkte, wo Angebot und Nachfrage einander begegneten. Heute ist die Bedeutung der Messen ganz in den Hintergrund getreten, die meisten Hemmnisse des innern Verkehrs sind weggefallen (vgl. Freihandel). Von Wichtigkeit in der neuesten Entwickelung des Detailhandels ist einerseits die weitgehende Spezialisierung, anderseits das Eindringen des großen Kapitals und die Kombinierung verschiedener Detailhandelszweige in einer Hand, wie sie uns in den großen Warenhäusern (s. d.), Versandgeschäften etc. entgegentritt. Vgl. über die Verhältnisse des Klein- und Zwischenhandels etc. besonders die Untersuchungen in den »Schriften des Vereins für Sozialpolitik«, Bd. 36–38 (Leipz. 1888 bis 1889) und Bd. 90–93 (das. 1900–01). Über die Statistik des Außenhandels s. Handelsstatistik. Über den Welthandel und die Welthandelswaren vgl. Artikel »Welthandel und Weltverkehr«. Literatur. Zur Geschichte des Handels vgl. Heeren, Ideen über die Politik, den Verkehr und den H. der vornehmsten Völker der Alten Welt (4. Aufl., Götting. 1824–26, 6 Bde.; Zusätze 1827); Hüllmann, Handelsgeschichte der Griechen (Bonn 1839); Richter, H. und Verkehr der wichtigsten Völker des Mittelmeers im Altertum (Leipz. 1886); Speck, Handelsgeschichte des Altertums (das. 1900–01, 2 Bde.); Mc. Cullagh, Industrial history of free nations (Lond. 1846, 2 Bde.); Scherer, Allgemeine Geschichte des Welthandels (Leipz. 1852–53, 2 Bde.); Ad. Beer, Allgemeine Geschichte des Welthandels (Wien 1860–84, 5 Bde.); Noël, Histoire du commerce du monde (Par. 1891–94, 2 Bde.); Engelmann, Geschichte des Handels und Weltverkehrs (5. Aufl., Leipz. 1899); Mayr, Lehrbuch der Handelsgeschichte (2. Aufl., Wien 1901); Cons, Précis d'histoire du commerce (Nancy 1896, 2 Bde.); Webster, General history of commerce (Lond. 1903); Joh. Falke, Geschichte des deutschen Handels (Leipz. 1859 bis 1860, 2 Bde.); Kiesselbach, Der Gang des Welthandels etc. im Mittelalter (Stuttg. 1860); Heyd, Geschichte des Levantehandels im Mittelalter (das. 1879, 2 Bde.); Leone Levi, History of British commerce (2. Aufl., Lond. 1880); Pigeonneau, Histoire du commerce de la France (Par. 1885–87, 2 Bde.); A. Schulte, Geschichte des mittelalterlichen Handels und Verkehrs zwischen Westdeutschland und Italien mit Ausschluß von Venedig (Leipz. 1900, 2 Bde.); Engel, Österreich-Ungarn im Welthandel (Wien 1902); Martineau, Le commerce français dans le Levant (Par. 1902). Über H. im allgemeinen vgl. Lexis in Schönbergs »Handbuch der politischen Ökonomie«; Roscher, Nationalökonomie des Handels und des Gewerbfleißes (7. Aufl., hrsg. von W. Stieda, Stuttg. 1899); Cohn, Nationalökonomie des Handels und des Verkehrswesens (das. 1898); van der Borght, H. und Handelspolitik (Leipz. 1900); Ehrenberg, Der H., seine wirtschaftliche Bedeutung, seine nationalen Pflichten und sein Verhältnis zum Staate (Jena 1897); Karl Andree, Geographie des Welthandels (Stuttg. 1877 bis 1879, 3 Bde.); v. Scherzer, Das wirtschaftliche Leben der Völker (Leipz. 1885), dazu als Ergänzung: »Der wirtschaftliche Verkehr der Gegenwart« (mit Bratassevič, Wien 1891); Götz, Die Verkehrswege im Dienste des Welthandels (Stuttg. 1888); Sonndörfer, Technik des Welthandels (u. Aufl., Wien 1899), daraus als Auszug: Lehrbuch der internationalen Handelskunde (das. 1900); Oppel, Natur und Arbeit (Leipz. 1904); v. Neumann-Spallart, Übersichten der Weltwirtschaft (Stuttg. 1878–87, 5 Bde.; fortgesetzt von Juraschek, Berl. 1891 ff.); »Statistik des Deutschen Reichs«, neue Folge, Bd. 102 u. 119. Fortlaufende Nachweise im »Gothaischen genealogischen Taschenbuch«, »Annuaire de l'économie politique et de la statistique«, »The statesman's yearbook«; dann im amtlichen »Deutschen Handelsarchiv«, in den »Berichten über H. und Industrie«, zusammengestellt im Reichsamt des Innern, in den Konsularberichten der verschiedenen Staaten, den »Statistical abstracts«, in der Wochenschrift »Export« (Organ des Zentralvereins für Handelsgeographie, Berl., seit 1878), im »Handelsmuseum« (Wien, mit den Berichten der österreichisch-ungarischen Konsularämter), in dem vom österreichischen Handelsministerium herausgegebenen »Wirtschaftspolitischen Archiv« etc. Vgl. auch Langhans, Kaufmännische Wandkarte der Erde (4 Blätter, Gotha 1899) und weitere Literatur bei Artikel »Handelsgeographie«.
25321 Zeichen · 326 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    handelstm.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +6 Parallelbelege

    handel stm. das thun, die handlungsweise. alsô ist meinem handel dick Hätzl. 1,7,37. vgl. Wolk. 11, 2,21.

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    handelM.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +6 Parallelbelege

    handel , M. nhd. „Handel“, was man unter Händen hat, was man betreibt, was man behandelt, Treiben, Tun, Tätigkeit, Unter…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Handel

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Der Handel , des -s, plur. die Händel, von dem Zeitworte handeln. 1. Eine jede thätige äußere Veränderung, Nahrung und Z…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Handel

    Goethe-Wörterbuch

    Handel vereinzelt in früheren Br Kleinschr B3,232,2 Oeser 15.6.78 ; ca die Hälfte der rund 570 Belege im Pl (überwiegend…

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Handel

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Handel , im weitesten Sinne der Umtausch von Werthen, wozu auch die Arbeit gehört, zunächst der Umtausch der Natur- u. K…

  6. modern
    Dialekt
    Handel

    Elsässisches Wb. · +6 Parallelbelege

    Handel [Hàntl Str. Z. Betschd. ; Hntl K. ; Hòntl Wh. ] m. Handel, Geschäft: er het e inen guete n H. gmacht; de s Hand …

  7. Sprichwörter
    Handel

    Wander (Sprichwörter)

    Handel 1. Am Handel erkennt man die Waare. – Simrock, 4323. 2. Am Handel kent (lernt) man den wandel. – Franck, II, 154 …

  8. Spezial
    Handel1

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    Han|del 1 m. (-s) 1 (Kauf und Verkauf) comerz (-rc) m. 2 (Geschäft) afar (-s) m. 3 (Markt) marcé (-ciá) m. 4 sciacaramën…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit handel

545 Bildungen · 370 Erstglied · 167 Zweitglied · 8 Ableitungen

Zerlegung von handel 2 Komponenten

han+del

handel setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

handel‑ als Erstglied (30 von 370)

handelāginge

MNWB

° handelāginge , -langinge , f. , Handreichung (einem Kranken vēle h. dôn ).

handelangen

KöblerMnd

handel·angen

handelangen , sw. V. nhd. übergeben (V.), überantworten, auszahlen, überreichen Vw.: s. vör- Hw.: s. handelāgen E.: s. handel, langen (1) L.…

handelanginge

KöblerMnd

handelang·inge

handelanginge , F. nhd. Handreichung Hw.: s. handelāginge E.: s. handelangen, inge, handel, langinge L.: MndHwb 1/2, 212 (handelāginge/handl…

handelank

KöblerMnd

hande·lank

handelank , Sb. nhd. Handlanger E.: s. hant, handelen? L.: Lü 134b (handelank)

handelbære

Lexer

handel·baere

handel-bære adj. leicht zu bearbeiten. eʒ (daʒ golt) ist mêr handelpær dann ander gesmeid und læʒt sich paʒ zämen und ziehen Mgb. 474,28.

Handelbar

Campe

handel·bar

♁ Handelbar , adj . u. adv . leicht, gut zu behandeln; ein Wort, welches nach Heynatz im Deutschen Baile vorkömmt.

handelbrief

KöblerMhd

handel·brief

handelbrief , st. M. nhd. Handelsbrief Q.: DRW (15. Jh.) E.: s. handel, brief (1) W.: s. nhd. Handelsbrief, M., Handelsbrief, DW 10, 380 L.:…

handelbære

MWB

handelbære Adj. ‘bearbeitbar’ [Gold] ist auch mêr werhaft und mêr handelpær dann ander gesmeid BdN 474,28 MWB 2 1154,47; Bearbeiterin: Herbe…

handelec

KöblerMhd

handelec , Adj. Vw.: s. handelic

handelen

MNWB

hand·elen

handelen , swv. , 1. mit der Hand berühren, betasten, den lîcham Cristi (up dem altâre) h. den Leib Christi berühren (Priester in der Messe)…

handeler

Lexer

hande·ler

handeler , handler stm. der etwas tut, vollbringt, verrichtet Np. 28. Chr. 2. 82,21 ; der über etw. verhandelt, unterhändler, uns oder ander…

handelêr(e)

MNWB

hande·lere

handelêr(e) , m. , Unterhändler, Vermittler; +° Händler (16. Jhd. bei Agricola, aus dem Hd.?).

handelesbuoch

KöblerMhd

handel·es·buoch

handelesbuoch , st. N. nhd. „Handelsbuch“, Urbarbuch Q.: WeistÖ (1460) E.: s. handel, buoch W.: nhd. Handelsbuch, N., Handelsbuch, DW 10, 38…

handelesman

KöblerMnd

handel·es·man

handelesman , M. nhd. Vermittler, Mittelmann der für jemanden die Unterhandlung bzw. Verhandlungen führt E.: s. handel, man (1) L.: MndHwb 1…

handelesstunde

KöblerMnd

handel·es·stunde

handelesstunde , F. nhd. „Handelsstunde“, Verhandlungszeit E.: s. handel, stunde L.: MndHwb 1/2, 213 (handelsstunde)

handelesstēde

KöblerMnd

handel·es·stēde

handelesstēde , F. nhd. „Handelsstätte“, Verhandlungsort E.: s. handel, stēde (1) L.: MndHwb 1/2, 213 (handelsstēde)

handelestīt

KöblerMnd

handelestīt , F. nhd. „Handelszeit“, Verhandlungszeit E.: s. handel, tīt L.: MndHwb 1/2, 213 (handelstît)

handelesvrünt

KöblerMnd

handel·es·vrünt

handelesvrünt , M. nhd. „Handelsfreund“, Verhandlungsteilnehmer, Unterhandlungsteilnehmer, Mittelsmann E.: s. handel, vrünt W.: s. nhd. Hand…

Handeleⁿ

Idiotikon

Handeleⁿ Band 2, Spalte 1400 Handeleⁿ 2,1400

handelfreiheit

DWB

handel·freiheit

handelfreiheit , f. freiheit des kaufhandels: handelfreiheit ist ohne handelnsfreiheit nichts. J. Paul dämmerungen s. 46 . s. handelsfreihei…

handelgeld

DWB

handel·geld

handelgeld , n. geld was durch einen handel gewonnen ist: so es ( das ketzerschwert ) doch der bapst noch fest helt, wie auch des Judæ hande…

handelia · 3 Belege

KöblerAfries

handelia 3 , sw. V. (2) nhd. behandeln ne. treat (V.) Hw.: vgl. an. hǫndla, ae. handlian, as. handlon, ahd. hantalōn Q.: W, S, AA 59 E.: ger…

handelic

Lexer

handelic adj. rüstig, behende. die handeligôsten beter Myst. 2. 649,12 ; manualis Dfg. 348 a . vgl. hantlich, hendelich;

handelich

MNWB

hande·lich

handelich , adj. , adv. , wolhandelich umgänglich , gesellig.

handel als Zweitglied (30 von 167)

machandel?

KöblerMnd

*machandel? , M. nhd. Machandel, Wacholder Hw.: s. machandelbēre E.: s. as. wahsholondar, M., Holunder W.: s. nhd. Machandel, M., Machandel,…

Abhandel

DRW

Abhandel zum Abschluß gekommene Verhandlung [Urkunde betreffend den] abhandel [zwischen Fürstenberg und dem Stift St. Blasien wegen der stre…

alleinhandel

DWB

allein·handel

alleinhandel , m. monopol: diese art von bedingtem alleinhandel. Göthe 43, 78 . Thümmel 10, 377 .

B(e)schīsshandel

Idiotikon

B(e)schīsshandel Band 2, Spalte 1399 B(e)schīsshandel 2,1399

bluothandel

Lexer

bluot·handel

bluot-handel stm. das kloster Michelstetten in Krain erhält die gerichtsbarkeit über alle sachen so den tod nicht berüeren oder pluthendel M…

brūthandel

KöblerMnd

brūt·handel

brūthandel , M. nhd. Eheberedung, Ehevertrag E.: s. brūt, handel L.: MndHwb 1, 360 (brûthandel)

buchhandel

DWB

buch·handel

buchhandel , m. mercatura libraria, nnl. boekhandel, schw. bokhandel, dän. boghandel: ein lebhafter, ausgebreiteter buchhandel; der buchhand…

Bīhandel

Idiotikon

Bīhandel Band 2, Spalte 1399 Bīhandel 2,1399

Chappe(n)handel

Idiotikon

Chappe(n)handel Band 2, Spalte 1398 Chappe(n)handel 2,1398

Chōrhandel

Idiotikon

Chōrhandel Band 2, Spalte 1398 Chōrhandel 2,1398

ervehandel

KöblerMnd

erve·handel

ervehandel , M. nhd. erblicher Handel, Grundstückshandel, Handel der Erben E.: s. erve (1), handel L.: MndHwb 1, 586 (erfhandel), MndHwb 1, …

Flōßhandel

Adelung

floss·handel

Der Flōßhandel , des -s, plur. inus. der Handel mit geflößetem Bau- und Zimmerholze.

Frachthandel

Adelung

fracht·handel

Der Frachthandel , des -s, plur. inus. diejenige Art der Handlung, besonders zur See, da man die Waaren anderer für Bezahlung von einem Orte…

Freihandel

Pfeifer_etym

frei·handel

frei Adj. ‘unabhängig, unbeschränkt’, ahd. frī (um 800), mhd. mnd. mnl. vrī, nl. vrij, asächs. frī- in frīlīk ‘frei’, aengl. frēo, engl. fre…

Fëtzhandel

Idiotikon

Fëtzhandel Band 2, Spalte 1398 Fëtzhandel 2,1398

Garnhandel

Adelung

garn·handel

Der Garnhandel , des -s, plur. inus. der Handel mit gesponnenem Garne. Daher der Garnhändler, des -s, plur. ut nom. sing. der mit solchem Ga…

gerichtehandel

KöblerMnd

gerichte·handel

gerichtehandel , M. nhd. „Gerichtshandel“, Prozess Hw.: s. richteshandel E.: s. gerichte (4), handel W.: vgl. nhd. Gerichtshandel, M., Geric…

gerichtshandel

DWB

gerichts·handel

gerichtshandel , m. 1 1) das gerichtsverfahren: die beide stück .. müssen alle zeit im gerichtshandel sein, gnade und zorn, oder hülfe und s…

Ableitungen von handel (8 von 8)

Gehandel

Campe

Gehandel , des — s , o. Mz. s. Ge — 2. 2).

gehandelen

KöblerMhd

gehandelen , sw. V. nhd. handeln, Handel treiben, ausführen, sich benehmen, tun, behandeln, bewirken, pflegen, belohnen Q.: Kchr (um 1150), …

Mißhandel

Campe

Der Mißhandel , — s, Mz . u. ein der Absicht nicht entsprechender Handel, ein unvortheilhafter, schlechter, unglücklicher Handel. Ehemahls f…

unhandel

DWB

unhandel , m. , seitenstück zu handel 2 und 4 ( mit un IV B); syn. miszhandel, -handlung; vgl. böser, schlimmer u. dgl. handel: üble that, u…

urhandel

DWB

-handel Spengler untergang d. abendlandes 2, 594 ,

verhandel

BMZ

verhandel swv. 1. handele, behandele auf eine fehlerhafte weise. der kneht verhandelt dô daʒ er misseworhte kindh. Jes. 97,49. 2. handele, t…

verhandelen

KöblerMhd

verhandelen , sw. V. nhd. auf verkehrte Weise Hand anlegen, fehlgreifen, verkehrt handeln, sich vergehen, handeln, tun, schlecht machen, ins…

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APA
Cotta, M. (2026). „handel". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 20. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/handel/meyers
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Cotta, Marcel. „handel". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/handel/meyers. Abgerufen 20. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „handel". lautwandel.de. Zugegriffen 20. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/handel/meyers.
BibTeX
@misc{lautwandel_handel_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„handel"},
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  urldate      = {2026-05-20},
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