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halde

mhd. bis spez. · 19 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
22 in 19 Wb.
Sprachstufen
7 von 16
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36

Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

halde f.

Bd. 10, Sp. 221
halde, f. ahd. halda (Graff 4, 894), mhd. halde (wb. 1, 619), im allgemeinsten sinne eine geneigte, abhängende stelle. es entspricht bis auf das geschlecht dem griech. κλῖ-τος hügel, abhang, welches mit κλί-μα und κλι-οία, sowie mit dem lat. cli-vus auf eine wurzel cli neigen zeigt, die im deutschen theils in der umgesetzten form hal, theils (wie auch im griech. lat.), in erweiterter, als hlin erscheint, worauf unter lehne und lehnen noch einmal zurückzukommen ist.Neben dem fem. halde macht sich selten, aber schon frühe eine masculine nebenform hald geltend, die zum altnord. hall-r abhang tritt, so hald clivus im voc. opt.; clivus, rupes, hald, naige Frischlin nomencl. 36a; funden wir disen an eim haldt. Wickram pilger bl. 59. halde assimiliert sich in halle: clivus halle Diefenb. 127c, namentlich wo es im bergmännischen gebrauche in der bedeutung 2 ist; beispiele hierfür folgen unten. Bedeutung: 11) die abschüssige seite eines berges, bergabhang, zunächst oberdeutsch, namentlich alemannisch, Schmid schwäb. wb. 256. Schmeller 2, 178; die halden, stotz, gähe devexitas, clivus, dejectus, nutatio, nutus Maaler 207c; dasz der herd an der gehen halden davon war gerissen. Th. Plater 28; dieser berg hat ein absteigende halden gegen der undern statt. Reiszner Jerus. 1, 8b; auf diesem berg und an den halden dieses bergs ringsweisz war die understatt. 22a; drängten den feind die halde eines bergs hinan. Niebuhr 2, 277; in berg und thal, auf first und halden. Hebel schatzkästl. 28; mittags rasteten wir gewöhnlich auf einer sonnigen halde. Immermann Münchh. 2, 70; wie mit perlen und edelgestein übersät, prangen die beleuchteten, kräuterduftenden halden in ihrem glitzernden thaugeschmeide. gartenlaube 1866 s. 671; ihr gärten, weinberg, först, ihr äcker, halden, haiden. Weckherlin 306; ich stand auf berges halde. Rückert 89; du zeigst an schattger halde mir den beschilften see. Uhland ged. 310; als singend an der halde ein mädchen beeren las. s. 374. in Schwaben heiszt auch das an einem solchen abhang liegende, gewöhnlich mit gras oder holz bewachsene grundstück halde Schmid 257. 22) bei den bergleuten heiszt halde ein beim schacht aufgeschütteter hügel erde oder gesteins: halde wird genannt derjenige üm einen stollen oder schacht am tage aufgeworfene und aus dem gebäude geforderte berg und erden. Nehring hist.-polit. lex. (1736) anh. 46a; so füret aus der kau (schachthütte 5, 310) beider (jeder von beiden) sein laufkarren und schüttet in aus, also geschichts, das wann die tiefe schächt gesunken werden, ein grosze halde bei der kau des gezeugs aufgeht. Bechius vom bergwerk (1557) 132; auf den halden und gebirgen höret man die schönen geistlichen bergreien singen und klingen, das berg und thal davon hallet und erschallet. Mathes. Sar. vorrede; ich hatte das glück .. auf einer verlassenen halde thonschieferplatten mit kreuzweis laufenden sich mehr oder weniger verschiebenden quarzgängen zu finden. Göthe 32, 99. die assimilierte form halle geht im munde der gewöhnlichen bergleute: wie zwar auch ir bergleut alle taube und lere bergart und hallen falsch ding pfleget zu nennen, das kein silber oder ander gültig metall bei sich hat. Mathes. Sar. 108b. der bergmann klaubt die halde aus, sucht das dort etwa noch vorhandene erz; stürzt etwas auf die halde, wirft gestein auf einem dazu angewiesenen orte vor dem schachte zusammen. Jacobsson 2, 195b. einen auf die halde setzen, nämlich an einen ort, wo kein erz vorhanden, heiszt zunächst eine gewerkschaft aus dem felde vertreiben (Jacobsson das.), und zwar mittels gerichtlichen prozesses: da im aber ein ander fündiger gang in sein vierung fellet, fahen seine benachbarten gewerken ein hader mit ihm an und wöllen ihn ausztreiben und auf die halle setzen. Mathes. Sar. 21b; das ist auch als redensart in freierem gebrauch: to treibet er den heiligen geist wider ausz, oder wie ihr bergkleut redet, er setzet ihn wider auf die halle und fellet ausz dem glauben. 114a. 33) eigenthümlich steht halde für die durch die geneigten zweige eines baumes gebildete laube: J. Goropius lobt den lindenbaum für all andere bäume wegen seines schattens und das man darausz schöne weit umb sich schweifende halden machen kan. a. weiszheit lustg. 435; die schattechten halden dieses baumes. 760. in einer halden grün, mit manchem pfersichbaum und epheu überschattet. Weckherlin 773. 44) im niederdeutschen erscheint die umgelautete form helde als technischer ausdruck der schiffer: von helden lôpen wird vom schiffe gesagt, wenn es vom stapel läuft. Schütze 2, 129; auch hier hat also helde die allgemeine bedeutung einer herunterwärts gehenden, abschüssigen stelle.
4699 Zeichen · 78 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    HALDE

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +5 Parallelbelege

    HALDE s. HALT.

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    haldeF.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    halde , F. nhd. Halde, abfallendes Land, aufgeschüttetes Gestein Hw.: s. helde (3); vgl. mhd. halde E.: s. ahd. halda 16…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Halde

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Die Halde , plur. die -n. 1) * Die jähe, abhängige Seite eines Berges, oder einer Anhöhe; eine nur noch im Oberdeutschen…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Halde

    Goethe-Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    1 Halde bergm: Aufschüttung von Aushub, Abraum ua in Schacht- od Stollennähe, auch ‘verlassene, alte, eingestürzte H(-n)…

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Halde

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Halde , die abhängige Seite eines Berges; die Stein- oder Schlackenhügel bei Gruben oder Schmelzwerken.

  6. modern
    Dialekt
    Halde

    Rheinisches Wb. · +3 Parallelbelege

    Halde f.: 1. Wend , Saarbr hęl; uSaar, Trier-Ld , WEif hE:lt; NPrüm , Malm , Monsch hę·l.t [ hę·i.(ə)lt Monsch-Höfen Wit…

  7. Spezial
    Halde

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Hal|de f. (-,-n) 1 (Abhang) ërt (ërc) m. 2 costa (-tes) f. 3 (Geröllhalde) giarun m. 4 (im Bergwesen) desćiaria (-ies) f…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit halde

78 Bildungen · 50 Erstglied · 26 Zweitglied · 2 Ableitungen

halde‑ als Erstglied (30 von 50)

Halde(n)chrūt

Idiotikon

Halde(n)chrūt Band 3, Spalte 894 Halde(n)chrūt 3,894

Halde(n)epfel

Idiotikon

Halde(n)epfel Band 1, Spalte 370 Halde(n)epfel 1,370

Halde(n)g(e)strǖch

Idiotikon

Halde(n)g(e)strǖch Band 11, Spalte 2048 Halde(n)g(e)strǖch 11,2048

Halde(n)rein

Idiotikon

Halde(n)rein Band 6, Spalte 983 Halde(n)rein 6,983

Halde(n)segi

Idiotikon

Halde(n)segi Band 7, Spalte 479 Halde(n)segi 7,479

Halde(n)watt

Idiotikon

Halde(n)watt Band 16, Spalte 2216 Halde(n)watt 16,2216

Halde(n)wīⁿ

Idiotikon

Halde(n)wīⁿ Band 16, Spalte 180 Halde(n)wīⁿ 16,180

Halde(n)änt(eⁿ)

Idiotikon

Halde(n)änt(eⁿ) Band 1, Spalte 354 Halde(n)änt(eⁿ) 1,354

haldeht

Lexer

hald·eht

haldeht adj. acclivis, clivosus Dfg. 8 a . 127 b .

Håldekiᵉten

WWB

Hålde-kiᵉten f. [verstr.] Haltekette. — Spez.: 1. Teil des Pferdegeschirrs. — 2. Wagenteil: Kette zum Sperren des Rades ( Ahs Le).

Haldenacker

PfWB

halden·acker

Halden-acker , Hälden-acker m. : FlN in KB-Morschh, mda. Em Hahlackeʳ , amtl. In den Hahläckern. —

Haldenberg

PfWB

halden·berg

Halden-berg m. : FlN: Hahlberg [ KB-Morschh PS-H'einöd ], Hellberg (a. 1565 Heltberg, a. 1652 in der Höll ) [ RO-Als ], Helleberg [ KU-Gumbs…

Haldenborn

PfWB

halden·born

Halden-born , Halden-brunnen m. : FlN in RO-Ebbg: a. 1614 Halbrunnen, a. 1683 Halborn, a. 1777 Hallbrunnen. —

haldene

KöblerAfries

hald·ene

haldene , F. nhd. Halt ne. stay (N.) Vw.: s. in- E.: s. halda (1) L.: Hh 37b, Rh 792a

haldeneⁿ

Idiotikon

haldeneⁿ Band 2, Spalte 1176 haldeneⁿ 2,1176

Haldengarten

PfWB

halden·garten

Halden-garten m. : FlN: In den Hallgärten (a. 1795 hallen Garten ) [ KB-Ilbh ], Hellgarten [ KB-Stett ]. —

Haldenholz

PfWB

halden·holz

Halden-holz n. : FlN in NW-Wachh: Hellholz, a. 1522 im helle holtz. —

Haldenjunge

RhWB

halden·junge

Halden-junge hāljoŋə Siegld , Altk m.: junger, eben aus der Schule Entlassener, der in den ersten zwei Jahren auf der Halde beschäftigt wird…

halde als Zweitglied (26 von 26)

Müllhalde

RDWB1

Müllhalde f ~ der Geschichte idiom. - свалка истории идиом.

berghalde

DWB

berg·halde

berghalde , f. clivus montanus, bergabhang: knaben hüten an einer berghalde des waldes. s. bergeshalde .

burc|halde

MWB

burc|halde stF. als Bezeichnung eines Grundstückes, nähere Bed. unklar: dc er vns deheine wiz irren oder besweren sol ze Sexowe an vnseren b…

Burghalde

Adelung

burg·halde

Die Burghalde , plur. die -n, im gemeinen Leben, eine Halde, d. i. ein Berg, auf welchem ehedem eine Burg gestanden hat; ein Burgstadel, Bur…

eichenhalde

KöblerMhd

eichen·halde

eichenhalde , st. F. nhd. „Eichenhalde“, mit Eichen bestandene Halde, mit Eichen bestandener Abhang, Abhang mit Eichen Q.: Urk (1286) E.: s.…

eichhalde

MWB

eich·halde

eichhalde F. Abhang mit Eichen (Lohwald ?) oder Ortsname: daz wir mit der matten div da lit bî vnserm huse ze Syone, vnd an dez bisschoues b…

erzhalde

DWB

erz·halde

erzhalde , f. halda ist ahd. clivus, abhang, mhd. halde, bergmännisch aber eine meist kegelförmige erzanhäufung vor der grube am tage, wie s…

fehlhalde

DWB

fehl·halde

fehlhalde , f. clivus praecipitans, labefactans: etliche lernen die kunst und haben arms genug, wissen aber die grif nicht ... andere wissen…

ingehālde

MNWB

inge·halde

ingehālde , n. , das Eingebrachte der Frau (SL). Vgl. inhālen II 2.

inhalde

AWB

inhalde mhd. sw. st. f. ; vgl. Ahd. Gl.-Wb. S. 303 s. v. inhald adj. in-halde: nom. sg. Gl 3,324,31 ( SH f, clm 12658, 14. Jh. ). Abhang: cl…

kelhalde

KöblerMhd

kel·halde

kelhalde , sw. F. nhd. Halde mit einer Einkehlung, Vertiefung Q.: Urk (1275) E.: s. kel, halde W.: nhd. DW- L.: MWB 3, 189 (kelhalde), WMU (…

këlhalde

MWB

këlhalde stswF. (Berg-)Abhang mit Vertiefung; hier als Bez. eines Flurstücks (vgl. këlacker ): das jch [...] hatte ein kriͤch mit der epti…

kirchhalde

Lexer

kirch·halde

kirch-halde swf. halde, abhang an einer hoch gelegenen kirche Mone z. 18,64.

mülhalde

KöblerMhd

mülhalde , st. F. nhd. Mühlhalde, Halde an einer Mühle Q.: Urk (1295) E.: s. mül, halde W.: nhd. DW- L.: WMU (mülhalde N734 [1295] 1 Bel.)

nahtbehalde

Lexer

naht-behalde stf. nachtlager, -herberge Msh. 3,62 a .

reithalde

DWB

reit·halde

reithalde , f. im hüttenbaue eine halde von tauben steinarten, welche bei seifenwerken übrig bleiben. Jacobsson 3, 397 a .

reuthalde

DWB

reut·halde

reuthalde , f. bei zinnhütten halde, die aus groben, mit der reutgabel ausgeworfenen theilen besteht. Adelung.

schlackenhalde

DWB

schlacken·halde

schlackenhalde , f. bergmännisch, ein aus schlacken aufgeworfener hügel: und ein jeder, dem ein ähnlicher trieb eingeboren ist, thut besser,…

stechelhalde

KöblerMhd

stechel·halde

stechelhalde , st. F. nhd. Steilhang, steiler Abhang Q.: RWchr (um 1254) (FB stechelhalde) E.: s. stechel, halde W.: nhd. DW- L.: Lexer 209b…

strīthalde

KöblerMhd

strīt·halde

strīthalde , sw. F. nhd. Streithalde, Kampfplatz Q.: Urk (1283) E.: s. strīt, halde W.: nhd. DW- L.: WMU (strīthalde 570 [1283] 1 Bel.)

sēhalde

KöblerMhd

sēhalde , sw. F. nhd. Seehalde, Abhang gegen den See Q.: Urk (1279), WeistGr E.: s. sē, halde W.: nhd. Seehalde, F., Seehalde, DW 15, 2837 L…

winterhalde

DWB

winter·halde

winterhalde , f. , ' gegen norden zu abfallender berghang': ( dasz er ) ein fruhtlosen winterhalden sähi hin glentzen von geblümter gezierde…

Ableitungen von halde (2 von 2)

behalde

LexerN

be-halde stf. in nahtbehalde 2,23.

gehalde

KöblerMnd

gehalde , M. Vw.: s. geholde (1)