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Fürchten

nhd. bis spez. · 11 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Campe
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12 in 11 Wb.
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Eintrag · Campe (1807–1813)

Fürchten v., ntr, trs, trs, rec

Bd. 2, Sp. 202a
Fürchten, v. I) ntr. mit haben und mit der Fügung eines trs. Furcht vor etwas empfinden. »Fürchte den Tod nicht.« Sir. 41, 5. »Nur der fürchtet die Verachtung, der heimlich empfindet, daß er sie verdienet.« Hermes. Fürchte nichts, habe vor keiner Sache Furcht; auch wol, sei unbesorgt, und zuweilen auch, sei gutes Muthes. »Das Laster scheut die Ewigkeit, weil es genöthiget ist, einen Gott knechtisch zu fürchten.« Gellert. Ein Kind fürchten machen, es furchtsam machen. I engerer Bedeutung sich ein Übel als möglich oder wahrscheinlich vorstellen, befürchten. »Was der Gottlose fürchtet, das wird ihm begegnen.« Sprichw. 10, 24. Gewöhnlich wird es allein gebraucht, ohne die gefürchtete Sache durch ein Grundwort zu benennen. Ih fürchte, daß es so kommen wird, daß er seine Einwilligung nicht geben wird  Ih fürchtete schon, er werde wieder nicht kommen. Überflüssig und sprachwidrig ist es in den Nachsatz nicht zu setzen. »Sie fürchtet noch, daß nicht ihr Vater hinter die Sache komme.« Gottsched. Uneigentlich, besorgt sein, einen Andern zu beleidigen, ihn zu kränken, Ehrfurcht vor ihm empfinden, besonders Ehrfurcht vor Gott empfinden. »Da die Kinder Irael wider den Herrn sündigten — und andre Götter fürchteten.« 2 Kön. 17, 7. »Fürchtet keine andre Götter und betet sie nicht an.« 2 Kön. 35, 37. Gott fürchten, den Herrn fürchten, des Herren Namen fürchten. Wird unter fürchten Ehrfurcht beweisen, durch Handlungen an den Tag legen, verehren verstanden, so ist es als ein trs. zu betrachten. II) rec. Sich fürchten, Furcht empfinden, Furcht haben. Ih fürchte mich nicht. Er fürchtet sich hinzugehn. Wer recht thut braucht sich vor niemand zu fürchten. Sich vor Gespenstern, vor dem Gewitter, vor der Strafe, vor dem Tode fürchten. Sich der Sünde fürchten, sich fürchten sie zu begehen. »Wenn ihr euch der Sünde nicht scheuet, so solltet ihr euch der Schande fürchten. Hermes. »Sich des Lebens fürchten,« Jos. 9, 24, für, wegen seines Lebens in Furcht stehen, ist ungewöhnlich. Zuweilen wird es im gemeinen Leben in engerer Bedeutung und allein für sich gebraucht, für, sich vor Gespenstern fürchten. Er fürchtet sich nicht. I O. D. wandelt man fürchten unregelmäßig um und es lautet dort in der unlängst vergangenen Zeit, ich furchte oder forchte, statt ich fürchtete, in der Mittelform der vergangenen Zeit aber gefürchten für gefürchtet. »Ih furchte (fürchtete) das Volk und gehorchte ihrer Stimme.« 1 Sam. 15, 24. »Ih hörte deine Stimme und furchte mich.« 1 Mos. 3, 10. — Das Fürchten, der Zustand, da man Furcht empfindet, die Furcht. Da ist das Fürchten! da ist das Hoffen! Schiller.
2623 Zeichen · 56 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Fürchten

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Fürchten , verb. reg. act. Furcht empfinden. 1. In der eigentlichen Bedeutung des Hauptwortes, eigentlich vor Furcht zit…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    fürchten

    Goethe-Wörterbuch

    fürchten knapp zwei Drittel der gut 900 Belege in literar Werken; mehrf 1./3.SgPrät u PartPrät nicht umgelautet u mehrf …

  3. modern
    Dialekt
    fürchten

    Mecklenburgisches Wb. · +2 Parallelbelege

    fürchten s. früchten .

  4. Sprichwörter
    Fürchten

    Wander (Sprichwörter)

    Fürchten 1. Den vile förchten, muss vile förchten. – Franck, I, 71 a ; Henisch, 1297, 41; Lehmann, II, 67, 190; Mayer, I…

  5. Spezial
    fürchten

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    fürch|ten I vb.tr. 1 (Angst haben vor) se temëi, avëi tëma, avëi pora 2 (Ehrfurcht haben) avëi timur II vb.refl. sich fü…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit fuerchten

6 Bildungen · 3 Erstglied · 1 Zweitglied · 2 Ableitungen

Zerlegung von fuerchten 2 Komponenten

furch+ten

fuerchten setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

fuerchten‑ als Erstglied (3 von 3)

fürchtenicht

DWB

fuerchte·nicht

fürchtenicht , m. einer der sich nicht fürchtet, einer der keine furcht kennt. auch einer der sich alles erlaubt und dabei vor nichts zurück…

Fürchtenmacher

PfWB

fuerchten·macher

Fürchten-macher m. : ' wer andere gern in Furcht versetzt ', Schimpfw., Feʳchdemacheʳ [ KU-Schmittw/O ]; vgl. fürchten 2. Südhess. II 1014 .

fuerchten als Zweitglied (1 von 1)

befürchten

DWB

befürchten , timere, pertimescere. 1 1) unsere alte sprache pflegt die verba des fürchtens, zur erhöhung des begrifs der innerlichkeit, refl…

Ableitungen von fuerchten (2 von 2)

befürchten

DWB

befürchten , timere, pertimescere. 1 1) unsere alte sprache pflegt die verba des fürchtens, zur erhöhung des begrifs der innerlichkeit, refl…

verfürchten

DWB

verfürchten , verb. sehr fürchten: Reynhart wardt also gar verforcht durch das gantz landt Gasconien. Aimon 1, 4.