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Frucht

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Adelung
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Frucht

Bd. 2, Sp. 325
Die Frucht, plur. die Früchte, Diminut. das Früchtchen, Oberd. Früchtlein. 1. Eigentlich. 1) In der weitesten Bedeutung, alles was die Erde zur Speise für Menschen und Thiere, besonders aber die erstern hervor bringet; da denn der Plural nur von mehrern Arten oder Quantitäten gebraucht wird. Feldfrüchte, was von dieser Art auf dem Felde wächset; in der Deutschen Bibel Früchte des Feldes. Baumfrüchte, was auf Bäumen wächset. Gartenfrüchte, was in Gärten gebauet wird. Hülsenfrüchte, welche in Hülsen, Schalfrüchte, welche in Schalen erzeuget werden u. s. f. Säet und erntet, und pflanzet Weinberge, und esset ihre Früchte, 2 Kön. 19, 30. In etwas anderm Verstande verstehet man unter diesem Ausdrucke zuweilen die Samen und Samenbehältnisse aller Pflanzen und Bäume, sie mögen nun dem Thierreiche, und besonders dem Menschen, zur Speise dienen oder nicht, mit Ausschließung der übrigen Theile der Pflanzen. 2) In engerer Bedeutung. (a) Das Getreide, oder die Samen verschiedener Grasarten, welche zur Speise gebraucht werden; im Hoch- und Oberdeutschen. Die Sommerfrucht, das Sommergetreide. Die Winterfrucht, das Wintergetreide. Die Frucht steht schön. Die Frucht einernten, einsammeln. Der Plural ist auch hier nur von mehrern Arten und Quantitäten üblich. In Niedersachsen sagt man statt Frucht in dieser Bedeutung Korn, und in einigen Oberdeutschen Gegenden, im Plural Körner. (b) Die Frucht einiger Bäume, Obst. Blumen und Früchte mahlen, d. i. Blumen und Baumfrüchte. Wilde Früchte, d. i. wildes Obst. Früchte einmachen, Nüsse, Datteln, Pflaumen u. s. f. Wälsche Früchte, Früchte der Orange-Bäume, Datteln, u. s. f. Ein Kranz von Früchten. 2. Figürlich. 1) Was die Fruchtbarkeit in dem Pflanzenreiche verursachet und befördert. Wenigstens wird es von den Landleuten Meißens in diesem Verstande von der in der Erde befindlichen[] Feuchtigkeit gebraucht. Es ist keine Frucht in der Erde, keine Feuchtigkeit. S. Sommerfrucht, Winterfrucht. 2) In einigen Fällen auch von den Producten des Thierreiches. (a) Junge, noch ungeborne oder vor kurzem erst geborne Kinder und Thiere. Die erste Frucht eines Ochsen, oder Lammes, oder Ziegen, 4 Mos. 18, 17. Gesegnet wird seyn die Frucht deines Leibes, und die Frucht deines Viehes, und die Früchte deiner Ochsen, und die Früchte deiner Schafe, 5 Mos. 25, 4; gesegnet wird deine Leibesfrucht gesegnet deine Viehzucht, dein Rind- dein Schaf- dein Ziegenvieh wird fruchtbar seyn, nach Michael. Übersetz. In diesem Verstande wird es in der anständigen Schreibart nur noch von Kindern, besonders von ungebornen Kindern gebraucht. Die Frucht im Mutterleibe. Die Leibesfrucht. Die erste Leibesfrucht. Eine unzeitige Frucht gebären. Sich die Frucht abtreiben. (b) Im gemeinen Leben und der vertraulichen Sprechart gebraucht man das Diminutivum von einem leichtfertigen ungerathenen jungen Menschen. Er ist ein schönes Früchtchen geworden, der Lelio, Less. So würde meine Tochter ein feines Früchtchen werden, Weiße. Im Oberdeutschen Früchtlein. 3) Der Ertrag, die Einkünfte einer Sache, am häufigsten im Oberdeutschen. Die Früchte eines Capitals, die Zinsen. Die Früchte eines Landgutes, der Ertrag. 4) * Ein jedes Werk, alles was hervor gebracht wird, so wohl im guten als bösen Verstande; in welcher Bedeutung es doch im Hochdeutschen veraltet ist, ob es gleich in der Deutschen Bibel sehr häufig ist. Viel Gutes kommt einem durch die Frucht des Mundes, Sprichw. 12, 14. Ein Mann wird gesättiget von der Frucht seiner Lippen, Kap. 18, 20. Sie wird gerühmet werden von den Früchten ihrer Hände, Kap. 31, 31. So auch die Frucht des Thuns, der Gerechtigkeit, der Gottlosen, der Gerechten, Früchte der Buße u. s. f. 5) Die Folgen einer Handlung oder Gesinnung. (a) Die guten Folgen, der Nutzen. Frucht schaffen, Nutzen bringen. Frucht aus etwas schöpfen. Das ist die Frucht seines Fleißes, seines Gehorsams. Der Hunger ist eine Frucht der Mäßigkeit. (b) Ironisch auch von nachtheiligen Folgen. Das ist die Frucht deiner Bosheit, deines Ungehorsams. Anm. In allen diesen Bedeutungen, besonders aber der eigentlichen, lautet dieses Wort, im Tatian Fruht, im Dän. Frugt, im Schwed. Frukt, im Wallis. Ffrwyth, im Engl. Fruit, im Franz. Fruit, im Pohln. Frukta, im Wallachischen Phruttu, im Albanischen Phriut, im Lat. Fructus, Fruges. Mit veränderten Nachsylben gehöret auch das alte Fromma, Frucht, (S. das Frommen) das Lat. frui, genießen, das Schwed. Frö, Frucht, Same, das Gothische Fraiv und Isländ. Friof, der Same, und das Latein. Frumentum hierher. Das Stammwort von allen ist vielleicht das alte bären, tragen, ferre, S. Bahre. Schon im Hebr. ist ברא fruchtbar, und פרי der Samen.
4639 Zeichen · 102 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 8.–11. Jh.
    Altenglisch
    fruchtst. F. (ō), st. M. (a)

    Köbler Afries. Wörterbuch

    frucht , st. F. (ō), st. M. (a) nhd. Frucht ne. fruit (N.) Vw.: s. -bār*, -sine Hw.: vgl. an. fruktr, as. fruht, ahd. fr…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    fruchtF.

    Köbler Mnd. Wörterbuch

    frucht , F. Vw.: s. vrucht (1)

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Frucht

    Adelung (1793–1801) · +7 Parallelbelege

    Die Frucht , plur. die Früchte, Diminut. das Früchtchen, Oberd. Früchtlein. 1. Eigentlich. 1) In der weitesten Bedeutung…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Frucht

    Goethe-Wörterbuch

    Frucht meist pl; öfter idWdgn ‘F. tragen, bringen’ A im pflanzl Bereich 1 aus den Samen u ihrer (fleischigen, schaligen)…

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Frucht

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +3 Parallelbelege

    Frucht , in botan. Beziehung, heißt zur Zeit der Samenreife, was der Stengel oder Staubweg zur Zeit der Blüte war, wobei…

  6. modern
    Dialekt
    Frucht

    Elsässisches Wb. · +8 Parallelbelege

    Frucht [Frùχt O. Str. Z. Betschd. Wörth W.; Frûχt M. Bisch. K. ; Frût Geisp. ; Demin. Freχtl Str. Hf. ] f. Getreide, sow…

  7. Sprichwörter
    Frucht

    Wander (Sprichwörter)

    Frucht 1. An den früchten merckt man, wie dess Baums gewartet ist. – Henisch, 1269; Petri, II, 15. 2. An der Frucht erke…

  8. Spezial
    Frucht

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Frucht f. (-, Früchte) 1 (Obst) früt (früc) m. 2 (Ertrag der Erde) früt (früc) m. 3 ‹fig› (Ergebnis) resultat (-ac) m. 4…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit frucht

525 Bildungen · 476 Erstglied · 42 Zweitglied · 7 Ableitungen

frucht‑ als Erstglied (30 von 476)

Fruchtauge

SHW

Frucht-auge Band 2, Spalte 975-976

fruchtbar

SHW

frucht-bar Band 2, Spalte 975-976

Fruchtbau

SHW

Frucht-bau Band 2, Spalte 975-976

Fruchtegge

SHW

Frucht-egge Band 2, Spalte 975-976

Fruchtei

SHW

Frucht-ei Band 2, Spalte 975-976

Fruchteis

SHW

Frucht-eis Band 2, Spalte 975-976

Fruchtfeld

SHW

Frucht-feld Band 2, Spalte 975-976

Fruchtgeld

SHW

Frucht-geld Band 2, Spalte 975-976

Fruchtholz

SHW

Frucht-holz Band 2, Spalte 975-976

Fruchtkern

SHW

Frucht-kern Band 2, Spalte 977-978

Fruchtrebe

SHW

Frucht-rebe Band 2, Spalte 977-978

Fruchtsack

SHW

Frucht-sack Band 2, Spalte 977-978

frucht als Zweitglied (30 von 42)

Balsamfrucht

Adelung

balsam·frucht

Die Balsamfrucht , plur. die -früchte, die Frucht des Balsambaumes, besonders des weißen, welcher in länglich runden, rothen, wohl riechende…

brotfrucht

DWB

brot·frucht

brotfrucht , f. frumentum: die unterirdische brotfrucht ( kartoffel ).

feldfrucht

DWB

feld·frucht

feldfrucht , f. terrae fruges: hierauf wird warme milch, nebst feld und gartenfrüchten in irdnen schüsseln aufgetischt, bei ungleich gröszre…

gartenfrucht

DWB

garten·frucht

gartenfrucht , f. olera Stieler 573 , genauer alle frucht die im garten gebaut wird, im gegensatz zu den feldfrüchten. Adelung.

glaubensfrucht

DWB

glauben·s·frucht

glaubensfrucht , f. , zu glaube I A 1; und schawt, dasz ihr euch tag und nacht in glaubensfrüchten übet B. Ringwaldt evangelia (1581) n 8 b …

halbfrucht

DWB

halb·frucht

halbfrucht , f. gemenge von korn und weizen bei der aussaat. s. halbgetreide .

hülsenfrucht

DWB

huelsen·frucht

hülsenfrucht , f. frucht in einer hülse: hülsenfrucht legumen Alb. tt 1 b ; hülsenfrüchte, legumina, als bohnen, erbsen, kichern, linsen, wi…

kernfrucht

DWB

kern·frucht

kernfrucht , f. von früchten mit weichschäligen kernen, unterschieden von steinfrucht, samenfrucht, s. kernobst . Adelung. nach Campe auch v…

Kriegsfrucht

Wander

kriegs·frucht

Kriegsfrucht Kriegs Frucht ist vngezogen, Jugend vnd freche Burger. – Lehmann, 453, 70.

leibesfrucht

DWB

leibe·s·frucht

leibesfrucht , f. foetus, proles. Stieler 543 ; gleich nach dem ableben des fürsten verglich sich graf Edzard Ferdinand mit seiner schwieger…

lügenfrucht

DWB

luegen·frucht

lügenfrucht , f. frucht die die lüge bringt: denn jr pflüget böses, und erndtet ubelthat, und esset lügenfrüchte. Hos. 10, 13 .

Läggeⁿfrucht

Idiotikon

Läggeⁿfrucht Band 1, Spalte 1273 Läggeⁿfrucht 1,1273

Malterfrucht

DRW

malter·frucht

Malterfrucht, f. nach Maltern (I 1) zu messendes Getreide als Mahlgut und Abgabe unse heren ... etlichen cloisteren ... die pisteryen ... zo…

menschenfrucht

DWB

menschen·frucht

menschenfrucht , f. menschliche leibesfrucht, was von menschen geboren wird: menschenfrucht, genimen. voc. inc. theut. n 6 a ; alles das sei…

Pachtfrucht

DRW

pacht·frucht

Pachtfrucht, f. Naturalabgabe als (Teil der) Pacht (IV) vgl. Pachthopfen, Pachtkorn, Pachtsalz (I), Pachtwein der zollner zu E. hat mit gewa…

Pfründfrucht

DRW

Pfründfrucht, f. Ertrag aus einem Pfründgut vgl. Pfründkorn (I) was innen [stifft] aber sunst uff ir ... gutter wuchse ... davon sollen sie …

Rezeßfrucht

DRW

Rezeßfrucht, f. aus einer Zehntabgabe stammende und in einem Rezeß (III) festgehaltene Fruchtmenge daß die wenigsten vhrkunden vnd quittunge…

Schaftfrucht

DRW

schaft·frucht

Schaftfrucht, f. wie Schaftkorn behelt ein jederer pflüger, so mit pferdt, wagen, pflug und gespan frönden leistet, von und ausser seiner sc…

Schirmfrucht

DRW

schirm·frucht

Schirmfrucht, f. Getreideabgabe an den Schirmherrn (I) bdv.: Schirmhafer geburt dem herren vogt achtzehn malter schirmfrucht 1560 Lager,Mett…

Ableitungen von frucht (7 von 7)

befruchten

DWB

befruchten , foecundare, fruchtbar machen: das ei, die blüte befruchten; warmer regen befruchtet das land; feigen künstlich befruchten; befr…

befruchtung

DWB

befruchtung , f. foecundatio, fructificatio: künstliche befruchtung, caprificatio; geheime befruchtung, cryptogamia.

entfruchten

DWB

entfruchten , privare fructibus: viele von ihnen standen schon entfruchtet da. Herder 9, 20 .

Erfruchten

Campe

◬ Erfruchten , v. trs. Frucht erzielen, gewinnen, sich Vortheil verschaffen. Was wird des Dünkels Sicherheit erfruchten? Ungen. Das Erfrucht…

fruchte

KöblerAfries

fruchte , F. nhd. Furcht ne. fear (N.) Hw.: vgl. ae. fyrhtu, as. forhta Q.: W E.: germ. *furhtī-, *furhtīn, sw. F. (n), Furcht; s. idg. *per…

gefrucht

DWB

gefrucht , f. verstärktes frucht, anzunehmen nach dem folg. worte, auch bezeugt: ( soll ) sulche gefruchte em ( sibi, für sich ) czu vorusz …

unfrucht

DWB

unfrucht , f.; mhd. unvruht üble frucht, Gottfried Tristan ob. sp. 180 ; auch ungemach durch minne : sus in unfrucht swant myn leben minnere…