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Dreck

mnd. bis spez. · 20 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

MeckWB
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23 in 20 Wb.
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Eintrag · Mecklenburgisches Wb.

Dreck m.

Bd. 2, Sp. 472
Wossidia Dreck m. Dreck. 1. Leibeskot: stercus, merda, excrementum alvi 'Dreck' Chytr. 98; Nähmen S' man keinen Dreck mank zum Farzenden RoRostock@RibnitzRibn; der Magere, Kraftlose hett nich Dreck oder Darm in 'n Noors ebda; Nd. Kbl. 14, 19; ganz Arme hebben nich 'n Dreck in 'n Noors; ein gieriges Pferd frett sick den Dreck unner 'n Liw rut RoRostock@KühlungsbornKühl; den Dreck heff ick mi sülben anröögt, säd' de Oss, müsst sinen eigen Mess to Acker führen Ro. 2. Schmutz, Unrat allgem., bes. von der Straße: 'tho mit drecke!' (her mit dem Dreck! Ruf der Dreckkarrenführer; Wi 1385) Tech. Bürg. 109; 267; 'beth se werde thotreden alse dreck up der straten' Gry. Paw. 2. Vorw. 2b; 'Vernufft de lege dar, als Dreck licht up der Straten' Laur. Schg. 3, 277; 'Dat de sick nicht laten bald in den dreck byten' (umbringen lassen) Schlue 42; Mi 16b; beim Reinmachen wird de oll Dreck rutbröcht, dat de frisch Platz kriggt StaStargard@WulkenzinWulk; de Frugenslüd' hebben ümmer Glück: Sommers schient de Sünn den Dreck ut 't Tüg, Winters friert 't rut ebda; ick ward' all, säd' de lütt Diern (die sich von de Mannslüd' schon beachtet glaubt), se smiten mi all mit Dreck Ro; vgl. Hoef. 124; dat leew Kuurn liggt all' in Schit un Dreck nach anhaltendem Regen MaMalchin@GielowGiel; dat is 'n Fräten, seggt Lemk, dor leg' he mit de Snut in 'n Dreck; wo se den Dreck (de Schit) mit 'n Läpel äten (im Wiegenlied von Peter Kruse) Wo. V. 3, 29; dumm as 'n Pund Dreck Ha Hagenow@LankLank; vom maulfertigen Klatschweib: dat geiht, as wenn de Düwel Dreck haspelt Nd. Kbl. 15, 45; von schlechter Musik oder unschicklicher Rede: dat klappt, aß wenn man den Dreck mit Pietschen hauet Mantz. Ruh. 18, 18. 3. übertr. Widriges, Unangenehmes, Wertloses, Nichtiges: 'Gy Kröuwels scholden juw beide schemen Und einen dreck in de Mundt nehmen' Schlue 68; 'Ick sede, du Hoer, ein Dreck up dine Schnuet' (Abfertigung) Laur. Schg. 4, 360; die Lotsen mußten früher jeden ollen Dreck rutbringen auch ganz kleine Schiffe RoRostock@WarnemündeWarn; ick heff alls mit dörchmaakt, dat meist is Dreck wääst, sagte ein lebenserfahrener Alter Schö Schönberg@SchlagsdorfSchlagsd; de Smidt maakt ut ollen Dreck 'n nigen überschmiert altes Eisen mit Pech oder Lack StaStargard@GrammertinGramm; ut Dreck ne Pietsch maken willen mit unzureichenden Mitteln etwas erreichen wollen GüGüstrow@BützowBütz; weg mit 'n Dreck, hadd' de Buer seggt, ick bün sülwst Pötter der Bauer hilft sich in allem selbst MaMalchin@BrudersdorfBrud; den altklugen Besserwisser fertigt man ab: wenn du den Dreck bäter versteihst, ward' du Pötter Wa; StaStargard@MirowMir; Speck böhrt dörch 'n Dreck der Wohlgenährte, Kräftige überwindet Widerwärtigkeiten leicht Raabe Allg. Volksb. 135; wer Swin höllt, hett Speck, wer Duben höllt, hett Dreck wie der Einsatz, so der Erfolg Ro; RoRostock@KlockenhagenKlock; de Dreck ward Schit, wenn he natt ward ein bestehendes Übel verschlimmert sich leicht Jb. 5, 121; dat is all' Schit, wenn 'n mit Dreck hannelt wer sich mit Wertlosem befaßt, erreicht nichts Wa; schmutzige Rdaa. oder Klatsch: ick nähm den Dreck nich uppe Schüffel, väl weniger inne Mund WiWismar@SternbergSternb; eine arme Braut hett 'n Dreck in 'n Noors Wa; wer im Kartenspiel verliert, gewinnt den Dreck von de Strat StaStargard@WulkenzinWulk; über den Mitspieler, der verlieren soll, heißt es: willen em den Dreck verkihrt ingäben RoRostock@KühlungsbornKühl; der Protz wirft ein hochwertiges Geldstück zur Bezahlung hin und ruft: dor liggt de Dreck! wat kost't de Bodder? StaStargard@WesenbergWes; einen grad' so väl achten as den Dreck unner sin Schauh drückt stärkste Nichtachtung aus RoRostock@KühlungsbornKühl; der Frage wat gifft 't hüt tau äten? folgt die Abfertigung: Dreck mit 'n Lock, kannst di üm 'n Hals hängen! WaWaren@LansenLans; ähnl. der Soldatenfeind: Ach wat, Kaisers Rock, Dreck mit 'n Lock, kann Einer sick üm 'n Hals hängen Camm. Sold. 31; elf (elben) un 'n Dreck is 'n Dutzend (Dutz) MaMalchin@RemplinRempl; Ro und andernorts; Du arbeitst för en puren Dreck: En Rock möt dorbi äwrig sin Reut. 1, 362; dat kümmert di en Dreck (gar nichts) 5, 48; im Reiterlied: Hadd' oll Mann sin Fru man wedder, Frög' he 'n Dreck nah 't Geld Wo. V. 3, 487 b; dor weit 'n (man) 'n lieben Herrgott 'n Dreck von RoRostock@KühlungsbornKühl; Dreck dau ick dat! (keinesfalls tu ich das!) Gild. Dörp. 718. 4. Rdaa. und Sprww.: wer seinen Arbeitsplatz verläßt, ohne aufzuräumen, geiht dorvon as 't Kind von 'n Dreck StaStargard@MirowMir; der Unbeholfene steiht dor as 't Kind bi 'n Dreck StaStargard@WrechenWrech; Wa; dem Ungeschickten steiht dat an as 't Kind bi 'n Dreck Wa Waren@VipperowVipp; ... as wenn de lütten Farken Dreck fräten ebda; ut 'n iersten Dreck rutwassen groß zu werden anfangen RoRostock@RibnitzRibn; Du büst so schön all ut den Dreck rutwussen (annähernd erwachsen) Reut. 1, 161; mitdewil wuss denn nu Seth ok all ut den Dreck 7, 183; wer seine Dienststelle bald verliert, ward bald 'n letzten Dreck dor schäten hebben RoRostock@KlockenhagenKlock; der Geizhals frett sinen eigen Dreck Sta@Us; der Verschwender frett noch eens sinen eegen Dreck Wa; der Leckermäulige lihrt ok noch as de lütten Farken Dreck fräten RoRostock@RibnitzRibn; der Habgierige rackt den Dreck von de Strat StaStargard@WulkenzinWulk; der Feigling höllt sick as de Dreck vör Wihnachten (nicht lange) Raabe Meckl. 1847, S. 211; de Dreck von de Hunn', dee so heet schiten, verdampt bald einem verheißungsvollen Anfang entspricht oft nicht der Fortgang einer Sache StaStargard@KratzeburgKratz; der Stolze dreggt de Näs' so hoch, as wenn 't Dreck rägent Schö; de Kor in 'n Dreck schuben eine Angelegenheit verfahren, etwas verkehrt machen allgem.; dazu: wer de Kor in 'n Dreck schaben hett, kann s' ok wedder ruthalen; Lütt un Keck Stött 'n Groten in 'n Dreck PaParchim@PlauPlau; vom schnell fahrenden Segelschiff heißt es: dat geiht, as wenn de Düwel Dreck haspelt Wo. Seem. 2, 10; ein Bezechter hett gaut in 'n Dreck perrt Wa; de sick mank den Dreek mengt, den freten de Sägen (wer sich in schlechte Gesellschaft begibt, geht daran zugrunde) Mantz. Ruh. 2, 55; je düller dat in den Dreck perrt ward, je wider flüggt he je schlimmer üble Gerüchte sind, desto weiter verbreiten sie sich Pa; im Gespräch ollen Dreck uprögen an peinliche Dinge der Vergangenheit rühren WaWaren@JabelJab; wenn 'n ollen Dreck upröögt, denn stinkt he Pa; RoRostock@KlockenhagenKlock; über leere Prahlerei urteilt man ab: wat wir de Dreck, wenn he nich stünk RoRostock@RibnitzRibn; zum Zudringlichen sagt man: du sittst ümmer hinnenan as de Dreck in 't Hemd MaMalchin@Groß MethlingGMethl; der neugierige Lauscher, der womöglich das Erlauschte verkehrt weitergibt, heißt oll Fang'up-'n-Dreck GüGüstrow@GülzowGülz; Ro; RoRostock@MüritzMür; Wi; das neugierige Kind Snapp-up-'n-Dreck Sta Stargard@WulkenzinWulk; man fertigt es ab mit dem Zuruf: Fang' up 'n Dreck! Snapp, hest 'n weg! Ro Rostock@KlockenhagenKlock. 5. Volksglaube: wem die Nase juckt, dee kriggt 'n frischen Dreck to rüken hört bald eine unangenehme Neuigkeit RoRostock@DierhagenDierh; Wetterregeln: 'Wenn die Ente viel Dreck, Dreck ruft, so bekommen wir Regen und schmutziges Wetter' Nützl. Beitr. 1812, S. 105; Petrikett smitt dei Oorn (Ernte) in 'n Dreck Regenwetter am 1. August Schö; Schw; Gallen bringt den Dreck mit allen Mantz. Ruh. 14, 74; Sankt Gallen kümmt de Dreck to fallen RoRostock@KörkwitzKörkw; ... kümmt Schit un Dreck mit allen Ha; Pa; Schö; Schw; Wa; Wi; ... geiht (gifft) Schit un Dreck von allen Gü; Ha; Gallen geiht de Dreck œwer allen Gü; Ha; Pa; Ro; Schw; nah Gallen wohrt Schit un Dreck mit allen Ha. Zss.: Boren-, Duben-, Fleigen-, Gaus'-, Hauhner-, Hunn'-, Katten-, Kauh-, Schaaps-, Sneppen-, Sparlings-, Swiens-, Swœlken-, Vossdreck; Düwels-, Heiden-, Schitdreck. FN.: Groten, Lütten, Smallen Dreck, Dreckkoppel. Mnd. drek m. Br. Wb. 1, 244; Dä. 87a; Kü. 1, 359; Me. 1, 840; Schu. 23.
7299 Zeichen · 86 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    dreckM.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +3 Parallelbelege

    dreck , M. Vw.: s. drek

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Drêck

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    Der Drêck , des -es, plur. inus. 1) Eigentlich, in den gröbern Mundarten und im gemeinen Leben, der Koth, er bestehe nun…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Dreck

    Goethe-Wörterbuch

    Dreck auch abgekürzt: D *** AAJw1,210 JahrmPlund 1 194 Unrat, Kot; in symbol Darstellung u im Bild [ Hauptmann: ] Wir wo…

  4. modern
    Dialekt
    Dreck

    Bayerisches Wörterbuch · +8 Parallelbelege

    Dreck Band 4, Spalte 4,227-238

  5. Sprichwörter
    Dreck

    Wander (Sprichwörter)

    Dreck 1. Alten Dreck soll man nicht aufrühren. – Eiselein, 126; Grimm, II, 1356. Gewöhnlich in Bezug auf Streitigkeiten,…

  6. Spezial
    Dreck

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Dreck m. (-[e]s) 1 (Schmutz) scich m. , pazité (-s) f. 2 (Schlamm) paltan (-s) m. 3 (Kot) escremënc m.pl. , ‹vulg› merda…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit dreck

833 Bildungen · 750 Erstglied · 81 Zweitglied · 2 Ableitungen

dreck‑ als Erstglied (30 von 750)

Dreckaal

SHW

Dreck-aal Band 1, Spalte 1673-1674

Dreckaas

SHW

Dreck-aas Band 1, Spalte 1673-1674

Dreckaffe

SHW

Dreck-affe Band 1, Spalte 1673-1674

Dreckamsel

SHW

Dreck-amsel Band 1, Spalte 1673-1674

Dreckarbeit

SHW

Dreck-arbeit Band 1, Spalte 1677-1678

Dreckarsch

SHW

Dreck-arsch Band 1, Spalte 1679-1680

Dreckbach

SHW

Dreck-bach Band 1, Spalte 1679-1680

Dreckbacken

SHW

Dreck-backen Band 1, Spalte 1679-1680

Dreckbackes

SHW

Dreck-backes Band 1, Spalte 1679-1680

Dreckbakes

SHW

Dreck-bakes Band 1, Spalte 1679-1680

Dreckbalg

SHW

Dreck-balg Band 1, Spalte 1679-1680

Dreckballen

SHW

Dreck-ballen Band 1, Spalte 1679-1680

Dreckbampel

SHW

Dreck-bampel Band 1, Spalte 1679-1680

Dreckbauer

SHW

Dreck-bauer Band 1, Spalte 1679-1680

Dreckbayer

SHW

Dreck-bayer Band 1, Spalte 1679-1680

Dreckbele

SHW

Dreck-bele Band 1, Spalte 1679-1680

Dreckbesem

SHW

Dreck-besem Band 1, Spalte 1679-1680

Dreckbess

SHW

Dreck-bess Band 1, Spalte 1679-1680

Dreckbeutel

SHW

Dreck-beutel Band 1, Spalte 1679-1680

Dreckbiene

SHW

Dreck-biene Band 1, Spalte 1679-1680

Dreckbollen

SHW

Dreck-bollen Band 1, Spalte 1679-1680

Dreckbrühe

SHW

Dreck-brühe Band 1, Spalte 1679-1680

Dreckbube

SHW

Dreck-bube Band 1, Spalte 1679-1680

Dreckbuckel

SHW

Dreck-buckel Band 1, Spalte 1679-1680

Dreckbusch

SHW

Dreck-busch Band 1, Spalte 1679-1680

dreck als Zweitglied (30 von 81)

Apfeldreck

Wander

apfel·dreck

Apfeldreck Den schull man mit Appeldreck besmiten, un schicken em den Döwel to Niejahr.

Entendreck

Wander

enten·dreck

Entendreck Hast g'meint, Entendreck sei Bachschmalz? ( Nürtingen. ) Arge Selbsttäuschung.

fliegendreck

DWB

fliegen·dreck

fliegendreck , m. stercus muscae, fliegenschmisz, fliegenschisz, nnl. vliegenscheet, fr. chiasse de mouche, it. cacatura di mosche, engl. fl…

Fëldreck

Idiotikon

Fëldreck Band 6, Spalte 806 Fëldreck 6,806

gänsedreck

DWB

ganse·dreck

gänsedreck , m. gänsekot, in launigen redensarten, z. b. ein solcher langer kerle ( derselbe hatte zuvor den redenden weidlich geschimpft ) …

Gossendreck

Wander

gossen·dreck

Gossendreck Nüms kêrt sick an Götedreck, wi wonen up de Upkamen. – Bueren, 948.

heidendreck

DWB

heiden·dreck

heidendreck , m. μηκώνιον , der erste auswurf neugeborener kinder, kindespech, erbkot.

Hennendreck

Wander

hennen·dreck

Hennendreck Hennendreck 1 macht der Koh den Stärtz fett. ( Bedburg. ) 1 ) Es ist Acker-Ehrenpreis gemeint.

Herrendreck

Wander

herren·dreck

Herrendreck Herrendreck stinkt nicht. – Körte, 2799. Holl. : Heeren-drek stinkt niet. ( Harrebomée, I, 295. )

hundedreck

DWB

hunde·dreck

hundedreck , m. dreck vom hunde: cretum album hundedreg Dief. 157 b . s. hundsdreck.

hundsdreck

DWB

hunds·dreck

hundsdreck , m. kot vom hunde: hundsdräck caninum stercus Maaler 232 d ; weiszer hundsdreck ist ein arzneimittel: weiszer hundsdreck, in den…

Judasdreck

Wander

judas·dreck

Judasdreck Er ist voll Judasdreck. – Höfer, Etymologisches Wörterbuch, I, 337. D.i. Sommersprossen; franz. Brans (marques) de Judas.

kälberdreck

DWB

kalb·er·dreck

kälberdreck , m. s. kälbermist: man spricht: der armen hoffart, gwalt, und kelberdreck verriechen bald. H. Sachs 1 (1590) , 366 b .

Ableitungen von dreck (2 von 2)

bedrecken

DWB

bedrecken , luto conspergere, inquinare: wer sein finger in all löcher steckt, dem werdens auch zu zeiten bdreckt. Waldis 4, 59 ; was nit be…