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belegen

mhd. bis spez. · 21 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
33 in 21 Wb.
Sprachstufen
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

belegen

belegen

belegen Vb. ‘durch Darauflegen bedecken’, auch ‘auferlegen, besetzen, beweisen’. Ahd. bileggen ‘bedecken, umgeben’ (8. Jh.), mhd. belegen ‘besetzen, einhüllen, einschließen, belagern’, asächs. bileggian, mnd. mnl. nl. beleggen, afries. bilegga, aengl. belecgan ist eine Präfixbildung zu ahd. leggen, mhd. legen ‘legen, setzen’, dem Kausativum zum starken Verb ahd. liggen, mhd. ligen ‘liegen, sich befinden’ (s. legen und liegen). Daspräfigierte Verb, das ursprünglich das schmückende oder schützende Bedecken und Umkleiden eines Gegenstands bezeichnet, entwickelt im Dt. vielfältige Verwendungsweisen, z. B. ‘besetzen, belagern’ und ‘durch Zeugnis beweisen’ (beide schon mhd. und mnd.), ‘begatten’ (mnd. und frühnhd., heute noch von Tieren) sowie in der älteren Rechtssprache ‘auferlegen, entschädigen’ und ‘gewinnbringend anlegen’ (alle zuerst mnd. bezeugt). An ‘besetzen’ schließt sich im Bergbau der Sondergebrauch ‘ein Bergwerk mit Arbeitskräften versehen’ (16. Jh.) an, wozu als junge Ableitung Belegschaft f. ‘Gesamtheit der Arbeiter eines Bergwerks’ (1. Hälfte 19. Jh.), heute überhaupt ‘alle Beschäftigten eines Betriebes’, gebildet ist. – Belegung f. ‘der Vorgang und das Ergebnis des Belegens’, mnd. belegginge, frühnhd. belegunge stellt sich als Verbalsubstantiv zu den verschiedenen Bedeutungen von belegen; in älterer Zeit ist es vor allem ‘Belagerung’, dann ‘Bedeckung, Besetzung, Geldanlage, Entschädigung’ u. ä., jetzt meist ‘Zustand des Besetztseins, Auslastung’. Beleg m. ‘Beweisstück, dokumentarischer Nachweis’, Rückbildung aus belegen ‘durch Zeugnis beweisen’ (und nicht aus dem älteren Neutr. mnd. belech, belach ‘Belagerung’, frühnhd. belege ‘Belagerung’ und ‘Besatz am Rocksaum’ hervorgegangen), kommt seit Ende des 17. Jhs. namentlich im Rechtswesen (hier auch ‘dauerhafte Grenzmarkierung’) und im Geschäftsverkehr, vom 18. Jh. an auch allgemeiner vor. Der Plural wird im 18./19. Jh. häufig Beläge geschrieben, woraus sich fälschlich eine Nebenform Belag als Singular ergibt. Dagegen wird Belag m. ‘das Daraufliegende, Bedeckende’, zum heute nicht mehr gebräuchlichen starken Verb beliegen ‘liegen bleiben’ (ahd. biliggen, mhd. beligen) gehörend, in der 2. Hälfte des 19. Jhs. üblich.
2210 Zeichen · 60 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    belëgen

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +8 Parallelbelege

    be-lëgen part. s. beligen.

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    belegensw. V.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +6 Parallelbelege

    belegen , sw. V. Vw.: s. beleggen

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Belêgen

    Adelung (1793–1801) · +7 Parallelbelege

    Belêgen , adj. et adv. und Belegenheit, S. in Beliegen.

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    belegen

    Goethe-Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    2 belegen adj: gelegen den abseits und einsam belegenen Tempel von Segesta 31,149,25 ItR Caroline Vollmann C. V.

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Belegen

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Belegen , der Zeugungsakt der Zuchttiere.

  6. modern
    Dialekt
    belegen

    Elsässisches Wb. · +3 Parallelbelege

    belege n 1. bedecken (den Tisch mit einem Tischtuch). 2. den Fussboden mit Dielen oder Platten belegen, eine Strasse pfl…

  7. Spezial
    belegen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    be|le|gen vb.tr. 1 (beweisen) desmostré (-ra), cumprové (cumprova), documenté (-tëia) 2 (besetzen) ocupé (-pëia) 3 iusti…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit belegen

10 Bildungen · 4 Erstglied · 6 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von belegen

be- + legen

belegen leitet sich vom Lemma legen ab mit Präfix be-.

Zerlegung von belegen 2 Komponenten

bele+gen

belegen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

belegen‑ als Erstglied (4 von 4)

belegenheit

DWB

belegen·heit

belegenheit , f. situs: während dagegen der bischof von Lübeck es für rathsam erachtete, der belegenheit seiner stiftslande eingedenk, die a…

belēgenichêⁱt

MNWB

belēgenichêⁱt , f. , s. belēgelĩchê(i)t, örtliche Lage, Belegenheit; Zubehör, Pertinenzen .

belegen als Zweitglied (6 von 6)

darumbelegen

KöblerMhd

darumbe·legen

darumbelegen , sw. V. nhd. „herumlegen“ Q.: EvA (vor 1350) (FB darumbe legen) E.: s. darumbe, legen W.: nhd. DW2- L.: MWB (darumbe legen)

überbelegen

RDWB1

ueber·belegen

`überbelegen (Lakune) селить / поселить где-л. слишком много людей; размещать / разместить где-л. чересчур много персонала

umbelegen

Lexer

umbe·legen

umbe-legen swv. belegen, -decken, herumlegen, legend umgeben, umschliessen, rings besetzen: velare Dfg. 609 b . die strâʒen umbeleget schône…

vorbelegen

RDWB1

vor·belegen

vorbelegen der Begriff ist vorbelegt - это слово обозначает другое понятие

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „belegen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/belegen/pfeifer_etym
MLA
Cotta, Marcel. „belegen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/belegen/pfeifer_etym. Abgerufen 12. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „belegen". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/belegen/pfeifer_etym.
BibTeX
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