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Aufziehen

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Campe
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Eintrag · Campe (1807–1813)

Aufziehen trs., intrs., ntr., rec.

Bd. 1, Sp. 277a
Aufziehen, v. unregelm. (s. Ziehen). I) trs. 1) Durch Ziehen öffnen. Eine Schleife aufziehen. Uneigentlich von einem Pflaster, es zieht ein Geschwür auf, erweicht und öffnet es. 2) Auf eine andere Sache ziehen oder spannen. Saiten aufziehen, auf ein Tonwerkzeug; daher die uneigentliche Redensart, gelindere Saiten aufziehen, in seinen Foderungen nachlassen  † Einen Übelthäter aufziehen, auf die Folter oder Leiter spannen. Bei den Webern, die Fäden der Länge nach ausspannen und sie auf den Weberstuhl ziehen; N. D. scheren. Dann in weiterer Bedeutung, für aufkleben. Eine Zeichnung, einen Riß, eine Landkarte aufziehen, auf eine andere Fläche kleben. ○ Eine Miene aufziehen, uneigentlich, eine Miene annehmen. »Die Schäfermiene wirkte nicht: nun wurde die trotzige aufgezogen, und wirklich, sie stand ihr besser.« Benzel=Sternau. 3) I die Höhe ziehen. Bei den Winzern, den Weinstock aufziehen, ihn aus der Erde ziehen, mit welcher man ihn im Herbst bedeckt hatte. Pflanzen, Wurzeln, Flachs aufziehen, aus der Erde ziehen. Wasser aus dem Bunnen aufzirhen. Die Segel aufziehen. N. D. brassen, aufbrassen. — Da die schwebenden Schiffe vor Argos Tydeus Sohn mit den Freunden — aufzog. Voß. d. h. an das Ufer zog. † Einen Dieb aufziehen, an den Galgen. Eine Uhr aufziehen, die Gewichte an derselben in die Höhe ziehen, und bei Uhren, die durch Federn in Gang gesetzt werden, die Feder spannen, damit sie im Gange bleibe. Den Vorhang aufziehen, sowol eigentlich auf der Bühne, als auch uneigentlich von der Entschleierung und Entwickelung einer dunklen Sache. »Wenn die Ewigkeit vor uns ihren Vorhang aufziehet.« Dusch. Bei den Gerbern, † eine Grube aufziehen, das gar gemachte Leder aus derselben ziehen. Bei den Färbern, † eine Küpe aufziehen, die Küpe aus der man schon gefärbt hat und die durch frischen Zusatz wieder verstärkt ist, den Tag vorher, ehe wieder daraus gefärbt wird, umrühren. I den Küchen, † Butter aufziehen, sie mit Wasser und Mehl schmelzen und dabei beständig mit einem Löffel in die Höhe ziehen. I noch weiterer Bedeutung sagt man, die Sonne zieht den Nebel, die Dünste  auf, wenn sie die Dünste durch Erwärmung und Ausdehnung aufsteigen macht. So auch, Seufzer aufziehen, für seufzen. — — — und aus innerstem Herzen Bang' aufziehend des Grams vorahndende (vorahnende) Seufzer.Voß. Uneigentlich. (1) Groß ziehen, von Kindern und vom Vieh. Ein Kind aufziehen, es ernähren. Für seine Geistes= und Sittenbildung sorgen sagt man besser erziehen. (2) † Eine Person zum Tanze aufziehen, oder auch bloß aufziehen, zum Tanze auffodern. (3) Jemand aufziehen, sich über ihn auf eine verdeckte Art lustig machen. Einen mit etwas aufziehen, ihn auf eine verdeckte Weise mit etwas necken, verspotten. (4) Bei den Goldschmieden heißt aufziehen, das hohl gegossene Silber auf dem Bechereisen dünner schlagen und dadurch nach oben zu ausdehnen. (5) † Wägen, besonders auf der Probewage. Ein Goldstück aufziehen. II) intrs. mit sein, sich in einem Zuge oder langsam und mit abgemessenen Schritten auf= oder an einen Ort bringen. Die Wache zieht auf, ist aufgezogen. Dann, Х einhergehen, in Ansehung der Kleidung. Er zieht schlecht auf. Auch mit kommen. Kömmst du wieder so unordentlich aufgezogen? Uneigentlich und in verächtlichem Sinne. Komm mir mit einer solchen Entschuldigung nicht wieder aufgezogen. III) ntr. mit sein, 1) Über den Gesichtskreis in die Höhe steigen. Es zieht ein Gewitter auf. »Ein Sturm zieht auf.« Schlegel. 2) Von der Stimme, wenn sie aus dem rechten Tone in einen höhern nach und nach geräth. »Wenn die Stimme aufzieht oder sinkt.« Hiller. IV) † rec. Sich aufziehen, sich erheben, heraufsteigen. Es zieht sich ein Gewitter auf. — Das Aufziehen. Die Aufziehung. S. auch Aufzug.
3712 Zeichen · 76 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Aufziehen

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Aufziehen , verb. irreg. (S. Adelung Ziehen ,) welches in doppelter Gattung üblich ist. I. Als ein Activum, wo zugleich …

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    aufziehen

    Goethe-Wörterbuch

    aufziehen selten subst A trans 1 hoch-, emporziehen; auch ‘a. gegen, zu’ Kommt alle [ auf den Boden ], der letzte zieht …

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Aufziehen

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Aufziehen , s. Drehbank und Treiben .

  4. modern
    Dialekt
    aufziehenst.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    auf-ziehen st. : I. trans. 1. die Uhr a., ufziehe 'die Feder der Uhr spannen', urspr. 'die Gewichte emporziehen' [allg.]…

  5. Sprichwörter
    Aufziehen

    Wander (Sprichwörter)

    Aufziehen 1. Langes Aufziehen verhindert viel Gutes und Böses. 2. Er zieht auf wie ein Esel unter den Affen. 3. Zoit a n…

  6. Spezial
    aufziehen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    auf|zie|hen I vb.tr. 1 (hochziehen) trá sö, alzé sö 2 (erziehen, großziehen) eduché (-chëia), trá sö 3 (von Pflanzen) co…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit aufziehen

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Zerlegung von aufziehen 2 Komponenten

auf+ziehen

aufziehen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

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