wat,
f. tuch, kleidung, ausrüstung. II.
herkunft, verbreitung, formen. I@11)
mhd. wât,
ahd. wât '
amictus, vestimentum, vestitus, vestis, exuviae' Graff 1, 740,
übereinstimmend mit asächs. wâd,
mnd. wât,
fries. wêd,
ags. wǽd,
anord. váð '
stück zeug, zugnetz, pl. kleider',
norw. dial. vaad,
nur im got. nicht belegt. daneben steht das abgeleitete neutr. ahd. giwâti,
asächs. wâdi,
mnd. wêde,
ndl. gewaad,
ags. wǽde,
engl. weed.
die grundbedeutung ist '
gewebe'. Kluge
im etym. wb.8 480
leitet das wort, als mit suffix -ti-
gebildet, von der indogerm. wurzel vē
weben, skr. váyati '
webt, flicht',
gr. ἤτριον '
aufzug am webstuhl',
ab. das nahe verwandte -wet
in mhd. spinnewet '
spinnewebe' (
noch jetzt mundartlich s. th. 10, i, 2539)
zeigt aber, dasz der dental zur wurzel gehört, idg. vedh;
auf avedh
führt lit. áudmi '
webe', ũdis '
ein gewebe'
vgl. Hirt beitr. 23, 295.
ablaut 101. Fick 3
4, 386.
die wurzel vedh '
weben'
ist mit Müller
mhd. wb. 4, 773
f., Fick
Bezzenbergers beitr. 28, 106, Meringer
indog. forsch. 17, 142
wahrscheinlich der in got. gawidan '
binden',
ahd. wetan '
anjochen'
gleich zu setzen. die möglichkeit, dasz wât
als uēti
in die sippe von lat. exuo '
ziehe aus', induo '
ziehe an',
lit. aviù avti '
fuszbekleidung tragen',
asl. ob-uti '
fuszbekleidung anziehen',
avest. aoþra- '
schuhzeug'
gehört, betont Uhlenbeck
beitr. 35, 179. I@22) wat
wird vom 12.
jahrh. an durch kleid
und gewand
zurückgedrängt und verschwindet im 17.
jahrh. aus der schriftsprache. über das verhältnis von mhd. gewant,
das aber die ursprüngliche bedeutung '
tuch'
besser bewahrt, während wât
schon im ahd. als '
kleidung'
erscheint, zu wât
und gewæte
handelt Wunderlich
th. 4, 1, 5237
ff. im obd. setzt sich gewant
frühzeitig auch als '
kleidung'
fest und im 15.
jahrh. erscheint wat
hier im wesentlichen nur noch als litteraturwort; allgemein üblich bleibt es nur in zusammensetzungen, einerseits wathaus, watmann
usw. und besonders watsack,
andrerseits leinwat,
dann zu leinwand
umgestaltet, niederwat, seidenwat, federwat '
bettzeug' (
auch vom gefieder der vögel und dem federvieh selbst: kúe, pferdt, federwoth, das soll ieglichs halb geschetzt werden
dorfordnung von Althausen oa. Mergentheim (1528),
württemb. vierteljahrshefte n. f. 12, 449).
dasz es der gewöhnlichen sprache nicht mehr geläufig ist, scheint daraus hervorzugehen, dasz es in rechtlichen verordnungen nur selten begegnet und den frühnhd. glossaren fehlt (
mit ausnahme von amictus, klayt ader wod Diefenbach
mlat. hd. böhm. wb. 25,
vgl. auch die II 6
b angeführte wendung),
in den wörterbüchern vermiszt man es schon bei Dasypodius (Frisius, Maaler, Henisch
s. u.; Stieler
u. a. führen wad
nur mit rücksicht auf die composita an).
in der litteratur erscheint es allerdings bis zu anfang des 17.
jahrh., besonders in bestimmten wendungen (
mit adj. oder gen. verbunden),
und zwar nicht nur bei dichtern, denen es als reimwort willkommen war, sondern auch bei prosaikern, jedoch keineswegs bei allen. in der Schweiz war das wort wol noch der volkssprache bekannt, J. v. Watt, Zwingli, Keszler, Heuszlin, Forer, Thurneiszer
u. a. haben es, die wörterbücher wenigstens in bestimmten wendungen: pannicularia, kleinfge habe oder waat, so ein gefangner mit im in gefencknusz bringt Frisius (1556) 943; zarte oder reine waat von reinem faden,
multitia Maaler 479
a;
doch erklärt Petri Luthers wad
durch gewandt.
im Elsasz kommt es bei Keisersberg, Murner, Frey,
häufig bei Wickram,
vor, aber Fischart
hat das simplex nicht mehr, Rompler
nur als archaismus, den er vorr. s. 19
erläutert. von Schwaben gebraucht es S. Franck
häufig, ferner hat es Widmann
in der chronik von Hall und noch Spreng
in seinen dichtungen, von Baiern Berthold v. Chiemsee, Aventin, Schaidenreiszer.
anders liegt die sache in Mitteldeutschland, da das wort hier noch jetzt im westen und osten des gebiets mundartlich lebt (wôt
wb. d. luxemb. mda. 492.
oberhess. Vilmar 459. wt Schmidt
Siegerland 54.
in Schlesien und der Lausitz wôt Weinhold 103. Anton (1844) 12,
auch coll. wôtge,
wie obersächs. wôtg Müller - Fraureuth 2, 643, woudcht Meiche 70
und nordböhm. wôtniche Frommann 5, 479
und in den verben a'wōtchen, a'wōtsen '
ankleiden'.
in der Zips wôd Schmeller 2, 1045. Schröer 212)
und früher wol allgemein war. auch dem Nürnbergischen war das wort, das in den kleiderordnungen des 15.
jahrh. öfter vorkommt und bei H. Sachs
und Ayrer
ganz gewöhnlich ist, wol noch geläufig. wenn wat (wad)
bei dem Hessen Kirchhof
und dem Obersachsen Mathesius
noch in der 2.
hälfte des 16.
jahrh. häufig ist, so zeigt sich darin der einflusz des mundartlichen gebrauchs. Luther
hat das veraltende wort nur einmal als n.: sie werden mit mir wandeln ynn weyszem wad
off. 3, 4,
wofür seit 1529 in weiszen kleidern.
von seinen landsleuten kennen es noch J. Walther, Ackermann
und Cyr. Spangenberg.
noch am anfang des 17.
jahrh. haben es die aus der Rhöngegend gebürtigen Eyering
und Melissus.
von schriftstellern ndd. herkunft wird es kaum gebraucht (Hollonius
hat es als m.),
in Niederdeutschland starb es frühzeitig aus (
in Preuszen noch wâd
neben wand '
wollenes zeug' Frischbier 2, 454,
in Ostfriesland wâd,
gewöhnlich gewâd ten Doornkaat-Koolman 3, 494
b).
im ndl. gilt schon für Kilian 648
a waet
als veraltet. im 19.
jahrh. erscheint das wort im wunderhorn (1, 153)
und Uhland
gebraucht es wieder ohne viel nachfolge zu finden; als watt (
an watte
angelehnt?)
kennen es auch Schwab
und Rückert: dort (
im schrein) leuchten purpurwatt und seide, der frische schmuck vom hochzeitkleide. G. Schwab
ged. (1828) 1, 406; den ersten faden hat im letzten stral der sonnen zu eurer (
der fluren) winterwatt Maria selbst gesponnen. Rückert
ges. ged. 5, 58. I@33) wat (
im 16.
jahrh. zur bezeichnung des langen a
häufig waat, waht, wath
geschrieben)
erscheint im 15.
und zuweilen noch im 16.
jahrh. auch in dialektischen formen: schwäb. waut Steinhöwel
Äsop 265.
N. v. Wyle
translat. 125.
städtechr. 4, 332, 10 (
Augsburg 1469),
auch in Mentels
bibel, Tit. 2, 3; wot
bei Folz
meisterl. 13, 91
u. ö., besonders elsäss. Keisersberg
postill 1, 5
b. Wickram 5, 161, 22
u. ö.; hess. woid Gerstenberg
chron. 163;
köln. wait
städtechr. 14, 833, 19 (1499).
die form wethe (
wie mnd. wêde)
bei Rothe
düring. chron. 388.
die schreibung wad (
hauptsächlich unter einflusz von gewand)
bei Rothe
rittersp. 332. Murner
geuchmatt 413. Luther
off. 3, 4. Berthold v. Chiemsee 468. Mathesius
Sarepta 191
b. Melissus
bei Opitz
poem. 164; wadt
bei S. Franck
chron. 137
a u. ö. Mathesius
Sarepta 26
b u. ö.; die schreibung watt
z. b. bei Füterer
Lanzelot 113
Peter. Hätzlerin 1, 5, 71. Aventin 1, 395, 20, wott Wickram 7, 158, 1336,
hat lautlich keine bedeutung. —
der gen. dat. sing. läszt sich in der alten form wæte (
gekürzt wæt
z. b. Enikel
weltchr. 17269. Seuse 514, 2
Bihlmeyer; kouffmanschaft ... mit lin- und wullwät
stadtrecht von Bern 197, 7
Welti v. j. 1467)
aus dem nhd. nicht mehr nachweisen, doch kommt neben wat
bis ins 16.
jahrh. eine form wate
vor: stadtechr. 9, 985, 21 (1386). Seuse 244, 8.
kulmisches recht 2, 74. Mentels
bibel, Jac. 2, 2.
Nürnberger polizeiordn. 92;
sogar als acc. sg.: Vigilius
de rebus memorandis (1541), 35
b.
ein plur. (
mhd. zuweilen wæte)
wird nur selten gebildet: darnach sollen all wath gemessen werden
österr. weisth. 6, 139, 24 (1547); allsz ein sullmeister ... in naszen watthen von dem gejäg kam, seine klaider in der stuben wolte abtruckhnen Widmann
chronica v. Hall 69
Kolb; dasz ... mein leib, kleyder und waate (
sing.?) ein geruch über die gassen von sich geben
Petrarche trostbücher 19
a. —
vereinzelt erscheint das wort (
nach kleid, gewand)
als ntr.: mit irem ingedrukten und geweichten wat Seuse 134, 27; mit weychem wot oder weychen kleidern bekleidet Keisersberg
postill 1, 5
b; rotes wat Murner
mühle 1301;
wol auch in einer andern elsäss. quelle: mit keinem kleid oder wathe nie angethon Frey
ein schön gespräche von einem waldtmann (1555) B 2
a; Luther
s. o. auch Stieler
setzt das n. an, das nach Vilmar 459
auch im jetzigen hess. gilt. als masc. tritt das wort nur bei dem Norddeutschen Hollonius
somnium 1452
auf. IIII.
bedeutung und gebrauch. II@11)
die bei -wet
erhaltene grundbedeutung '
gewebe'
hat sich zunächst zu '
zeug, stoff, tuch'
entwickelt, diese bedeutung tritt im ahd. nicht mehr auf, wol aber im mhd. und bis ins 16.
jahrh., vielleicht unter einflusz des gleichgebrauchten gewant (
auch kleit
kann '
zeug, stoff'
sein Lexer 1, 1619): von golde und von sîden wurken wir die besten wât. Hartm. v. Aue
Iwein 6387; unversniten wât truoc man dâ mite, pfelle von Tabronite ûʒem lande ze Trîbalibôt. W. v. Eschenbach
Parzival 374, 27; sie (
die schafe) tragen auch die wollen, die man weschet unde schirt, da nu riche wat uʒ wirt. König vom Odenwalde 6, 22
Schröder; ouch liʒ he sine tochtir spehn wi si mochtin lerin nehn, wirkin und schrotin wat, und daʒ heftin mit der nat.
md. schachbuch, zeitschr. f. d. alt. 17, 206, 11; von schoner wat riche kleit wirt da manchem angeleyt mit mancher zirde rich. H. v. Neustadt
gottes zukunft 7652
Singer; die haben grienen arrasz genummen und für dry koller rotes wat. Murner
mühle 1301; scharlachin oder scharlatin gewandt oder wat
Nürnberger polizeiordnungen 104
Baader; nit tragen oder zu seinem leibe geprawchen eynich hermlein, zöblein oder lassatein wat
ebda; (
die knechte) hattend 14 mulesel mit sidiner wat nidergeworfen und verteilt Anshelm
Berner chronik 4, 87, 1. rauhe wat '
pelzwerk': es sol kein burger hie kein mederein gewande noch andere rauhe wat die als costlich sein weder an rocken noch an mentelen tragen, er sey dann 32 jar alt
städtechr. 2, 18
anm. 2 (
Nürnberg 1428); es sollen auch frowen und junckfrowen ... eynich prem von rawher wat undten umb an rocken oder undterrocken gar nyt tragen
Nürnberger polizeiordnungen 97
Baader, vgl. 100. '
leinwand' (
vgl. bettewât): ein kulter wart des bettes dach ... dar über zôch man linde wât, zwei lîlachen snêvar. W. v. Eschenbach
Parz. 552, 18; sollen also auch zwo ellen, loden- und watellen, am pranger hangen, darnach sollen all wath gemöszen werten
österr. weisth. 6, 139, 24 (
Steiermark 1547).
als '
stoff'
noch bei Henisch 1593 gewand, tuch, wandt, unzerschnitten gewand, wad, zeug zum kleid. II@22)
dann allgemein '
was zur kleidung dient': mit wâti er (
gott) thih io weriejoh emmiʒigên nerie. Otfrid 2, 22, 26; si ruoffend got an so drate, baide frü und och spat, das ers gnædeklichen prat an essen und och an der wat.
des teufels netz 4282
Barack; di unediln machit er togunt zu allin dingin edil sad: tribin si di an von jogunt, si smuckit si schone obir alle wad. Rothe
ritterspiegel 332
Bartsch ein leilachen ist ir (
der Spanierin) wat. Wittenweiler
ring 18
d, 34; dasz volck hochtewtscher zungen praucht auszländisch parat, red, wesen, schuoch und waht.
Bayerns mundarten 1, 117 (
um 1500); ich hab' bezwungen der knaben acht von jedem viertel der stadt. die haben mir als zins gebracht vierfältig tuch zur wat. Uhland
ged.2 344.
mhd. âne wât '
unbekleidet': schiere stuont sî âne wât und wart nacket unde blôʒ. Hartm. v. Aue
d. arme Heinrich 1194; sehent, wie er (
Christus) vor in gat ane trost und ane wat. Mone
schausp. des ma. 1, 220 (
der spiegel 314). II@33)
durchaus im vordergrund steht die collective bedeutung, wat
geht darum dem plur. kleid
oder kleider
parallel: er saʒ in derselben wæte unde in den selben kleiden, als er von in was gescheiden. Ottokar
reimchron. 33751
Seemüller; wann nit wol stats, so kleider und waat vil köstlicher sind, denn der huszrath.
tragoedia Joannis (
Bern 1549) B 7
b; das sich hinfüro nyemantz ... mit einicherley kleiden oder wate verkeren oder verändern ... sollen
Nürnberger polizeiordnungen 92
Baader; der todt mit seiner waht und kleidern, wie er verscheiden, darzwischen gelegt Kirchhof
milit. discipl. 203; aller dinge was er blôʒ ân eht sîner kleider wât.
Reinfrid v. Braunschweig 27 585.
s. auch die I 3
angeführten stellen. II@3@aa)
eine mehrheit von kleidungsstücken: ther selbo liut, thaʒ ist wâr,breitta sîna wât thâr, (
vestimenta sua) thaʒ er then weg mit wâtimammuntan gidâti. Otfrid 4, 4, 27; dô lief man wider manne zô vrôner kemenâte unde sagite von der wâte, die der recke Dieterîch hette gevaʒʒit ane sich.
könig Rother 1912; silber gap man unde wâtden armen dâ genuoc.
Nibel. 1001, 3; wes sol sich künsterîcher gernder trœsten, sît rîcher herren alte wat wîp, vischer, scherer, mûrer went verslîʒen.
minnesinger 2, 398
b Hagen; die zirlichen wat, messgewant, altartüecher, cappen ... sei unnutz und verlorn kost Meisterlin,
städtechr. 3, 175, 3; also dasz die gschirr, waat oder anders darinnen die bibergeyl gelägen ... lang und stetigt darnach schmöcken Forer
thierb. 24
a. '
wäschestücke': so tet er als ein gtú wOescherin, dú mit irem ingedruckten und geweichten wat hin gat zuo dem lutern wasser H. Seuse 134, 27
Bihlmeyer. die collective bedeutung hat sich bei dem lausitz. wōt
erhalten Anton (1844) 12 '
ein pack kleider',
auch übertragen '
eine menge',
z. b. eine wōt bücher. II@3@bb)
besonders aber die kleidungsstücke, die jemand am leibe trägt, sein anzug: doch ensup her an der wete, die her ane hete, daʒ her ein edele herre was.
graf Rudolf 24, 5; dô wâpnt er sich verholne unde truoc verstolne under der wât sîn îsengwant. Hartm. v. Aue
Erec 3065; der vant sie in der wætedie sie alle tage truoc.
Nibel. 1165, 3; gekleidet wart der degen snel: do was er fier unde clâr ... Parzivâl stuont wol sîn wât. W. v. Eschenbach
Parzival 306, 29; daʒ er den stein bî im iht hête verborgen unter sîner wête. Hugo v. Trimberg
Renner 14966
Ehrismann; won pist reich mit deiner wat, dest bas man dich in eren hat. Wittenweiler
ring 30
b, 37; so bitt ich dich, du Adelger, du wöllest mich laszen hangen in meiner wat, wie ich doch gange! Uhland
volksl. 148; also hanckten die von Augspurg ain veind und ächter an den galgen in aller der waut als er gefangen ward
städtechr. 4, 332, 10 (
Augsburg 1469).
zunächst wird an das hauptkleidungsstück, den rock gedacht (
dagegen beinwât, niderwât '
hosen'): die maget hûp ûf ir wât, sie ging uber hof in eine schône kemenât.
Salman u. Morolf 431, 1
Vogt; erbar in langer wat bekleit. Thurneiszer
erklärung der archidoxen 61; wenn man Josephs beinkleyder, Sanct Franciscus wad und bruder Altonis stümpichten zscherper für heylthumb weiset Mathesius
Sarepta 191
b.
doch kann wat
auch auf andre theile der kleidung bezogen werden: das sie in sulcher wate geen und pflegen sullen, nemlichen in stivallen und in judenhuten
städtechr. 9, 985, 21 (
Prag 1386); sach einen schneider machen röck, mentel, hosen, alles wat. H. Sachs
fab. u. schwänke 3, 180, 10
Götze-Drescher. II@44)
von der rüstung und bewaffnung wird wat
meist unterschieden: ist daʒ ein gotzhusman abstirbet, so sol das gotzhus nemen ain gewonlichen val und wat und waffen, ob er enheinen sun lat
weisth. 4, 492 (
S. Blasien 1383); herr köng, also (
gerüstet) kan ich (
David) nit gehn; in meiner wath wil ich in bstehn. H. Sachs 15, 47, 21
Götze. doch geht es auf die rüstung nicht allein in zusammensetzungen wie îsenwât, kampfwât, sarwât, wâpenwât,
in verbindungen wie stælin wât (
Dietrichs flucht 8886),
sondern zuweilen auch für sich dem zusammenhang nach: si sprungen nâch ir wæteund leiten sich
an. Nibel. 516, 1; dô wârn in ir wât alle Dietrîches reckenund truogen swert enhant. 2187, 2; von der wate der dy do vechten sullen. ledir und lynyn gewant muszen sy wol an tun alse vyl alsy wellen. houbt und vusze synt vorne blos
kulmisches recht 2, 74 (
s. 43)
Leman; sie (
die duellanten) vertruegen sich selbs der wehr und wat, also das ir kainer mehr dan ein langen spies und langen tegen haben solten
Wilwolt v. Schaumburg 124
Keller; sie (
die österreichischen ritter) fiengend nuon an ziehen mit ir kostlichen wat. Liliencron
hist. volksl. 1, 34, 5 (1386); für Landstal seind sie zogen mit büchsen vil und krieges wat.
liederbuch a. d. 16. jahrh. 281 (12, 4)
Gödeke. II@55) wat
erweitert seine bedeutung dann zu '
ausstattung',
indem es auf alles gehen kann, was man bei sich führt oder womit man versehen ist: ein vännli hiet er in der wat, da was seins dorffes zäychen an gemalet, secht, das stiesz der man an ein sper und warf es hoch auf. Wittenweiler
ring 55
d, 6; (
der delphin) setzt in daselben an den strandt, wie er geziert in seiner wath mit der harpffen und was er hat. Waldis
Esopus 2, 30, 103
Kurz; sy (
die Pharisäer) machend breit die wat, die sy gsatzmanung oder gsatzhuot nennend (
gebetsriemen) Zwingli 1, 319; die kaiserlichen cron, das kaiserlich gulden schwert ..., und ander kaiserliche wât, hailtum und zaichen, dabei man den kaiser erkent Aventin 5, 194, 31
Lexer; dann der teufel ist gewon ... durch dise anghenck und waat (
stein, der den gebärenden angehängt wird) die hertzen von gott abzeziehen Heuszlin
vogelb. 6
b; also hauszhalten, das ... hund und katz nicht ir bestes vihe oder ... leichtfertige tracht oder eine lange hannefeder nicht ir beste wadt ... sey Mathesius
Sarepta 26
b. II@66) wat
tritt häufig in verbindung mit adjectiven oder einem genetiv auf und hat sich so auch im 16.
jahrh. noch am häufigsten erhalten. II@6@aa)
mit adjectiven. II@6@a@aα) wan man die bruoeder im closter bekleit hat mit leininer oder wolliner waat, so hat diser diener zuo Abbazell dieselbig spend und auszteilung der leinwadt oder wollwadt ... empfangen Watt
schriften 1, 208, 2
Götzinger; drug sie gemeynlichin wollen unde haren woid Gerstenberg
chronik 163
Diemar; in schwartz wülliner wat rit kayserliche mayestat. H Sachs 2, 338, 14
Keller; all ding im hausz mit vollem rath, kleydung von sammet, seyden wat. 1, 434, 18; der edelmanwil fornen dran, verkleidt sich über dmasze, legt was er hatan seydin wat. Forster
frische t. liedlein 9 (III, 3)
neudr.; di trûgen phellîne wât, di was mit golde wol genât. Lamprecht
Alexander 6067
Kinzel; eyn pfelline wott er treit, daruff mit golt künstlich ist gnet. Wickram 7, 158, 1336 (
met. 3, 556)
Bolte. II@6@a@bβ) dîn engel lobent dich stæte in ir wîʒen wæte. Enikel
weltchronik 17340
Strauch; fraw Weiszheit in schne-weiser wat. H. Sachs 7, 250, 11
Keller; ich sach ein bild in blauer wat. Arnim 21, 230 (
wunderhorn 4.
bd.). II@6@a@gγ) er gieng für und für auff teutsch munier gekleidet in frenckischer wath S. Franck
chron. Germ. (1538) 76
a; dasz man schier alles Italiam und Germaniam in gallischer waht sihet
weltbuoch (1542) 67
a. II@6@a@dδ) swer zuo der ritterschefte sô wol gebildet wære, dem solte niht gebære sîn ein vrouwelîchiu wât. K. v. Würzburg
troj. kr. 28433; Scyrus die insel hat Achillem in weiblicher waht verborgen etwan lang behalten S. Franck
weltbuoch 19
b; der ein valscheʒ herze hât und an im treit geistliche wât. Hugo v. Trimberg
Renner 4272
Ehrismann; ind geschach die degradierung mit berufung ind afnemmung der priesterlichen wait ind cleidung
Koelhoffsche chronik, städtechr. 14, 833, 19; der geistliche stand ... erbar bekleidet in ihrer priesterlichen wath Paracelsus (1590) 10,
anhang 145; die priesterschaft ouch uszhin kert in irem priesterlichen wad. Murner
geuchmatt 413
Uhl; manegen snellen reckenman ze hove sach in fürstlîcher wæteallenthalben gân
Nibel. 392, 3; uf demselben hove sas kunig Rudolf ... uf dem kunigstule in kuniglicher wete, gekronet Closener,
städtechr. 8, 55, 28; erschien vor inen nit inn kOeniglicher wath, sonder inn gemeynen kleydern
Livius v. Carbach 7
a; drumb leg ich ab mein könglich wat, ein schlechtes kleid nimb ich an dstat. Heros
irrd. pilgerer (1562) 13
b; keiser Frederich ... gyngk do den gantzen tagk schone gesmuckt unde gecleidet ynn die keiserlichen wethe J. Rothe
düringische chronik 388
Liliencron; dürckisch kaiserlich majestat helt da in kaiserlicher wat. H. Sachs 23, 490, 25
Götze. II@6@a@eε) daʒ (
einhorn) mach nieman gevahin, wan mit einer magde. die zierit man mit vil schonir wât
speculum ecclesiae 16
Kelle; das frauenzimmer auch da stundt in ihrer allerschönsten waht. Ayrer 702
Keller; glat von stat, in hübscher wat. Uhland
volksl. 654; das ... du ... sauber neugewäschen wath anlegst Schaidenreiszer
Odyssea (1537) 24
a; wann einer stets im wirtshausz leit und pancketirt zu aller zeit, stets einher geht in guter wath, verthut allzeit mehr dann er hat. Eyering 1, 493; dô welte si ime die besten wât und leit in die
an. Hartm. v. Aue
Iwein 2198; der vatter rufft zuostundt harbey sein knechten, welchen er gepot: gond hin und bringt die beste wot. Wickram 5, 161, 72
Bolte; es sahe auch auff eine zeit der weise heyde Aristoteles ein solch jungfraw - knechtlein in seiner besten waht, wie einen pfawen, hereynprangen
theatrum diabolorum 2, 23
b (Cyr. Spangenberg); die beste wat
fiel dem herrn beim tode des eigenmanns zu Grimm
rechtsalt.4 1, 505; dô sach man Sîfridenvor ime schiffe stân, in hêrlîcher wæteund ander manegen man.
Nibel. 479, 2; daʒ edele gesteinelûhte verre dan ûʒ ir vil rîchen wæte:si wâren wol getâ
n. 1602, 2; ietliche so mit reicher wat beklayt Hartlieb
das buch Ovidii von der liebe (1482) 33
b; frewd, lust, zier, pracht, köstlicher wat, und alles was der mensch hir hat, was ists? nur ein schatte flüchtig. Hollonius
somnium 1452
neudr.; dasz sie billig werde bekleidt mit purpur und köstlicher watt zu aufinemung eur mayestat. Ayrer 125
Keller; sie (
Juno) thete sich bald understehn zu tretten für sein maiestat in zierlicher gestalt und wat. Spreng
Ilias 191
a; die uns so lang bedöret hat inn lämlins kleid und erber wat. S Birk,
schweiz. schausp. 2, 204. wie sindt die zwen einandr so gleich, denn das der ein geschmucket staht, der ander steht in schlechter waht, in ainem einsidlischen klaidt. H. Sachs 13, 136, 11
Keller-Götze; in schlechter wat, eim bauern gleich. Heros
irrd. pilgerer (1562) 23
a; swer in swacher wæt kom und hêt sich niht genæt an sînem brîs den ermel zuo, des spottet man spât und fruo. Enikel
weltchronik 17269
Strauch; wann ob auch dorein geet ein armer in schnOeder wate (Zainer: wat) Mentels
bibel, Jac. 2, 2; dort geht mein jüncker trawrig rausz, hat ahn gar ein ellende waht. H. Sachs 11, 232, 1
Keller; nicht wunder wehr, ir erfrürt glat, weyl ir anhabt so ringe waht. 14, 289, 5; in armudtseliger, zerrissener waht. Ayrer 174
Keller; ein junge person in geringem und zerriszenem habitu und waht Kirchhof
wendunmuth 3, 156
Österley; die stolzen ritter tragent dörpellîche wât. Walther 124, 25; verwandelt sie abermahl ire bäwrische waht und kittelein in fürstlichen, herrlichen schmuck und habit Kirchhof
wendunmuth 3, 92
Österley. II@6@bb)
mit genetiv: wie er in frouwen wæte gieng als ein frou stæte. Enikel
weltchronik 14537
Strauch; auff bestimpte nacht kam der ein in weiszer frauwen wat vor desz bruoders beth stehen Kirchhof
wendunmuth 1, 501; dasz diese welt in weltlichen kleidern nie so viel arges angericht habe, als sie jetzund in der mönch waath thun Bebel
geschwenck (1589) 93
b;
scrutum, armer lute wat Diefenbach
gl. 521
c; leget er seiner oberkeit kleid ab, straiffet eines bettlers watte an St. Vigilius
de rebus memorandis (1541) 35
b; wer itzt nicht pluderhosen hat, die schir zur erden hangen, mit zotten, wie des teuffels wat. J. Walther,
Wackernagels kirchenl. 220, 14. II@77)
wie kleid
erscheint wat
von dingen, die als eine hülle, decke angesehen werden können. von der haut der thiere: darumb belyb ain esel, wie du uncz her gewesen bist, und züch an dyns vatters waut und begere nit fremdes lobes, daʒ du nit geschmächt werdest, so es dir würt abgezogen Steinhöwel
Äsop 265
Österley; und winckelpredigere in schaffes watt. H. Folz
meisterlieder 34, 564
Mayer. mhd. gern vom laub der bäume: er (
der sommer) wil rîchen sicherlîchen man gen boum mit loubes wât. Neidhart v. Reuenthal 5, 25
Haupt; die boume stânt in rîcher wât nach wunsche und nach prîse. Altswert 20, 19; si (
die tanne) sprach: ich bin lang unde breit, und bin mit esten wol bekleit; in den luft mîn told ûf gât; grüen ist mîner esten wât. Boner
edelstein 86, 10.
von der blumendecke der erde: wer uff der himelschen heide sich ermeijet hat, der ahtet nút vil uff des zitlichen meien wat; oder waʒ sol ime rosenrot, vyol, lylien und allerley varwe der bluomen? H. Seuse 440, 3
Bihlmeyer. von den wolken am himmel: der himel sich gestellet hat von grawem claid zu weiszer wat. Hätzlerin II, 83, 14 (
s. 302); die morgenröt ... in rosienroter farben mit schöner wath angethon sich sehen liesz Wickram 2, 151, 29
Bolte. II@88) wat
steht ferner übertragen, namentlich in bestimmten bildlichen wendungen, für '
äuszeres ansehen, erscheinung, gestalt': von der (
mutter Maria) zu nemen menschlich wat. H. Folz
meisterlieder 36, 110
Mayer; wie das Phoebus ir seel so rein gen himel het hinauff gefürt und mit englischer wath geziert. Scheit
die frölich heimfart L 1
b; daʒ vel, dîn ougenüberzoch, daʒ ist wîʒ als liljenblat. dû treist an dir der engel wât. Enikel
weltchronik 12484
Strauch; die alten weib in heiliger waut (
vulg. habitus) Mentels
bibel, Tit. 2, 3; wolt gott ich konde auch ein ander angesicht an mich nemen und das ich anhät ein theologische wadt S. Franck
lob der thorheit 128
Götzinger; daʒ er wider in die werlt kæme nackend, blôʒ, ân allen rât, und lebete baʒ in swacher wât kûme und ermeclîche, dan er sturbe lobelîche. K. Fleck
Flore und Blancheflur 2412; diu (
gîtikeit) hât ir selbes unsêlikeit niht vür grôʒe missetât und treit velschlich der tugende wât. Hugo v. Trimberg
Renner 4664
Ehrismann; du grunest und blüst aller ding, gleich wie ein lorbaum im früling, wie eine tanne, wechst gerad dein werther leib in gleicher wad. Melissus
bei Opitz
t. poemata (1624) 164.
in andern fällen wird nicht mehr an die äuszere erscheinung gedacht, sondern wat
mit einem adj. oder gen. steht nur umschreibend für ein abstractum, doch kann die vorstellung der bekleidung noch im ausdruck nachwirken: swaʒ min frúnt mir frúndes rat irzaiget ane missetat ... der lait an mich der trúwen wat und tuot mir wol, swie eʒ ergat. R. v. Ems
Willehalm 15685
Junk; ze mâʒe reden swer daʒ kan, unde ouch ze mâʒe swîget, den kleidet mâʒe in êren wât.
minnesinger 3, 166
a Hagen; die sich der sunden wot enploszet haben gare und hie der welt ab sterben. H. Folz
meisterlieder 57, 76
Mayer; so hat er unser sünd und schuld erworben bey gott gnad und huld, zog ihm (
Christo) an ein untödtlich wath. H. Sachs 15, 264, 24
Götze; mit himelscher haimant begaubet ... und mit untödemlicher wăte beklaidet
N. v. Wyle
translat. 125, 17
Keller. sie kann auch ganz fallen gelassen werden: (
er mochte) zu schanden brengen siner toufe kusche wat.
Passional 217, 17
Köpke; o we, waʒ bin ich worden? wie ist myn kuschliche wat gedigen zu einer unvlat!
väterbuch 32445
Reiszenberger; der kunic von Medinlant, dem die Persyn ouch benant sint mit dienestlicher wat.
poet. bearbeitung des buches Daniel 6139
Hübner; der mir die sel klar geben hat, leib, er und guet, vernunft und cristenliche wat. Oswald v. Wolkenstein 90, 32
Schatz; ich (
sünder) rueff in engestlicher wat, hilff, magt, mit ganzer trinitat und lasz uns nicht der helle vas. 52, 18,
wo vielleicht auch an wate '
furt'
gedacht werden könnte, vgl. 117, 61
von Christus auf dem Ölberg: der vorchte wat was engestlichen von des todes verge (
Judas).