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wate

mhd. bis Dial. · 13 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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16 in 13 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

wate f.

Bd. 27, Sp. 2570
wate, f. eine art zugnetz an zwei stangen befestigt; 'ein groszes fischnetze, welches bey fischung groszer teiche und seen gebraucht wird. es besteht aus zweyen von gutem hanf gestrickten wänden, welche von solcher höhe seyn müssen, dasz sie unten am grunde aufstreichen, am obern theil aber auf dem wasser schwimmen. in der mitte findet sich der keutel, zipfel oder sack, darinnen sich die fische fangen, und erstreckt sich etwan drey klaftern lang hinauswärts' öcon. u. physic. lex. 8, 2268; ahd. wata, mhd. wate, im späteren alem. watte, md. auch wade, entsprechend mnd. wade Schiller-Lübben 5, 572, (stafwade schon 1272 pomm. urkundenb. 2, 258), ndl. wade, wadde; im schwed. norw. vad, n. vod, n. entlehnt sind finn. vata und it. guada 'zugnetz'. das wort wurde von Grimm gramm. 3, 467 zu waten gestellt, weil man mit dem netz im seichten wasser watet; so auch van Wijk bei Franck2 770b mit verweis auf poln. brodnia 'schleppnetz' zu asl. bredu 'wate'. es gehört aber wol mit anord. vaðr, m., norw. vad 'angelschnur' zu der wurzel von wat 'kleid' als 'das geflochtene'; verwandt ist lett. wadus 'groszes zugnetz', lit. vedéjà 'ein zweipersoniges fischnetz', aslav. nevodŭ 'netz', ferner steht lit. ũdas 'aalschnur' Fick 34, 386. ein näherer zusammenhang mit ahd. giwetan 'verbinden' (Kluge8 400) besteht wol nicht. es ist jetzt namentlich in nd. gegenden an der meeresküste als wade üblich brem. wb. 5, 161. Schütze 4, 327. Schumann 38. Dähnert 538. Frischbier 2, 451, auch in Liv- u. Estland Hupel 260. Sallmann 2, 43; im binnenland scheint es theilweise ausgestorben zu sein, doch wird es aus Schlesien Weinhold 103, Köln Hönig2 198a (wäd), vom Neckar (zeitschr. f. d. wortforsch. 6, 74), aus dem Elsasz Martin-Lienhart 2, 878a (watt), vom Bodensee (schriften des vereins f. gesch. des Bodensees 39, 128 ff.), aus Schwaben Schmid 512 (watt, n. 'netz zum forellenfangen'), Baiern Schmeller 2, 1045 (vgl. Frommann 7, 112), der Steiermark Unger-Khull 613a angeführt; auch siebenbürg. wōt. in älteren belegen tritt es aus allen deutschen landschaften auf: rivarea, wata Steinmeyer - Sievers gl. 3, 455, 12, wate 3, 675, 70 (vgl. auch 4, 194, 31); tragum, watt Diefenbach gl. 592a, sagena, wate nov. gl. 324a; verticulum, rete piscatorium, ein zuggarn oder waten Faber thesaurus (1587) 924a; tragula, ein wade Orsaeus nomencl. methodicus (1623) 205; verriculum, ein netz das man zeucht, eine waate, ein zuggarn Corvinus fons latinitatis (1646) 956; fischbahr, tragula, alias eine wate oder sencke Stieler 133; entsprechend in den späteren wörterbüchern (bei Ludwig, Aler und Kirsch watte, bei Steinbach und Adelung wathe und watte, bei Frisch nur nd. wade): auch sal ein faut von Mintzenberg werin in den wassern ... spangezowe, waden und keselgarne weisth. 6, 397 (Dreieicher wildbann 1338); wær och das airn ain seg oder ain watt aingesezt hett ..., sicht er das ain herr über see wil, so sol er usz varen 1, 240 (Thurgau 14. jahrh.); die soliche watten, garne, berner, körbe oder deheinen vischegezock enger wircketent, stricketent oder machtent denn dovor geschriben stot Straszburger zunftordnungen 193 Brucker; das alle die, so in niderwasser vischent, von aller heiligen tag untz uff den heiligen abent ze ostren die watten zühen und da mit wol vischen mögen, doch also, das sy dasselb garn nit an das land zühen Zürcher stadtbücher 2, 325 Zeller-Werdmüller (1420); (er darf fischen) mit der watten, dem streiffberen und angelruotten alls wit er watten mag stadtrecht von Bremgarten 27, 33 (16. jahrh.) Merz; mit waden, kleibegarn oder andern garn und fahegeschirr fischen weisth. 5, 669 (Pfalz); welche segen, reustnetz, vachnetz, auch waaten, tolbentauppl oder peern nicht nach dem masz des hofmodls gestrickt und gefunden werden österr. weisth. 5, 13, 33 (Tirol 1505); das die fischer ... bey yrer alten gewonheiten bleiben, wie die fur alters here gefischet haben mit wathen, die eyns garns weit und das eysen masz haben, und die groszen gezcaw, och yn schiffen zw fischen meyden urkundenbuch der stadt Leipzig 2, 379 (1518) v. Posern - Klett; sollen förder in jedem dorff mehr nicht denn zwo waten, sechs garnseck, und zwelff reuszen ..., doch jeden tag nicht mehr denn zwo personen gebrauchen newe fischordnung auff dem Rederstram (Dresden 1573) A 4b; so fischet man den samen (der karpfen) mit einer kleinen wathen Coler hausbuch (1640) 526. man unterscheidet zahlreiche arten, so nd. aalwade, häringswade, für Oberdeutschland s. Schmidt els. wb. 413b. Schmeller 2, 1045. eine grosze wate wird auch an zwei kähne gebunden und so ins wasser gebracht (Rondeau), deshalb erscheint auch wate unter den fahrzeugen: och söllent sü zoll empfohen von weideschiffen, eichen ruoderbǒmen, lowelriemen, nieschen, floszschiffen, watten Eheberg verfassungsgesch. der st. Straszburg 1, 416 (15. jahrh.). wate beim biberfang verwendet Döbel jägerpractica (1754) 2, 137. Heppe jagdlust 1, 461. handbuch f. forst- u. jagdkunde 3 (1797) 433. auszerhalb der rechtlichen und technischen litteratur erscheint das doch nicht allgemein bekannte wort nicht häufig: da fischer kamen in ein insel und reingeten ir watt von den würmen, sahen si sitzen Homerum den poeten H. v. Muglein Valerius Maximus 35b; wöllen sich wider mit irer hende arbeit nehren und mit iren waden und netzen fisch fangen Matthesius historia Christi (1579) 2, 79a; heiszet er Simon auff die höhe des meers faren, und seine wade in die tieffe auszwerffen postilla 2, 200a; darnach ziehet er mit der waten sehr viel (fische) hinausz, die in den fischergarn herum sprungen Treuer deutscher Dädalus 1, 618; die Gazer gedachten, Simson sei nunmehr in ihrem garnsakke so guht als gefangen, weil er in ihrer verschlossenen stadt war. sie vermeinten den fisch so gewis in ihrer wahte zu haben, dasz er ihnen nicht entschlüpfen könte Zesen Simson (1679) 316; die wate war zu schwer. gesangbuch d. brüdergemeine 2258, 25. die redensart er is dorch de watten gange Müller-Fraureuth 2, 644a geht wol von wate aus.
6065 Zeichen · 108 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    WATEstf.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +5 Parallelbelege

    WATE stf. eine art zugnetz mit einem sack ohne spiegel, tragula. Schmeller 4,195. Gr. 3,466. watte Oberl. 1954. ein watt…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    wateF.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    wate , F. nhd. Schärfe, Schneide E.: s. wetten L.: Lü 558b (wate)

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    WateDie

    Campe (1807–1813) · +1 Parallelbeleg

    Die Wate oder

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Wate

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Wate (altnord. Vadhi , angelsächs. Wada ), eine Figur der german. Heldensage, ursprünglich wohl ein Meerriese, aber durc…

  5. modern
    Dialekt
    Watef.

    Pfälzisches Wb. · +4 Parallelbelege

     Wate f. : ' großes aus zwei Wänden und einem Sack bestehendes Zugnetz '; Zs.: Fischwate . a. 1565: Seiller ... welcher…

Verweisungsnetz

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit wate

644 Bildungen · 638 Erstglied · 4 Zweitglied · 2 Ableitungen

wate‑ als Erstglied (30 von 638)

Wateau

Herder

Wateau (Wato), Antoine, berühmter franz. Genremaler, geb. 1684 zu Valenciennes, gest. 1721, wurde in Paris durch seine Darstellungen aus dem…

Wateita

Meyers

wate·ita

Wateita , Volksstamm in Britisch-Ostafrika, s. Teita .

Watelet

Meyers

wate·let

Watelet (spr. watt'lä), Louis Etienne , franz. Maler, geb. 25. Aug. 1782 in Paris, gest. daselbst 19. Juni 1866, bildete sich durch das Stud…

watelle

DWB

wat·elle

watelle , f. steir. elle für leinwand Unger-Khull 613 a s. den beleg wat II 1.

wateln

DWB

wat·eln

wateln , verb. sich im wasser bewegen. diminutivbildung zu waten, schweiz.-els. watteln, wätteln Stalder 2, 437 . Seiler 312 . Martin - Lien…

watenbrot

DWB

waten·brot

watenbrot , n. in Estland wadenbrot, ' das brot, das die schiffer mitnehmen, wenn sie mit der wade, dem zugnetz, fischen gehen ' Sallmann 86…

Watenfeld

PfWB

waten·feld

Waten-feld n. : FlN, mda. Warefeld [ BZ-Billh ]; zu Wat 2 . —

Watenholz

RhWB

waten·holz

Waten-holz n.: Schleifholz, in das die grossen Hackmesser beim Schleifen der Wate gestellt werden.

waten I

RhWB

waten I -āt- Daun-Strohn schw.: die Sense w., wetzen; die unverschobene Form ist hier auffallend.

waten II

RhWB

waten II das Wort ist vereinz. (doch vgl. waddeln ); die Abl. Wate ist verbreiteter; wdən Trier-Stdt , Bitb-Wiersd ; -ęd- Koch-Hambuch ; wā…

Watenpüppchen

RhWB

waten·pueppchen

Waten-püppchen -pypkən n.: 1. eine Taschenmesserart, Uhrmesser? — 2. Wate 2; bei längerem Gebrauch wird das Stahlstückchen in der Mitte abge…

Watenrod

PfWB

waten·rod

Waten-rod Gen.? : FlN. a. 1463: 5 morgen ackers genannt wattenrodt [HornbGb.].

Watenschor

RhWB

waten·schor

Waten-schor (gern Dimin.) f.: Abschrägung am Gewerbe der Schere; es handelt sich hier nicht um eine in eine Spitze auslaufende Schor, sonder…

watenseil

DWB

waten·seil

watenseil , n. seil an der wate, um sie ans land zu ziehen, coulures, trempées. nouv. dict. des deux nations (1762) 1, 708 c . —

watenstein

DWB

waten·stein

watenstein , m. stein, um den sack der wate zu beschweren, cliquettes. ebenda.

water 49

KöblerAfries

water 49 , st. N. (a) nhd. Wasser ne. water (N.) ÜG.: lat. aqua K 9, L 1, AB (84, 21), Pfs (17, 12), Pfs (17, 17), flūctus K 10 Vw.: s. in-,…

water* 6

KöblerAnfrk

water* 6 , st. N. (a) nhd. Wasser ne. water (N.) ÜG.: lat. aqua MNPs Vw.: s. -fol* Hw.: vgl. as. watar, ahd. wazzar* Q.: MNPs (9. Jh.) E.: g…

Wāter-dere

WWB

water·adere

Wāter-adere f. [verstr.] 1. „Wasserader“. Waateroddern sööken ( WmWb ). — 2. Quelle (Frbg.).

Wateräditz

MeckWB

Wateräditz a. Spr. -egedisse f. Molch, triturus: lacerta aquatilis 'Wateregedisse' Chytr. 391.

Waterarbeit

MeckWB

water·arbeit

Waterarbeit f. Arbeit des Lohgerbers mit den Fellen im Wasser, Gegensatz: Kalkarbeit Wa.

Waterbänk

MeckWB

water·baenk

Waterbänk f. Bank für Wassereimer: in der Küche stünn de Waterbänk bi de Dör, dor stünnen twei Emmers vull Water up, dei ut 'n Sod haalt wür…

Wāterbak

WWB

water·bak

Wāter-bak m. Gefäß für Wasser: Waschschüssel; Wassertrog, Tränke für Vieh auf der Weide ( WmWb ).

Wāterbank

WWB

water·bank

Wāter-bank f. [verstr.] 1. Bank neben dem Spülstein, die zwei Wassereimern Platz bietet. Buaben ubb’e Diahl stond dä Waderbank ( Hfd Sl ). —…

Waterbeer

MeckWB

water·beer

Waterbeer f. Wasserbirne, Name einer sehr saftigen Birnensorte Wa Rog ; Wred; Waterbeeren sünd lang un rotbackt Rog; Waterbeeren, dei sünd s…

wate als Zweitglied (4 von 4)

gewâte

Lexer

ge-wæte , ge-wâte stn. BMZ md. gewête, coll. zu wât, kleidung, rüstung Gen. Roth. Nib. Gudr. Parz. Lieht. Pass. (102,86). Kchr. D. 363,19. 4…

hantwate

KöblerMhd

hant·wate

hantwate , st. F., sw. F. nhd. kleines Zugnetz Q.: Urk (1398) E.: s. hant (1), wate W.: nhd. DW- L.: DRW

Schmeißwate

DRW

Schmeißwate, f. in der Fischerei: eine Art Zugnetz vgl. Schmitzgarn schmeißwatten 1570 UFrkFischerei. 223 die dickhe greif- undt schmeißwath…

steinwate

Lexer

stein·wate

stein-wate swf. zugnetz, das durch einen daran gehängten stein auf den grund des wassers hinab gesenkt wird Mone z. 4,83. s. wate.

Ableitungen von wate (2 von 2)

bewate

BMZ

bewate swv. gehe, komme auf oder über etwas. sîn lîp, sîn bluot dich bewuot Frl. KL. 18,10.

gewâte

Lexer

ge-wæte , ge-wâte stn. BMZ md. gewête, coll. zu wât, kleidung, rüstung Gen. Roth. Nib. Gudr. Parz. Lieht. Pass. (102,86). Kchr. D. 363,19. 4…