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wade

mhd. bis spez. · 18 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
24 in 18 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

wade f.

Bd. 27, Sp. 239
wade, f. sura. II. formen und herkunft. wade kommt in der älteren sprache nur als masc. vor, ahd. wado Graff 1, 769, and. watha Steinmeyer-Sievers gl. 2, 716, 43. auszerhalb des deutschen entspricht anord. vödvi m. Fritzner 3, 983, norw. vodve Aasen 941 muskelfleisch, dickes fleisch. dies ist jedenfalls die ursprüngliche bedeutung, die im deutschen auf 'dickes fleisch am schienbein' eingeschränkt erscheint. ahd. wado musz lautlich aus *wadwo entstanden sein. mhd. wade läszt sich auch nur als masc. nachweisen. im älteren nhd. findet sich das wort auch zu wad verkürzt (sura, wade, wad Diefenbach gl. 568c) oder zu waden erweitert; das masc. ist durchaus das gewöhnliche, s. nachher die belege aus der Zimmerschen chronik, Dürer, Paracelsus, Thurneisser, Würtz. von den wörterbüchern hat Dasypodius 237c auffallender weise schon das f.: sura, die wade am schenckel, dagegen Maaler 480a der waden am schenckel, Junius 28b wadem (für waden), auch Emmelius 1590 (nach Diefenbach gl. 568c) waden m. im 17. jahrh. hat Schottel 1439 noch wade m. die meisten wörterbücher haben damals nur die pluralform, so Henisch 515, Schönsleder Kk 3d, Krämer 1203 (schon als f.), Dentzler 2, 340, Rädlein 1024, Frisch d.-franz. wb. 415. offenbar ist bei diesem nur selten im sing. gebrauchten wort vom plur. aus das fem. genus durchgedrungen. Stieler 2448 hat schon wade f., ebenso Ludwig und die späteren. das m., das Adelung als wad aus dem obd. kennt, kommt aber noch bei Bodmer vor (s. u.), auch in der onomatologia medica hrsg. v. Haller (1756) 1282 heiszt es sura, der waden. auch in jetzigen obd. mundarten findet es sich vgl. Straszburger studien 2, 280, Seiler 307, Schmeller2 2, 849 (waden), Lexer 249, auch südfränkisch Lenz vgl. wb. 75. im bair.-öst. ist aber wadel m. die gewöhnliche form Schmeller2 2, 849 (auch umgelautet wädel), Schöpf 793, Höfer 3, 264, Loritza 140, Hügel 184, Lexer 249. Schmeller belegt wadel auch aus der älteren sprache, so aus voc. von 1419 und 1445 und einer Münchener hs.: wen ainem ain wadel wurd abgeslagen, so mach es (euforbium) news flaisch und ainen ganczen wadel und ain gut hosenpain; in einem handschriftlichen glossar bei Diefenbach gl. 568c sura, wadl. IIII. gebrauch: nider halb des chnieradenan deme beine stant die waden: so sich daʒ bein recche,daʒ iʒ niene stet sam ein stecche. genesis, fundgr. 2, 15, 2; die waden an dem beine von dem vuoʒ unz ûf die büege. H. v. d. Türlin krone 24176; der herr wird dich schlahen mit einer bösen drüs an den knien und waden. 5 Mos. 28, 35; bey end des innern wadens. Dürer menschl. proportion A 5a; am hinteren theil desz wadens. Thurneisser von probierung der harnen (1576) 80; der fusz soll .. höher ligen dann der waden, und der waden höher dann das knie. Würtz practica der wundartznei (1612) 229; die adern im waden. Paracelsus chirurg. schriften (1618) 120 B; als sie die seide von dem kleinen fusze und weiszen waden umgewendet zogen. Bodmer bei Pyra u. Lange 158 neudr.; Fyleus sohn, den Amfiklos, der wild anrannte, bemerkend, zuckt' ihm entgegen die lanz in das obere bein, wo am dicksten strozt die wade des menschen von fleisch; es zerrisz ihm die sehnen rings das durchbohrende erz. Voss Ilias 16, 315. wohlgebildete, volle waden werden an einem schönen manne gerühmt und gelten als ein zeichen von kraft: dar zuo was er über al wol geslihtet als ein zein. er hâte ritterlîchiu bein unde wolstânde waden, niht ze cranc noch überladen, und daʒ sie heiʒent holn fuoʒ. K. Fleck Flore 6855; dazu gehören stärkre waden, das gute glücke wiegt gar schwer. Stoppe Parnasz im Sättler 223; stracks schielten ihro gnaden, als sie den schönen jüngling sahn, nach seinen vollen waden. Hölty 4 Halm; sey lang von wuchs, beblecht, und voll von wade: das gibt verdienst! Goekingk 2, 207; Haman. nur die vernunft, die soll uns führen, ihr himmlisch klares angesicht. Ahasverus. hat auch dafür keine waden nicht. Göthe 57, 255 (2 ältere scenen a. d. jahrmarktsfest zu Plundersweilern); die volle wade strotzte von rüstigkeit und mannskraft. Musäus volksmährchen 1 (1804), 124; er hat dünne waden, he has little thighs. Ludwig 2363; lummerige wadel, schlottriges, weiches, schlaffes wadenfleisch. Höfler krankheitsn. 773a; von faulkeit han ich groszen schaden, ein prochens bein, geschwollen waden. fastnachtsp. 565, 10. in der volkssprache heiszt es von einem, der dünne waden hat: er hat waden wie ein verheirateter sperling (in der parungszeit). Wander 4, 1723 (gegentheil: er hat waden wie ein gemästeter hahn u. dgl.). falsche waden: den mangel recht formirter waden ersetze mit einem futter in den strümpfen! Simpl. 2, 311, 29 Kurz; und ob er gleich sehr viel von hochzeit spricht ... den kopf, der wie ein espenwipfel zittert, dreimal des tags in kaltes wasser taucht und weitre hosen trägt und seine waden füttert. Wieland 21, 224 (Clelia 3. 172); darum bedien' ich mich, wie mancher junge mann, seit vielen jahren falscher waden. Göthe 12, 127 (Faust 1). einen auf die waden klopfen, to clap one's thigh. Ludwig 2363; ich wölt das aller buoben waden verkeret wæren für sich: sich stosset mancher jæmerlich, das im die schinbain pluoten. liedersaal 3, 480, 116; dô wâren mê dan zweinzic schar der gense, die dâ giengen und in (den wolf) alsamet viengen in bûch, in sîten und in waden. thierfabel bei Grimm Reinhart Fuchs 318, 745; ohne geferdt schnapt es (das hündlein) umbher und zwickt graf Jacoben in den ainen waden. Zimmersche chr. 4, 278, 32; der Pommer (hund) fuhr dem kleinen wicht voll edeln grimmes an die waden. Pfeffel poetische versuche 2, 138; wie zukten ihre waden vor dieses bullen zahn! es schnalzten seine gnaden, und Joli pakte an. Schiller 1, 208; verstand wie ein pudel die ohren spitzt, wenn's herz an festlicher tafel sitzt. gieb ihm nur ein knöchlein zu benagen, so wird er höflich sich betragen. doch willst du auch das knöchlein sparen, wird er dir in die waden fahren. Heyse 1, 63. bis an die waden, auf die waden, über die waden u. dgl. wird gern als bestimmung gegeben, wie weit etwas reicht: die kristen gunden wîten phaden: si wuoten unz an die waden in dem bluotigen sê. Servatius 2114; sie stond im bluot bis an die waden. N. Manuel vom pabst 919 Bächtold; ein rock der gantz über die waden herunter hängt. Ludwig 2363; einin wâpinroc er vuorte, der an die wadin ruorte. Athis B 40; daʒ sîn schære habe undanc, diu dâ verre reichet dan und sleht ûf einen waden. Haupt Neidhart v. Reuenthal 239, 80; der mantel hat gar vil krumer falten, er get euch nit gar in di waden. fastnachtsp. 671, 13; dasz der gemeyn bawerszmann und arbeyteleut ... die röck nit anders dann zuom halben waden machen lassen sollen. des heyl. römischen reichs ordenungen (Worms 1536) 186b; die schuch (der jäger) sollen etwas über die waden gehn, auff die art der bundschuch. Sebiz feldbau (1580) 564. bildlich: sie knirscht, zerbeiszt die hand, zeigt rachgier über schaden, und richtet, wer nur kommt, vom kopffe bis zur waden. Günther 482; königstreu bis in die waden. P. Wigand der menschliche körper im munde des deutschen volkes 110. nassauisch ist wade auch eine kurze hose, die bis an die wade reicht. Kehrein 436. beim schuhmacher ist die wade der die wade bedeckende theil des stiefelschaftes. Jacobsson 4, 296. auch ein theil des bienenbeines heiszt wade: ein jedes dieser beine hat 5 gelenke ... 4. die waden (oder bürsten am mittelsten paare). Overbeck bienenwb. 11.
7459 Zeichen · 157 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    WADEswf.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +6 Parallelbelege

    WADE swf. eine art netz, nach Frisch 2,413. c eine art fischergarn, womit man an seichten orten fischen kann. vgl. schwä…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    wadeF.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +4 Parallelbelege

    wade , F. Vw.: s. wāde

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Wade

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Die Wade , plur. die -n, Diminut. das Wädchen, der hervor ragende muskulöse, oder fleischige Theil an der hintern Seite …

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Wade

    Goethe-Wörterbuch

    Wade [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Wade

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Wade , muskulöser Theil des menschlichen Unterschenkels, durch einen Zwillingsmuskel gebildet, der nach oben in die Knie…

  6. modern
    Dialekt
    Wade

    Südhessisches Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    Wade Band 6, Spalte 189-190

  7. Sprichwörter
    Wade

    Wander (Sprichwörter)

    Wade 1. Wer kein Waden hett, soll kein enge Hosen dragen. – Fr. Reuter, Ut min Stromtîd, II, 60. 2. Als man rief Waden, …

  8. Spezial
    Wade

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Wa|de f. (-,-n) ‹anat› badl (-i) m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit wade

152 Bildungen · 141 Erstglied · 10 Zweitglied · 1 Ableitungen

wade‑ als Erstglied (30 von 141)

Wade(n)bei(n)

Idiotikon

Wade(n)bei(n) Band 4, Spalte 1305 Wade(n)bei(n) 4,1305

Wade(n)schnapper

Idiotikon

Wade(n)schnapper Band 9, Spalte 1242 Wade(n)schnapper 9,1242

Wade(n)spanner

Idiotikon

Wade(n)spanner Band 10, Spalte 273 Wade(n)spanner 10,273

Wade(n)spanneⁿs

Idiotikon

Wade(n)spanneⁿs Band 10, Spalte 270 Wade(n)spanneⁿs 10,270

Wade(n)strumpf

Idiotikon

Wade(n)strumpf Band 11, Spalte 2281 Wade(n)strumpf 11,2281

Wade(n)stëcher

Idiotikon

Wade(n)stëcher Band 10, Spalte 1283 Wade(n)stëcher 10,1283

Wade(n)wickel

Idiotikon

Wade(n)wickel Band 15, Spalte 1118 Wade(n)wickel 15,1118

wadebein

Lexer

wade·bein

wade-bein stn. wade. zwên kopf auf ieglîchem wadbain ân peken sind gût für das gicht Cgm. 4543,108 a bei Schm. Fr. 2,849.

Wadeblume

RhWB

wade·blume

Wade-blume wāblum Klev-Üdem f.: Kornrade, Agrostemma githago.

Wādebrde

WWB

wade·brade

Wāde-brade f. [ Gel SWestf] 1. (Muskelfleisch der) Wade. Dai Ruie hiät mi in de rechte Waddebrne bïet’n ( Isl Dh ). — Ra.: He bröet sik dat…

Wade II

RhWB

Wade II das Wort, ndl. wad, mndl., mnd. wat, ahd. wat, ist Klevld in der Nähe des Rheines, u. zwar wa Klev , Mörs [ Friemersh w:t, Pl. -də…

Wade III

RhWB

Wade III das Wort, ahd. wata, mhd. wate , mnd. wade, ist vereinz. Rip, Nfrk bezeugt (Bed. 2 Saarbg , s. u.), u. zwar wE:t, Pl. -də Köln-Stdt…

Wade IV

RhWB

Wade IV das Wort ist Rhfrk, Mosfrk allg. (u. vereinz. Rip in Aden-Quiddelb , Schleid-Reifferschd , Sieg-Honnef Rott ; sonst Brade, Wack-, Wa…

wadeke

KöblerMnd

wad·eke

wadeke , F. nhd. Käsewasser, Molke E.: ?, s. ke? L.: Lü 549b (wadeke)

Wadel I

Idiotikon

Wadel I Band 15, Spalte 444 Wadel I 15,444

Wadel II

Idiotikon

Wadel II Band 15, Spalte 457 Wadel II 15,457

wadelære

Lexer

wadel·aere

wadelære stm. BMZ umherschweifer, flüchtiger Gen. D. 25,19. Diem. 35,29 ;

Wadelaï

Meyers

wade·lai

Wadelaï , Ort in Äquatorialafrika, ehemaliger Hauptsitz der Verwaltung Emin Paschas, rechts am Bahr el Dschebel (Weißer Nil), unter 2°47' nö…

Wadelarsch

PfWB

wadel·arsch

Wadel-arsch m. : ' beim Gehen hin- und herschwankender Hintern ', Waddelaʳsch [Pirmas], Warreloʳsch [ PS-Erfw ]; Syn. s. Gesäß . Rhein. IX 1…

wadelarschig

PfWB

wadel·arschig

wadel-arschig Adj. : ' im Gesäß zu weit ', von Hosen, waddelaʳschich [ PS-O'simt ].

Wadelbir(eⁿ)

Idiotikon

Wadelbir(eⁿ) Band 4, Spalte 1498 Wadelbir(eⁿ) 4,1498

Wadelbirn

Adelung

wadel·birn

Die Wadelbirn , plur. die -en, eine Art gelber, saftiger, aber sehr herber Birnen, welche nur zum Braten tauglich ist; Kannenbirn, Ritterbir…

wadelbirne

DWB

wadel·birne

wadelbirne , f. hellgelbe, an der sonnenseite rot gestreifte oder punktierte birne. Krünitz 232, 130 . nach der französischen benennung cuis…

wadelbirnenbaum

DWB

wadelbirne·n·baum

wadelbirnenbaum , m. : Peter sasz auf dem wadelbirnenbaum an der schloszmauer ... eine goldgelbe birne war das ziel seines hohen strebens. A…

Wadelbrauk

MeckWB

Wadelbrauk m., n. Bruch, Sumpfgelände, in dem gewadelt wird, s. Elsenwrit . FN. (1763) Ma Bobbin .

wade als Zweitglied (10 von 10)

hungerwāde

MNWB

hunger·wade

° hungerwāde , f. , Rda. de h. tên Hunger leiden (Hanserec. II 6, 496).

krȫpelwāde

MNWB

kroepel·wade

° krȫpelwāde ein (verbotenes) kleines Fischnetz (Meckl. Ub. 3, 445) (zu 1 krȫpel ?).

missengewâde

MNWB

missen·gewade

missewant , -gewant , -gewende , mis- ( Plur. -wande -wante -wende ), ° mesgewant (Lüb. Schonenf. 348); -wêde, -gewêde, -wât, -gewât, mis- ,…

Schwade

Pfeifer_etym

sch·wade

Schwade f., 1Schwaden m., Schwad m. ‘eine Reihe gemähten Grases oder Getreides’, mhd. (md.) swade m., mnd. swat, swāde(n) n., auch ‘Reihe ge…

stafwāde

MNWB

staf·wade

stafwāde an zwei Stangen im Gewässer festgesetztes großes Zugnetz.

stōkewāde

MNWB

stok·e·wade

° stōkewāde (-wathe) , pl. , bestimmte Art Stellnetze, Fischreusen (Meckl. Ub. 4 Nr. 2582).

Ableitungen von wade (1 von 1)