lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

stoszen

nur nhd. · 1 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
1 in 1 Wb.
Sprachstufen
1 von 16
Verweise rein
31
Verweise raus
72

Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

stoszen verb.

Bd. 19, Sp. 487
stoszen, verb. tundere; offendere, illidere, impingere; trudere, protrudere; collidere, occurrere, incurrere. form und geschichte: aa) ahd. stôʒan, mhd. stôʒen, gegenüber der formal älteren gruppe got. stautan (redupl. staistaut), anord. steyta und stauta (schwed. stöta, n. støde, dieses in einzelnen bedeutungen stark beeinfluszt durch das nhd.), as. stôtan (mndd. stôten, holl. stooten), neundd. stten, afries. stêta (nordfries. stiete, westfries. stietten, neben einem nichtumgelauteten, sehr wahrscheinlich unter nhd. einflusz stehenden stôten der handwerkersprache, entsprechend oben stosz m. sp. 474 unter II 1 b). bb) auszerhalb des germ. besteht verwandtschaft mit skr. tudáti 'stöszt', lat. tundo (perf. tu-tud-i) 'stoszen, schlagen' aus älterem *stu(n)do, weiter tudes 'hammer' (begrifflich entwickelt aus dem stoszmäszigen schlag mit dem faustkeil); zu vgl. auch studium 'eifer, streben' (eine entsprechende bedeutungsentwicklung s. u. unter streben, verb. eigentlich von der straffung des körpers bei der arbeit, vgl. den begriff 'steif werden' in aslav. studŭ 'kälte', stynąti 'kalt werden'). hierher auch die namen altgriechischer helden wie Τυδ-εύ-ς und Τυνδ-άρεο-ς, auch alb. štüń 'stosze' aus älterem *studniô. cc) innerhalb des germ. stellt Edw. Schröder (Haupts zs. 42, 61) auch begrifflich einleuchtend in die etymologische verwandtschaft unseres wortes oben stollen, m. (sp. 200) aus vorgerm. *stud-lón, also eine sachliche entsprechung zu dem auch sprachlich zu unserer gruppe gehörenden stütze, fem. (s. u.), in beiden fällen 'der zum zweck des tragens unter einen gegenstand gestoszene klotz, balken u. s. w.'. dd) eine intensiv-frequentat. bildung zu ndd. stôten ist das in die nhd. schriftsprache eingedrungene stottern, verb. (s. u.) weiteres unter dem zu unserm wort gebildeten subst. stosz, m. (sp. 448 f.). ee) innerhalb des nhd. und der ihm unterlagerten ma. der inf. umgelautet oberpf. als stoeszen Schm. 22, 789, am mittel-Main als stèssen (stèessen zwischen Lech und Inn) Bayerns ma. 73 neben nichtumgelautetem stâszen 71, so auch bei dem Elsässer Wickram (w. 4, 9). 2. u. 3. sing. praes. entsprechend vorherschendem mhd. du stôʒest, er stôʒet auch im nhd. bis in die jüngere zeit bisweilen ohne umlaut in gebrauch, so bei Morhof unterricht (1682); bei Brockes (9, 285) im reim er stoszt: erbost und noch bei J. Kerner (s. unten I 6 d β); sonst die seit dem 16. jahrh. von Mitteldeutschland sich verbreitende umgelautete form (Luther braucht noch beide). im md. ein prät. stusz, stosz (für stiesz), vgl.štus, štos (neben štiis) Müller-Fraureuth 2, 570a, entsprechend bei Lessing als bedientensprache: zum exempel, ihnen, mein herr, stüsze wieder einmal eine kleine raserei zu d. junge gelehrte 2, 4. ein schw. prät. stoszte (Martin - Lienhart 2, 616; Müller-Fraureuth 2, 570a) vielleicht unter dem einflusz des synonyms bôʒen swv.: die magd stoszte ihn zum öftern gröblich von sich gepflückte finken (1665) 285; indem man die hausthür zuschlug, stoszte noch einer mit dem degen nach ihm frantzös. Simpliciss. (1683) 2, 195; auch: denn ihr haus stoszte an der einen seite an den wall Menantes verliebte welt 2, 72. vereinzelt ein schw. part. gestoszt, so Martin - Lienhart a. o.mit umlaut bei A. Gryphius (s. unter l 8 h) als reimworte gestöszt: entblöszt. Bedeutung: II. transitiv. I@11) eigentlich 'einen gegenstand prallend berühren, mit anprall treffen': ich stosz, stupff, pungo, ich stosz mit gewalt, trudo Alberus (1540) k k 2b; einen stoszen, urtare uno Kramer dict. (1702) 2, 986c; wenn man die lezte (billardkugel) stöszt, ... Lichtenberg br. 2, 168 was stöszest du schlingel denn den Peter so, der euch doch alle wieder hat herweisen müssen? Tieck schr. 5, 524 (Lenz ges. schr. 1, 50); dasz Jobst an der wand sich herumwarf und den Dietrich anstiesz; Dietrich fuhr zurück und stiesz den Fridolin G. Keller 4, 238; wird man in der stadt so verstäubt und von allen seiten gestoszen? das ist traurig G. Freytag 6, 231; jedoch rüft nicht zuo laut und hell, und nicht wie kärchelzieher schnell, die erst alsdann aufsehen, rüfen wann sie ein stoszen Fischart flöhhaz 55 neudr.; was der ein stoszt, der ander tritt, man hebt es auf, nach dem es fallt, Gargantua 454 neudr.; in der zusammenstellung mit entsprechenden begriffen: da drückten, stieszen, drängten wir Lichtenberg nachlasz 133; auch: der dritten aber thet er keyn freuntlich zeichen, schlug sie yns angesicht, raufet sie und stiesz sie, gieng ganz unfreuntlich mit yhr umb Luther 7, 557 Weim.; sie hend mich gerouft, gstoszen, treten, geschlagen, gestreckt, ich möchte zerbrochen sin N. Manuel ablaszkrämer 510 Bächtold; (die spröden) sich spreitzen und sperren, sich reiszen und zerren, sich stoszen und kratzen, gleich wie thun die katzen Voigtländer oden und lieder (1642) 30. insbesondere mit schlagen verb. gern verbunden, gewisz in einer nicht immer entwirrbaren verknüpfung der begriffe (vgl. auch die entsprechende entwicklung von stauchen zu 'schlagen', th. 10, 2 sp. 1132 unter I): stoszen, schlagen ferire, caedere, icere Dentzler (1716) 277b; es soll auch keiner auf unsern berckwerchen frävel oder rumor begeen, ... oder die leuth ... geverlicher weis schlahen, stoszen, werfen oder in ander weeg beschädigen Lori bergrecht 232 (z. j. 1532); darumb wird er von allen verspott, gestoszen und geschlagen Fischart Garg. 390 ndr.; (wahr,) dasz diese beyde weibsstücken und die beeden hallorum die schüler geschlagen und gestoszen, dasz sie blutrüstig worden Chr. Thomasius ernsthafte gedanken 2, 40; die geistlichen wurden geschlagen und gestoszen Raumer gesch. d. Hohenst. 1, 46 (Holtei vierzig jahre 1, 54) du andrer Nero du (gemeint ist ein schulmeister), der mit der ruten läuft, der mit dem stecken schmeiszt, der stöszet, schlägt, und räuft Grob dichter. versuchg. (1678) 50; sie (die juden) schlagen den herrn und stoszen ihn, sie suchten alle rach Mittler volkslieder 337; (Helena) begegnet mir wie eurem hündchen nur, stoszt, schlagt mich, achtet mich gering, verliert mich: vergönnt mir nur, unwürdig wie ich bin, euch zu begleiten Shakespeare 1, 206 (sommernachtstr. 2, 1). deutlich geschiedene begriffe (in der anrede einer magd an eine störrische kuh:) so stosz und schlag mich nicht! Lehmann floril. polit. 1, 259. I@1@aa) mit instrument. angabe: insbesondere einen mit dem fusz stoszen, urtare (dar) del piede Kramer dict. 2 (1702), 64b; 987a; vgl.Johannes (ein mitschüler) stoszt mich mit füszen, impetit me calcibus Orsäus nomencl. (1623) 305; (die seele des säuglings in seinen füszen,) denn mit diesen stöszt und zappelt er schon lange, ehe er kriechen und andere theile seines körpers bewegen lernt Forster schr. 5, 225 — der du mir ... die thür öffnest mit eim fingerlin: werlich ich will luogen, das du an die oft vergebens mit füszen stoszen würst Boltz Terenz (1539) 37b; dieser herr ... sehend, dasz er nun von allen und jeden verlassen, dörfte nicht mit dem fusz wieder den stachel stoszen Er. Francisci der hohe trauersaal 1, 289 (wie sonst löcken, lecken verb. th. 6 sp. 480); als rath für den bezechten grobianer stosz mit eim fuosz hart an die thür, als ob der donder schlg darfür Scheit Grobianus 3926. und so schon: nâch ungefüegem gruoʒe sô stieʒ er mit dem fuoʒe die türe daʒ sî zerbrach Erec 4047. auch einen mit der fuszpitze stoszen (Storm w. 1, 15); gewöhnlich feindselig: (der mann wurde) hert mit füszen gestoszen, pey dem har gezogen Arigo dec. 57 K.; der lehrer hatte mich bei den haaren gefasst, zur erde geworfen, und stiesz mich mit dem fusz H. Steffens was ich erlebte 1, 44; sonst war Abdias ein ding, das der blödeste Türke mit dem fusze stoszen zu dürfen glaubte und stiesz Stifter w. 3, 13; also sprach er (Melantheus) und stiesz mit der ferse vor bosheit ihm (dem Odysseus) in die seit; allein er wankte nicht aus dem wege, sondern stand unerschüttert Vosz Odyssee 17, 233. besonders als ausdruck des abscheus u. s. w.: gnädiger herr, sagte sie zu ihm (ihrem gatten), stoszen sie mich mit füszen, zertreten sie mich, ich hab es verdient, machen sie mit mir was sie wollen Schiller 3, 569; was mir wie im hertzen lag, stosz ich jetzt mit füszen S. Dach 735 Oesterley. auch einen mit dem ellenbogen stoszen (Kramer dict. 2, 987a), um sich rücksichtslos platz zu verschaffen (doch s. auch unter b), oder schwächer als ausdruck einer ärgerlichen stimmung (Schiller 3, 361): und die festen deutschen bursche, mit den ellenbogen stoszend, schleppen auf den breiten schultern feuerleitern, haken, kloben Brentano 3, 113 (Bettine Cl. Brentanos frühlingskranz 137). sonst noch mannigfach: (anheben,) sie mit den händen zu stoszen und zu wecken Lindener rastbüchlein 20 lit. ver. wie wenn man mit der hand an die bejahrten rinden halbhohler weiden stöszt Zachariä poet. schr. 1, 91; die heilge nacht, gebückt auf ihre harfe, stiesz träumend mit dem finger in die saiten, da gab es diesen ton Mörike 3, 108 (maler Nolten). man musz grob mit der faust unter die nase stoszen, dann lässt er sich bedeuten Pückler briefw. 3, 204; mit dem kopfe stoszen, vgl. Ebner-Eschenbach schr. 4, 65 — im schiffskampf: (das feindliche schiff wurde) von Polyxenida mit drei groszen schiffen umbgeben, und mit den fordern spitzen der selben schiff hart gestoszen und undergetruckt Carbach Livius 336a; vgl. in Venedig stiesz er vorsätzlich ... mit seiner gondel gegen die deine Klinger w. 1, 6. im reiterkampf (neben reciprokem gebrauch): ob sichs begeb, dasz ir in mit dem rosz stoszen müssten, so gedenkt, dasz sich die beyde rosz mit den brüsten nit an einander stoszen buch der liebe (1587) 134a; auch im wagenkampf: sie sollen kehren umb ohn klagen, und mich nicht stoszen mit dem wagen, noch sich auflainen gegen mir Spreng Ilias (1610) 103a. I@1@bb) mit besonderer begrifflicher färbung einen stoszen, um seine aufmerksamkeit zu erregen, ihn anzutreiben u. s. w. (vgl. oben stosz m. 1 a β sp. 450) auch als zeichen geheimen einverständnisses; heute gewöhnlich anstoszen (th. 1, sp. 489): zu hause aber sind sie taub und blind, und müssen gestoszen werden, wenn sie etwas wahrnehmen sollen Joh. E. Schlegel w. 3, 365; Tribolo zitterte vor furcht, stiesz mich und sagte: Göthe 43, 225 Weim.; ihre schwester stöszt sie sanft maler Müller w. 1, 61; (Gockel) sah etwas an der erde hinlaufen ..., er stiesz frau Hinkel und sagte: 'mir war gerade, als wenn die fatale puppe der Gackeleia vorüber gelaufen wäre' Brentano schr. 5, 158; der affe stiesz darauf an ihn und nickte, dasz er machen sollte Gellert w. 1, 156; oft stoszen schäkernd bräute den bräutgam in die seite Göthe 4, 157 Weim. so gut meinte sie es mit mir, und stosz mich auch immer mit ihren knie an meine knie Chr. Reuter Schelmuffsky 19 ndr.; (Anna Maria:) hat man mehr als einen (mann) um sich, so musz man zu gleicher zeit einem die hand drucken ... einen andern mit einer darzu gehörigen verliebten mine mit dem knie stoszen ollapatrida 36 Wiener ndr.; darf ich nicht wenigstens ihn mit dem fusze stoszen; damit er doch merke, dasz ich ihn liebe? Petrasch lustsp. 1, 483; (zu bemerken,) wie der nachbar die nachbarin mit dem ellenbogen stöszt L. Steub drei sommer in Tirol 1, 58. I@1@cc) von hörnerbewehrten thieren: stoszen ferire cornu Corvinus fons latinit. 335; d. h. stoszen mit den köpfen, arietare, coniscare Dentzler (1716) 2, 277b, deshalb: stoszen wie ein widder Kramer 2 (1702), 1341b, vgl. der ochs, der bock stöszet 986c; der widder stöszt nur stärker, nachdem er ein wenig zuruckgelaufen und einen zulauf genommen Grimmelshausen 2, 434 Keller; stosz nicht, ehe dir die hörner wachsen Lehmann floril. (1662) 3, 325; was gehörnet ist, will immer gestoszen haben 2, 559; man wird nicht behaupten, einem stier seien die hörner gegeben, dasz er stosze Göthe II 8, 17 Weim.; das ist keine tüchtige kuh, die nicht einmal stöszt O. Ludwig w. 2, 339; treibe sie (die ziegen) auch nach der weide zum born; und unter dem treiben, Tityrus, komm nicht zu nahe dem bock; er stöszt mit dem horne! Chr. A. Overbeck verm. gedichte (1794) 186; dumpf brüllten sie, als hätten sie gefühl der ungebühr, und stieszen mit den hörnern Schiller 14, 295 (Tell 1, 4). bock, so er die geysz stoszt Fischart aller praktik groszmutter 21 ndr.; die welt lohnt, wie der schafbock, der stöszt seinen eigen herren Petri d. Teutschen weisheit 2, R 6a; der weisze (bock) aber antwortet 'tritt du zurück, oder ich stosze dich' Schottel friedens sieg 5 ndr. hoi, ochse, in hörnern, stosz mich nicht Hayneccius Hans Pfriem (1582) 72 ndr. als rathschlag, wenn man 'hauptweh von überigem trincken' hat: leg das haar des thiers auf die wund welchs dich hat gstoszen und verwundt: und trinck ein gut glas voll mit wein zu trutz dem wein und seiner pein Sebiz feldbau (1579) 69. I@1@c@aα) der fluch dasz dich der bock stosze! ist schon oben th. 2 sp. 202 (unter 6) in mythischen zusammenhang gebracht (der bock als thierische verkörperung des teufels, doch überhaupt von dämonischen wesen); nur vereinzelt ein anderer thierischer hörnerträger: dasz dichs feigfeuer musz verborn, dasz dich der ochs stosz mit seinem horn Gilhusius grammatica 4, 2, 93. sonst es wird ihn auch einmahl ein bock stoszen, er wird nicht immer kühe und kälber ans seyl bringen (von einem betrüger) d. h. er wird noch einmal schlimm anlaufen Lehmann floril. polit. (1642) 110; sie wil haben das hem zum rock, sie wirt einmal stoszen der bock, wirt nit almal treffen ein schaf, sonder ein, der ir unzucht straft Hans Sachs 14, 96 Keller-Götze. ein auf solcher vorstellung fuszender fastnachtsscherz, wo eine bockartig vermummte gestalt erwachsene und kinder durch stösze straft, ist wohl quelle der folgenden wendungen: hat euch der redliche bock (gemeint ist dr. Luther) nicht genugsam gestoszen? hat er euch nicht teutsch genug geprediget und gelehret? Moscherosch gesichte 2, 107; und wie in kindlicher abwehr: lieber bock stosz mich nit Luther 7, 621 Weim. I@1@c@bβ) vom heftigen weinen, insbesondere vom krampfhaften schluchzen, welches den ganzen körper eines menschen erschüttert der bock stöszt ihn Popowitsch 510; nicht unwahrscheinlich eine urzeitliche anschauung von solchem erschütternden aufruhr im menschlichen mikrokosmus: ach, Lafontaine weint, dasz ihn der bock stöszt Eichendorff w. 2, 401 (Bauernfeld ges. schr. 5, 92); (der gnädige herr) wird um den Gottfried flennen, dasz ihn der bock stöszt Holtei erz. schr. 14, 16 (auch 18, 240) vgl. dasz se der buck stiszt, flennt de Grethe schles. ged. (1858) 72. denn plötzlich fängt sie an zu weinen, als wenn das böcklein sie stiesze Gaudy w. 3, 65; wie wenn ein weinend kind der bock stoszen thut O. Ludwig w. 2, 82; vor dem altar stiesz ihn der bock so heftig, dasz er sein 'ja' mehr lallte als sprach Ebner-Eschenbach rittmeister Brand 48. — auch unbestimmt, den (urspr.) dämon verhüllend: es stöszt mich beim lachen, schluchzen, beim drang zum erbrechen, das ich zu unterdrücken suche Schmeller2 2, 789; sie konnte nicht reden, so stark stiesz es sie Frenssen Jörn Uhl 112. ein anderes motiv im gleichen mythischen umkreis mi stott (wat) in den nacken, es kommt etwas wieder zum vorschein Reuter stromtid 2, 20 (vgl. C. F. Müller meklenb. volksm. 107). I@1@c@gγ) auszerhalb des vorigen die scherzrede holt den man! de ko wil stoten Tunnicius sprichwörter 583, wie sonst halt den mann, die kuh will beiszen (th. 5 sp. 2549 unter 3 e) entsprechend in einer verspottung der Cistercienser: des hembt ubern rock dragens an, darunter schwartz röck sie han. eyn bischoffsstab und rote schu, sind sie fromb, so stosz mich eyn ku bei Luther 19, 30 Weim. aus dem thierkreis (mit anspielung auf prof. Jacob, Halle, den herausgeber der 'annalen der philosophie ... von einer gesellschaft gelehrter männer' und popularisator Kants) mit stumpfen hörnern, weicht ihr nicht aus, stöszt euch der Hallische ochs Schiller 11, 106; er musz diesmal fühlen, wie der bock ihn selber stöszt Storm 7, 300. I@1@dd) mit hervorhebung der getroffnen stelle einen an (vor) etwas stoszen: wirft die bauren über die zäun, und stoszt die bürger an die schinbein Garg. 84 ndr.; musz er mich just da an mein link bein stoszen? maler Müller w. 2, 45 (Bettine Cl. Brentanos frühlingskranz 102); si stieʒen in (Christus) nach ir gelust vür die kelen und uf die brust Mone schauspiele des mittelalt. 1, 221; (als rathschlag für den grobianer:) nimb die halben gassen ein, und stosz ein andren an ein seiten, sprich, lantzman hebah, gib mir weiten C. Scheit Grobianus 1218 neudr.; Jäckel, trit mir nicht zu nah, sonst stoszt du mich ans näsgen Chr. Reuter Harlequins hochzeitschmaus 84 ndr.; drum stiesz vergeblich Carl an deine königskrone v. König gedichte (1745) 33. insbesondere vor den kopf stoszen in beliebter bildreicher verwendung s. im folgenden (unter I 9). I@1@ee) absolut: was wär ein gott, der nur von auszen stiesze, im kreis das all am finger laufen liesze! Göthe 3, 73 Weim. I@22) grad und heftigkeit des vorgangs wird durch erklärenden zusatz mannigfach verdeutlicht; I@2@aa) zu boden stoszen (s. auch th. 2 sp. 213 unter 5 B a) atterare Hulsius (1618) 241a; gern, besonders bei Luther; auch in bildlicher verwendung (s. unten I 9 c) wie er aber mit seinem feind kämpft, styesz er in mit einem finger ... zuo boden Eppendorff Plinius 16; schlg der donder ... under sie, also dasz ... rosz und man vom blast oder dunst zuo boden gestoszen wurden Stumpf Schweytzerchron. 753a; was die tugent aufrichtet, das stoszet widerumb zuo boden der geytz und wollust des leibs G. Mayr sprüchwörter (1567) B 5a; und fast einen der krüge zu boden gestoszen hätte Fouqué altsächs. bildersaal 4, 241; du machst linksum, oder ich stosze dich hier zu boden Storm 5, 208; so zerschlegt er und druckt zu letz, und stöszet zu boden den armen mit gewalt on alles erbarmen Hans Sachs 18, 57 Keller-Götze; ähnlich zur erde: und stiesz ihn mit dem griff des degens zur erde Göthe 43, 140 Weim.; und wehr dohin wil reyten, der schick sich aufs beste, so er kan, und sey gerüst mit pferden, dasz er mag ritterlich bestan! sunst stöszt man ihn zu der erden bergreihen 77 ndr. entsprechend auch zu grunde stoszen (unten bildlich unter I 9 c). I@2@bb) als folgeerscheinung das 'über kopf stürzen': vgl. zum vorgang: was macht ihr mir vor seltsam bossn: wil euch bald uber und uber stoszn Gilhusius grammatica 82 (3, 8); einen über den haufen stoszen, eigentlich, dasz er über schon gestürztes zu fall kommt, dann auch selbst, zu fall gebracht, einen haufen bildet (s. auch haufen th. 4, 2 sp. 590 unter II 7): der stiesz oft mann und rosz zuo haufen (im turnier) V. Schumann nachtbüchlein 317 Bolte (Amadis 1, 94); (als) die thürn ... zum theil schon ubern haufen gestoszen warn Xylander Polybius (1574) 33; wenn blind und schehle zusammen kommen, stoszen sie einander selbst uber haufen Lehmann floril. polit. (1642) 65; ich stosz dich übern haufen Reinicke Fuchs (1650) 334 (Chr. Reuter Schelmuffsky 42 [vollst. ausg.] ndr.); während dessen er der Arminianer parthey übern haufen stiesz Leibniz deutsche schr. 2, 423; wenn uns ein feind anfället und umb das leben bringen wil, wir aber unser leben nicht anders retten können, als dasz wir ihn entweder lahm hauen, oder über den haufen stoszen ... Chr. Wolff gedanken (1720) 587; er packt das tischchen, stöszt damit den bankier über den haufen S. Brunner erzählungen 1, 122 (Laube schr. 2, 101). — daneben in haufen stoszen (th. 4, 2 sp. 587 unter II 2) alszo auch sollt man ... alle klöster und stift ynn eynen haufen stoszen Luther 11, 445 Weim. (vgl. auch 29, 618) — auch zu haufen (th. 4, 2 sp. 588 unter II 4); und seyne hörner sind wie eynhörnis hörner: mit dem selben wirt er die völcker stoszen zehaufen bis an der welt end Zürcher bibel (1531) 33b. I@2@cc) die wendungen über den stock und über den tölpel stoszen s. unter dem bildlichen gebrauch (I 9 c β); hierher noch: (die drohung,) als bald sie die veint ereilten, wurden sie in alle ire schiff zu grund segeln und zu trümern stoszen Wilw. v. Schaumburg 100. I@33) 'eines stoszend von der stelle bewegen.' I@3@aa) ohne weiteren zusatz den stein stoszen (und so noch in der heutigen turnersprache) als körperliche übung: Galmy mit andren herren und edlen umb kurtzweyl willen den steyn stiesz Wickram w. 1, 148 (stein und stangen stoszen und werfen Reinicke Fuchs [1650] 393); auf dem Augsburger schützenfest (1470) ein goldner ring als preis, darum ... gemein schützen ein stein, der bey 45 pfund schwer ist, ungefärlich jeder 3 stösze mit einem antritt nach stoszens recht stoszen werden quelle bei Schmeller2 2, 763; vgl. nach essen reyt man an die hetz zu jagen, paitzen und zu letz stieszen ihr etlich zu dem ziel, ir etlich trieben ritterspiel mit laufen, ... Hans Sachs 2, 264 Keller (vgl. Suchenwirt 31, 129). sprichwörtlich gedeckt (und ernsthafter:) ich habe ihm den stein gestoszen, dasz er den hals hätte brechen mögen Grimmelshausen Simpl. 72 ndr. und offenbar nicht nur 'einen im wettkampf überwinden', vgl.: (er) gedachte auf mittel, wie er mir den stein stoszen und durch meinen unfall dem seinigen vorkommen mögte ebenda 79. im makrokosmos: (die) kraft, welche den planeten nach der sonne ... stöszt A. G. Kästner verm schr. (1755) 10. I@3@bb) 'etwas stoszen', fortschieben und so vor sich her bewegen, so einen tisch, einen stuhl, der sich unbequem heben läszt (untergesetzte rollen und räder erleichtern gewöhnlich die arbeit): ein filialtischchen, das man auszen ans fenster des speisesaales gestoszen Jean Paul Hesperus 1, 112; alsdan richtet man ain köstlich mal zu, ... stoszt die kindbetterin auf dem umbläufigen sessel allgemach herzu, setzt im allerlai wolberaitet trachten für, zu sehen, welchs ihm schmacke Fischart podagr. trostbüchlein 31 Hauffen; auch sonst allerlei fahrzeug: Lene, die ... den kinderwagen mit dem kleinsten durch den sand stiesz G. Hauptmann bahnwärter Thiel 59; ein schiff vom lande stoszen ins freie wasser, vgl. dazu den intrans. gebrauch unter II: (bei den Akkanegern,) denen es ganz unmöglich ist, ihre kanoe weiter zu stoszen, ohne jeden stosz mit gesang zu begleiten K. Bücher arbeit und rhythmus 186. in der bergmannsprache stoszen 'fördergefäsze durch schieben fortbewegen' Veith 470. I@3@cc) hierher der technische vorgang, den riegelverschlusz einer thür zu handhaben, d. h. beim verschlieszen den riegel vorstoszen (s. unten), beim öffnen aber zurück: in tempel Phoebi dorft er nicht, dahin er hett sein zuversicht, dann die höllgöttin vor der thür stieszen die riegel selber für Spreng Äneis 74b; ich weisz nicht, was er ir verhiesz in aller masz wie vor, dasz sie den rigel dannen stiesz Forster liedlein 193 ndr. (bildlich:) so felscht ich auch kein brief und sigel, stiesz für die wahrheit nye kein riegel Hans Sachs 3, 556 Keller. I@3@dd) in mannigfacher wendung des gedankens 'einen durch stosz entfernen' als sinnfälliger ausdruck für 'ihn fortjagen, und so eine gemeinschaft, ein besitzrecht, einen nieszbrauch oder sonst ein verhältnis aufheben'. I@3@d@aα) mit aus verbunden, entsprechend ausstoszen (th. 1 sp. 989 unter 4) auch hinausstoszen (th. 4, 2 sp. 1400, vgl. noch das sprichwort: es ist besser drauszen gelassen dann hinaus gestoszen Petri weisheit [1604] 2, A a 3b) in mannigfacher abstufung und stärke des ausdrucks: so aus dem hause u. ä.: wir sind ja sonsten so geartet, dasz, wenn wir böse hausleute haben, wir solche nicht lange dulden, sondern wir schaffen solche bald fort, und wenn sie in der güte nicht ausziehen wollen, so stoszen wir sie mit gewalt aus dem hause Sperling Nicodemus quaerens (1718) 1314 (griechische dramen 2, 203 Dähnhardt); glaubte ich, dasz mein neffe diesen brief aus eignem antrieb geschrieben hätte: ich würde ihn zur stelle aus dem hause stoszen Klinger w. 8, 64; ich habe sie aus dem hause gestoszen, nachdem sie mir den ganzen nachlasz meines vaters und ihr vermögen mitübergeben hatte Lenz schr. 1, 81; auch: darumb ihr mann sein weib zu schützen, den landsknecht zum hause hinaus stöszet Nigrinus von zäuberern (1592) 5; (bildlich:) ein mensch soll sein leben nicht auszm wachthaus stoszen, darinn er verordnet, bis es der hauptmann ablöset Lehmann floril. polit. (1662) 2, 769. — aus dem nest: ein zitternds vögeli, das aus dem näst gestoszen ist Zürcher bibel (1530) 327a (Heuszlin-Gesner vogelbuch 3a); die auch von einem groszen würggeier andrer art aus ihrem nest gestoszen, ziehn gegen ihn geschaart Rückert werke 1, 65. (der böse mitschüler) stoszt mich aus der stätte, extrudit me loco; expellit me mea sede Orsäus nomencl. (1623) 305; jemand aus seinem eigenthum stoszen Kramer dict. 2 (1702), 987b; helfen ..., den meineyden ausz dem reich (vom kaiserthron) zu stoszen S. Franck chron. (1538) 115a; die heyden ... einen berg auf den andern trugen, gott aus dem himmel zu stoszen Agricola sprichwörter (1534) B 1a; so werden sy dannocht got nyt ausz dem himel stoszen reformations - flugschriften 1, 11 Clemen (Ranke zeitalter der reformation 1, 283); so kondten sie ihn nicht mit gwalt aus ihrem himmel stoszen bald W. Spangenberg ganskönig 3, 374; auch: wann Jupiter ein herr des plitz, wolt stoszen aus des himmels sitz uns götter all in einer nacht, so hett er dessen fueg und macht Spreng Ilias (1610) 12a. wie sonst gelegentlich ihn aus dem stuol stoszen S. Franck chron. (1538) 125a; hoffart hat Adam und Eva ... gestoszen aus dem paradeis Albr. v. Eyb spiegel der sitten (1511) A 6b; der engel, der uns aus dem paradiese stiesz, segnung wäre sein schelten heut maler Müller w. 1, 110; unghorsamkeit merken mit flysz, stiesz Adam usz dem paradysz Gengenbach 27 Gödeke; drumb weil er hat dis alls gethan, und mus gestehn, so sols nach urteil und nach recht also ihm gehn, dasz er aus himels paradis, bei sonnenschein, gestoszen werde Hayneccius Hans Pfriem (1582) 53 ndr. drum Gott ihn aus dem garten stiesz, und ihn das feld bebauen hiesz E. Baumeister zimmermannspr. 62; und kunden sye uns beide aus dem erbteil stoszen, sye dedens gern privatbriefe des mittelalters 1, 210 Steinhausen; die nachkömmlinge eines der ältesten deutschen fürstenhäuser aus ihrem erbteil stoszen (Schiller 8, 129); trüb ist und bang in ihren verborgensten tiefen die seele, wenn sie fürchtet, dasz gott sie aus ihrem himmelschen erbe stoszen werde Klopstock Messias (1780) 387 (11. ges.) jemand aus der gesellschaft stoszen, cacciare, scartare, cassare uno dalla compagnia Kramer 2 (1702), 987b, oft mit dem beisinn des schimpflichen, und ganz lebendig vorgestellt, wie etwa der henker den ehrlosgemachten soldaten mit einem fusztritt aus dem 'umstande' stöszt (vgl. archiv f. kulturgesch. 5, 204), vgl. das auch aus dem älteren soldatenwesen entnommene bild (von der entfernung eines nicht dahin gehörigen): ich wünsche dem viel geduld, der die musterung über diese klotzische Amors unternehmen will. alle augenblicke wird er einen aus dem gliede stoszen müssen Lessing 8, 219; es glaubt kein mensch, wie weh es thut, wenn man aus einer ehrlichen compagnie gestoszen (wird) Weise erznarren 21 ndr. auch da wird er (Kain) gebannet und aus der gemeyne gottes gestoszen Mathesius Sarepta (1571) 82a (Hans Sachs 18, 38 Keller-Götze); (also) würden sie ihn ... als einen wechselbalg aus dem geschlechte stoszen Lohenstein Arminius 1, 28b (Bürger 171a); einen aus der zunft stoszen (ausstoszen) Kramer dict. 2 (1702), 1485c; aus dem rath stoszen Dentzler (1716) 2, 277b; aus dem senat Mommsen m. gesch. 2, 179; (kein recht,) ihn aus der zahl der kayser zu stoszen S. Fr. Hahn reichshistorie 1, 285; darob sann Prötus, der gewaltigste ... auf seinen (des Bellerophon) fall, und stiesz ihn aus dem volk Bürger 171a Bohtz; der sei gestoszen aus dem recht der Schweitzer, wer von ergebung spricht an Österreich! Schiller 14, 330 (Tell 2, 2). aus der rolle des vermittlers (vgl. mittel th. 6 sp. 2385 unter 8): nun warumb sagt er 'wer da mein flaisch nit ysset, der hat das leben nicht?' darumb, das niemandts den hailandt ausz dem mittel stosz Luther 12, 582 Weim.; aus dem mittel als einem gesellschaftlichen kreis s. den beleg th. 6 sp. 2383 unter 3 (Wieland 27, 291) und unter I 9 d. sie (die Angelsachsen) sind pachter des adels, der sie wilkührlich aus der pacht stoszen (kann) A v. Haller könig Alfred 175; denn sonst werden sie uns nach drey tagen aus ihren diensten stoszen portraits (Lpz. 1779) 161; (stürme), die auch mich ... aus dem kaum betretenen wirkungskreise stoszen sollten Jac. Grimm kl. schr. 1, 9; ich bin ... aus dem vollkommensten gleichgewichte des gleichmuths auch nicht einen augenblick gestoszen worden Gervinus an Dahlmann (im briefw. mit Jac. u. Wilh. Grimm 2, 441); (wünschen,) in den frieden des reiches, aus welchem man sie in den letzten jahren gestoszen, wieder aufgenommen zu werden Ranke w. 4, 6 (25, xvi). I@3@d@bβ) in der verbindung mit von, zunächst 'von der höhe hinab'; s. auch hinabstoszen (th. 4, 2 sp. 1381): (der böse mitschüler) hat mich von der treppe gestoszen deturbavit me de gradibus Orsäus nomencl. (1623) 305; (er) stöszet mir die bücher von der bank dejicit mihi libros de scamno (ebenda); ganz in der nähe stiesz im flug ein häher mit wildem geschrei eine lage schnee von dem geäste Mörike 3, 77 (maler Nolten); besonders aber plastischer ausdruck für 'einem seine gesellschaftliche, rechtliche, wirthschaftliche stellung mindern' u. s. w. vgl. und wisz, dasz gar hart von dem nydern stant an den höhern gegangen würdet, aber lichtlich wirt einer vom höhern in den nydern gestoszen A. v. Pforr buch der beispiele 24, und von der höhe und dem gipfel des makrokosmus: so wirdt er nicht vom himmel gestoszen Paracelsus opera 2, 320 an stelle des gewöhnlichen aus dem himmel (d. h. dem himmelreich; s. unter α): so vom erhabenen stuhl des herschenden: wie dorft sich dann ain christen understehn, ainen gotlosen herren vom stuol stoszen und selbs darein sitzen? Eberlin v. Günzburg schr. 3, 278 neudr.; er (gott) stöszt die gewaltigen vom stul, und setzt darauf einen fuszschemel Lehmann florilegium politicum 1, 332 (Sigm. v. Birken ostländischer lorbeerhayn [1657] 115); (Lucifer ward) von seinem sitz gestoszen in einen feurstein volksb. v. dr. Faust 30 ndr. Br.; besonders aber in neuerer sprache: wirst du zugeben, dasz dein vater deine unglückliche mutter von throne stöszt? Klinger neues theater 1, 138 (werke 5, 119; Gerstenberg Hamburg. n. zeitg. 291 lit.-denkm.); Napoleon Bonaparte, nachdem seine macht zerbrochen war, ward von dem thron gestoszen E. M. Arndt schr. für und an s. l. Deutschen 1, 248 (werke 1, 94; M. I. Schmidt gesch. der Deutschen 1, 477; Ritter erdkunde 2, 291; Ranke zeitalter der reformation 2, 303); er stöszt die mächtigen vom thron und giebt den schwachen reich und kron! Fr. Kind gedichte 1, 17 (Tiedge w. 4, 183). (auch bildlich:) möglich, dasz in der tiefe seiner seele gedanken schlummerten, wodurch der dampf vom throne des neunzehnten jahrhunderts gestoszen ... wäre Immermann w. 1, 26 Hempel. I@3@d@b@aaαα) der gedanke an den begriff hochthronender herschaft beeinfluszt vermuthlich auch: (sorge des Herodes,) es mocht sich eyn aufrur erheben widder yhn, und er vom reych gestoszen wurde Luther 10, 1, 1, 575 Weim.; als nun Constantinus ... erwuchs, stiesz er die mutter von dem reich S. Franck chron. (1538) 69b, wo sonst, rein local gedacht, aus seine stelle hätte: doch möglich auch 'von den grenzen des reichs' wie (ich,) die manchen kaiser ich von meinen gränzen stiesz! P. Fleming poet. wälder 4, 1, 46. ähnlich besteht möglichkeit an ein 'herab' vom erbstuhl (auf welchem der erbe bei besitzergreifung seines neuen eigenthums platz nimmt) zu denken: im fall ihr aber habt beschlossen, ihn von seins vettern erb zu stossen, ... griech. dramen 2, 54 Dähnhardt. auch wohl 'vom thron seines glücks': (neid macht den schwarz,) den er von seinem glück stoszen will Lehmann floril. politic. (1662) 2, 564. I@3@d@b@bbββ) nur in der bedeutung 'von weg', so 'eines gewaltsam entfernen von': er war so stark an gliedern, ... dasz er damit den stärksten mann, so sich steif stellte, vom platz stoszen (konnte) Hauff w. 1, 28; nun auch hier (wie oben) im gesellschaftlichen, rechtlichen, wirthschaftlichen (u. s. w.) sinne: einen von seiner thüre stoszen (Schiller 2, 103 [räuber 2, 3]); ach! da versagt ihm Ahasver die rast, und stiesz den mittler trotzig von der thür Schubart gedichte 2, 61 (Storm 7, 181). auch: man stöszt sie grausam von des reichen thoren Denis lieder Sineds des barden (1772) 274. vom hof (th. 4, 2 sp. 56 unter 3 e): und so ihm sein rähte oder herren das widerrieten, die stiesze er von seinem hofe V. Schumann nachtbüchlein 332 Bolte (schausp. engl. comöd. 205 Creizenach); entsprechend hof 3 a: eine besonders beliebte methode war es, dem bauer, während er im felde stand, weib und kinder vom hofe zu stoszen Mommsen m. geschichte 2, 82; wen hat er wohl bisher von Friedrichen dem groszen, wie grosz und ungemein auch seiner diener zahl, wie unnütz viel auch sind, von dienst und brodt gestoszen? Besser schr. 1, 69; jemand von seinem amt, ehren und würden stoszen Kramer dict. 2, (1702), 987b; Eli, den gott ... gestraft hat und vom priesterthumb gestoszen Luther 26, 207 Weim.; vom priesterthumb gestoszen und entsetzt buch der liebe (1587) 207d; auch: dasz wir on alle widerred wychen wellend, ob man uns von der pfruond stoszt Zwingli deutsche schriften 1, 51 (Herold-Forer Gesners thierbuch [1563] 37); vom handwerk Mathesius Sarepta (1571) 9a; so er (der bergwerksbesitzer) aber nun das ertz besichtiget, soll er sein heuwer heftig loben ..., herwiderumb die farlessigen soll er schelten, und etliche vom bergwerk stoszen, und embsige an ihr statt setzen Bech-Agricola bergwerkbuch (1621) 22; (denn gott) die sünder aber schrecklich fellt, ... und stöszt sie schnell von ihrem ampt Ringwald handbüchlein A 4b. I@3@d@b@ggγγ) eine person von seinem angesicht stoszen, sie gewaltsam entfernen, damit man sie nicht mehr sieht (s. auch angesicht th. 1 sp. 350 unter 1): stosz, vater! stosz mich nicht von deinem angesicht! A. Gryphius ged. 501 Palm.; willst hilflos du von deinem angesichte die kinder stoszen, die dein schoosz getragen? Geibel werke 244; neben von der seite, gedacht wie von einem gefährten auf der reise, einem genossen auf der bank, dessen man sich entledigt: stosz mich nicht von deiner seiten P. Gerhardt bei Fischer-Tümpel kirchenlied 3, 410a; als übergang zu dem ganz allgemein gehaltenen einen von sich stoszen, zunächst noch ganz körperlich allein dieser macht ... eine bewegung, als wollte er ihn von sich stoszen Pfeffel pros. versuche 1, 163; musz ich nicht fürchten, sie stöszt dich wieder von sich mit einem schrei ... Göthe 23, 150 Weim. (und als scenarische bemerkung:) prinzessin (ihn von sich stoszend und hinweg eilend): hinweg! 10, 237 Weim. (Tasso 5, 4); (dasz) ich ihn nicht von mir stiesz, als er mich küsste Holtei erz. schr. 2, 235; plötzlich stiesz auf diese weise ein langes, stärkeres mädchen, das allgemein der holzbock genannt wurde, eine zarte gestalt so gewaltsam hervor und gegen den herrn Jacques, dasz sie errötend und aufschreiend die hände wider seine brust stemmen muszte, um nicht an dieselbe hinzufallen, während er überrascht und erschrocken gleicherweise die ärmste von sich stiesz, wie ein unvorhergesehenes groszes übel G. Keller 6, 19 (H. Seidel vorstadtgesch. 161); dann besonders aus eines schutz, pflege, verkehr, freundschaft u. s. w. will geschweigen, wie es gott strafen und rechen werde, wo man die eltern ... von sich stoszet Moscherosch insomnis cura parentum 19 neudr.; sie stoszen euch von sich, wenn ihr ihnen den rechten gebrauch desjenigen beybringen wollet, was sie zu menschen machet die vernünft. tadlerinnen 1, 197 (Lessing 3, 101 Nathan 3, 3); weh aber dem verstockten heer, das sich hie selbst verblendet, gott von sich stöszt Paul Gerhardt bei Fischer-Tümpel kirchenlied 3, 347b (Mone schausp. d. mittelalters 1, 298). insbesondere 'eheliche gemeinschaft (mit seinem weibe) aufheben' u. ä.: das weib von sich stoszen, ehe trennen, odder hindern, dasz sie nit für sich gehe repudiare Alberus (1540) 70b; Lotharius Lotharii sun ... wolt zwey eheweiber haben, stiesz eine von sich, und nam ein andere mit vergunst der bischof Cöln und Trier S. Franck chron. (1538) 82a (Kirchhof wendunmuth 2, 33; vgl. Murner narrenbeschwörung 109 neudr.) Judith ..., welche Ludovicus aus raht etlicher prelaten von im stiesz Stumpf Schweytzerchronik (1606) 69b, vgl. sein weib von ihm stoszen Dentzler (1716) 2, 277b; die gräfin magst du von dir stoszen, der papst nimpt geld und scheidet dich Hans Sachs 8, 111 Keller-Götze. und sonst mannigfach: dasz viele standespersonen alle bedienten sogleich von sich stieszen, die ferner diese ... geschenke annahmen Archenholz England u. Italien I 2, 417; verlasz mich nicht! stosz mich nicht von dir, bruder! Göthe 9, 141 Weim. (geschwister); (Ugolino) beraubt sich, indem er einen halbfreund von sich stöszt, des besten schutzes gegen seinen heimlichen erzfeind 40, 321 Weim. (22, 50 Weim.; Klinger w. 4, 215 [w. 1, 67 zwillinge 3, 2]); und wo ward ich so ('flüchtling') genannt? in meinem geburtslande, das an dem abend desselben tages ungern mich wieder aufnahm, meine gefährten sogar von sich stiesz Jac. Grimm kl. schr. 1, 25 (Caroline 1, 132 Waitz; Gutzkow ritter vom geiste 1, 63); wo find ich freunde, die mir mitleid schenken, wenn mich ein vater von sich stöszt? Schiller 15, 1, 63 (Phädra 4, 2); mit einer weiteren bestimmung: oder aber (die Franzosen würden) uns nicht einmal ihres zorns würdig achtende, mit einem bittern gelächter von sich stoszen Thomasius kl. deutsche schriften 81; auf eine so rauhe gewaltsame weise von sich stoszen J. J. Engel schr. 1, 162; verächtlich Schubart gedichte (1825) 1, 247; mit grimmiger gewalt Göthe 10, 121 Weim. (Tasso 1, 3); mit vorsätzlicher laune IV 9, 125 Weim.; ohne trost und hoffnung maler Müller w. 1, 307. I@3@d@b@ddδδ) von unkörperlichem; auf der grenzscheide noch verwendungen wie das evangelium von sich stoszen (Strausz schr. 3 xx leben Jesu) zunächst doch noch ganz körperlich »das buch der bücher« (ganz entsprechend: der reich mann stöszt den brief von im, wil in nit annemen Hans Sachs 6, 148 Keller); wiltu aber auf deim fürnemen bleiben, die armen aus deim land vertreiben, bluot vergieszen on unterlassen, gottes wort von dir stoszen R. v. Liliencron hist. volksl. 4, 293 auf den schmalkaldischen krieg 1546 (Hans Sachs 18, 93 Keller-Götze); die gnade gottes von sich stoszen Kramer dict. 2 (1702), 987b; alle gewalt J. G. Zimmermann von dem nationalstolze (1758) 208; ein geschöpf, ... welches in dieser welt sein glück von sich stöszt Rabener werke 2, 161 (Schiller 3, 428); der kernmensch gebrauche ruhm als hülfstruppen; und stosze den einen von sich, wenn es seyn müszte, so bald er in eine andre sphäre schreite Heinse werke 4, 273 (die ehre Pfeffel pros. versuche 2, 107); wenn das gefühl seiner macht und herrlichkeit in ihm aufgeht, stöszt er das hülfreiche von sich Göthe II 3, 146 Weim. (farbenlehre); wenn man im unglück ... allen trost ... von sich stoszen wollte J. M. Miller predigten für das landvolk (1776) 1, 115; (Luthers) feuriger geist stiesz die schleppenden fesseln der partikeln von sich, wo er nur konnte Gerstenberg schlesw. lit. br. 315 lit.-denkm.; er hat die kraft, das böse von sich zu stoszen Bettine die Günderode 1, 41; unsere zeit ist nicht darnach, liebe von sich zu stoszen Gutzkow ritter vom geiste 5, 85; alle pläne ... stiesz er von sich Treitschke hist. u. polit. aufsätze 1, 35. weiter bestimmt: (ein mann strafwürdig,) wenn er solch freundlich ansinnen durch rauhe und unbarmherzige minen von sich gestoszen hätte Weise erznarren 16 neudr.; auch (entsprechend oben 1 a) mit füszen: mit füszen hätte ich sie von mir stoszen mögen, die mich zwangen, mich so ... zu erniedrigen Storm w. 1, 157; H. v. Kleist 2, 205 (zerbr. krug 1, 2). unkörperlich: nun hatte ich doch ... mein schönstes erdenglück recht mutwillig mit füszen von mir gestoszen Gaudy 2, 112 (M. Meyr erzählungen aus dem Ries 2, 234); auch: sie hat das glück im hause, aber sie stöszt es mit ihren kleinen füszen von sich Storm w. 4, 182; sogar ein ding mit füsz und händen von sich stoszen Treuer deutscher Dädalus 1, 22. I@3@d@b@eeεε) hierher noch: das kind von der milch stoszen, es entwöhnen (ablactare) Calepinus (1598) 7b, zunächst wohl von säugenden thieren; entsprechend schon: ich stosz von der milch ablacto Alberus (1540) m 1b; dementsprechend wird die lat. wendung 'puer initiatur' (eigentlich 'er wird in die bürgerrolle eingeschrieben') ebenda übersetzt wirt abgestoszen (vermuthlich mit rücksicht auf die in ländlichen bezirken noch in der jüngsten vergangenheit vielfach vorkommende sitte, die mutterbrust auch noch von gröszeren kindern gelegentlich gebrauchen zu lassen). als handlung unfreundlichen charakters ist unsere wendung vielleicht ausgangspunkt für den folgenden übertragenen gebrauch: (der papst) macht Pipinum künig in Franckrich, stiesz den alten ab Judas Nazarei 21 neudr. I@3@d@b@zzζζ) eine zusammengeballte vielheit von personen u. ä. von einander stoszen, sie gewaltsam durch ertheilte stösze trennen (Fischart Eulenspiegel 44 Hauffen): der Morian stoszet sie mit gewalt von einander schauspiele engl. comödianten 25, 25 Creizenach. I@3@d@gγ) mit der richtungsbestimmung in, hinein: ja der mensch schlächt den andern nicht allein mit eysen zu todt, sondern erwürgt ihn mit gift, ... stoszet ihn ins wasser Bech-Agricola bergwerkbuch 14 (Lindener Katzipori 160; Forster frische teutsche liedlein 101 neudr.) das seind doch so erbermlich sachen, das sie ein weinen solten machen, denn ist das nicht verfolgung grosz, wenn man ein in das wasser stoszt? Fischart S. Dominici leben 396 Kurz; den Pharao mit seinen groszen, sein heer hast du (gott) ins meer gestoszen J. A. Schlegel verm. ged. (1787) 1, 22. vgl.(flüsse, die) das erdtrich hinaus in das meer stoszen W. Xylander Polybius (1574) 224. auch mit einer maszangabe (und sich berührend mit unten) ich sah einst ... einen menschen bis an die knie im morast stecken, einige kamen herbey, reichten ihm die hände, um ihn herauszuziehen, und stieszen ihn in den morast bis an den kopf Zimmermann über die einsamkeit 1, 194. nun in mannigfacher wendung ausdruck für 'eine person u. s. w. mit gewalt in eine neue, fremde, zumeist schwierige und unangenehme lage bringen'; jemand ins gefängnis stoszen Kramer dict. 2 (1702), 987b; zunächst mit rücksicht auf das in den boden sich tief einsenkende verliesz; vgl. mer woln en (den gefangenen Johannes) stoszen in disse loch Alsfelder passionspiel 25, 813; (der könig) hiesz uns stoszen in den kerkar erste deutsche bibel 3, 182; sonsten werdt ihr in ein jemmerlich gefängnisz gestoszen Amadis 1, 284 (biblioth. älterer schriftw. der Schweiz II 3, 26; Abraham a S. Clara etwas für alle 2, 73); (bildlich:) stosz deine leibliche sinn in ein gefängnusz Guarinonius grewel der verwüstung (1610) 177; Joh. E. Schlegel werke 5, 282; auch in den nothstall (th. 7, sp. 952): wer gott wil gefallen, der musz die böse affecten in nothstall stoszen Lehmann florilegium politic. (1662) 1, 7; auch man sol sie vor gerichts- und rahtsstuben in winkel stoszen 1, 10. ins kloster u. ä.: die andern sind guot in clöster zuo stoszen, pfaffen, münch und nunnen darusz zuo machen Keisersberg bilgerschaft 24c (S. Franck chron. Germaniae [1538] 128) darumb die gar grewliche seelmörder sind, die das junge volck ynn die klöster stoszen und mit gewalt drynnen halten Luther 12, 141 Weim. (Eberlin v. Günzburg 1, 25 neudr.) zu Cordua in Andalusia, ist eine junge dirne von sechs jahren in ein nonnencloster gestoszen worden Widmann Fausts leben 96 Keller (Lohenstein Ibrahim [1680] 2) so bald man nur merket, dasz einige hugonotten zusammen kommen, ... so nimmt man sie gefangen, und hierauf thut man etliche davon aufhenken, etliche auf die galeren schicken, etliche in die klöster stoszen Sperling Nicodemus quaerens (1719) 2, 102 (Micrälius altes Pommerland 2, 168) — mehr losgelöst von der örtlichkeit: item, weil man damals niemand inn orden stiesz, ... als etwann gestampfte frawen und jungfrawen, die etlich eisen abgeworfen hatten, oder plinde schilende bettschelmen ... Fischart Garg. 436 neudr. in die fremde, ins elend u. s. w.: her, ... stoszt mich und mein weib in fehrlichkeit in frembden landen Luther 14, 347 Weim. (Lessing 13, 419); herr, den glauben mir erhöhe, stosz mich nicht ins finstre land! Brentano 1, 293; sinem widerwertigen, von dem er in elend gestoszen ist, (gutes erweisen) Riederer spiegel der waren rhetoric 5b; ich armes weib werde ... ins elend gestoszen Vogelgesang-Cochläus tragedia Joh. Hussen 25 neudr.; kennst du noch das alte liedchen von der schlang im paradies, die durch schlimme apfelgabe unsern ahn ins elend stiesz? Heine 1, 33 Elster; deine töchter stoszen sie in die öde wildniss Klinger w. 2, 219; drum stöszt er uns zum raubtier in die wüste Schiller 12, 72 (Piccol. 1, 2); mein vater, in die welt wollen sie mich stoszen, wo sie so unglücklich waren? 6, 303 (menschenfeind 8); (nackt J. Hart bei Arent moderne dichtercharaktere [1885] 74); der gefangene wird ins freie gestoszen und findet dort den augenblicklichen tod Dahlmann franz. revolution (1845) 465; aus dem kreise der täuschung in die wirklichkeit gestoszen (werden) Börne schr. 2, 131; (der akt,) durch welchen die idee in die wirklichkeit gestoszen wird, und gleichwohl nicht aufhört, da zu sein Solger ästhetik (1829) 109. ins grab, in die hölle: verfüren die arme leute und stoszen sie ynn die gruben Luther 24, 16 Weim.; (Tieck schr. 3, 436; mit schande Iffland theatr. werke 1, 49); ins grab Neumark fortgpfl. musik. poet. lustwald (1657) 1, 165. auch: (den) räuber stosz ich in den schlund des todes Tieck schr. 1, 284. zuletzt verblaszt: ob schon das freundlich gelück in hat erhaben und zu eim könig erwölet, so stoszt ihn das unglück wider davon bisz in den tod V. Schumann nachtbüchlein (1559) 72 Bolte (Joh. Nas antipap. eins und hundert 1, 28a); in immer ewigklichem schaden undterworffen dem ewing tod, darein uns hat gestoszen got Hans Sachs 1, 55 Keller; Apollo zu derselben stund Patroclum durch die göttlich wahl stiesz mitten in des todes qual Spreng Ilias (1610) 217b. in die hölle (th. 4, 2 sp. 1744 ff.): da hebt nu gott mit yhm (Adam) an, stöszet yhn noch tieffer ynn die helle Luther 24, 96 Weim.; in abgrund der hell stoszen 34, 1, 315; auf dasz sie erhaschen mein seel, man hilft in ir unthatte; gott, stosz sollich leut in die hell zornig hynunter dratte! Hans Sachs bei Wackernagel kirchenlied 3, 65; ich will ihn dafür in die hölle stoszen Schiller 2, 61 (räuber 5, 1); dafür auch: in helle glut Hans Sachs 22, 106 Keller-Götze; stosz uns auch nicht in der hellen pein Zachäus Faber d. ä. bei Fischer-Tümpel kirchenlied 1, 61. doch auch wie in den rachen eines thieres, des höllendrachen (s. hölle th. 4, 2 sp. 1747 unter 1 b); der hellen inn rachen stoszen Luther 36, 693 Weim.; der ausgangsbedeutung von hölle entspricht noch der in die tiefen des makrokosmus reichende abgrund (th. 1 sp. 51): nu helfet mir allsampt zugleich, ihr engel schar im himmelreich, in abgrund stoszn den bösewicht Barth. Krüger von dem anfang und ende der welt (1580) B 6a (v. Brandis des tirolischen adlers immergrün. ehrenkränzel [1678] 24). sonst noch hierher: das got den hohen geystern ... nicht verschonet hat, sonðer hat sie gestoszen in die ketten der finsternis Luther 14, 42 Weim.; die kinder aber, den es ward verheiszen, umb ir böse art sollen werden gestoszen draus in ewig finsternis hinaus Nik. Hermann sontagsevang. (bibl. deutscher schr. aus Böhmen 2, 47); (sorgen,) das man niemand so bald in solche sunde stosze Luther 28, 19 Weim. in den staub (th. 10, 2 sp. 1081 unter 4) u. ä. Schubart briefe 1, 109 Strausz; Friederikus, unser könig, hat alle feinde besiegt, und die ihn wollten zerstücken und stoszen in den staub, denen ist gemessen der rücken oder liegen den raben zum raub v. Ditfurth hist. volkslieder des preusz. heeres 39. ins unglück: o schweigt! und solt ers werden innen, er sölt uns in als unglück stoszen Hans Sachs 2, 57 Keller (Reinicke Fuchs [1650] 236). in das unglück, in das ich sie (das mädchen) gestoszen Göthe 24, 204 Weim. (Ebner-Eschenbach schr. 4, 178); denn Eva war das erste rypp, das solche grosze hochfart trypp, da durch sie uns und selber sich in kummer stiesze jemerlich Murner die mülle 14 Albrecht; wenn seine (des kaisers) gnadenhand mich nicht in knechtschaft stöszt Lohenstein Cleopatra (1680) 122; vereinzelt auch sonst (doch immer mit dem beisinn des gewaltsamen): den herren hab ich betrogen und meins herren sun hab ich gestoszen in disz hochzeit Boltz Terenz (1539) 18a; (nöthig,) den jüngling in die bahn der ehre zu stoszen Ramler fabellese (1783) 3, 89; (hätte die natur) meinen bruder ... nicht vor mir in die welt gestoszen ... Klinger werke 3, 226. geldwirthschaftlich: geld in etwas stoszen geld in eine unternehmung stecken, sich mit geld daran betheiligen, so mit beziehung auf den ausfuhrhandel: gott hatt uns Deutschen dahyn geschlaudert, das wyr unser golt und sylber mussen in frembde lender stoszen, alle welt reych machen und selbst bettler bleyben Luther 15, 294 Weim.; auch: pfruonden und lehen ... nach yhrem todt niemant mehr verleihen, sondern unter die armen erben und in gemeinen kasten stoszen 12, 14. neben verthun (und mit verwischung der construction): so geschicht es oft, das sie das gut von einem bergwerk bekommen, widerumb in eim anderen bergwerk verthundt und stoszend Bech-Agricola bergwerkbuch (1621) 18; vgl. dazu: aber alles das man gräbt, stoszet sie (die erde) gar in die tiefe 4. noch dannocht bist ein bergherr gsein, wann du schon hast gestoszen drein ein hundert gulden oder vier, verhofft, sye werden kummen schier Wickram w. 5, 142; I@3@d@dδ) mit auf: besonders 'aus dem hause auf die strasze': eyns teyls stieszen ihn auf die strasze nackend yn den dreck, und namen yhn gefangen, er solte mit yhn gehen Luther 18, 238 Weim.; dasz eine hure in ihrem winkel einen fremden auszieht und nackend auf die strasze stöszt Cramer Neseggab (1791) 3, 7 (W. Raabe hungerpastor 2, 168). allgemein: wie er auch lestert, dobt und schreit wider gott selber und sein wort, welchs er gern stiesz gar auf ein ort Fischart nachtrab 92 Kurz; stärker als auf die bahn bringen (th. 1 sp. 1077 unter 6): er leitet uns; der andere stöszt uns auf die bahn J. J. Chr. Bode Montaigne 3, 198 (s. auch oben in die bahn unter γ). jener kann leichter verbildet und viel heftiger auf falsche wege gestoszen werden Göthe 21, 191 Weim.; auch: ihr habt ihn auf den weg der gebundenheit ... gestoszen Bettine dies buch gehört dem könig (1843) 1, 281. auf die seite um damit auszer action zu setzen, kalt zu stellen (s. auch unten zur seite, bei seite): (bei einer rauferei) er wurde von Kaspar weggerissen und auf die seite gestoszen M. Meyr erzähl. aus dem Ries (1868) 1, 334 (s. auch th. 10, 1 sp. 388 unter II 7 b) vielleicht hierher: dasz ich feder und papier auf die seitten gestoszen, und auff Inspruck spatzieren gangen Guarinonius grewel der verwüstung (1610) 1173; doch auch möglich ('neben dem schreibtisch auf die seite) an der wand hinter pergamentstreifen stecken und so aufbewahren'. dann also zu unten. unter parteien auf die andere seite: (ein) vorfall, der ihn mit heftigkeit auf die andere seite stiesz, als er eben entschloszen war, das vorhaben einer religionsveränderung aufzugeben Justi Winckelmann 1, 328. I@3@d@eε) mit unter: besonders in der redensart etwas unter die bank stoszen als ein verachtetes, gleichgültiges und vernachlässigtes (s. auch th. 1 sp. 1107 unter 1): das er die bibel nicht unter die bank stos, sed attendat lectioni Luther 25, 26 Weim. (vgl. 18, 84 und 24, 446); und aber solche (weltliche ehre) nit gentzlich unter die banck gestoszen werden Pape bettel- und garteteuffel (1586) F 3; denn der Antichrist und groszer anhank die heilige schrift han gestoszen unter die bank Schade satiren und pasquille 1, 2; und also stoszend sie gotts wort under den bank und predgend ir eigen träum und gedank Nik. Manuel pabst. u. Christi gegensatz 145 B. auch: mein gemüt das ist zersträet, gar swär ist mein gedank, wann sy ain ander fräet, sy stoszt mich undern panck Hätzlerin liederbuch 49. den ursprünglichen sinn setzt in besonderes licht: wer auf die bank trachtet, der kompt darauf, wer under die banck wil, den stoszt man bald darunder (angeführt zu dem sprichwort: wozu einer lust und lieb hat des bekompt er sein lebenlang genuog) schöne weise klugreden (1548) 3a. in der verbindung mit schämel, der noch niedriger als die bank, zugleich aber im wortspiel mit scham (f.) vgl.schämel 1 und 2 (th. 8 sp. 2534): wer etwas haben wil, der musz den schamhut abthun, den schämel unter die bank stoszen Lehmann florileg. politicum (1662) 2, 717; viel stoszen die schämel unter die bänck 3, 447; vereinzelt (unsinnlich) einen unter die sünde stoszen ihn für einen sünder halten: Paulus stoszet sie beide, juden und heyden unter die sünde Gretter epistel an die Römer (1566) 124 (2, 12), unter den begriff sünde. I@3@d@zζ) vereinzelte gebrauchsweisen. I@3@d@z@aaαα) mit zu, statt des gewöhnlichen in, aber auf seine eigene weise bildkräftig mit hervorkehrung des begriffs 'stoszend treiben': dann (wenn er gestorben ist) hondt wir erst ein fryen muot mit des rychen kargen guot, das er uff erdt nie hat genossen und hat in dort zuo hell gestoszen Murner narrenbeschwörung 64 neudr.; und (damit nicht der herr) euch wie die falschen hund, stosz zur hellen grund Ringwald evangelia B 4b; der schlimme morgen. und lange borgen hat viel zur höll gestoszen Abraham a S. Clara mercks Wien (1680) 159; doch so teufel, welt und fleisch mich von neuem solten fällen, ach! so weiche (gott) nicht von mir stosze mich nicht zu der höllen Schmolcke sämtl. trost- u. geistr. schr. (1740) 1, 53, (zur hölle Brentano 3, 268); hattend aber nit so vil, dan dasz si ouch leut zuo closter stieszend J. v. Watt 1, 276; mit welcher (schrift) er (Paulus) noch diese stund, den antichristum stoszt zu grundt Ringwald christliche warnung D 1a (B. Krüger spiel v. den bäuer. richtern 16); zu unerhörtem leide stöszt gott sein einge freude Paul Gerhardt bei Fischer-Tümpel kirchenlied 3, 415a; die menschen lassen sich nicht zum guten stoszen Klinger werke 4, 83; (die juden wurden) durch eine solange anhaltende dummheit endlich fast bis zum thier herunter gestoszen Schiller 9, 104. I@3@d@z@bbββ) mit an: so stoszt die menschen an ein grausz Spreng Ilias 346b. I@3@d@z@ggγγ) bei seite: ich stiesz sie, die mich zurückhalten wollte, bei seite Holtei erz. schr. 1, 53 (gröblich Laube ges. schr. 2, 51); neben auf die seite (oben unter δ) und nur wenig begrifflich unterschieden zur seite vernünft. tadlerinnen (1725) 1, 53. I@3@d@z@ddδδ) zwischen etwas: du solst nach altem brauch und recht zwischen die langen spiesz gestoszen werden Reutter von Speier kriegsordnung 68. I@3@d@z@eeεε) in verbindung mit hinab (th. 4, 2 sp. 1381), herab (sp. 1014), hinunter (sp. 1533), hinein (sp. 1424), hinaus (sp. 1400), heraus (sp. 1046), dazu mit dem örtlich entgegensetzten hin und her (sp. 1372): da fiengend si in doch ..., stieszen und bankelten in hin und har, und träuwten, inne zu ertränken oder zu erstechen Äg. Tschudi chron. helvet. 2, 310; ist denn der schöpfernatur ihr geist nicht gewaltiger als der philosoph mit seinem dreieck, wo er die schöpfungskraft drinn hin und her stöszt Bettine die Günderode 1, 17; sonst auch: so handelt itz die welt mit mir, der stost mich hin, der ander dort mich hält, und musz ihr schauspiel sein J. Rist friedewünschendes Teutschland (1648) 33; stosze mich da oder dort hin Göthe 21, 65 Weim.; lord Byron ... durch den willen einer dämonischen unruhe hierhin und dorthin gestoszen Herm. Grimm Michelangelo 1, 44. I@3@d@hη) (prägnant) in dem sinne von abstoszen (th. 1 sp. 132), so im gegensatz zu ziehen: in der ganzen natur ... stöszt und zieht hasz und liebe von ewigkeit her E. M. Arndt schr. f. u. an s. l. Deutschen 1, 362 (Neukirch gedichte (1744) 175); und zu deinem ewgen unbehagen stöszt dich heute, was dich gestern zog Göthe 1, 77 Weim. neben abweisen (th. 1 sp. 151): gleich wie die in piscatione monachorum, da die armen leyen im mör ... umbschwimmen, und die unwürdigen des klosterverdienstes ubel mit rudern gestoszen und abgewisen ... werden Fischart bienenkorb A 8b; so ein pferd die solen nit stoszen will, so nimb lorbeer Seuter roszarznei (1599) 372, wie sonst auswerfen (th. 10, 1 sp. 1414: sohle 4 a). I@3@d@thθ) mit reciprokem gehalt (s. im übrigen unter III): (die eheleute) wie die schiffel am gestatt, welche zwar angebunden, und scheinen als genieszen sie ein ruhe, man wird aber doch sehen, dasz eines das andere stoszet Abraham a S. Clara Judas 1, 24; hier drängte und trieb und stiesz die zeit die zeit, die sitte die sitte Gutzkow zauberer von Rom. 2, 311; wir leben in einer höchst bewegten zeit, alles geht vorwärts, einer stöszt den andern Bauernfeld schr. 5, 209, vgl. auch: der eine augenblick gebiert den folgenden, eine handlung stöszt die andere vor sich her Tieck schr. 8, 13. I@3@d@iι) einen dazu stoszen, etwas zu thun: und wenn nun ohnehin schon unsere ganze stellung zu der französischen armee eine falsche war, so stöszt er (marschall Macdonald) uns so zu sagen mit gewalt dazu, ganz von den Russen umgeben, die erste gelegenheit wahrzunehmen, diese falschen, unseren neigungen zuwiderlaufenden verhältnisse aufzugeben graf Henckel tagebuch 20. dez. 1812 bei Häusser deutsche geschichte 4, 16. I@3@ee) in besonderm grad der wirkung den boden aus dem fasz (Petri der Teutschen weisheit 1, 6b): do aber alles aufgefreszen und ausgesoffen war, stieszen sie den einen bodem aus der tonnen B. Krüger Clawerts werckl. historie 68 neudr. und nun in dem reichen, schon unter boden (th. 2 sp. 210) und fasz (th. 3 sp. 1359), dazu unter ausstoszen (th. 1 sp. 989 unter 2) behandelten bildlichen gebrauch: 'etwas auf die spitze treiben; einer sache gewaltsam ein ende machen' (wie bei einem gelage, wo entweder die zecher aus übermuth oder der wirth aus vorsicht dergleichen thun) nachzutragen noch darnach (nach Hektors begräbnis) die Troianer eben hielten ein herrliches wolleben in Priami desz königs haus, stieszen der leych den boden aus Spreng Ilias (1610) 354b. d. h. eigentlich den fässern, welche beim leichenschmaus geleert wurden (eine wiederspiegelung heimischen volksbrauchs): zugleich zur steigerung der abergläubischen wirkung des vorgangs, nämlich um den toten an der wiederkehr damit zu hindern. auch die thür aus den hespen stoszen, mit gewalt: ein paar blöcke, die als kriegswidder dienten, die thore aus den angeln zu stoszen Ranke w. 2, 280. I@44) von raubvögeln (an stelle des gewöhnlichen, mit auf verbundenen, intrans. gebrauchs unter II) vgl. Mynsinger von den falken 4: denn stöszet er (der habicht) kranich, gense und reyger, auch andere dergleichen vögel, aber gar leichtlich stöszt er ant- und wasservögel Heyden Plinius (1565) 414; ja, wir haben stoszvögel, umb den hasen ... den antvogel ... zu beitzen oder stoszen Duez (1657) 729; wer sich zur tauben macht, den stoszen die falken Lehmann floril. politic. (1662) 1, 135; (es) können zwey krähen einen alten hasen so gut stoszen, als ein raubvogel Fleming teutscher jäger (1719) 105; die vögelchen, die zu früh pfeifen, die stöszt der habicht Düringsfeld sprichwörter 1, 267a (Oberhessen): so wie der adler thut mit einer geyerzucht, dasz er sie plötzlich stöszt ... Besser schr. (1732) 1, 37. I@55) einen gegenstand zum stosz gebrauchen; ihn stoszend führen; zum aufprall bewegen, in anlehnung an oben 3, insbesondere zur begrifflichen entwicklung von aufstoszen verb. auf den boden u. s. w. th. 1 sp. 751: den fusz auf die erde stoszen Kramer dict. 2, (1702), 987a; sie duchte, es weri ein swere berg uf ir herz gestoszen Seuse deutsche schr. 370 B; in der hauptsache ein instrumentaler accus. (entsprechend oben 1 a): (pass.) (nach der verurtheilung) wurden Alberichs sechs söhne ... hingerichtet, in stücke zerrissen und dem vater die einzelnen glieder ins gesicht gestoszen Fr. Raumer geschichte der Hohenstaufen (1824) 4, 442. schnell gefaszt jedoch und scheinbar lächelnd kehrt sie (die kaiserstochter) gegen jenen (den entführer) sich und stöszt ihm beide hände vor die brust, er taumelt klaftertief hinunter, bis ein felsstück ihn zu staub zerschmettert Platen 2, 265 (Abbassiden 4); ich will den stab dreimal zu boden stoszen und dies gezelt mit traumgestalten füllen H. v. Hofmannsthal gedichte 88. I@5@aa) den kopf wider die wand, an die mauer u. a. (th. 5 sp. 1745 unter II A 3 b) absichtlich, als ausdruck groszen schmerzes, der verzweiflung (ohne dieses gefühl gewöhnlicher mit dem kopf Kramer dict. 2 [1702], 986c); diser schad hat Augustum so hart bekümmert, das er lange zeit ... im sackleyd auf die erd hat gesehen und seinen kopf wider ein wandt stöszende gesagt: ... S. Franck chron. Germaniae (1538) 11b (den schopf [s. th. 9 sp. 1530 unter 7] vgl. Gargantua 44 neudr.); (Melina) stiesz den kopf wider die wand Göthe 22, 52 Weim.; der bräutigam, den man sogleich herbei rief, stellte sich anfangs, als hätten schrecken und schmerz seinen verstand angegriffen. er fiel sich mit beiden händen in die haare, und stiesz den kopf gegen die wand Langbein schr. 31, 157. auch: (indem ich) meine heisze stirn wider diese klinker stiesz Immermann werke 2, 101. I@5@bb) schulmeisterlich einem die nase ins buch (u. s. w.) stoszen, um des schülers aufmerksamkeit zu erregen, wach zu machen (die widerstrebende nase W. Raabe hungerpastor 1, 144); bekennet hat er mir, der braut, die ihn erst tüchtig zappeln liesz, ihm tüchtig wusch die grobe haut, die nas ihm auf den fehler stiesz Brentano schr. 5, 42; (eine geographische thatsache einsehen,) wenn ihr mir die nase in eine weltkarte gestoszen J. Kraus warheit der fünfzig ursachen (1717) 40. daneben einen mit der nase worauf stoszen in beliebtem bildlichen gebrauch: ich habe noch nicht gesehen, dasz einer etwas gemacht hat, den er nicht hinterdrein mit der nase aufs bessre gestoszen hätte Göthe 17, 84 W.; erlaubt, dasz ich euch mit der nase darauf stosze 107 W.; man wird hier auf die zwey prinzipien der moralischen welt, ... so zu sagen, mit der nase gestoszen Klinger werke 12, 63; sehen wir lieber auf unser maul, da haben wir wunde genug, auf welche uns mutter natur gewissermaszen mit der nase gestoszen, dasz wir sie stopfen sollen Brentano 5, 334 (A. Ruge briefwechsel 2, 324; Polenz Grabenhäger 1, 300); gröblich und strafweise auf den tisch: (einen) nicht um ein lumpiges wort oder zwei mit der nase auf den tisch stoszen W. Raabe hungerpastor 1, 239, wie sonst einem unerwünschten, miszliebigen gast das maul auf den tisch: das sprichwort habe ich mein tag nicht gehört, dasz man sagt, man stosze einem das maul auf den tisch, wenn man einen zu gast ladt Liselotte briefe 1, 128. mit besonderer beziehung auf die aufmerksamkeit des gehörs umgeformt: seyd ihr (Deutsche) so schwer zu verständigen, ... dasz ihr sie (eine kurze stammsilbe vor langen ableitungssilben) nicht unterscheiden könnt, wenn ihr nicht insbesondere mit den ohren darauf gestoszen werdet? A. W. Schlegel im Athenäum (1798) 1, 36. verblaszt: das grab eines todten ist heilig; und wenn man da nicht die einzige, bittre wahrheit sagen soll, auf die uns sein ganzes leben stöszt, wo und wenn sollte man sie denn sagen? Herder 15, 40; (der erfolg,) wenn son bengel von der mutter drauf gestoszen wird, dasz sein vater leichtsinnig ist G. Hirschfeld die mütter (1896) 42. I@5@b@aα) nicht weniger gröblich die umkehrung einem eine schrift, ein buch u. a. unter die nase stoszen, zunächst ein lehrhaftes schlagwort des reformationszeitalters; noch ganz eigentlich, körperhaft vorgestellt: nemb ein feder und schreib in tabella locos apertissimos de divinitate Christi, ut schwermeris kund unter die nasen stoszen Luther 28, 90 Weim.; das man ihm die schrift unter die nasen stöszt und fur die augen helt 33, 215 Weim. (besonders lebendig:) so man yhn aber widerumb das wort gotts under die nasze stöszt, so schreyen sie mit zugestopften oren: du verstehests nicht recht 8, 526 Weim. (Andreas Althamer von der erbsund (1523) F 2a); das gemeine zeugnisz aller völker auf erden Gretter epistel Pauli an die Römer (1566) 266, dann in erklärter bildlichkeit; überhaupt 'einem etwas vorhalten, vorrücken' u. s. w.: so muoss man in die warheit under die nasen stoszen Eberlin v. Günzburg schr. 1, 86 neudr.; (Joh. Heroldt von der zung [1544] 42a); (diejenigen,) denen man ire unlöblichen thaten under die nasen stoszen kan Martin Schrot wappenbuch (1581) 222b; auf dasz ... du mir mein sünd nicht unter augen stellest, noch auch mir sie unter die nasen stoszest, so will ich mir sie selbst vor augen setzen Äg. Albertinus zeitkürtzer (1603) 184; man mus euch under d nasen stoszen den grewel, den ir noch nicht lossen Fischart S. Dominici leben 124 Kurz. I@5@b@bβ) nur vereinzelt etwas einem wider die nase stoszen vgl. Fischart ehzuchtbüchlein 248 Hauffen; wann niemand wäre als ewer Salustius selbst, der dir deinen hochmut vor die nase gestoszen, so soltestu dich doch darüber zu todt schämen Moscherosch gesichte 2, 195; und immer weiter auswuchernd: drumb wie und wo dyr eyn geyst zukompt, so frage nur nichts, ob er bos oder gut sey, sondern stosz ihm nur frisch ditz wort kurzlich und vorrechtlich yn die nasen: ... Luther 10, 1, 1, 587 Weim.; wie sonst: do stosset er dem phariseer das wort wider yns maul 29, 391 Weim. I@5@cc) beim rundtruck ein glas wein u. s. w. stoszen, d. h. auf den tisch (Spielhagen 2, 81), um es beim zechgelage dem nachbar im zutrunk zuzubringen, noch heuer (Göttingen 1925) als volksthümliche trinksitte im schwange; deshalb einem (auf etwas) zustoszen Gargantua 145 ndr. wie sonst zutrinken im gegensatz zum anstoszen (th. 1 sp. 489 unter 7; Th. Körner 1, 140), wenn jeder zechgenosse ein eigenes glas hat. das solches aufstoszen vertragende trinkgeräth insbesondere die stampfe, stampe, der stampfer (th. 10, 2 sp. 675); es ist nicht zu spät, ... auf weitere bekanntschaft ein gläschen zu stoszen Göthe 38, 148 Weim. (Claudine); stosz nur ein glas, so bricht es gantz gewisz H. v. Hoffmannswaldau gedichte 3, 350; die gläser stoszend, setzet man den vierten tag zur hochzeit an Ramler fabellese 3, 124; hier sitzen wir beim hospiz, der geistliche herr stöszt eine anständige condition, hier wird getrunken, singt dazu Holtei erz. schr. 16, 174 (Eichendorff tagebuchbl. 47; weinkondition 73 wie sonst tractament 'gelage', vgl. zeitschr. f. deutsche wortforsch. 12, 290); wollen nachher auch eins zum Hubertus stoszen, bey einer flasche johannisberger maler Müller werke 3, 399. nun auch: du hast es ja gesehen — der schnitt des gesichts, als er mit Zeus die gesundheit stiesz Lenz gedichte 211 Weinhold. mit dem accus. der person: aber heute dachte er daran, wie ihn vor zwanzig jahren der mann, der jetzt gebrochen und hohlwangig neben ihm herschwankte, in der kantine auf so manche halbe gestoszen hatte Polenz w. 8, 42. I@5@dd) technisch. I@5@d@aα) handwerkerlich stoszen, mit dem meiszel arbeiten (insbesondere auch dem stoszeisen, stoszmeiszel) ndd. stoten Schumann Lübeck (1907) 43; auch mit dem stoszhobel holz behobeln (Bucher kunstgewerbe 387b) hierher (?) zum irsten 1 m. 1/2 firdung an 10 pf vor 40 schog splisse (schindeln) zu stoszen und vor decken Marienburger tresslerbuch 210 Joachim; im schmiedehandwerk: oben in diesem bergwerke hörte man sie (die zwerge) vielmals klopfen, hämmern und picken, als ob drei oder vier schmiede etwas stieszen brüder Grimm deutsche sagen 1, 24. I@5@d@bβ) sonst holztechnisch stoszen 'zwei holzstücke vereinigen' Bucher kunstgewerbe 387b, d. h. stumpf an einander fügen Mothes 4, 277, mit den hirnenden Schönermark- Stüber 802 (Helfft landbaukunst 305). vgl.stosz II 1 c (sp. 474). I@5@d@gγ) truppen aneinander stoszen (an stelle des gewöhnlichen intrans. mit truppen zu einem stoszen unter II): die (truppen) aus dem andern läger hat er daran gestoszen Xylander Polybius (1574) 189, vgl. und ermuntr ihn, zu Herman sein heer unverzüglich zu stoszen Wieland Hermann 93 (lit.-denkm.). I@5@d@dδ) auch sonst eines zu etwas stoszen es einverleiben u. s. w.: dise gemelte landschaft ... ist vor ziten von heidnischen römischen keisern zu der seqanischen landschaft gestoszen Äg. Tschudi chron. helvet. 1, 27, vgl. Jean Paul komische anhänge zum Titan 1, 52. I@5@ee) in stärkerer anlehnung an oben 3. I@5@e@aα) hervorsprieszen machen, lassen; treiben: (eine pflanze) stöszt etwan 3 ... stengel Bock kreuterbuch 1, 70; neue dolden 1; dise wurtzel stöszt im dritten jar junge augen oder nebenzinken Ryff confectbuch (1548) 98a; der baum stoszet überflüssige schosz und reiser W. Spangenberg anm. weisheit lustgarten 252 (333); alsdann stoszen solche (wieder fruchttragenden) äste kleine ästlein, welche hernach gerne früchte bringen Hohberg georgica 3, 327a; eine rebe schosz nun auf, trieb hinan, grünet und blühet und stiesz volle ranken überall maler Müller w. 1, 40. neben schossen verb. (th. 9 sp. 1600 unter 1): der cypressbaum hat den namen kyparissos: weil er seine zweiglein gleichmäszig in einer grösze stoszet oder schosset W. Spangenberg anm. weisheit lustgarten 539. vereinzelt: (da) besagte wurtzel sich gepresset fühlete, sties sie ihre stengel und blätter neben der seiten ... herfür Butschky Pathmos (1677) 18. von sich: ein weitzenkörnlein wird in die erde geworffen, in welcher es auch verfault, dasz es endlich zu einer weiszen und flieszenden materie sich verändern musz, welches aber gemachsam sich wider zusammen findet und einen kleinen stachel von sich stöszet J. M. Meyfart das himmlische Jerusalem (1630) 2, 45. I@5@e@bβ) blut, flammen u. s. w. sie hervorschieszen machen: das hertze, welches mit jedem schlage einen ziemlichen strom ... blutes von sich stiesze Lohenstein Arminius 2, 257a; gleich wie das feuer thut, wann es zu kräften kömpt, stöszt von sich selbst die glut bis an der sternen sitz Opitz teutsche poemata 63; gleich wie der Aetna dort zu aller zeit erhitzt die flammen von sich stöst Henrici ernst-scherzh. u. sat. gedichte 1, 111; auch: glut bricht von sich selbst hervor und stöszt ihre flamm empor Königsberger dichterkreis 17 neudr.; (im bergwerk) stöszt ein gang geschiebe von sich (Schönberg berginformation [1693] 2, 33) d. h. er blühet am tage, zu tage besonders unter der wirkung der tagwasser (s.blühen th. 2 sp. 156 unter 10). indem er dicke tabackswolken von sich stiesz Eichendorff w. 2, 496; die maschine stöszt weisze zischende dämpfe aus ihren zylindern G. Hauptmann bahnwärter Thiel (1892) 48 (dampf aus seiner pfeife Laube schr. 8, 262); gieb mir eine dose gift; solch scharfen stoff, der schnell durch alle adern sich vertheilt, dasz todt der lebensmüde trinker hinfällt, und dasz die brust den odem von sich stöszt so ungestüm, wie schnell entzündet pulver aus der kanone furchtbarm schlunde blitz Shakespeare 1, 153 (Romeo 5, 1); und jeder, wie er fühlt das land, den athem stöszt mit voller kraft aus der befreiten kehle haft Annette 2, 68. I@5@e@gγ) von einem laut 'ihn mit heftigkeit, schärfe u. s. w. hervorbringen'; für das häufigere ausstoszen (th. 1 sp. 989 unter 5) neben heraus (th. 4, 2 sp. 1046, dazu Chr. Wolff vernünftige gedanken von gott [1720] 244) und hervor: er schien einige worte mit heftigkeit hervor zu stoszen Storm 2, 148; sie stöszt in die luft gebrochenen laut Bürger 1, 282 Bohtz; da stiesz vom nächsten schiff die bootsmannspfeife grellen pfiff Annette 1, 58. als er ein gleichgültiges 'pah' durch seine vollen aufgeworfenen lippen stiesz Willibald Alexis Roland von Berlin (1840) 1, 339; sie (die nachtigall) stöszt aus ihrem engen schlunde den bass, discant, alt und tenor Triller poet. betrachtungen (1750) 1, 32; und stöszt so grimmen schrei aus seiner brust Arnim 20, 106. als hyperbel: der wunsch, den ganz Berlin aus vollem herzen stiesz Neukirch gedichte (1744) 216. I@66) stampfen (deutlich entwickelt aus dem gebrauch unter 5). I@6@aa) durch stosz befestigen, feststampfen: bestellen soll der stat paumeister mit den pflasterern, wo man roren legt zu den flieszenden prunnen, das man dasselb ertrich woll stösz, das man auf die roren wurft E. Tucher baumeisterb. 49; item der gesworn zueburger soll in dem pfannhaus mit fleisz aufsehen, damit die fueder wol peert und mit dem stöszel gestoszen werden Lori baierisches bergrecht 124 (sudordnung v. j. 1489); die (oder auf die) ladung stoszen calcare la carica Kramer dict. 2 (1702), 987a. I@6@bb) (bergmännisch) sumpf stoszen für die wasser ein sammelbecken herrichten und mit rasenstücken befestigen Junghans gräublein ertz (1680) F 1a (Herttwig bergbuch [1734] 390b). I@6@cc) buttern: ich stosz butter iacto butyrum Alberus (1540) b b 4a; butter stoszen fare, baruttolare butiro Kramer dict. 2 (1702), 987a, vgl.butter (th. 2 sp. 583) und buttern verb. (sp. 585); item das man die milch ... fleiszig abnemme, butter daraus ... stosze Sebiz feldbau (1579) 98; sprichwörtlich; wenn man milch stöszt, so macht man butter drausz Petri der Teutschen weisheit 2, D d d 1b; man musz die milch so lang stoszen, bisz butter drausz wird Lehmann florileg. politic. (1662) 1, 29. I@6@dd) durch wiederholtes stoszen 'zerkleinern', in dem sinne von unten zerstoszen: trusatilis das gestoszen wird Alberus (1540) 10a; zween mühlstein ... der oben rumpelt und stoszt, der unter ist still, und gehören doch beide zum mühlwerke Petri der Teutschen weisheit (1604) 1, E 8. I@6@d@aα) pfeffer, gewürtz ò würtze sc. stoszen, pestare pepe, specie ò aromati Kramer dict. 2 (1702), 987a (195a); brasilholtz stoszen, raspare legno di Brasile ò verzino (ebenda); nachtschatten-würtzeln gestoszen (haben) Braunschweig chirurgia (1539) 35a (Heyden Plinius [1565] 157; Sebiz feldbau [1579] 67); nim cypresznusz ... drey oder vier eyerklar, stosz, was zu stoszen ist Wirsung artzneybuch (1588) 549d; o süsze freundin, ... stosze eine wenigkeit von diesem zuckerkandel! E. Th. A. Hoffmann w. 6, 244 (Göthe 43, 373 Weim.). die alten lumpen kann man stoszen, so kriegt man doch papier daraus Rachel ged. 144 neudr. item 1 m. 2 scot vor 1 yserynne kolwe, polfer domete yn zu stoszen Marienburger tresslerbuch 597 Joachim; darzu gehören auch kessel, pfannen und mörsel, damit man die feuerwerk stoszen (könne) Fronsperger kriegsbuch 1, 73b; in meinem kopf ists wie in einer mühle mit viel gängen, wo zugleich geschroten, gemalen, gewalkt nur öl gestoszen wird Göthe an frau von Stein 1, 343. I@6@d@bβ) zusammenstoszen verschiedene stoffe so durch einander mischen (vgl. voc. opt. 49b); auch stosz ölmagen mit eyerdotter, dasz es werde wie ein taiglin Gäbelkover artzneybuch (1595) 1, 4. durcheinander: diese ding (hopfen, rote minze u. a.) durch einander gestoszen, und mit einem löffel zweymal so viel wein, als viel als der andern ist, vermischen Paracelsus opera (1616) 1, 357. daran: (nimm) wegwarten, legs in einen guten wein und stosz rohen zwifel daran Seuter roszarznei (1599) 109. neben mischen (th. 6 sp. 2249, unter 2 b): die chinesischen kaufleute nehmen alles fleisch und blut von diesem thiere (dem muskur) und stoszen es unter einander, dasz er zu einem brey wird, füllen es in kleine beutel Olearius morgenländ. reise (1696) 50. I@6@d@gγ) insbesondere im mörser stoszen tundere in mortario Corvinus fons latinit. (1646) 922 (s. auch th. 6 sp. 2593): saltze im mörser stoszen Kramer 2 (1702), 420b (vgl. auch 2, 987a); die gesähme (werden) alle in einem mörßel gestoszen Aitinger jagd- u. weidbüchlein (1681) 107 (Sebiz feldbau [1579] 64). (die lüge), das die Giaquen ihre kinder mit wurzeln und kräutern im mörser stoszen, um sich eine salbe zu bereiten Sturz schr. (1779) 1, 80 (als himmlischer zeitvertreib): und wenn es (das wasser) durchgeseiget war, so stiesz mans in eim mörser dar Hayneccius Hans Pfriem 686, 30, neudr. deshalb sprichwörtlich: wer wasser im mörselstein stoszt, der thut vergebene arbeit Lehmann florileg. politic. (1662) 2, 798; stumm einen mörser trägt er her und stoszt, als wenn was in ihm wär J. Kerner kleksographien 27. selten: der kaffee wird mit mörsel gestoszen Göthe III 5, 264 Weim. I@6@d@g@aaαα) auf personen bezogen (im sprichwörtlichen vergleich und bildlich): mancher hat ein kopf wie ein mörsel, man musz alles drinn stoszen Lehmann florileg. politic. (1662) 1, 464; aber welcher henker weiset mir den mörser, da ich aus zweyen kleinen menschen einen doppelten stoszen kann? Chr. Weise drey kl. leut (1675) 44; denn ein narr bleibt ein narr, wenn er gleich im mörsel gestoszen würde wie grütze J. G. Schmidt gestrieg. rockenphilosophie (1706) 1, 102 (mit anlehnung an spr. Salom. 27, 22); neben zerstoszen: stosz immer hin, denn du zerstöszt nicht Anaxarchen, sondern nur seine hülsen Lohenstein Arminius 2, 270b. I@6@d@g@bbββ) obsc.: (die frau) folgt ihm (dem studenten) von fern und war gar bösz, sprach: 'solt dein pfeffer mit solchen boszen nicht mehr in meinem mörser stoszen' Burkard Waldis Esopus 4, 27, 60. I@6@d@dδ) mit adverb. bestimmung: grob stoszen pestare, infragnere grosso ò alla grossa Kramer 2 (1702), 987a; entgegengesetzt: klein stoszen (ebenda; Wirsung artzneybuch [1588] 553c); den thon klein stoszen (lassen) Ercker mineralertz (1580) 7b (Hayneccius Hans Pfriem (1582) 30, 690 neudr.); wir wollen einen orientalischen diamant klein stoszen lassen schausp. engl. comödianten 179 Creizenach; den haber stoszen sie mit steinen zum gebrauch klein Laroche fräulein v. Sternheim 2, 221. auch: und nam den roten leymen von dem ofen, stiesz den aufs allerschönest und kleinest, thet das fein in ein liderlin secklin V. Schumann nachtbüchlein 23 Bolte; (nimm) ein pfund calcinirt alaun, der wol gestoszen und durch ein sieb gebeutelt sey Thurneysser magna alchymia (1583) 23. I@6@d@eε) insbesondere: zu pulver stoszen pestare, tritare, far' ridurr' in polvere Kramer 2 (1702), 987a (Herold-Forer thierbuch [1563] 18; M. Böhme roszartzney [1618] 10); (bildlich:) aber sanct Peters wort sind gottis wort, die lassen keyn anders, denn das eynige gemeyne priesterthum bestehen, es stoszt die andern alle zu pulver Luther 8, 254 Weim.; dadurch sind nu schön unser werke, verdienst, freier wille und vernunft zu pulver gestoszen 24, 24. zu einem brei stoszen J. F. Stahl gewehrgerechter jäger (1762) 24; dafür in älterer sprache als ein brei Burkhard Mithof wie man sich für der pestilenz bewaren soll (1552) P 2a. schlag oder stosz in (den zucker) zu kleinen stücklein Ryff confectbuch (1548) 6b; vgl. noch: diss alles thu in ein mörsel, stosz es so lang, bis es rein subtil (wird) Paracelsus opera (1616) 2, 549. I@6@ee) gröber 'zertrümmern', so einen felsblock, wie den vor Christi grabeshöhle; (bildlich:) si autem impii thiranni nos consciencia alligare voluerint, so sol ich myt dem engel steyn und sigel zu drummern stoszen Luther 29, 287 Weim. I@77) einbohrend stoszen, gewöhnlich mit einem zugespitzten geräth, einer spitzen waffe: mit einem stoszdegen stoszen Kramer 2 (1702), 987a; mit seinem degen stöszt der mann, Antonio drückt sich wie er kann W. Busch heil. Antonius (1870) 16. und so pointiert in der scenar. bemerkung: der mohr geht laurend um ihn herum, endlich zieht er den dolch und will stoszen Schiller 3, 27 (Fiesko 1, 9). I@7@aa) mit instrumentalem accus: einem einen degen ò dolchen in leib stossen, cacciare una spada, uno stile in corpo ad uno Kramer dict. 2 (1702), 987a (Wieland natur der dinge 3, 450); einem ehrlichen mann ... eine kugel schenken oder einen degen in leib stoszen Rist friedewünschendes Teutschland (1648) (theatrum amoris) [1626] 93); dir die wahl geben, entweder Alboin zu ermorden, oder zu erwarten, dasz er dir das schwert in den leib stosze brüder Grimm deutsche sagen 2, 28. ähnlich ich stiesz ihm mein schwert in den bauch Pocci komödienbüchlein 143; (im traum) als stosze ihm ein hirsch, den er jage, sein geweih in den leib Ranke w. 9, 108. in die seite: schnell fliegen räuber aus dem hinterhalt herzu, stoszen unter dem handgemenge dem maulthier den stahl in die seite Ramler einleit. in die schönen wissensch. (1758) 1, 285. in die brust: wie der unglückliche liebhaber ihr das schwert in die brust stöszt Göthe 21, 34 Weim.; wer stiesz in Catons brust den falsch gerühmten degen? Wieland 1, 242 (moral. br. 3); was blut hast du vergossen? in seine (Cäsars) eigne brust hast du den dolch gestoszen! 1, 254 (moral. br. 5). hab das herz nicht, dir den dolch in die brust zu stoszen, und will dich heimlich vergiften, ermorden! Göthe 11, 178 Weim. (Gellert w. 1, 237); und stöszt dem mann, der sie belauscht, ein messer in die brust! Ramler fabellese (1783) 1, 168. (Schiller 12, 503 Maria Stuart 3, 5; Langbein schr. 31, 19); in dichterisch gehobener sprache dafür in den busen: wer das vaterland verriet ..., in den busen seiner mutter hatte der das schwert gestoszen Herder 17, 311 (Gökingk ged. (1780) 1, 71; sein eisen in den busen Hegner schr. 5, 179); besonders in das herz (vgl. oben stosz m. sp. 455 und herzstosz th. 4, 2 sp. 1261): (sich nicht abhalten lassen,) seinem wohlthäter den dolch ins hertze zu stoszen Lohenstein Arminius (1689) 1, 21a; ist es ihnen anständig, einem vertheidigungslosen manne den dolch ins herz zu stoszen? Nicolai Seb. Nothanker (1773) 1, 149 (Ramler einleit. in die schönen wissensch. [1758] 2, 331; Körner 2, 174); (bildlich:) ihr stunden, die im taumel ihr des lasters hingeflossen, was kommt ihr, mit der reue mir den dolch ins herz zu stoszen? J. M. Miller ged. (1783) 319. (sie) stieszen denen, die auf den knieen lagen und baten, das messer in das herz Stifter 3, 22 (auch 3, 114); als die spartische mutter den sohn entflohen dem treffen, waffenberaubet sah, stiesz sie das schwert ihm ins herz Herder 26, 39; weiter veranschaulicht: so will ich alsbalt ... den dolch ihm stoszen mit gewalt zwischen die rippen in sein hertz griech. dramen 2, 17 Dähnhardt. sonst noch vereinzelt: der Winckelriet stiesz im (dem drachen) den spiesz in den rachen mit aller kraft Tschudi chron. helvet. 1, 146 (Jung-Stilling schr. 6, 532; einen feuerbrand in den mund W. Scherer litteraturgesch. 105); und (ich) stosze tief ihm ins gekröse nachbohrend bis ans heft den stahl Schiller 11, 281 (kampf mit dem drachen); wir wollen uns vereint des mahls erfreun, bis ihr den dolch uns in die kehle stoszt! Collin Regulus (1802) 57 (2, 2); (das kind) hat darauf ein bloss messer genommen und es seinem brüderchen in den hals gestoszen brüder Grimm kinder- und hausmärchen 1, 103; in demselben augenblick ... stoszen (sie dem stier) ihre pfeile zwischen ohren und hörnern ins genick Moltke schr. 1, 216 (ihm in den schlaf Bürger 165 Bohtz); (bildlich:) einer, der es wagte, in sie (die Achillesferse) das eisen zu stoszen H. v. Barth aus den nördl. Kalkalpen (1874) 353. ganz allgemein: 'münch, höre mich beichten und absolviere mich recht! wo nit, so stosz ich das schwert in dich' Lindener Katzipori 126; balt droll dich nur von mir gar weit oder ich stosz mein wehr in dich! J. Ayrer dramen 1, 79 Keller. I@7@a@aα) der begriff durch weiteren zusatz verstärkt oder sonst erläutert: der generallieutenant ... stiesz einem keyserlichen officierer seinen degen in den leib, dasz die klinge fast gar darin stecken blieb Chemnitz schwed. krieg (1648) 1, 187; besonders auch durch das adverb. tief (als hinüberleitung zu β): also sprach er und seinen spiesz mit aller macht und kräften stiesz tief in den holen bauch sehr grosz Spreng Äneis (1610) 23a; wenn ich die hand des bruders freundlich drücke, stosz ich den stachel tief in deine brust? Schiller 14, 27 (braut von Messina 310). auch: nun tritt er hin, ... und stöszt ihm krachend in die breite brust das scharfgeschliffne messer Annette 2, 215. I@7@a@bβ) begrifflich stärker, mit der praep. durch: (er) stöszt ihm das schwert durch die gurgel Lohenstein Arminius (1689) 1, 3 (den dolch durch den hals M. I. Schmidt geschichte der Deutschen 3, 442; einem einen eiszapfen durch den leib stoszen vgl. E. M. Arndt w. 1, 91); zischend stiesz er den stahl durch den unschuldigen busen Lenz ged. 25 Weinhold; diesen degen will ich durch sein herz stoszen Cronegk schr. (1771) 1, 98; (trabanten:) stosz zu! (Michael:) ja stosz den degen, stosz, henker, durch mein herz! A. Gryphius trauerspiele 40 Palm (Mastalier ged. [1774] 129); (für den scherz) stiesz er ergrimmt dem armen sklaven den blanken jagdspiesz durch das herz Pfeffel poet. versuche (1812) 2, 48. auch: den dolch mitten durchs herz brüder Grimm deutsche sagen 1, 88. mächtig stiesz er seine lanze, stiesz die brust ihm durch und durch Herder 25, 163 (vgl. auch sammlung von schausp. [1764] 1, 99); kommt freunde! stoszt ein schwert! stoszt durch die blosze brust! diesz bitt ich! feinde kommt! ersättigt eure lust und stoszt ein schwerdt durch mich! A. Gryphius trauerspiele 68 Palm (Wickram werke 1, 86; Thomas von Absberg 36). I@7@bb) mit reflexivem gehalt (s. im übrigen unter IV) eine Arria, die den dolch in die brust stöszt und lächelnd spricht: es schmerzt nicht Schubart briefe 2, 17. und als er einst in wilder raserei den stahl geschwungen in erhobner hand, ... stiesz er den dolch sich in die eigne brust Mich. Beer w. (1835) 45. sie empfing den schwur der rache, und gerechtfertigt stiesz sie sich ein messer in das herz Niebuhr m. geschichte 1, 319 (Tieck schr. 2, 316); aber können sie mich zwingen, mir selbst den dolch ins herz zu stoszen, indem ich jeder hoffnung entsage? Pückler briefw. 1, 421. die nadel will ich heut ins herz mir stoszen Brentano schr. 3, 47. I@7@cc) der fechterische vorgang u. s. w. stärker herausgearbeitet: thörichter jüngling! zieh völlig, ziehe! stosz hieher, hieher auf diese freie unbeschützte brust Göthe 17, 128 Weim.; Gherardo, der urheber des streits, fiel gleich über mich her, ich stiesz ihm aber den dolch nach der brust 43, 48 Weim. (bildlich:) so wird man auch diejenigen stellen, ohne sein nachteil, bemerken können, wo man ihn allzuwitzig und allzufeurig nach eingebildeten blöszen stoszen siehet Lessing 7, 51 M.; hin und wieder stoszen (beim fechten) Göthe 22, 37 Weim. stosz du zuerst (im duell, mit dem degen) Lenz schr. 1, 16 (hofmeister 5, 2). insbesondere: er lehret ihn die primam, und wann er solche wohl begriffen, die secundam, wenn er auch diese recht gelernet, endlich die tertiam und quartam stoszen, und einen gleichen stosz führen Fleming teutscher soldat (1726) 23; (er) stöszt (beim fechten mit dem rapier) dem prinzen die quarte in den arm schausp. engl. comödianten 184, 28 Creizenach; wo ich den einen Staaden ... die quinte durch den linken elbogen gestoszen hatte Chr. Reuter Schelmuffsky 34 (vollst. ausg.) ndr. bald läszt er ihn (den spazierstock) herunter, und stöszt eine terze B. Mayr päckchen satiren (1769) 60; schauet ihn an! da steht er und ficht und stöszet den lüften quarten und terzen durchs herz, jubelt und meint, er trifft mich H. v. Kleist 4, 25. neben hauen (s. auch oben auf hieb und stosz): von allen seiten hieben und stieszen mordwüthige Franken auf die ... Römer ein Fouqué altsächsischer bildersaal 2, 320; machet alles nieder, schieszet, haut und stoszt! Erlach volkslieder 3, 91. I@7@dd) danach das schwert in die scheide stoszen, nachdrücklicher als oben stecken (th. 10, 2 sp. 1305, unter 6): (er) stöszt das schwert in die scheide Göthe I 41, 1, 267 Weim. (altdeutsche passionssp. in Tirol 55 Wackernell; Vosz Odyssee 11, 98); (Jesus:) Peter, losse din fechten sin und stoisze das swert in die scheide din! Alsfelder passionssp. 108, 3401; o könig, wie du also geprahlt vor den genossen: für immer in die scheide hast du mein schwert gestoszen! Scheffel w. 2, 189 (Walth. 805). ähnlich von dem zur ruhe gebrachten speer: sie hetten ire schilt gelegt under die heupter, jeder stiesz tief in die erden seinen spiesz Spreng Ilias (1610) 127b (maler Müller w. 1, 69). I@7@ee) als rein technischer begriff 'pfähle in den boden rammen' u. dgl.: (anno 1542) hat man angefangen, die pfal zu stoszen zur thumbrücken Hennenberger preusz. landtafel (1595) 213; pfäle stoszen und palcken legen Sebiz feldbau (1579) 15; pfahlgründe zu stoszen oder roste zu legen genöthiget (sein) haushalt.-lex. (1749) 2, 527b. vgl. entsprechend schon mhd. von zaunstecken: ob ich etewenne korn ûf dem tenne mit der drischel ûs gebieʒ od ob ich stecken ie gestieʒ Helmbrecht 318; I@7@ff) 'pflanzen'; (oberpfälzisch) so kohl oder salatpflanzen, erdäpfel u. dgl. stoeszen, sie in die erde pflanzen Schm.2 2, 789, neben bestoszen: 'einen waldgrund mit eicheln und buchen bestoszen', bepflanzen Lori bergrecht 50. insbesondere von stecklingartigem, so fahlweiden stoszen: so ainer wolt felber stoszen oder zeinen, der sol das thuen seinem nachpaurn zu schaden österr. weisth. 11, 259 (v. j. 1521) vgl. Schm.2 2, 789, wie sonst felber stecken (th. 3 sp. 1474); da stiesz er das reis in die erden, da wuchs eyn groszer baum daraus der heyligen leben (summer teil 1472) 32b; ja man sagt auch, dasz die basilienblumen, wan man sie im ersten mon stoszt, und in einen neuen hafen thut, werden sie umb den vollmon an dem andern theil blumen tragen Frölich offenbarung der natur (1591) 69; jetzt (im december) kann man rohr stoszen Hohberg georgica 1, 141 (Marienburger tresslerbuch 50 Joachim); ein entsprechendes intrans. stoszen unter II. I@88) auch sonst begrifflich stärker als stecken (th. 10, 2 sp. 1306). I@8@aa) einem etwas in die hand stoszen: (versprechen,) seinen begierden ein genügen zu leisten ..., wofern er anders euch eine summa gelds in die hand stoszen würde Prätorius glückstopf (1669) 6 (Fischart discours [1589] A 3a); ich wette, wenn ich dir (dem kammermädchen) ein paar siebzehner in die hände stosze, wird die gnädige frau bald aufgestanden sein. ich verstehe dich schon, da hast du sie! Petrasch lustspiele 2, 519. I@8@bb) entsprechend etwas in die tasche stoszen, es hinein stecken, darin verschwinden lassen: buob, stosz uns disz stuck brod in d täschen R. Manuel weinspiel 1521 ndr.; und legt sich feyertäglich an sein peurisch goller und rot hosen, thet zwölf gülden int taschen stosen Hans Sachs 9, 507 Keller; (mit schlimmem beisinn:) und geschach darumb, das er der stat guot helich und gefärlich an der steur abtruog und in täschen stiesz städtechron. 4, 224, und ärgernis erregend: (sie hätten) das sacrament in die taschen gestoszen H. v. d. Planitz berichte 73. I@8@b@aα) in den sack: (er) den harnsch ... zuosammen packet, in ein sack stiesz Wickram w. 1, 160; seh, Abra! nim das todtenhaubt! ... stosz es so blutig in den sack Hans Sachs 6, 76 Keller. bei der strafe des 'sackens', d. h. 'in einem sack ertränken' (s.sacken verb. th. 8 sp. 1621 unter 2, bez. säcken verb. sp. 1622 unter 1): (den verbrecher) in einen sack stoszen und ze tode ertrencken Nürnberger polizeiordn. 22 (Knebel chron. v. Kaisheim 184); stoszt die alt hur in einen sack Hans Sachs 2, 18 Keller. sprichwörtlich von dem recht des stärkeren im kampf ums dasein (vgl.sack, m., unter 1, th. 8 sp. 1611) begrifflich eindringlicher als der entsprechende gebrauch unter stecken (th. 10, 2 sp. 1307 unter 6 c α) der stärkere stöszt den schwächeren in den sack: denn wo die faust allein sol regieren, so wird gewislich zuletzt ein thierwesen draus, das wer den andern ubermag, stosze yhn ynn den sack, wie wir fur augen wol exempel gnüg sehen, was faust on weisheit odder vernunft guts schafft Luther 30, 2, 556 Weim.; wer mehr vermag, der stöszet den andern in sack Mathesius Syrach (1586) 135a; der stärckeste stoszt den schwächsten in sack Philander gesichte (1650) 1, 164. mit dem beisinn des feststampfens: und 7½ m. vor 30 leste pfundt mels zu stoszen in secke Marienb. tresslerbuch 175 Joachim; eyn schiff mit desem nochgeschreben gutte: ... item 12 leste mels in secken gestoszen handelsrechn. d. deutschen ordens 74 Sattler; (der umgeher soll) dabey sein, wann dem gast die fueder salsz ... in die sack gestoszen werden Lori bergrecht 150 (v. j. 1515). verbunden mit dem deminutiv.: Ulenspiegel ... stisz den (pfennig) wider in den seckel Eulenspiegel (1515) 126 neudr.; obsc. (vgl.säckchen n. th. 8 sp. 1618 unter 2): darumb that jhene jungfrau fein, welche euer bluotmelker ein auch also auf dem markt erwischt und in ihr säcklein stiesz so frisch Fischart flöhhatz 38 neudr. I@8@b@bβ) in den busen (entsprechend busen 3, th. 2 sp. 564, dort unsere gruppe unter a) auch hier mit dem beisinn des heimlichen (und geschwinden): stöszt ein löffel ... heimlicherweisz in busen Wickram rollwagenb. 5b; ich stiesz mein löffel ynn buosen und schied danne gar trauriclich Hätzlerin 135 (Frey gartengesellschaft 9 Bolte); (er) würgt den habicht, wickelt ihn in sein brusttuch und stiesz ihn in den busen brüder Grimm kinder- u. hausmärchen 1, 144. scherzhaft zu einem, der guten trunk liebt: man hat dir ein gottwillkomm (d. i. ein stehauftrinkgefäsz mit rundem boden) in buosen gestoszen sch. w. klugreden (1548) 84a. (bildlich): er förcht sich; ich hab dem menschen ein sorg eingetrieben oder, ein angster in buosen gestoszen (timet: injeci scrupulum homini) Boltz Terenz (1539) 90a (auch 160a). als zeichen der gemächlichen unthätigkeit die hend in buosen stoszen unthätig sein und auf gottes hilfe warten (zu spar was dein hand hat garnet recht) sch. w. klugreden (1548) 177b (fovere dexteram sinu Maaler 82c); wer tauben wil haben, musz sie fahen und nit die hend inn buoszen stoszen, das maul aufthuon und warten, dasz sie ihm gebraten ins maul fliegen S. Franck sprichwörter (1541) 2, 107a. in dem sinne 'einem die verantwortung zuschieben, zur last legen' u. ä.: noch pist du verblendet, und du wilt doch auch der welt blindenleyter sein, und wilt es got in puoszem stoszen, dasz du ein armer sünder und ein giftiges würmlein pist mit deiner beschissen demuoth (flugschrift, aus dem kampf der schwärmer gegen Luther 35 neudr.). I@8@b@gγ) sonst noch: in den stiefel, besonders in seinen schaft: (der dieb) stiesz die (allergröszte wurst) in ein styfel und truog sie gehn Popping Lindener Katzipori 136 lit. ver.; klein höltzlein aus den zäunen, das einem salat gleich ist, und monesterla haiszt, das die bauren in die styfel stoszen 62; er aber sagt, schüttel wie du wilt, so wirstu mich in die hosen nimmermehr stoszen Lehmann florileg. politic. (1662) 1, 491. (die falschen bettler,) die yhre hend ynn handschuch stoszen und henckens yn eine binden an den hals Luther 26, 649 Weim. (sie) denselben brief in eyn hol ror stiesz Arigo dec. 248 Keller; der cortisan mit eygner hand schrieb im ein zettel heimelich ... und stiesz den in ein federkil Hans Sachs 17, 312 Keller-Götze. I@8@b@dδ) mit reflex. gehalt: er stiesz das geld zu sich, steckte es ein (Grimmelshausen simpl. 360 ndr.). I@8@cc) der locale begriff ein körpertheil: (etwas) in den mund stoszen (u. ä.): (der schultheisz das stadtbanner zerrisz) und die stuck in den mund stiesz Stumpf Schwytzerchron. (1606) 565b (Fischart bienenkorb [1588] 257b; den beutel ins maul, vgl. Hans Sachs 21, 23 Keller-Götze). beim liebeshandel: als sie (die bäurin) im (dem pfaffen) die zungen ins maul stiesze, bisz er ihr die zungen ab V. Schumann nachtbüchlein 15 Bolte. im spiegel des grobianers: was du dann raus (aus den zähnen) hast klaubt so frey, brichs zwischen fingern was es sey, und stosz fluchs wider in den mundt, das schmackt dir wol und ist dir gsundt Scheit grobianus 879 neudr. (den magen zu entleeren:) und über ain klaine wyl stiesz er syne finger in den mund (digitis in ore positis) und gosz wider usz synen magen das luter wasser Steinhöwel Äsop 39; oder als zeichen der verlegenheit so ... ein frembde person sie anredet, (die kinder) den finger in das maul stoszen Moscherosch insomnis cura parentum 85 ndr. in die nase: nim storax, salamik, galbenum und mach nasalia, die stosz in die naszlöcher, seint vast guot Gersdorff wundarzney (1517) 23; stosz den zaigfinger der linken handt in die nasz Braunschweig chirurgia (1539) 90b (Fischart flöhhatz 24 ndr.); gepülfert stosze man sy (die biberhoden) im mit rautensaft in die nasen Herold-Forer Gesners thierbuch (1563) 26. ins ohr: nu disem tauben menschen stiesz unser herre seinen finger in sein ore J. Tauler sermones (1508) 127b. man hat ynen scharpfe dornruoten in yre äfter und heimliche ort gestoszen Hedio chron. german. (1530) 3a; (er) machet im auch sein nyderwadt auf und stoszt im ein guoten klump in die kerben Lindener Katzipori 72; zäpflen machen und in die scham stoszen Wirsung artzneybuch (1588) 552a (vgl. 389d); hat es (das pferd) sich aber verfangen, so stosz ihm speck und seifen in den hintern Walther pferde- u. viehzucht (1658) 108; obsc. du darfest keines leffels, nimm den styl und stosz in darein! V. Schumann nachtbüchl. 242 B.; lachet der papyrer und sagt: stosz einer bauerndiernen in den arsch dein zungen, so sihest du in das dorf hynein gehn Fudbach Lindener Katzipori 130. mit verschiedenen richtungsbegriffen; auch hier gegenüber oben stecken mit dem beisinn des hastigen: es stöszt (aus neugier) ... jedermann den kopf zum fänster hinaus Lindener Katzipori 92; als ichn kopf nein zum fenster stosz Hans Sachs 17, 42 Keller-Götze (Wickram rollwagenb. 103); die anderen (kraniche) schlafen, haben den kopf unter die flügel gestoszen Eppendorff Plinius (1543) 150; (der schafhirt) nehme eyn stuck brots, stosze es eyne weile unter die achseln und ... gebs darnach dem hund zu essen Sebiz feldbau (1579) 147. I@8@dd) ins wasser stoszen u. ä. mit macht hinein senken, auch hier stärker als bloszes stecken (unter 6 e, th. 10, 2 sp. 1308): ich stosz, senck, tunck ins wasser oder sunst etwas mergo, immergo Alberus (1540) kk 3a (Dentzler [1716] 2, 277b); das ... schwartz brot erhertet und schymlig, das man es kaum essen mag, darumb müssent sie das in eyn brüw stoszen Terenz (1499) 78a; (beim bäume pfropfen) stoszen (manche) alsbald die abgeschnittenen stiel an den zweigen in ein zerlassen bech Herr feldbau (1551) 70a; dasz die köchin kurtz zuvor in die kell oder wasserschapf gebrüntzelt und selbige ungeschwangt ... wieder in das wassergefäsz gestoszen hätte Grimmelshausen 2, 370 Keller; da muosz ein gsottne suppen syn und stoszt man kerzenstümply drin R. Manuel weinspiel 2157 B.; (ein tischgast will das licht putzen) als er den butzen da wollt haben in die sandtbüx gar wol vergraben: stiesz ers in ein becher mit wein Scheit grobianus 3560 neudr.; das ruder ins wasser stoszen dar de' remi nell' acqua Kramer dict. (1702) 2, 987a; wane man einen stab oder ruder halb ins wasser stöszt, so scheint er, als were er verbrochen Lehmann florileg. politic. (1662) 1, 390; das glühende eisen ins wasser stoszen tuffar' il ferro rouente nell' acqua Kramer a. o. (anhaftende massen in das schmelzbad Muspratt chemie 4, 1848). tuch in die farbe stoszen tuffare, intignere del drappo nella tinta Kramer a. o. (Sebiz feldbau [1579] 94); (die hebamme soll den reinen schwamm) in ein sauber warm wasser stoszen, und die fraue ... seubern und wäschen Ruoff hebammenbuch (1580) 63; (Jesus:) der sin hant stoszet zwar in disse schussel mit mer, der vorredet mich gar schier Alsfelder passionspiel 98; und die esel mit sorgen saufen, dann sie dörfen die gosch nicht recht ins wasser stoszen, förchten, sie netzen die ohren Fischart Garg. 337 ndr.; wenn die unschätzbare Rosemund ihre zarten hände etwan in wasser oder wein gestoszen, selbige getränke ... in die weisseste milch sind verwandelt H. Rist das friedejauchzende Teutschland (1653) 174. (in factitiver verstärkung:) er nam wachs, das da war zerflossen, und that dem floch zwey füsz drein stoszen griechische dramen 2, 175 Dähnhardt. und Ulenspiegel ... gosse die milch darein, und stiesz die beltz darzu, und liesze sie sieden und kochen Eulenspiegel (1515) 46 ndr.; er stoszt, unwissend was geschehen, sein mosechtes haubt aus dem flusz Weckherlin ged. 1, 100, 17. wie eine flasche sich leicht füllt, die man oben offen unter das wasser stöszt, ... Göthe 32, 56 Weim. I@8@ee) hierher noch eines voll stoszen (mit etwas), es damit völlig anfüllen: neben voll stopfen stipare, stivare, stoppare Kramer dict. (1702) 2, 1208b; (sie) heymlich im die hant voll pfenning stiesze Arigo dec. 178 Keller (vgl. städtechron. 8, 235); so schneid ich sie (die jungen schwalben) auf dem rücken und auch das haupt auf, und stosz sie voll saltz, und henck sie in rauch Gäbelkover artzneybuch (1595) 1, 152. I@8@ff) begrifflich gewandelt: I@8@f@aα) den ring an den finger stoszen energischer als oben stecken (dort unter 1 c) th. 10, 2 sp. 1299: einen bischof aber bestätet man per annulum und baculum, das ist mit einem ring, den im der fürst an einen finger stiesz, und darzuo den stab in die hand gab J. v. Watt 1, 192. den köstlichsten betschaftring sein mit eim edlen schmarackenstein, den er an seinen finger stiesz Hans Sachs 8, 596 Keller (deshalb auch einfach edel gestain an sine finger stoszen vgl. Niclas v. Wyle transl. 32 K.); die hertzogin den ring ... an ir schneeweiszen getrungenen fingerlin stiesz Wickram w. 1, 47; auch: (die jungfrau) zog von irer schneweiszen hand einen schönen guldenen ring mit einem groszen rubin, ... stiesz den dem jungen herren an sein hand V. Schumann nachtbüchlein 99 Bolte; den gulden ring ... im ... an seinen finger stiesz Arigo dec. 285 Keller; s. noch die belege unter anstoszen verb. 1 (th. 1 sp. 487). mit ellipse: er dem (toten) pischoff den ringe ab der hente zoch und den im selbes stiesz (d. h. sich selbst an den finger steckte) 88. I@8@f@bβ) aufs rad stoszen (s. auch rad, n. th. 8 sp. 40 unter 5, dazu rechtsalterth. 42, 265ff. und v. Amira die germ. todesstrafen 106 ff.): mit den scharfen zacken, die sich auf dem kranz des richtrades befinden, den hinzurichtenden verbrecher zerfleischen und aufspieszen: die, so man aufs rad stöszet umb gestolen kirchengut Luther 5, 328 (Jena 1561); mit glüenden zangen zerrissen und auf ein rad gestoszen werden theatr. diabol. (1569) 90b; wie einer, den man edert, oder aufs rad stöszt Mathesius Sarepta (1571) 74a; wie der kaufmann heim kommt, wird er eingezogen, und vom scharfrichter so grausam gemartert, dasz er sich zur that (der er doch unschuldig) bekennet, wird von ... dem scharfrichter auf ein rad gestoszen Chr. Irenaeus von seltsamen wundergeburten (1584) e 2b; den 27. martii wurden 2 von thetern hergebracht und auf ... die reder gestoszen Hennenberger landtaffel (1595) 93; aber dir ghört kein solche gnad, entweder stöszt man dich aufs rad, oder muszt gehn den galgenpfad Sandrub kurzweil. 132 neudr. von dem vorigen sachlich durchaus unterschieden einen mit dem rade stoszen, seine glieder mit dem gewöhnlichen d. h. nicht gezackten rad durch stoszenden schlag zerschmettern, das eigentliche radebrechen (th. 8 sp. 44 unter 2): derselbe liesz sie teils mit dem rade stoszen teils an creuze heften Bucholtz Herkuliskus (1665) 228; ich will euch stoszen mit dem rad, weil ir on schuld, ausz neid, ohn gnad Andolosiam und sein knecht ermörd habt widr gott, ehr und recht Hans Sachs 12, 224 Keller-Götze. I@8@f@gγ) hierher noch: (die nabe am rad ist) inwendig so weit ausgebohret, dasz sie, da sie auf die achse gestoszen wird, an derselben umlaufen kann Chomel öc. lex. 8, 16. daneben an (wie oben unter α): und sölt jeder (der verschwornen) ein spieszeisen bi im tragen im busen ... und söltind dann die 20 die spieszeisen schnell an die stecken stoszen Tschudi chron. helvet. 1, 240; und sie het zwei hüner an den spisz gestoszen Eulenspiegel 16 ndr.; so nimm ein rein tüchlein, und thue diese materien darein, etwan einer erbs grosz, binds zu und stosze es an den angelhaken fischbüchlein 86. I@8@f@dδ) in einander: die wagenburg wird gwaltig bschlossen, artlich vest in einander gstoszen mit tausend wägen oder mehr W. Schmeltzl zug in das Hungerland (1558) A 3a; mit verbissenster entschlossenheit stiesz ich die züge des fernrohrs in einander v. Barth aus den nördl. Kalkalpen 350. I@8@gg) den (feuer) brand stoszen in einen holzstosz u. s. w., um ihn anzuzünden (wie auf der andern seite ein gegenstand in das feuer gestoszen wird: wer die händ in kohlen stöszt, der thut sich selbst wehe Lehmann florileg. politic. [1662] 1, 96), ohn zweifel der begriffliche ausgangspunkt für in brand stecken (th. 10, 2 sp. 1316; unter 17): also stieszen sie selber, die im stetlein warn, das feur ein die heuser bei 6 enten städtechron. 2, 66; als er in solchen gedanken ware und kundt keinen fund finden, hett doch geren ein neues haus gehabt, fiel ihm in sinn, er wolt ein fewr in das alt haus stoszen und das verbrennen V. Schumann nachtbüchlein (1559) 216 Bolte; wann dich Gracchus gehaiszen hätte, dasz du ein feur in das Capitolium stoszen ... sölltest ... Schwarzenberg teutsch Cicero (1535) 71a. unter: als sie nun in dem holtz waren, stiesz Ulenspiegel als ie mer (brennmaterial) under, und liesz den kessel mit den beltzen ston Eulenspiegel (1515) 46. auch an (s. auch anstoszen verb. unter 2; th. 1 sp. 487), hier der locale begriff plastisch herausgearbeitet (bildlich): er prunn, der an in stiesz ain fewr Hätzlerin 151. auch: nachdem si an etlichen orten das feur gestoszen, sind sie zur andern seiten ausgezogen L. Zoleckhofer beschreibung (1564) 63. ganz ungewöhnlich das feuer als subject; (in völliger begriffsverbindung mit verbrennen): da es nun ausgezettelt war, und die nachfolgendnen venetianischen kriegsleute darüber gekommen waren, zünde er bey ihm das pulver an, dasz das feuer geschwinde zurück lief, die Venetianer ergriff, menschen und pferde stiesz und verbrandte Fleming teutscher soldat (1726) 277. ganz ungewöhnlich und wohl unter dem einflusz von aufs rad stoszen (oben 8 g β): wir von eltern und bekandten, wir von rath und trost entblöszt, lieszen blut- und bund-verwandten auf der häuser brand gestöszt A. Gryphius trauerspiele 181 Palm. I@8@hh) in der älteren technischen sprache der kriegskunst entsprechend halt m. 4 (th. 4, 2 sp. 271) und hinterhalt m. 3ff. (sp. 1504) einen halt stoszen (insidias ponere alicui Schm. 22, 789) mit verschiedenen möglichkeiten der erklärung, da sowohl an die den hinterhalt bildende mannschaft, welche gleichsam in ein versteck u. s. w. gestoszen wird (entsprechend h), wie an die befestigung des platzes, das einschlagen der palisaden (vgl. die wendung einen halt schlagen), das zusammenschieben (oben stoszen I 8 g δ) der wagenburg gedacht werden kann: bei den verstuond er wol, dasz die feindt ein halt gestoszen hetten, von dem die vögel aufgetrieben waren Frontinus von den guten räthen 5b; auch entsprechend hut (th. 4, 2 sp. 1984) wohl mit stärkerem hervortreten der dazu verwendeten mannschaft, so 'eine wache verschieben': die Gallier aber hatten hin und wider ire huoten gestoszen Stumpf Schweytzerchron. (1606) 163a. auch hinterhut (sp. 1508): (sie) machten ain anschlag und stieszen ain hinderhuet mit 70 pfärden städtechron. 5, 249; Antiochus aber hett heymlich ein hinderhuot gestoszen Zürcher bibel (1531) 1 Macc. 10; und was der graf von Kiburg selbs auch da samt ... aller siner macht, und hat hinterhuten gestoszen, und umgab die von Solotorn Ä. Tschudi chron. Helvet. 1, 320b. I@99) bildliche verwendung, besonders reich in der kampfessprache des reformationszeitalters. I@9@aa) so bei Luther 'einen mit einem beweisgrund treffen, um ihn zu überzeugen' u. ä. (in einer fortführung etwa von oben 1 b); das ander ist vom bapstum, das ich auch mit starker schrift hab gestoszen 10, 2, 241 Weim.; wie wol nu hiemit der schwermer tropus ist gewaltiglich gnug gestoszen, dennoch werden sie nicht konnen weichen noch schweigen 26, 400; es were denn, das ich yhn mit der warheit so hette gestoszen (als ich denke), das er nicht wol sehen kan, was er redet 405; (das bild weiter ausgeführt:) so nemen wir die epistel s. Pauli wol allein für uns und stoszen sie alle mit eim einigen spruch, das sie portzeln 577 (vgl. auch 10, 3, 197); (pass.:) das sie selbs sehen, wie sie mit gottes wort gestoszen sint 28, 15. ohne angabe des mittels: wie wol ich nu solchen yrthum oft und stark gnug gestoszen hab 11, 442; gleich wie wir klostern und messeren und der geistlichen keuschheit auch gestoszen haben, aber also, das wir die hellen gewissen schrift angezeigt, da widder si sind 26, 155 Weim. mit ellipse des objects: wenn dieser text nicht stöszet, so weis ich nicht, was stoszen sol 24, 129 Weim. (vgl. auch 18, 207 Weim.). I@9@a@aα) mit gröszerm nachdruck etwas einem unter augen stoszen Luther 34, 2, 20 Weim., ihm eine thatsache u. s. w. besonders nahe bringen; vgl. auge 5 (th. 1 sp. 792) und: welchen kampfstucks wegen, Ezelino stracks under augen gestoszen, er dermaszen verteuflet warde. dasz er alle unsinnigkait wider die Paduaner ausschüttet T. Dreyfelder historien des hauses Est (1580) 78a; daneben in die augen: diesen aber ... wird furgelegt die helle und unleugbare warheit, die er yhnen yn die augen stöszet Luther 28, 14 Weim.; auf dem wege dahin: wenn gleich eyner (ein frommer christ) fur sie kompt und yhn ynn die augen stöst, sehen sie yhn doch nicht 17, 1, 434 (d. h. die aufmerksamkeit erregt). neben dem gewöhnlicheren schlagen in der sprichwörtlichen redensart das kalb ins augen stoszen, der störenfried sein (s.kalb 2 c, th. 5 sp. 52): wie es denn in der welt ein gebrauch ist, dasz nicht diejenigen, so da in offentlichen lastern ligen, unrecht thun, sondern diejenigen, so ihre laster strafen, das kalb in das auge müssen gestoszen haben Ringwaldt lauter warheit (1585) vorr. A 6b. I@9@a@bβ) innerlicher, den ganzen menschen (auch physiologisch) mehr erschütternd: du weiszt den jammer, der mich stiesz Chr. Weise der grünend. jugend überfl. gedanken 81 ndr. besonders: wann dieser süsze brunn mein hertz stoszet, so möchte ich mich zu todt weinen Spee güldenes tugendbuch (1649) 526; vgl. der hunger stöst mir zu dem hertzen Hans Sachs 14, 132 Keller-Götze. (von einem eifrigen gebet:) (ein) solches bethen kan gott selbst ans hertze stoszen Rist Parnasz 491. es war die lauter warheit, da er (der teufel) Juda ins hertz sties, er hette unschüldig blut verrathen Luther 38, 205 Weim.; ach hett ich jetzt in meiner gicht gleich einem hirsch ein stark gewicht, mit macht wolt ichs in dein hertz stoszen, dasz du verführst klein und groszen Gilhusius grammatica (1597) 3, 2, 64. I@9@a@gγ) gröblicher: in den rachen, in den hals, besonders 'einem sein argument wieder zurückgeben; ihn mit seinem eignen ausspruch schlagen': drumb frage ich den rottengeist und stosze ihm sein eigen wort in den rachen ... Luther 18, 109 Weim.; thar ein könig von Engelland seyn lügen unverschampt ausspeyen, so thar ich sie ihm frölich widder in seinen hals stoszen 10, 2, 234; wenn ich zeyt hette, möcht ich ... die sprüche, so er (der satan) aus der schrift in Carlstads büchlin füret und damit alfentzet, widder in seinen hals stoszen 18, 83; (zum eigentlichen vorgang, so beim unwürdigen empfangen des sacraments; vgl. (unter dem papsthum) niemand gefragt hat, ob sie gleuben odder das evangelion wissen, sondern das sacrament in den hals gestoszen, als in einen brodsack 23, 372. I@9@bb) mit dem beisinn des kränkenden, beleidigenden (besonders unter α auch abschreckenden u. s. w.): mein, das heiszt den liberum arbitrium gestoszen Luther 29, 36 Weim.; articulus, der so gestoszen und geschwecht, ist blieben et manebit 34, 1, 503; seine beständigkeit soltu nicht stoszen noch rühren Reinicke Fuchs (1650) 97; sein gefühl war von allen seiten gestoszen und verwirrt Pestalozzi w. 3, 119; unsere gefühle sind gestoszen, unsere gleichmüthigkeit ist zerrüttet 8, 246. I@9@b@aα) die wendung wird bildhaft weiter ausgeführt, so etwa in dem stutzenden oder gar schreckhaften auffahren eines auf seinem wege dahinschreitenden durch plötzliches vor den kopf stoszen, vgl. auch bei Luther: denn wie der bock mit den hörnern stöszet, so stöszet auch die predigt des evangelions für den kopf, was grosz ist 24, 401 Weim. im übergang von der verwendung unter a: nichts kan er sagen, das man ihm nicht wider auf seinen kopf stosze und treffe 18, 195. (von der kraft geistigen widerspruchs:) da sie nu für den kopf gestoszen waren mit dissem und dergleichen spruch, das sie nichts mochten dagegen aufbringen, ... 10, 1, 1, 249; ietz gemelte sprüche stoszen alle losen christen für den kopf Eberlin v. Günzburg schr. 3, 272 neudr. (abschreckend:) darmit der weisz für den kopf stiesz den, dasz er ihn zufried liesz Hans Sachs 16, 466 Keller-Götze. im nebeneinander mit entsprechendem begriff: die rechten gewerken mit schweren zubuszen abschrecken und fürn kopf stoszen Mathesius Sarepta 38a; (nicht die absicht,) den churfürsten durch einen runden abschlag zu disgustiren und vor den kopf zu stoszen Chemnitz schwedischer krieg (1653) 2, 246; dergleichen conferenz werde eclat machen, der werde auch wohlgesinnete alieniren und vor den kopf stoszen Leibniz deutsche schr. 2, 127; selten nur noch in verbindung mit dem plural: die drei schwestern stiesze solches hart vor die köpfe Zendorius teutsche winternächte (1682) 121. nur vereinzelt sind andere verbindungen versucht, so: diesze materien ... stiesz vil zuo höher, für ire stirn Carlstadt ob gott ein ursach des teuflischen falls (1524) B 1a; (er) stiesz aber dabei auch das volk in manchem so vor die stirn, dasz ... Herder 17, 58; die ständ thät es (das bilderstürmen in Prag) für die stirne stoszen Opel-Cohn dreiszigj. krieg 109. immer war ich wie vors hirn gestoszen Auerbach neues leben 1, 132. das gegensätzliche, widrige u. s. w. arbeitet mehr heraus: nicht in der absicht ..., den könig wider den kopf zu stoszen, oder seine befehle zu übertreten H. L. Wagner theaterst. (1779) 55 (Evchen Humbrecht 2, 3). im älteren ndd.: dut stotte Hollant vor dat hovet städtechron. 16, 378; dagegen wohl unter nhd. einflusz Götting. grubenhagensches hei stött ne vorn kopp. I@9@b@bβ) der begriffsinhalt des bildes vor den kopf stoszen als fester ausdruck für unfreundliches, fremden plan störendes benehmen, auch mangel an entgegenkommen u. s. w.: einen vor den kopf stoszen aliquem offendere Apinus (1728) 310, daneben auch jemand mit etwas vor den kopf stoszen Kramer dict. (1702) 2, 987a (Adelung lehrgang 2, 179). I@9@b@b@aaαα) das bewegende in dem bildvorgang wird von für eigentlich besser zum ausdruck gebracht (vgl.für th. 4, 1, 1 sp. 618): ich werd für den kopf gestoszen, man handelt unfreundlich mit mir inhumane mecum agitur Alberus (1540) a 4a; diese letzte worte stieszen den captain zwar gewaltig für den kopf Happel akad. roman (1690) 734 (A. U. v. Braunschweig Octavia [1677] 3, 95); und der ist nicht unpartheyisch, der recht und unrecht, den unschuldigen und schuldigen gleich befriedigen, oder gleich für den kopf stoszen will Lavater verm. schr. (1774) 2, 376. I@9@b@b@bbββ) doch gewöhnlich das jüngere vor: man musz ihn nicht vor den kopf stoszen, und wenn er auch unter zehnmalen nur einmal recht haben sollte Lessing 2, 137; vgl. auch Schweinichen denkw. 153; Schubart leben und gesinnungen 2, 90; nach den hergebrachten sitten der bescheidenheit ..., wo man lieber einem esel nachgiebt, um ihn nicht vor den kopf zu stoszen Bettine dies buch gehört dem könig (1843) 1, 197; man muszte ... aufmerksamkeit an den tag legen, um ihn nicht vor den kopf zu stoszen Polenz Grabenhäger 1, 31. I@9@b@b@ggγγ) besonders gern im bereiche der familienpolitik (liebe, ehe, erbschaft u. s. w.): sie (meine anverwandten) hatten mir vorgeschlagen, eine alte reiche wittwe zu heyrathen, wodurch mir in meiner handlung auf einmal wäre geholfen gewesen. ich stiesz sie also vor den kopf, da ich mich in ein schönes gesicht vergaffte, und lieber glücklich lieben, als glücklich leben wollte Lessing 2, 6 (misogyn 1, 2), auch Gottsched deutsche schaubühne (1741) 3, 148; der onkel hat im sinne, mich zu verheirathen, er hat mir vielleicht schon eine frau ausgesucht. vor den kopf stoszen will ich ihn doch nicht Bauernfeld schr. 2, 225 (Meisl theatr. quodlibet 1, 136); (es könnte) sich noch zutragen, dasz du deinen bruder vor den kopf stieszest, und wir die erbschaft verscherzten Petrasch lustspiele (1765) 2, 234. I@9@b@b@ddδδ) das formelhafte der wendung tritt in der verbindung mit pluralem begriff stärker hervor: (behutsam zu werke gehen,) um die fürsten nicht vor den kopf zu stoszen M. I. Schmidt gesch. d. Deutschen (1778) 3, 69 (Grimmelshausen 4, 576 Keller); nicht wenige Gottsched neuestes a. d. anmuthigen gelehrsamkeit 9, 771; (nicht wagen,) den truchsesz, den herzog von Bayern und den schwäbischen bund vor den kopf zu stoszen Hauff w. 1, 186; ihr herr gemahl hat sämtliche besitzer der gegend vor den kopf gestoszen Viebig schlafendes heer 2, 504. auch: keinen von beiden vor den kopf stoszen wollen vgl. bibliothek älterer schriftw. der Schweiz II 3, 75; um niemand vor den kopf zu stoszen J. E. Schlegel w. 4, 339; er glaubt, keine vernunft annehmen, jedermann vor den kopf stoszen, sey regieren Dahlmann an Gervinus im briefw. mit den brüdern Grimm 2, 171; alle welt vor den kopf zu stoszen Stifter w. 1, 134. I@9@b@b@eeεε) mit adverb. bestimmung: so gewaltig bei Happel (oben unter αα); nicht allzu sehr Ziegler asiatische Banise (1689) 257; dermaszen Hahn einl. zu der teutschen staats-, reichs- u. kayserhistorie (1721) 3, 171; Bode Thomas Jones 6, 12; er (Herder) stiesz Jacobi hart vor den kopf durch die ganz richtige äuszerung, dasz es thöricht sei, spinozismus und atheismus für einerlei zu erklären G. G. Gervinus geschichte d. dtsch. dichtung 5, 293 (s. auch oben Zendorius). I@9@cc) einen scharf anfassen; ihm nachhaltigen schaden zufügen; 'so mit abgaben belegen, mit steuern bedrücken': andere werke stehen gleichfalls ganz schwach, und wenn man sie sehr stoszen wird, werden sich selbige nicht mehr aufhelfen können mitteil. d. hist. ver. für Steiermark 37, 181. besonders entsprechend oben 2: I@9@c@aα) eine sache völlig erledigen, ihr den garaus machen u. s. w., so von der völligen überwindung geistiger anschauungen, bewegungen: dadurch neulicher zeit verderblicher aufstand wider all oberkait in teutsch landen geursacht und daneben christenlicher glaub an vil orten zuo poden gestoszen ist Berth. v. Chiemsee theologey 212; ich weisz fast wol, das das wortlein 'lieben' den bapst und seine romanisten mühd und matt macht, wolten auch nit gerne, dasz man hart drauf drunge, dan es stoszet das bapstum zu boden Luther 6, 321 Weim.; durch disze gezeugnis der schrift wirt das euszerliche priesterthum im neuen testament zu boden gestoszen 8, 487; darumb ist das ein trefflicher text, der zu boden stoszet alle heilickeit 16, 399; so sihet man, wie das exempel für uns ist und eben zu bodem stöszet alles, was man geleret hat von gelübden 24, 506; sin nutz. sin eer fürderet er alle stund, die göttlich eer stoszet er zuo grund N. Manuel v. papst u. Christi gegensatz 118 B.; so auch: das ist das evangelium, welches das papsthumb und alle concilia zu grundt und boden stoszet Luther 10, 3, 258 Weim.; Johannes musz zu trümern stoszen alles was unser ist 10, 3, 207. entsprechend 2 b: fulmen igitur ille articulus est omnis propriae iusticiae, die stoszet er gar uf eynen haufen Luther 29, 280 Weim.: mit welchen (ausflüchten) er alle heidnische historicos in zweifel ziehet, und mit einem wort alle richtigkeit der verlaufenen geschichte zu haufen stöszet J. Kepler opera 4, 261; er möchte nur ... verhüten, das der beim kaiser, bei dem er viel golte, nicht alles über einen haufen stiesze A. U. v. Braunschweig Octavia (1677) 1, 240; den allegirten articulum ... ganz übern haufen stoszen Chr. Thomasius gedancken 1, 60; lasst uns mit frischer hand zureiszen, was man schrieb! stoszt alles über haufen, was Rha und Tyger schlosz A. Gryphius trauersp. 190 Palm.; so stiezest du ja deinen endzweck selbst über den haufen Schwabe belustigungen 1, 116; er wird mein ganzes glück noch über den haufen stoszen Petrasch lustsp. (1765) 1, 670; in jener nacht, als er den brüdern Wildungen ihre üblichen moralischen voraussetzungen über den haufen stiesz Gutzkow ritter vom geiste 6, 231. I@9@c@bβ) rechtlichen charakter trägt die redensart einen über den stock stoszen (vgl.stock 3 i, oben sp. 26): und auf diese art haben diese arglistige leute, welche nur in kleinen dingen treu und glauben halten: dasz sie ihnen den weg bähnen, andere völker über den stock zu stoszen ..., die leichtgläubigen Deutschen unzehlich mal bevortheilt Lohenstein Arminius 1, 872a; botschafter wären die fürnehmsten kundschafter, und einen andern über den stock stoszen ihr handwerk 1, 1017b; einander auf zu lauern, zu verunglimpfen, über den stock zu stoszen, sind sie (die Italiener) besser Leibniz deutsche schr. 1, 227. I@9@c@gγ) dagegen das bild vom unerwünschten gast, der kurzweg über die thürschwelle (den tölpel s. th. 11, 1 sp. 665 unter c) fliegt, liegt der redensart über den tölpel stoszen (Hederich [1777] 2982) zu grunde; s. die belege a. a. o. und: wenn ich Aristen nicht übern tölpel stoszen kann: doch er ist ein gutherziger frommer schöps! Cronegk in der sammlung von schauspielen 2, 71. I@9@dd) nach der verwendung unter I 3 eines aus dem mittel stoszen (d. h. aus der stellung des vermittlers, vgl. mittel n. th. 6 sp. 2385 unter 8): die wöllen die kost des vaters aus dem mittel stoszen Luther 10, 3, 162 Weim.; so felt man hyn auf werk und stoszt den Christum aus dem mittel 164. daneben einfach: nun muosz ich aber ain block aus dem weg stoszen, ee ich zuo dem evangelio greif 10, 3, 236; hindernisse ..., die sie mit dem fusze oder mit einem systematischen schlusse aus ihrem wege stoszen können Möser w. 2, 23. I@9@ee) entsprechend I 5: I@9@e@aα) so auf dem grunde von a, von vergeblichem ansturm: so lang die Türken an Ungarn die köpfe stoszen, hat es ... keine noth Leibniz deutsche schr. 1, 227, wie sonst sich einrennen. I@9@e@bβ) auf dem grunde von 5 b von aller vorwitzigen, unerwünschten einmischung in fremde angelegenheit: seine nase in allen dreck stoszen wollen, dar del suo naso in ogni merda Kramer dict. (1702) 2, 987b; die nase in etwas stoszen. du solt die nasen nicht darein stoszen haec nihil ad te Dentzler 2, 210a (s.nase th. 7 sp. 401 unter 4 a η) du wilt an allen orten zum ersten dein nas in einen jeden stoszen Frey gartengesellschaft 88 Bolte; als rathschlag an den grobianer mit der erläuterung: stosz dein nasen in alle ding: hörst du, dasz jemands in der still ein andern etwas sagen will, so lauster im gar eben zuo, und hör was man da handlen thuo Scheit grobianus 3698 neudr. sein maul auch in etwas stoszen: was hast du dein maul darein zu stoszen? Kramer dict. (1702) 2, 32b; die welt stöszt ir maul in alle ding, urthailt, beraflet und tadelt ein jedes, das sie nit kent oder versteht S. Frank sprichw. (1541) 2, 108a; keiner soll sein maul in allen dreck stoszen Lehmann florileg. politic. (1662) 3, 180; deshalb auch: das maul in den himmel stoszen, wider gott murren W. Körte sprichw. 301; das maul in himmel stoszen ... den schelmen auch kein schnabel brist, do mit si biss in himmel reichen und strafen gott in seynen zeichen Murner schelmenzunft 44 ndr. gröber in der verbindung mit rüssel (entsprechend dem ausgang: das schwein stöszt den rüssel in koth, mist und lachen Lehmann florileg. politic. [1662] 1, 329): dann war sie etwas unlustigs, sündigs und scheutzliches bey uns ersehen, bald stoszens ire rüssel darein J. Nas antipap. eins und hundert 2, E 7b. ungewöhnlicher: solche leuth, die wie wir Teutschen sagen, ihre hende in allen dreck stoszen wöllen J. Menius auslegung über die sprüche (1526) 141a; (eigentlich im guten sinne von der thätigkeit des bäckers die hände in den teig stoszen, d. h. ihn tüchtig durchkneten, vgl. Keisersberg nd. d. munds 41b und hand, th. 4, 2 sp. 341 unter 8). I@9@e@gγ) in einem edleren sinne 'einen nachdrücklich auf eine bemerkung u. s. w. bringen': dieser grosze Toskaner (Cesalpino) ... stöszt mich wieder mit gewalt auf die bemerkung, die ich schon bei Beccaria gemacht habe E. M. Arndt schr. f. u. an m. l. Deutschen 2, 470. I@9@ff) als ein kaufmännischer ausdruck, von der überweisung einer schuld auf einen andern gläubiger (doch heute völlig veraltet): die schuld auf einen anderen stoszen, anweisen rejicere debitum in alium Dentzler 1, 345b, wie sonst auch verstoszen (th. 12, 1 sp. 1785), s. auch schuld f. (th. 9 sp. 1878); andrerseits auf den schuldner: die vertheidigung ist mit ungemeiner liebe geschrieben, und du wirst dieser liebe die breite verzeihen, welche andere leser auf meine kosten, wie auf die des Engländers stoszen werden Niebuhr leben 3, 235. in diesem umkreis auch das der gaunersprache angehörende stoszen 'gestohlnes gut wissentlich aufkaufen' Kluge gaunersprache 409, vgl. ähnlich schieben und verschieben in der gegenwärtigen zeit nach dem weltkriege. I@9@gg) entsprechend oben 7: einem einen tag stoszen, ihm einen termin setzen Schm. 22, 789, s. auch anstoszen (th. 1 sp. 489 unter 13) wie sonst ein ziel stecken (s.stecken verb. unter 4 a, th. 10, 2 sp. 1303) dann auch erweitert: von dem auf solcher tagung verhandelten, beschlossenen: die (Placidia) handelt so vil zwischen ... irem bruoder und Alrich, irem man, dasz sie einen fried stieszen S. Franck chron. 51b (vgl. auch Schm. a. o.) Fortuna sprach: mit mir magst du kein fried nicht stoszen Hans Sachs 14, 201 Keller-Götze. I@9@hh) entsprechend oben 8: dann solche gründt der artzney von solchen artzten setzen ihr gedanken gleich einem schneider, der stoszt sinn und vernunft in fingerhut Paracelsus chir. (1618) 268; wenn nachher der spitz einen hundtag bringt, hab ich ihn schon angefangen und stosze nur den historischen rest gar an die einleitung Jean Paul Hesperus 3, 150 R.; Klopstock, der ist mein mann, der in neue phrasen gestoszen, was er im höllischen pfuhl hohes und groszes vernahm Göthe 5, 1, 223 Weim. IIII. intrans. II@11) mit stoszender gewalt sich bewegen (entsprechend oben I 1): II@1@aa) so von thieren 'stoszende eigenschaft haben' (vgl. I 1 c): der ochs will gegen ihm stoszen Herold-Forer Gesners thierbuch (1563) 15; ein groszer bock ... fing nicht schlecht an zu stoszen Brentano 4, 260 (übertragen); der stier von Uri darf einen stoszen Äg. Tschudi chron. helvetic. 2, 692; ob (sie noch) nicht vernomen het, mit was hörner die manne stieszen Arigo dec. 110 K. II@1@bb) mit angabe einer richtung: an einen stein, felsen, klippe stoszen Kramer dict. 2 (1702), 987a; derhalben sagt man, das (der adler) ... in maszen, die jugend gleichsam wider zuo erneuwern, an einen harten scharpfen felsen stosze Heyden Plinius (1565) vorr. 3b; sorgen macht worgen, und macht euch also unleidlich, dasz ir an ein jeden treck stoszet, der im weg ligt Fischart Garg. 75 neudr.; und indem stiesz er mit dem fusz so grob an das beth, dasz ... Amadis 67; um aufmerksamkeit zu erregen an eine tür u. s. w., um einlasz zu begehren u. ä.: da denn, als die Sylvia gantz leise an die thüre stiesz, Ehrenfried heraus zu ihr kam mediz. maulaffe (1719) 29; wer ist der, der dô bôʒet und an die dore stôʒet Mone schausp. 1, 125. hierher die bildliche wendung: darumb sollen wir denken ..., das wir bewegt werden und entpfinden ein wandel in unsern hertzen ..., wann es an das hertz stoszt, dann mag es nutz schaffen Luther 7, 188 Weim.; herr, bisz mein fels, mein sterk, mein trost, wann mir der tod ans hertze stoszt, und meine augen sich verwenden, so steh mir bei und hilf mir enden M. Hafenreffer christl. leuchpredigt (1600) 17a: stoszt der krug an ein stein, so bricht er Lehmann florileg. polit. (1662) 2, 860; da er ... auch mitten in den gedanken unversehens an die wiege stiesz J. Riemer pol. maulaffe (1679) 41; indem stiesz der drache mit solcher grausamen flucht an den stein, dasz derselbe zerrisz und erschüttert, als ob er in einen haufen fallen wollte gehörnter Siegfried (1726) 78 neudr.; vergangen gieng ich einmal des abends ohne laterne über den hof und stiesz an einen balken, dasz ich hinfiel Gottschedin in der samml. v. schausp. 5, 7 (an den tisch Stephanie d. j. singsp. [1792] 186; Steffens was ich erlebte 1, 124; an die goldenen gitterstäbe Brentano schr. 5, 115); sie sollten mich wohl in acht nehmen und nicht an meinen zerbrochenen fusz stoszen Göthe 43, 353 Weim. (Knigge umgang 1, 123); von neuem jede wunde blutet, wenn die unbescheidne neugier daran stöszt Tieck schr. 1, 139 (vgl. schr. d. Göthe-ges. 9, 259); stöszt du an ein leeres fasz, dröhnend wälzt sichs um und um; ist mit wein es angefüllt, bleibt es liegen fest und stumm W. Müller ged. (1868) 2, 156; in der bildlichen entwicklung des sittlichen anstosz: lass andre auch verbrennen sich, so kann man nicht vexieren dich, und stoszen auch an deinen stein, dasz du nicht habst gestraucht allein Scheit grobianus 2821 neudr.; dabei stiesz die schöne gräfin mit ihrer fuszspitze an einen baumstumpf Fontane w. I 2, 9; ihr fusz an einen erdenhügel stöszt Pfeffel poet. vers. (1802) 2, 15; ich höre fern das ungeheure meer an seine ufer dumpferbrandend stoszen Schiller 14, 52 (braut 991). (besonders vom schiff:) ein schiff ... wird von wind und wellen so lange herum geworfen, bis es an die klippen stöszt und zerscheitert Sperling Nicodemus quaerens 2 (1719), 1032; an seichte örter kommen oder an verborgne klippen stoszen J. E. Schlegel w. 2, 282; gern als bild: Adelung magazin 2, 13; stets an neue klippen stoszen K. L. v. Haller restauration 1, xliii; sprichw.: grade zu stöszt oft an klippen Günther ged. (1735) 181. daneben auf: das schiff stiesz auf einen felsen, aufs land, auf den sand Kramer dict. 2 (1702), 987a; das von seinem führer verlassene (fahrzeug) hatte der strom mit groszer schnelligkeit hinabgeführt, bis es auf einen der vielen felstrümmer stiesz Moltke schr. 1, 80. sonst noch: wann ein haf auf den andern stoszt, zerbrechen sie bede S. Franck sprüchw. (1541) 2, 80b; (die frau) warf sich zu seinen (des gatten) füszen, stiesz mit dem angesicht auf den boden des zimmers und gab keinen laut von sich Schiller 3, 569 (Bettine dies buch gehört dem könig 1, 269); mit mehr activem sinn: wenn man auf diesen hügel stöszt, so vernimmt man einen hall, woraus sich schlieszen läszt, das er inwendig einen ausgemauerten raum haben müsse Gerstenberg Schlesw. literaturbr. 249 (21). darumb stöszt das clein wörtlein: das reich gottes gar hart wider des bapsts reich Luther 10, 3, 373 Weim.; Pegasus, equus natus ex cruore Medusae, das flog uff den berg Helicon und stiesz mit eim fuosz wider ein stein, da quall ein brunn heraus Alberus (1540) 67b; ich stiesz wider die türe, da sie mich hinaus warfen Klinger w. 1, 59. früh fand er die grenzen der menschheit zu enge und stiesz mit wilder kraft dagegen an, um sie über die wirklichkeit hinüber zu rücken 3, 4; in steter furcht ..., gegen einen vorsprung des felsen zu stoszen Mörike w. 3, 80; nie mehr wird (die fliege) gegen die scheiben (des fensters) stoszen W. Raabe Sperlingsgasse 164 (Hirschfeld mütter 59). zugleich einbohrend (vgl. oben I 7): 'das hat dir der teufel gesagt' schrie das männlein und stiesz mit dem rechten fusz vor zorn so tief in die erde, dasz es bis an den leib hinein fuhr brüder Grimm kinder- u. hausmärchen 55 (1, 255). II@1@cc) um sich stoszen: oder sie (die menschliche frucht) wirdt ungeschlacht, fecht an umb sich zu stoszen Wirsung artzneybuch (1588) 548c; ein ochs verkannte seinen herrn, und so oft ihn dieser vor den pflugschar spannte, stiesz er um sich mit macht Lessing 8, 57; ihr brauchtet hier mit euren ellenbogen nicht so um euch zu stoszen, um eurer trödelwaare platz zu machen Tieck schr. 3, 176; (ein kurzer dicker mann,) der in gröszter wuth nach allen seiten um sich stiesz Eichendorff w. 3, 185; (im garten) alles still; nur die wie von luftdämonen beseelten weiberhülsen (d. h. zum trocknen aufgehängte wäsche) säuselten sachte hin und her, bis ein windstosz sie plötzlich emporwirbelte, die langen weiszen strümpfe gleich geisterbeinen um sich stieszen G. Keller w. 2, 109. II@22) als besondere bedeutungsgruppen: II@2@aa) von der charakteristischen art der raubvögel, aus der luft herunterschieszend, ihre beute zu greifen: der falk stöszet auf den reiger Kramer dict. 2 (1702), 987a (allgem. haushalt. lexic. [1749] 1, 52a); der raubvogel ... auf die taube stoszen will Aitinger jagd- u. weidbüchl. (1681) 3; im felde schwebt der grosze bussard niedrig über den boden hinweg, um auf feldmäuse zu stoszen Allmers marschenbuch5 121; wie? läszst du deine daube sterben, auf die ein grimmer adler stöszt Drollinger ged. 38. sprichwörtlich: ein gänseaar stöszt auf kein weiszkelchen Düringsfeld sprichw. 1, 7a; kein geyer stöszt auf geyer J. D. Falk satiren 1, 34 (wie sonst eine krähe hackt der andern kein auge aus). (vereinzelt:) wenn er (der grosze würger) nach einem vogel stöszt, macht er ... eine eigene schwenkung Naumann vögel 2, 12. II@2@a@aα) allgemein von jeder (aus hoher luft herab) schieszenden flugbewegung: indem sein (des gottes Roman) schneller flug durch blaue lüfte stiesz, entdeckt er unter sich das prangende Paris Zachariä poet. schr. (1763) 1, 95. II@2@a@bβ) im vergleich: wie ein falke, der auf seinen raub stöszt Ritter erdkunde 2, 512 (Hauptmann Rose Bernd [3] 90); wie ein falk, der auf den erschrockenen reiger stöszt A. v. Haller Usong (1771) 5; (wie ein falk) sich wirft auf die schüchterne taube; seitab streichet sie zwar; doch dichtnachsausenden fluges stöszt er beständig und giert, sie zu haschen Bürger 236 Bohtz; geberdest du dich doch, als ob ein sperber mit blutgen krallen ich hernieder stiesze Rückert w. 1, 288; wer seinen zorn an kleinem gesindlein verzettelt, gleicht dem bussard, der nach mäusen stöszt G. Freytag w. 11, 24. übertragen: er (Immo der Thüring) ist ein falk aus den thüringischen bergen, diese ertragen schwer die kappe, sind sie aber gebändigt, dann stoszen sie freudig 9, 39. auch bildkräftig (etwa 'der auf zarte lämmer herabstoszende geier') bei Luther: ey, sanct Paule ... wenn wiltu aufhoren? wie beyssistu, wie stichstu, wie stossistu so greulich auf dissen tzarten haufen mit den weychen oren 10, 1, 1, 656 Weim.; vgl. auch: so schwer anfechtung auf uns stoszt, darmit wir hart werden beladen Hans Sachs 18, 449 Keller-Götze. II@2@bb) vom winde: die luft drückt: bald wird der wind stoszen Lagarde deutsche schr. 491; wenn sturm und strömung stoszen, zerrn, sie werden doch nicht deine herrn Göthe 3, 365 Weim. daher: so fürete der grausame sturmwind (so stracks in einem thun ohne aufhören daher stiesz) einen solchen wust mit sich von staube, laube, strohe, heu, zweigen und reisern von beumen, schindeln, ziegeln und schiefern von dachen, dasz es nicht zu sagen C. Spangenberg mansfeld. chron. (1572) 498a; weiter richtung bestimmend: (eine bank,) dar man für dem vom lande stoszenden winde setzen kann, wo es die noth so erfordert Manson seebuch 4; wind, der nur manchmal vom hügel her stiesz Göthe 37, 67 Weim.; kühler stiesz jetzt der wind vom walde her maler Müller w. 1, 34. in: in die flammen, als wie in segel, stöszt der wind Göthe 49, 1, 82 Weim. auf: die nord- und westwinde stoszen frei auf Schlesien Rätel-Curäus chron. d. herz. Schlesien (1607) 272 (Schütz hist. rer. prussic. 6, P 4c). an: da nu ein platzregen fiel, und ein gewesser kam, und webeten die winde, und stieszen an das haus, fiel es doch nicht, denn es war auf einen felsen gegründet Matth. 7, 25; der wind fegte durch die straszen, er stiesz an den rücken des magisters und beschleunigte seinen schritt G. Freytag verl. handschrift 3, 254. bildlich: wen die unglückswinde auf eine seele stoszen Zäunemännin 35; soll ich den die groszmuth lehren, der sie mehr geübt, als ich? oder dessen kräfte mehren, der noch keinem unfall wich und sich stets gesetzt erwies, wenn ein wetter auf ihn stiesz Gottsched ged. 1 (1751), 136; (eine stadt,) die zwar den alten glanz verloren, seit alles unglück auf sie stiesz 1, 161. im menschlichen mikrokosmos eine dichterische formulirung für den physiologischen vorgang der aufsteigenden schamröthe: o, stirne, deiner scham entblöszt, schau, was für röth jetzt auf dich stöszt, die in der höllen glut sol baden Königsb. dichterkreis 183 neudr. II@33) zum ausdruck einer plötzlichen begegnung, eines unvermutheten antreffens u. s. w.: II@3@aa) an eines stoszen (wie mit dem fusz, und nun stutzen und aufmerksam werden, vgl. Schiller 2, 190 in der scenar. bemerk. zu den 'räubern'): könig Ludwig ... ward in der heimfahrt auf dem meer von den Saracenen gefangen: an die stiesz könig Rogerius ... ongefärd, uberwand sie im schiffstreit und erlediget Ludowicum wider Stumpf Schweytzerchron. (1606) 84a; darumb so derselben (armen) einer an dich stoszet, und deiner hülf begert, so steht Christus vor dir selbst und bittet umb hülf Schaller theologischer herold (1664) 273; bey mir in dem wildesten walde ist man ja sicherer, als in dem verzweifelten Paris, keinen schritt kann man thun, man stöszet an einen beutelschneider ollapatrida 169 Wien. neudr.; ebenso mag sich der idealist gegen die dinge an sich wehren wie er will, er stöszt doch, ehe er sichs versieht, an die dinge auszer ihm Göthe IV 13, 11 Weim.; (ein wandrer, der) zufrieden, von strecke zu strecke an das vermeinte wasser zu stoszen Schopenhauer w. 1, 117 G; (gut thun,) keinen fluch auszusprechen über die zeichen der zerstörungsbarbarei (in einem schlosse), an welche der fusz stöszt Laube schr. 4, 132; auf einmal sahen wir auf der höhe neben uns leuchtende weisze gebäude, und unser fusz stiesz an das städtchen 5, 27; in der norddeutschen haussprache: ich stiesz eben zufällig an das büchergestell ... und da blieb mir dies buch in der hand Stinde familie Buchholz 131; kaum hat der gräber arm den festen grund gebrochen, so stöszt das eisen schon an tausend menschenknochen Pietsch geb. schr. (1740) 11; und hier stosz ich an die sphären E. M. Arndt w. 5, 192 Rösch-Meisner; so oft wir (die im saale von verschiedenen seiten auf- und abwandelnden freunde) an einander stieszen, lächelten wir Jean Paul biogr. belustig. 1, 129 R. II@3@bb) selten gegen (zugleich mit einem stosz anklopfend): sowohl gegen die palläste der groszen als gegen die hütten der armen pflegt zu stoszen der bekannte freund Hein Kortum Jobsiade (1795) 1, 186. II@3@cc) gewöhnlich auf: II@3@c@aα) zunächst erläutert durch wirklichkeiten, wie beim graben mit dem spaten in der erde u. ä.: (die arbeiter) stieszen mit dem grabscheit auf etwas hartes Winckelmann bei Justi 1, 372 (H. Seidel Leberecht Hühnchen 153); diesz jahr stiesz ich beym ackern auf einen schönen marmorbruch der arme mann im Tockenburg 2, 90; öde felder, auf denen man 6 bis 7 palmen tief graben konnte ..., tiefer aber nicht, weil man da überall auf fels stiesz Ritter erdkunde 1, 145; sie sind auf einen schindanger gestoszen und nicht auf das Teutoburger schlachtfeld Immermann w. 1, 136; als ich hinauskam, war man mit der arbeit auf eine grosze hölzerne mulde, schiff oder sarg gestoszen Moltke schr. 6, 416 (auf einen seinerzeit absichtlich verborgenen schatz Luschin v. Ebengreuth münzkunde 109); tief im grunde vieler moore stöszt man sehr häufig auf eine menge von überresten vielfach zerschmetterter und geknickter einheimischer waldbäume Allmers marschenbuch5 78 (vgl. S. Brunner erz. 2, 19). auf eine quelle u. ä. die mineurs sind bey ihrer arbeit abermals auf wasser gestoszen Lessing 18, 447; auch gern bildlich: (ein miszverständnis,) auf dessen tiefliegenden quell wir in der folge stoszen werden F. Schlegel pros. jugendschr. 1, 121; auf eine noch entferntere quelle des sprichworts stoszen Gervinus gesch. d. deutschen dicht. 3, 72. II@3@c@bβ) der menschliche (oder thierische) körper oder seine theile als vermittler der erfahrung besonders hervorgehoben: die füszlein stieszen oft auf unebenheiten, und sie mussten häufig büheln ausweichen Stifter w. 5, 1, 233. die nase stöszt auf etwas, entsprechend oben I 5 b: am weihnachtsabend endlich, wo der kinderlose ... die gassen durchstöberte, ... stiesz er fast mit der nase auf den gesuchten Holtei erz. schr. 5, 125; doch besonders von stöbernden jagdhunden, vgl. zwei ehrliche hühnerhunde, die in der schule des hungers zu schlauköpfen gemacht, alles griffen, was sich auf der erde blicken liesz, stieszen auf einen vogel H. v. Kleist w. 4, 126. dann schon erweitert; für die entwicklung dieses gebrauchs besonders in geistiger richtung wichtig das auge: worauf mein auge stöszt, begegnen mir fremde gesichter Schiller 3, 122 (Fiesko 4, 11). vgl.wenn dort der durchdringende scharfblick des geschäftsmannes auf den ideenvorrath des systematischen gelehrten stöszt, so blitzt es funken, bei deren anblick es einem wohl wird, ein mensch zu sein G. Forster schr. 4, 281. II@3@c@gγ) auf personen: das verhängnis wollte, dasz der junge Vologeses ... auf diese prinzessin stiesze A. U. v. Braunschweig Octavia (1677) 1, 52 (Xylander Polybius [1574] 103); erst gegn morgen stieszen sie auf einige haufen der geflüchteten Klinger w. 4, 185 (auf freunde Arnim w. 7, 84); wenn ihr auf meine wachtgefährten stoszt, Horatio und Marcellus, heiszt sie eilen Shakespeare 3, 140 (Hamlet 1, 1); dasz Konstanze noch auf ihn gestoszen, war immerhin denkbar Mörike w. 3, 82 (Viebig schlaf. heer 1, 208); als scenarische bemerkung: Möller im abgehn stöszt auf Robert und Andres O. Ludwig w. 3, 36 (Stephanie d. j. lustsp. (1771) 15; Iffland theatr. w. 1, 43; Kotzebue dram. w. 2, 101; vgl. O. Jahn Mozart 3, 93). noch mehr entdeckungsmäszig: übrigens sind die meisten gesellschaften, auf welche man unterwegs stöszt, mehr lästig als angenehm Bode Montaigne 6, 30; man stöszt auf menschen, die den teufel umarmen würden, weil er der mann ohne seines gleichen ist Schiller 2, 5 (räuber, vorr.); ich stiesz auf ein summendes gewimmel von vielen hundert jungen leuten G. Keller w. 2, 90. insbesondere: entlich stöszt er auf einen fuhrmann Hayneccius Hans Pfriem 4 neudr.; wie ich aber ongefehr an das wilde ort kommen, hab ich auf disz (ausgesetzte) kind gestoszen, das genommen, mit mir getragen buch der liebe (1587) 190d; stehen dir in dem einen winkel der welt deine spielgesellen nicht an, rutsche nur eine ecke weiter zu andern! es müszte nicht gut sein, wenn du nicht hier und da auf eine leidliche seele stoszen wolltest Thümmel reise 2, 5 (auf zwei abenteuerliche menschen E. M. Arndt w. 1, 171; auch 1, 64 und Müllner dram. w. 2, 105); in Paris habe ich erlebt, dasz unverständige gewaltthaten gegen menschenmassen plötzlich stockten, weil sie auf 'un monsieur décoré' stieszen Bismarck erinnerungen 1, 101; (die jesuiten) stoszen auf hochbetagte männer, welche niemals das abendmahl empfangen Ranke w. 38, 260. möglich auch: ich blätterte ein wenig in dem buch und stiesz gleich überall auf die anziehendsten persönlichkeiten Mörike w. 3, 88 (maler Nolten); viele jahre allein, bis er brieflich auf einen längst vergessenen jugendfreund stiesz Ebner-Eschenbach schr. 4, 155. mit dem charakter des unerfreulichen, ja feindlichen: die ausführung all der despotischen verordnungen ... erfolgte fast durchwegs in nachsichtiger und humaner weise, sobald man nicht auf die ganz untergeordneten, von jeder bildung entblöszten beamten stiesz Laube schr. 1, 164. besonders aber in der räubersphäre: da die räuber auf diese zwo personen stieszen, faszten sie ir gewehr, spannten die bogen auf sie zu schieszen buch der liebe (1587) 199d; ich fürchtete daher, ich möchte auf einen solchen stoszen, der mir nicht allein meine leucht ausblasen, sondern wol gar zerschlagen könnte Lindenborn Diogenes (1742) 1, 8; weil er fürchtet, in jedem, auf den er stöszt, einen mörder zu finden Klinger w. 3, 208 (auf räuber Novalis 2, 102, vgl. W. Raabe Horacker 31); kein köhler, keine hütte, nirgend, nirgend — ja, wenn ich auf den grimmen mörder stiesze, er wäre rettung mir Tieck schr. 3, 131. auf wilde thiere: unterwegs bringen wir alle wölfe, auf die wir im walde stoszen, um Jacob Grimm Reinhart Fuchs xxiii; dem wolf entfliehend, ist er auf die wölfin gestoszen Düringsfeld sprichwörter 1, 225a (wie sonst 'aus dem regen in die traufe') vgl.wenn ein wildes thier auf einen stöszet, da musz einer aufsehen, dasz es nit etwa ihn anfalle Cyr. Spangenberg jagteufel (theatr. diabol. 1, 205b). auf örtliches: beym dorfe war ein edelmannssitz, auf diesen stoszen sie zuerst allg. dtsch. biblioth. (1765) 1, 2, 101 (auf einen ort Pfeffel poet. vers. 1, 136; auf eine insel vgl. F. Th. v. Schubert verm. schr. 1, 264; auf eine ecke oder einen abgrund 1, 14); dann aber stöszt man hier (in Paris) bei jedem schritt beinahe auf örter, welche entweder die alte oder die neue geschichte bezeichnet hat Jacob Grimm an Wilhelm (1. märz 1805, briefw. 18). auch: am ausgange des gehölzes stoszen sie auf einen fahrweg Raupach dram. w. kom. gatt. 2, 48; auf frische fährten von bären und ebern Nehring tundren 111; auf schwache spuren von fusztritten H. v. Barth nördl. Kalkalpen (1874) 169 und sonst gegenständliches: er stöszt auf einen sessel und prügelt ihn aus Göthe 9, 94 Weim. (mitschuldige); als er bekümmert und geschwächt eine anhöhe hinaufging, stiesz er auf einen neuen und bequemen reisewagen G. Keller w. 5, 12 (Bettine dies buch gehört dem könig 1, 15); dann brachte er speis und trank zur sprache, was hier oder dort gut zu trinken oder zu meiden sei, die leckeren nationalgerichte, die er nie vergessen und auf die ich stoszen werde, je nach landesart G. Keller w. 2, 128 (auf eine inschrift Polenz Grabenhäger 2, 129, vgl. Justi Winckelmann 1, 267) und im übergang zum folgenden: unversehens aber stiesz ich auf die bände deutscher rechtsaltertümer, weistümer, sagen und mythologie, welche damals in der blüte ihres ruhmes standen G. Keller w. 3, 26 (M. I. Schmidt gesch. der Deutschen (1778) 4, 233). auf stellen in einer schrift u. s. w. (gewisz auch unter dem einflusz von mit der nase auf etwas stoszen (s. oben): gerechter Mirabeau! dachte ich bey mir selbst, als ich gestern auf dieses dedicationsgekrächz (bei Voltaire) stiesz Cramer Neseggab 1, 56; er (Schiller) stöszt in dem ganzen werk nicht auf eine einzige stelle, ... Wieland an Böttiger (Göthe-jahrb. 1, 325); indessen schlage man das buch (Weckherlins gedichte) auf, wie es fällt, so stöszt man in seinen weltlichen gedichten auf artigkeiten und lieblichkeiten, ... Herder 16, 245 (Göthe gespräche 4, 296); (in der besprechung einer schrift) wir stoszen auf manche wunderlichkeiten 41, 1, 359 Weim. (Hippel kreuz- u. querzüge [1793] 1, 4); auf viel interessantes stoszen W. v. Humboldt briefe an Welcker 26; wenn du liegen läszt, was dir (beim lesen) nicht ganz klar wird, wirst du auf vieles stoszen, was dich erquickt und erbaut Brentano 9, 274; indem ich ihren brief wieder durchlese, stosze ich auf eine stelle, die mir noch mehr beweist, wie flüchtig sie meine briefe lesen Pückler briefw. 1, 335; (sich erinnern,) in der ars amandi (des Ovid) auch auf rezepte gegen die liebe gestoszen zu sein E. Th. A. Hoffmann w. 10, 163; wenn er die schrift studirte, so stiesz er auf sprüche, die ihm ein grauen erregten Ranke w. 1, 197; nicht weit lesen, ohne auf ein citat von Fuggers ehrenspiegel zu stoszen 1, 344; (auf die göttliche weisheit der sprüchwörter Strausz w. 4, 59); (sich schmeicheln,) auf irgend einen kecken Callot-Hoffmanschen humor, auf ergötzliche hypergenialität zu stoszen Gaudy w. 5, 101; dagegen stoszen wir überall auf die lustigsten schlemmerlieder W. H. Riehl die deutsche arbeit 112. besonders noch über jedes lateinische wort, worauf sie (die schönen geister) in einem buche stoszen, das dictionarium zu hülfe nehmen Ayrenhoff w. 3, 94; soeben stosz ich auf ein paar druckfehler Heinse w. 3, 519 (Gerstenberg Hamb. n. ztg. 288 l. denkm.); ganze strophen durchwandern, ohne auf ein einziges a zu stoszen A. W. Schlegel im Athenäum 1, 32; ein ausdruck, der bei Ducange ... nicht einmal verzeichnet ist; ich stosze auf ihn aber sonst Jacob Grimm kl. schr. 3, 14; schon bei flüchtigem lesen stöszt man häufig auf offenbare fehler 4, 2. auch sonst 'auf beobachtungen, betrachtungen, erwägungen' u. s. w.: auf einen gemeinplatz stoszen Lavater verm. schr. 2, 3; wer im eigenen denken auf einen sonderbaren satz stöszt, kommt auch wohl wieder davon ab, wenn er falsch ist Lichtenberg verm. schr. 1, 160; indem ich manche verhältnisse, welche bald bei der Jenaischen litteraturzeitung zur sprache kommen werden, bedenke, stosze ich auf folgende betrachtungen Göthe IV 16, 330 (vgl. auch IV 34, 33 Weim.); also soll auch die vernunft nicht auf etwas einfaches stoszen wollen Hegel w. 3, 225. auf einen punkt Brentano Godwi 1, 41 (hundertmal auf diesen punkt Laube schr. 1, 160; auf einen streitpunkt H. Seidel vorstadtgesch. 52). in allen glaubensarten stöszt das nachforschen ... auf ein geheimnis Kant 6, 314; wir stoszen auf wirkungen C. W. Hufeland kunst d. menschl. leben zu verlängern (1797) 3; so stoszen wir in unserer gedrängten darstellung auf hundert ähnlichkeiten und beziehungen Gervinus gesch. d. dtsch. dichtung 5, 102 (auf trostlosigkeit 5, 15); als ich 1852 die gesandtschaft in Wien zu leiten hatte, stiesz ich dort auf die gewohnheit ... Bismarck gedank. 1, 256; ich stosze in deinem vor mir liegenden brief wieder auf die selbstbeherrschung br. a. s. braut 46; (eine visitation der klöster war) auf unverantwortliche ausschweifungen, greuel ... wie in Sodom gestoszen Ranke w. 4, 42; wie oft stöszt nicht der historiker der nationalökonomie auf alttestamentliches herkommen W. H. Riehl deutsche arbeit 194 (auf die nämliche sitte Peschel völkerkunde 229); ohne je auf die finsteren mächte irdischen könnens zu stoszen G. Keller w. 2, 267. II@3@c@dδ) widerstandsmäszig: auf einen machtspruch Miller briefw. dreier akd. freunde (1778) 1, 43; jede abweichung vom herkommen stöszt auf unfügsames J. H. Voss antisymbolik 2, 12; mit jedem schritt meines daseins stosz ich auf lauter widerwärtige ungereimtheiten Bettine Brentanos frühlingskranz (1844) 29; der erste beginn solcher unternehmungen stoszt freilich immer auf mannigfache vorurtheile und hindernisse Stifter w. 14, 201; er (Friedrich) stiesz bereits damals auf österreichische gegenwirkungen auch an dem russischen hofe Ranke w. 31/32, 16; hier stoszen wir auf eine neue schranke des begriffs W. H. Riehl deutsche arbeit 262; auf ganz unübersteigliche hindernisse Ranke w. 4, 155 (Fr. Th. Schubert verm. schr. 2, 7; Moltke schr. 2, 119); ohne auf irgend einen nennenswerten widerstand zu stoszen Mommsen m. gesch. 2, 114 (auf welchen zähen widerstand Treitschke hist. u. pol. aufs. 1, 13; Ranke w. 1, 101). der reiz, seine erkenntnisse zu erweitern, ist so grosz, dasz man nur durch einen klaren widerspruch, auf den man stöszt, in seinem fortschritte aufgehalten werden kann Kant 3, 31 ak. ausg.; da diese behauptung auf groszen widerspruch stoszen dürfte, ... Jhering geist d.m. rechts 2, 1, 111 (Bismarck ged. 2, 47); auch: der anblick der mächtigen opposition, auf die er stiesz Ranke w. 1, 117 (Nitzsch deutsche studien 17). allein auch diese beziehung ... stöszt gleich jener überall auf schwierigkeiten Jacob Grimm Reinhart Fuchs ccliv (Dahlmann gesch. v. Dänemark 1, 137); ich dachte auf die gröszten schwierigkeiten zu stoszen Gutzkow ritter vom geiste 3, 375 (Mommsen m. gesch. 5, 76); auf kaum geahnte schwierigkeiten Mörike w. 3, 21 (maler Nolten); auf mancherlei schwierigkeiten Moltke schr. 4, 70 (Ranke w. 31/32, 132); so stoszen wir bereits bei diesem ersten schritt sogleich auf neue schwierigkeiten Hegel w. 10, 1, 6 (Schleiermacher w. I 12, 189); Melanchthon, ein mensch, der jede schwierigkeit, auf die er stiesz, innerlich durcharbeitete Ranke w. 3, 119. auch auf bedenken stoszen Laistner nebelsagen (1879) 14 (Bismarck ged. 1, 70); auf die erklärung 2, 59; auf die einwendung Ranke w. 1, 216; nach allen seiten stoszen wir auf misztrauen Moltke schr. 7, 109; auf eine weniger günstige aufnahme Bismarck pol. reden 4, 94; die Dänen stoszen in diesem augenblick auf eine unglückliche konjunktur Moltke schr. 4, 160; und so stiesz Iphigenie auf keine günstige zeitstimmung Bielschowsky Goethe 1, 446. II@3@dd) als reciproker begriff auf einander: aus welchem geschach, dasz unvürsichtiglich ir beyder augen mit den gesichten aufeinander stieszen buch der liebe (1587) 113d; wenn wirkung und gegenwirkung auf einander stoszen Ranke w. 37, xii; aber ewig sich verwandelnd, wo sie (die wolken) auf einander stoszen, ziehn sie eine bucht krystallen um der sonne rad voll rosen Brentano 3, 85; gegen einander: die beiden herren gingen neben ... einander her, ohne gegeneinander zu stoszen E. M Arndt w. 1, 223; hart stöszt in solchen familiengeschichten pflicht gegen pflicht, und vernichtend brennt eine leidenschaft gegen die andere auf G. Freytag w. 17, 182. auch: wenn die lantzen an einander stieszen, gaben sie mehrentheils einen knall Fleming teutscher soldat (1726) 197; die prärogative der krone im sinne der alten könige, das privilegium des parlaments im sinne der kommenden zeiten stieszen unmittelbar an einander Ranke w. 16, 107. II@3@ee) besonders als militärischer terminus: II@3@e@aα) entsprechend oben 3 c γ: 'auf den gegner treffen', auch hier mit dem beisinn des zufälligen: wenn (der partisan) auf eine feindliche parthie stoszen, und solche rencontriren sollte, musz er sich ganz vergnügt und fröhlich. erzeigen Fleming teutscher soldat (1726) 265; der Türk sich wider sehen liesz, Marco Herbat auch auf in stiesz Schmeltzl zug in das Hungerland (1558) B 2a; allein nun stieszen sie erst auf die hauptarmee, gegen die sie nicht aushalten konnten M. I. Schmidt gesch. d. Deutschen 4, 210 (Th. Abbt verm. w. 6, 2, 111; Göthe 33, 18 Weim.); er streitet erst tapfer gegen einzelne leichte truppen, aber bald stöszt er auf ganze legionen U. Hegner schr. 5, 382; Poniatowski, auf einen stärkeren feind stoszend, als er erwartet hatte Fontane I 1, 513; bald darauf stiesz man auf feindliche kavallerieposten Moltke schr. 6, 92 (auf feindliche vorposten Pfeffel pros. vers. 1, 75, auf eine patrouille Dahlmann franz. revolution 227). in der umkehrung mehr angriffsmäszig: und nicht lange oder weit ritten sie, da stieszen auf sie mehr denn zehen tausend Türken und heyden, zu rosz und zu fusz buch der liebe (1587) 28c; sah man, wie schon auf uns der Preuszen anzug stiesz v. König ged. (1745) 205. auch: schon früh morgens stieszen auf dem rechten flügel die Bayern auf lebhaften widerstand vor den ... mauern von Weissenburg Moltke schr. 3, 12; aber er stiesz auf ebenso mannhafte gegenwehr Ranke w. 9, 196. II@3@e@bβ) entsprechend 3 d: und Joab ... zoch aus sampt den knechten Davids und stiszend auf einander Zürcher bibel (1531) 2n. 2 (Hans Sachs 2, 125 Keller); bringt es nicht ein geringe frucht, dasz reuter und knecht zugleich angreifen und mit einander darauf hauen, doch mit anschickung, dasz fuszknecht auf fuszknecht stoszen Fronsperger kriegsbuch 1, 52b; es waren nicht armeen wie andere, sondern zwei religiös-politische secten, die hier auf einander stieszen Ranke w. 4, 45; mit adverb.: zu Ashdown, in der nähe von Readwig stieszen die beiden heere nochmals auf einander A. v. Haller könig Alfred (1773) 8 (plötzlich auf einander Treitschke deutsche gesch. i. 19. jahrh. 1, 248); der Griechen und Troyaner heer, welche bisher mit starker wehr gegen einander sich gesetzt und ihre schwerter scharf gewetzt, auch auf einander hart gestoszen Spreng Ilias (1610) 32a. II@44) in der bedeutung des aus dem slav. übernommenen grenzen verb. (th. 4, 1, 6, sp. 148), nicht so vielseitig in seiner verwendung und beschränkt auf den gebrauch mit präpositionen; doch hat auf der anderen seite unser wort eine gröszere innere activität, besonders deutlich in den fällen von an einander: die nächsten nachbauren, so mit ihren heuseren an einander gestoszen Wickram w. 2, 121; dasz die beiden ... wüsten an einander stoszen Göthe 7, 176 Weim. (Fouqué zauberring); ähnlich die häuser stieszen wand an wand; die drei unabhängigen städte Königsberg's, welche, mauer an mauer stoszend, sich bekriegten Niebuhr m. gesch. 1, 182 (auch zeitlich); in dreien schichten, die an einander stieszend Bech-Agricola bergwerkbuch (1621) 67. II@4@aa) (nur vereinzelt mit der präp. auf) besonders in den jüngeren belegen begrifflich lockerer als das gewöhnlich gebrauchte an): den halbin morgin, der da stoʒit uf der Betzichindorfer pat vor den struch hessisches urk. b. 452 (z. j. 1335) Wyss; (zu lehen geben einen burgstall), zu der ainen seiten stoszent auf den pach und hinten an das feld Lori baier. bergrecht 27 (z. j. 1426); so louft Ulenspiegel mit dem kopf und schultern in das glasfenster, dann die stub stuond uf der erden und stiesz uf die strasz Eulenspiegel (1515) 72 neudr.; das gebürge, das uf mOer stoszet bey der statt Troas Eppendorff Plinius (1543) 112 (vgl.welchen sye [die augenbrauen] vor uf die nas stoszen, seint ernsthaftige leut 230); (ein anderes stübchen) das auf die landstrasze stöszt Pfeffel pros. vers. 9, 4. dagegen mehr 'in der richtung verlaufen; die richtung nehmen auf': im finstern den gang (hingehen), der auf die stube stiesz Bode Tristram Schandi (1774) 3, 42 (Nicolai reise 3, 14). II@4@bb) der plastische gehalt von stoszen an als 'scharf angrenzen' auch von belegen aus ganz anderer sphäre erhellt: (die zweige) krümmten sich, wie sie an den querübergelegten ziegel stieszen A. G. Kästner verm. schr. (1755) 1, 120; die wällen an zwen schrofen stieszen Spreng Äneis (1610) 56a. auch: die wolken an das dach am hause stoszen Schupp schr. (1663) 156 und umgekehrt vom fliegenden Robert (H. Hoffmann Struwelpeter 24): an die wolken stöszt er schon. vgl. noch aus dem umkreis von I: (die zwietracht,) die anfänglich gar klein ist, nach und nach wächst, und zuletzt ihr haupt an den himmel stöszt Breitinger crit. dichtkunst (1740) 1, 149. II@4@cc) beispiele aus dem grenzverhältnis von wasser und land: ora, das ans meer stöszt, euszerst ort des lands Alberus (1540) 45b; das (rothe) meer steszt an Arabia Schiltberger reisebuch 70; an etlichen orten des indianischen lands, so an das meer stoszend Herold-Forer Gesners thierbuch (1563) 139; das gebirg so ... an die linke siten der Limmagt stoszt Tschudi chron. helvetic. 1, 14; auch heiszt ein statt Flavinium stoszt an den see Cyminicum Spreng Äneis (1610) 147b; dieser garten ..., der unten an schöne ufer der Saale stöszt Wilhelm Grimm an Jacob (briefw. 101); (die landwehr, d. h. der römische limes) zieht ... über Dünkelsbühl gegen die Donau, an welche sie bey Pföring stöszt K. F. Eichhorn deutsche staats- u. rechtsgesch. 1, 66; (zwei tiefländer), die nur an innere meeresgolfe stoszen Ritter erdkunde 2, 69; (landhaus,) dessen garten an den Müggelsee stiesz G. Hauptmann einsame menschen (1891) 1. von land, an land u. s. w.: Capadocia, welches land stiesz an das landt Menelauii V. Schumann nachtbüchlein (1559) 253 Bolte (vgl. Alberus [1540] 14b); ein heupstadt des lands genannt Marsvani, und das stöszt an des Caramans landt Schiltberger reisebuch 12; in den letzten theilen Affricæ, so an das Morenland stoszend Herold-Forer Gesners thierbuch (1563) 78; wo es (Italien) an Frankreich stoszt, da haben die Cisalpini viel von der französischen sprache angenommen Morhof unterricht (1682) 1, 184; landschaften, die zunächst an Wälschland und Frankreich stoszen Gottsched sprachkunst (1748) 11; Jütland, welches an das land der Wenden stöszt Gerstenberg schlesw. litbr. 245 lit. denkm. und so immer mehr ins enge sich ziehend; die Steinbergsalp, wo der Zingelgletscher an den Steinberg stöszt Göthe IV 4, 84 Weim.; der letzte ort des hügellandes, wo es an das hochgebirge stöszt Stifter w. 3, 307; ein fruchtbar thal stiesz an des berges fusz Gellert w. 1, 194 (Fouqué held des nordens [1810] 2, 116). und stöszt ein holtz daran (an den acker) G. v. Berlichingen lebensbeschreibung 66; (das) gütchen stiesz an eines des grafen Hippel lebensläufe 3, 1, 317; in der schweigenden laube eines gärtchen, das an einen kirchhof stiesz, wo alte heilige linden Herder 1, 484 (Laroche frl. v. Sternheim [1771] 2, 165); (dieser garten,) weil er an einen öffentlichen spaziergang stöszt, ... Fr. Schlegel Europa 2, 205 (brüder Grimm sagen 1, 134); die prinzessin, deren lustgärten an den wald stieszen Novalis schr. 4, 82 Minor; an unsern hinteren gartentheil stiesz ein zweiter garten Stifter w. 5, 1, 118; es stöszt ein busch an die landstrasze, wie gemacht zu einem hinterhalt G. Freytag w. 2, 49. von baulichkeiten: (schlösser,) dy an das land zu Bemen stoszen Stolle thüring. chron. 12; (die mauer,) da sie an die runde stest Dürer etlicher underricht (1527) B 2a; zu Trebbin wonet ein gastgeber ... desselben stallung stiesz an Clawerts hof B. Krüger Hans Clawert 30 neudr.; hinten am hause, wo es an den garten und hof stiesze Grimmelshausen 2, 422 Keller; an den tempel des Apollo stöszet das wohnhaus des kaysers August Lohenstein Arminius (1689) 2, 951a; das haus stöszt an das meinige, und ist als obs eines wäre Ayrenhoff w. 4, 85 (Kramer dict. 2 [1702], 987b); an diesen (garten) stiesz ehmals das alte karthäuserkloster Stolberg 6, 34; an einem lustwalde vorüber, der an ein schlosz stiesz Klinger w. 3, 183; ein haus, das an die parlamentsgebäude stiesz Ranke w. 15, 50; an diesen (thurm) stöszt das zweistöckige schlosz Moltke schr. 6, 234; noch: (in dem) backhause stieszen einige zimmer an den baumgarten E. M. Arndt w. 1, 27; auch: es (das zimmer) stöszt ja an seine zimmer Gottsched schaubühne (1741) 1, 82 (J. E. Schlegel w. 2, 580 die braut in trauer 1, 1); da die eine thüre des saales an den garten stöszt samml. v. schausp. 7, 7. II@4@c@aα) von personen; mit mannigfachem übergang von dem land zu seinem beherscher, bewohner u. s. w.: welicher auch an eins herren von Einsidlen brüel oder an die weid stoszet, der selb und die so daran stoszend, söllent durch ir heg dem brüel und der weid frid geben weisth. 1, 157 (Einsiedeln 1493); er fuort auch allzeit krieg wider den künig von Granaten, an den auch sein land stoszet Fortunatus 101 neudr.; Sebulon wirt am gstad des meers wonen, und am gstad der schiffen, und stoszen an Zidon Zürcher bibel (1531) 49b; (die frechheit der Hussiten so grosz,) dasz sie alle herren und stett schädigend, die an sie stieszend, als Sachsen, Michsnen, Beiern Ä. Tschudi chron. helvet. 2, 90 — die Bulgaren stoszend an Ungerland Zwingli deutsche schr. 1, 45; und als sie mit den Thüringen, an die sie stieszen, nit mochten eins bleiben ... S. Münster cosmogr. 320; disz ist ein starck fursichtig volk, den Medern, Persiern und Syriern, an die sie stoszen, fast grausam und forchtsam S. Franck Turckey (1530) K 1b; Agathyrsi, stoszen an die Scythen Alberus (1540) 46b; für allem aber soll man sehen, dasz man an einen guten nachbaren stosze Sebiz feldbau (1579) 10. II@4@c@bβ) mit einer weitern bestimmung: daran stoszt zu zwaüen seiten der gemaine weg v. Brandis landeshauptleute von Tirol 35 (z. j. 1319); Peleponnesus ist ein halbe insel und stöszet an das land mit einem engen ort Isthmos genannt Carbach Livius 230; an diese provinz stöszt gegen Italien und den Alpen eine andere, das alte Rhaetia S. v. Birken vermehrter Donaustrand (1684) 38, so besonders der himmelsrichtung: Paran ist das gebirge, das vom mittage werts stöszt ans land Canaan Luther 19, 427 Weim.; die Samniter, welche gegen aufgang der sonnen und mitternacht an die landschaft der Latiner stieszen Xylander Polybius (1574) 4; Österreich stöszet von aufgang an Ungarn, von nidergang an Bayern, von mittag an Steyermarck, und von mitternacht an Mähren und Böhmen Kramer dict. 2 (1702), 987b; (ein garten,) der von der abendseite an die ringmauer eines klosters stiesz Schiller 4, 336; von diesen elf sysseln stoszen die beiden zuletzt genannten südlich an die Schottburger aue Dahlmann geschichte v. Dänemark 1, 141 (Ritter erdkunde 1, 97). auch mit andern adverb. bestimmungen: ain behausung ... stoszt neben an Hansen Brendels hausz Knebel chronik v. Kaisheim 348 (A. Dürer undericht [1527] C 1a); dat lentgen dar zo gehoerende heyscht Morea und stoszt hart an die Turkije pilgerfahrt des ritters v. Harff 67; sie kamen bey ein wisz, die Lan (Lahn) mit einem arm stöszt hart daran Alberus fabeln 210 neudr.; die cantzeltreppe, welche allernächst an die kirchenthür stiesze J. Riemer polit. maulaffe (1679) 130 (nahe Jacob Grimm kl. schr. 3, 142) hierher auch: köpfe, die nahe an die groszen stoszen, sind geheime spötter Hippel über die ehe (1774) 138; das dorf Giesendorf stiesz dicht an Grabitz E. M. Arndt w. 1, 25; an der grenze des genuesischen gebietes, wo die Apenninen dicht an das ufer des tyrrhenischen meeres stoszen Herman Grimm Michelangelo (1890) 1, 234. es (das gastzimmer) stiesz unmittelbar an den groszen saal Holtei erz. schr. 3, 81 (O. Ludwig schr. 2, 134). das äuszerste (zimmer) von allen stöszt seitwärts an ein kabinet, wohin ... Schiller 5, 1, 87. II@4@c@gγ) selten mit locativ, dann in dem sinne 'seine grenzen finden': eine gewisse gegend in Westmünster, die am park stöszt Archenholz England u. Italien (1785) 1, 2, 354. II@4@c@dδ) als erläuterung von lat. confinia in der ersten deutschen bibel (4, 252): und darzuo alle gegent, die doran seind stoszent; sonst: confinis, conterminus, limitaneus, das an ein land stöszt, das zusamen stöszt Alberus (1540) 42b; und andre land, so an die und umb die länder stoszen Fortunatus (1509) 82 neudr. II@55) metrisch: wan reimende worte in einer zeile auf einander stoszen, ... Zesen vermehrter Helikon (1656) 1, 230; die gebräuchlichste und accurateste verschrenkung unter den 6 zeiligen strophen, weil sie niemals drei gleiche reimzeilen auf einander stoszen läszt Neukirch anfangsgründe (1724) 76. mit hebung stöszt an hebung ... der unruhig anstrebende antispast () J. H. Vosz zeitmessung (1802) 157. II@66) wider etwas stoszen an stelle des gewöhnlichen verstoszen (th. 10, 1 sp. 1787 unter B 2): (etwas,) was wider des reiches ehren stöszt brüder Grimm sagen 2, 84; was unrecht, schlimm, krumm, falsch, was billig zu verschmähen und wider tugend stöszt Logau 631 Eitner. so auch bei Göthe in dem fragment 'nach Falconet und über Falconet' in der ausgabe letzter hand 44, 8: das stöszt nicht gegen die geschichte; dagegen in der Weimausg. auf grund des Carlsruher drucks von 1780 (4, 126): das ist nun schicklich! das ist gehörig! das stöszt nicht mit der geschichte! 37, 320, eigentlich doch zusammen, wie ein hörnerträger mit einem andern, vgl. es sind zween alte pfarren, die freche muete hand: niemand darf mit inen stoszen, die wil sie sind eidgenossen Tschudi chron. helvet 1, 139. II@77) '(sich) fortbewegen' als besonderer begriff immer stärker herausgearbeitet. II@7@aa) (schifffahrt) vom land stoszen sich auf die fahrt begeben (Kramer dict. 2 [1702], 987b), die begriffliche weiterbildung des trans. das schiff vom ufer stoszen (mit der ruderstange) s. oben I 3: so würd ... das schiff von land stoszen Wickram w. 2, 238; schaut! dort stöszt gleich ein schiff vom land J. Ayrer zwei fürstl. räte 4; das segel bläht, die barke stöszt vom lande Kind gedichte (1817) 1, 72 (Chph. v. Schmidt schr. 2, 15). auch von Charons schiff: wer wird nach dem düstern strande meines grames bote seyn? ewig stöszt der kahn vom lande doch nur schatten nimmt er ein Schiller 11, 200; als zwei boote ... vom strande stieszen Chamisso w. 1, 115; da stöszet kein nachen vom sichern strand Schiller 11, 286 (bürgschaft) vgl. Uhland ged. 1, 356. II@7@a@aα) von den fahrenden personen: so nu das schiff wol geladen ist, so stoszet er von lande J. Tauler sermones (1508) 53aa; (es ist kais. maj. zu Genua) zu schiff gangen, von land gestoszen nach Monacho und Nitza Scheurl briefbuch 2, 175; sie stieszen vom land wie sie mochten, denn sie hetten weder ruder noch schalten buch der liebe (1587) 103c; (ein schiff bestellen,) das nach Morgenland segelfertig läge, damit man, wann es vonnöten, vom land stoszen könte A. U. v. Braunschweig Octavia 1, 519; schwarzer schiffer stosz vom lande! Schiller 2, 161 (räuber 4, 5); ich erreichte das fahrzeug, als man in begriff war, vom ufer zu stoszen Moltke schr. 1, 106 (im vergleich Göthe gespr. 8, 64 Biedermann); du weiszt, dasz man vergnügt von diesem ufer stiesz Gottsched deutsche schaubühne 2, 3; freudig stosze vom ufer, obwohl vom grabe du abfährst eines unglücklichen Herder 26, 130; bevor ihr stoszt vom strande, trinkt noch eins auf gute fahrt! Geibel 6, 117. bewegungshaft gesteigert: als du in see stieszest, trankest du auch hier .... uns dein letztes lebewohl zu Tieck schr. 19, 130; ich wil im schiff von dannen stoszen schweiz. schausp. d. 16 jh. 3, 104 Bächtold. II@7@a@bβ) andererseits von der landung: und als der gedacht haubtmann von Antorf auf der see mit 26 schiffen seinen zuegeben und knechten zu lant stiesz, hetten die inwohner des lendleins ir losung und zaichen Wilwolt v. Schaumburg 99; damit stiesz der haubtman zu lant, jagt tröstlich nach 120; das es (schiff) mit ... vollem segel zuo lande gestoszen hette Arigo dec. 322 Keller; bald die Kriechen sahen den brand (Trojas), stieszen sie all wider zu land Hans Sachs 2, 156 Keller; vgl. auch einen entsprechenden transitiven gebrauch: (hartz oder bech,) das sich versamlet im grund des mörs und gestoszen zu land durch kraft der wind, wird herausgezogen Franck weltb. 172bselten: do wir am lande stieszen und unser saihl anwurfen Dürer tagebuch 70; heute gewöhnlich: sie fuhren tage neunzig und neun, gen ost war der wind gewandt, und bei dem hundertsten morgenschein da stieszen sie an das land Strachwitz ged. 290; das schiff stiesz an das ufer, wir sprangen schnell ans land Eichendorff 3, 95 (Storm w. 1, 291). II@7@a@gγ) sehr viel gröszer war hier die bewegungsfreiheit unseres wortes im mhd.: Waten schif des alten wâren nu in eine habe gestôʒen Kudrun 1572, 4; und sogar: nu was doch daʒ von sînem gebot, daʒ daʒ schiflîn hie her stieʒ Wigalois 5390. II@7@bb) (militärisch) von bewegungen, die eine vereinigung mit anderen truppenkörpern u. s. w. zum ziel haben: zu einem stoszen 'sich ihm anschlieszen, mit ihm vereinigen'. II@7@b@aα) noch in deutlicher berührung mit dem vorigen gebrauchskreise: der obriste Lesle ... ist mit seinem regiment ... zu Stralsund zu schiffe gangen und nach Penemünde abgefahren, woselbst er zu der andern königlichen armee gestoszen Chemnitz schwed. krieg 1, 56: Friderich liesz eine (flotte) dagegen ausrüsten ..., zu der auch mehrere Pisanische schiffe stieszen M. I. Schmidt gesch. d. Deutschen 3, 44; die Sparten bewilligten zehn schiffe zur verbündeten flotte ... stoszen zu lassen A. G. Meissner Alcibiades (1781) 3, 172 (Mommsen m. gesch. 1, 297). II@7@b@bβ) zu einem stoszen, zu einer parthey stoszen Kramer dict. 2 (1702), 987b; still liegen, bis die andern hauptleut zuo diesen stieszen Carbach Livius 149b; (sie) fielen in sechshundert stark aus, zu denen noch zweyhundert reuter vom obristen König stieszen Chemnitz schwed. krieg 2, 157; 8000 kosacken seien zum kaiserlichen heere gestoszen verh. der schles. fürsten u. stände 4, 193 Palm; demnach näherte sich Vindex mit seinem heer, um zu dem Verginius zu stoszen A. U. v. Braunschweig Octavia (1677) 1, 454; so zerstreueten sich doch die aufrührer, als sie nur hörten, dasz ... eine gröszere anzahl hülfsvölker zu ihm gestoszen waren Lohenstein Arminius (1689) 1, 44a (s. auch 2, 231); zu welchen noch dreiszigtausend Aracaner stoszen mussten Ziegler asiat. Banise (1689) 762; die völker aber, als die einmal zur allianzarmee gestoszen, der allianz billig verbleiben Leibniz deutsche schr. 1, 187: Civilis meldet ihnen seinen sieg und ermahnt sie, zu ihm zu stoszen M. I. Schmidt gesch. d. Deutschen 1, 87 (der arme mann im Tockenburg 1, 144); wer befahl dir aber, zu uns zu stoszen? H. L. Wagner theaterst. 77; (indem) wir auf die art (durch den abgegebnen schusz) zeit gewannen, wieder zu den unsrigen zu stoszen G. Forster schr. 2, 130 (vgl. auch 8, 293); den 12. august stoszen noch drei bataillone und zwei kavallerieregimenter nebst artillerie zu uns Moltke schr. 4, 6; die wachen würgt ihr stahl, indesz schon die genoszen, durchs thor eindringend, zu den fürsten stoszen Schiller 6, 359; wir hatten sechzehn fähnlein aufgebracht lothringisch volk, zu deinem heer zu stoszen 13, 212 (jungfrau v. Orl. 1, 9). II@7@b@gγ) örtlich weiter bestimmt: die Heruler ... stieszen zu denselben in Liguria Micrälius altes Pommerland 1, 102 (bei Straszburg Stumpf Schweytzerchron. [1606] 280a; auch Lohenstein Arminius 2, 940); werdet ihr ... fern vom treffen bleiben, und nicht in die ebene zu euren völkern stoszen? Klinger w. 1, 289; Alexander zog auf Baktria los ...; auf dem wege stiesz Philipp aus Ekbatana zu ihm Droysen Alexander d. gr. 283; (Archelaos) stiesz in Boeotien zu der pontischen hauptarmee Mommsen m. gesch. 2, 292. II@7@b@dδ) in der syntaktischen erweiterung mit einem: und stiesz kayser Maximilian zu uns mit etlich hundert pferden Berlichingen lebensbeschr. 9; als indess Karlmann ... mit einer groszen verstärkung von Baiern und Alemanniern zu ihnen gestoszen M. I. Schmidt gesch. d. Deutschen (1778) 1, 461; freunde, die mit ihren reisigen zu uns stoszen maler Müller w. 3, 38; hierauf stiesz der bethörte Vitellozzo mit seinen völkern ... zu mir Klinger w. 3, 243 (Arnim w. 3, 461); im nämlichen sommer (1807) aber noch wurde ich beordert, mit dem bataillon zu einem dänischen korps zu stoszen Moltke schr. 1, 13 (aus aufzeichnungen seines vaters); auch Hessen schickte hülfe, und der herzog von Longueville stiesz mit herzog Bernhards nachgelassener armee gleichfalls zu ihm Hebbel w. I 9, 196; (du Plessis) forderte seine freunde auf, mit der ansehnlichen macht, über welche sie verfügten, zu dem belagerungsheere zu stoszen Ranke w. 9, 36; ich versprach dem kanzler, wenn er mir sechzehn tausend mann vertraut, mit achtzehn tausend von des kaisers heer dazu zu stoszen Schiller 12, 220 (Wallensteins tod 1, 5). II@7@b@eε) verblassend (in einer rechnerischen feststellung): er hält 1200 cavalleristen, in eisendrahtpanzer gekleidet, in sold, wozu noch einige tausend reiter seiner vasallen stoszen, und ... bis 12 000 mann fuszvolk, eine nicht geringe macht Ritter erdkunde 9, 398. II@7@b@zζ) stoszen lassen: doch kann ich heimlich ein zwanzig reiter zu euch stoszen lassen Göthe 8, 87 Weim.; mit einem heer, zu welchem die Nürnberger 600 mann zu fusz ... stoszen lassen Ranke w. 1, 137; (du kannst) nicht die regimenter zum Spanier stoszen lassen Schiller 12, 110 (Piccolomini 2, 6). (vgl.ε:) die truppenzahl wurde bestimmt, welche der papst ... zu ihm (dem Alexander Farnese) stoszen lassen wollte Ranke w. 38, 142. II@7@b@hη) auch auszerhalb der militärischen sphäre: endlich kehrete er mit etlichen kaufleuten, die unterweges zu ihm stieszen, wieder nach Marsilien Happel akad. roman (1690) 337; ich habe ihm versprochen, diesen abend zu ihm zu stoszen Pfeffel pros. vers. 5, 4; der herzog ... und ein paar vertrautinnen, zu denen Seckendorf gestoszen war Göthe IV 3, 153 Weim.; auszer den obenerwähnten waren noch ein virtuose aus Rom, einige Schweizer und ein avanturier aus Palermo ... zu uns gestoszen Schiller 4, 208 (geisterseher), vgl. auch 13, 75; von Quenstedt, wo der pastor und seine frau zu uns stieszen, ... Novalis tagebuch 23; mehrere benachbarte edelleute waren schon frühmorgens ... im walde zur jagd gestoszen und vermehrten nun den trupp ansehnlich Eichendorff w. 2, 90; (zu der expedition Chamisso w. 1, 12; vgl. auch Mörike w. 3, 9; G. Keller w. 1, 133); (ich) stiesz erst nach einer halben stunde wieder zur übrigen gesellschaft Moltke schr. 6, 231; nun war freilich die zigeunerin erst vor einigen tagen ... ganz zufällig mit ihrem kind zu ihm gestoszen Spielhagen 2, 25. II@7@b@thθ) übertragen und bildlich, besonders bei Jean Paul in dem sinne 'dazu kommen, rechnen' u. s. w.: zu den übeln, die ich schon bekannt gemacht, stöszt noch eine lebendige eidexe, die sich in meinem magen aufhält unsichtbare loge 3, 46 R.; wozu noch die wachteln stoszen leben Fibels 15 R.; wozu (den leiden) noch der kummer stiesz, dasz ... Katzenbergers badereise 2, 58 R.; doch vereinzelt schon früher: doch dasz nicht auch die reue zu diesem kummer stöszt, so lass ichs ungewagt Fleming ged. 1, 219 (poet. wälder 5, 17). II@7@cc) zu handen stoszen in älterer sprache bildkräftiger als das heute allein gebräuchliche zustoszen (s. u.), geschöpft aus der plastik alter rechtshandlung, zum besondren ausdruck der 'greifbarkeit' einer begegnung, eines geschehnisses u. s. w. für den erlebenden, vgl. hand (th. 4, 2 sp. 344 unter II 1 d), eigentlich von dem gegner vor gericht und den von ihm überreichten urkundlichen instrumenten. doch in den belegen erscheint nur selten noch eine person als subject: euch gott ... mit einer unvorsehelichen und behenden krankheit heimsuchen würde oder zu handen stiesz Reutter v. Speir kriegsordnung 43; welche (weiber) dir ungezweifelt auch werden zu handen stoszen, wo du ihren weg gehen wirst J. Barth weiberspiegel (1565) N 1b; mit den bekanntesten helden, die ainem gleich zu hand stoszen Fischart podagr. trostb. 38 Hauffen. belege (mannigfach übertragen und bildlich): sondern uns bewegt die grosze natur, die uns zu handen stoszt Paracelsus opera (1616) 1, 816c (Forer-Herold Gesners thierbuch [1563] 27); von speise genieszen, so ists doch nur das erste das beste, so ihnen etwa zu handen stöszt junker Harnisch (1648) 119; was jedem da zu handen stiesz, dachsgablen, stangen oder spiesz. dasselb ihm für ein wöhr belieb Spreng Äneis (1610) 143a; (die göttin wird) dich führen durch göttliche kraft, bis dir Italia geleich zu handen stoszet freudenreich 53b. werestu bey mir bliben, dise geferligkeit wer dir nit zuo handen gestoszen Wickram w. 2, 170 (Amadis 1, 53); mich der ritter nicht wenig dauren würd, solt ihm etwas leyds zu handen stoszen buch der liebe (1587) 245; (die frage,) ob ihr etwas böses zu handen gestoszen? J. Barth weiberspiegel (1565) B 7b; (hoffnung,) es wer inen hierdurch gute glegenhait zu handen gestoszen v. Brandis landeshauptleute von Tirol 12 (ungemächlichkeit A. U. v. Braunschweig Octavia 2, 417); (aus einer briefschluszformel:) wünschende, dasz bekwehmigkeit zu handen stoszen möchte, mich zu erreichen Butschky hochd. kanzelley 3 (gefährligkeit, die einem zu handen gestoszen Lehmann florileg. pol. [1662] 4, 197); wäre mir dieser todesfall zu handen gestoszen ... Menantes allerneueste art, höflich und galant zu schreiben (1718) 376; was für ein grosz und seltsam wunder stoszt mir zu handen jetzt besunder Spreng Ilias (1610) 284b; da mir solche possen ohn gefehr zu handen stoszen G. Voigtländer oden u. lieder (1642) 80. schicksalsmäszig: es stöszt mir etwas zu handen: ain psalme für di, welchen desgleichen etwas zu handen gestoszen ist Melissus ps. 128; ein trunkener mensch vergisst leichtlich, was ihm zu handen stöszt in seiner trunkenheit Lehmann floril. pol. (1662) 2, 799; ob ich schon drüber viel hab ausgestanden, und mir noch täglich viel stöszet zu handen G. Voigtländer oden u. lieder (1642) 48; im fall er also lebt, so ist er gantz ohn sorgen, und fraget nichts darnach,was heut ihm oder morgen zu handen stoszen sol S. Dach ged. 117 (Reinicke Fuchs [1650] 362); thuet alles frei dahin, wie es yhm zu henden stöszet Luther 7 17, 1, 119 Weim.; (neben handen s. o.:) des ... mir zu händen gestoszenen vilfältigen unglücks Butschky hochd. kanzelley 646. II@7@c@aα) seltner mit dem sing.: der seltsamest bosz, ... der mir auch villeicht mein lebtag nicht mehr also zu hant stoszen wirt Lindener rastbüchlein 15; doch ist im under anderm ein wunderbarlicher handel zu hand gestoszen Amadis 106; was ihm zuo hand stiesze, allzeit eylends gen Zürych zuo wüssen thun Stumpf Schweytzerchron. (1606) 745a; wann ich zeuch auch weit umb im landt, ob er mir etwan stiesz zu handt Hans Sachs 12, 363 Keller-Götze; west du, was mir und deinem heer zu handt wer gstoszen auf dem meer, du würst unnützer sorg vergessen 13, 523 Keller-Götze; du solt uns jetz etwas nüws sägen, wie es in frömden landen stand und was dir gstoszen sy zuo hand schweiz. schausp. 1, 266 Bächtold; auch: aber eh sie reichten das landt, stiesz ihn manch gferlichkeit zur handt Wickram w. 8, 133; denn dasselbig (klug sein) hat bestand, wenn uns unglück stöszt zur hand Reinicke Fuchs (1650) 113 (neben zu handen). II@7@c@bβ) in verbindung mit entsprechenden begriffen, so neben begegnen: anderst sein wir, wann uns freud begegnet, ... anderst wann uns traurigkeit zu hand stöst Schweickhart gr. zu Helfenstein Basilius Magnus (1591) 185. neben treffen: wann uns ein unglück treffen und noht zu handen stoszen würde Nürnberger biblia v. 1662 (3. Macc. 2, 10). II@7@c@gγ) vereinzelt unter handen u. ä.: das wir stracks hynach (nach gottes wort) faren und zurück schlagen alles, was uns unter handen stoszen odder im wege liegen kann Luther 28, 25 Weim.; wers elend baut und fremde landt, dem stöszt mancherley untert handt Hans Sachs 9, 517 Keller; vil unrhats stöszt mir unter hend 18, 114 Keller-Götze; neben betreffen: damit alle diese widerwärtigkeit, kummer und sorgen, so mir das vergangene jahr unterhanden gestoszen, gänzlich von mir hinweg sein und dies jahr nicht mehr betreffen mögen Schweinichen denkw. 516. stoszen lassen neben zuschicken: kummer und sorgen, so der liebe gott mir zugeschicket und unterhanden hat stoszen lassen ebenda. an die hand: (nicht wissen,) wann im ein schiff, so in Portugal schiffen würd, an die hand stiesz Wickram w. 2, 234; als ihm eine kleine gelegenheit an die hand stiesze Xylander Polybius (1574) 44; als ihm ... ein bequemer guoter nachwind an die hand gestoszen, hat er alle segel aufgespannen 36; (die möglichkeit,) so inen mit der zeit gelegne freundt und bundsgenossen an die hand stieszen, dieselben anzunemmen 132; sy ... raubten in sieben meil wegs was yn an die hand stiesz S. Franck chron. 209a; darumb wann es sich gibt, dasz solch glück, fuog, oportunitet, gestalt und gelegenheyt an die hand stöszt, das Cato occasionem nennt sprichwörter, sch. w. klugreden (1548) 178b; magst dein tochter, son, wahr auf ein stund eim versagen und verhalten, dasz dir ein solcher werber oder kaufmann nimmer mehr an die hand stoszt ebenda (für 'die rechte gelegenheit verpassen'); damit uns nit bösers an die hand stiesz, dan man villicht in guoetigkait erholen möcht J. v. Watt deutsche hist. schr. 3, 333; hier wie in folgendem häufig in der neueren sprache dafür zustoszen (s. u.). er nimpts an wie ein ander frey werk, das im on sein erwelen auf die hand stoszet Luther 6, 214 Weim. wer vor vierzig jaren nicht witzig wirt, weyl ihm vil sachen indes seind vor handen gestoszen, do ist hoffnung aus Agricola sprichw. z 1b — alle glückseligkeiten, so ihm in der fremde obhanden stoszen Neumark poet. u. mus. lustwäldchen (1652) 48. II@7@dd) unter augen stoszen als ein verstärktes 'sichtbar werden', vgl.auge (th. 1 sp. 791 unter 5): das hat er (Abraham) alles aus den augen gesetzt, nicht darnach gerichtet, so das er fülete und ihm unter augen stiesz, ... Luther 24, 318 Weim.; was wird yhm (Abraham) in den hundert jaren unglücks unter augen gestoszen sein? 428; (dasz) der tod unter die augen stöszt 17, 1, 296, 16 Weim.; (neben begegnen:) was inen begegnen und unter augen stoszen mag 4, 393a; wenn dir auf dem wäg under augen stoszt ein vogelnäst auf einem baum Zürcher bibel (1531) 5. Mos. 22; der verlorne son lief zum ersten zu seinem vatter, da ihm angst und noth unter die augen stiesz Val. Schumann nachtbüchlein (1559) 227 Bolte; wenn ihm alle sachen glücklich naher gehen und kein unfall under augen stöszet Kirchhof wendunm. 1, 49; des anderen tages seind den Dehnen drey sundische schiffe unter augen gestoszen Schütz historia rerum prussic. (1592) 10, a 1b; darf mir auch die süsze lieblichkeit des anmutigen schlafs unter augen stoszen? schausp. engl. comödiant. 216, 27 Creizenach. II@7@d@aα) vereinzelt bei Luther neben unter (s. o.): wenn gleich einer (ein frommer christ) für sie kompt und ihn in die augen stöszt, sehen sie ihn doch nicht 17, 1, 434 Weim.; obs ihr (der welt) gleich offensichtlich gepredigt und so klar furtragen wird, das ihn in die augen stoszet 28, 198 Weim. II@7@d@bβ) zu gesichte: ein jedes ding, was ihm zu gesichte stiesz Zesen rosenmand (1651) 17. II@7@ee) mehr gefühlsmäszig zu herzen stoszen: weswegen uns grosze traurigkeit und melancholie zu herzem gestoszen schausp. engl. comödianten 158 Creizenach; das gefühl des schmerzhaften verstärkt: die harten gedanken, die ihm ans herz stoszen Herder 10, 104, vgl. herz, n. (th. 4, 2 sp. 1213 unter I 4 d). II@7@ff) auch in den weg stoszen: und, siehe da! stöszt ihm (dem Odysseus) ein andrer bettler in den weg Herder 3, 218. II@88) ins horn stoszen (Kramer dict. 2 [1702], 987a), entsprechend oben stosz 4 d (sp. 459) signalmäszig, um aufmerksamkeit zu erregen; im gegensatz zu blasen (th. 2 sp. 68), das mehr dem musicalischen vortrag dient: (der ausrufer musz,) wenn er sein ausrufungsgeschäft verrichtet, von zeit zu zeit dabei ins horn stoszen Klopstock gelehrtenrepublik (1774) 74; endlich ... wird in ein horn gestoszen Göthe 25, 1 ,234 Weim.; jäger auf! seht, seht, es tagt; stoszt ins horn! — fort, fort, zur jagd! Stephanie d. j. singsp. (1792) 71; und als ich den hirsch an der erde sah, da stiesz ich lustig ins horn, trara! Uhland ged. 1, 232; (er) richtete mit zorn sich auf nach jägersitte und stiesz ins jägerhorn Rückert w. 3, 97; vivat, und ins horn ich stosze! vivat, wie so hell es klingt, wenn es in der morgenstunde meinem schatz ein vivat bringt W. Müller ged. 39; der postillon stiesz ungeduldig ins horn, dasz er hätte bersten mögen Eichendorff w. 3, 45 (Heine w. 2, 461 Elster); (bald) beginnt das geläute vom turme, und der turmwächter stöszt ins horn Pocci komödienb. 60; nachtwächter ward ich und im zorn stiesz ich gewaltig in das horn Hoffmann v. Fallersleben schr. 5, 118 (Kotzebue dram. w. 18, 87, kleinstädter 4, 3); wenn dir aber gefahr droht, so stosz in dein horn Simrock volksbücher 1, 52 (Laube schr. 8, 228); geduldet euch, ich stosze dort am rand der Moldau einmal noch ins horn und wecke die männer jenseits Brentano schr. 6, 34; (Gerstenberg Ugolino 252 nat. lit.; Fouqué held des nordens 2, 125; Strachwitz ged. 201); ehe ein krieg ausbricht, thut sich der berg auf, kaiser Karl kommt hervor, stöszt in sein hifthorn brüder Grimm sagen 1, 17 (maler Müller w. 2, 205). selten hier das instrument im plural: lustig in die rüdenhörner stoszen Heppe lehrprinz (1751) 243; die kleinen tritonen stieszen lustig in ihre hörner Wieland w. 1, 248 (Müllner dram. w. 3, 101). II@8@aa) in andern verbindungen; dabei geringere versteinerung (d. h. nichtbeschränkung auf den sing.) festzustellen: vil trumeter under in stieszen in die trumeten S. Franck chron. Germ. (1538) 270 (kaiser Maximilian Teuerdank 219); indem man aber in die trompeten stöszt, ... bin ich mit schrecken erwacht Harsdörfer frauenzimmergesprechsp. 7, 29; nun lasset bald in allen stetten lantraisig stoszen in trometen, dasz alles volck sich samel spat Hans Sachs 10, 119 Keller-Götze; als sie dem fuesvolk nehen detten, stiesz der drometer in drometten 22, 185; Fama! stosz in die trompeten! auf Europa! freue dich! Neukirch ged. (1744) 241; alle augenblick stiesz der turmwächter in die trompete Caroline 1, 25 Waitz (Brentano schr. 6, 282); jetzt ihr spielleute, jetzt ist es zeit, zu blasen! nehmt beide backen voll und stoszt in die trompeten; lasst die pauken laut und lauter donnern! Tieck schr. 11, 29 (mit vollem munde J. E. Schlegel w. 5, 325; laut Herder 23, 213); als sie sich in der nähe der inseln befanden, stieszen die schiffer in die mit sich geführten trompeten Platen w. 3, 42; in die lärmtrompete stoszen Willibald Alexis Roland von Berlin (1840) 1, 40; auf, auf, soldaten! stoszt in die trompeten! Grabbe w. 1, 35 (Klinger w. 1, 284). besonders in der biblischen welt: Immanuel kömmet ... mit etlichen engeln, so in die posaunen stoszen Rinckhart christl. ritter 104 neudr. (Zachariä poet. schr. 9, 131; G. Forster schr. 3, 54); kömpt denn der tag, o höchster fürst, der kleinen und der groszen, da du zum allerletzten wirst in die posaune stoszen P. Gerhardt (bei Fischer-Tümpel kirchenlied 3, 422b). auch: (er) stiesz ... mit gewalt in ein pfeifchen Göthe 25, 4 Weim.; der feind kommt! da stöszt er ins pfeifchen und ruft: Mörike w. 1, 60. bei Luther auch: das er die posaunen aufbleset und in die drummel stoszet 8, 281b (Jenaer ausg. 1555—58, wenn nicht druckfehler für drummet). II@8@bb) auffällig mit einem vereinzelten instrumentalen accus.: schau! es kombt ein curir daforn, dann ich hab ihn ja hörn blasen. — ja er thut das posthorn stosen J. Ayrer Melusina 2, 5; der viert stöszt die trompeten Erlach volkslieder 1, 361. II@8@cc) bildlich; so zur ruhmverkündigung: und die geschichte ... würde doch hie und da in die posaune gestoszen haben, wenn er zu rechter zeit hätte sterben können E. M. Arndt schr. f. u. a. s. l. Deutschen 2, 221 (in die trompete irdischen ruhms w. 1, 236, ins jubelhorn Arnim w. 17, 267); auf denn, beflügeltes gerücht! stosz in die tönenden posaunen Weichmann poesie der Niedersachsen 1, 21. um eine stimmung rege zu machen, die öffentliche meinung zu beeinflussen: weswegen die zwietracht in die trompete stöszt Dusch verm. schr. (1758) 114; Napoleon liesz seinen moniteur gegen den verfasser in die posaune stoszen Fr. L. Jahn w. 2, 400; es ist leicht für einen staatsmann, ... mit dem populären winde in die kriegstrompete zu stoszen Bismarck pol. red. 1, 265; vgl. dazu: sie stoszen ... in die blecherne kindertrompet der vox populi Bettine dies buch gehört dem könig 2, 311. deshalb in das nämliche horn stoszen Holtei erz. schr. 23, 211, wie sonst 'an dem gleichen strang ziehen; der gleichen meinung sein' u. ä.: dasz aber auch sie in das horn stoszen, dasz ich nicht die stimmung des bei weitem gröszten teils der völker kenne, ist mir unbegreiflich Bismarck ged. 1, 332. so auch: so bald seine (Fichtes) einladungsschrift abgedruckt ist, ... erhalten sie solche aus seinen briefen scheint es, er habe vor, in ein sonderbares horn zu stoszen Göthe IV 10, 157 Weim. II@99) eine erschütterung empfangen und weitergeben. II@9@aa) mit bezeug auf die erschütterung eines wagens auf unebner strasze: die kutsche stoszt gewaltig Ludwig (1716) 1882; kein wagen fährt so ruhig, dasz er nicht einmal stöszt Düringsfeld sprichw. 1, 272b; der letzte wagen stiesz abscheulich Göthe IV 11, 5 Weim. seltner transitiv: aber zartes gefühl äuszert sich wohl bei jedem, den der wagen verdammt stöszt Jean Paul Katzenbergers badereise 1, 29 R. (von pferden:) sehr magere und langbeinige pferde, die einen beim reiten ordentlich stoszen und werfen M. Greif nachgel. schr. 279. ähnlich in hinblick auf den rückstosz (s. th. 8 sp. 1378) einer schuszwaffe Hoyer-Kreuter 1, 739: die büchsz hab gestoszen Fischart Garg. 286 ndr.; die flinte stöszt, wenn man sie überladen Jean Paul literar. nachl. 2, 181 R. einer maschine: weil eine solche schwere maschine einen starken schwung hat, so wird sie sehr stoszen Nicolai reise 1, 6. vgl. noch: das eckichte stöszt Herder 22, 44. II@9@bb) auch von theilen des menschlichen und thierischen körpers; so vom angstvoll pochenden herzen: ir (der frau) hertz stiesz, ir mund schwaig, der kalt schwaisz ir usz drang Hätzlerin 126; vom nervösen schlagen der glieder (bei aufregungen u. s. w.). owe, owe mir, immer wee! ach und ach sy aber schrey! ... stoszen und pliwen tetten ir arm und pein 125. vgl. auch als sie ihn sah, stiesz ein zittern durch ihren ganzen körper O. Ludwig w. 1, 271. zu dem folgenden leitet über: nur zuweilen stiesz das schluchzen noch in der kehle Frenssen Jörn Uhl (1902) 112. II@9@cc) beim vorgang des gärens: most musz verbrausen und stoszen Lehmann floril. polit. (1662) 1, 444; das bier stöszt (gärt) Albrecht Leipz. ma. 218b. vgl. abgestoszenes d. h. ausgegorenes bier. II@9@dd) hierher noch: dem alten stiesz es feucht in die augen Frenssen sandgräfin 52; der geruch stiesz mir in die nase Kramer dict. 2 (1702), 987a. II@1010) im bair. (vgl. Schmeller2 2, 789) entsprechend stosz m. II 2 (sp. 474) vom gefrieren des wassers: da fiel plötzlich ein kelte ein, stiesz das wasser ... Aventin chron. 98; da die Bastarner im winter über die Donau, so gestoszen hett, wollten rucken ... 89; s. auch gestoszen verb. 3 c (th. 4, 1, 2 sp. 4244), eine begriffliche verstärkung, die zum folgenden hinüberleitet: im anfang des winters, so das erste eis stoszt ... mon. boic. 12, 262 (z. j. 1466). II@1111) das bewegungshafte besonders hervorgekehrt: II@11@aa) stoszend gehen (so als erscheinung des gichtischen alters): und der blint vatter stuond auf, er begund ze laufen und ze stoszen mit den füszen (coepit offendens pedibus currere) erste deutsche bibel 7, 28 (Tob. 11, 10). sonst besonders beim bergsteigen: nicht gleitenden noch wankenden tritts, wuchtig ans knirschende gestein gestoszen, gelangte ich nun (mit steigeisen) rasch in höhere regionen v. Barth nördl. Kalkalpen (1874) 294 (vgl. auch 325). II@11@bb) als weiterentwicklung von oben II 3 d (sp. 526): (die fürsten) stieszen zuohauf, wolten des bapstes ungnade nit auf sich laden, wälten Fridericum Henrici VI sun S. Franck chron. Germ. (1538) 175; auch: wie eine bunte schlange stiesz die abteilung durch die schwarze menschenmenge nach vorwärts Polenz w. 8, 37. II@11@cc) vom emporsteigen der himmelslichter über den erdhorizont, so des neumondes: (drei tage,) eher das neu liecht an den himmel stoszt, alle morgen ... von dieser wurtzel (einnehmen) Gäbelkower artzneib. (1595) 1, 30. II@11@dd) entsprechend stosz II 9 (sp. 477) von den bienen 'schwärmen; den alten mutterstock verlassen': stoszen wie die bienen examinare, vernare Dentzler (1716) 2, 277a; die bienen stoszen apes vernant, examinant Aler (1727) 2, 1845a; es ist gewisz, wenn der ölbaum herfürkummet, dasz da vil immen stoszen Eppendorff Plinius (1543) 177 (vgl. auch 176); der immen willen ..., wann dieselben stieszen, und wie die falken in ein ander land fielen Fischart Garg. 307 ndr.; (junge schwärme) stoszen und davon fliegen wollen Sebiz feldbau (1579) 300; von haus mit freuden stoszen (die bienen) in vollem flügeltrab Spee trutznachtigall 136; auf der erde wimmelte es wie in einem bienenkorbe, der stoszen will J. Gotthelf schr. 5, 157. II@11@ee) von samen 'den keim hervortreiben; hervorsprieszen': damit aber der samen desto eher stosze Sebiz feldbau (1579) 314 (neben herfür stoszen 24). II@1212) 'im sprechen anstoszen', statt des gewöhnlicheren stottern (s. u.). vgl. auch anstoszen verb. (th. 1 sp. 489 unter 12): lispeln, mit der zungen stoszen balbutire Schöpper syn. c 6d; stoszen in der red haesitare lingua Aler 2, 1845a IIIIII. reciproc. III@11) einander: quandoque ein glid das ander stoszt Luther 34, 1, 446 Weim. (Sebiz feldbau [1579] 123); jetzt aber seind sie (die kardinäle) so wolfeil, dasz sie einander stoszen und verhindern Sleidanus reden 66 Böhmer; als er (der wolf) aber anfing zu gehen und sich hin und her zu bewegen, so stieszen die steine in seinem bauche aneinander und rappelten brüder Grimm kinder- u. hausmärchen 1, 33. sogar über einander: sie (die wolke) drang auf mit solchem schwunge, dasz der schüler stürzt zu boden, und die treppenthüre suchend alle über 'nander stoszen Brentano schr. 3, 133. III@22) sich mit einander: und die kinder stieszen sich miteinander in irem leib Zürcher bibel (1531) 25c; kämpfen sagt man, wann sich zwei hirsche mit einander stoszen Täntzer jagdgeheimnisz 1, 12; (ein knabe,) der, wenn allein der vater ihn im hofe liesz, sich mit dem ziegenbocke stiesz: nicht wahr? das war nicht fein Gökingk ged. 3, 184. besonders bildlich 'im widerspruch mit einander stehen' u. ä.: aber die lehre und das wordt stoszen sich mit eynander Luther 9, 602 Weim.; (masznahmen,) die sich mit den hällen gebotten Christi stoszend J. v. Watt 1, 26; (das ziel,) dasz wir kein stück und keinen umstand in den zusammenhang der ausführung hineinbringen, der sich mit dem zeugnis der h. scribenten stosze J. Bodmer von dem wunderbaren (1740) 50; ihre (der menschen) angelegenheiten verweben und stoszen sich mit den unsrigen Lavater physiognom. fragm. 1, 153 (mit unsern vorstellungsarten und hypothesen Herder 6, 17). — wider einander: was nu dieser tag und diese finsternis seyn gewesen, werden wir weiter hören am vierden tag, da wird sichs widder einander stoszen Luther 24, 32 Weim.; (innehalten,) weil sich ... der begriff von sehen und der begriff von schlafen so gegen einander stieszen, dasz nach gewöhnlicher rechnung ein unsinn zum vorschein kommen muszte Thümmel reise (1791) 1, 119. aber schon früherhin haben wir uns auf eine art aneinander gestoszen, die keine augenblickliche ausgleichung zuliesz Platen tagebücher 2, 555; vernehmet, wie im unding alles durcheinander ging, im verschlossnen hasz die elemente tosend, und kraft an kräften widrig sich stoszend Göthe 16, 93 Weim. III@33) einfaches sich stoszen: angesehen, dasz sich so vil schriften also stoszen, dasz sie nit wisten, war der grund und warheyt wehr Carlstadt ob gott ein ursach ist des teuflischen falls (1524) B 1a; Apollo hielt die recht mensur, das sich ir gsang und spil nit stiesz Scheit frölich heimfart L 4a; die rosse, die sie (die ritter) auch so schnelle rennen lieszen, sich wie die widderböck in diesem laufe stieszen Dietr. v. d. Werder rasender Roland (1636) 1, 36; wenn die muse und der heil. geist, ein Gabriel und ein Apollo, eine Maria aus den gegenden das himmels und eine Diane zugleich, auf einerlei art ... poetische handlung auf dem schauplatze eines heiligen gedichtes bekommen: so stoszen sie sich in unserer seele Herder 3, 240; die wolken, die sich hier in diesem sacke stoszen, die ungeheuren felsen bald zudecken Fr. Schlegel pros. jugendschr. 2, 36; wenn zwei körper mit gleicher grösze der bewegung in gerader richtung ... sich stoszen, so müssen beide ruhen Liebig chemie (1843) 1, 17. mit weiterer adverb. bestimmung: vielleicht gerathen wir also, wenn wir uns erst eine weile schwankend hin und her gestoszen haben, in ein gutes gleichgewicht Solger Erwin (1815) 1, 7; leicht bei einander wohnen die gedanken, doch hart im raume stoszen sich die sachen Schiller 12, 243 (Wallensteins tod 2, 2). in der nebenordnung mit einem entsprechenden begriff die böcke stoszen oder stutzen sich Castelli wb. (1741); die widder und alte schaaf, allweil der früheling wäret, sich oft an einander hängen und stoszen Sebiz feldbau (1579) 44; begreifen, in wie vielfältig verschiedener weise die ansprüche der verschiedenen parteien sich reiben und stoszen mögen Görres ges. schr. 1, 411; die andern kleinen ... stieszen und neckten sich Tieck schr. 4, 372; die köpfe: fänden sich doch auch unsere schreibherren so zusammen, dasz sie sich nicht die köpfe stieszen, sondern die hände reichten Gutzkow w. 11, 28. mit instrumentaler angabe: (es) lief alles untereinander, stiesz sich mit den ellnbogen ... ohne weitere entschuldigung Bettine Brentanos frühlingskranz 137; sich mit den hacken stoszen Willibald Alexis Roland v. Berlin 1, 18. IVIV. reflexiv. IV@11) sich stoszen (entsprechend oben I 1) durch unvorsichtigkeit u. s. w.: ich hab mich gestoszen Kramer dict. 2 (1702), 987c; wer oben ausz will und nirgend an, der stöszt sich zum ersten Lehmann floril. polit. (1662) 1, 73; wer mit dem kopf wider die mauer lauft, der stöszet sich 2, 910; wo sich der esel einmal stöszt, da nimmt er sich in acht Blum sprichwb. (1780) 2, 66; lieber auf den gebrauch unserer gliedmaszen verzichten, als die gefahr laufen, uns zu stoszen G. Forster schr. 9, 106; auf deinem weg sindt sie (die engel) mit dir, dasz dich nicht stoszest ungefehr Nigrinus von zäuberern (1592) 125; auch stül und benk trag mit herzuo (zum tisch), damit sich niemant stoszen thuo Scheit grobianus 1493 ndr. besonders im finstern: stoszet euch nicht, es ist finster Kramer dict. (1702) 2, 987b; im (finstern) gebäude stiesz man sich, stolperte, fiel Göthe 21, 256 Weim.; er (der blinde) treit daʒ liecht und stôʒet sich Boner edelst. 85, 64; stoszt euch nit! ich musz finsterlich euch hinauf bringen Hans Sachs 17, 12 Keller-Götze. (biblisch:) welcher am tag wandlet, der stoszt sich nit, dann das liecht ist in im Wickram w. 2, 172 (Dannhawer catechismusmilch 1, 276). neben fallen: der nicht sorg hat, wo er sein fünf sinn hin setzt, ob er fall oder sich stosz ... dasz die schuld nun sein ist Paracelsus opera (1616) 2, 208 (Gäbelkower artzneibuch 1, 365); (der läufer) sich stöszet vor dem ziel und fällt P. Fleming ged. 1, 52; auch: also wo der geist hin wil, da stöszet er sich, dasz er daumelt und musz fallen Luther 26, 489 Weim.; mit adverb. bestimmung: (der riese) strauchelt uber ein stock und stiesz sich so hart, dasz er zurück fiel buch der liebe (1587) 15c; sich nicht so hart stoszen Sebiz feldbau (1579) 118. (bergmännisch) die wetter stoszen sich, wenn sie bei ihrem durchziehen durch einen grubenbau mit krümmungen und biegungen an den vorstehenden ecken an- und zurückprallen (Veith 470). hierher ein bildliches sich gesund stoszen während und nach dem weltkriege 'sich schnell und auf unehrliche weise bereichern'; vgl. sich gesund machen 'seine schulden abstoszen' und oben I 9 f (sp. 519). IV@1@aa) sich in das auge stoszen u. s. w.: quandoque wil sich einer krawen und stost sich ins auge Luther 34, 1, 446 Weim.; besonders aber woran: (wünschen,) dasz gott die waden vorn hingesetzt hätte, weil man sich so oft an die schienbeine stosze Göthe III 3, 227 Weim. (Heinse w. 10, 211); wer sich an ein schienbein stöszet, der hat grosze, kurze schmerzen Logau 460, 97. IV@1@bb) so vor allem die local gefaszte äuszere ursache des stoszes: IV@1@b@aα) eigentlich: an einen stein u. s. w. an einen groszen stein, der an einem ort im weg gelegen, pflegten sich viel zu stoszen Lehmann floril. polit. (1662) 2, 715; herr, hebt auf euere payn, das ir euch nit stöszt an ain stain! altdeutsche passionssp. aus Tirol 160; der unerweichte stein, an den sich alles stöszt, zerfleuszt, von deiner hand zermalmt und aufgelöst Weichmann poesie der Niedersachsen 1, 54; wer sich an den stein gestoszen, springt in die höh Arnim w. 1, 147 (Fouqué held des nordens 1, 112; O. Ludwig w. 2, 185); (sprichw.): ein stein ist auch from, man stoszt sich übel daran S. Franck sprüchw. (1541) 1, 28 (Lehmann floril. polit. [1662] 1, 242; Harsdörfer frauenzimmergesprechsp. 1, L 2a). IV@1@b@bβ) besonders bildlich verwendet; vgl. auch anstosz m. (th. 1 sp. 486), zunächst das zu grunde liegende bild noch deutlicher durch den stein des anstoszes u. ä. herausgearbeitet: hüte dich ..., dasz du nit dich verschuldest und dinem nechsten ursach gebest zu sünden, im ein struchstein legest, daran er sich stoszt Keisersberg bilgerschaft (1512) 3a; (es) stoszen sich noch ... vil an disen stein (das verhältnis gottes zum papstthum) Sleidanus reden 62 Böhmer; aber sie waren grosze männer, die sich nur an den gröbsten steinen des anstoszes stieszen neuestes aus der anmuth. gelehrsamkeit 7, 786; wer sich an Christum stöszt (er ist ein felsenstein), zerschölt: wer ihn ergreift, kan ewig sicher sein Angelus Silesius cherub. wandersmann 115 ndr.; wer an den stein sich stöszt, der kann kein Deutscher sein Rückert w. 1, 101; so hab ich den trockenen ast, an welchen sie sich stieszen, sogleich abgehauen Solger nachg. schr. 1, 434. der begriffliche inhalt in mannigfacher färbung, vom einfachen 'bedenken haben' über 'eine sache als hinderungsgrund ansehen' bis zum 'ärgernis nehmen': stoszet euch nicht hieran Kramer dict. 2 (1702), 987b; ein solcher (der auf Christus gebaut hat) soll sich an nichts stoszen Arnold kirchen- und ketzerhistorie (1699) vorr. 46; was ihnen gleich einleuchtet, das nehmen sie wohl willig auf, über alles, woran sie sich nach ihrer art stoszen, urtheilen sie auch schnell ab Göthe IV 11, 119 Weim.; mögen die groszen sich dran stoszen E. M. Arndt w. 5, 352. besonders lebendig an mit dem accus. der richtung: an disse wort stoszen sich ettlich auch der gelerten und maynen, Christus hab hie nit den andern backen dar gehalten, wie er geleret hat Luther 6, 37 Weim.; wie die werkheiligen sich stoszen an die schrift, meynen, es sey ein schlechter tand 24, 370; nur wird man sich an die gleich folgende zeile stoszen Lessing 10, 155 M (Liscow schr. [1739] 210); wie können sie sich so an das äuszere stoszen? Lessing 3, 226 M; stoszen sie sich nicht an sein äuszeres, besonders nicht an seine nase H. Heine 3, 296 (O. Jahn Mozart 3, 465); und wer sich bis anher an ihre blösze stiesz, der nahm die wahrheit an, die jetzo fabel hiesz Lichtwer fabeln (1748) 50; ich bin zu sehr ihr freund, um mich an unzeitige bescheidenheit zu stoszen Kretschmann w. 3, 65; also stosze man sich nicht, weder an prophetische visionen, noch an wunder und zeichen Herder 12, 53; bei der religion stosze man sich nicht an das wort 'christ' 16, 301 (neben an dem worte substanz 440); und die sich an die ehe stoszen, weil sie so wenig ehen sehn, die, weil sie erst aus gott geflossen, auch wiederum zu gotte gehen Zinzendorf ged. (1766) 58; so neben nur vereinzeltem am (s. u.) bei Göthe: sich an die form (Shakespeares) nicht stoszen 21, 290 Weim.; ein wahrer philosoph — stoszet euch nicht an diesen ausdruck — 24, 253 (an den titel IV 37, 9); stoszt euch nicht an die weiszen läppchen und barbarischen uniformen IV 22, 16; nun stöszt sich der gute mann an ein äuszeres höflichkeitszeichen IV 22, 50; stoszt euch an meine rede nicht, ihr herrn Schiller 12, 161 (Piccol. 4, 4). an die lächerlichkeit des widerspruchs Bernhardi im Athenäum 3, 213; dies wird darum erinnert, damit niemand sich an die anscheinde nichtigkeit und unzulänglichkeit unserer auflösung stosze Fichte w. 1, 130 (an ausdrücke Holtei vierzig jahre 1, 29); er würde immer fürchten, irgend ein schwachkopf auf einer der inseln im stillen ocean könnte sich an eines seiner harten worte stoszen Börne schr. 1 xx; Schiller hatte den Wallenstein erst in prosa begonnen, bald aber sich an die trockenheit gestoszen O. Ludwig schr. 5, 269; wenn sonst jemand lust hat, zu kommen, so wird er sich an zwei tagereisen nicht stoszen Moltke schr. 5, 86; mögen sich die räthe der krone an misstrauen und misstrauensvoten nicht stoszen Bismarck pol. reden 1, 304. rein local gewendet und so begrifflich abschwächend: denn man stöszt sich hie an der geringen summa, dasz man einen acker umb so ein schlecht gelt hingeben solle Mathesius Sarepta (1571) 171b; heiszt marzipan soldatenbrot? so aszens nur die groszen, der arme knecht der mag sich nur am pumpernickel stoszen Logau 354, 45 E.; der recensent stöszt sich an einer definition Kant 5, 120; das gefühl des erhabnen stöszt sich an nichts so sehr als am vielen, vergeblichen Herder 22, 277 (bald an der widerwärtigkeit, bald am übermaas der bilder 16, 19); er führe die zeugen auf, die sich an meinem lebenswandel stoszen Göthe 38, 279 Weim.; in den krankengeschichten werden sie sich an der humoralpathologie nicht stoszen und solche in eine andere sprache, vielleicht jetzt in die hahnemannische übersetzen IV. 33, 59; (sich) an solchen nebensachen nicht stoszen Miller briefw. dreier akad. freunde (1778) 1, 32; ihr werdet euch an meinem antrag stoszen Shakespeare 8, 267 (Heinrich VI: III 3, 2); an der form Fr. Schlegel Athenäum 2, 297; ich nahm die königliche zustimmung ... gern entgegen, ohne mich an ihrer unverbindlichen form zu stoszen Bismarck ged. 2, 68. auch: stoszen sie sich nicht an dem etwas herben ton dieser antwort Gentz schr. 4, 212; sie stieszen sich ... schon an den 45 jahren dieser schauspielerin Gutzkow w. 7, 92; das glücklichste organ erfährt seine ungeschmeidigkeit, wenn es sich erst am spröden stoffe stöszt Fr. Th. Vischer ästhetik 3, 12; (bitten,) sich nicht an dem beständigen wiederkehren der schimpfnamen zu stoszen S. Brunner erz. 1, 257; sich an dem lehrgehalte des johanneischen evangeliums nicht minder als an seiner geschichtserzählung stoszen Strausz leben Jesu 3, 127; der könig ... hatte sich an der forderung von 2000 thaler gestoszen Justi Winckelmann 2, 2, 310. als gegenstand personen: ich stiesz mich zuerst an der person Jesu Schubart leben 1, 107; viele gleichgültige und unwissende spötter ... stoszen sich an der dreiheit in der einheit E. M. Arndt schr. f. u. an s. l. Deutschen 3, 449. nun weiszt du alles ... nun wirst du weniger dich an mir stoszen Hölderlin dicht. 2, 121 L.; von dieser grenzenlosen lauheit und schlaffheit der Berliner hat eben nur der eine vorstellung, der sich in jeder minute, wie ich zur stunde, an ihnen stöszt br. v. u. an Herwegh 66. mit adverb. bestimmung: viele von den idealisirenden stoszen sich mit eckel an dem gegenstande Fr. Schlegel Europa 2, 99. sich daran stoszen, dasz ...: hieran stöszet er sich am meisten, dasz ... Kramer dict. 2 (1702), 987b (Hohberg georgica 3, 327a; Gottsched deutsche sprachkunst 23); die hohe kirche stiesz sich daran, dasz das christentum vernunftmäszig sein sollte Herder 23, 138; er stöszt sich nicht daran, dasz man ihm dichtung und wahrheit anbietet Göthe IV 23, 274 Weim. (Gerstenberg Hamb. n. ztg. 278 lit. denkm.); ohne sich daran zu stoszen, dasz wir beide nicht so viel geld hatten Bahrdt leben (1790) 1, 51; wir wollen uns nicht daran stoszen, dasz wir andere röcke tragen und andere hüte E. Th. A. Hoffmann w. 6, 16. vereinzelt: also haben auch die sophisten in den hohen schulen sich dran gestoszen, da sie die beide (sprüche) nicht kunden mit einander reimen Luther 11, 245 Weim.; damit kein leser sich dran stosze, was dieses für eine ruthe sey, so soll er wissen ... J. Prätorius glückstopf (1669) 14; wenn sie hätten gehen wollen, so würde er sich nicht daran gestoszen haben, wenn sie ihn verlassen hätten Klopstock briefe 73 (an Bodmer) Lappenberg; es scheint, ... dasz man sich alsdann auch nicht prinzipiell daran stöszt, wenn sie fortfahren ohne busze, ja mit rühmen sich zu ihrer wurzel im unrecht (der illegitimen geburt) zu bekennen Bismarck ged. 1, 200. in älterer sprache in der verbindung sich stoszen und ärgern: Simeon redet von Christo dermaszen, dasz sich viel Juden an ihm stoszen und ergern Luther 10, 1, 1, 394 Weim.; werden wir uns an Christo stoszen und ergern 28, 358; das ist, so zu leben, dasz sich niemand an mir stoszen noch ergern kann 6, 54b (Jena 1561); dasz sich die feinde des herrn Christi und dieser jetziger seiner leer daran stoszen, ergern und gentzlich schliszen, dasz nit müglich sey ..., dasz sie von gott sey Musculus hosenteufel 20 ndr.; darumb soll sich an dem titel niemand stoszen noch ergern theatr. diabol. (1569) vorr 1; wiederum strafet er die hochbedunckenden menschen, die sich ob den einfältigen stoszen und ärgern Luther bei J. Arndt theologia (1631) A 2a. mit adv. bestimmung: darumb kriegen auch die tollen fursten und bischoffe nicht viel rechtschaffener christen für sich, sondern gemeiniglich narren oder schwermer, daran sie sich feindlich stoszen und ergern Luther 17, 1, 434 Weim. neben anlaufen: sondern an Tertulliani spruch hat er angelaufen und sich dran gestoszen, dasz er ist yrre worden 26, 386. IV@1@b@gγ) aus dem begriff des abschreckenden entwickelt sich 'ein beispiel daran nehmen': ich stosz mich an eins andern unglück fruor aliena insania Alberus (1540) kk 3a; sich an eines seinem bösen exempel stoszen Kramer dict. 2 (1702), 987b; ist si der sach (d. h. ehelicher untreue) überzeugt, so soll man dar zuo tuon, dasz sich ander frowen daran stoszen summerteil der heiligen leben (1472) 78a; also hat got Pharaonem ... langsam gestraft, dasz sich ander daran stieszen und erindert wurden der gotlichen kraft Berth. v. Chiemsee teutsche theologey 271; wie vor zeiten bei den Römern gewesen ist, da man solchen flugs auf die hauben greif, dasz sich andere daran stoszen muszten Luther 4, 403a (Jena 1566); ich meynete, Paris, Lowen und Collen hette grobe esel, und dise wolberümpte universitet sollt sich an denselben gestoszen haben, aber ich sehe, dasz eyne wie die ander ist 15, 125 Weim.; hette man meynem rad ... gefolget und flux eyn bauern oder hundert dran gewagt und auf die köpfe geschlagen, dasz sich die andern dran gestoszen hetten, so hette man damit viel tausent erhalten 18, 393; das sol man ... allezeit in frischem gedechtnis behalten, davon singen und sagen, auf dasz sich ein jeder dran stosze und from sey 28, 512; dasz ich sölichs gern hab anzeigt, nit dasz ich hoff, dasz ir üch daran stoszen werdind, sunder dasz ich dheinen zwyfel hab, die frommen wächter oder pfarrer werdint sölchen weg an die händ nemen Zwingli deutsche schr. 1, 338; sundern die oberkeit setz die bösen regierer ab, und thuo inen nach irem verdienst, uff dasz die andern sich daran stoszen H. Gebwyler beschirmung des lobs Marie (1523) 37a; so sollen die missethäter ... gestraft werden, damit sich andere daran stoszen Reuter v. Speier kriegsordn. 33 (urk. z. gesch. Maximil. I s. 73); disz hab ich von den münchen geschriben, damit sich andere daran stoszend und ihren orden steyfer halten Montanus wegkürzer 81, 19 B.; aber die schelmen stoszen sich nit daran, meynen ymmer, sie wöllen etwas darvon bringen, bis sie gar an den galgen kommen V. Schumann nachtbüchlein 233 Bolte; wann man solchen schlepsecken allen so thet, so wurden sie sich daran stoszen und sich nicht so gleich undter einen strecken Lindener rastbüchlein 36 L.; gott schlegt oft die kleinen hündlein, dasz sich die alten dran stoszen und bessern Petri 2, G g 4; auch haben wir ihn oft darumb gestrafet, aber unser straf nie so müglich gewesen ist, dasz er sich daran hett wöllen stoszen buch der liebe (1587) 140d; damit, so wir nicht an frembdem schaden haben weise werden wollen, doch an unserm eigenen unglück uns stoszen Moscherosch insomnis cura parentum 139 ndr.; er wolle ein exempel an ihm statuiren, dasz sich ein ander daran stoszen und lernen soll, wie er sein maul im zaum halten solle Schupp freund in der not 32 ndr.; daran gleichwol die bauren im Brisgou sich nicht gekehret noch gestoszen, sondern gleichfalls zusammen rottiret Chemnitz schwed. krieg (1653) 2, 45; und helffet richten das crucz mit em entbor, das hie stehe den bosen vor, dasz sie sich an em stoiszen und nicht werden sin genoszen! Alsfelder passionspiel 177 Grein; man sol in richten mit dem strang und an den lichten galgen hang zu spodt und schandt vor iederman, dasz sich ein ander stosz daran H. Sachs 13, 232 Keller-Götze; 'unser brüder hond wir gelaszen, bringt uns gar ain kleinen gwinn' daran mag sich ain ieder stoszen, wer hab verstand und sinn R. v. Liliencron histor. volkslieder 4, 335 (z. j. 1546); drumb wil ich gewarnet han, es wöll sich menklich daran stoszen tragödia Joannis (1549) A 2; an syn (des Moses) warnung sond wir uns stoszen, uns leidt sin, was wir hand begangen, so werden wir gotts gnad erlangen schweiz. schausp. 2, 161 Bächtold; manch redlich man ist syn verdorben, noch stoszend jr üch nit daran H. R. Manuel weinspiel 3268 ndr.; so frag ich üch jetz wyter drumb, wie man gen im sol halten sich, ... damit sich mengklich stosze dran, und nit usz eynem will und gwalt ein ieder mache was im gfalt 3583; die rychen stieszend sich nüt dran, dry gulden (die sie strafe zahlen muszten) sy lychtlich verachten 3767; wenn übels thut ein ander mann, so meid dasselb und stosz dich dran Ringwaldt lauter wahrheit 167. IV@1@cc) vereinzelt, vielleicht unter dem einflusz von einen über den tölpel stoszen (s. oben I 2): sie pochen mit unserm hergot: ich habe solche wergk gethan, darumb sol mich got bezalen; der stoszt sich über got Luther 29, 463 Weim. im folgenden wohl unter dem einflusz des nebengeordneten begriffes: ich weisz wol, dasz vil erfunden werden, die sich fast ergeren und stoszen ob sollicher ordnung Eberlin v. Günzburg schr. 3, 30 ndr.; es verwundern und stoszen sich vil darob, dasz ungerische taibücher disz laster von der königin Gisla anzeigen Feyerabendt ungarische chronica (1581) 104a. IV@22) ein unpersönliches es stöszt sich daran 'findet widerstand und schwierigkeiten' u. ä. IV@2@aa) den übergang von dem vorigen bilden verwendungen: damit endlich an der hertzoge von Mechelburg restitution der friede sich nicht stoszen möchte, ward ihnen in commission gegeben ... Chemnitz schwed. krieg (1648) 1, 10; mit der vollmacht, dasz wenn über hoffen der friede sich an etwas stoszen möchte ... Lohenstein Arm. 2, 1332a; seine begriffe stoszen sich an allem Gerstenberg Schlesw. litbr. 96 lit. denk.; die vollziehung des vertrags stiesz sich zwar noch an einige formalitäten, doch ward er schon im sommer 1630 als definitiv betrachtet Ranke w. 38, 363. IV@2@bb) belege: die schwürigkeit, es also abzufassen, dasz beyde theile sehen, wie man in den grundsachen einig, und zu einer commission treten könne, denn daran stöszet sich alles Leibniz deutsche schr. 2, 259; was war es, woran es sich stiesz? (dasz ein gütliches abkommen nicht erfolgte) Ranke w. 16, 128. an eines: was fehlt denn aber sonst? stöszt sichs denn an die kleider? J. E. Schlegel w. 3, 530; (nicht dankbar genug,) dasz sie uns einer so nahen verbindung gewürdigt haben. allein es stöszt sich noch an eine sehr grosze schwierigkeit Lessing 2, 119 M (freigeist 5, 4); freylich wäre es ein glück; aber es stöszt sich an die austeuer 2, 143 (schatz 4); an getreide war in der stadt auf jahr und tag ein genugsamer vorrath vorhanden; allein am mahlwerk wollte es sich etwas stoszen Chemnitz schwed. krieg (1648) 1, 358; es stöszt sich nur an dem kleinen umstande der macht, so gingen die rezensirten eben so mit ihnen (den rezensenten) um wie Dionysius mit den tadlern seiner verse W. Schlegel Athenäum 1, 2, 16; es stöszt sich daran, dasz: (alles) stöszt sich hier daran, dasz der mammon der ungerechte mammon heiszt; und das anstöszige wird wegfallen, wenn ... J. M. Miller predigten fürs landvolk 2, 165; die Reimer - Hirzelsche verlagssache wird, hoffe ich, doch ihr rechtes ziel erreichen. wie ich glaube, stöszt es sich hauptsächlich daran, dasz die verlagshandlung sie beide blos als redactoren betrachtet hatte Dahlmann an Jacob Grimm (briefw. 1, 178); wie gehts dann zu? (dasz zank im himmel ist) was ist die sach? woran sichs stöszt, das kuntbar machen, wir habens allbereit vernommen, dasz ihr nicht überein könnt kommen Hayneccius Hans Pfriem 38 ndr. (consecut.): woran es sich aber gestoszen, dasz es nicht vor sich gegangen, ist mir gar nicht wissend Schweinichen denkw. 23. (vereinzelt): nunmehr hassen sie einander so sehr, als sie einander zuvor liebten. es stöszt sich nur daran, wer von beyden den hof meiden soll, weil sie beide sich sehr wohl daselbst befinden J. E. Schlegel w. 3, 191; es stöszt sich nur noch daran, auf was für art er zu ihr kommen könne Adelung magazin 2, 4, 40. IV@33) sich stoszen 'auf schwierigkeiten gerathen' u. s. w.: alspald sich die teiding zu Nuremberg gestoszen heten, so wolten sie für unser stat gezogen sein städtechron. 1, 165; dasz sich das concilium so schier stoszen als fürgängig seyn möchte Pontanus (bei Melanchthon opera 3, 147); es hat sich auch dieser vertrag sonderlich gestoszen des Achei halben Xylander Polybius (1574) 300; wie es dann gwonlich gat, dasz im glückfall vil helfer sich erzeigend, und so bald sich die sach stoszt, so wicht einer nach dem andern ab Ä. Tschudi chron. helvet. 1, 166. selten von personen: kam gen Constantinopel der persisch gesandte, im friden zu handlen: der stiesz sich im ersten antritt, weyl jetlicher Mediam fur sich behalten wolt Stumpf Schweytzerchron. (1606) 31b. IV@3@aa) besonders beliebt auch hier das unpersönliche es stöszts sich: da stöszts sich hic impingitur Alberus (1540) k k 3a; das stoszet sich oder es reimt sich nicht mit der gemeinen meinung Ludwig (1716) 1881: es stöszet sich, wer bezahlen soll Kramer 2 (1702), 987b; hier stöszet sichs ebenda; do ligts an und da stöszet sichs, wer die christliche kirche sey? Luther 33, 455 Weim.; da stöszt sichs, quod alii etiam pastores volunt esse et docere 34, 1, 332; es stoszt sich, quia adest Sathan, caro et mundus 34, 1, 446; aber hie stöszt sichs, und scheidet sich ihre treume und unser gewisse lere Mathesius Sarepta (1571) 184a; 'es ist noch mehr zu thun als jemand darf vermeinen' in wahrheit, wie ich seh, es stöszt sich hier und dar (d. h. die vollstreckung eines todesurteils zieht sich in die länge) A. Gryphius (1698) 1, 288. IV@3@bb) vereinzelt in syntaktischer erweiterung: desgleichen hat auch gethan der jetzige regierende herzog zu Würtemberg ... es hat sich aber bei dem marggraf Ludwig von Baden etwas gestoszen Leibniz deutsche schr. 2, 298; es mag wohl sein, dasz mehrgedachtem Ottoni der huth durch alles dieses trefflich gestiegen, weil er mit seinen völkern bis nach Würtzburg streifte ... jedoch es stiesz sich mit ihm an allen orten Hahn teutsche staats-, reichs- und kayser-histor. (1721) 4, 62; es hat sich ja auch lange genug damit gestoszen, bis sie ihn im kapitel durchgebracht haben (d. h. seine erwählung zum bischof) J. Wolff raubgraf (1886) 56. IV@44) vom kampf der elemente sich stoszen 'im anprall seine gewalt und kraft verlieren' u. s. w.: (man) leszt den blas nit mitten in ofen gehen, sondern an ein eysernes rohr, dasz gegen einen winkel gesteckt und gericht ist daran stöszt sich der wind Ercker mineral ertz (1580) 105a; der sturm, der sich bis dahin an die Tyberinsel gestoszen, ... A. U. v. Braunschweig Octavia 4, 203; daselbs ligt ein verborgen ort und insul, die macht einen port, darinn das wasser stoszet sich, und wütet nit so grimmiglich Spreng Äneis 5b; auch: da man, wenn die sonne anfängt zu stechen und heisz zu werden, solche (zur mast bestimmten weideochsen) an einen schattigen ort bringet, und sie so lange dorten grasen lässet, bis sich die hitze gestoszen Chomel öc. lex. 6, 587; bildlich: Olympia dachte alsofort nach, an was für klippen sich die zornwellen dieses wüterichs gestoszen haben müszten Lohenstein Arminius (1689) 1, 239a; hier das ufer? — hier in diesen grotten stranden eurer wünsche stolze flotten? hier — wo eurer grösze flut sich stöszt Schiller 1, 342; zugleich unter dem einflusz von oben 3: und ist (das alter) also des lebens summen, drinn all unfell zusammen kummen, damit der sachen werd ein endt, im alter sich alles stöszt und wendt B. Waldis Esopus 2, 35 Kurz. IV@55) sich stoszen 'sich irren, einen fehlschlusz thun' u. ä. vgl.: (kein) wunder, ob er yrre, sich stosze, falle, unfürsichtig handele Agricola sprichw. 52; haben viel groszer trefflicher leut darynn gefelt und stoszen sich yttzund viel groszer prediger, wissen den Mosen nicht zu predigen Luther 16, 393 Weim.; darum sich diejenigen stoszend, die vermeinend, dasz die möncherei in Gallien oder Frankreich von s. Benedicten har iren ursprung habe J. v. Watt 1, 12 (vgl. auch 1, 37); dann ob sie schon . . sich auch in dem nit wenig stieszen, dasz sie mit iren menschlichen satzungen verstrickten Stumpf Schweytzerchronik (1606) 81a; hier stoszen sich Gebwyler und die, so Sigibertum könig Thietrichs ... sohn wöllen hie entrunnen ... und von im die alten ... grafen von Habspurg abkommen sein 310a; (schwarze weissager) im vorsagen des gewitters sich oft grob . . gestoszen und järlich stoszen Guarinonius grewel der verwüstung (1610) 31. IV@66) sich stoszen lassen, so entsprechend oben I 2: denn erstlich alle republiken den königen verhasset seind, weil solche ... sich nicht leicht übern stock stoszen lassen Leibniz deutsche schr. 1, 243; er hat sich von mir lassen übern tölpel stoszen Lessing 2, 27 M; (Wallenstein, der) durch die macht der umstände sich in die richtung stoszen läszt, die er aus eigener willenskraft nicht einschlagen kann O. Ludwig schr. 5, 279. VV. adject. gebrauch des partic. V@11) stoszend. V@1@aa) so im eigentlichen sinne entsprechend oben I ff.: ein ochs, oder stoszend kuohe cornipeta Alberus (1540) 59a; ein stoszender ochs, bock Kramer dict. 2 (1702), 987b; stoszend pöck Albr. v. Eyb spiegel der sitten (1511) 188a; im schilde einen stoszenden stier (führen) Lohenstein Arminius 2, 445b (auch 2, 207b); sei nicht ein stoszender ochse, denn wer seinen nächsten stöszet und untertritt, den wird der herr wieder stoszen Möller erklärung der evangelien (1729) 39b; gleich stoszenden widdern Jacob Grimm kl. schr. 3, 34: gleich wie man die hörner verbind eim stoszenden ochsen als balt griech. dramen 2, 10 Dähnhardt; der fuchs legt sich an rugken und empfacht also den stoszenden adler Heuslin Gesners vogelbuch (1557) 2a; dieser stosz wird um so kräftiger sein, der stier wird um so eher den raubtieren widerstehen, je stärker und härter die stoszende stirne ist Strausz schr. 6, 126; stoszendes betragen der schweine vgl. Oken naturgesch. 7, 1131; das tiefe, unruhige, stoszende geflatter der dohlen O. Ludwig schr. 1, 359; auch: die linke hand macht eine von sich stoszende bewegung G. Forster schr. 3, 51. technisch: stoszendes werkzeug, rammen allerlei art Benzler beim deichbau vork. kunstwörter 2, 213; die stoszende bewegung (einer bohrmaschine) Lueger 2, 610; bohren mit stoszender wirkung des werkzeuges Karmarsch-Heeren3 1, 696; für das stoszende bohren dient der meisselbohrer 9, 465; (bald) kam ein stoszender wind auf Frenssen Hilligenlei 37 — heute hab ich ihn (den vater) auf eine tour 4 meilen weit in einem stoszenden wagen begleitet Pauline zur Lippe an Christian v. Augustenburg (1791) 161; so schonungslos hin und hergeschüttelt auf den stoszenden wägen Holtei erz. schr. 13, 1; begrifflich anders gewendet: stoszende wege, wind und schnee verleideten uns bald die konversation jb. d. Grillparzer gesellsch. 1, 116; (bildlich) durch die gefühle stoszender erniedrigung krampfhaft geworden Pestalozzi 8, 277. V@1@bb) besonders entsprechend oben II 4: (das mädchen) war unterdessen in eine von den alleen des an ihre wohnung stoszenden gartens gegangen Löwen schr. (1765) 3, 62; (er) eilte nach der kirche des heiligen Quirinus, und suchte sicherheit in dem daran stoszenden taufsaal Zimmermann über die einsamkeit 2, 379; denn nicht allein die dortigen schönen besitzthümer des fürsten, sondern ... sämmtliche daran stoszenden reviere waren uns zugänglich Göthe II 6, 100 Weim.; der neue besitzer des ehemaligen hertelischen hauses ... gedenkt den an meinen garten stoszenden theil seines gebäudes zu verändern IV 29, 72 Weim.; aus dem daran stoszenden gebirge Aurbacher volksbüchlein (1835) 31; den Markusplatz ... und den an diesen stoszenden kai Gaudy w. 13, 7; die hintere, an einen feldweg stoszende begrenzmauer des gartens Seidel vorstadtgesch. 175. von der folge der zeit: das daran (an 1654) stoszende 1655 igste jahr Brandis des tirolichen adlers immergr. ehrenkräntzel (1678) 225; auch: warum wird denn aber das ans gelbe stoszende grün niemals sichtbar Göthe II 2, 194 (farbenlehre) Weim. weiter ausgestaltet: die nechst daran stoszenden zwey heuser Nas antipap. eins und hundert (1567) 1, 59b; das nahe daran stoszende fremdenzimmer vgl. Lohenstein Arminius (1689) 1, 393a; ihr kennt ... die beiden an einander stoszenden zimmer, die ich mit meiner selgen frau bewohnte Göthe 9, 152 Weim.; Jacob und Wilhelm Grimm hatten in ihren schuljahren an einem tische gearbeitet ... zuletzt in zwei an einander stoszenden zimmern Scherer kl. schr. 1, 6. V@1@cc) adverb: wie hat mein gnädiger könig geruht? — dero puls, wenn ich bitten darf, — ei! ei! wie hastig! wie unzusammenhängend! wie stoszend! Tieck schr. 3, 277. in dem sinne von 'dringend, drängend': wenn der herzog nicht antwortet; so schreib ich wieder deszwegen feurig und drückend und stoszend an deinen hrn. obrist Schubart briefe 2, 167. V@22) pass. gestoszen. V@2@aa) von einem stosz getroffen: dann soll er (der habicht) den gestoszenen raub halten, so ist vonnöten, dasz er einen krummen schnabel und klauen habe Sebiz feldbau (1579) 571. V@2@bb) durch stoszen und stampfen zerkleinert (entsprechend oben I 1 d): gestoszne zimet oder negelin haben mehr dann gantze kraft S. Franck sprüchw. (1541), 1, 119b (Fontane I 1, 415); gestoszne negelin Gäbelkower artzneibuch (1595) 1, 2; thuo gestoszen alaun ... in ein warm wasser Seuter hippiatria 2; das mehl von gestoszen bonen Ryff confectbuch (1548) a 7a; gestoszen kolen 301a; also wol, lieblich und wolgeschmacken reucht, es, gleich wie gestoszen ziegelstein und gebratene bockshörner Lindener katzipori 62 L; für bittere wasser sind gestoszen corallen gut Sebiz feldbau (1579) 16; silber mit gestoszenem glas bestreuet Mathesius Sarepta (1571) 71b; das sie ihren vatter ... mit spinnen und gestosznem glas in der speys hinrichten wöllen Stumpf Schweytzerchron. (1606) 134b; unter dem pfeffer thut man finden vil harter gestoszen brotrinden Schade satiren und pasquille 1, 169; durch allerley gestoszene gewürze Gottsched neuestes aus der anmuth. gelehrs. 9, 769; die erde zu gebrannten ziegeln wurde in Italien mit gestoszenem tuffstein vermischt briefe, die neueste litt. betr. 12 (1761), 222; ich habe hier gestoszenen colophonium, den blase ich durch ein licht, so wird daraus der blitz Tieck schr. 5, 318; durch gestoszene baumrinde ... sein leben fristen Ritter erdkunde 2, 614; eine schale voll gestoszenen zucker Ebner-Eschenbach schr. 4, 383: vgl. (fülle) den gläsernen korb mit gestoszenem zucker J. H. Voss ged (1802) 1, 166: von breiartigem: zwentzig cor gestoszens öls Zürcher bibel (1531) 3.n. 5; gestoszene feigen Eppendorff Plinius (1543) 190; gestoszene trauben S. Gessner schr. (1777) 1, 99; gestoszener most, mit den hülsen, trappen und kernen Kramer dict. 2 (1702), 75a; auch: ist der mensch krank, so magst du im wol geben von eim gestoszenen huon Gersdorff wundarzney (1517) XX 1a; ein gestoszenes essen für einen kranken Kramer dict. 2 (1702), 987c. VIVI. subst. VI@11) partic. das stoszende, welches anstosz bei einem erregt: da der affekt des ärgers ... das stoszende sucht O. Ludwig schr. 5, 145. VI@22) das stoszen: VI@2@aa) entsprechend I 1: (in der marterwoche jagt man den Judas) in der rumpelmetten mit hämmern ... poltern, stoszen und klopfen so unsinnig als stürmten die teufel das fegfeuer Fischart bienenkorb (1588) 164a; da hingegen loben und schelten bei freies stands kindern vil mehr, als alles rasen, tretten, geyseln, stoszen und stürmen mag verfahen ehezuchtb. 299 Hauffen; mit raufen, zanken, 'schlagen und stoszen (ein weib hart halten) V. Schumann nachtbüchlein 325 Bolte; (totgeburt) von vil euszerlicher ursach kompt, als von hartem stoszen, fallen, schlagen Ruoff hebammenbuch (1580) 124: das ungebührliche schlagen, stoszen, hauen Dannhawer catechismusmilch (1657) 2, 124; dasz ein schaden an einem bein begegnet durch kratzen, jucken, stoszen Paracelsus opera (1618) 1, 124; kein schütteln, rütteln, raufen noch stoszen konnte ihn erwecken Leipz. avanturieur 1, 93; ohne zu fühlen, dasz tag für tag etwas treffliches und würdiges durch staub und moder, durch schieben, reiben und stoszen einen groszen theil seines werthes verliert Göthe IV 26, 133 Weim.; sie (die engelscharen) führen auf den straszen wohl die groszen und die kleinen, auf dasz ihr fusz nicht straucheln soll im stoszen an den steinen G. Reimann im hannov. gesangb. 162, 3; Albrechts lanze scharfes stoszen hatt ihm seinen helm entwandt Schönaich Heinrich der Vogler (1757) 28; seinen feind im sand zu höhnen, regt sich fusz, und arm, und hand, bald mit stoszen, bald mit dehnen Göthe 37, 15 Weim.; wie ist auf dem wege so heisz das gedränge! ein stetes fluchen und stoszen und treiben E. M. Arndt w. 3, 96; da war groszes gewirr auf dem platz, ein stoszen und drängen und lärm von trommeln und pfeifen Eichendorff w. 3, 419; ein mühsames, schier kleinliches schieben und stoszen, hängen und würgen Bennigsen national-lib. partei 77; mit stoszen und drängen einen weg zum ausgange zu bahnen suchen Ebner-Eschenbach schr. 2, 77; das beste von allem (beim weihnachtsmarkt) war der abend mit seinem nebel, seinem ... verdoppelten lärmen, drängen, stoszen und treiben Raabe hungerpastor 1, 39; ein leises winseln schleicht herbei vom klostertor, ein stoszen, kratzen, ein rütteln wie mit schweren tatzen Annette w. 2, 57; das stoszen der böck Fischart Garg. 274 ndr.; der bock läszt sein stoszen nicht Petri 2, N 5; das stoszen der rinder Fr. Paulsen aus meinem leben 48; die böcke nemen zu, die schafe müssen weichen und auf den letzten zug von ihrem stoszen keichen Logau 199, 68 E. auch: (der falke) scheuszt ... under sich, dann in sölichem stoszen reiszt er dem raub lange wunden Heuslin Gesners vogelbuch (1557) 149a. als eigenschaft des windes: anno 1184 ist im früling ein solcher ungestümer wind entstanden und hat mit so gewaltigem stoszen etliche stunden aneinander geweret, dasz ... Binhardus thüring. chron. (1613) 145. bei einem saiteninstrument: (die bogenführung gestattet das feinste) an- und abschwellen zwischen forte und piano, sie gestattet kräftiges, absolut energisches stoszen und reiszen Vischer ästhetik 3, 4, 1035. VI@2@bb) entsprechend oben I 6: wie dann euere recepta gnugsam bezeugen, da kein kunst betracht wirdt, als allein stoszen, mischen und einschütten Paracelsus 1 (1616), 257a; das stoszen in einem mörschner Harsdörfer frauenzimmergesprechspiele 3, 293; nimm weinrauten, wasser, pfeffer ... stosze es wol in einem mörser, geusz im stoszen immer biszweilen ein wenig essig mit dran Walther pferde- u. viehzucht (1658) 131; (der umstand,) dasz gerade das subjekt und der provisor giftigen bilsensamen im mörser stampften; da ... dieses giftkraut unter dem stoszen und kochen den arbeiter unter der hand in ein tollerbosztes ... wesen umsetzt Jean Paul Katzenbergers badereise 1, 60 R; durch reiben, stoszen, pulvern, verwandeln wir eine grosze masse in viele kleinere J. Liebig chemie (1843) 1, 10; schon lange war ein solches artiges mörserchen ihr wunsch gewesen, und der aufmerksame zeugschmied kam daher wie gerufen, als er an ihrem namenstage damit erschien und auch was zum stoszen mitbrachte: eine schachtel voll zimmet, zucker, nägelein und pfeffer G. Keller w. 4, 231; das stoszen wird von zwei oder sogar drei frauen in einem einzigen mörser vollzogen Bücher arbeit u. rhythmus 38. VI@2@cc) entsprechend oben II 9: das stoszen der knüppeldämme E. M. Arndt w. 1, 134; die dichter, welche ... als bediente bei dem erhabenen hinten aufstehen; der jambus ist bei ihnen jene gegenschwingende bewegung in den knieen, womit sich solche diener das stoszen des pflasters erleichtern Brentano schr. 5, 442; dem allmähligen verhallen des knarrens und stoszens der räder in den hohlwegen (nachhorchen) Annette w. 2, 263 (judenbuche); wären seine gebeine nicht mit so zähen bändern aneinandergefügt gewesen, so hätte ihn das ewige stoszen (hinten auf dem bedientenbrettlein der carrosse) ganz und gar zerrüttelt Brunner erz. 1, 65; das stoszen des wagens weckte mich auf, doch sanken die augenlider bald wieder zu Heine w. 2, 463 Elster. beim gewehr das stoszen zu verhindern Stahl gewehrgerechter jäger (1762) 89; auch: die bälge, wenn nicht gespielet wird, fein sittsam ohne merckliches stoszen niedergehen Bendeler organopoeia (1690) E 3a. als erscheinung beim sieden einer flüszigkeit: die alkalische flüszigkeit siedet nie ganz ruhig, sondern manchmal sogar unter heftigem stoszen Muspratt chemie 1, 903 (auch 5, 377); die verdampfung geht ohne spritzen und stoszen vor sich 4, 668 (vgl. auch 3, 515).
236917 Zeichen · 3806 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    stoszenverb.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    stoszen , verb. tundere; offendere, illidere, impingere; trudere, protrudere; collidere, occurrere, incurrere. form und …

Verweisungsnetz

74 Knoten, 73 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Hub 1 Kompositum 73

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit stoszen

7 Bildungen · 1 Erstglied · 0 Zweitglied · 6 Ableitungen

Zerlegung von stoszen 2 Komponenten

stos+zen

stoszen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

stoszen‑ als Erstglied (1 von 1)

stoszente

DWB

stosz·ente

stoszente , f. , die gewöhnliche wildente ( th. 14, 2 sp. 67) anas boschas L. ( Naumann vögel 11, 575 ; Brehm 6, 635 Pechuel - Lösche ) viel…

Ableitungen von stoszen (6 von 6)

bestoszen

DWB

bestoszen , obtundere, obstruere, ahd. pistôʒan ( Graff 6 , 731), mhd. bestôʒen. 1 1) obtundere, vollstoszen, vollstopfen, wie bestopfen. mh…

entstoszen

DWB

entstoszen , detrudere, herabstoszen: weil seinen freund er diesem thron entstiesz. Herder.

erstoszen

DWB

erstoszen , mhd. erstôʒen. 1 1) intr. excuti, collidi: dâ mite wir unser langen armüete ëtewaʒ erstôʒen ( unsrer armut einigermaszen frei, l…

gestoszen

DWB

gestoszen , verb. verstärktes stoszen ( s. d. ), mhd. gestôʒen. 1 1) transitiv. 1@a a) stoszen, stecken: mhd. daʒ er in ( den stein ) dâ ges…

verstoszen

DWB

verstoszen , verb. I I. schon ahd., besonders bei Notker, in ausgedehntem gebrauch: farstôʒan, impellere, depellere, propellere, repellere, …

zerstoszen

DWB

zerstoszen , verb. , zu stoszen ( th. 10, 3, 487), ahd. zistôzan, mhd. zerstôzen, mnd. to-, mnld. testoten; 1) trans., a) in stücke, entzwei…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „stoszen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 9. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/stoszen/dwb?formid=S49381
MLA
Cotta, Marcel. „stoszen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/stoszen/dwb?formid=S49381. Abgerufen 9. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „stoszen". lautwandel.de. Zugegriffen 9. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/stoszen/dwb?formid=S49381.
BibTeX
@misc{lautwandel_stoszen_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„stoszen"},
  year         = {2026},
  howpublished = {lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern},
  url          = {https://lautwandel.de/lemma/stoszen/dwb?formid=S49381},
  urldate      = {2026-05-09},
}