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sacken

mhd. bis spez. · 21 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
28 in 21 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

sacken verb.

Bd. 14, Sp. 1621
sacken, verb. saccare; vgl. auch säcken. Formen. erst im 14. jahrh. ist von sack im hd. ein schwaches verbum mit umgelautetem stammvocal belegbar, secken, als rechtswort, mit der bedeutung 'im sack ertränken'; im 15. jahrh. hat es auch die allgemeinere bedeutung 'in einen sack stecken' angenommen. unterdessen hatte sich auch im niederdeutschen ein schwaches verbum sakken gebildet, das 1475 in einem clevischen glossar bezeugt ist: saccare, secken, sacken Dief. 506a mit den gleichen bedeutungen wie das umgelautete verb. seit dem beginn des 16. jh. beginnt nun dieses unumgelautete nd. sacken auch in die hochdeutsche sprache einzudringen in der bedeutung 'in den sack stecken, den sack füllen', während die strafe des ertränkens im sacke mit säcken bezeichnet wurde. dieses eindringen des unumgelauteten sacken wurde vermittelt durch die formen sackte und gesackt, die in gleicher weise zu secken und sacken gehörten. auszerdem entwickelte sich noch die dritte bedeutung 'ein weib einen sack schelten' (vgl.sack unter 7), die im hd. sowol durch secken als durch sacken ausgedrückt wird. Bedeutung. II. transitiv. I@11) in einen sack füllen: korn sacken; gleich wie ich weg ging, so sackten sie die wolle auf dem tenne, und sollen sie morgen gen Liegnitz führen. Schweinichen 1, 362. auch in andere behältnisse füllen, die ähnlichkeit mit einem sacke haben: sein kram begund er baldt zu sacken, wolt sich eilend von dannen packen. Waldis Esop. 4, 50, 37; drumb geht und studieret ihr höltzernen köpffe, und sacket der musen erbettelte güter in euren verstand. Wiedemann juni 109; wie sorglich gefaltet! wie zierlich gesackt! auf unsere reise zusammengepackt. Göthe 10, 263. insbesondere wird sacken von dem gierigen füllen des magens (s.sack 5, a) gebraucht: da greiffet denn maul und hände zu, und sacket es in magen, in vorhoff der vier elementen. J. Böhme von den 3 principien göttl. wesens 15, 70. ferner von dem gierigen ansichraffen des diebes und räubers, in den verbindungen raffen und sacken, sacken und packen: wie er in groszen auszgaben per fas et nefas zu sich rapte und sackte, wo er nur konte und möchte. Simpl. 2, 151, 21 Kurz; sacken ende packen, convasare, furto omnia colligere. Kilian; sackte und packte alles zusammen. Harnisch 272. mit dem acc. des behältnisses, das gefüllt werden soll: dafür wist jr euch nicht zu hüten, das er euch nach einander zwackt und mit euch seinen schweydler (schnappsack) sackt. Waldis Esop. 2, 27, 84. den wanst voll sacken: darauff wann jederman den wanst recht vollgesacket. Opitz 1, 104, 614; ein wohlgesacktes schwein (gemästet, feiszt). Göthe 15, 266. bei den jägern: der hirsch ist gut gesackt, wenn er einen starken unterleib hat. Adelung. das part. sacket bei Stieler 1659: sacket olim quoque idem notabat quod schwanger, praegnans. daraus ist die bedeutung von sacken schwängern abzuleiten. I@22) jemanden sacken, im sacke ertränken (s.säcken 1): und die unschuldigen kinder sacken und erseufen lassen. Schütz Preuszen 46; er ist gesacket worden, in culeum insutus atque in flumen abjectus est. Stieler 1659; sacken, die straf der kindermörderinnen, in einen sack stecken und ersäuffen. Frisch 2, 140c; wo sie sich nicht balt dannen packt, so wirdts verfolgt, gezwackt, gesackt. Waldis Esop. 4, 96, 124. in abgeschwächter bedeutung, einen zu sacken kriegen, mundartlich, einen fassen, packen. Albrecht 195. Jecht 90. I@33) ein weib einen sack schelten (vergl.sack 7), besonders in der verbindung huren und sacken (vgl.huren 3 theil 42, 1960. s. auch säcken 3): sie (die frau) hat ein buben oder zwen, die sie übel schlagen und huren sie und sacken sie. Keisersberg evang. 147a (1517); was dörft jr mich sacken und palgen? H. Sachs 1, 479a. I@44) den wein sacken, ihn durch ein grobes tuch seihen: den weyn sacken, von der hepffen durch ein sack ablassen, das er milter werde, saccis vina castrare. Maaler 340a; sacken, colare sacco Kilian. Schm. 2, 221. vgl. sackwein. I@55) speciell schweizerisch sind folgende bedeutungen: a) rütteln, schaukeln, wie z. b. ein fuhrwerk auf holprigen wegen. b) schleppen Stalder 2, 297. IIII. reflexiv, sich sacken. II@11) sich aufbauschen wie ein sack, von kleidern, die zu weit sind und daher falten werfen: sich sacken, als ein kleid, das nicht glatt anliegt, sondern einen sack macht. Frisch 2, 140c. vgl. auch Frischbier 2, 243. Spiesz 201. Schmidt 169. Albrecht 195. brem. wb. 4, 579. II@22) sich stopfen, sich stauen, sich anhäufen zu einer bewegungslosen masse, gleichsam zu einem sacke: der rusz sackt sich in der ofenröhre. Frischbier 2, 243. Liesenberg 189. Schambach 179. in der Schweiz sagt man die wolken sacken sich, wenn ein gewitter herannaht. IIIIII. intransitives und reflexives sacken, sich senken, sinken, sich setzen. diese bedeutung findet sich nur im niederdeutschen und in dem gemeinen hochdeutsch der ursprünglich niederdeutschen gegenden; nicht zu sack, sondern zu der sippe von sinken (s. d.) gehörend, aber in beziehung zu sack gedacht: das bier musz sacken, die hefen im biere müssen sich setzen; das haus sackt sich, es senkt sich; das wasser ist im sacken, im fallen; der schnee sackt sich, wenn er zusammenschmilzt; in besonderer anwendung: sacken, bey den Elbschiffern, das schiff mit fleisz mit dem hintertheil den strohm abwerts gehen lassen. Frisch 2, 140c.
5370 Zeichen · 103 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    sackenswv.

    Findebuch (Mhd. Wortschatz) · +1 Parallelbeleg

    * sacken swv. mit Säcken beladen Minner.ii

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    sackenAdj.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +6 Parallelbelege

    sacken , Adj. nhd. Sack..., aus grobem Sacktuch bestehend E.: s. sak L.: MndHwb 3, 13 (sacken), Lü 312b (sacken)

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    1. Sacken

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    1. Sacken , verb. reg. welches nur im gemeinen Leben, besonders Niederdeutschlandes, als ein Reciprocum üblich ist, sich…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    sacken

    Goethe-Wörterbuch

    sacken in einen (Reise-)Sack legen [ Basco: ] Wie sorglich gefaltet!|Wie zierlich gesackt!|Auf unsere Reise|Zusammengepa…

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Sacken

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +2 Parallelbelege

    Sacken ; s. Osten-Sacken .

  6. modern
    Dialekt
    sacken

    Elsässisches Wb. · +5 Parallelbelege

    sacke n 1. etw. in einen Sack füllen, wobei durch Heben und Fallenlassen der Inhalt zusammengerüttelt, gesackt wird. M i…

  7. Spezial
    sacken

    Russ.-Dt. Übers. (de-ru) · +1 Parallelbeleg

    sacken das Blut (oder das Herz) sackte ihm in die Füße: у него кровь отхлынула от лица идиом. у него душа ушла в пятки и…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit sacken

29 Bildungen · 4 Erstglied · 21 Zweitglied · 4 Ableitungen

Zerlegung von sacken 2 Komponenten

sac+ken

sacken setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

sacken‑ als Erstglied (4 von 4)

sackenrei

KöblerMnd

sacken·rei

sackenrei , M. nhd. Schwerttanz Q.: Riemann Colberg 2 48 (Bursprake um 1480) E.: s. sak?, rei L.: MndHwb 3, 13 (sackenrey) Son.: örtlich bes…

sackenrey

MNWB

sacken·rey

° sackenrey , m. , Schwerttanz (Riemann Colberg 2, 48 [Bursprake ca. 1480]).

sacken als Zweitglied (21 von 21)

santsacken?

KöblerMnd

*santsacken? , N. nhd. Einfüllen von Sand in Säcke zu Ballastzwecken E.: s. santsacken (1), sant (1), sacken (2) L.: MndHwb 3, 28 (santsacke…

absacken

DWB

abs·acken

absacken , saccum auferre, den sack abnehmen. den esel absacken; sie lieszen weder absatteln noch das kriegsgeräthe absacken. Lohenst. Arm. …

afsacken

MNWB

afsacken , swv. , wegsinken; vom Strom getrieben werden.

ansacken

DWB

ans·acken

ansacken , implere saccum, sich ansacken, sich anfüllen. einen ansacken, anpacken.

aufsacken

DWB

auf·sacken

aufsacken , sarcinam instar sacci imponere, suscipere: dasz sie ihn ( den kranken ) aufsackten und wieder hinauf trügen. Weise erzn. 363 ; w…

aussacken

DWB

aus·sacken

aussacken , effundere, aus dem sack schütten: korn, kartoffeln aussacken; nachdem nun die statt also zugerüst und ausgesacket ( ausgeplünder…

besacken

DWB

bes·acken

besacken , saccis onerare, quaestum facere, beladen, bepacken: sein bendel darvon bringen. Maaler 59 d ; mit vollen henden oder wol besackt …

einsacken

DWB

eins·acken

einsacken , nnl. inzakken, vgl. aufsacken . 1 1) in den sack stecken, schütten, z. b. getraide einsacken, sacken; sapperment, ich sackte ein…

ȫversacken

MNWB

oever·sacken

° ȫversacken , ōver- (aver-) , swv. : mehr als die vorgeschriebene Menge in ein Gefäß füllen, (bezogen auf das Braumalz das zur Mühle gebrac…

piesacken

Pfeifer_etym

pie·sacken

piesacken Vb. ‘peinigen, quälen, belästigen, ärgern’, in vornehmlich nordd. und md. Literatursprache (seit 18. Jh.) nach nd. pisacken ‘plage…

pisacken

DWB

pis·acken

pisacken , verb. durch empfindliches zusetzen quälen, plagen, ein nd. wort, s. Richey 186 . Dähnert 351 a . brem. wb. 3, 323. Schütze 3, 212…

runsacken

MeckWBN

runs·acken

Wossidia runsacken heruntersinken, niederfallen: 'runner- Müll. Reut. 109 b .

rutsacken

MeckWBN

rut·sacken

Wossidia rutsacken heraussinken, -fallen: donn sackt de ein Bein rut (aus dem Bett) S. Neum. Volksm. 257.

Úmsacken

Adelung

Úmsacken , verb. regul. act. ich sacke um, umgesackt, umzusacken, aus einem Sacke in den andern thun. Das Getreide umsacken. Daher die Umsac…

vorsacken

DWB

vors·acken

vorsacken , verb. , vorhin, nach vorn sich senken, zusammensinken; bei Campe mit konstruierten bedeutungen; vgl. sacken III, th. 8, sp. 1622…

ōrsacken

KöblerMnd

ōrsacken , sw. V. Vw.: s. ōrsāken

ōversacken

KöblerMnd

ōversacken , sw. V. Vw.: s. ȫversacken

ȫversacken

KöblerMnd

ȫversacken , sw. V. nhd. mehr als die vorgeschriebene Menge in ein Gefäß füllen E.: s. ȫver (1), sacken (2) L.: MndHwb 2, 1301 (ȫversacken) …

Ableitungen von sacken (4 von 4)

besacken

DWB

besacken , saccis onerare, quaestum facere, beladen, bepacken: sein bendel darvon bringen. Maaler 59 d ; mit vollen henden oder wol besackt …

entsacken

DWB

entsacken , sarcinam tollere, absacken. Stieler 1659 .

Gesacken

Adelung

Gesacken , S. Adelung Sacken .

versacken

DWB

versacken , verb. in sackartiger form sich zusammenballen. gewitter versacken sich im thalkessel, finden keinen ausgang. technischer ausdruc…