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Sonntag

nhd. bis spez. · 14 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
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14 in 14 Wb.
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Sonntag

Bd. 18, Sp. 611
Sonntag (Dies Solis), der Tag der Sonne (althochd. Sunnentac, altnord. Sunnudaga, engl. Sunday, niederländ. Zondag, schwed. Söndag, dän. Sondag), in der Kirche der erste Tag der Woche und als Tag des Herrn (dies dominicus oder dominica, woraus das franz. dimanche, das ital. domenica, das spanische und portug. domingo gebildet worden ist) zugleich der wöchentliche Ruhe- und Feiertag der Christen. Wiewohl sich im Neuen Testament kein bestimmtes Gebot für denselben findet (doch vgl. 1. Kor. 16,2; Offenb. 1,10; Apostelgesch. 20,7), ward er schon im nachapostolischen Zeitalter als Auferstehungstag Christi neben dem jüdischen Sabbat gefeiert, und zwar als Freudentag. Mit dem Aufgeben der Heilighaltung des Sabbats trug man viele der auf diesen bezüglichen Anschauungen auf den S. über; doch datieren Verbote nicht ganz dringender Tagesgeschäfte an Sonntagen erst aus der Zeit Konstantins d. Gr. (33 1), und Kaiser Leo III. (717–741) untersagte endlich jegliche Arbeit an diesem Tage. Die Reformatoren wollten den S., ohne Berufung auf ein göttliches Gebot, bloß der Zweckmäßigkeit wegen beobachtet wissen. Dagegen hat sich auf reformiertem Gebiet, besonders in England, Schottland und Nordamerika, die strengste Form der Sonntagsfeier erhalten, und erst in neuester Zeit machen sich Bestrebungen geltend, diese Art der Sonntagsfeier zu beseitigen. In Frankreich ist seit der großen Revolution der Unterschied zwischen Sonn- und Wochentagen tatsächlich aufgehoben worden. Auch in Italien sind alle auf Nichtbeobachtung der Feiertage gesetzten Strafen gesetzlich beseitigt. Die neuere Gesetzgebung in Deutschland ist von dem durch die Humanität gebotenen Gesichtspunkt ausgegangen, daß der Staat alle offiziellen Amtshandlungen am S. zu untersagen, bei seinen eignen Unternehmungen die Sonntagsarbeit zu vermeiden oder tunlichst einzuschränken und die Tagelöhner, Dienstboten, Fabrikarbeiter etc. gegen die Forderungen ihrer Herren vor Sonntagsarbeit zu schützen hat. Wer den gegen die Störung der Feier der Sonn- und Festtage erlassenen Anordnungen zuwiderhandelt, wird mit Geldstrafe bis 60 Mk. oder Hast bis zu 14 Tagen bestraft (Reichsstrafgesetzbuch, § 366, Ziffer 1). Weiteres s. Sonntagsruhe. Die jetzt noch gewöhnlichen Namen der Sonntage kommen teils von den Festen her, denen sie folgen, teils von den Anfangsworten der alten lateinischen Kirchengesänge oder Kollekten, die meistens aus den Psalmen entlehnt waren. Unsre Kalendersonntage sind: 1) ein S. nach Neujahr, der jedoch nur in solchen Jahren eintritt, in denen Neujahr auf einen der vier letzten Wochentage fällt; 2) zwei bis sechs Sonntage nach Epiphania (s. d.); 3) die Sonntage Septuagesimä, Sexagesimä und Estomihi (Ps. 71,3); 4) die Fastensonntage Invokavit (Ps. 91, 15), Reminiszere (Ps. 25,6), Okuli (Ps. 25,15), Lätare (Jes. 66,10), Judika (Ps. 43,1) und der Palmsonntag (s. d.); 5) sechs Sonntage nach Ostern: Quasimodogeniti (1. Petr. 2,2), Misericordias Domini (Ps. 23,6, oder 89,2), Jubilate (Ps. 66,1), Kantate (Ps. 96,1), Rogate (Matth. 7,7) und Exaudi (Ps. 27,7); 6) die Trinitatissonntage, deren Anzahl von dem frühern oder spätern Eintritt des Osterfestes abhängt und höchstens 27 beträgt; 7) die vier Adventsonntage (s. Advent); 8) ein S. nach Weihnachten, der nur dann eintritt, wenn das Weihnachtsfest nicht auf den Sonnabend oder S. fällt. Vgl. Literatur beim Artikel »Kirchenjahr«; ferner: Zahn, Geschichte des Sonntags, vornehmlich in der alten Kirche (Hannov. 1878); Grimelund, Geschichte des Sonntags (Gütersloh 1889); Haberland, Die Feier der Sonn- und Festtage nach preußisch-deutschem Recht (Königsb. 1907).
3622 Zeichen · 60 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Sonntag

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Der Sonntag , des -es, plur. die -e, der erste Tag in der Woche, welcher in allen christlichen Kirchen zugleich ein best…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Sonntag

    Goethe-Wörterbuch

    Sonntag [bisher nicht online publizierter Wortartikel]

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Sonntag

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Sonntag , lat. solis dies (Sonnentag), frz. dimanche , ital. domenica , engl. sunday , der erste Tag der Woche, der chri…

  4. modern
    Dialekt
    Sonntag

    Bayerisches Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    Sonntag Band 3, Spalte 3,1071–1074

  5. Sprichwörter
    Sonntag

    Wander (Sprichwörter)

    Sonntag 1. All Dage is kîn Sonndag. ( Oldenburg. ) – Firmenich, I, 232, 28. 2. Alle Dag Sinndag on ön e Mödd noch e Höll…

  6. Spezial
    Sonntag

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Sonn|tag m. (-[e]s,-e) 1 domënia f. 2 ‹fig› (Ruhetag) de de festa m. , de de palsa m. ▬ am Sonntag en domënia; letzten S…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit sonntag

384 Bildungen · 308 Erstglied · 76 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von sonntag 2 Komponenten

sonn+tag

sonntag setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

sonntag‑ als Erstglied (30 von 308)

Sonntagehre

DRW

sonntag·ehre

Sonntagehre, f. ein Naturalzins, der dem Grundherrn verehrt wird vgl. Käsegülte 60 caseos, qui dicuntur suntagere 1285 GurkUrb. 31 sub L.J. …

sonntagen

DWB

sonn·tagen

sonntagen , verb. , nur schweizerisch in der form sun(n)tigen die sonntagskleider anziehen, sich sonntäglich anziehen, festlich schmücken St…

Sonntager

BWB

Sonntager Band 3, Spalte 3,1095

Sonntagfest

DRW

sonntag·fest

Sonntagfest, n. Sonntag als arbeitsfreier Festtag so wellen sy ... den khnappen neben den hochen feyr- unnd suntagfesten anndere und merrere…

Sonntaggedächtnis

DRW

sonntag·gedächtnis

Sonntaggedächtnis, n. Stiftung einer Seelmesse an einem best. Sonntag vgl. Gedächtnis (IV 1) den pfarrhof von des J.s suntaggedachtnus 2 ß 1…

Sonntaggeld

DRW

sonntag·geld

Sonntaggeld, n. Geldzuwendung an die städt. ³Schützen (III) hab ich ... sekelmeister zů der statt kosten ußgeben ... den schútzen ir sunenta…

Sonntagmahl

DRW

sonntag·mahl

Sonntagmahl, n. wie Sonntagskost sollen auch ... die sonntagmall so die huetleuth bey etlichen radmeistern aus genaigten willen empfangen ..…

Sonntagmorgen

PfWB

sonntag·morgen

Sonntag-morgen m. : wie schd., -moʳje, -morge, -morche, u. a., s. Morgen [verbr.]. Am S. geh mer in de Wald un heere de Vechel zu [ KL-Reich…

Sonntagrat

DRW

sonntag·rat

Sonntagrat, m. Ratsgremium, das an Sonntagen zum Rechtsprechen zusammentritt vgl. Sonntagsgericht den sontagrat besitzt auch der abgeend bur…

Sonntagrod

DRW

sonntag·rod

Sonntagrod, f. sonntäglicher Wasserbezug nach der ²Rod (II) vgl. Nachtrod, Rodwasser wer wasen wäscht vor sanct geörgen tag, ausgenommen wer…

sonntag als Zweitglied (30 von 76)

Totensonntag

RDWB1

Totensonntag m поминальное воскресенье (у протестантов) - последнее воскресенье церковного года, посвящённое памяти умерших

Aftersonntag

DRW

after·sonntag

Aftersonntag Tag nach dem Sonntag, Montag vgl. Aftermontag, Aftersabbat Brinckmeier I 47 Faksimile

Bèthsonntag

Adelung

beth·sonntag

Der Bèthsonntag , des -es, plur. die -e, in einigen Gegenden, der fünfte Sonntag nach Ostern, welcher im Lateinischen der Sonntag Rogate gen…

Betsonntag

Campe

bet·sonntag

† Der Betsonntag , des — es, Mz. die — e, in manchen Gegenden der fünfte Sonntag nach Ostern.

bocksonntag

DWB

bock·sonntag

bocksonntag '( im scherz ) der zweite sonntag nach ostern, bis an welchen sündenböcke die österliche beicht verschieben '. Schm. 2, 297 . —

Bohnensonntag

Adelung

bohnen·sonntag

Der Bohnensonntag , des -es, plur. die -e, zu Solothurn in der Schweiz, der Sonntag Quasimodogeniti, weil alsdann in der Kirche der heil. Ur…

Bratwürstelsonntag

Wander

Bratwürstelsonntag Auf den Bratwürstelsonntag. So heisst im Volksmunde in Oberösterreich der erste Sonntag im Advent. Es ist alte Sitte, das…