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Schütteln

mhd. bis spez. · 11 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
Anchors
12 in 11 Wb.
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Schütteln

Bd. 3, Sp. 1693
Schütteln, verb. reg. act. welches das verkleinernde Frequentativum des folgenden schütten ist, aber nur in der dritten Bedeutung vorkommt, zitternd hin und her bewegen. Jemanden die Hände schütteln, zum Zeichen der Treuherzigkeit. Den Kopf schütteln, den Kopf zu etwas schütteln, zum Zeichen der Verneinung, der Mißbilligung, der Bedenklichkeit. In der Deutschen Bibel kommt es auch als ein Zeichen der Verachtung, der Verspottung vor, auf welche Art es sonst ungewöhnlich ist. Daß die Völker das Haupt über uns schütteln, Ps. 44, 15. Die aber vorüber gingen, lästern ihn, und schüttelten ihre Köpfe, Matth. 27, 39. Das Fieber schüttelt mich. Von einem Pferde, auf einem Wagen geschüttelt werden, im Reiten oder Fahren, wenn das Pferd einen schweren Gang hat, und der Wagen stößt; wo die Niedersachsen ihr suckeln gebrauchen. Einen Baum schütteln, damit die Früchte u. s. f. herunter fallen. Ingleichen, durch ein solches Schütteln heraus, davon, herab bringen. Äpfel von dem Baume schütteln. Pflaumen schütteln. Den Staub von den Füßen schütteln, Matth. 10, 14. Eine Rede aus dem Ärmel schütteln, figürlich, sie aus dem Stegreife, unvorbereitet, halten. Die Schafe schüttelten den Regen von der triefenden Wolle, Geßn. Eben hatte der weichende Winter von stürmischen Schwingen Seine letzten Schauer von rieselndem Hagel geschüttelt, Zach. So auch das Schütteln. Anm. Im Nieders. schuddeln, in Oberschwaben schotteln, welches daselbst auch für rütteln gebraucht wird, welches doch im Hochdeutschen davon verschieden ist. Die ältern Deutschen Schriftsteller gebrauchen für schütteln das einfachere Stammwort schütten, wie Kero scutan; auch die Niedersachsen sagen noch schudden. Siehe das folgende.
1699 Zeichen · 31 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    schütteln

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer)

    schütteln , schütten s. schütelen, schüten.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schütteln

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Schütteln , verb. reg. act. welches das verkleinernde Frequentativum des folgenden schütten ist, aber nur in der dritten…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    schütteln

    Goethe-Wörterbuch

    schütteln vereinzelt -len(d), auch apostrophiert; gelegentl subst 1 (etw/jdn/sich anfassen u) mehrf heftig, ruckartig hi…

  4. modern
    Dialekt
    schüttelnschw.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    schütteln schw. : 1. trans. u. refl. 'in schwankende Bewegung versetzen; sch. und dadurch zu Fall bringen; sch. und dadu…

  5. Sprichwörter
    Schütteln

    Wander (Sprichwörter)

    Schütteln 1. Ar hat in g'schütt'lt, ass'n d'r Harzbend'l kracht hat. ( Franken. ) – Frommann, VI, 324, 353. 2. Er schütt…

  6. Spezial
    schütteln

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +2 Parallelbelege

    schüt|teln vb.tr. 1 (rütteln) scassé (-ssa) 2 (schnell bewegen) scassé (-ssa) 3 sbate (sbat, sbatü) 4 (schüttelnd entfer…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schuetteln

13 Bildungen · 1 Erstglied · 7 Zweitglied · 5 Ableitungen

Zerlegung von schuetteln 2 Komponenten

schuett+eln

schuetteln setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schuetteln‑ als Erstglied (1 von 1)

schuetteln als Zweitglied (7 von 7)

abschütteln

DWB

abschütteln , decutere, weg schütteln: den staub von den füszen, die äpfel vom baume abschütteln, hernach die füsze, den baum abschütteln. d…

aufschütteln

DWB

auf·schuetteln

aufschütteln , excutere: dem kranken das bett, das kopfküssen aufschütteln ( bei Caesarius heisterb. 4, 26 capitale vertere et mollificare);…

ausschütteln

DWB

aus·schuetteln

ausschütteln , excutere, verhält sich zum folgenden, wie einfaches schütteln zu schütten: das tuch, das kleid ausschütteln; den staub aussch…

durchschütteln

DWB

durch·schuetteln

durchschütteln , 1 1. untrennbar, durcheinander schütteln, peragitare. die arznei durchschütteln. das fieber hatte ihn durchschüttelt. das a…

nachschütteln

DWB

nach·schuetteln

nachschütteln , verb. 1 1) ( den baum ) schüttelnd, obst nachlesen: wenn du deine olebaum hast geschüttelt, so soltu nicht nachschütteln, es…

umschütteln

DWB

umschutt·eln

umschütteln , vb. , trennbar, hin und her schütteln ( und dadurch vermengen ): diese mescolantz ( mischmasch ) ... wird im umschütteln unter…

verschütteln

DWB

verschutt·eln

verschütteln , verb. , durch schütteln verwirren, etwas an einen unrechten ort bringen, so dasz man es nicht mehr finden kann. Campe. versch…

Ableitungen von schuetteln (5 von 5)

beschütteln

DWB

beschütteln , concutere, s. schütteln und ahd. irscutilôn, discutere. 1 1) concutiendo implere: den boden mit laub, eicheln, birnen, vom bau…

entschütteln

DWB

entschütteln , excutere, decutere, abschütteln, losschütteln: den staub entschütteln; birnen dem baum entschütteln; du entschüttele den schw…

erschütteln

DWB

erschütteln , ahd. arscutilôn, 1 1) intr. concuti, quassari: stund er und lachet, dasz er erschüttelt ( dasz ihm der bauch schütterte ). Wic…

verschütteln

DWB

verschütteln , verb. , durch schütteln verwirren, etwas an einen unrechten ort bringen, so dasz man es nicht mehr finden kann. Campe. versch…

zerschütteln

DWB

zerschütteln , verb. , auseinanderschütteln, -rütteln, durchrütteln: wie er ( der satan ) den gantzen erdboden zerschüttlen ... wolte graf v…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „schuetteln". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 16. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/schuetteln/adelung
MLA
Cotta, Marcel. „schuetteln". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/schuetteln/adelung. Abgerufen 16. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „schuetteln". lautwandel.de. Zugegriffen 16. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/schuetteln/adelung.
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