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schreien

mhd. bis spez. · 19 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

RhWB
Anchors
22 in 19 Wb.
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Eintrag · Rheinisches Wb.

schreien

Bd. 7, Sp. 1799
schreien das Wort ist mit Ausn. einiger Geb. allg. [im Rhfrk, wo daneben kreischen gilt, dies kr. allein südl. einschl. Wend-Mainzw NLinxw Leitersw Reitschd Seitzw Haupersw Oberk u. südl. einschl. MartinWeierb Dickesb Schmidthachenb Krebsw; an der uSaar, in Trier w. der Stdt, Bitb, SPrüm ist das Wort sehr selten, wenn nicht ganz ungebräuchl., dafür jeizen (s. jäuzen), e Kräsch duhn, heilen »weinen« (s. heulen); Bitb-Ehlenz hat wohl šrāi »Schrei«, aber nicht das Zeitw.; dann hat Geld, Mörs, Klev šreə sehr selten, dafür šrǫuən, lūən], u. zwar Rhfrk -āiə (uNahe auch -i-), -Ejə, –āj- (ər –Et Kreuzn-Gebr), Part. gəšrāit, –ājt (usf.) [Wend-Tal- u. Berglichtenb -šrE; Saarbr -šrī]; Mosfrk -ę·i.ən, –ā·i.-, –ā:j- (ər –E:t) Saarbg-Wilting, May-Wassenach, Part. gəšrę·i.t, –a·i.- [in Saarl jünger -šrī:; an der uMos -ę·i.χt (Zell, Koch), -ā:χt (Kobl); Trier-Stdt fəršrī:jən]; Siegld -ęjə, –ej-, Prät. -ǫu, –ou, Part. gəšrauə, –ou-; Rip -e·i.ə, –ejə (kurköln. Neuw, SSieg –eχs, hE –eχ; Monsch-Rötgen, Eup-Hauset Raeren -eks, –ek; Aach-Stdt hE –E·(ə.)t; Aach-Ld -ē:t; Sieg-Bölkum -ī·ə.t; Malm-Weywertz -ē:χt, Prät. -e·i.də (kurköln. Neuw, SSieg -eχ), Part. jəšre·i.t (-eχ usf. s. o.); das Berg -e·i.ən, –eiən, Prät. -o·u., –ou, Part. jəšro·u.ən, –ou- (sonst fehlt bis jetzt das Prät.), diese Formen des Prät. auch in Sieg, MülhRh, SNfrk -e·i.ə, –e·.ə, im N. -ę·.ə, Prät. -e·i.də, –ę·i.-, Part. jəšre·i.t, –ę·i.t [Grevbr-Hoisten, Neuss-Zons, MGladb-Hockst Korschenbr, Erk-Borschemich -ē·ə. sw. einschl. Geilk-NBusch Stahe Kreuzr, Heinsb-Harzelt Nachbarheid -ijə, nö. davon in Heinsb -ē·ə., Prät. -ē:]; soweit im lrhn. Klevld vorkommend -eə, Prät. -edə, –nə, Prät. γəšreit; Ruhr -ęiə; n. Ruhr wie Klevld schw. (st. Siegld, Berg): 1.a. wie nhd., die Stimme laut erheben, vom überlauten Sprechen, Rufen bis zum Brüllen, Schimpfen, Jauchzen, aus blosser Freude u. Lebenslust, aus Schmerz, Erregung u. auch oft, ohne dass ein Affekt zugrunde liegt, von Mensch u. Tier; de Motter schänd (schimpft) gern; wenn mir et ävver ze doll drive, dann schreit se met us (uns); ech han üch gerofe; wo ühr ävver net hüre wellt, moss ech schr.; iərsch han se schün gesonge, nu schr. se; ech han et dir em gode gesat; nu, wo de net folgs, moss ech schr., bes du et endlich hürsch; de Hond hät gelock (gebellt), jetz schreit e, wat mag em dann sen? Rip, Allg.; hart (hell), hartop, hellop, kehlop, luthals, arg, mächtig usf. schr.; erbärmlich schr.; an enem Stöck schr.; losschr.; do kunn se geschreit; enem schr. ihn laut rufen; et es zom Schr.! bei Verwunderung Allg. (s. d. W.). RA.: Schr. wie hongert (hundert) Mann Kref-Linn, — enge Dominikaner Aach-Ld, — enne Keətelsflecker (Kessel-) MGladb, — en Feldköster Ess-Werden, — ne Steckenbrecher Malm-Weywertz, — ne Salzkremmer (-krämer) Erk-Keyenbg, MGladb-Hockst, Bergh-NEmbt, — e Bär Trier, Allg., — e Morder (Marder) Mos, — e Buch-, Bammarder Rhfrk, Mosfrk, — e Koder (Kater) am (im) März Prüm-Mürlenb, — e jung Katz Ottw-Merchw, — ene jungen Hungk (Hund, der Prügel kriegt) Köln-Stdt, — e Get (Ziege) MGladb-Schiefbahn, Kemp-Breyell, — as en mager Ferken Emmerich, — bie en gestochene Sau Koch, — bie en Unk Kobl-Bendrf, — wie en Atzel (Elster) Rhfrk, — e Eil (Eule) Simm-Castellaun, — Püschers Gänt (Gänserich) Kref; der schreit, wie wann he am Metz stöch Rip, — als wenn em de Hals afgeschnide wir May-Kollig, — als wenn he en er Mölle (Mühle) jongk gewes wör Eif, — mer ment (meint), he hätt e Metz (Messer) em Hals Rip, Allg., — et hätt ne e Floh gebess Ottw-Merchw, — mer met (müsste) hermedig (hirnmütig, taub, verrückt) gen WMosfrk; er schreit, dat de Wänn (Wände) treppse (tröpfeln) Koch-Pommern, — dat de Lütt (Leute) op Sitt (Seite) sind gespronge Düss-Stdt, — dat et enem durch Mark on Ben geht Rip, Allg.; er schreit, Gott wess (weiss) wie Rip, Allg. De sengk (singt), wie en Koh schreit Dür-Stdt. Die Elster hät geschrauen, et moss bal ene fort (sterben) Wippf. Äne (ein einziger) Hammel schreit, zwee Hämmel stosse sich, un meh H. verdrahn sich Kreuzn. Wirf mer unger (unter) vill Hung (Hunde) ene Stein, dann schreit, wer mer triff, allein Köln-Stdt. — Enem en't Uhr schr. Rip, Allg. We mer en der Wald schreit, su schallt et erus Köln-Stdt. Gent (gegen) enen hinschr. Rip, Allg. Öm Hölp schr. Rip, Allg. De schreit öm Arbet on bedd Gott, dat he ken krig Sieg, Allg. — Der Hongk (Hund) schreit owih (wenn man ihn auf die Füsse tritt) Jül; hurra schr. Allg.; Geld, G., schreit de ganze Welt Rip, Allg.; he schreit Mord un Brand sehr laut vor Schmerzen Lennep, Allg., — blo Jomer (Jammer) uWupp, — Hölp on Hop (zu Hülfe u. zu Hauf) SNfrk (oft mit dem Zusatz om ene Bockseknop); Leit (Leute) herschr. zu Hilfe Saarbg-Filsch; et Hus enənenschr. (ineinander-) vor Schmerzen Berg, Allg. — b. heftig weinen, bes. von Kindern, Frauen [Siegld, weinen, der allgemeine und gehobenere Ausdruck in der grösseren ö. und südl. Hälfte des Sgld bis etwa über den Lauf der mittleren Ferndorf hinaus und bis zum unteren Lauf der Sieg, Mammə es am schräjjə. Vom Kind heisst es dagegen hier in der Regel: ət es am blarrn (blărrn). Im westl. Siegld u. ebenso in Wilnsd Wilden dem unteren Fr. Grund ist dagegen blarrn (blărrn) der allg. (u., wo man unterscheidet, der edlere) Ausdruck: Mammə es am blarrn (blărrn). Im Hickengrd. dafür hǫiln, Lippe Gilsb hiln, das auch im Untergrund gelegentlich neben blărrn gehört wird; in Burb Würgend gilt graischə (in Wahlb neben hiln), in Siegen: grischə (hier vom Kind blarrn)]. RA.: Dau häs dech wahl lang net mih schr. hüre! du bekommst Prügel Ahr. Met Schr. mosse de Kenger (Kinder) gruss werde Jül. Das ungezogene Kind schreit on brillt de ganze Dag nore ämol Rhfrk, Allg. Kenger, die nit för de Döpe (Taufe) schr., schr. desto meah noher Elbf. Dat (Kind) kann noch döck (oft) schr., bös et ens vom Alderdom sterf so tröstet man die Mutter Bo. Et schreit sek kein Lok (Loch) in'n Hals, et hät schon ent drin Wippf. Wenn de Kinner schr. im't Brot, holl de Kneppel un schleh se dot! Bernk-Commen. Hej es an't schr. Schnotter en Quill er schluchzt heftig Emmerich. 2. von schlecht geölten Gegenständen, Rädern, Türen, Schuhen usf., knarren Verbr. hier u. da in Ottw, Wend, Kreuzn, Simm-Riegenr, Goar, Merz-Ficking, Wittl-Hetzerath, Mos von Bernk bis Kobl, May, Daun, Neuw, Rip in Ahrw, Schleid, Eusk, Rheinb, Bo, Sieg, Dür, Jül. — Abl.: die Schreierei, dat Geschrei(s, –z).
6463 Zeichen · 154 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    schreienswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +5 Parallelbelege

    schreien swv. BMZ tr. schrîen machen Neidh. (29,3). Helbl. si schreiten dâ die meit Wolfd. A. 512. nunnen schreien Gz. 5…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    schreiensw. V.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    schreien , sw. V. nhd. schreien, weinen, jammern, klagen Vw.: s. nā-, tōhōpe-* Hw.: s. schrīen (1); vgl. mhd. schreien (…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schreienv., intrs, trs, ntr

    Campe (1807–1813) · +3 Parallelbelege

    Schreien , v. intrs . u. trs . unregelm. unl. verg. Z. ich schrie (einsilbig); geb. Form ich schrie (zweisilbig)) Mittel…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    schreien

    Goethe-Wörterbuch

    schreien häufig -ey-; mehrf synkopiert 1 als durchdringende tierische Lautäußerung: laut kreischen, jaulen, quieken, blö…

  5. modern
    Dialekt
    schreien

    Elsässisches Wb. · +5 Parallelbelege

    schreie n [rêjə Ensish. Heidolsh. ; rèjə Obhergh. Co. Dü. Mütt. Bf. Hindish. Str. ; rejə Hlkr. M. Hf. ; ræjə Su. Lob…

  6. Sprichwörter
    Schreien

    Wander (Sprichwörter)

    Schreien 1. Am Schreien erkennt man den Esel. 2. Der muss laut schreien, der den Teufel schrecken will. Dän. : Han skal …

  7. Spezial
    schreien

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    schrei|en (schrie, geschrien) vb.intr. 1 (laut äußern) scraié (-ia), urlé (ürla), trá beriuns, trá scraiuns 2 (kreischen…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schreien

16 Bildungen · 1 Erstglied · 9 Zweitglied · 6 Ableitungen

Zerlegung von schreien 2 Komponenten

schre+ien

schreien setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schreien‑ als Erstglied (1 von 1)

schreiendāl

KöblerMnd

schreiendāl , N. nhd. „Schreital“, Tal der Tränen, Jammertal Hw.: s. schreiedāl E.: s. schrei, dāl (1) L.: MndHwb 3, 140 (schreye[n]dāl) Son…

schreien als Zweitglied (9 von 9)

anschreien

DWB

anschreien , acclamare, inclamare, nnl. aanschreijen. weidmännisch, das jagen anschreien, den hirsch, die sau anschreien ( s. anschrecken ).…

ausschreien

DWB

aus·schreien

ausschreien , clamando nuntiare, significare. 1 1) ohne acc., mit folgesatz: lasz nu ausschreien fur den ohren des volks und sagen. richt. 7…

beschreien

DWB

beschreien , conclamare, inclamare, acclamare, mhd. beschrîen, die form schwankend, nach ausweis der belege, zwischen starker und schwacher,…

erschreien

DWB

ersch·reien

erschreien , 1 1) exclamare, aufschreien, laut schreien: mhd. alsô daʒ Esâu gehôrte, dô erscrei ër vil lûte. fundgr. 2, 39, 36 ; ëʒ begunde …

geschreien

DWB

geschreien , verb. , verstärktes schreien. 1 1) mit starker flexion, mhd. geschrîen, schreien: geschryet her ( der überfallene und verwundet…

nachschreien

DWB

nach·schreien

nachschreien , verb. mhd. nâch schrîen, intransitiv und transitiv, hintennach schreien, laut nachrufen Maaler 299 a : las sie doch von dir, …

verschreien

DWB

versch·reien

verschreien , verb. , mhd. verschrîen, stark und schwach flektierend ( mhd. wb. 2, 2, 215 a . Lexer mhd. handwb. 3, 219 . nachtr. 393), und …

Ableitungen von schreien (6 von 6)

beschreien

DWB

beschreien , conclamare, inclamare, acclamare, mhd. beschrîen, die form schwankend, nach ausweis der belege, zwischen starker und schwacher,…

entschreien

DWB

entschreien , cum clamore emitti: tunken will ich meinen kiel in galle, meinem ohr entschreie dissonanz. Kosegarten.

erschreien

DWB

erschreien , 1 1) exclamare, aufschreien, laut schreien: mhd. alsô daʒ Esâu gehôrte, dô erscrei ër vil lûte. fundgr. 2, 39, 36 ; ëʒ begunde …

geschreien

DWB

geschreien , verb. , verstärktes schreien. 1 1) mit starker flexion, mhd. geschrîen, schreien: geschryet her ( der überfallene und verwundet…

verschreien

DWB

verschreien , verb. , mhd. verschrîen, stark und schwach flektierend ( mhd. wb. 2, 2, 215 a . Lexer mhd. handwb. 3, 219 . nachtr. 393), und …

zerschreien

DWB

zerschreien , verb. , durch schreien sprengen, so z. b. gläser, wenn man sie auf ihren ton stark anschreit: eine starke stimme zerschreit ei…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „schreien". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 20. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/schreien/rhwb
MLA
Cotta, Marcel. „schreien". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/schreien/rhwb. Abgerufen 20. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „schreien". lautwandel.de. Zugegriffen 20. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/schreien/rhwb.
BibTeX
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