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Schreien

mhd. bis spez. · 19 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Campe
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22 in 19 Wb.
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Eintrag · Campe (1807–1813)

Schreien v., intrs, trs, ntr

Bd. 4, Sp. 274b
Schreien, v. intrs. u. trs. unregelm. unl. verg. Z. ich schrie (einsilbig); geb. Form ich schrie (zweisilbig)) Mittelw. d. verg. Z. geschrien (dreisilbig); Befehlw. schreie, seine Stimme laut und heftig ertönen lassen. So gebrauchen es die Jäger vom Hirsche in der Brunftzeit, vom Quaksen der Hasen, wie auch von Feldhühnern, Gänsen, Enten und von den Eulen; bedienen sich aber bei andern Thieren anderer Wörter. »Wie der Hirsch schreiet nach frischem Wasser.« Ps. 42, 2. (Eule) Die nächtlich ihre Klage schreit. Kretschmar. (R.) Uneigentlich und als ein ntr. auch von dem Hörenlassen eines Tones bei unbelebten Dingen. So sagen die Töpfer, die Steine schreien, wenn sie mit der Thonschneide oder Schabe den Thon durchschneiden, dabei auf Steinchen treffen, so daß dadurch ein Laut hervorgebracht wird. Am meisten von der lauten heftigen Erhebung der Stimme des Menschen. Aus allen Kräften, aus vollem Halse, aus oder mit aller Macht schreien. Einem in die Ohren schreien. Х Einem die Ohren voll schreien. Sprichw. Wie man in den Wald schreiet, so schallet es wieder heraus, d. h. wie man frägt, so wird einem geantwortet  Ein Lied schreien, es schreiend singen. Von rufen unterscheidet es sich dadurch, daß die Absicht beim Rufen ist gehört zu werden, was aber beim Schreien nicht, wenigstens nicht immer der Fall ist, ferner daß das Schreien durch unzusammenhangende Laute, das Rufen in eigentlicher Bedeutung aber nur durch zusammenhangende Laute geschieht. I engerer Bedeutung, die Stimme laut und heftig erheben, als Ausbruch und Ausdruck heftiger Schmerzen, wie auch heftiger Gemüthsbewegungen, besonders des Schreckens  Vor Schmerzen schreien. Über Ungerechtigkeit, Härte  schreien, sich laut darüber beklagen. Um Hülfe, um Gnade, um Rache schreien. Nach Brot schreien. Zum Himmel um Rache schreien. »Es ist nicht Dichtung, daß Bruderblut schreiet« (um Rache). Herder. Feuer schreien, das Wort Feuer wiederholt und mit lauter Stimme ausrufen, um aufmerksam darauf zu machen, daß ein Feuer ausgebrochen sei. I noch engerer und uneigentlicher Bedeutung. 1) Mit unangenehmer lauter Stimme sprechen. Schreie nicht so, damit der Kranke nicht aufwacht. Dann auch, mit lauter Stimme oder schreiend sagen. »Sie schrien aber: weg, weg mit dem.« Joh. 19, 15. 2) Mit lauter Stimme weinen. Das Kind schreiet. Wenn man den Kindern den Willen thut, so schreien sie nicht. Oft auch, † mit lauter Stimme zanken, schmälen; in einigen O. D. Gegenden. 3) Noch uneigentlicher, vor Andern sehr merklich sein, auf eine auffallende Art hervorstechen, abstechen. Schreiende Farben, sehr grelle, abstechende. Eine schreiende Ungerechtigkeit, die als solche gleich in die Augen fällt, eine auffallende, eine große. Schreiende Sünden. Da man auch himmelschreiende Sünden sagt, so kann dieser Ausdruck gleichsam zum Himmel um Bestrafung, Rache schreiende Sünden bedeuten, die so groß sind, daß sie vorzüglich Strafe verdienen. I N. D. wo dies Wort schrauen und schrijen lautet, sagt man auch kreien, anderwärts kreischen. Krähen ist damit auch verwandt und wird in anderer Bedeutung zuweilen auch für schreien überhaupt gebraucht. I einigen Gegenden wandelt man es regelmäßig um und sagt ich schreite, geschreiet, was aber außer diesen Gegenden eben so ungewöhnlich ist, als geschriegen zu sagen anstatt geschrien, welches in der niedrigen Sprechart Meißens gewöhnlich ist. D. Schreien. D. — ung in den Zusammesetzungen.
3424 Zeichen · 69 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    schreienswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +5 Parallelbelege

    schreien swv. BMZ tr. schrîen machen Neidh. (29,3). Helbl. si schreiten dâ die meit Wolfd. A. 512. nunnen schreien Gz. 5…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    schreiensw. V.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    schreien , sw. V. nhd. schreien, weinen, jammern, klagen Vw.: s. nā-, tōhōpe-* Hw.: s. schrīen (1); vgl. mhd. schreien (…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schreienv., intrs, trs, ntr

    Campe (1807–1813) · +3 Parallelbelege

    Schreien , v. intrs . u. trs . unregelm. unl. verg. Z. ich schrie (einsilbig); geb. Form ich schrie (zweisilbig)) Mittel…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    schreien

    Goethe-Wörterbuch

    schreien häufig -ey-; mehrf synkopiert 1 als durchdringende tierische Lautäußerung: laut kreischen, jaulen, quieken, blö…

  5. modern
    Dialekt
    schreien

    Elsässisches Wb. · +5 Parallelbelege

    schreie n [rêjə Ensish. Heidolsh. ; rèjə Obhergh. Co. Dü. Mütt. Bf. Hindish. Str. ; rejə Hlkr. M. Hf. ; ræjə Su. Lob…

  6. Sprichwörter
    Schreien

    Wander (Sprichwörter)

    Schreien 1. Am Schreien erkennt man den Esel. 2. Der muss laut schreien, der den Teufel schrecken will. Dän. : Han skal …

  7. Spezial
    schreien

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    schrei|en (schrie, geschrien) vb.intr. 1 (laut äußern) scraié (-ia), urlé (ürla), trá beriuns, trá scraiuns 2 (kreischen…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schreien

16 Bildungen · 1 Erstglied · 9 Zweitglied · 6 Ableitungen

Zerlegung von schreien 2 Komponenten

schre+ien

schreien setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schreien‑ als Erstglied (1 von 1)

schreiendāl

KöblerMnd

schreiendāl , N. nhd. „Schreital“, Tal der Tränen, Jammertal Hw.: s. schreiedāl E.: s. schrei, dāl (1) L.: MndHwb 3, 140 (schreye[n]dāl) Son…

schreien als Zweitglied (9 von 9)

anschreien

DWB

anschreien , acclamare, inclamare, nnl. aanschreijen. weidmännisch, das jagen anschreien, den hirsch, die sau anschreien ( s. anschrecken ).…

ausschreien

DWB

aus·schreien

ausschreien , clamando nuntiare, significare. 1 1) ohne acc., mit folgesatz: lasz nu ausschreien fur den ohren des volks und sagen. richt. 7…

beschreien

DWB

beschreien , conclamare, inclamare, acclamare, mhd. beschrîen, die form schwankend, nach ausweis der belege, zwischen starker und schwacher,…

erschreien

DWB

ersch·reien

erschreien , 1 1) exclamare, aufschreien, laut schreien: mhd. alsô daʒ Esâu gehôrte, dô erscrei ër vil lûte. fundgr. 2, 39, 36 ; ëʒ begunde …

geschreien

DWB

geschreien , verb. , verstärktes schreien. 1 1) mit starker flexion, mhd. geschrîen, schreien: geschryet her ( der überfallene und verwundet…

nachschreien

DWB

nach·schreien

nachschreien , verb. mhd. nâch schrîen, intransitiv und transitiv, hintennach schreien, laut nachrufen Maaler 299 a : las sie doch von dir, …

verschreien

DWB

versch·reien

verschreien , verb. , mhd. verschrîen, stark und schwach flektierend ( mhd. wb. 2, 2, 215 a . Lexer mhd. handwb. 3, 219 . nachtr. 393), und …

Ableitungen von schreien (6 von 6)

beschreien

DWB

beschreien , conclamare, inclamare, acclamare, mhd. beschrîen, die form schwankend, nach ausweis der belege, zwischen starker und schwacher,…

entschreien

DWB

entschreien , cum clamore emitti: tunken will ich meinen kiel in galle, meinem ohr entschreie dissonanz. Kosegarten.

erschreien

DWB

erschreien , 1 1) exclamare, aufschreien, laut schreien: mhd. alsô daʒ Esâu gehôrte, dô erscrei ër vil lûte. fundgr. 2, 39, 36 ; ëʒ begunde …

geschreien

DWB

geschreien , verb. , verstärktes schreien. 1 1) mit starker flexion, mhd. geschrîen, schreien: geschryet her ( der überfallene und verwundet…

verschreien

DWB

verschreien , verb. , mhd. verschrîen, stark und schwach flektierend ( mhd. wb. 2, 2, 215 a . Lexer mhd. handwb. 3, 219 . nachtr. 393), und …

zerschreien

DWB

zerschreien , verb. , durch schreien sprengen, so z. b. gläser, wenn man sie auf ihren ton stark anschreit: eine starke stimme zerschreit ei…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „schreien". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 20. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/schreien/campe?formid=S07556
MLA
Cotta, Marcel. „schreien". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/schreien/campe?formid=S07556. Abgerufen 20. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „schreien". lautwandel.de. Zugegriffen 20. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/schreien/campe?formid=S07556.
BibTeX
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  urldate      = {2026-05-20},
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