Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
reihern
reihern
Reiher m. Für den Namen des Stelzvogels mit langen Beinen, langem Schnabel, schlanker Gestalt und rauher, krächzender Stimme ahd. (h)reigar, (h)reigaro m. (9./10. Jh.), (h)reigara f. (Hs. 12. Jh.), mhd. reiger, nhd. Reiger (bis 19. Jh.), (mit Schwund des intervokalischen g) mhd. reier, nhd. Reiher (um 1500), mnd. reiger, rēger, mnl. reigher, rēgher, nl. reiger, aengl. hrāgra ist von einer mit hr- (germ. *hraigara-, aus ie. *kr-) anlautenden Form auszugehen, deren h- in den meisten germ. Sprachen geschwunden ist. Daneben stehen Formen mit Dissimilation des ersten r unter Beibehaltung des anlautenden h (germ. *haigarō-) wie ahd. heigaro (9. Jh.), mhd. heiger, (ablautend) anord. hegri, schwed. häger. Außergerm. vergleichen sich griech. krízein (κρίζειν) ‘kreischen, knirschen’, lit. krỹkšti, krỹkti ‘schreien, kreischen’, aslaw. kričati, russ. kričat’ (кричать) ‘schreien, rufen’, kymr. cryg ‘heiser’, cregyr ‘Reiher’, so daß auf eine Gutturalerweiterung von ie. *(s)krei- (s. schreien) zur Wurzel ie. *ker-, *kor-, *kr-, Schallnachahmung für heisere, rauhe Töne, solche Tierstimmen und die sie ausstoßenden Tiere (s. auch Harke, Rabe), zurückgegangen werden kann. – reihern Vb. derb für ‘heftig erbrechen, Durchfall haben’ (Ende 19. Jh.; vgl. kotzen wie ein Reiher), da der Fischreiher seinen hastig hinuntergewürgten Fang bisweilen wieder von sich gibt bzw. dünnflüssigen Kot ausscheidet.