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schlägel

nhd. bis spez. · 10 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

schlägel m.

Bd. 15, Sp. 339
schlägel, m. werkzeug zum schlagen, hammer, keule, hinterkeule eines thieres. eine dem hd. eigenthümliche ableitung zu dem verb. slahan mit dem weitverbreiteten suffix -il, das bezeichnungen von instrumenten bildet (wie z. b. in meiszel, stempel, schlüssel, zügel), vgl. Grimm gramm. 2, 109—111. auszerhalb des hochd. begegnet diese ableitung nicht, nur ags. findet sich in einer glosse: plectro scecele oððe slegele. Wright vocab.2 1, 466, 28, neben gewöhnlichem slecg (fem.), hammer, s. Bosworth-Toller 883b, dem isl. sleggja entspricht. Fritzner2 3, 427a, vgl. auch Kluge5 325b. ahd. slegil, percussorium, maza, capiton, tribula, lignum quo trituratur. Graff 6, 782, mhd. slegel Lexer handwb. 2, 965, cilindrus slegil Dief. gl. 118c, percussorium .. slegel, slegil, schlegel 425a, tigillum .. hd. slegel, schlegel, nd. slagel, snegel, slage. 583a. nhd. bestehen die schreibungen schlägel und schlegel bis heute nebeneinander, letzteres haben Maaler 355d und Schottel 1400, ersteres die späteren von Stieler (1814) an. von neuern mundarten haben es besonders die oberdeutschen als schlegel, s. Tobler 388b. Hunziker 222. Schmid 465. Sartorius 108. Schröer 201b; schlägl Hügel 137b, schlögl Lexer 219. Frommann 4, 245, 78 (oberösterr.), slegel Zingerle 51b. cimbr. wb. 232a. Bedeutung. 11) werkzeug zum schlagen, hammer. schlegel, holtzschlegel, malleus Maaler 355d; malleus, maillet Schottel 1400; hölzerner hammer, alias schlägel, malleus ligneus, tudes Stieler 758. 1814; tudes, malleus, fistuca, pavicula Steinbach 2, 428. 1@aa) als haushaltsgerät, um beim holzspalten die keile in das holz zu treiben, oder nägel und dergl. einzuschlagen (vgl.schlage 3, b): ferner soll der abt haben in dem hof ... ein besem scherre, schlegel und ein band. Grimm weisth. 1, 572; item, so ainer .. gemachte arbeit verkauffen wurde, der soll .. gephendt werden .. (um) ain schlegl sechs kreitzer. tirol. weisth. 3, 100, 15; waʒ touc et slegel âne stil dâ man blöcher spalten wil? Vridanc 126, 13; wâ keil und schlegel? Cl. Hätzlerin 1, 35, 41. schlägel, der grosze, so gezogen wird, die gröszten pfähle einzurammen, der rammel, fistuca. Frisch 2, 192a: auch wenn der bruder den pferch aufschlug für die nacht auf dem felde, trieb sie die pflöck' in den grund mit kräftig geschwungenem schlegel. Mörike ged.8 367. 1@bb) keule, als waffe; diese ist im gegensatz zu dem hölzernen gerät meist metallen und von groszem gewicht, auch zum einschlagen von mauern: dar nâch gar unlange sach er ûʒ dem walde schrîten ... einen gebûren, der was vreissam ... einen slegel er vor im swanc von einem rôhen stâle. krone 14290; den slegel er über die ahsel reit und sluoc mit solher griulicheit an die mûre ein sô mehtigen slac, daʒ sie ganz und gar gelac. 14303; wand er hât in sîner hant einen îsnîn slegel grôʒ, dâmit hât er einen stôʒ ûf daʒ gewelbe getân. Ottokar reimchron. 3597; ist herter denn ein maszren schlegel (aus masernholz). B. Waldis Esop 4, 69, 156. besonderheiten. 1@b@aα) keule zur tödtung abgelebter greise: swer der sî, der êre habe unde guot, dâ bî sô nerrischen muot, daʒ er alle sîne habe gebe sînen kinden, und selben lebe mit nœten und mit gebresten, den sol man ze lesten slahen an die hirnbollen mit disem slegel en vollen, daʒ im daʒ hirn mit alle ûf die zungen valle. ges. abent. 49, 1144. über die heidnische sitte vgl. Grimm rechtsalt. 486 ff. und zeitschr. f. d. alterth. 5, 72—74, wo er zusammenhang des schlegels mit dem hammers Thors annimmt, ferner mhd. wb. 2, 2, 387a und H. E. Meyer mythol. 208. 1@b@bβ) als werkzeug der hinrichtung (enthauptung), vgl. Grimm rechtsalterth. 689: so kom er (der teufel) denne und praht ein parten und mit slegeln. Adelheid Langmann 4, 20 Strauch; eʒ würd sîn strâfe der slegel und diu barte. Lohengr. 2240. 1@b@gγ) einem manne, der von seiner frau geschlagen ist, wird ein schlegel vor die hausthür gehängt, dessen abnahme er vom bürgermeister durch eine geldbusze erkaufen musz, s. zeitschr. f. d. phil. 6, 38—41. 1@cc) keule, womit schlachtvieh beim schlachten niedergeschlagen wird; vieh unter den schlägel verkaufen, zum schlachten: gibt die kuo kein milch mehr, er verkauffts under den schlegel. Franck sprichw. 2, 26b; item wa gleich ein jung mensch in eyn kranckheit kumpt .. so .. verkauffen (seine verwandten) jn (wie man spricht) an schlegel oder messer, dʒ er gemetzigt, geessen werde. Franck weltb. 208b; vgl. 3. 1@dd) das hölzerne werkzeug mit dem man trommeln und pauken schlägt, plectrum: Calliopens trompeten-schall liebt seiner (des Zettritz, pauken-)schlägel wechselfall. Günther 747; dem tambour will der wirbel nicht unterm schlägel vor, als nun Andreas Hofer schritt durch das finstre thor. Mosen ged. 20. 1@ee) der fausthammer der bergleute, fäustel, sowol der kleinere handfäustel als der gröszere päuschel, s. Jacobsson 3, 609b. Karmarsch - Heeren3 7, 676. Veith 416 f.: schlägel, bey den bergleuten, für hammer, malleus fossorum in fodinis. Frisch 2, 192a. typisch ist die zusammenstellung schlägel und eisen: schlägel und eisen anführen, das ist, mit schlägel und eisen arbeiten, mit dem hand-fäustel auf das eisen schlagen, und dadurch das erz heraus schlagen, malleo et cuneo ferreo. ebenda, vergl. Scheuchenstuel 211. nach Jacobsson a. a. o. sagt man schlägel nur in den verbindungen auf dem schlägel arbeiten, mit schlägel und eisen arbeiten, schlägel und eisen als insignien der bergleute; schlägel allein: der schlägel oder wie man ihn, wenn man nicht in verbindung mit dem eisen davon spricht, gewöhnlicher nennt das fäustel, ist eine art von hammer mit zwei breiten bahnen, mit welchen man auf die bahn des bergeisens schlägt und dasselbe auf diese art in das gestein hinein treibt, er wiegt 4 oder 5 pfund. Kohler bergtaschenb. (1791) 176; er (der pilger) glaubt's und fuhr in stollen; da fand er einen held, desz faust, vom stahl geschwollen, zum schlegel sich wohl stellt. wunderhorn 1, 289 Boxberger; und licht (leuchtet), wie nie des bergmanns schlägel so leuchtend den demanten los vom kiesel schlug im erdenschosz. Immermann 13, 93. schlägel und eisen: das bergeisen und der fäustel werden zusammen schlägel und eisen genennet. quelle bei Veith 417; das bergwerkswappen, das ist schlägel und eisen im rothen felde. ebenda; disz rede ich dem metall unnd der bergkleute schlegel und eisen zu ehren, die sie mit ehren in jren wapen und fanen füren. Mathesius Sar. 78a; mit schlegel und eisen .. kan man alle metall und stein gewinnen und geweltigen. 85b; dieser .. brachte .. schlegel und eisen und einen tüchtigen hammer .. mit, und lief in seiner bergmännischen tracht munter vorauf. Göthe 21, 40; den bergmann lobt mann überall, den bergmann thut man preisen, daz erz und viel edle metall gewinnt er mit schlägel und eisen. alter bergreihen bei Veith 417. schlägel heiszt in den bergwerken auch der ort in der grube wo einer arbeitet, locus in fodina ubi fossor aes effodit Frisch 2, 192a; da man tieff ein- und ausfahren musz, darüber viel vergebliche zeit ohne arbeit, und ehe man uff den schlägel kommet, hingehet. quelle bei Veith 417; arbeit auf dem schlägel, gesteinsarbeit; den schlägel behauen, vor ort arbeiten; ein schlägel löst den anderen, trägt den anderen überrück, durch die an einem orte gefundenen erze werden die kosten gedeckt für den betrieb eines anderen weniger ergiebigen; ein schlägel trägt die kosten, ist bauwürdig; auf den schlägel fahren, vor ort fahren, s. Veith 417. Jacobsson 3, 610a. 1@ff) auch sonst als handwerksgerät: schlägel der böttcher, tudes Frisch 2, 192a; zum vorbrechen des flachses: schlegel, pavicula, malleus stuparius. voc. von 1618 bei Schm. 2, 519; bei den jägern keule zum einschlagen der heftel Jacobsson 3, 610a: schlegel heist eine käule, damit man die hefftel einschlägt. Fleming deutsch. jäger anh. 110, vgl. Döbel 2, 31 f.; bei den kattundruckern ein starker hölzerner hammer, womit sie beim abdrucken auf die form schlagen. Jacobsson a. a. o.; bei den zinngieszern ein hölzerner hammer zum plattschlagen des bleis. ebenda; bei den bleiarbeitern gibt es runde und flache schlägel. 7, 226a. 1@gg) schlägel im spiel. beim ballspiel das schmale brett, womit man den ball schlägt: auch ihre spiele, wie das mit ballen und schlägel, auf groszen rennbahnen, erhielt sie (die Perser) rüstig, kräftig, behend. Göthe 6, 23; geübt in allen ritterlichen gewandtheiten. zu schieszen, .. den schlägel zu führen und damit den ball auf's geschickteste zu treffen. 227; und mit dem schlägel, den ihm Duban nachgetragen, ... musz er (Schach Lolo) in stetem jagen den schweren ball so lange schlagen, bis ihm der schweisz aus allen poren bricht. Wieland 10, 336. im bilde: wenn aber der dichter seinen kopf als ballen auf die maillebahn des schahs legt, damit der fürst ihn gewahr werde, und mit dem schlägel der gunst zum glück weiter fort spedire. Göthe 6, 87; wie lang' wirst ohne hand und fusz du noch des schicksals ballen seyn! und überspringst du hundert bahnen, dem schlägel kannst du nicht entfliehn. ebenda. 1@hh) den schlegel werfen ist eine feste verbindung, deren sinn zum theil sehr dunkel ist. zunächst als waffe um jemand zu verletzen: dâ von wart sîn gemüete scharf, mit einem slegel er zuo dem lieben kinde warf. minnes. 2, 9a (Wartburgkr. 31, 5); vgl. nachher bei der auflösung der allegorie: des slegels wurf daʒ ist der tôt, den er (gott) danne an dich sendet. 10a (34, 7). von gott auch sonst: der nû den himel hât erkorn, der geiselt uns bî unser habe: ich vürhte sêre, unt wirt im zorn, den slegel wirfet er uns her abe. minnes. 3, 15a; eine ähnliche vorstellung liegt folgender stelle zu grunde: der ist eyn narr der rümen gtar das jm vil glücks zuo handen far ... der wardt des schlegels uff dem tach. Brant narrensch. 23, 4. vgl. Grimm mythol.4 114, der darin wol mit recht den donnerkeil sieht; denselben oder auch die wünschelruthe findet er in dem sprichwort: genuoge hânt des einen site und sprechent sus, swer irre rite daʒ der den slegel fünde. Parz. 180, 11, während andere an einen zufällig verloren gegangenen schlegel denken (vgl. mhd. wb. 2, 2, 387a, nachtrag zur myth. 290. Zarncke zu Brant narrenschiff a. a. o.). schlegel werfen auch bezeichnung eines spiels, desselben, das Fischart Garg. 166a als schlegels anführt (nr. 176); vielleicht hängen damit zum theil die zahlreichen redensarten zusammen, wie: er hat den schlägel zu weit geworfen, haeret in vado, er steckt, kon nit mehr weck. Sutor 480 bei Wander 4, 212; mit anderem sinne: den schlegel weit werffen, also dasz man jhn schwerlich kan wider finden, ist weidlich liegen ins feld hinein, dasz man nicht weisz wo hinausz. Egenolff sprichw. 37b; den schlegel weit von sich werfen. Eiselein 551 aus dem volksmunde, ohne angabe der bedeutung: wer vil redt, der redt dick zuo vil, und muosz ouch schiessen zuo dem zil, werffen den schlegel verr und witt. Brant narrensch. 19, 67 ('jedem zu gefallen lügen', vgl. Zarncke's commentar). an dies spiel könnte man bei der citierten stelle aus Parz. denken, sowie bei Winsbeke 47, 10, wo der vater zum sohne sagt: ich hân in êren her gelebet: ze hûs wirf ich den slegel dir (vgl. die anmerk.). beim abschiednehmen: gib urlaub mir. ich danket im seiner leren, und sprach: wirff nach den slegel, wunsch haile meiner ferte! minnefalkner 78. einem den schlegel vor die thür werfen, schlimmes anthun oder nachsagen, etwas am zeuge flicken: es ist grad, als ob einem alles den schlägel vor die thür werfen wolle. Felder Nümmamüllers 207. 1@ii) auch sonst begegnen zahlreiche redensarten mit schlägel, deren sinn nicht immer klar ist: am schlägel flicken, für 'ausflüchte machen' (?): herr Leonhart bracht schrifft, aber Eck flicket an einem schlegel etc. er bracht geringe wahr. Luther 3, 416b; wollen aber solch unrecht nicht widerruffen, .. heben an am schlegel zu flicken, wolten sich gern schmücken mit dem glöslin. 5, 194b; sie (die juden) haben hie viel marterns in diesem spruch, .. und können doch nichts schaffen, on das sie jmer am schlegel flicken, und eine lügen mit sieben lügen gern wolten war machen. 8, 129b. der maus den schlägel anbinden: den alten spruch den sprichet man: alsô diu mûs ze neste nien' muge,sô bind ir einen slegel an. minnes. 3, 34a. über den schlägel stolpern: mein mann der ist ein flegel, er stolpert übern schlegel so oft er zu mir geht. Fuchsmundi 49. kopf wie ein schlägel (so dick?): oder eʒ (das kind) wirt hogereht .. oder ein tôre oder eʒ gewinnet einen kopf als ein slegel. Berth. v. Regensburg 1, 323, 28. 1@kk) schlägel, bildlich: wer .. nit sich förcht vor der sunden slegel. Euling priameln 36, 11; vgl.schlägel der gunst unter g. 1@ll) österr. von einem groben menschen, flegel: wollte gott, dasz es ein zeichen wäre seines todes, damit ich einist dieses ungeschlachtn schlegels möchte los werden. Abr. a S. Clara närrinnen 163; von einem hartnäckigen kopfe, mundartlich: der oan, der nix ausrichtt, brummt: 'schlögl von an kopf!' Frommann 4, 243, 78. 1@mm) in einer genossenschaft herumgehender schlägel als zeichen eines gastgebots: ein schlegel, das ist wenn man ein gastung laszt umbgon, circumpotatio. Maaler 355d. 22) hinterschenkel, hinterlauf bei thieren, besonders beim wild. Nemnich. Jacobsson 3, 610a; schlägel, etiam dicitur in animalibus coxa; hirschschlägel, clunis cervinus; rehschlägel, coxa capreoli Stieler 1814; schlägel, wegen der gleichheit, animalium coxa Frisch 2, 192a. besonders oberd.: kelberner, schaffener schlegel. Schm. 2, 519. Hügel 137b. Hunziker 222. Schmid 465. Sartorius 108; schunken oder gämsschlegel ungr. Simpl. 67 bei Schröer 201b: die schweinen schuncken, sonderlich aber die schäfenen schlegel, werden also frisch eingemacht. Hohberg 1, 211a; das kleine kniebeinlein von einem gebratenen schäfernen schlägel 277a. 33) ort, wo geschlagen wird, schlachthaus: percussorium .. slegel, slegil, schlegel. Dief. gloss. 425a (hierher?); schlachhûs, schlegel voc. von 1429 bei Schm. 2, 519; vich gein Augspurg an den schlegel füeren, s. ebenda; das sy (die metzger) sölch viech zum schlegl treiben und vermetzgken und anderswo aus dem land nit verkaufen. landpot in Ober- und Niederbaiern (1516) 48b. von der bedeutung 1, c nicht sicher zu scheiden. — schlägel in bergwerken, ort in der grube, s. 1, e. 44) handwerksausdrücke (vgl. 1, cf). 4@aa) in der baukunst ein eichener, mit eisernen reifen beschlagener, oder ein aus eisen gegossener block mit zapfen, wodureh schlieszen gehen, damit er zwischen den beiden lauflatten eines schlagwerks herauf und herunter laufen kann. Jacobsson 3, 609b. 4@bb) im deichbau der mit einem langen stiel versehene zapfen vor der ablaszrinne eines teiches. 610a, stielzapfen, zapfen, vgl. 4, 683a; schlägel, in den fisch-teichen, obturamentum piscinae, quo aqua retinetur et eo extracto emittitur, der zapfen. Frisch 2, 192a: wenn der amman an seinem weier oder tham ettwas pruchs oder do vischen will, dordurch er den slegel ziehen musz. Tucher baumeisterb. 217, 30 Lexer; das nach der vesper oder umb zwei gen nacht der krottenmullner ein slegel gezogen hat ob seiner müll, dardurch der pach in die Begnitz felt. 233, 25. 4@cc) bei fischern ein gröszeres bauchiges gefäsz zum transport der gefangenen fische: der vogt, gwalthaber, undt fürmundt und advocat, muosz zuo sym disch dar von ouch han eyn schlägle visch. Brant narrensch. 71, 16; wer do iszt von üwerm tisch, der nympt vom schlegel synen visch. Murner narrenbeschw. 23, 22. auch von einem weingefäsz, vgl. schwäb. schlegel bouteille mit engem halse. Schmid 465 (Württemb. oberland); schweiz. schlegeli kurze, dicke flasche. Tobler 388b und schlägelflasche. 55) verwendungen der älteren sprache und mundartliches. 5@aa) bei Fischart haufen, anzahl (?): die Greta wolt auch nicht meh spinnen, wanns am rucken der flöh ward innen: sie mörd wol jren etlich schlägel, das sie bekam gar rote nägel. dicht. 2, 47 Kurz (flöhhaz 1731); vgl. auch: Saturn wird retrogradus hindergrattelig seyn ... Mercur onconstant und schweiffig ... das ander schlegel planeten, wird nicht nach ewerem befelch gehen. groszm. 39, s. kloster 8, 574. 5@bb) quabbe, dickkopf, ahd. slegil capiton Graff 6, 782; so genannt wegen der schlägelähnlichen gestalt. jetzt von einer bestimmten art, hammerfisch, squalus zygaena. Nemnich; vergl. schlägelfisch und zeitschrift für d. phil. 6, 462; ferner nordd. schlägelüze, kielfrosch, kaulquappe, gyrinus. Nemnich. 5@cc) schlägel oder trommelschlägel bezeichnung mehrerer pflanzen, der waldkornblume, centaurea montana; cirsium rivulare; muscari racemosum, und besonders der bunzenkeule, typha (latifolia), als schlegel (St. Gallen), sammetschlegeli (Zürich), trommelschlegel (St. Gallen). Pritzel-Jessen. 5@dd) gefangenwärter: eisenmeister, schlegel oder scherg quelle von 1616 bei Schm. 2, 519; kerkermeister, schlögl oder eisenschörg, s. ebenda. 5@ee) schlegel, bornschlegel, nachtkönig, abdecker, s. ebenda. 5@ff) umzuschlagender rand, besonders am hintertheil einer gewissen art mannshauben, die schlägelhauben oder auch blosz schlägel heiszen. schwarze schlägel der geistlichen. sammetschlägel der regierenden benedictiner-prälaten. ebenda. 5@gg) in Salzburg für eine art backwerk, die sonst gogelhopf heiszt. ebenda. 5@hh) suppe oder flüssige speise, die zu dick geraten ist: d suppm is e lautere schlegl, is schlegldick. ebenda. Hunziker 222, vgl. schlegelmilch. 5@ii) kothig gewordener rand an rock oder kleid. Schm. a. a. o. 5@kk) gebrechen, laster, schmach, schande. ebenda. 5@ll) bei den schweizer. hirten name einer kuh mit einem stiergrinde, mit dicken und kurzen beinen. Tobler 388b. 5@mm) geschwollener, ungelenker fusz. Schmid 465. 5@nn) rothschlägel, in einigen gegenden vom blutfinken oder dompfaffen, vgl. theil 8, 1314 und schlag II, 5. schlagen V, 9. 5@oo) oberd. schlägel, schlagel als demin. zu schlag, s. schläglein.
17958 Zeichen · 384 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schlägel

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Der Schlägel , des -s, plur. ut nom. sing. von dem Zeitworte schlagen und der Ableitungssylbe -el, ein Subject, ingleich…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Schlägel

    Goethe-Wörterbuch

    Schlägel selten -e- 1 bergm: Fäustel, Fausthammer; häufig ‘S. und Eisen’, einmal neben ‘Hammer’ Steinschneider [ J ] Mül…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Schlägel

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09) · +1 Parallelbeleg

    Schlägel ( Fäustel ), Arbeitswerkzeug der Bergleute, ein auf beiden Seiten des starken Stiels (Helm) gleichgestalteter, …

  4. modern
    Dialekt
    Schlägel

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Schlägel 'Werkzeug zum Schlagen' s. Schlegel .

  5. Sprichwörter
    Schlägel

    Wander (Sprichwörter)

    Schlägel 1. Schlegel und Weg sollen den Förster wecken. – Graf, 363, 426. Das Wegholen von Holz aus fremdem Forst ward, …

  6. Spezial
    Schlägel

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Schlä|gel m. (-s,-) 1 (Holzhammer) maciüa (-ües) f. , maza (mazes) f. , mazot (-oc) m. 2 (schwerer Hammer) pirun (-s) m.…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schlaegel

49 Bildungen · 36 Erstglied · 13 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von schlaegel 2 Komponenten

sch+laegel

schlaegel setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schlaegel‑ als Erstglied (30 von 36)

schlägelarbeit

DWB

schlaegel·arbeit

schlägelarbeit , f. im bergwesen, arbeit mit schlägel und eisen ( s. schlägel 1, e ) Veith 418 : die schlägel- und eisenarbeit ist unter all…

schlägelarm

DWB

schlaegel·arm

schlägelarm , m. bei den ölmüllern ein langer baum, der an der schlägelwelle befestigt ist und den preszkeil der öllade treibt. Campe.

schlägelaxt

DWB

schlaegel·axt

schlägelaxt , f. axt zum eintreiben von keilen, schweiz. schlegelachs. Hunziker 222 .

schlägelchen

DWB

schlaegel·chen

schlägelchen , n. 1) deminutiv zu schlag mit doppelter ableitung: schlägelein, demin. das, alias schlägelchen, levis ictus, lenis manu monit…

schlägeleisen

DWB

schlaege·leisen

schlägeleisen , n. im hüttenwesen ein drei ellen langes, vorn zugespitztes eisen zum losbrechen von bühnen, stühlen und ofenbrüchen. Jacobss…

schlägelfasz

DWB

schlägelfasz , n. rührkübel, vergl. schlägelmilch. Schm. 2, 519 .

schlägelgesell

DWB

schlaegel·gesell

schlägelgesell , m. bergmann, der mit einem andern an demselben orte in der grube arbeitet ( s. schlägel 1, e ). Jacobsson 7, 226 a : ein be…

schlägelgrube

DWB

schlaegel·grube

schlägelgrube , f. der tiefste ort in einem fischteiche, wo das wasser mittelst des schlägels ( s. das. 4, b ) abgelassen werden kann, locus…

schlägelhacke

DWB

schlaegel·hacke

schlägelhacke , f. : von einer schlägl- oder andern hacke 4 xr. tirol. weisth. 3, 274, 43; ain grosze schleglhack. 4, 278, 17; im glossar er…

schlägelicht

DWB

schlaege·licht

schlägelicht , adj. et adv. aberrans, exorbitans, labens, indecorus, invenustus, inconveniens, et indecore, intempestive, pueriliter, frigid…

schlägelkönig

DWB

schlaegel·koenig

schlägelkönig , m. , vgl. schlägler: voran drei schlegelkönge, zu fusz, demüthiglich. Uhland ged. (1864) 362 .

schlägelkopf

DWB

schlaegel·kopf

schlägelkopf , m. pferdekopf, der um die stirn und ganaschen sehr stark und um das maul sehr dünn ist, auch hasenkopf. Nemnich, vgl. theil 4…

schlägelkrieg

DWB

schlaegel·krieg

schlägelkrieg , m. , unter diesem namen ist der krieg zwischen dem grafen Eberhard von Würtemberg und dem grafen von Eberstein, in welchem d…

schlägelkübel

DWB

schlaegel·kuebel

schlägelkübel , n. butterfasz ( vgl. schlägelfasz): camella milch napff, botter vad, slegel kubel. Dief. nov. gl. 69 a .

schlägellahm

DWB

schlaegel·lahm

schlägellahm , adj. bei den jägern von einem hirsche, der an einem schenkel ( s. schlägel 2) lahm ist. Campe.

schlägelmilch

DWB

schlaegel·milch

schlägelmilch , f. buttermilch ( vergl. schlägeln 1, d ). Jacobsson 7, 226 a , ahd. slegilmilo und slegimelo ( vgl. schlagmilch) Graff 2, 72…

Schlägelnuß

Campe

schlaegel·nuss

Die Schlägelnuß , Mz. — nüsse , die längliche der Quere nach in zwei Fächer abgetheilte Nuß, Frucht eines 2 bis 3 Ellen hohen, immer grünen …

schlägelnusz

DWB

schlägelnusz , f. die malabarische nusz, justicia adhatoda. Nemnich.

schlaegel als Zweitglied (13 von 13)

Bahnenschlägel

Adelung

bahnen·schlaegel

Der Bahnenschlägel , des -s, plur. ut nom. sing. bey den Bergleuten, der große Hammer, womit die Bahn des großen Schmiedehammers wieder ausg…

holzschlägel

DWB

holz·schlaegel

holzschlägel , m. 1 1) hölzerner schlägel zum eintreiben der eisenkeile beim spalten des brennholzes: die schidachs und den holsschlegel. fa…

Kalbsschlägel

Adelung

kalb·s·schlaegel

Der Kalbsschlägel , des -s, plur. ut nom. sing. S. Adelung Kälberstoß und Adelung Schlägel .

rehschlägel

DWB

reh·schlaegel

rehschlägel , m. coxa capreoli. Stieler 1814 : zemmer und knöpf von hirzen, rechschlegel, hinderlauf, bug vom rech. Garg. 53 b ; da in sein …

Rothschlägel

Adelung

roth·schlaegel

Der Rothschlägel , des -s, plur. ut nom. sing. in einigen Gegenden, ein Nahme des Gimpels oder Rothvogels, S. Adelung Dompfaff . Die letzte …

thonschlägel

DWB

thon·schlaegel

thonschlägel , m. schlägel, womit der thon zu runden klumpen zusammengeschlagen wird, um die fetten und mageren theile gehörig zu vermischen…

trommelschlägel

DWB

trommel·schlaegel

trommelschlägel , m. , im älteren nhd. und mundartlich auch trommenschlegel. 1) hölzerner stock, mit dem die trommel geschlagen wird; meist …

wallschlägel

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wall·schlaegel

wallschlägel , m. ein längliches viereckiges brett mit einem schräg eingesetzten stiel, das zum gleichschlagen der rasenstücke zur bekleidun…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „schlaegel". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 14. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/schlaegel/dwb?formid=S10028
MLA
Cotta, Marcel. „schlaegel". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/schlaegel/dwb?formid=S10028. Abgerufen 14. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „schlaegel". lautwandel.de. Zugegriffen 14. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/schlaegel/dwb?formid=S10028.
BibTeX
@misc{lautwandel_schlaegel_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„schlaegel"},
  year         = {2026},
  howpublished = {lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern},
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  urldate      = {2026-05-14},
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