schlägel,
m. werkzeug zum schlagen, hammer, keule, hinterkeule eines thieres. eine dem hd. eigenthümliche ableitung zu dem verb. slahan
mit dem weitverbreiteten suffix -il,
das bezeichnungen von instrumenten bildet (
wie z. b. in meiszel, stempel, schlüssel, zügel),
vgl. Grimm gramm. 2, 109—111.
auszerhalb des hochd. begegnet diese ableitung nicht, nur ags. findet sich in einer glosse: plectro scecele oððe slegele. Wright
vocab.2 1, 466, 28,
neben gewöhnlichem slecg (
fem.),
hammer, s. Bosworth-Toller 883
b,
dem isl. sleggja
entspricht. Fritzner
2 3, 427
a,
vgl. auch Kluge
5 325
b.
ahd. slegil,
percussorium, maza, capiton, tribula, lignum quo trituratur. Graff 6, 782,
mhd. slegel Lexer
handwb. 2, 965,
cilindrus slegil Dief.
gl. 118
c,
percussorium .. slegel, slegil, schlegel 425
a,
tigillum .. hd. slegel, schlegel,
nd. slagel, snegel, slage. 583
a.
nhd. bestehen die schreibungen schlägel
und schlegel
bis heute nebeneinander, letzteres haben Maaler 355
d und Schottel 1400,
ersteres die späteren von Stieler (1814)
an. von neuern mundarten haben es besonders die oberdeutschen als schlegel,
s. Tobler 388
b. Hunziker 222. Schmid 465. Sartorius 108. Schröer 201
b; schlägl Hügel 137
b, schlögl Lexer 219. Frommann 4, 245, 78 (
oberösterr.), slegel Zingerle 51
b.
cimbr. wb. 232
a.
Bedeutung. 11)
werkzeug zum schlagen, hammer. schlegel, holtzschlegel,
malleus Maaler 355
d;
malleus, maillet Schottel 1400; hölzerner hammer,
alias schlägel,
malleus ligneus, tudes Stieler 758. 1814;
tudes, malleus, fistuca, pavicula Steinbach 2, 428. 1@aa)
als haushaltsgerät, um beim holzspalten die keile in das holz zu treiben, oder nägel und dergl. einzuschlagen (
vgl.schlage 3,
b): ferner soll der abt haben in dem hof ... ein besem scherre, schlegel und ein band. Grimm
weisth. 1, 572; item, so ainer .. gemachte arbeit verkauffen wurde, der soll .. gephendt werden .. (
um) ain schlegl sechs kreitzer.
tirol. weisth. 3, 100, 15; waʒ touc et slegel âne stil dâ man blöcher spalten wil? Vridanc 126, 13; wâ keil und schlegel? Cl. Hätzlerin 1, 35, 41. schlägel, der grosze, so gezogen wird, die gröszten pfähle einzurammen, der rammel,
fistuca. Frisch 2, 192
a: auch wenn der bruder den pferch aufschlug für die nacht auf dem felde, trieb sie die pflöck' in den grund mit kräftig geschwungenem schlegel. Mörike
ged.8 367. 1@bb)
keule, als waffe; diese ist im gegensatz zu dem hölzernen gerät meist metallen und von groszem gewicht, auch zum einschlagen von mauern: dar nâch gar unlange sach er ûʒ dem walde schrîten ... einen gebûren, der was vreissam ... einen slegel er vor im swanc von einem rôhen stâle.
krone 14290; den slegel er über die ahsel reit und sluoc mit solher griulicheit an die mûre ein sô mehtigen slac, daʒ sie ganz und gar gelac. 14303; wand er hât in sîner hant einen îsnîn slegel grôʒ, dâmit hât er einen stôʒ ûf daʒ gewelbe getâ
n. Ottokar
reimchron. 3597; ist herter denn ein maszren schlegel (
aus masernholz). B. Waldis
Esop 4, 69, 156.
besonderheiten. 1@b@aα)
keule zur tödtung abgelebter greise: swer der sî, der êre habe unde guot, dâ bî sô nerrischen muot, daʒ er alle sîne habe gebe sînen kinden, und selben lebe mit nœten und mit gebresten, den sol man ze lesten slahen an die hirnbollen mit disem slegel en vollen, daʒ im daʒ hirn mit alle ûf die zungen valle.
ges. abent. 49, 1144.
über die heidnische sitte vgl. Grimm
rechtsalt. 486
ff. und zeitschr. f. d. alterth. 5, 72—74,
wo er zusammenhang des schlegels mit dem hammers Thors annimmt, ferner mhd. wb. 2, 2, 387
a und H. E. Meyer
mythol. 208. 1@b@bβ)
als werkzeug der hinrichtung (
enthauptung),
vgl. Grimm
rechtsalterth. 689: so kom er (
der teufel) denne und praht ein parten und mit slegeln. Adelheid Langmann 4, 20
Strauch; eʒ würd sîn strâfe der slegel und diu barte.
Lohengr. 2240. 1@b@gγ)
einem manne, der von seiner frau geschlagen ist, wird ein schlegel vor die hausthür gehängt, dessen abnahme er vom bürgermeister durch eine geldbusze erkaufen musz, s. zeitschr. f. d. phil. 6, 38—41. 1@cc)
keule, womit schlachtvieh beim schlachten niedergeschlagen wird; vieh unter den schlägel verkaufen,
zum schlachten: gibt die kuo kein milch mehr, er verkauffts under den schlegel. Franck
sprichw. 2, 26
b; item wa gleich ein jung mensch in eyn kranckheit kumpt .. so .. verkauffen (
seine verwandten) jn (wie man spricht) an schlegel oder messer, dʒ er gemetzigt, geessen werde. Franck
weltb. 208
b;
vgl. 3. 1@dd)
das hölzerne werkzeug mit dem man trommeln und pauken schlägt, plectrum: Calliopens trompeten-schall liebt seiner (
des Zettritz, pauken-)schlägel wechselfall. Günther 747; dem tambour will der wirbel nicht unterm schlägel vor, als nun Andreas Hofer schritt durch das finstre thor. Mosen
ged. 20. 1@ee)
der fausthammer der bergleute, fäustel, sowol der kleinere handfäustel als der gröszere päuschel, s. Jacobsson 3, 609
b. Karmarsch - Heeren
3 7, 676. Veith 416
f.: schlägel, bey den bergleuten, für hammer,
malleus fossorum in fodinis. Frisch 2, 192
a.
typisch ist die zusammenstellung schlägel und eisen: schlägel und eisen anführen, das ist, mit schlägel und eisen arbeiten, mit dem hand-fäustel auf das eisen schlagen, und dadurch das erz heraus schlagen,
malleo et cuneo ferreo. ebenda, vergl. Scheuchenstuel 211.
nach Jacobsson
a. a. o. sagt man schlägel
nur in den verbindungen auf dem schlägel arbeiten, mit schlägel und eisen arbeiten, schlägel und eisen
als insignien der bergleute; schlägel
allein: der schlägel oder wie man ihn, wenn man nicht in verbindung mit dem eisen davon spricht, gewöhnlicher nennt das fäustel, ist eine art von hammer mit zwei breiten bahnen, mit welchen man auf die bahn des bergeisens schlägt und dasselbe auf diese art in das gestein hinein treibt, er wiegt 4 oder 5 pfund. Kohler
bergtaschenb. (1791) 176; er (
der pilger) glaubt's und fuhr in stollen; da fand er einen held, desz faust, vom stahl geschwollen, zum schlegel sich wohl stellt.
wunderhorn 1, 289
Boxberger; und licht (
leuchtet), wie nie des bergmanns schlägel so leuchtend den demanten los vom kiesel schlug im erdenschosz. Immermann 13, 93. schlägel und eisen: das bergeisen und der fäustel werden zusammen schlägel und eisen genennet.
quelle bei Veith 417; das bergwerkswappen, das ist schlägel und eisen im rothen felde.
ebenda; disz rede ich dem metall unnd der bergkleute schlegel und eisen zu ehren, die sie mit ehren in jren wapen und fanen füren. Mathesius
Sar. 78
a; mit schlegel und eisen .. kan man alle metall und stein gewinnen und geweltigen. 85
b; dieser .. brachte .. schlegel und eisen und einen tüchtigen hammer .. mit, und lief in seiner bergmännischen tracht munter vorauf. Göthe 21, 40; den bergmann lobt mann überall, den bergmann thut man preisen, daz erz und viel edle metall gewinnt er mit schlägel und eisen.
alter bergreihen bei Veith 417. schlägel heiszt in den bergwerken auch der ort in der grube wo einer arbeitet,
locus in fodina ubi fossor aes effodit Frisch 2, 192
a; da man tieff ein- und ausfahren musz, darüber viel vergebliche zeit ohne arbeit, und ehe man uff den schlägel kommet, hingehet.
quelle bei Veith 417; arbeit auf dem schlägel,
gesteinsarbeit; den schlägel behauen,
vor ort arbeiten; ein schlägel löst den anderen, trägt den anderen überrück,
durch die an einem orte gefundenen erze werden die kosten gedeckt für den betrieb eines anderen weniger ergiebigen; ein schlägel trägt die kosten,
ist bauwürdig; auf den schlägel fahren,
vor ort fahren, s. Veith 417. Jacobsson 3, 610
a. 1@ff)
auch sonst als handwerksgerät: schlägel der böttcher,
tudes Frisch 2, 192
a;
zum vorbrechen des flachses: schlegel,
pavicula, malleus stuparius. voc. von 1618
bei Schm. 2, 519;
bei den jägern keule zum einschlagen der heftel Jacobsson 3, 610
a: schlegel heist eine käule, damit man die hefftel einschlägt. Fleming
deutsch. jäger anh. 110,
vgl. Döbel 2, 31
f.; bei den kattundruckern ein starker hölzerner hammer, womit sie beim abdrucken auf die form schlagen. Jacobsson
a. a. o.; bei den zinngieszern ein hölzerner hammer zum plattschlagen des bleis. ebenda; bei den bleiarbeitern gibt es runde
und flache schlägel. 7, 226
a. 1@gg) schlägel
im spiel. beim ballspiel das schmale brett, womit man den ball schlägt: auch ihre spiele, wie das mit ballen und schlägel, auf groszen rennbahnen, erhielt sie (
die Perser) rüstig, kräftig, behend. Göthe 6, 23; geübt in allen ritterlichen gewandtheiten. zu schieszen, .. den schlägel zu führen und damit den ball auf's geschickteste zu treffen. 227; und mit dem schlägel, den ihm Duban nachgetragen, ... musz er (
Schach Lolo) in stetem jagen den schweren ball so lange schlagen, bis ihm der schweisz aus allen poren bricht. Wieland 10, 336.
im bilde: wenn aber der dichter seinen kopf als ballen auf die maillebahn des schahs legt, damit der fürst ihn gewahr werde, und mit dem schlägel der gunst zum glück weiter fort spedire. Göthe 6, 87; wie lang' wirst ohne hand und fusz du noch des schicksals ballen seyn! und überspringst du hundert bahnen, dem schlägel kannst du nicht entfliehn.
ebenda. 1@hh) den schlegel werfen
ist eine feste verbindung, deren sinn zum theil sehr dunkel ist. zunächst als waffe um jemand zu verletzen: dâ von wart sîn gemüete scharf, mit einem slegel er zuo dem lieben kinde warf.
minnes. 2, 9
a (
Wartburgkr. 31, 5);
vgl. nachher bei der auflösung der allegorie: des slegels wurf daʒ ist der tôt, den er (
gott) danne an dich sendet. 10
a (34, 7).
von gott auch sonst: der nû den himel hât erkorn, der geiselt uns bî unser habe: ich vürhte sêre, unt wirt im zorn, den slegel wirfet er uns her abe.
minnes. 3, 15
a;
eine ähnliche vorstellung liegt folgender stelle zu grunde: der ist eyn narr der rümen gtar das jm vil glücks zuo handen far ... der wardt des schlegels uff dem tach. Brant
narrensch. 23, 4.
vgl. Grimm
mythol.4 114,
der darin wol mit recht den donnerkeil sieht; denselben oder auch die wünschelruthe findet er in dem sprichwort: genuoge hânt des einen site und sprechent sus, swer irre rite daʒ der den slegel fünde.
Parz. 180, 11,
während andere an einen zufällig verloren gegangenen schlegel denken (
vgl. mhd. wb. 2, 2, 387
a,
nachtrag zur myth. 290. Zarncke
zu Brant
narrenschiff a. a. o.). schlegel werfen
auch bezeichnung eines spiels, desselben, das Fischart
Garg. 166
a als schlegels
anführt (
nr. 176);
vielleicht hängen damit zum theil die zahlreichen redensarten zusammen, wie: er hat den schlägel zu weit geworfen,
haeret in vado, er steckt, kon nit mehr weck. Sutor 480
bei Wander 4, 212;
mit anderem sinne: den schlegel weit werffen, also dasz man jhn schwerlich kan wider finden, ist weidlich liegen ins feld hinein, dasz man nicht weisz wo hinausz. Egenolff
sprichw. 37
b; den schlegel weit von sich werfen. Eiselein 551
aus dem volksmunde, ohne angabe der bedeutung: wer vil redt, der redt dick zuo vil, und muosz ouch schiessen zuo dem zil, werffen den schlegel verr und witt. Brant
narrensch. 19, 67 ('
jedem zu gefallen lügen',
vgl. Zarncke's
commentar).
an dies spiel könnte man bei der citierten stelle aus Parz. denken, sowie bei Winsbeke 47, 10,
wo der vater zum sohne sagt: ich hân in êren her gelebet: ze hûs wirf ich den slegel dir (
vgl. die anmerk.).
beim abschiednehmen: gib urlaub mir. ich danket im seiner leren, und sprach: wirff nach den slegel, wunsch haile meiner ferte!
minnefalkner 78. einem den schlegel vor die thür werfen,
schlimmes anthun oder nachsagen, etwas am zeuge flicken: es ist grad, als ob einem alles den schlägel vor die thür werfen wolle. Felder
Nümmamüllers 207. 1@ii)
auch sonst begegnen zahlreiche redensarten mit schlägel,
deren sinn nicht immer klar ist: am schlägel flicken,
für '
ausflüchte machen' (?): herr Leonhart bracht schrifft, aber Eck flicket an einem schlegel
etc. er bracht geringe wahr. Luther 3, 416
b; wollen aber solch unrecht nicht widerruffen, .. heben an am schlegel zu flicken, wolten sich gern schmücken mit dem glöslin. 5, 194
b; sie (
die juden) haben hie viel marterns in diesem spruch, .. und können doch nichts schaffen, on das sie jmer am schlegel flicken, und eine lügen mit sieben lügen gern wolten war machen. 8, 129
b. der maus den schlägel anbinden: den alten spruch den sprichet man: alsô diu mûs ze neste nien' muge,sô bind ir einen slegel
an. minnes. 3, 34
a. über den schlägel stolpern: mein mann der ist ein flegel, er stolpert übern schlegel so oft er zu mir geht.
Fuchsmundi 49. kopf wie ein schlägel (
so dick?): oder eʒ (
das kind) wirt hogereht .. oder ein tôre oder eʒ gewinnet einen kopf als ein slegel. Berth. v. Regensburg 1, 323, 28. 1@kk) schlägel,
bildlich: wer .. nit sich förcht vor der sunden slegel. Euling
priameln 36, 11;
vgl.schlägel der gunst
unter g. 1@ll)
österr. von einem groben menschen, flegel: wollte gott, dasz es ein zeichen wäre seines todes, damit ich einist dieses ungeschlachtn schlegels möchte los werden. Abr. a S. Clara
närrinnen 163;
von einem hartnäckigen kopfe, mundartlich: der oan, der nix ausrichtt, brummt: 'schlögl von an kopf!' Frommann 4, 243, 78. 1@mm)
in einer genossenschaft herumgehender schlägel als zeichen eines gastgebots: ein schlegel, das ist wenn man ein gastung laszt umbgon,
circumpotatio. Maaler 355
d. 22)
hinterschenkel, hinterlauf bei thieren, besonders beim wild. Nemnich. Jacobsson 3, 610
a; schlägel,
etiam dicitur in animalibus coxa; hirschschlägel,
clunis cervinus; rehschlägel,
coxa capreoli Stieler 1814; schlägel, wegen der gleichheit,
animalium coxa Frisch 2, 192
a.
besonders oberd.: kelberner, schaffener schlegel. Schm. 2, 519. Hügel 137
b. Hunziker 222. Schmid 465. Sartorius 108; schunken oder gämsschlegel
ungr. Simpl. 67
bei Schröer 201
b: die schweinen schuncken, sonderlich aber die schäfenen schlegel, werden also frisch eingemacht. Hohberg 1, 211
a; das kleine kniebeinlein von einem gebratenen schäfernen schlägel 277
a. 33)
ort, wo geschlagen wird, schlachthaus: percussorium .. slegel, slegil, schlegel. Dief.
gloss. 425
a (
hierher?); schlachhûs, schlegel
voc. von 1429
bei Schm. 2, 519; vich gein Augspurg an den schlegel füeren,
s. ebenda; das sy (
die metzger) sölch viech zum schlegl treiben und vermetzgken und anderswo aus dem land nit verkaufen.
landpot in Ober- und Niederbaiern (1516) 48
b.
von der bedeutung 1,
c nicht sicher zu scheiden. — schlägel
in bergwerken, ort in der grube, s. 1,
e. 44)
handwerksausdrücke (
vgl. 1,
c—
f). 4@aa)
in der baukunst ein eichener, mit eisernen reifen beschlagener, oder ein aus eisen gegossener block mit zapfen, wodureh schlieszen gehen, damit er zwischen den beiden lauflatten eines schlagwerks herauf und herunter laufen kann. Jacobsson 3, 609
b. 4@bb)
im deichbau der mit einem langen stiel versehene zapfen vor der ablaszrinne eines teiches. 610
a,
stielzapfen, zapfen, vgl. 4, 683
a; schlägel, in den fisch-teichen,
obturamentum piscinae, quo aqua retinetur et eo extracto emittitur, der zapfen. Frisch 2, 192
a: wenn der amman an seinem weier oder tham ettwas pruchs oder do vischen will, dordurch er den slegel ziehen musz. Tucher
baumeisterb. 217, 30
Lexer; das nach der vesper oder umb zwei gen nacht der krottenmullner ein slegel gezogen hat ob seiner müll, dardurch der pach in die Begnitz felt. 233, 25. 4@cc)
bei fischern ein gröszeres bauchiges gefäsz zum transport der gefangenen fische: der vogt, gwalthaber, undt fürmundt und advocat, muosz zuo sym disch dar von ouch han eyn schlägle visch. Brant
narrensch. 71, 16; wer do iszt von üwerm tisch, der nympt vom schlegel synen visch. Murner
narrenbeschw. 23, 22.
auch von einem weingefäsz, vgl. schwäb. schlegel
bouteille mit engem halse. Schmid 465 (
Württemb. oberland);
schweiz. schlegeli
kurze, dicke flasche. Tobler 388
b und schlägelflasche. 55)
verwendungen der älteren sprache und mundartliches. 5@aa)
bei Fischart
haufen, anzahl (?): die Greta wolt auch nicht meh spinnen, wanns am rucken der flöh ward innen: sie mörd wol jren etlich schlägel, das sie bekam gar rote nägel.
dicht. 2, 47
Kurz (
flöhhaz 1731);
vgl. auch: Saturn wird retrogradus hindergrattelig seyn ... Mercur onconstant und schweiffig ... das ander schlegel planeten, wird nicht nach ewerem befelch gehen.
groszm. 39,
s. kloster 8, 574. 5@bb)
quabbe, dickkopf, ahd. slegil
capiton Graff 6, 782;
so genannt wegen der schlägelähnlichen gestalt. jetzt von einer bestimmten art, hammerfisch, squalus zygaena. Nemnich;
vergl. schlägelfisch
und zeitschrift für d. phil. 6, 462;
ferner nordd. schlägelüze,
kielfrosch, kaulquappe, gyrinus. Nemnich. 5@cc) schlägel
oder trommelschlägel
bezeichnung mehrerer pflanzen, der waldkornblume, centaurea montana; cirsium rivulare; muscari racemosum, und besonders der bunzenkeule, typha (
latifolia),
als schlegel (
St. Gallen), sammetschlegeli (
Zürich), trommelschlegel (
St. Gallen). Pritzel-Jessen. 5@dd)
gefangenwärter: eisenmeister, schlegel oder scherg
quelle von 1616
bei Schm. 2, 519; kerkermeister, schlögl oder eisenschörg,
s. ebenda. 5@ee) schlegel, bornschlegel,
nachtkönig, abdecker, s. ebenda. 5@ff)
umzuschlagender rand, besonders am hintertheil einer gewissen art mannshauben, die schlägelhauben
oder auch blosz schlägel
heiszen. schwarze schlägel
der geistlichen. sammetschlägel
der regierenden benedictiner-prälaten. ebenda. 5@gg)
in Salzburg für eine art backwerk, die sonst gogelhopf
heiszt. ebenda. 5@hh)
suppe oder flüssige speise, die zu dick geraten ist: d suppm is e lautere schlegl, is schlegldick.
ebenda. Hunziker 222,
vgl. schlegelmilch. 5@ii)
kothig gewordener rand an rock oder kleid. Schm.
a. a. o. 5@kk)
gebrechen, laster, schmach, schande. ebenda. 5@ll)
bei den schweizer. hirten name einer kuh mit einem stiergrinde, mit dicken und kurzen beinen. Tobler 388
b. 5@mm)
geschwollener, ungelenker fusz. Schmid 465. 5@nn) rothschlägel,
in einigen gegenden vom blutfinken oder dompfaffen, vgl. theil 8, 1314
und schlag II, 5. schlagen V, 9. 5@oo)
oberd. schlägel, schlagel
als demin. zu schlag,
s. schläglein.