Eintrag · Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke)
SCHAZ stm.
1. geld, reichthum. goth. skatts, ahd. scaz Ulfil. wb. 162. Graff 6,557. Gr. d. mythol. 922. RA. 565. Schmeller 3,420. minne, schatz, grôʒ gewin verkêrent guotes mannes sin. begraben schatz, verborgen sin, von den hât nieman gewin Vrid. 147,5. verborgen schatz und wîstuom diu sint ze nutze kleine frum krone 1. a Sch. schaz ir minne, schaz ir vröude, schaz in liebet vür den tac MS. 2,173. b. schaz und rîch geræte troj. s. 14. d. grôʒ rîche schaz unde kleinôte fîn Ludw. 14,18. waʒ er rîhtuomes habete, fihis unde scatzes Genes. fundgr. 34,34. er gehieʒ ime scazzes genuoge Diemer 72,24. vgl. troj. s. 19. b. manegen schilt vollen man dar schatzes truoc Nib. 316,1. alles schatzes vlüʒʒe gânt ze Rôme daʒ die dâ bestânt Vrid. 148,4. wâ ich iu erwete scaz unde scillinch leseb. 190,7. jâ habe wir scaz genuogen Genes. fundgr. 62,24. hieʒ ieglîches scatz legen wider in sînen sach das. 63,44. einem schaz geben troj. s. 269. d. Pass. K. 245,90. er bringet wider werden schaz Flore 7779 S. schaz erwerben troj. s. 22. c. daʒ wir unsen scaz beginnen hine samenen in di himelischen kameren glaube 2599. swâ der hêrre gar vertuot, daʒ ist niht hêrlîcher muot; sament er ab schaz ze sêre, daʒ sint och unêre Parz. 171,11. swer wîbes gert der wil zehant liute, schaz, bürge unde lant Vrid. 75,17. swer mit schatze umbe gât, der tuot der armen kleinen rât das. 147,3. mit schatze verdienen, vergelten tod. gehüg. 70. MS. 2,146. a. dô stûnt her trachtete er niht nâch grôʒem schatze silbers unde goldes Ludw. 27,12.
2. geld und gut, das man liegen hat, schatz. in eine chemenâten, dâ sîn schaz inne lach Judith 167,9. ir scult iwern schaz legen in die himelischen kamere (thesaurizate vobis thesauros in coelo) fundgr. 1,99,11. dâ danne iwer schaz ist, dâ ist ouch iwer herz spec. eccles. 76. vgl. Vrid. 147,12. Mart. 129. c. den schatz den hieʒ er balde füeren unde tragen Nib. 99,2. 92,3. einen schatz finden Ludw. 85,33. leseb. 979,33. — plur. die gîtegen die haben schetze bî sich geleit Erlös. 6319. — bildl. ein rôteʒ mündelîn daʒ ist ein schatz über alleʒ guot daʒ in kisten lît begraben Teichn. 158. er nimt vür guot noch hiute, daʒ er wart mîn schaz Frl. 427,8. dô gieng dort her der edel schatz, den ich von frowen ie gesach leseb. 1004,4. ein fröuden schatz Hadam. 725.
3. auflage, steuer, tribut. Suchenw. 41, 364. Haltaus 1602.
4. ein weinbergsmass, der fünfte theil eines mannwerkes. Oberl. 1366. 1381.