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Saat

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Wander
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Eintrag · Wander (Sprichwörter)

Saat

Bd. 3, Sp. 1692
Saat 1. Böse Saat trägt böse Früchte. 2. Die früh saat treugt offt, die spat selten. – Gruter, I, 20; Petri, II, 128 u. 319; Eiselein, 536; Simrock, 8621; Körte, 5127. Dies Sprichwort steht mit dem unter 14 im Widerspruch. Beide Auffassungen werden dadurch auf ihr richtiges Mass zurückgeführt, dass man die eine als den Wahlspruch des rüstigen Landwirths auffasst, der sich nicht den Zufälligkeiten künftiger Witterung preisgibt, während die andere gern der Träge im Munde führt, um damit seine Sudelwirthschaft zu entschuldigen. Mhd.: Sumunge schât dem snit und schât der saete. (Walther.) (Zingerle, 127.) Böhm.: Ranní setí často zmýlí, a pozdní vždycky. (Čelakovsky, 135.) Lat.: Festinata sementis saepe decipit, serotina semper. (Plinius.) – Matura satio saepe decipit, sera semper mala est. (Columella.) (Binder I, 958; II, 804; Philippi, I, 243; Eiselein, 536; Faselius, 142; Seybold, 299; Wiegand, 592; Schulblatt, 479.) Poln.: Siewba rana podczas omyli, późna zawsze. (Čelakovsky, 135.) 3. Die Saat bringt über Jahr (mit der Zeit) Frucht. – Lehmann, 235, 39 u. 289, 34. »Junge gerümpffte Bäum tragen vber etlich Jahr Obs.« Das gethane Gute ist unverloren, wenn sich sein Segen auch nicht augenblicklich zeigt. 4. Die Saat ist dessen, dess der Acker ist. (S. Henne 124 und Kraut 43.) – Graf, 75, 71; Klingen, 99a, 1. 5. Die Saat ist gern unter dem Schnee, der Greis unterm Pelze. Holl.: Het zaad is wel onder de sneeuw, als de oude man onder den pels. (Harrebomée, II, 484b.) 6. Die Saat soll mit der zeit Frucht tragen. – Lehmann, 73, 28. 7. Die Saat verzehntet man auf dem Felde, das Vieh im Dorfe. – Graf, 123, 332. Drückt die Regel aus, dass sich der Zehntberechtigte den Zehnt da abholen musste, wo sich die Frucht befand. Wurde der Zehnte gebracht, so wurde diese Gefälligkeit durch Ermässigung (s. Seil) oder Bewirthung vom Empfänger vergolten. Mhd.: Di sat verzehndet man uffe dem velde, daz vihe in deme dorfe. (Sachsenspiegel, II, 48, 4.) 8. Dünne Saat, dichte Ernte. – Schulfreund, 82, 33. 9. Frü sat, selten für sich gaht. – Franck, I, 104a; Henisch, 1431, 44; Lehmann, II, 73, 43. 10. Frühe Saat betrügt selten, späte oft. (Frankenwald.) 11. Frühe Saat bringt oft späte Ernte. 12. Frühe Saat, frühe Ernte. Engl.: Early sow, early mow. (Bohn II, 88.) Slow.: Kdor zgodaj seje, zgodaj žanje. 13. Frühe Saat – gute Saat. – Dove, 1107. Auch hier gilt es, das rechte Mass zu finden. Wer zu früh im Herbst säet, gibt seine Saat der Kornmade preis, die unter spätern, weniger günstigen Verhältnissen nicht gefährlich wird. Als die beste Zeit werden von erfahrenen Landwirthen die beiden Wochen vor und nach Michaelis bezeichnet. (Vgl. den Artikel Freunde und Feinde des Landwirths in der Schles. Zeitung, 1859, Nr. 131, Beil. 1.) 14. Frühe Saat hat nie gelogen, allzu spät hat oft betrogen. Böhmen und Polen behaupten, frühes Säen und frühes Heirathen haben niemals gereut. Böhm.: Nikdo raného setí a mladého oženĕní nelitoval. (Čelakovsky, 382.) n.: Ingen laster tiilig sæd uden den som ei kand faae den. – Tiilig sæd slaaer sielden feyl, men sildig altid. (Prov. dan., 485.) Lat.: Festinata sementis saepe, sed serotina semper decipit. (Seybold, 180.) Poln.: Nikt wczesnego zasiania, i młodego oženienia niežałował. (Čelakovsky, 382.) 15. Frühe saat selten gerath, spät saat kommt mit Rath. – Lehmann, 849, 3; Petri, II, 319; Lehmann, II, 174, 46; Blum, 229; Simrock, 8621; Körte, 5126. 16. Gute Saat, gute Ernte. Frz.: Bonne semence fait bon grain et bons arbres portent bon fruit. (Leroux, I, 57.) 17. Man wird der saat wol greiss, aber nimmer weiss. – Henisch, 1739, 4; Petri, II, 470. »D.i. Man wirdt wol alt vber dem säen vnd ackerbau, aber nimmer lernet man's gar auss.« 18. Saaten muss man nicht aus der Kutsche und junge Mädchen nicht auf dem Tanzboden mustern. (Sachsen.) – Boebel, 132. 19. Schlechte Saat wächst auch ungesäet, die gute wächst oft nicht, wenn auch gesäet. 20. Solche Saat bringt solche Frucht. Holl.: Zulk zaad gezaaid, zulke vrucht gemaaid. (Harrebomée, II, 485a.) 21. Spat saat kompt mit rath. – Gruter, I, 66; Petri, II, 539; Simrock, 8619. 22. Was man an der Saat spart, verliert man an der Ernte. Aber man muss auch nicht mit dem Sacke säen, der geschütteten Saat gebricht sie ebenfalls. n.: Det som spares ved sæden, det savnes udi høsten. (Prov. dan., 524.) 23. Wegen dicker (dichter) Saat darf niemand seine Scheune grösser bauen. – Blum, 225; Simrock, 8622. Entweder fehlt auch dem fetten Boden die Kraft, die zu dicht gestreuten Körner zum Aehrenstock zu entwickeln oder Fäulniss und andere Umstände treten verderbend ein. 24. Wenn die Saat im Feld, ist auch dem Vogel der Tisch bestellt. Holl.: Als er zaad in't bakje is, kan de vogel pikken. (Harrebomée, II, 484b.) Die Saat nach Allerheiligen ist so spät, dass sie nur in sehr seltenen Fällen eine lohnende Ernte bringt. 26. Wenn eine Saat verloren ist, muss man doch wieder säen. n.: Man skal saae igien efter ulykkelig sæd. (Prov. dan., 485.) 27. Wer hier die Saat verzehrt, wird dort nur Stoppeln finden. 28. Wie die saat, also die ernte. – Franck, II, 96a; Henisch, 926, 71; Lehmann, 538, 10 u. 856, 23; Eiselein, 536; Simrock, 8610; Körte, 5128; Seybold, 661; Boebel, 132. Engl.: As they sow so let them reap. (Bohn II, 178.) – Of cockles sown you can reap no wheat. – What you sow, you must mow. (Masson, 293.) Frz.: Telle semence, telle moisson (recueille). (Leroux, I, 57.) It.: Secondo che si coltiva, il campo rende i frutti. – Tal sementa, tal ricolta. Lat.: Quale semen, talis est messis. – Ut sementem feceris, ita et metes. (Henisch, 926, 72.) Poln.: Jak sobie pościelesz, tak się wyspisz. – Jak zasiejesz, tak będziesz żać. (Masson, 293.) Slow.: Kakoršna setev, taka bo žetev. 29. Zwischen Saat und Ernte kann viel geschehen. Die Russen: Zwischen Saatkorn und Erntekorn kann sich viel ereignen. (Altmann VI, 490.) 30. Die Saat wieder haben. (Ostpreuss.) – Frischbier2, 3180. Beim Spiel den verlorenen Einsatz zurückgewonnen haben. 31. Er streut böse Saat. Holl.: Hij zaait (strooit) kwaad zaad. (Harrebomée, II, 485a.) 32. Es ist eine gute Saat in der Erde. (Westf.) Wenn ein Taugenichts gestorben ist. 33. In 't Saat scheten. – Eichwald, 1629. Einen Samenstengel treiben, etwas zu alt zum Heirathen werden, besonders von Jungfrauen. (Vgl. mundartlich Saad bei Stürenburg, 208a.) 34. Goldene Saat gedeiht am besten. – Storch, Leineweber, I, 68. 35. Wo keine Saat, da ist kein Erntekranz (auch: Erntetanz). 36. Eine schwartze Saat auff einen weissen acker seen. – Mathesius, Sarepta, CIIIIa. D.i. schreiben.
6637 Zeichen · 215 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Saat

    Adelung (1793–1801) · +8 Parallelbelege

    Die Saat , plur. die -en, von dem Zeitworte säen. 1) Die Handlung des Säens, Lat. Satio, besonders des Getreides; ohne P…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Saat

    Goethe-Wörterbuch

    Saat 1 das Ausbringen des Samens (von Feldfrüchten), Aussaat; sprichwörtl 1) Nichts taugt Ungeduld,|Noch weniger Reue..|…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Saat

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Saat , Ausstreuen von Samen auf oder in den durch Bearbeitung und Düngung vorbereiteten Boden. An Stelle der Samen werde…

  4. modern
    Dialekt
    Saat

    Elsässisches Wb. · +5 Parallelbelege

    Saat [Sût Dachstn. Illk. Geisp. K. Z. ; Sôt Str. Ndrröd. ; Sót Hf. Hag. ; Syot M. ] m. ( Geisp. f.) 1. Samen, s. auch Sa…

  5. Sprichwörter
    Saat

    Wander (Sprichwörter)

    Saat 1. Böse Saat trägt böse Früchte. 2. Die früh saat treugt offt, die spat selten. – Gruter, I, 20; Petri, II, 128 u. …

  6. Spezial
    Saat

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Saat f. (-,-en) 1 (Säen) somené m. , somëna (-nes) f. 2 (Saatgut) somënza f. 3 (Saatzeit) tëmp de somëna m. , tëmp da so…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit saat

229 Bildungen · 202 Erstglied · 26 Zweitglied · 1 Ableitungen

saat‑ als Erstglied (30 von 202)

Saatacker

SHW

Saat-acker Band 5, Spalte 1-2

Saatbeet

SHW

Saat-beet Band 5, Spalte 1-2

Saategge

SHW

Saat-egge Band 5, Spalte 1-2

Saateimer

SHW

Saat-eimer Band 5, Spalte 1-2

Saatfeld

SHW

Saat-feld Band 5, Spalte 1-2

Saatgabel

SHW

Saat-gabel Band 5, Spalte 1-2

Saatgut

SHW

Saat-gut Band 5, Spalte 1-2

Saathafer

SHW

Saat-hafer Band 5, Spalte 1-2

Saathonig

SHW

Saat-honig Band 5, Spalte 1-2

Saatkamp

SHW

Saat-kamp Band 5, Spalte 1-2

Saatkorb

SHW

Saat-korb Band 5, Spalte 1-2

Saatkorn

SHW

Saat-korn Band 5, Spalte 1-2

Saatsack

SHW

Saat-sack Band 5, Spalte 3-4

Saattuch

SHW

Saat-tuch Band 5, Spalte 3-4

Saatwalze

SHW

Saat-walze Band 5, Spalte 3-4

Saatweiz

SHW

Saat-weiz Band 5, Spalte 3-4

Saatzeit

SHW

Saat-zeit Band 5, Spalte 3-4

Saatöl

SHW

Saat-öl Band 5, Spalte 3-4

saatacker

DWB

saat·acker

saatacker , m. ein besäter acker; vgl. saatfeld und saatland . mnl. saed-acker seges Kilian.

Saatäg'

MeckWB

Saatäg' f. Saategge, eine kleine, leichtere, häufig aus Eisen gefertigte Egge zum Einebnen der Saat nach dem Säen oder zum Vertilgen des Unk…

Saatapfel

RhWB

saat·apfel

Saat-apfel -ǫpəl Kemp , MGladb-Viersen m.: der Apfel, den man bei der Ernte auf dem Baume hängen lässt, damit im künftigen Jahre der Baum wi…

Saatappel

MeckWB

saat·appel

Saatappel m. im Herbst am Baum sitzen bleibender Apfel, nach der Volksmeinung den Ertrag des nächsten Jahres sichernd Ha Lank .

saat als Zweitglied (26 von 26)

abersaat

DWB

aber·saat

abersaat , f. quod secunda vice seritur, was auf abgeerntetem felde dasselbe jahr nochmals gesät wird, von aber wieder; auch nachsaat, after…

Ansaat

DRW

Ansaat Aussaat es soll ... ein ieder vor oder ... nach ansaat ... friden 1599 NÖLREntw. V Tit. 170 § 4

aussaat

DWB

aus·saat

aussaat , f. sementis, sowol das säen selbst, als das dazu bestimmte getraide: ein fetter acker verlangt vier scheffel aussaat. figürlich, s…

(Catalin) Hafersaat

Adelung

Die (Catalin) Hafersaat , plur. inus. das Säen des Hafers, ingleichen die Zeit, wenn er gesäet wird.

einsaat

DWB

ein·saat

einsaat , f. sementis, nnl. inzaat, der bedeutung nach gleichviel mit aussaat, da das aus der hand, aus dem sack gesäte zugleich in die erde…

frühsaat

DWB

frueh·saat

frühsaat , f. das frühe d. h. bei zeit stattfindende säen. frühsat, satio festinata. Stieler 1661 . dann auch die bei zeit ausgestellte saat…

Hawersaat

MeckWBN

hawer·saat

Wossidia Hawersaat f. a. Spr. Hafersaat: 'tho haversates tid' Slagg. 174.

Löppkensaat

MeckWBN

Wossidia Löppkensaat f. Früchte des Sauerampfers ( Süer m. 1): Löppkensaat säden wi, dor würden de Rippen von afströöpt, dat würd' rookt Sch…

Maltersaat

DRW

malter·saat

Maltersaat, n. neben häufigerem (Maltersäde) (mit Suffix germ. *iðō oder *iðja) vgl. Lofensaat (I) I Maß für ein Stück Land von der Größe, …

Meisesaat

DRW

meise·saat

Meisesaat, f. wie ¹Meise (II) 1472 Michelsen,Dithm. 248 Faksimile in acker twelff messat, is vngeferlich achtein morgen 1559 DithmUB. 220 Fa…

Muttsaat

DRW

mutt·saat

Muttsaat, f.? wie Mutt (II); metonymisch: Landstück von der Größe eines Mutts (II) gaf eme og ses mussat landes 1318 KampenSchActen 117 dat …

roggensaat

DWB

roggen·saat

roggensaat , f. saat des roggens: die grüne roggensaat wird im frühling im aufgusz wie thee, als eine blutreinigung und gelinde abführung ge…

ruhesaat

DWB

ruhe·saat

ruhesaat , f. das getreide, welches man auf land säet, das ruhig, brach, gelegen hat. Adelung.

scheffelsaat

DWB

scheffel·saat

scheffelsaat , f. als ackermasz: so viel land, als einen scheffel aussaat nöthig hat. Schiller-Lübben 4, 74 a . Woeste 228 b ; ( ackerstücke…

schmalsaat

DWB

schmal·saat

schmalsaat , f. , collectivbezeichnung für die hülsenfrüchte ( erbsen, linsen, bohnen, wicken ) im gegensatz zum getreide; besonders auf obe…

Sommeransaat

DRW

sommer·ansaat

Sommeransaat, f. Aussaat von Sommerkorn die esch solle man fürohin mit den winter- und sommeransahten besser zuesamen richten 1671 WürtLändl…

sommersaat

DWB

sommer·saat

sommersaat , f. 1 1) das säen der sommerfrucht, des sommergetreides. Adelung : die sommer-saat wann man solche anstellen soll. Hohberg 3, 1,…

Spindsaat

DRW

spind·saat

Spindsaat, f., n. ein Landmaß, Ackermaß; (urspr.) Land von solcher Größe, dass es mit einem ¹Spind (I) Getreide besät werden kann bdv.: 1Spi…

Thausaat

Adelung

thau·saat

Die Thausaat , plur. car. in der Landwirthschaft, diejenige Art und Weise zu säen, da man das Getreide des Abends bey Sonnen-Untergang säet,…

wintersaat

DWB

winter·saat

wintersaat , f. , seit dem jüngeren mhd. bezeugtes wort. 1 1) das säen, die aussaat des zweijährigen getreides im herbst, meist um Michaelis…

Ableitungen von saat (1 von 1)

unsaat

DWB

unsaat , f. , böse saat (saat 5 b β ) ; vgl. unsamen : G. Keller 9, 288 . unüblich. anders: wann jemand meyerdingsgüter hat und dieselbe auf…