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roggen

mhd. bis spez. · 15 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

roggen m.

Bd. 14, Sp. 1111
roggen, m. eine getreideart, secale, den nordeuropäischen ländern angehörig; altnord. rugr, n. rug; ags. ryge, engl. rye; alts. roggo, mnd. rogge, mnl. rogghe; ahd. rocco, rogco, roggo, mhd. rocke und rogge. urverwandte worte gleicher bedeutung zeigt zunächst nur das slavische gebiet: litt. rugys roggenkorn, rugei, plur., roggen, preusz. rugis, altslav. rużi, russ. rožŭ, neuslov. rž, hiermit beweisend, dasz die kenntnis und der bau dieser getreideart in die slavisch-germanische vorzeit zurückreichen; weitere bezüge, sowol zu griech. ὄρυζα reis, als zu sanskrit. vrîhí reis, sind ganz unsicher. die streng hochdeutsche schreibung rocken, älter rocke: rokke siligo Schottel 1387, ist bis jetzt nicht ganz abgekommen, die gewöhnliche ist roggen nach mittel- oder niederdeutschem lautstande, wie sie schon zum theil ahd. und mhd. angewendet wurde. Bedeutung. 11) roggen, sowol von der pflanze als der frucht; als sammelwort ohne plural: secale roggo, rogke, rogk, rocke Dief. 522c; siligo rocken, rucken, rock, ruck, rog, roge, rogk, roggke, roghe, rogge, rowe. 533b: der rocken, ein korngeschlächt, siligo Maaler 334d. als pflanze: der weize und rokken ward nicht geschlagen (vom hagel), denn es war spat getreide. 2 Mos. 9, 32; es sind des roggens dreierlei gattungen, winterroggen, sommerroggen und staudenroggen. öcon. lex. 2044; der roggen keimt, steht auf dem felde, grünt, blüht, wird geschnitten, gedroschen; eh der roggen gelb wird, eh sich die mondesscheibe füllt. Schiller jungfr., vorspiel 3. auftr.; o des gewühls, wie der roggen mit grünlichem dampfe daher wogt! Voss Luise 1, 145; schaut doch, wie sinnig sie geht, die freundliche schöne Rebecka, auf dem gekrümmeten pfade des überwallenden rockens! idyll. 14, 2; als frucht der pflanze: pier, daʒ man auʒ waʒʒer und auʒ roken oder auʒ gersten machet. Megenberg 332, 14; Avicenna spricht daʒ rokkenkorn der art sei, der diu gerst ist, und spricht, daʒ dar umb, daʒ der rok wind macht in dem leib sam diu gerst. 413, 6; man gab .. den roken umbe ein unze und die gerste um 13 d. d. städtechron. 8, 134, 8; in geringen sandigen äckern musz man den roggen gar dünne säen. öcon. lex. 2045; wenn der ausgedroschene roggen aufgeschüttet wird. 2047; jetzt geht alles mit seidnen schuhen und strümpfen durch dick und dünn, und das zu einer zeit, wo der liebe rocken kaum für geld zu haben ist. Möser patr. phant. 1, 371; leise vermut ich, wer mir jüngst vom speicher den malter rocken gestohlen. Voss idyll. 3, 55; als nahrung der ärmeren: ir spîse was von rocken und von brunnen (schwarzbrot und wasser). Gudrun 1193, 4; sun, den rocken mische mit habern, ê dû vische eʒʒest nâch unêren. Helmbrecht 461. über das verhältnis zu korn vgl. th. 5, 1816 (II, 2, d, β), zu kern 595 (2, d); dem korn gegenüber als geringere getreideart gefaszt: nu ist on allen zweivel niemand, der da wolt, das jm rocken auf korn, böse münze auf gute, böse wahr auf gute wahr geliehen würde. Luther 1, 193a. in einem bilde: all stend hand sich usz dem fluch (gottes gegen Adam) zogen, drumb wachszt also der fulkeit rogen. rychstag 853. 22) name ähnlicher pflanzen: hordeum caeleste himmelsgerste, ägyptischer rocken. Nemnich 3, 174; elymus arenarius strandroggen. Pritzel-Jessen 139, sonst strandhafer, haargras; vgl. roggengras.
3301 Zeichen · 66 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    roggen

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer)

    roggen- s. rocken-.

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    roggensw. V.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +6 Parallelbelege

    roggen , sw. V. Vw.: s. rȫgen (1)

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Roggen

    Campe (1807–1813) · +4 Parallelbelege

    Roggen , — s, Mz . gl. 1) Der Name der bei uns gemeinsten und am häufigsten gebauten Getreideart, aus deren Mehl das gew…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Roggen

    Goethe-Wörterbuch

    Roggen auch -ck-; einmal Neutr Getreideart mit vierkantigen, langbegrannten Ähren; als Pflanze od Korn (insbes Nahrungs-…

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Roggen

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Roggen (Secale cereale) , bekannte Getreidegattung, je nach der Saatzeit Sommer - oder Winter -R., nicht so nahrhaft wie…

  6. modern
    Dialekt
    Roggenm.

    Lothringisches Wb. · +3 Parallelbelege

    Rogge n [rogə Ri. Hom. Rom. Ha. ] m. Roggen. — Zss.

  7. Sprichwörter
    Roggen

    Wander (Sprichwörter)

    Roggen 1. Alter Roggen mehrt sich im Sack. ( Frankenwald. ) 2. Den Roggen eingestäubt, die Gerst nicht eingekläubt, Weiz…

  8. Spezial
    Roggen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Rog|gen (Secale cereale) m. (-s) ‹bot› siara (-res) f. ▬ Roggen säen mëte/somené siara ; großkörniger Roggen siara da gr…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit roggen

296 Bildungen · 272 Erstglied · 23 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von roggen 2 Komponenten

rog+gen

roggen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

roggen‑ als Erstglied (30 von 272)

Roggen'ster

DRW

Roggen'ster, n. zum Grdw. vgl. DWB. X 2, 1 Sp. 2391 ein Trockenmaß in Tirol vgl. Futterster, Roggenmaß es soll ... in ... vnnserm lannde ...…

Roggenbrot

SHW

Roggen-brot Band 4, Spalte 1441-1442

Roggenjahr

SHW

Roggen-jahr Band 4, Spalte 1441-1442

Roggenkleie

SHW

Roggen-kleie Band 4, Spalte 1441-1442

Roggenmehl

SHW

Roggen-mehl Band 4, Spalte 1441-1442

roggenacker

MNWB

roggen·acker

° roggenacker , m. ( Dat. Sg. -e ) : Roggenfeld , „ Anewendinge is en rum bi deme rogghen ackere dar de ploch auergheit sunder treddinghe de…

roggenähre

DWB

roggen·aehre

roggenähre , f. ähre des roggens: schön haar zu machen, nimm ein gut theil rockenäher, geusz ein laug damit. Tabernaemont. 588 .

Roggenamt

DRW

roggen·amt

Roggenamt, n. kirchliches Amt zur Verwaltung der Roggenvorräte bdv.: Kornamt (I) in aliis denariis qui de rokenhambat vel de frœnhoue proven…

(roggen)âre

MNWB

rogge·nare

° (roggen)âre , rōgen- (Arch. Gesch. Med. 7, 344), -ôre (Nd. Mitt. 10, 21), n. ( Akk. Pl. -en ): Roggenähre.

roggenārne

MNWB

roggen·arne

roggenārne , f. : 1. Ernte des Roggens, wen de r. geendet heft (Nic. Gryse Spegel E 4 ∨ ). — 2. Zeit der Roggenernte, it was sô schö̂ne wed-…

Roggenaust

MeckWB

roggen·aust

Roggenaust m. Roggenernte: in 'n Roggaust Reut. 2, 48; de Roggenaust wir as 'n grotes Fest Wo. Ernt. 5; dee maakt 'n Gesicht as de Buer bi R…

Roggenbach

Meyers

roggen·bach

Roggenbach , Franz, Freiherr von , bad. Staatsmann, geb. 23. März 1825 in Mannheim, studierte die Rechte, ward 1848 Sekretär im Ministerium …

roggenbackhūs

KöblerMnd

roggen·backhūs

roggenbackhūs , N. nhd. „Roggenbackhaus“, Backhaus in dem Roggenmehl verbacken wird E.: s. rogge (1), backhūs L.: MndHwb 2, 2194 (roogenbakh…

(roggen)bakhûs

MNWB

° (roggen)bakhûs , rūgen- ( Ruogen- ), n. : Backhaus in dem Roggenmehl verbacken wird, ‚pistrinum panis siliginei' (Kindlinger Hörigkeit 398…

roggenbakhūs

KöblerMnd

roggenbakhūs , N. Vw.: s. roggenbackhūs*

Roggenbank

MeckWB

roggen·bank

Roggenbank f. der auf der Dreschtenne nach dem Drusch an der Wand aufgeschaufelte Roggen, s. Bd. 1, 611.

Roggenbanse

WWB

roggen·banse

Roggen-banse f. aufgeschichteter Haufen (ungedroschener ( Höx Sb )) Roggengarben (oben auf dem Boden ( Sos We)).

Roggenbau

GWB

roggen·bau

Roggenbau schöner fetter Boden, guter Frucht- besonders Roggenbau auf dieser Bergspitze T2,13,8 v März 90 Renata Kwaśniak R.K.

roggenbeckere

MNWB

roggenbeck·ere

roggenbeckere , ruggenbeckere , rūgen- , m. ( Gen. Sg. -s ): Bäcker der Roggenbrot herstellt , Grobbäcker, Hinrik de r. in der Balkenstrâte …

roggenbeckære

KöblerMnd

roggen·beckære

roggenbeckære , M. nhd. „Roggenbäcker“, Bäcker der Roggenbrot herstellt, Grobbäcker E.: s. rogge (1), beckære L.: MndHwb 2, 2194 (roggenbeck…

Roggenbier

MeckWB

roggen·bier

Roggenbier n. Bier aus Roggen; drei Pfd. Roggen, Gerstenkeime in heißes Wasser tun, dazu Zichorie, ¼ Pfd. Zucker, etwas Salz, Hefe und Potta…

Roggenbiᵉre

WWB

roggen·biere

Roggen-biᵉre f. [WMünsterl Tek Kos Mün Lhs Dor Sos Isl Alt] Birnensorte, die mit dem Roggen reift.

Roggenbläut

MeckWB

Roggenbläut f. blühende Roggenähre Rodo b; vgl. -ohr.

roggen als Zweitglied (23 von 23)

Gêstlandroggen

Wander

gest·landroggen

Gêstlandroggen Giästlandsroggen 1 fuine Fruggen, Fiskeduike 2 maket sellen en Biuern ruike. ( Soester Börde. ) – Firmenich, I, 349. 1 ) D.i.…

gilderoggen

MNWB

gilde·roggen

gilderoggen , m. , der gemeinschaftlich gekaufte Roggen, „ g. als den de gilde hebt to behof des gemeinen um düer tit ofte des noet und beho…

grofroggen

MNWB

grof·roggen

grofroggen , m. , 1. Roggen. 2. Grob-Roggenbrot (: schö̑nroggen Feinroggenbrot), s. grofbrôt.

Klosterroggen

Wander

kloster·roggen

Klosterroggen Klosterroggen ist der schönste, denn er hat am meisten Mist. – Klosterspiegel, 63, 8.

müterroggen

MNWB

mueter·roggen

° müterroggen billiger Roggen?, -wegge billiger Wecken? (Münst. Prot. 1536, 9 v ; zu +° müter ?).

pennincroggen

MNWB

penninc·roggen

° pennincroggen , m. : aus Roggenmehl gefertigte Sorte Backwerk die stückweise für 1 penninc verkauft wird, den p. up 11 lôt gār (Münst. Pro…

Richte'roggen

DRW

Richte'roggen, m. Roggen als Naturalabgabe im Zsh. mit der Gerichtsbarkeit bdv.: Richtegarbe, Richtehafer, Richtkorn vgl. Richterdienst (I),…

richteroggen

MNWB

richte·roggen

° richteroggen , m. : Getreideabgabe an den Richter, dâr sîne vürstlĩke gnâde in de erve r. ... bȫrt (Oldenb. Jb. 18, 38).

Schuldroggen

DRW

schuld·roggen

Schuldroggen, m. Roggen als Abgabe bdv.: Schuldgetreide vendidimus ... dominis nostris ... siliginem nostram dicitur sculderockhe 1324 Brsch…

Schönroggen

DRW

schön·roggen

Schönroggen, m. zu schön (VI 2) Brot aus feinem Roggenmehl bdv.: Schönbrot in deme jare 1316 ghold hir de roche 7 schilling unde dat pennigb…

semmelroggen

DWB

semmel·roggen

semmelroggen , m. : ' der 24 loth wiegende semelrockhen des alten Passauer stadtbuchs wird wol aus einem gemisch von weizen- und rockenmehl …

sommerroggen

DWB

sommer·roggen

sommerroggen , m. roggen, der als sommergetreide gebaut wird, secale vernum. Nemnich 2, 1269 , sommerrocken Adelung. Campe ( vgl. winterrogg…

Stiftsroggen

DRW

stift·s·roggen

Stiftsroggen, m. von einem ¹Stift (I) eingenommene Roggenabgabe er [schult] krigt widder 5 [scepel] stiftsroggen, 5 kanne behr nach 1570 CTr…

tinsroggen

MNWB

tins·roggen

tinsroggen , m. : Roggen der als zinspflichtige Abgabe fällig ist (Zs. Nds. 1892, 260); — vgl. auch ° tinsgarste, tinskōrn.

tēgetroggen

KöblerMnd

tēgetroggen , M. Vw.: s. tēgederogge*

Ableitungen von roggen (1 von 1)

unroggen

DWB

unroggen , m. , mutterkorn, secale cornutum Fischer schwäb. wb. 6, 212 . —

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „roggen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 14. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/roggen/dwb?formid=R06706
MLA
Cotta, Marcel. „roggen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/roggen/dwb?formid=R06706. Abgerufen 14. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „roggen". lautwandel.de. Zugegriffen 14. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/roggen/dwb?formid=R06706.
BibTeX
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  author       = {Cotta, Marcel},
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