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Ranzen

mhd. bis spez. · 19 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

RhWB
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33 in 19 Wb.
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Eintrag · Rheinisches Wb.

Ranzen

Bd. 7, Sp. 79
Ranzen das Wort, dessen sachl. Grundlage durch Tornister, Tasche vielfach verdrängt ist, ist für Bed. 1 als rantsə Sg. u. Pl. Rhfrk allg., dann im Anschluss daran an der uMos von Zell an, in May, Aden, in Altk, Siegld (m., f.), dann Elbf, Mettm; dann als rantsəl, Pl. -ələ in Monsch, Eup, Aach, Dür-Weisw, MüEif, Köln-Stdt [u. rants für ‘Bauch’ 2 a rantsə]; dann rants, Pl. ręnts f. Eusk-Lechenich, Köln, Bergh, SGrevbr; dann rantsəl, Pl. -əlts Mörs, Rees; für Bed. 2 a ist das Wort Rhfrk, Mosfrk, Rip, Berg allg. (s. d.) m.: 1. Rückentragsack aus Tuch oder Leder, Schulranzen (s. Tornister, Tabel), Jagdtasche (Jagr.) [Tragtasche Siegld; Tasche in männl. u. weibl. Kleidern Grevbr-Hochneuk]. Vielfach noch im Lied auch in andern Geb.: Eich on mei alt Weib kenne gut danze, eich mer em Berelsack, ihnt mer em R. Bernk-Crummenau. Seht eich mol de R. an, was der R. d. kann; hinner'm Owe an de Wand steht e grosser R. Saarbr. Hingerm Uwen, h. U. liet en alen R., süh doch ens den R. an, wat de R. danzen kann! Gummb. Hopp, h., h., mei Geld es fort, se Kassel (Fischbach) leit mei R.; buckelig Männche, scher dich fort, ich will nit mit der danze! uNahe. Hopp, Mariännche, h., M., loss de Peppche danze; der Schäfer kemmt, der Sch. k., der steckt dech en sei R. May-Monreal, Birkf, Bitb-Hütting (-danzen; eich kann net mih, eich hon neist am R.). Get os jet en der Rommelspott, get os jet en der R.! aus dem Fastnachtsheischeld. Aach-Vicht. — RA.: De Männer dregen (tragen) en R. hengen, de Frauen dr. en vören Elbf. Wann mer so oft de R. angehongk hat, is mer gewiss Fille meh ist man alt Saarbr. Der hot zwanzig Deiwel im R. er ist wild, aufgeregt; s Unglick im R. drihn dass. Goar-Trechtingshsn. Aussen Franzen (Franjeln), nicks öm R.! Altk-NFischb. — 2. übertr. a. sachl. α. scherzh., verächtl. Bauch, Balg des Viehes; scherzh. oder kosend zu Kindern Räntzelchen u. Ränzche Rhfrk, Mosfrk, Rip, Berg; der hot en R. einen dicken Bauch Goar, Allg.; en hot et Ränzchen voll Trier, Allg.; er hot en Ränzchen wie en Fass Saarbg-Kreuzw; der hat sich de R. geflickt hat tüchtig gegessen Rhfrk, — gestoppt Birkf. Stopp der de R.! iss Köln-Stdt. Meat em hungerege R. eas net got danze May-Trimbs; et es net got d. met leddigem R. Köln-Stdt. Einen öm de R. schlonn um den Leib Köln-Stdt. — β. verächtl. Rücken, Buckel; nemm et op de R.! Köln-Stdt. — γ. eine tüchtige, fingerdicke Schnitte Brot Sieg-Rhönd. — δ. Narrenzwetsche, kernlose Zw. Kreuzn. — ε. Ränzche Tannenzapfen Köln-Sinthern. — ζ. Ränzelchen kleinste Wurst, mit dem letzten Wurstfüllsel gefüllt, für die Kinder Aden-Nohn. — η. Ranzel Prügel; aff un tu kreg hej ock wäll es R. van Vader; der hät orndlich R. gekrege Rees, Klev, Mörs; Ranzen Wittl-Olkenb. — b. persönl. verächtl. α. Ränzche dicker Kerl Koch-Weiler. — β. Ranzel mutwillig ausgelassenes Mädchen Aach, Heinsb; Ranze Sieg-Ägid; Ranz, Pl. Ränz f. (für Kinder m.) Rheinb-Meckenh, Bo-Walberbg, Köln-Gleuel Sürth, Bergh-Heppend, Grevbr-Elfgen, Dür-Disternich Frauwüllesh; en doll, well, wöste R.; es die lang R. (das grosse Mädchen) noch op de Stross um mit den Kleinen zu spielen. — γ. en imgewander (umgewendeter) R. unbrauchbarer Mensch Simm-Laub.
3228 Zeichen · 119 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    ranzenswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +1 Parallelbeleg

    ranzen swv. ib. intr. ungestüm hin u. her springen. pöckisch woll wir umbhin ranzen Wolk. 58. 3,5 ; tr. einen springen m…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    ranzensw. V.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    ranzen , sw. V. nhd. herumlaufen, herumrennen Hw.: vgl. mhd. ranzen E.: s. mhd. ranzen?, V., „ranzen“, ungestüm hin und …

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Ranzen

    Adelung (1793–1801) · +10 Parallelbelege

    Ranzen , verb. reg. act. et neutr. welches im letztern Falle das Hülfswort haben bekommt. Es ist nur in den gemeinen Spr…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    ranzen

    Goethe-Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    ranzen iSv einen ranzigen Geruch verbreiten; im Spottgedicht mBez auf menschliche Leichname [ mBez auf Kotzebues Garten …

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Ranzen

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Ranzen , in der Jägersprache vom vierläufigen Raubhaarwild soviel wie sich begatten.

  6. modern
    Dialekt
    Ranzen

    Elsässisches Wb. · +13 Parallelbelege

    Ranze n , Ranzer [Ràntsə fast allg.; Ràntsər Geisp. ; Rântsə Mutzig ; Rntsə Bisch. ; Pl. Rantsə; Demin. Rantsələ Osenb.…

  7. Spezial
    Ranzen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Ran|zen m. (-s,-) 1 (Schultasche) tascia da scora f. 2 (Hirtentasche) ronz (ronc) m. 3 ‹pop› (Bauch) punza (-zes) f. ▬ s…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit ranzen

33 Bildungen · 20 Erstglied · 12 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von ranzen 2 Komponenten

ran+zen

ranzen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

ranzen‑ als Erstglied (20 von 20)

Ranzengarde

SHW

Ranzen-garde Band 4, Spalte 1215-1216

Ranzenknopf

SHW

Ranzen-knopf Band 4, Spalte 1215-1216

Ranzenlaib

SHW

Ranzen-laib Band 4, Spalte 1215-1216

Ranzenweh

SHW

Ranzen-weh Band 4, Spalte 1215-1216

Ranzenblitz

PfWB

ranzen·blitz

Ranzen-blitz m. : 'Schuljunge', scherzh., Ranzeblitz [NPf ( Thielen 90)]. —

Ranzengarde

PfWB

ranzen·garde

Ranzen-garde f. : 1. a. 'mit Ratschen ausgerüstete Abteilung, die vor dem Fastnachtszug marschiert', Ranzegaʳd [Kaislt]. Die Fasenacht, die …

ranzenieren I

RhWB

ranzenieren I rantsənī:rən  Elbf schw.: anranzen.

ranzenieren II

RhWB

ranzenieren II das Wort rantsənī:rə, –nē:rə [ Goar , Zell , Bernk auch rans- ; Merz-Bergen Nunk ręnts- ; Trier-Mehring ręntsəlwErən ] , …

Ranzenjahr

DRW

ranzen·jahr

Ranzenjahr, n. letztes der drei Karenzjahre eines neu eingetretenen Stiftsfräuleins [Register des Dechantinnen-Amts] es sein dis jahr in der…

Ranzenknebel

RhWB

ranzen·knebel

Ranzen-knebel -īw- Birkf-Idar m.: Doppelknöpfe, zwei sechseckige Achatstäbchen, durch ein Kettchen verbunden, zum Schliessen des Herrenrocke…

Ranzenkorb

RhWB

ranzen·korb

Ranzen-korb -ntsəl- Goar-Trechtingshsn m.: hoher, bauchiger Korb mit Deckel.

Ranzenmänner

RhWB

ranzen·maenner

Ranzen-männer Bergleute vom Westerwald, die in Siegld-Gosenb arbeiteten; sie gingen Samstags mit ihrem Rucksack, gefüllt mit ihren Bedarfsge…

Ranzenmann

RhWB

ranzen·mann

Ranzen-mann m.: Quartiermann, Bergmann, der im Quartier wohnte (wegen der Taschen, die er trug) Saargeb.

ranzenreiter

DWB

ranzen·reiter

ranzenreiter , m. postknecht, welcher die briefe von einer post zur andern im ranzen befördert: ranzenreuter Jacobsson 7, 31 b .

Ranzenrisser

PfWB

ranzen·risser

Ranzen-risser m. : 'schlechter Wein', Ranzerisseʳ [ BZ-Nd'ottb ]; Syn. s. Rachenputzer 1 a. —

Ranzen (Subst.)

Wander

ranzen·subst

Ranzen (Subst.) Ranzen (Subst.). 1. Dear hot'n Ranza wie der Propst von Marchthal. ( Zwifalten. ) – Birlinger, 975. 2. Den Ranzen voll haben…

Ranzen (Verb.)

Wander

ranzen·verb

Ranzen (Verb.) Ranzen (Verb.). 1. Sich ranzen wiera ag'stochna Sau. ( Oberösterreich. ) – Baumgarten. 2. Sich ranzen wiera Sau im Kindlbett.…

Ranzenweh

PfWB

ranzen·weh

Ranzen-weh n. : 'Bauchweh', -weh [ LU-Altr ]. Südhess. IV 1216 ; Els. II 777 .

ranzen als Zweitglied (12 von 12)

abranzen

DWB

abranzen , discurrere, müde ranzen. sich abranzen.

anranzen

DWB

anranzen , objurgare, increpare, einen anfahren: blitz, ich musz fort, sonst ranzt er mich um seine nichten an. Fr. Müller 2, 66 . Schmeller…

Curanzen

Wander

cur·anzen

Curanzen Einen curanzen (auch coranzen). Dieser sprichwörtliche Ausdruck kommt daher: Curanze war eine französische Festung zur Zeit des Hug…

koranzen

DWB

koran·zen

koranzen , wie kuranzen, s. d.: wart, ich werd euch mal koranzen. Voss 4, 56 .

kuranzen

DWB

kur·anzen

kuranzen , ein volksmäsziges kraftwort, im 17. jahrh. auftauchend. 1 1) die jetzt gewöhnliche bed. ist prügeln, tüchtig durchprügeln: ich mu…

spranzen

DWB

spranzen , verb. 1 1) einherstolzieren. so mhd.: darzu mit springen und mit spranzen. fastn. sp. 397, 10 ; wir wellen klaider und har dar zu…

use(n)ranzen

Idiotikon

use(n)ranzen Band 6, Spalte 1159 use(n)ranzen 6,1159

verfranzen

Pfeifer_etym

ver·franzen

verfranzen Vb. ‘sich verlaufen, verirren’, zuvor ‘sich verfliegen’ (20. Jh.), abgeleitet vom Eigennamen Franz als einer scherzhaften Bezeich…

Verranzen

Adelung

ver·ranzen

Verranzen , verb. regul. act. durch Ranzen, d. i. heftige und ungezogene Bewegungen, verderben, im gemeinen Leben. Das Bett verranzen.

Ableitungen von ranzen (1 von 1)

Verranzen

Adelung

Verranzen , verb. regul. act. durch Ranzen, d. i. heftige und ungezogene Bewegungen, verderben, im gemeinen Leben. Das Bett verranzen.

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „ranzen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 15. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/ranzen/rhwb?formid=R00881
MLA
Cotta, Marcel. „ranzen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/ranzen/rhwb?formid=R00881. Abgerufen 15. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „ranzen". lautwandel.de. Zugegriffen 15. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/ranzen/rhwb?formid=R00881.
BibTeX
@misc{lautwandel_ranzen_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„ranzen"},
  year         = {2026},
  howpublished = {lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern},
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  urldate      = {2026-05-15},
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