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Nest

ahd. bis spez. · 23 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
Anchors
33 in 23 Wb.
Sprachstufen
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211

Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Nest

Bd. 14, Sp. 532
Nest (hierzu Tafel »Nester I und II«), die von Tieren zum Schutz für die unerwachsene Nachkommenschaft hergerichtete Wohnstätte. Von den Wirbeltieren bauen einige Fische, wie der Stichling, und einige Säugetiere, wie das Eichhörnchen, Nester, ganz allgemein aber tun es die Vögel. Bei weitem die meisten Vögel bauen einsam, bisweilen aber vereinigen sich Scharen derselben Art, verschiedener Arten, Gattungen oder Familien von gemeinsamer Lebensweise, wie die Schwimmvögel, zu großen Siedelungen, während solche Siedelungen von Landvögeln immer nur eine Art beherbergen (Reiher, Krähen, Wandertauben, Webervögel; Tafel II, Fig. 3). Man unterscheidet Miniervögel, die in Höhlen, Uferwänden, festem Lehm etc. Löcher für ihr N. graben, wie die Uferschwalbe, der Eisvogel, Pinguin, Bienenfresser u. a.; Erdnister, die meist ein sehr einfaches N. aus kunstlos übereinander gelegten Baumaterialien auf der Erde bauen, wie die Schwäne, Enten, Gänse, Hühner, Kasuare, Strauße, Möwen, Wasserhühner etc. Das Wasserhuhn baut ein schwimmendes N. (Tafel I, Fig. 6). Die Maurer bauen ihr N. aus naß zusammengekneteter Erde, wie die meisten Tagschwalben, der Blauspecht, der den Eingang von Baumhöhlen bis auf eine kleine Öffnung mit Schlamm verklebt, Elster, Singdrossel u. a. Der Töpfervogel (Tafel II, Fig. 5) baut sein halbkugeliges, backofenähnliches N. nur aus Erde und innen mit einer Scheidewand. Zimmerer, die Höhlen in Bäume meißeln, sind die Spechte, Wendehals, Blau- und Sumpfmeise. Flache Nester, fast ohne Vertiefung, bauen Ringel- und Turteltauben, Reiher, Störche, Kraniche und die Adler, deren Horste (Tafel II, Fig. 2) frei auf Felsen, aber auch auf Bäumen stehen. Korbflechter bauen ihr N. sehr lose und unvollkommen aus dünnen, trocknen Reisern, Vinsen, Pflanzenstengeln, wie die Holzhäher, die Rabenvögel, viele Drosseln, Kernbeißer, Dompfaff, Rohrsänger, Gartensänger (Tafel II, Fig. 4), Rohrammer etc., Webervögel benutzen fadenförmiges Material, Binsen, Bast, Grasblätter, Haare, Schafwolle etc., und fertigen daraus ein N., dessen Wandung mehr oder weniger einem Gewebe ähnlich sieht. Graukehlchen, weiße Bachstelze, Rotkehlchen, Rotschwänzchen, Goldhähnchen (Tafel I, Fig. 4), Goldammer, Grünfink, Hänfling füttern ihr N. mit eingewebten Haaren, Federn, Wolle aus. Schwanzmeise und Beutelmeise (Tafel I, Fig. 3, und Tafel II, Fig. 1) bauen ein beutel- oder eiförmiges, nur mit einem kleinen Flugloch versehenes N., zierlich zusammengewebt aus den genannten Materialien und ausgekleidet mit Federn, Wolle und Haaren. Zu den geschicktesten Baumeistern gehören die Webervögel und die Beutelstare (Schapu; Tafel I, Fig. 1). Schneidervögel nähen mit Hilfe ihres Schnabels, den sie wie eine Nadel benutzen, ihr N. aus Blättern zusammen (Tafel II, Fig. 7). Filzmacher verfilzen faseriges Material zu einer gleichmäßigen Wandung, wie der Buchfink, Stieglitz, manche Kolibris etc. Die Zementierer sondern aus bestimmten Drüsen einen klebrigen Stoff ab, der, mit Speichel vermischt, entweder zusammen mit andern Stoffen, oder allein, wie bei der Salangane (Tafel II, Fig. 6), zum Nestbau benutzt wird. Die Dombauer bauen bedeckte, seitlich mit einem Flugloch versehene Nester, vorzüglich aus Moosen, wie der Zaunkönig, der Fitis, Rotschwänzchen, Goldhähnchen, Wasserstar, Schwanzmeise, Schattenvogel (Tafel I, Fig. 2). Endlich sind noch die Vergnügungsnester zu erwähnen, große laubenartige Gewölbe mit bunten Federn, Knochen, Muscheln geschmückt, die nicht zum Brüten, sondern nur zur vergnüglichen Zusammenkunft der Vögel dienen (Tafel I, Fig. 5). – Nester nennt man auch die Behausungen der Ameisen und Termiten, die in der Erde gegraben oder über der Erde aus besonderm Baumaterial errichtet werden, sowie die aus einer papierähnlichen (hauptsächlich durch Kauen von Holzspänen hergerichteten) Nester der Wespen, wohl auch die Bienenstöcke mit ihren Wachswaben. Fernerhin die selbstgesponnene gemeinsame Wohnung mancher Raupen sowie Behausungen für Eier und Junge, auch wenn die Alten sich nie darin aufhalten. Derartige Nester verfertigen Spinnen, einige Tausendfüßer und Insekten. Die wissenschaftliche Nesterkunde heißt Kaliologie. Vgl. Rennie, Baukunst der Vögel (deutsch, Stuttg. 1848); Ad. und K. Müller, Wohnungen, Leben und Eigentümlichkeiten der Tierwelt (Leipz. 1869); Wolf-Harnier, Gefiederte Baukünstler (Berl. 1896); Blanchon, Demeures aériennes des animaux. Le nid (Par. 1905), und Literatur beim Artikel »Eierkunde«.
4444 Zeichen · 60 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    nestst. N. (a)

    Köbler Ahd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    nest , st. N. (a) nhd. Nest, Brutstätte, Lagerstätte, Wohnstätte ne. nest (N.) ÜG.: lat. cubile Gl, nidulus Gl, nidus Gl…

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    NEST

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +6 Parallelbelege

    NEST s. ich niste.

  3. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    nestN.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +7 Parallelbelege

    nest , N. nhd. Nest, Vogelnest, Lager, Stall, Versteck, Höhle eines Säugetiers, Haus, Heimat, Unterschlupf, Unterkunft, …

  4. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    NestDas

    Campe (1807–1813) · +2 Parallelbelege

    Das Nest , — es, Mz. — er ; Vw. das Nestchen , O. D. — lein , eigentlich, ein Haufe mehrerer bei einander befindlicher, …

  5. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Nest

    Goethe-Wörterbuch

    Nest 1 (aus Pflanzenmaterial, Lehm od körpereigenen Substanzen gefertigte) tierische Wohn- u Brutstätte a Vogelnest; auc…

  6. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Nest

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +2 Parallelbelege

    Nest , der künstliche Bau, den die Vögel errichten, um ihre Eier darein zu legen und auszubrüten. Ost sind dieselben seh…

  7. modern
    Dialekt
    Nest

    Elsässisches Wb. · +4 Parallelbelege

    Nest [Nat S. O. bis Dü. ; Nèt Mütt. U. W.; Pl. Natər, bezw. Nètər; Netərə Wh. ; Dem. Natlə, Nètl] n. 1. Nest, Vog…

  8. Sprichwörter
    Nest

    Wander (Sprichwörter)

    Nest 1. Aigen nest helt wie ein mawer fest. – Gruter, I, 3; Petri, II, 161; Henisch, 829, 60; Latendorf II, 9; Simrock, …

  9. Spezial
    Nest, etymologischesn

    Dt.-Russ. phil. Termini · +2 Parallelbelege

    Nest , n , etymologisches гнездо , ср , этимологическое

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit nest

537 Bildungen · 329 Erstglied · 200 Zweitglied · 8 Ableitungen

nest‑ als Erstglied (30 von 329)

Nestdotsch

SHW

Nest-dotsch Band 4, Spalte 961-962

Nestdotter

SHW

Nest-dotter Band 4, Spalte 961-962

Nestei

SHW

Nest-ei Band 4, Spalte 961-962

nesteln

SHW

nest-eln Band 4, Spalte 961-962

Nestert

SHW

Nest-ert Band 4, Spalte 961-962

Nestfrisur

SHW

Nest-frisur Band 4, Spalte 961-962

Nestgiebel

SHW

Nest-giebel Band 4, Spalte 963-964

Nesthaube

SHW

Nest-haube Band 4, Spalte 963-964

Nesthocker

SHW

Nest-hocker Band 4, Spalte 963-964

Nesthutsch

SHW

Nest-hutsch Band 4, Spalte 963-964

Nesthüter

SHW

Nest-hüter Band 4, Spalte 963-964

Nestkrapp

SHW

Nest-krapp Band 4, Spalte 963-964

Nestquack

SHW

Nest-quack Band 4, Spalte 963-964

Nestquapp

SHW

Nest-quapp Band 4, Spalte 963-964

Nestquatt

SHW

Nest-quatt Band 4, Spalte 963-964

Nestrübe

SHW

Nest-rübe Band 4, Spalte 963-964

Nestsack

SHW

Nest-sack Band 4, Spalte 963-964

Nestwibbel

SHW

Nest-wibbel Band 4, Spalte 963-964

nest als Zweitglied (30 von 200)

ebenest

KöblerMhd

*ebenest , Adv. Vw.: s. al- E.: s. ebene (2)

Wespennest

RDWB1

Wespennest n übertr. , umg. гадюшник разг. , серпентарий перен. , банка с пауками идиом. , банька с пауками идиом.

abedienest

MWB

abe·dienest

abedienest stMN. zu einem ~ ‘zu Totsatzung (verpfändet)’ (d.h. zu der Bedingung, dass die gezogenen Pfandnutzungen auf Schuldentilgung anger…

Adlernest

MeckWBN

adler·nest

Wossidia Adlernest n. wie im Hd.: 'n grot Adlernest mit junge Adlers S. Neum. Volksm. 216.

albeⁿeinest

Idiotikon

albeⁿeinest Band 1, Spalte 278 albeⁿeinest 1,278

alderbernest

KöblerMnd

alderbernest , Adj.? (Superl.) Vw.: s. allerberneste*

alebenest

KöblerMhd

alebenest , Adv. nhd. ganz gleichmäßig, ganz gerade, ganz eben Q.: KvFuss (2. Hälfte 12. Jh.) E.: s. aleben W.: nhd. DW2- L.: Lexer 3b (aleb…

allerbernest

KöblerMnd

allerbernest , Adj.? (Superl.) Vw.: s. allerberneste*

allerebenest

KöblerMhd

allerebenest , Adv. nhd. „ganz eben“ Q.: Apk (vor 1312) (FB allerebenest) E.: s. aller, ebenest W.: nhd. DW2- L.: FB 8b (*allerëbenest)

allergërnest

Lexer

aller-gërnest adv. sehr gerne Engelh. 2794. Pass. K. 453,15. 541,41. Troj. 5042 ;

allergrüenest

KöblerMhd

allergrüenest , Adj. Vw.: s. allergrüeneste*

allerschœnest

KöblerMhd

allerschœnest , Adj. Vw.: s. allerschœneste

alleⁿeinest

Idiotikon

alleⁿeinest Band 1, Spalte 278 alleⁿeinest 1,278

almeⁿeinest

Idiotikon

almeⁿeinest Band 1, Spalte 278 almeⁿeinest 1,278

alwe(n)einest

Idiotikon

alwe(n)einest Band 1, Spalte 278 alwe(n)einest 1,278

Ameisennest

Campe

ameisen·nest

Das Ameisennest , des — es, Mz. die — er, das Nest der Ameisen unter der Erde, das keinen Haufen über sich hat.

ameⁿeinest

Idiotikon

ameⁿeinest Band 1, Spalte 278 ameⁿeinest 1,278

bātennest

MNWB

baten·nest

° bātennest , n. , ein Kriegsgerät (Braunschweig) (eig. Fledermausnest).

binnest

KöblerMnd

binn·est

binnest , Adj. (Superl.) Vw.: s. binneste

blatendienest

MWB

blaten·dienest

blatendienest stMN. das Stellen der Ausrüstung eines bewaffneten Reiters als Grundlast der Bauern des Deutschen Ordens: do sullen sie von ik…

Brustharnest

Idiotikon

Brustharnest Band 2, Spalte 1613 Brustharnest 2,1613

bātennest

KöblerMnd

bātennest , N. nhd. „Fledermausnest“, ein Kriegsgerät (Braunschweig) E.: s. bāte, nest L.: MndHwb 1, 152 (bātennest) Son.: örtlich beschränk…

dannest

DWB

dann·est

dannest , adv. wie dannoch. wie manches buch man von ihn ( ihnen ) schreibt, ir namen dannest über bleibt Schwarzenberg 156, 2 b . dasz tuge…

Ableitungen von nest (8 von 8)

benesten

MNWB

benesten , swv. , sich einnisten.

ërnest

Lexer

ërnest , ërnst stm. BMZ kampf, besonders im gegens. zu schimpf u. spil Büchl. Trist. Barl. Nib. den schimpf er ze ernest brâhte Mar. 176,20.…

ërnesten

Lexer

ërnesten , ërnsten swv. ib. intr. mit ernest handeln Frl. in den erwelten ernestet der geist Spec. 136.

ërnestlich

Lexer

ërnest-lich , ërnst-lich adj. BMZ wolgerüstet, streitbar Iw. ( vgl. Dwb. 3,928 ). ein forchtlicher ernstlicher fürst Chr. 4. 119,23. ernstl.…

genest

DWB

genest , genester , m. ginster, genista scoparia Nemnich 4, 1331 ; genester z. b. bei Hohberg 1, 215 b fg. , genester blumen Steinh. Bocc. (…

neste

KöblerAhd

neste , Sb. nhd. Netz ne. net Q.: Urk (994)

vernësten

ElsWB

vernëste n (etw.) durch Unachtsamkeit verlegen, so dass man es nicht mehr findet S. I ch ha be mi n Mësser wi e der vernëste t Liebsd. Ër he…

Zernest

Meyers

Zernest , Großgemeinde im ungar. Komitat Fogaras (Siebenbürgen), an der Bahnlinie Kronstadt-Z., mit Zellulose- und Papierfabrik, Sägemühle u…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „nest". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 10. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/nest/meyers
MLA
Cotta, Marcel. „nest". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/nest/meyers. Abgerufen 10. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „nest". lautwandel.de. Zugegriffen 10. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/nest/meyers.
BibTeX
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