Eintrag · Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke)
MUNT stm.
1. vom menschen. durch den munt gesloufet, hinter geschluckt, Genesis fundgr. 2,45,21. ûʒerhalp des mundes tür ragten im die zene herfür Iw. 26. zwô zungen stânt unebene in einem munde Walth. 13,4. mit friundes munde küssen das. 74,15. er sprach ûʒ schalkes munde Iw. 229. den munt bîʒen Walth. 61,18. Sîvride dem küenen vom munde brast daʒ bluot Nib. Z. 70,4. die kuster an den munt das. 139,4. die sêle von irem munde schiet Keller, 22,16. sînen munt in den himel setzen narrensch. 19,79, vgl. die anm. die wîle er aldâ strebete vor des tôdes munde Pass. K. 122, 85. ûʒ des tiuvels munde slahen das. vgl. das glossar. — o wê lieblîch gestellet sô rôter munt MS. 2,190. a. rôt als ein frowen süeʒer munt frauend. 228,7. sîn munt als ein rubîn schein von rœte als ob er brünne der was dicke und niht ze dünne Parz. 63,16. kleinvelrôter munt frauend. 516,12. 30. kleinvelhitzerôter munt das. 441, 18. 433,32. 434,24. kleinvelheiʒrôter munt das. 548,13. kleinvelsüeʒe redenter munt das. 575,31. weinde ougen hânt süeʒen munt Parz. 272,12. die naʒʒen ougen hânt süeʒen munt Lohengr. 384, vgl. W. Grimm zu Vrid. 32,15 (S. XCIV). ich ahte ûf mundes minne, die in blossen worten besteht, niht ein ei MS. 1,45. a. tôren herze lît im munde, der wîsen munt in herzen grunde, im Renner (vgl. anm. zu Vrid. 62,10). diu minne ist den tôren in dem munde zam und in dem herzen wilde Walth. 102,3. ir unêret verlogenen munt und twerheʒ sehen das. 59,9. daʒ er hât ougen und niht sach, und ouch hât munt und niht ensprach Bon. 38,18. — er gap im ze munde daʒ er sprechen kunde Hahn ged. 4,61. si begunden eines mundes jehen Trist. 3474. si sprâchen alle bî einem munde pf. Kuonr. 190, 5. si riefen alle mit [einem] munde das. 192,14. si sprâchen alle samt mit ainem munde das. 217,7. si sprâchen mit einem munde Iw. 172, wo Lachmann unnöthiger weise eim liest. im Parzival mehrmals ûʒ einem munde sprechen. — gegen munde, mündlich, persönlich, MS. I, 192 b. von munde, dasselbe, das. I, 1. a. von munde ze munde, so dass beide persönlich gegenwärtig sind, strassb. stdtr. art. 26. vgl. Haltaus 1371. munt wider munt ebenda. ich wil eʒ iu durch den munt ûf rehte triuwe sagen Flore 5346, unverholen, unumwunden. sagt den künegen durch den munt 'ir herren ist iu daʒ iht kunt?' buch d. rügen 1025. jâ wil ich gerne strîten, sprach Rienolt durch den munt gr. roseng. 1566 u. öfter. er hât durch sînen munt gelogen Engelh. 3764. sô liugestu schemelîch in dînen munt Msh. 3,351. a. — lebt ir ode habt ir munt Iw. 90. den tôren ist niht mêre witze kunt niuwan diu eine umbe den munt das. 126. si mante si mit gebærde und mit munde das. 174. schamende sich sprach er alsô 'nu hân ich mundes niht ze dir', wage nicht dich anzureden, Barl. 124, 7. mundes rîch, prahlhänsig? MS. 2, 129. b. — durch willen sîner lieber rief Engelhart wol drîstunt 'schœner rœselehter munt' Engelh. 2588. samer mîn munt Ls. 3,15.
2. von thieren, daʒ viur schôʒ dem wurme ûʒ dem munde Iw. 146. der lewe zeicte mit dem munde das. 148. dô lôster im (dem bären) diu bant von füeʒen und von munde Nib. Z. 145,3. vgl. Pfeiffer, das ros im altd. 5,27.
3. mündung, öffnung. Philippus sprichet alsô vile alse ein munt der lampen myst. 126,24.