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lügen

mhd. bis spez. · 15 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

RhWB
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15 in 15 Wb.
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Eintrag · Rheinisches Wb.

lügen

Bd. 5, Sp. 587
lügen die Grundform des allg. verbr. Ztw. ist liegen, u. so Rhfrk līə (-ēi-), dau līšt, ər līt, Part. gəlō, gəlū [Birkf le·i.jə, –īj-, ər le·i.t]; Saarl līnən (NO līn), dou līnšt, ər līnt, Part. gəlō: [Diefflen gəl:]; Merz, Saarbg lī·ə.n, dou lī:št, –st, ən lī:t, Part. gəlū:; das Geb. mit Ausfall des intervokalischen -g- reicht bis einschl. Mos [Trier-Stdt lī:jən u. -ī-] bis Bernk, Zell u. von Zell-Alf an nach Süd über die kurpfälz.-kurtrier. Grenze bis Boppard [Bernk le·i.ən] [über die L. hinaus in Bitb hier u. da lē·ə.n, dou lē:st, hen lē:χt (Cruchten Bollend NWeis); eiχ lijən, dou liχs, hE lī·ə.t, mər lijən, dīr lī·ə.t, Imperat. le·i. Wittl-Hetzerath]; n. dieser Grenze Mosfrk lī:jən, –ē:-, je nach der Entwicklung von -ie-, dou lī:χst, hęn lī:χt, Prät. lū:x, –ō:-, Part. gəlō(ə)γən, –(ə)-; uMos lē:jə, dou le·i.s, ə le·i.t, mər lē:jə, dir lē:χt [ lē:jə, dou le·i.s, e le·i.št, mər lē:jə, dīr lē:št Koch-Pommern]; May, Aden dou lø·y.χst, ə lø·y.χt; OAltk lø·y.jən; Rip lē:jə [Schleid-Engelgau luγə], lē:jə u. -y- u. lux, lyχs, hE lyχ, mər lē:jə, Prät. lō:x, Conj. -:-, Part jəl:γə [um Sieg-Fussh Ruppichteroth jəlǫ·u.ən], Imperat. lux, –y-, –ē:- [Aach lyjə, lyχ, lyχs, hEə lyχt, Prät. lyjət u. l·ə.χ, Part. jələjə; Eup-Raeren lē:χ, doə lyks, hE lykt, Prät. lū·ə.x, Conj. lȳ·ə.χ]; OBerg lījən, –ei- u. -ȳ-, līən, ek lyχ, lȳs, hE lȳt, Prät. lx, Part. jəlγən [Waldbr-Eckenhg Prät. ; Gummb-Homburgisch luγən, Prät. l:x; Altk-Wissen u. Geb. l:jən, –ē:j-, du lø·y.st, ər lø·y.t, Prät. l:x, –ū:-, Part. jəl:γən, jəlǫ·u.ən]; NBerg lījə, –ē:- u. --, du lȳəs, lȳət, Prät. lx, Part. xəlγən [u. -ǫ- Sol-Pattschd Schlebusch]; SNfrk lē:jə [Kemp-Dülken -ę·i.-], lē:χ, lyχs, hE lyχt, Prät. lūəx, –ōə-, –ō-, Conj. -ȳə- usf., Part. jəlōəγə [Kemp-Stdt lyjə, ek lyχ]; Klevld līγə, ek līx, γe līxt, he līxt, Prät. lx, Part. γəlγə [Mörs, n. Ruhr neben līγən auch lγən, –ȳ-] st.: 1. wie nhd.; der lüg sech jet zesamme (zerech, beiənen, ene Stivvel zesamme, en Perdskar voll); der lüg sech dut on lebendig; der lüg drop on derwidder; der lüg sech drus on dren; der lüg sech füre eren on hönger drus; der well sech herusl.; dat möt (müsste) ech l.; dat l. ech doch net! Beteuerung der Wahrheit Rip, Allg.; de liet sich eraus, o wenn en zeih (10) Klofter drestecht; eweil hoschte dich awwer eregelo! Merz, Allg.; ech l. dem strack zom Gesechte erön Altk-NFischb; dem steht de Mul nom L.; wann der eckersch (nur) de Mul opdeht, lüg he, on wann he se zodeht, hät e geloge; de hät et L. gepach (gəerf); de hät sech su et L. angewennt, dat e selver net mih dofür kann, wann e luter (immer) de Löck (Leute) anlüg Rip, Allg. RA.: Der kann l. wie en Advokat Bitb-Wiersd, — en rude Jud Bitb-NWeis, May-Trimbs, — ene Bur Jül, — ennen Börgermeister Mörs, Rees, — ene Brefdräger Jül-Tetz, — ene Kur (Nachtwächter) Erk-Rath, MGladb-Giesenk, — e Bochdrecker Merz-Losh, — ene Spetzbof Rip, Allg., — en Kelchdiff (Kelchdieb) Trier, WBitb, Malm, — ene Schnider Kref, — en Birschtenbenner Merz-Weisk, — enen Förster Kref, — en Tirk (Türke) Saarl-Berus, — e heesche Kend (heidnisch Kind) Heinsb-Erpen, — enne Boddeseiker Mörs-Neuk, — de Graf Deuwel Kobl-Kärlich, — dem Düvel si Grossmotter MGladb, — dem D. sing Schwigermotter Sieg-NCassel, — en Fuchs Bernk-Wolf, — e Atzel (Elster) Birkf, — e Peərd Merz, Dür, — ne Dudezeddel Köln, Dür, — de Zidongk Aach, — gedrock Rip, Allg., — gedroschen Mettm-Velbert, — noch nie Kobl-Bend, Allg., — mer'sch han well Ottw-Schiffw. De lit so hurtig (sihr, flott usf., schwer) wie zwä (honnert) Peərd (Geil) lofen (ziehen), kennen, e Perd laft Mosfrk, Rhfrk, Ahrw, MülhRh-Holweide, Schleid-Hellenth, Monsch-Witzerath, Aach, — en Postpeərd löppt Barm, — en Hos (Hase) lafen kann Saarbg, Mos, Wittl, Daun, May, — en H. iwer't dänne Bord laift Koch-Laub Urschmitt, — der Hongk (Hund) sekt (seicht) Wermelsk, — en Hond lafen kann Saarbg, — e Gäss (Ziege) treərt (tritt) Merz-Erbring, — e G. stretzt Merz-Weisk, — e G. knuddelt Kreuzn-Münster, — der Düvel flügt Aach-Stdt, — en Dör, de op- un zogeiht Köln-Stdt, Heinsb-Roerkempen, — im (ihm) de Ogefliddere (Augenwimpern) gonn Bo-Poppelsd, — mer guckt Merz-Wadern, — er lofen kann Trier-Thomm, Saarbg-Soest, — hen spauzt (spukt) Saarbg; de liet meh, wie er gross on domm es Merz-Wadern; de ka besser l., wie e Vugel flegen Wittl-Binsf; der lüg esu schwiər, wie er drohn kann Sieg-Süchterschd; de ka l. wie e Perd zehje, wie ne Vugel flege, wie ne Schelm bedrege, wie ne Zoldat krege Schleid-Hellenth. Der liet, dat de Balke krachen Merz, Allg., — de B. sech böge (böcke) Rip, Allg., — de Bäm (Bäume) sich beə (biegen) Merz-Erbring, — de Bodem kracht Merz-Saarhölzb, — sech de Bäum dinnen (dehnen) Neuw-Asb, — der Klomp barscht Heinsb-Lümb, — de Wänn (Wände) wackeln Saarl, — krache Rip, — de Schwarde krache Sieg, — de Heide wackelt Wermelsk, — de Wänn schwarz werde Sieg-Ägid, — de Melch sur werd Siegld; der lüg, dat et dämp Rip, Allg., — et kracht Merz, Sol, — et deister get (an der Luicht) Bitb, Prüm, — et stenkt Wittl, Allg., — et spauzt Wittl-Dörb, — et net mih schün ös, et Eng dervan fort ös Rip, Allg., — et Mehlnrärer (Mühlenräder) dribt Siegld, — der Kalk van den Wängen (Wänden) fällt Gummb, — dat mer et (met de Hänn, de Fengere) föhle (freden, gripen) kann Rip, Allg., — met (dur) de Klompe (Blotsche) fühle kann Nfrk, — mer et rüch (riecht) Schleid, — mer debei danze kann Merz, Ottw, Altk-NFischb, — drof Schottisch d. kann Birkf-Herrst, — mer derdurch seiht Bitb, — mer gro Hor kreit Mosfrk, Allg., — mer strack steht Birkf, — mer föuhlt, wat heə sich beənt (betet) Aach-Stdt; de lüg, dat et enem bang wiərd Rip, Allg., — äm de Aue iwergehn, de A. Wasser gen, de A. tripse Rhfrk, — et enem grön on gel für de Oge wiərd Rip, Allg., — enem de Hor suse op de Kopp Rees-Wesel, — et em (ihm) dämpt bor'm Koppe Gummb-Nümbrecht, — em de Netten (Läusebrut) op em Koppe bäschten (bersten) Lennep-Radevormwald, — et em schro (übel) steht Sieg-Ruppichteroth; de lügt, dat he schwart (schwarz) wüərd Heinsb, MGladb, Elbf, — e stenkt Gummb-Waldbr, Sieg, — barst Mörs-Xanten, — er schümmt (schäumt, schwett ‘schwitzt’) Heinsb, — äs gäw er bezahlt davor Saarl. Der lüg et Blaue vam Hemmel erunger Rip, Allg., — de Stere vom H. rof Mosfrk, Rhfrk, MGladb, — den Deiwel äus der Hell Merz-Losh, — unser Herrgott vum Himmel erunner Saarbr-Krughütte, — dem Deiwel e Bän (Uhr) of (on näs ‘noch einmal’ on) Mosfrk, Allg. Der lüg (alles), wat he (sich) bett (betet), — wat he sät (sagt) Rip, Allg., — met Feər on Enk (Feder u. Tinte) net uszeschrive es Jül-Tetz, — de Klock schleht MGladb. Der liet, das kammer käm kläne Kend en die Hand gen Saarbr. De lüg, wo et Hemb en rührt Bo-Alfter. Dei lüt noch öwer'm Beən (beten) Gummb. Der hät siwwe Johr of et L. stodeert Kobl-Kärlich. Ümmes den Hals voll l. MülhRuhr, Rees, Klev. Der lügt sech en Scholder useren (auseinander) uWupp, Sol. He lüg Stadt un Laund anein MülhRuhr, — de Deiwel sesamme Ottw-Schiffw. De lüg dem onner de Hand eweg, dat et su puff dervan Sieg-Ägid. He lüg sech no de Höll eren Geilk-Oidtw, — bes meddsen en de H. eren Rip, Allg. De liet sich durch nein Deiweln durch Merz-Saarhölzb. He legt mat opgereckten Uhren frech u. unverfroren Prüm-Mürlenb, — bis op et Halsbändchen (-band) Altk-NFischb. He lüg met ener halwe Maul mih, als wie ühr met zwei wohr könnt mache Ahrw-Heimersh. Den liegt in sin eige Täss (Täsch, Sack, Säckel, Rippet) Klev, Allg. Sich aus em Sack l. zum eignen Nachteil Saarbr. De kann l., ohne rut ze wiəre Kobl, Allg. Der kann sech fruh l. Neuw-Rodenb. He kann net lese on schrive, ävver l. wie gedröck Dür, Köln, MGladb. Den liegt, de Deiwel hiesch Girret (Gerhard) Prüm-Wetteld. De lüg en et Hondert eren, bes et Dusend voll es Dür, Allg. — Duə wells mich noch wahl l. hesche! du willst nicht glauben, was ich sage; ich lüge nicht Rip, Nfrk. Lott mek nit l. eine Erzählung einleitend, ich will nicht l. Elbf; wak (was ich) sägge well en l. nit Klev. Ek lüg nit, of ek sägg et scherzh. Entschuldigung des Lügners Mörs; wenn e lüg, sät er et Eusk-Billig, Prüm-Mürlenb; alles, wat ech l., san ich Rhfrk. Die laufen un l. Köln, MülhRuhr, Waldbr-Wildbg. — Nergens l. ös beis (besser), wie övverall de Wuahrhet sage Bo-Dransd. We l. well, moss sewe annern Lege em Hennerhalt ha, sost wiərd he feste Siegld. Den liegt bloss, weil hej an de Wohrheit te kort (kurz) kömmt er lügt, um aufschneiden zu können Klev. De liegt net, en as nummen (nur) sporsam mat der Wohricht Trier-Schleidw. Wer lang lient, get alt Saarl-Überherrn. Wer eimol lüg, dem gläuf mer nit (un wenn er och de Wohrhet sprich) Köln, Allg. De gläuf, wat e lüg Köln, Allg. Wer lügt, der stellt (strippt) Sol, Allg., — der deiht alles Neuw-Kurtschd, — on stillt, der stecht de Heiser on Neuw-Urb, — der stillt on seck (pisst) en et Bett Ahrw-Heimersh, Rheinb-Meckenh, — de st., de sengt, de brennt, de get zeletscht un de Galge gehänkt Merz, Saarbg, Trier. Wer lügt, der bedrügt MGladb, Nfrk, Rip, — un deiht och noch jet mih Köln, — de stellt, de deht alles Dür-Geich Golzh, — der deht alles Erk-KlBoslar, — de stellt, de es ledderlich, de deht alles Jül-Linnich. L. un bedrege werde flöck (schnell) Kullege Köln-Stdt, — dat send twei Fröng MGladb; wen afängk mit L., höart op mit Bedriegen MülhRuhr, Nfrk, Rip. Vum Futtele küt mer an et L., vum L. an et Bedrege, vum B. an et Stelle, vum St. an de Galge Köln-Stdt, MGladb. Wann der Schelm lög, wiərd e net gehange Bergh-Glessen. Frog äs minnen Brur Käck, de lüg grad (so wall) wie ek Mörs, Elbf; geh, fro mei Brurer en der Kich (Küche), der liet grad so wie ich Bernk-Gösenr. Van Hürensan (-sagen) lügt mer geren (gern) Malm, Eup, Kreuzn, Bernk, — lügt me Bömmke gruət, Männtje duət Eup-Kettenis. We vell kallt (redet, schwätzt, verzällt), moss vell wesse odder vell l. Jül-Linnich, Monsch-Rohren, Schleid-Reifferschd, Ahrw-Ramersb, Neuw-Unkel, Daun-Tettschd, — vell w. odder derbei l. Eusk-Langend; wer völl kallt, lügt auch völl Sol; vill Son (Sagen) gäht met L. of Saarbg; der nit redd, der küt och nit zum L. Köln-Stdt. Wer wit gewandert es on alt, der mag l. met Gewalt ErcklBoslar. Got gelu es meih wei e Gangk gesport Merz-Saarhölzb. Mer moss och at emol l., wemmer net well met Schoden dorch de Welt kommen ebd. Wammer l. will, muss mer orendlich l. Simm-Horn. Wer lüg, dat men't glik merken kann, dat es ken Söng (Sünde) Sol-Immigr; l., dat me dra föhle kann, dat es gen L. Eup-Raeren. Met L. fecht (bettelt) mer sich dorch et Land Merz-Saarhölzb. Mer moss och alt es l., annersch geht et net op der Welt Sieg. Der sät (sagt), en heff (habe) noch nie gelu, de liet op de Platz Merz-Saarhölzb. Et L. liəhrt sich vun selwer Merz, Allg. Mit dem Maul, wo de betscht (betest), sollschte nit l. Saarbr. Irre es menschlich, L. schändlich May-Polch. Geschess es net geloge Kobl-Bend. Ich kann et L. nit verdrage, sat de Juffer Latz, do schlog se ehre Spegel kapot Köln-Stdt. No leg do un der Düvel, dann l. öhrer zwei! Köln-Stdt; lug, D., lug! Siegld. Du häs geloge, do kömms ene Höll! zu Kindern Mörs, Allg.; we lügt, kömmt en de H. op de Speltestuhl (Nadel-) Duisb. Ich hab gelogen, ich hab gestohlen, ich hab die Katz am Schwanz gezogen scherzh. Kinderbeichte Saarbr-Heusw, — gestohlen, ech han der Moder an der Mämm gesoge Rip. An der Stir (Stirne) steht der'sch ongeschrieb, das de gelo hascht, se es jo ach ganz blo! um Kinder zu überführen Saarbr-Sulzb. — Dat lügs du; dat es (deck, schwer) geloge, gestonke on g. Rip, Allg., — hondertmol g. Kobl-Rhens, — för (bei) Gott g. Aach, Wermelsk, — op Ihr on Gewesse g. MGladb, — g. on gestonken end bowendrin ne wohr Rees-Milling, — g. wie verbrannt Sieg-Leuschd; dat es gedat (gedacht) on g. Malm, SNfrk, Klevld; dat es su sicher (wohr) g., wie zweimol zwei vier es Rip, Allg., — wei Amen em Gebet es Merz-Saarhölzb; da's bes zoum Loch aus g. ebd.; wenn dat net g. es, dann so (sage) mer änen, wat es da g.! ebd.; dat kammer met de Häng föhle (ene Blenge met em Stock f.), dat dat g. es Rip, Allg.; da well ech he op der Plaz sterve, wenn et g. es! Grevbr, Allg. Dat lügs de en de Hals eren! Ahrw-Sinzig. Et es noch lang nit alles wohr, wat geloəgen es Kref. Nit wohr is allzeit gelo! zu dem, der immer ‘nicht wahr?’ sagt Saarl-Berus. Wann die zwei Wort sät (sagt), sin drei gelo Simm-Horn. Alles werd vergolde, odder Goddes Wort es geloge Köln. Tössen (zwischen) hier on Kölle wörd völ g. Geld. Alles g., Katt (Katze) bedrogen, hät an de Katt sin Mämme gesogen! damit umtanzen die Kinder den, den sie angeführt haben Mörs-Schwafh. Er wörd nörges su vöəl geloəge wie no de Jaud (Jagd) on för et Traue (heiraten) Kemp-Grefr, — wie bei er Hochzeit on am (im) Krieg Trier-Mehring. — In dem Wingert hon ich ä Stick (Fuder) Wein gemach, das is nit gelo Kreuzn; ech han, net geloge (ongel.), derbei hondert Mark verdent Rip, Allg.; me Vadder sinne verschloəte Mound (verschlossener Mund, der tote Vater), ent geloəge, hat mich vertaut (erzählt) Eup; die koschte mich so vill, ohne gelo Saarbr; de Sau hot ungelo drei Centner gewo Kreuzn, Allg. — Et Geblet (Geblüt, die Abstammung) kan net l. Bitb-NWeis. Der Sching (Schein) drüg, der Spegel lüg Köln-Stdt. Von dem singe Backe lüg de Nut Goddes er hat dicke Backen Sieg, Rip. — Volksgl. die Anzahl der Flecken auf den Fingernägeln zeigt an, wie oft einer gelogen hat Allg. — 2. übertr. a. et wor ävver geloge er hatte sich in seiner Berechnung geirrt, es war nicht geraten, geglückt; he ment (meinte), et ze krige, et wor ävver g.; du mens, du hätts et, dann ös et g. Sieg. — b. ein Kartensp.; derjenige, der seine acht Karten in die Hand nimmt, muss zuvor einen Trumpf bestimmen, der fürs ganze Spiel bleibt Erk-Örath, Eif (o. O.). — Abl.: die Liegerei, dat Gelieg(s).
13945 Zeichen · 273 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    lügenstv., stf.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer)

    lügen stv. , lugen stf. s. liegen, lügene.

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    lü̂gen

    Mittelniederdeutsches Wb.

    ° lü̂gen „boare” (Hamb. dt.-lat. Gl.), vgl. 2 lö̂yen.

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Lügen

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Lügen , verb. irreg. neutr. ich lüge, du lügst, (Oberd. leugst,) er lügt, (Oberd. leugt;) Imperf. ich log; Conjunct. ich…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    lügen

    Goethe-Wörterbuch

    lügen knapp 20 Prozent von ca 100 Belegen in ‘Reineke Fuchs’; Schwerpunkt in 1; als Var zu liegen B10,75,17 1 (wissentli…

  5. modern
    Dialekt
    luegen

    Elsässisches Wb. · +3 Parallelbelege

    luege n [lỳakə, lỳəkə S. bis Logelnh. ; lyùkə M. ; lỳaja Co. bis Dü. Bf. ; lỳəja Rapp. Barr Bisch. Molsh. Mutzig Ingenh.…

  6. Sprichwörter
    Lügen

    Wander (Sprichwörter)

    Lügen 1. Al lücht de munt, dat herte endoet des nicht. – Tunn., 25. Lügt auch der Mund (s.d.), das Herz thut's nicht. (C…

  7. Spezial
    lügen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    lü|gen (log, gelogen) vb.intr. mintí (mënt), dí baujies.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit luegen

220 Bildungen · 194 Erstglied · 20 Zweitglied · 6 Ableitungen

Zerlegung von luegen 2 Komponenten

lu+gen

luegen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

luegen‑ als Erstglied (30 von 194)

lügenachtig

RhWB

luegen·achtig

lügen-achtig lγənęχtiχ Geld Adj.: gerne lügend. Ne, minne Bestevader wor genne l.ə Menss; hej hatt onder de Snej (Schnee) geəsloəpe bej Mos…

lügenære

BMZ

luegen·aere

lügenære stf. lügner. meinswerer unt lügnære warn. 365. daʒ ist dem lugenære ze unstaten komen Nib. 2083, 4. seit mir ein lügenære vil, des …

Lügenbach

RhWB

luegen·bach

Lügen-bach lyjəmiχ Sieg-Ägid , Ahrw-Sinzig : fingierter ON, in der Wend.: Der ös och us (van) L. derhem er lügt gerne. Dat es ze L. geschehn…

Lügenbalg

PfWB

luegen·balg

Lügen-balg m. : 'verlogenes Kind', auch Schimpfw., Liebalch [ KB-Kriegsf ]. —

Lügenbaltes

RhWB

Lügen-baltes luxbaldəs (-balthasar) Siegld m.: dass.

Lügenbank

RhWB

luegen·bank

Lügen-bank lī:- Koch-Mesenich Ernst f.: B. vor dem Hause oder auf freiem Platze, auf der sich nach Feierabend Freunde u. Nachbarn noch etwas…

Lügenbas

RhWB

luegen·bas

Lügen-bas lȳəj(ə)- Kemp , Kref ; lγə- Klev , Geld m.: Erzlügner.

Lügenbastel

PfWB

luegen·bastel

Lügen-bastel m. : = Lügner 1, Liebaschdel [ LU-Oggh ], Liegebaschdel [SP-W'see Beam Penns 66]. Zum Grundw. s. Sebastian . Südhess. IV 422 . …

Lügenberg

Wander

luegen·berg

Lügenberg Mancher hat den Lügenberg an allen Orten durchstiegen. – Lehmann, 494, 47.

Lügenbern

RhWB

luegen·bern

Lügen-bern lyχbE:n (-bernhard)  Sieg m.: der im Anfang des 19 .Jhdts. lebende Spielmann Spillbern, der nach der Volkssage prophetische Gab…

Lügenbeutelns

PfWB

Lügen-beutelns n. : ein Kartenspiel, -beidels [ LU-Limbghf ]. —

Lügenbeweis

Campe

luegen·beweis

○ Der Lügenbeweis , — es, Mz. — e , ein lügenhafter Beweis, ein falscher, trüglicher Beweis. »Vom Thron Gottes bis zum Gewürm der Erde kann …

lügenbild

DWB

luegen·bild

lügenbild , n. unwahres bild: ein lügenbild lebendiger gestalten. Schiller resignation.

lügenblatt

DWB

luegen·blatt

lügenblatt , n. zeitungsblatt, welches geflissentlich unwahrheiten verbreitet: es wird gut sein, wenn .. nicht jedes offenkundige lügenblatt…

Lügenbock

PfWB

luegen·bock

Lügen-bock m. : = Lügner 1, -bock [ GH-Kuhdt Leimh ]. Rhein. V 594 . —

lügenbotschaft

DWB

luegen·botschaft

lügenbotschaft , f. : der wahrheit richtschnur maasz des herolds wort, das er dir sagte, nicht; dich oder uns betrog die lügenbotschaft, die…

lügenbrief

DWB

luegen·brief

lügenbrief , m. : schmieren heimlich ehrendiebische pasquillen und lügenbriefe. Rist friedejauchz. Teutschland, vorber.

lügenbruder

DWB

luegen·bruder

lügenbruder , m. lügner, als gleichsam der lüge aufs engste verwandt: zumahl auch ihnen ( den gleisznern ), als eigennützigen lügenbrüdern, …

lügenbrut

DWB

luegen·brut

lügenbrut , f. 1 1) lügnerisches gezücht ( vgl. brut 3, theil 2, 453): für dieszmal spielt die lüg enbrut ( hier eine einzelne hexe ) ihr st…

lügenbuch

DWB

luegen·buch

lügenbuch , n. buch welches lügen enthält: ( Lemnius hat ) etlich epigrammata .. ausgehen lassen, ein recht, erzschand, schmach und lügenbuc…

lügenbüechlîn

Lexer

lügen-büechlîn stn. lügenbüchlein Zimr. chr. 2. 426,34.

Lügenbütel

ElsWB

luegen·buetel

Lüge n bütel [Lòjəpitl Mark. ; Ljəpitl Str. ; Lêjəpitl Brum. Geud. Dunzenh. ] m. Lügner. — Schweiz. 4, 1921.

luegen als Zweitglied (20 von 20)

ablügen

DWB

ablügen , diffiteri, s. abliegen . einem andern abgelogen. Logau 3, 128, 152 ; sein ( des liebhabers ) herz zu eigenem profit der andern abz…

abpflügen

DWB

abpflügen , arando auferre, herunter pflügen. von dem baume die wurzeln, vom acker den rand, die furche abpflügen. er hat seinem nachbar abg…

anlügen

DWB

anlügen , mentiri adversus aliquem, an ( auf ) einen lügen, ahd. analiugan ( Graff 2, 131 ), mhd. und bei Luther noch anliegen: sô het ir ti…

anpflügen

DWB

anpflügen , attingere aratro, nnl. aanploegen: einen fremden acker anpflügen ( s. abpflügen); eine furche der andern anpflügen.

aufpflügen

DWB

auf·pfluegen

aufpflügen , terram aratro aperire, nnl. opploegen. dann, in die höhe pflügen, einen schatz aufpflügen.

belügen

DWB

belue·gen

belügen , mendacio decipere: gott kann man nicht belügen; unterzeichnet er das fürchterliche urtheil schon? er ist belogen. Schiller. s. bel…

bepflügen

DWB

bepflügen , arare, nnl. beploegen: das land bepflügen; ich höre, liebster freund, du hast mit eignen zügen dein väterliches gut nun willens …

durchlügen

DWB

durch·luegen

durchlügen , niederd. dôrleigen Schambach 45 b . reflexiv, aus einer verlegenheit mit lügen sich durchhelfen. er hat sich glücklich durchgel…

durchpflügen

DWB

durch·pfluegen

durchpflügen , mit dem pflug umarbeiten, durchackern Stieler 1449 . Frisch 2, 56 b . vergl. aufpflügen . 1 1. untrennbar. das land musz durc…

erlügen

DWB

erlügen , effingere, ementiri, ahd. irliogan, irlouc, irlogan; mhd. erliegen, erlouc, erlogen; ags. âleogan, âleáh, âlogen; goth. usliugan b…

erpflügen

DWB

erpflügen , exarare, arando lucrari: er hat zehen scheffel von einem acker erpflüget. Stieler 1449 . Rädlein 253 b ; das, was der schwere pf…

Herauslügen

Campe

heraus·luegen

Х Herauslügen , v. rec . Sich herauslügen , sich durch eine Lüge aus einer Verlegenheit helfen. Das Herauslügen .

Hineinlügen

Wander

hinein·luegen

Hineinlügen 1. Er lügt wieder hinein, was er zuvor herausgelogen hat. 2. Hineinliegen wie herauss. – Franck, II, 103 a . Schimpflicher Wider…

pflügen

DWB

pflügen , verb. arare ( vergl. ackern , ähren , ären , eren, furchen), spätmhd. pfluogen, pflüegen, md. pflûgen, mnd. plogen. 1 1) im eigent…

umpflügen

DWB

umpflügen , vb. 1) das land im pflügen ganz umwenden, umackern ; proscindere terram das land umbpflügen, von unten auff umbackern, brachen F…

unterpflügen

DWB

unter·pfluegen

unterpflügen , trennbares v. ; subarare B. Faber (1587) 82 b ; nl. onderploegen; engl. to plough under: den mist u.; wenn er auf dem acker a…

vorlügen

DWB

vor·luegen

vorlügen , verb. , vgl. fürliegen th. 4, 1, 1, sp. 769; vorlügen Kramer teutsch-ital. dict. 1 (1700) 975 a ; Adelung; Campe ; dän. forelyve …

zupflügen

DWB

zupflügen , v. , den acker umpflügen Kramer; Adelung. ohne obj. das pflügen beschlieszen, wie zusäen: wir haben nunmehr zugepflügt Campe. —

Ableitungen von luegen (6 von 6)

belügen

DWB

belügen , mendacio decipere: gott kann man nicht belügen; unterzeichnet er das fürchterliche urtheil schon? er ist belogen. Schiller. s. bel…

erlügen

DWB

erlügen , effingere, ementiri, ahd. irliogan, irlouc, irlogan; mhd. erliegen, erlouc, erlogen; ags. âleogan, âleáh, âlogen; goth. usliugan b…

lügene

Lexer

lügene , lügen , lugene , lugen stf. BMZ md. auch md. logene, logen: lüge. lügene Ab. 1, 163. lügen, lugen Iw. 258 var. lugene Glaub. 1152. …

verlügen

DWB

verlügen , verb. durch lügen, falsche darstellung unrichtig darstellen. die alte form ist verliegen, so mhd. wo es häufig nachgewiesen ist, …

zerlügen

DWB

zerlügen , verb. , durch lügen entstellen: sein gesicht, das ganz zerlogen war von zweideutigkeit Kürnberger nov. 1, 180 ; älter nur refl. b…

Zitieren als…
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Cotta, M. (2026). „luegen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 11. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/luegen/rhwb
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Cotta, Marcel. „luegen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/luegen/rhwb. Abgerufen 11. May 2026.
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Cotta, Marcel. „luegen". lautwandel.de. Zugegriffen 11. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/luegen/rhwb.
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