lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

Kraut

nhd. bis spez. · 14 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

RhWB
Anchors
18 in 14 Wb.
Sprachstufen
6 von 16
Verweise rein
93
Verweise raus
186

Eintrag · Rheinisches Wb.

Kraut

Bd. 4, Sp. 1426
Kraut das Wort ist allg., u. zwar Rhfrk -au-, –ǫu-; Mosfrk -ǫu-, –ou- [NBitb, Prüm -ogt]; Rip -ūt, -u-, –ok, –u- [an der Ahr hier u. da -yt]; Siegld -ut; OBerg -okt, –ūt; NBerg -ūt; SNfrk -ūt; Mörs -ūt; Klevld -ut, –y- Sg. t. [Pl. Rhfrk -airə; Mosfrk -ę·i.dər; Rip -øydər (nach dem Nhd.); Berg -ȳdər; Klev -yə für besondere Bed.]; Demin. -aidχə, –ęi-, -ei- [Bitb -ędχən], -ȳtχə, –y-, –økχə, –y-, –ytšə, –tjə. — Die Bed. ist je nach Geb. verschieden. — n.: 1. von Pflanzen. a. Gras schlechthin, wie es auf der Wiese wächst, in grosser Menge mit der Sense abgemäht u. zu Heu verwertet wird; et es dies Johr sche Kr. in de Wiesen uMos von Bernk-Neumag an, in Zell, Koch, May, Neuw-Heimb Weis, Altk-Willr. RA.: Do es lang Kr. driwer gewass Allg. De hirt de Flih em Schlof nessen (niesen) un seiht et Kr. wossen der Überschlaue Allg. Wenn de Honn on de Katze Kr. fresse, get et Ren (Regen) May, Allg. Märzestöpp (-staub) brengt Kr. on Lauf (Laub) Altk-Willr. — b. Gras als Futter, jedes Grüne zum Viehfutter (Gras, Klee udgl.), in kleinen Mengen mit der Sichel oder Krumme (durch Krauden) an Rainen, im Walde, aber auch in der Wiese genommen u. in Kopflasten oder in der Hotte oder auf der Schürgeskarre heimgebracht; Kr. hollen ebd. u. Schleid, Monsch, Jül, Dür, Bergh, Sieg, Mülh-Rh, NBerg, Mörs, Klev. Krütt trecken (ziehen) gohn zu Ende der Heuernte das an den Ufern der Niers wachsende Kr. (grosse, lange beblätterte Stengel), das sich um diese Zeit löst u. in den Fluss sinkt, u. das von den Weiden hergewehte Heu aus dem Flusse ziehen, damit er blank werde u. das Kr. nicht, weiterschwimmend, die Schleusen der Mühlen verstopfe; auf einem Nachen stehend, fischt man das Kr. mit grossen Härken auf u. wirft es in den Nachen; das so aufgefischte Kr. gibt fetten Mist für das Ackerland Klev. RA.: Jedder Bock föngk (findet) se Krock jedes Häslein findet sein Gräslein Schleid-Hellenth. Getraud fehrt de Kuh in't Kr. (s. Var. bei Getrud) Bernk, Trier, Wittl, Bitb, Prüm, Daun, Saar, aber auch Wend, Meis, Goar. Sint Gerdrut blöht et Kr. Kref-Fischeln, — set's (sät) Kr. Kreuzn-Boos. Em Urselendag muss et Kr. eron (herein), esos schnecht (schneit) Simon on Judas dron Prüm-Ihren. Beim Kr.suchen gilt die Regel: Klein un gruss fillt de Schuss (Schoss), oder bei nachlässigem Füllen der Hotte: opgegöppelt (aufgehäuft), hemgezöppelt, Frau belugen, Kuh bedrugen, Kälfchen hot immer noch neist; eich deien (drücken) net an (ein), eich kreien neist dran Trier-Schleidw. — c. Unkraut schlechthin, bes. Quecke (das man auch z. T. fürs Vieh jätet oder schneidet); eier Steck ös voll Kr.; et Kr. (aus)roppen Trier, Wittl, Bernk, Zell-Bärenb Starkenbg, Koch-Clotten Ernst Valwig, Bitb, Daun, Prüm, Aden, Ahrw-Kirchsahr Nierend, Schleid, Monsch, Rheinb, Sieg, Köln-Widdersd, Bergh, Dür, Jül-Calr (sonst Unkr.); et Kr. wiəsst (wächst) dorch de Sot (Saat) dorch Monsch, Allg. RA.: Dat Steck as esu voll Kr. wie de Hel (Hölle) voll Deiweln Wittl-Spangdahlem. — d. oberirdischer Pflanzentell, Stengel, Blätterwerk, grüner Büschel, von Kartoffeln, Rüben, Möhren; eier Gromberen ho schi Kr.; et Kr. hot omgeschlohn vor der Reife Daun, Trier, Bitb (nur bei Kartoffeln, sonst gəlEf Geläube), Prüm, Aden, May, Kobl, Neuw, Goar, Birkf, dann OBerg, MGladb, Erk, Mörs-Binsf; die Grombire sen dat Johr net so schen, et es viel en't Kr. geschlah Birkf-Herrst. RA.: Der es ze domm, fir Riwe (Rüben) ze roppe, wenn mer em et Kr. en de Hand (Hänn) get Kobl, Goar, Neuw. Et leit (liegt, et geht) alles durchenaner wie Kr. un Riben Bitb, u. so nach dem Nhd. allg. bis MülhRuhr, Kref-Fischeln, Mörs-Neuk. En et Kr. schesse (schiessen) nach dem Nhd. Allg. — e. Küchengewürzpflanze, Kr. em Garen (Garten); beim Jäten sagt man: dat ene es Kr., dat anger Onkr. Gummb. — f. weisse Rübe, anfangs August auf die abgeernteten Roggenfelder gesät u. noch vor Winter heimgebracht, sofort als Viehfutter dienend oder aufbewahrt oder eingemacht; Kr. siəne (säen); Kr. uttrecke; dat Kr. hät schonn Röbe angesatt; e Stöck Kr.; en Kar (Büərde) Kr.; ver hant twiə Kule Kr. engemäckt; Kr. opsette zum Aufbewahren für den Winter (Synon. in dem Geb. Brache (Broək), Grün(t), Stoppelgrün, Herbstgrün, Stoppelkraut, Krautrübe, Rübkraut) Dür-Heistern, Aach-Brand Hofstdt Verlautenheide Walh Würseln, Heinsb, Erk, MGladb, Grevbr, Neuss-Büderich Gohr, Kemp, Kref, Geld-Wachtendonk Wankum. RA.: Om Krutwiə (Kr. weihtag) mott et Kr. suə gruət sin, dät sech en Kroəh dre kann verberge Heinsb. Sint Gerdrut blöht et Kr. (Rübsamen) Kref. Öm Allerhellege es et Kr. rip, öm sent Meərte (Martin) et et plöckes Tit (Pflückzeit), on wem et dann noch net en poss (passt), öm senten Dres (Andreas), dann es et fos (fest durch Frost) Kemp-Waldniel. Zent Uərschel (Ursula) moss et Kr. eren, sos schneit Simon on Judas dren Dür-Heistern. Kr. verkope ein Kindersp. Kemp-Dilkr. — g. von Kohlgewächsen. α. Rotkr. Rotkohl, Weisskr. Weisskohl (doch meist der Kappes) Kreuzn, Meis, Birkf (sonst Rhfrk noch Sauerkraut, Krauthuəl –hobel, -ständer). RA.: Wann's Kr. gerore (geraten) duht, verderbt et Hei Nahe. Besser e Laus im Kr. (Sauerkraut) als gar Fleisch Kreuzn. Kr. in de Supp, Zwibbeln in de Pann; du warscht mei Schatz nit lang usf. Kreuzn-Dörreb. — β. grin Kr. Mus aus Grünkohl Wend-Pfeffelb, Simm-Laub; Krutt Klev. — γ. Wirsing Malm-Lengler. — h. Arznei-, Teepflanze. α. der Pl. Kräuder (Kreire, Kruər usf.) die Gesamtheit der Arzneipfl. u. der zum Krautwisch gehörenden Kr.; Kr. söken (suchen) Rip, Allg.; agesat (eingesetzte) Kr. in Branntwein oder Wein zu einem Trunk eingesetzte Teekräuter Mos. RA.: Wer wor der erscht Abbedheger? Antw.: Die Gäss (Ziege); vore frisst se die Kreire un hinne dräht se die Pille Simm, Heinsb. — β. in RA.: Für den Apotheker es gei Kr. gewassen Sol. Fir den Duckt (Tod, gen den D., fir hean (ihn), dofir) as ke Kr. gewoass Bitb, Allg. Fir Dommhät as Kr. g. Bitb-NWeis. Sälv (Salbei, im Wortsp. mit selv selbst) es got Kr., et wäss ävver nit en allemanns (jedem) Garden Rip, Berg, Ruhr, SNfrk; selver es g. Kr. Sieg-ODollend; selfs es dat best Kr. Kobl. Muss (das Müssen) es bes (böses) Kr. Kreuzn, Birkf, Koch; M. as e batter Kr. Bitb, Köln; Moss eissen es e büs Kr. (et koddste Kr.) Aach-Stdt. Nut (Not) es en better Kr. Köln-Stdt. Gedold es et beste Kr., et wess äver net en allerlütts (allerleuts) Gart MGladb, Erk. Wann (Winde im Wortsp. zu wenn) as got Kr., et wässt äwer net op denger Haut Bitb-Metterich. Et soss ene Bor em Garde un dross (schiss) un dr. un dr.; he nohm en Hand voll Blader und wosch (wusch) un w. un w.; hätt de Bor dat Kr. (Brennessel) gekannt, hätt he nit sing Fott (Gesäss) verbrannt Köln-Stdt; hätt der Bauer et Kr. gekannt, da hätt en sech net de Arsch (Fenger) verbrannt Aden-Borler; dor ging enne Bur in den Hoff en droəss, hej noəhm sin Hand voll Nettelemoəs (Nesselnmus), on hatt dem Bur dat Kr. gekannt, dann hatt e nit sin Fott verbrannt Geld-Schravelen. Dat Krüttje kenn ek, sagg den Düwel, dor hatt hei sech in de Brennettele gesatt Mörs-Rheinbg. — Dausend Kr. noch emol! Fluch May-Trimbs; Kr. Million! Westerw. — γ. besondere Kräuter; gefteg Kr. Schirling Eup-Raeren; Krüttschen rühr mech nit an Springkraut, impatiens noli me tangere Sol, Allg.; Krückchen rühr mech nit an, wenn de mech anrührsch, spreng ech fortan Wippf-Lindlar; Krüttje rührt min niet an, of ek fist (furze) schamhafte Sinnpflanze, mimosa pudica Klev, Emmerich; Kröckche dörch der Zong (Zaun) Gundermann, glechoma hederacea Schleid, Ahrw, Rheinb, Eusk, Bo, Köln, Bergh, Dür, Eup, Aach, Heinsb [Winde Aach-Walh; Ehrenpreis, veronica Eup, Tausendgüldenkraut Eup-Raeren]; Kinderreim: Krüttsche, Kr. dor en Tun, ech bön schwatz, on du bös brun (braun)! Heinsb; Krüttsche dur on dur Ackergauchheil, anagallis arvensis Geilk-Brachelen. S. auch Bohnen-, Hühner-, Pfannen-, Wurstkräutchen. — 2. übertr. a. sachl. α. -ok Gewürz (veralt.) Köln-Stdt; -øjə Gewürze Klev (mehr in Zs. u. Gekräuts (s. d.)). — β. verächtl. schlechter Tabak; es das e Kr.! Saarbr, Allg.; e got Krüttje guter Tabak Eup. — γ. Kr. un Lot Pulver u. Blei uWupp 1815. — δ. eingekochter u. eingedickter Obstsaft (Birnen, Äpfeln, Möhren, Runkel-, Zuckerrüben), in folg. Weise: die Früchte werden, nachdem sie in einem Viehkessel mit nicht zuviel Wasser etwas gekocht sind u. diese einen Tag gestanden haben, in einer Presse (Parsch) mechanisch oder mit der Hand gepresst; der Saft wird dann stundenlang, zuletzt unter ständigem Rühren in einem kupfernen Kessel, der im Krauthaus (Krogges) steht, solange (oft zwölf Stunden lang) gekocht, bis er sich etwas verdickt; in diese kochende, brodelnde Masse werden nun rohe, geschälte Obstschnitzeln, –brocken (Möhren-, Rübenschnitzel, in Gummb auch Reis) hinzugetan (et wiərd gebrock, engebr. Allg., Inschlag die Brocken Neuw-Kurtschd; Westerw auch deshalb Brockkräutchen, gebrockt K. genannt, dat beim Enkochen besser deckte), u. diese ganze Masse brodelt nun noch lange weiter, bis das Ganze eine rötlich-braune, breiige Masse ist, die nun in Steintöpfe gefüllt wird; das Quetschenkr. wird bereitet, indem die entsteinten Zwetschen sofort (also ohne, dass sie vorher gepresst werden) gekocht werden; auch der dünnflüssige Syrup aus Zuckerrüben wird Kr. genannt; in älterer Zeit wurde der Krautkessel über einer in die Erde eingegrabenen tiefen Krautkaule, in der das Feuer brannte, auf freiem Felde aufgestellt; man unterscheidet Appel-, Birren- (dies vorzüglich), Quetschen-, Röben-, Knollen-, Muəhrenkr. (dies SNfrk, Klevld) (Pefferkr. schlechtes Rübenkr. Gummb); Kr. kochen (stochen); mer han vier Döppe Kr. gestoch; Kr. schmeren aufs Brot; et Kr. geht üvver gärt Allg. lrhn. n. einschl. Monsch-Kesternich, Schleid-Glehn Lückerath Bleibuir Marmag, Ahrw, rrhn. n. einschl. kurköln. Neuw, Altk-Maulsb Kircheib Hasselb Birnb Busenhsn NErb Helmenzen Lenzb Urmersb u. ö. Weitef Dreisb Alsd Sassend Dernb (südl. Altk-Stdt Walmenr), u. in Siegld-Helberhsn Eisern; doch vor dem Kriege schon vielfach veralt., im u. nach dem Kriege wieder mehr auflebend; heute immer mehr fabrikmässig hergestellt; es gibt Dörfer, in denen vor dem Kriege jede Familie ihr Kr. stochte, heute keine F. mehr; südl. der L. herrscht Schmer, Schmeres u. im Saargeb., oNahe Lacksem, Lackwerg usf.; doch noch Kr. für Birnenkr. in May-Kell Lasserg NLützingen Stdt, Kobl-Malendar Vallendar Stdt, Koch-Brachtend Lütz, Goar-Brey Hirzenach Kratzenbg Oppenhsn OSpay, Simm-Nannhsn (-eitchen) Sabershsn; Birenkr. Trier-Clüsserath Eisenach Issel Leiwen Stdt; Biren- u. Quetschenkr. Saarbg-Eft Kelsen Wellen Weiten, Merz-Bietzen Düppenw Erbring Merching Schweml Silwing u. vielfach in Saarl; Quetschenkr., auch einfach Kr. genannt Bitb; Kr. gekochte Heidelbeeren Prüm-Mürlenb 1860; -ut Rübenkraut Wittl-Eisenschmitt; im übrigen ist Rhfrk, Mosfrk diese Art des Krautes vielfach unbekannt, u. Schmer bedeutet vielfach einfach Obstmus (Kompott); üblicher ist das Gebeize (Art Gelee, ohne Brocken); im SNfrk, wo Kr., auch deck Kr. genannt, vielfach bezeugt ist, wird dies Obstkr. meist Nat, Sipnat (-nass) genannt (geleeartig Seim, dies auch Dür, Jül, Aach); in Erk, Geilk, Heinsb, wo Kr. die weisse Rübe ist, bedeutet -ūt Rübenkraut, das Demin. -ytšə das aus den verschiedenen Früchten (nicht aus dem Saft) gekochte Obstmus, das auf die Fladen gestrichen wird (op Kermes schlonn ech et Krüttsche dur) (das Obstmus zum sofortigen Essen ist dat Kompott); in Schleid, Monsch, Jül, Aach, Lennep, Siegld, Altk ist ausschliessl. das Demin. herrschend, das sonst bei behaglichem Essen angewandt wird [in Grevbr-Otzenr bedeutet -uk die weisse Rübe, -ūt das Obstkraut]; im Klevld heute selten: Krütt aus Birnen, Zwetschen, Äpfeln Rees-Flüren; aus Rübensaft Dornick; Appel-, Pären-, Rüwenkrütt Ringenbg; der Saft Dinsl-Vörde (-u-) [Synon. s. Birnenflappes, –peffer, -prink, Brockes, Bunnes, Funnes, Lacksem (usf.), Mobbes, Nass (Sipnat), Peffer, Schlagmundes, Schmer, Schmudes, Schmures]. RA.: Kr. on Bruət ös minge Duət MGladb. Kr. on Botter üəweren (übereinander) git recht starke Ben Gummb-Berkenr, — dat gevve decke B. Bo. Fett on Kr. deht et net, die Schenk (Schinken), die klenk Grevbr-Otzenr. Botter on Kr. open (aufeinander) schmeren darf bloss der, wer (der) twe Huser hät Gummb-Berghsn. Scheniert ow mor niet, schmert mer Kr.! scherzh. greif nur zu beim Essen Klevld, Mörs; smert mar Kr., de Botter es ut! Kemp-SHubert, — de B. steiht im Kaste! MülhRuhr, Dinsl, — enne Kas! Mörs-Hombg, — de B. stoht in de Kelder, en de Trapp es ingefalle! auch zu einem, der zu viel verlangt oder zu sehr prahlt Rees-Wesel. Spott niet met de B., söst mosst dou Kr. eten! Rees-Ringenbg. As ek Kr. et, mag ek gene B. siehn, saij (sagte) de Bur, on schmerde de Bröck (Butterbrot) met Kr. bowen de B. so dick, dat hei de B. ni mehr siehn konn Mörs. Sparsam sin, saij de Frau, du schmerde sei Kr. as B. Klev. Alles Kr., wat de Klock schleht! nie Butter Mörs-Veen. Aprilsgeck, steck de Nas in den Dreck, st. se wiər herut, dann hest du se voll Kr.! Ess-Borbeck. De hät Kr. öm de Schnut Ausschlag um den Mund Düss-Kaiserswerth. Einem Kr. en (an, öm) den Bart schmeren ihm schmeicheln Sol-Wald, MGladb. He geriet (gerät) van der Botter en't Krückchen sinkt wirtschaftlich Sol. Karl, bleif beim Kreitchen, Margarine duht lauter Fett sein! Spottruf gegen die von Neuw-Dierd. Rätsel: Huh (hoch) gehange, nidder gefalle, durchgedaut (-gedrückt, gepresst), get Schwerenutskraut das Birnenkraut Koch. — b. persönl. α. e schen Kr. ein nettes Früchtchen Saarbr. — β. e lästig Kr. lästiger Mensch Sieg. — γ. dat ös e Kröckche ein Mädchen, das durch sein vorlautes Wesen überall auffällt Köln-Badrf. — δ. e koəd (böses) Kr. Schlingel Heinsb-Lümb. — ε. e (rechtig) Krüttche rühr mich net a eine Person, die keinen kleinen Scherz verträgt, bei jeder Kleinigkeit sich ärgert, überempfindlich ist Aach, Allg.
13949 Zeichen · 333 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    1. Kraut

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    1. Das Kraut , des -es, plur. car. Pulver, und in engerer Bedeutung Schießpulver; doch nur noch in dem Wort Zündkraut, Z…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Kraut

    Goethe-Wörterbuch

    Kraut pl ‘Kreuter’ DjG 3 1,5 , ‘Krauter’ GT1 1 ,66 1 botan; Pflanze mit oberirdisch nicht- bzw wenig verholzendem, nach …

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Kraut

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +2 Parallelbelege

    Kraut , Wilhelm Theodor, geb. 1800 zu Lüneburg, Professor der Rechte in Göttingen, schrieb: „Grundriß zu Vorlesungen übe…

  4. modern
    Dialekt
    Kraut

    Lothringisches Wb. · +5 Parallelbelege

    Kraut s. Krut.

  5. Sprichwörter
    Kraut

    Wander (Sprichwörter)

    Kraut 1. Alle Tage Kraut, dass dich die Bockshaut, wer hätt's dem Pitter zugetraut. – Nass. Schulbl., XIV, 5. 2. Aus dem…

  6. Spezial
    Kraut

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Kraut n. (-[e]s, Kräuter) 1 (nicht verholzte Pflanze) erba (-bes) f. , planta (-tes) f. 2 (Heilkraut) erba da medejina f…

Verweisungsnetz

231 Knoten, 225 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 9 Hub 3 Kompositum 213 Sackgasse 6

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit kraut

781 Bildungen · 440 Erstglied · 337 Zweitglied · 4 Ableitungen

kraut‑ als Erstglied (30 von 440)

Krautacker

SHW

Kraut-acker Band 3, Spalte 1787-1788

Krautarsch

SHW

Kraut-arsch Band 3, Spalte 1787-1788

Krautbank

SHW

Kraut-bank Band 3, Spalte 1787-1788

Krautbauer

SHW

Kraut-bauer Band 3, Spalte 1789-1790

Krautbeet

SHW

Kraut-beet Band 3, Spalte 1791-1792

Krautbeil

SHW

Kraut-beil Band 3, Spalte 1791-1792

Krautblatt

SHW

Kraut-blatt Band 3, Spalte 1791-1792

Krautbohrer

SHW

Kraut-bohrer Band 3, Spalte 1791-1792

Krautboz

SHW

Kraut-boz Band 3, Spalte 1791-1792

Krautbrühe

SHW

Kraut-brühe Band 3, Spalte 1791-1792

Krautbütte

SHW

Kraut-bütte Band 3, Spalte 1791-1792

krautern

SHW

kraut-ern Band 3, Spalte 1791-1792

Krautfadem

SHW

Kraut-fadem Band 3, Spalte 1791-1792

Krautfalter

SHW

Kraut-falter Band 3, Spalte 1791-1792

Krautfaß

SHW

Kraut-faß Band 3, Spalte 1791-1792

Krautfeld

SHW

Kraut-feld Band 3, Spalte 1791-1792

Krautfleck

SHW

Kraut-fleck Band 3, Spalte 1791-1792

Krautgarten

SHW

Kraut-garten Band 3, Spalte 1791-1792

Krautgasse

SHW

Kraut-gasse Band 3, Spalte 1791-1792

Krautgeld

SHW

Kraut-geld Band 3, Spalte 1793-1794

Krauthacke

SHW

Kraut-hacke Band 3, Spalte 1793-1794

Krauthacker

SHW

Kraut-hacker Band 3, Spalte 1793-1794

Krauthafen

SHW

Kraut-hafen Band 3, Spalte 1793-1794

kraut als Zweitglied (30 von 337)

ackerkraut

DWB

acker·kraut

ackerkraut , n. , eine so allgemeine benennung, dasz sie auf viele gewächse gerecht ist. alte vocabularien haben ackerkrut agrimonia und agr…

Aglarkraut

Adelung

Das Aglarkraut , des -es, plur. car. ein Nahme, welcher in Österreich der Hauhechel, oder dem Stachelkraute, Ononis spinosa, L. beygeleget w…

Alpenkraut

Adelung

alpen·kraut

Das Alpenkraut , des -es, plur. die -kräuter. 1) Ein jedes Kraut, welches auf den Alpen oder andern hohen Bergen wächset. 2) Ohne Plural, be…

Alpkraut

Adelung

alp·kraut

Das Alpkraut , des -es, plur. inusit. ein Nahme, welcher von einigen dem Hirschklee, oder Wasserdost, Eupatorium, L. gegeben wird, vermuthli…

Ambra-Kraut

Adelung

ambra·kraut

Das Ambra-Kraut , des -es, plur. inusit. ein Nahme, der von einigen auch dem Mastixkraute, oder so genannten Marum, wegen seines angenehmen …

Ambrosien-Kraut

Adelung

ambrosie·n·kraut

Das Ambrosien-Kraut , des -es, plur. inusit. der Nahme einer ausländischen Pflanze, von einem angenehmen Geruche und gewürzhaftem Geschmacke…

Anbißkraut

Adelung

anbiss·kraut

Das Anbißkraut , des -es, plur. inusit. bey einigen ein Nahme der Scabiosa succisa, L. welche noch häufiger Teufelsabbiß genannt wird. S. Ad…

augenkraut

DWB

augen·kraut

augenkraut , n. chelidonium majus, schellwurz. man wähnte, dasz die schwalben damit die augen ihrer jungen stärken.

badekraut

DWB

bade·kraut

badekraut , n. herba balneo salutaris. dergleichen badekräuter sind rosmarin, liebstöckel, kamille.

Bähekraut

Adelung

baeh·e·kraut

Das Bähekraut , des -es, plur. die kräuter, ein allgemeiner Nahme aller derjenigen Kräuter, welche zum Bähen des Leibes dienlich sind.

beilkraut

DWB

beil·kraut

beilkraut , n. coronilla securidaca, nnl. bijlkruid, eine wickenart mit beilförmigen hülsen.

Benedicten-Kraut

Adelung

benedicte·n·kraut

Das Benedicten-Kraut , des -es, plur. inus. eine Pflanze, Geum, L. Sie wächset in den schattigen Gegenden Europens, und ist wegen ihrer heil…

Bêrgmeierkraut

Adelung

bergmeier·kraut

Das Bêrgmeierkraut , des -es, plur. inus. ein besonders in Niedersachsen üblicher Nahme desjenigen Lab- oder Meierkrautes, welches gern in b…

berufkraut

DWB

beruf·kraut

berufkraut , n. herba magica, zauberkraut, wird auf viele einzelne kräuter angewandt, z. b. auf achillea, erigeron acre, anthyllis vulnerari…

besenkraut

DWB

besen·kraut

besenkraut , n. benennung verschiedner pflanzen, die zu besen taugen, z. b. sisymbrium sophia, chenopodium, artemisia campestris, spartium s…

biberkraut

DWB

biber·kraut

biberkraut , n. gentiana centaurium. hier ist umgedreht fieberkraut das richtige, da es auch febrifuga heiszt.

bingelkraut

DWB

bingel·kraut

bingelkraut , n. Mercurii herba, mercurialis, Henisch 388 , sonst auch melde, hundsmelde, wintergrün, nnl. bingelkruid, schw. bingelgräs, bi…

Bisamkraut

Adelung

bisam·kraut

Das Bisamkraut , des -es, plur. inus. 1) S. das vorige. 2) Eine Pflanze, welche in den Europäischen Wäldern wild wächset, wo ihre Blätter un…

Ableitungen von kraut (4 von 4)

bekrauten

DWB

bekrauten , secare olera, das feld bekrauten, gebildet wie begrasen 3, depascere.

kraute

DWB

kraute , f. das krauten im weinberg, die zeit des krautens, dazu beekraute, reinkraute. Frisch 1, 545 b .

unkraut

DWB

unkraut , n. , gegenstück zu kraut ( s. d. ). ahd. uncrût, mhd. unkrût, mnd. unkrût, -krûde, mnl. oncruut, nl. onkruid; dän. ukrud ( aus dem…

Verkrauten

Campe

Verkrauten , v. ntr . mit sein , zu Kraut, krautig werden. Die junge Saat ist ganz verkrautet. D. Verkrauten .

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „kraut". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 19. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/kraut/rhwb?formid=K15360
MLA
Cotta, Marcel. „kraut". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/kraut/rhwb?formid=K15360. Abgerufen 19. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „kraut". lautwandel.de. Zugegriffen 19. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/kraut/rhwb?formid=K15360.
BibTeX
@misc{lautwandel_kraut_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„kraut"},
  year         = {2026},
  howpublished = {lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern},
  url          = {https://lautwandel.de/lemma/kraut/rhwb?formid=K15360},
  urldate      = {2026-05-19},
}