unkraut,
n. ,
gegenstück zu kraut (
s. d.).
ahd. uncrût,
mhd. unkrût,
mnd. unkrût, -krûde,
mnl. oncruut,
nl. onkruid;
dän. ukrud (
aus dem mnd.)
; in mundarten weit verbreitet, doch weniger in eigentlicher (Staub-Tobler 3, 887)
als in uneigentlicher bed. und im sprichwort. vgl. unkräutich, miszkraut. 11)
eigentlich. 1@aa)
als allgemeiner gs. zu '
brauchbarem' kraut (
vgl.kraut 1 a, 1 c; dat goede cruut
mnl. wb. 5, 783; übelkraut, böses kraut, ungras, unsame,
herba inutilis, tristis; un IV B): kraut und u. soll mit einander wachsen bis zur ernte (
Matth. 13, 30) Herder 19, 104; der garten enthielt ... mehr u. als kraut Dorste - Hülshoff 2, 263;
im walde ist gar kein u., weil der herr jedes kräutlein liebet Stifter 1, 244.
nach sp. 26, 3
verallgemeinert: kraut und u. Herder 17, 211; Görres 3, 211.
einunddieselbe pflanze als kraut
und u.
vorgestellt: wenn ains u. in seim gartten ausz zhet und dasselb nit ausz dem gartten tragt, sunder also auff dem land laszt ligen ... so hat das auszgezogen krautt (
diesmal überwiegt die blosze vorstellung des vegetativen, wie vorher die des unbrauchbar-schädlichen) wider eingewurtzelet in das ertreich Keisersberg
pred. 34
a;
ähnlich A. Olearius
reisebeschr. 355.
nach der ra. ins kraut schieszen
sagt Rückert 3, 172
einmal ins u. wachsen.
andere gegensätze: guter same
Matth. 13, 27, Tauler
pred. 398, 21
V.; weizen
Matth. 13, 25 (
ra. wachsen wie u. unter dem weizen Grimm
sagen 2, 88), schœneʒ korn Freidank 120, 7, frucht Göthe 31, 174
W. (
vgl. II 13, 50, 8
W.), blume Bodenstedt
M. Schaffy 6, edelgewächs G. Keller 6, 317
u. ä. synonyme verbindungen: mnd. wb. 5, 60
b,
mnl. wb. 5, 783, treff, radel oder u. (
th. 8, 43) Prätorius
glückstopf 283, Suso
d. schr. 232, 10
B., Sebiz
feldb. 7, dann schossen rothe nesseln auf, disteln und anderes gewächs, was die menschen u. nennen Storm 5, 172
u. s. w. im gebrauch überwiegt der collective sing.; doch auch: lolium, ein laster oder u. des dinckels Bock 240
b, unkräuter,
von verschiedenen arten Sebiz
[] 481,
bestimmter unsre getreidearten samt ihren unkräutern Hoops
waldb. 101, Leopold
handwb. d. ökonomie 517
b.
attribute: lose unkräuter Sebiz 481, dickes u. Schottel
friedenssieg 42
ndr., wildes S. Gessner 2, 9, verachtetes Göthe II 7, 220
W., giftsamiges Platen 1, 266, schönes Heine 1, 194, üppiges, geiles J. H. Voss
ged. 3, 111
u. s. f. u. wächst (verwachsenes u. J. H. Voss 3, 180), wuchert (das wuchernste u. Hegel 11, 73; bärte wie u. wuchern lassen Eichendorff 4, 254), schieszt auf (durch üppig hoch aufgeschosznes unkraut Fouqué
bildersaal 2, 248), versamt sich, überwächst (Pückler
briefw. 1, 204), erstickt die frucht, wird gestreut (Göthe 40
1, 131, 2
W., in dem gleichnis des evangeliums gesät), ausgerauft, -gezogen, -gejätet, -gerottet, vernichtet, man widersteht ihm (Möser 1, 206)
u. s. w. 1@bb) Nemnich
wb. d. naturg. 610
unterscheidet als u. pflanzen, deren nutzen nicht bekannt ist, in welchem verstande man auch ehemals diejenigen kräuter, welche nicht officinell waren, u. nannte (es giebt wohl wenig nützliche unkräuter
Bavaria 1, 174; Schwarz
ackerbau 28; rade ... ist ein kraut ... und kan für ein groszes u. nicht gerechnet werden, dan brantewein daraus gebraut wird Gueintz
rechtschr. 111; Harsdörffer
secret. 1, k k k 3
a; Göthe II 7, 218
W.; Wimmer
d. boden 234)
und pflanzen, welche wider unseren willen mit den cultivirten pflanzen aufwachsen.
heute definiert man unkräuter als pflanzen, welche entgegen dem kulturzweck zwischen angebauten pflanzen erscheinen, im allgemeinen nur als schädlich in betracht kommen, zum teil aber nutzbar sind (als grünfutter u.
s. w.), ja sogar für sich angebaut werden, wie denn auch manche kulturpflanzen, wenn sie am unrichtigen ort erscheinen, zu den unkräutern gezählt werden müssen Meyers
conversationslex. 17
5, 94.
von geringster, zur menschlichen nahrung ungeeigneter speise: Sachs 6, 369, 1
K.; abschätzig scherzend von pflanzen des herbariums Forster 1, 4.
bäume sind nicht ausgeschlossen: die zitterpappel gilt zuweilen in wäldern als u. Schlechtendal-Hallier 10, 101; birken, das u. des waldes Moltke 4, 310. 1@cc)
insbesondere erscheint u.
für ζιζάνιον,
zizanium, zizania (
Matth. 13, 25
ff.; Chamberlain
worte Christi 280;
ahd. gl. 3, 292, 28; 310, 60; Diefenbach
gl. 635
c; zinzania vel zinzaniae unkraut Aventin 1, 407, 32),
lolium temulentum L. Nemnich 610, Pritzel-Jessen 219,
centaurea (
erythraea centaurium L.) Diefenbach
gl. 112
b,
cassia occidentalis (stinkendes u.) Nemnich 610,
equisetum palustre L. Holl
pflanzennamen 322
a,
bogula Diefenbach
gl. 77
c (
ajuga reptans L. Pritzel-Jessen 14), heidnisch u.
gem. wasserdosten Staub - Tobler 3, 887, Preger
studien 1, 199.
vgl. unkrautnamen bei J. Grimm
gramm. 4, 1229
f., unkräuter bei Krünitz 198, 580
ff., in der papierfabrikation Muspratt 6, 1764. 1@dd)
recrementum ahd. gl. 2, 404, 8; 456, 51; 482, 31;
galle Parac.
bei Höfler 326
b; kraut '
gallertartige ausscheidung' Lessiak
gicht 119.
vgl.abkraut
unter kraut 1 g;
ahd. âwahst. 22)
uneigentlich. 2@aa)
von menschen; s. kraut 8 b, kräutlein 3 b, unsame: Kunzel Unkrût Seifr. Helbling 13, 145; Lübben-Walther 439
a;
in der evangel. parabel sind das u.
die kinder der bosheit (
υἱοὶ τοῦ πονηροῦ Matth. 13, 38),
bes. heuchler u. ketzer Zedler 49, 1858; Eberlin v. Günzburg 2, 41
ndr.; das u., die der apostel lere felschen Mathesius
Sarepta 67
a; unhelden .., u. unter dem weizen und satane um der engel willen Herder 3, 223; Parac.
chir. 126 a; Logau 191, 17;
von tyrannen, wucherern, dieben, mördern, straszenräubern, spielern u. s. w.: disz u. würg ich (
der tod) alles hin Sachs 1, 447, 13 (447, 3 unzyfer)
K.; ich will nicht mehr in reden und geberden, wenn ihr es seht, ein solches unkraut seyn Chr. Weise
überfl. gedancken 104
ndr.; er (
Nabuchodonosor) war ein lauteres u. Abr. a St. Clara
mercks Wien 9; '
böse und der menschlichen gesellschaft schädliche menschen' Adelung.
milder von mädchen [] und frauen: u. seydt ihr ja warlich nicht, liebe Anneliese El. Charlotte v. Orleans 2, 382; u., ich heyrathe dich
samml. v. schausp. (1764
ff.) 9, 144; J. Fr. Löwen 3, 168; o das u., die weiber Caroline 2, 108
W.; das saubere kräutchen, das schöne u. G. Keller 6, 99.
bes. gern von kindern, bösen buben u. dgl.: in dem er (
Mars) nur ein kalbfel über ein schaf decke, so lauffe im alles u. nach Harsdörffer
secret. 1, H h 6
a; u. unter menschen Lehman
florileg. 1, 118; Stoppe
Parn. 443; sein entlaufenes u. Immermann 5, 60; du kleines u. Tieck 13, 226; gelt, du unkräutle P. Heyse
bei Sanders
erg. wb. 321
a; Hermes
Sophiens reise 5
2, 200; die ganze freundschaft weisz es ja, dasz ich ein unkraut bin
soldatenlied a. Hessen bei Mittler 882; Scheffel 4, 38;
wunderhorn 2, 118
B.-C.; Staub-Tobler 3, 887; Pansner
schimpfwb. 73
b; du erzu. Staub-Tobler 3, 887;
vgl. ebda kraut 886; ein rechtes u.
zs. f. d. unterricht 24, 577;
auch das sprichw. u. vergeht nicht (
s. 3)
wird mit bezug auf personen gebraucht (Schmeller 1, 1386);
doch ist rein appellativische, nicht scherzhafte oder familiäre verwendung nicht mehr schriftsprachlich. bild und vergleich lieben die anwendung auf menschen (Brandis
ehrenkränzel 217; Grob 20, 337; Göthe 17, 102, 8
W.; Hebbel
briefe 3, 215). 2@bb)
vom teufel in hexenproceszacten Staub-Tobler 3, 387 (
auch kraut
ebda 386; kräutle Fischer
schwäb. wb. 4, 707. frau Übelkraut,
frau eines walddämons, zs. f. volksk. 1896, 324.
zama [
zizania]
est genus pilosi monstri Diefenbach
gl. 635
a). 2@cc)
von krankheiten (
die pflanze gilt als wohnort eines dämons; '
die von diesem dämon unkraut
verursachte krankheit übernimmt dann auch den namen desselben' Höfler 326
b:
anders Lessiak
gicht 119
und Höfler
unter abkraut):
epilepsie (
vgl.böses kraut),
eclampsia infantium, stille gichter, heftiger kopfschmerz, panaritium, diphtherie Höfler 326
b; Schm. 1, 1386;
obers. wb. 2, 599
b; mr mechts hale u. krîchn Göpfert
erzgeb. 102.
vgl.kraut 7 c. 2@dd)
von thieren: ungeziefer de Bo 673
b (
vgl. ungeziefer II 1); mit gewürm und mit kröten und anderm u. W. Grimm
heldenl. 54;
vom hund, v. fischen Sanders
erg. wb. 321
a, 320
c. 2@ee)
von pflanzenornamenten (steinernes u. Gaudy 2, 65),
büchern Tieck 4, 289,
irrtümern Triller
betrachtungen 1, 393, Hippel
lebensl. 2, 132,
dissonanzen Heinse 5, 54
Sch., kleinigkeiten Scherer
kl. schr. 1, 124
u. dgl. 2@ff)
von abstracten begriffen aller art, die unter dem gesichtspunkte des unechten, unrichtigen, bösen, der schädlichkeit, verderblichkeit, lästigkeit, der schmarotzerhaften lebenskraft u. lebensfähigkeit, heimlichen verbreitung, erstickenden massenhaftigkeit, unvertilgbarkeit u. ä. als dem u.
vergleichbar vorgestellt werden. neben wirklicher beobachtung (Lohenstein
Agripp. 48; Göthe
Iphigenie 970)
wirkt die wortgeschichtlich am wichtigsten gewordene neutestamentliche parabel (Luther 15, 699, 30
W.; Parac. 2, 301
C; Rätel
schles. chron. 3; Adelung
lehrgeb. 2, 179; Hippel
lebensl. 1, 79; 363; Göthe II 5, 1, 328
W.; Heinse 5, 104; Gaudy 2, 17; Rückert 1, 596; Mommsen
r. gesch. 1, 804)
und die 1 c
erwähnte anschauung ein. mit erläuterndem gen.: das u. falscher lere Luther 8, 344, 20
W., Sachs 1, 255, 6
K., drückender beschränkungen Jhering
geist 3
1, 315; bevor ich das kraut oder u. einzelner einwürfe ausraufe J. Paul
doppelwörter 71; eine reaktion, welche ... kraut und u. der älteren richtung mit einander ausreutete Mommsen
r. gesch. 2, 430;
seltener u. von verdrusz J. G. Neukirch
anfangsgründe 760, von vorurteilen Fontane I 1, 140;
mit gen. possess.: jenes u. der kunst Tieck 20, 100.
attributive best.: schädliches (Lohenstein
Arm. 2, 272
a), häszliches (Gottschedin
briefe 3, 20), böses (Göthe 1, 219
W.), verworfnes (A. W. Schlegel
Shakesp. 3, 155,
Hamlet 1, 2)
u. s. w.; lateinisch-französisches u. Gottsched
d. neueste 3, 780; ketzerisches, geistiges, moralisches
u. s. f. Thümmel
reise 10, 136, J. Paul
komet 1, 31;
[] 7/10, 390.
synonym: unfAel S. Franck
Turkey A 3
a, koth Herder 25, 328, galle und verdrusz Nestroy 2, 80
u. a. gegensätzliches: tugendfrüchte Silesius
seelenlust 52
ndr., Fr. Schlegel 2, 15, same der vernunft Lessing 3, 75 (
Nathan 3, 1, 50), edle triebe des herzens J. Paul 7/10, 170, supranaturalistischer weizen
steht dem rationalistischen u.
gegenüber Schleiermacher I 5, 417.
bald werden die bilder, vergleichungen u. gleichnisse, sinnlicher vorstellung näher geblieben, noch als solche empfunden (
hist. volksl. 1, 189, 1465
L.; W. Spangenberg
ganskönig 6, 340; Butschky
Pathmos 10; Göthe
Iphigenie 970; Fr. Schlegel 3, 146; u. in gottes kirchengarten
wohlgeplagte priester 72,
im acker der kirche Ranke 8, 150, im acker unsres herzens Bismarck
br. a. s. braut 46;
die welt ein unkrautacker Abr. a St. Clara
etwas f. alle 2, 407
oder -garten Hamlet 1, 2)
und ausgedeutet (Abr. a St. Clara
Judas 1, 109),
bald verblassen sie und die ausgangsvorstellungen verschieben sich: unser widersacher, der ... unter alle unser wercke u. gesehet hat Nigrinus
v. zäuberern 4;
ra. u. zwischen (unter) den weizen säen Adelung
lehrg. 2, 179, Göthe II 5, 1, 328
W., vgl. säen 4 a/b;
vom kifferbeiskraut Sachs 21, 169, 32
G.; von auszurottender seeräuberei Micrälius 3, 414; diese art von religion wird jedem unkraute, jedem laster die nahrung entziehn Heinse 2, 225; dasz über dieses gesicht die furchen des unkrauts (
der sittlichen verdorbenheit) sich krümmten J. Paul
Titan 3, 180,
vgl. mnl. wb. 5, 783; sollte diese leidenschaft nicht ein u. sein, das von einem feinde der menschlichen natur auf unser herz gesäet worden? Gellert 7, 72; A. W. Schlegel
Shakesp. 3, 277,
Hamlet 3, 4; '
unrichtige neigungen, begierden u. s. w., welche zum nachtheil der rechtmäszigern entstehen und selbige ersticken' Adelung; unkraut im kopf, im inneren O. Ludwig 2, 293; Hebbel I 2, 65; Laube 14, 25;
von sorgen und bangen Becker
Mildh. liederb. 63; die grosze anzahl unsrer gelehrten und politischen journale zeigt, welche menge von keimen sowohl der wissenschaft als politischer bemühung in regung sei und sich entweder als kraut oder als u. zeige Herder 16, 602; es wird schon die zeit kommen, da kraut sich von dem u. scheiden wird Lenz 1, 73
Tieck. insbes. hat u. säen
die bed. '
zwietracht erregen'
angenommen: in der letzten zeit, als wir in Jena lebten, ward u. zwischen uns gesäet J. H. Voss
Göthejahrb. v. Geiger 5, 94; die feinde des keisers ... fingen an u. unter jene theologen zu säen Ranke 37, 110;
zizania discordia du Cange 8, 470
b;
zizania, discordia, unkraut, zwytracht Hulsius (1618) 2, 443
b;
zama, deceptio, argelist, ferpeley Diefenbach
gl. 635
c.
von sonstigen redensarten seien noch erwähnt: das u. wächst im eignen garten (Brandis
ehrenkränzel 50), das u. für guten weizen ansehen (Parac. 2, 301
C), das u. mit dem weizen ausrotten, ausreiszen (Dannhawer
catechism. 1, 382; Raumer
Hohenstaufen 3, 292;
vgl. Opel-Cohn 395; Tieck 7, 26, im keime ersticken J. J. Schwabe
belustigungen 6, 32; J. A. Schlegel
ged. 1, 156), das u. mit dem weizen wachsen lassen (Lehman
florileg. 2, 680), an der wurzel fassen (Hölderlin 2, 91), mit der wurzel ausreiszen (Ranke 2, 118;
vgl. Keisersberg
granatapfel B 5
c,
auch Wander 4, 1462, 2). 33)
sprichwörter und sentenzen Zingerle 156; Wander 4, 1462
ff.; 5, 1783.
z. b. unkrût wehset âne sât, so eʒ schœnem korne missegât Freidank 120, 7;
Renner 6487; Gregor Heyden
Salom. u. Markolf 210, 514; Ruckert 187; u. wächst selbst Schottel 1135, Schellhorn 12, Staub - Tobler 3, 887; Wander 35; Kirchhofer 310; u. wächst wol Lehman 1, 117, wächst behende Göthe 5, 168
W., schieszt bald auf Kern (1718) 52; wo waizen wächst, wächst u. Hippel
lebensl. 2, 171; das u. wil von dem garten nit S. Franck
sprichw. (1541) 2, 6
a; Tappius A 7
a;
klugreden (1548) 5
b; Kirchhofer 310; Uhland
volksl. 1, 101,
nr. 50, 5; Wander 3, 15; kein acker ohne u. Eberlin v. Günzburg 2, 91
ndr.; Lehman 2, 523; je besser der acker, je mehr u.
[] Hippel
lebensl. 1, 197; holz und u. wächst für alle menschen Graf-Dietherr 67, 23; unkrûd es ouk fouer Woeste
westf. 281
a; Doornkaat 3, 472
b; u. verdirbt (vergeht) nicht
mit wechselndem wortlaut und häufigen zusätzen (
z. b. es keme eh ein platzregen drauff S. Franck 1, 86
a, es müste eh ein hund daran pissen
Simpl. 1, 595
Keller, so kolt is de winter nich Mi 96
b)
seit dem 16.
jh. (also unkrut ouch nit verdirbt Utz Eckstein
concil 1525 J 7
a)
unzähligemal bezeugt: Serz 163
b, Wander 1, 5, 7, 8, 11
ff., 19
ff., 30
ff., 37
f., mnl. wb. 5, 783, Staub-Tobler 3, 887, Schm. 1, 1386, Hügel
Wien 176,
els. wb. 1, 533, Follmann 520, Ruckert 187, Leihener 88
a,
lux. 316
b, Mi 96
b, Doornkaat 3, 472
b u. s. w.; u. geht so leicht nicht unter Caroline 1, 251
W.; u. verliert sich nit Aler 2, 2095
a; unkrut blift alle tyt boven Tunnicius 920, Petri V v 3
a; as unkraut wachst übrall viel schneller wie's kraut K. Stieler
gedichte 4, 69
Reclam; Wander 29. 44)
zusammensetzungen: ackerunkraut Hoops
waldb. 468, linsenunkraut
u. dgl.; unkrautacker, -art, -auslesemaschine (Karmarsch - Heeren 5, 313), -beet, -blume, -dichter (B. Goltz
jugendl. 3, 280), -filz (Jordan
talar u. harnisch 217), -form (Ratzeburg
standortgewächse 441), -garten (Suso
d. schr. 222, 9
B.; Venedey
wage 5, 18), -gesäme (Brehm
tierl. 4, 40), -haufen, -mensch (B. Goltz
jugendl. 3, 283; D. Fr. Strausz 3, 155), -pflänzchen (J. Grimm 1, 22), unkraut-s (
des genitivs J. Paul 54, 39), -säer (
Z. Müntzer
bepstl. gesch. 580; D. Fr. Strausz 3, 155;
nl. onkruidenier), -same (Hohberg
georg. 1, 37), -sämerei (Krünitz 239, 114), -verbreitung, -vertilgung, vertilgungslehre (Ratzeburg
standortgewächse 178), -wildnis (Rosegger 7, 349), -wuchs (J. Paul 37, 126), -wüchsigkeit (Schwerz
ackerbau 132), -wurzel (Hohberg 2, 19)
u. ä.; unkrautsart (Thaer
grundzüge 1, 347), -gedeihen (Laube 11, 86), -haufen, -keim, -moder (Fr. v. Heyden
ged. 305), -pflanze (Thaer
geschichte 26), -same (Valvassor
ehre d. h. Crain 2, 593), -wurzel (C. Schröter
hauszverwalter 56; Pestalozzi 8, 315)
u. a.; unkräuterlehre (Ratzeburg
standortgewächse 177), -streu (Schwappach
forstpolitik 39), -vertilgung (
tägl. rundschau 1900,
beil. 599)
u. s. w.; unkrautartig (Fouqué
reiseerinnerungen 2, 178), -frei (Schwerz
ackerbau 509), -rein (Pöhnl
volksbühnenstücke 2, 215), -trächtig (Wieland I 2, 24), -überwachsen (Fr. v. Schack 9, 183), -überwuchert (Spielhagen 6, 313), -voll (Bartsch
zwölf a. d. Steiermark 228)
u. s. f. —