Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Kram m.
Kram m.
Kram m. ‘(geringwertige) Gegenstände, Zeug, Krempel’, übertragen ‘nicht näher bezeichnete lästige Angelegenheiten’, ein nur im Dt. und Nl. heimisches Wort, das allerdings auf Grund ausgedehnter Handelsbeziehungen hansischer Kaufleute ins Nordgerm., ins Balt. und Slaw. entlehnt wird. Die Herkunft von ahd. krām ‘Kaufmannsbude, Zelt’ (Hs. 12. Jh.), mhd. krām ‘ausgespanntes Tuch, Zeltdecke, Kaufmannsbude, Handelsgeschäft, Kaufmannsware’, mnd. krām ‘Verkaufszelt, Waren, Kleinhandel, Gardine des Wochenbetts, Wochenbett’, mnl. crāme, craem, nl. kraam ist unbekannt. Anzunehmen ist eine Grundbedeutung ‘Zeltdach über einem Verkaufsstand bzw. über dem Wagen eines reisenden Händlers’; doch Anschluß an die s-lose Variante der unter Schirm (s. d.) behandelten ie. Wurzel bleibt unsicher. Vgl. in: Zur Ausbildung d. Norm d. dt. Literaturspr. 2 (1976) 173 ff. – kramen Vb. ‘herumwühlen’, mhd. krāmen ‘Kramhandel treiben’. Kramladen m. ‘Laden mit Kleinwaren’ (17. Jh.). Krämer m. ‘Lebensmittel-, Kleinwarenhändler’, übertragen ‘kleinlicher, engherziger Mensch’ (wofür auch Krämerseele, um 1800), ahd. krāmāri, krāmeri ‘Kleinhändler, Schankwirt’ (Hs. 12. Jh.), mhd. krāmære, kræmer.