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Kegel

mhd. bis spez. · 19 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
Anchors
23 in 19 Wb.
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Kegel

Bd. 10, Sp. 801
Kegel (Conus), ein Körper, der begrenzt wird von einem ebenen Flächenstück (der Basis oder Grundfläche) und von den geraden Linien, welche die Begrenzungskurve dieses Flächenstücks mit einem Punkte außerhalb der Ebene des Flächenstücks verbinden. Dieser Punkt heißt die Spitze des Kegels und das krumme Flächenstück, das von jenen Geraden (den Mantellinien) gebildet wird, der Kegelmantel; das von der Spitze auf die Grundfläche gefällte Lot ist die Höhe des Kegels. Ist die Grundfläche ein Kreis, so hat man einen Kreiskegel, der gerade oder schief heißt, je nachdem der Fußpunkt der Höhe (der Punkt, wo die Höhe die Grundfläche trifft) in den Mittelpunkt des Grundkreises fällt oder nicht. Unter K. schlechthin wird oft der gerade Kreiskegel verstanden, der zugleich der einzige Rotationskegel ist: er entsteht, wenn man sich ein rechtwinkliges Dreieck um eine der Katheten gedreht denkt. Ein abgestumpfter K. oder Kegelstumpf wird erhalten, wenn man von einem K. durch eine zur Grundfläche parallele Ebene ein Stück abschneidet; der senkrechte Abstand dieser Ebene von der Grundfläche ist die Höhe des Stumpfes, das in ihr liegende ebene Flächenstück, das den Stumpf begrenzt, die Deckfläche. Ist G der Flächeninhalt der Grundfläche und h die Länge der Höhe, so ist der Rauminhalt des Kegels 1/3 G. h, ist die Grundfläche ein Kreis vom Halbmesser r, so kann man dafür 1/3r2πh setzen, wo π = 3,1416 (s. Kreis), ist dieser Kreiskegel insbes. gerade, so ist der Flächeninhalt des Kegelmantels rπs, wo s die Mantellinie (Seite) des Kegels bezeichnet, und zwar ist s = √(r2+h2). Der Rauminhalt eines Kegelstumpfes mit der Höhe h, der Grundfläche G und der Deckfläche g ist: 1/3h (G+√gG+g). In der höhern Geometrie versteht man unter K. meist nicht den Körper, sondern die durch die Mantellinien bestimmte Fläche, denkt sich aber dabei die Mantellinien über die Spitze und über die Grundfläche hinaus bis ins Unendliche verlängert, so daß eine Fläche entsteht, die sich von der Spitze aus nach beiden Seiten ins Unendliche erstreckt. Überhaupt nennt man K. jede Fläche, die von einer Geraden beschrieben wird, wenn diese beständig durch einen gegebenen Punkt (die Spitze) geht und zugleich an einer gegebenen krummen Linie (der Leitlinie) hingleitet; die verschiedenen Lagen der beweglichen Geraden heißen die Erzeugenden des Kegels. Der K. gehört zu den abwickelbaren Flächen, weil er sich ohne Zerrung oder Dehnung auf eine Ebene ausbreiten läßt. Ist die Leitlinie ein Kreis, so hat man wieder einen geraden oder schiefen Kreiskegel; schneidet man einen solchen mit beliebigen Ebenen, so erhält man als Schnittlinien Kegelschnitte (s. d.). Näheres in den Lehrbüchern der Stereometrie (s. d.) und der analytischen Geometrie (s. d.) des Raumes. – In der Orographie ein mehr oder minder frei stehender Berg von kegelförmiger Gestalt; eine Gruppe solcher Berge heißt Kegelgebirge. – In der Buchdruckerkunst versteht man unter K. die gleichmäßige Stärke des Typenkörpers in der Richtung der Höhe des Buchstabenbildes. Der schiefe K. wurde beim Guß einiger Schreibschriften (s. Schriftarten) angewandt, ist aber jetzt in Deutschland fast ganz außer Brauch. Früher in beliebigen Abstufungen, ist der K. zuerst in Frankreich systematisiert worden durch den Schriftgießer Fournier le jeune, der in seinem 1764 veröffentlichten »Manuel typographique« eine Darlegung seiner nach typographischen Punkten gestalteten Einteilung gab. Später brachte François Ambroise Didot Fourniers Punktsystem in exakte Maßverhältnisse, die sodann durch den Schriftgießer und Messinglinienfabrikanten Hermann Berthold in Berlin (1879) deutschen Bedürfnissen angepaßt wurden, so daß das System Berthold jetzt in den deutschen Schriftgießereien maßgebend ist. – Der Hase »macht einen K.«, wenn er sich gerade auf die Hinterläufe erhebt. Sitzt er auf den Keulen, so macht er Männchen. – K. ist auch ein alter Ausdruck für uneheliches Kind, woher die Redensart Kind und Kegel, soviel wie eheliche und uneheliche Kinder.
4011 Zeichen · 41 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    KEGELstm.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +3 Parallelbelege

    KEGEL stm. kegel, keil. ahd. chegil Graff 4,362. Gr. 2,111. piramis Diefenb. gl. 214. 2. unechtes kind. kegel oder kotze…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    kegel

    Mnd. Handwb. (Lübben/Walther) · +1 Parallelbeleg

    kegel, m. Kegel; kegel schêten, Kegel werfen, kegeln.

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    2. Kêgel

    Adelung (1793–1801) · +7 Parallelbelege

    2. Der Kêgel , des -s, plur. ut nom. sing. ein Wort, welches einen länglichen Körper bezeichnet, aber in verschiedenen B…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Kegel

    Goethe-Wörterbuch

    Kegel 1 Holzfigur beim Kegelspiel; mehrmals neben ‘Kugel’; auch im Bild u Vergl Einer rollet daher; es stehen ruhig die …

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Kegel

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +2 Parallelbelege

    Kegel , geometrischer Körper, entsteht. wenn man sich eine gerade Linie von einem bestimmten Punkte aus um eine krumme L…

  6. modern
    Dialekt
    Kegelm., f.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Kegel m., f. : 1. 'Figur im Kegelspiel', Keel (kēl) [verbr. NPf Gal], Kiel (kīl) [ KU-Schmittw/O RO-Rehborn Feilbg ], Ke…

  7. Sprichwörter
    Kegel

    Wander (Sprichwörter)

    Kegel 1. Mancher will alle Kegel umwerfen und wirft ganz fehl. Dän. : Mangen meener, maatte han kaste, vilde han ramme a…

  8. Spezial
    Kegelm

    Dt.-Russ. phil. Termini · +1 Parallelbeleg

    Kegel , m кегль , м литеры

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit kegel

162 Bildungen · 149 Erstglied · 11 Zweitglied · 2 Ableitungen

kegel‑ als Erstglied (30 von 149)

Kegelabend

SHW

Kegel-abend Band 3, Spalte 1227-1228

Kegelbahn

SHW

Kegel-bahn Band 3, Spalte 1227-1228

Kegelbrett

SHW

Kegel-brett Band 3, Spalte 1227-1228

Kegelbruder

SHW

Kegel-bruder Band 3, Spalte 1227-1228

Kegelbube

SHW

Kegel-bube Band 3, Spalte 1227-1228

Kegelgeld

SHW

Kegel-geld Band 3, Spalte 1227-1228

Kegelkasse

SHW

Kegel-kasse Band 3, Spalte 1227-1228

Kegelklotz

SHW

Kegel-klotz Band 3, Spalte 1227-1228

Kegelkloß

SHW

Kegel-kloß Band 3, Spalte 1227-1228

Kegelklub

SHW

Kegel-klub Band 3, Spalte 1227-1228

Kegelkugel

SHW

Kegel-kugel Band 3, Spalte 1227-1228

Kegelpartie

SHW

Kegel-partie Band 3, Spalte 1227-1228

Kegelspiel

SHW

Kegel-spiel Band 3, Spalte 1227-1228

Kegelverein

SHW

Kegel-verein Band 3, Spalte 1227-1228

Kegelwammes

SHW

Kegel-wammes Band 3, Spalte 1227-1228

Kegelabend

PfWB

kegel·abend

Kegel-abend m. : 'Abend, an dem der Kegelklub kegelt', Kechelowend u. ä. [mancherorts]; vgl. Kegelpartie . Heit hämmer K. [ NW-Freinsh ]. Sü…

kegelader

DWB

kegel·ader

kegelader , f. die innere ader am vorderbeine eines pferdes, auch bugader, vordere schrankader. s. kegel 2.

kegelartig

GWB

kegel·artig

kegelartig zu Kegel 2; von der Form des Hausbergs bei Jena 35,175,2 TuJ 1804 Georg Objartel G.O.

kegelaufsetzer

DWB

kegel·aufsetzer

kegelaufsetzer , m. beim kegelschieben, der das wiederaufsetzen der geschobenen kegel besorgt, s. kegeljunge .

kegelbahn

DWB

kegel·bahn

kegelbahn , f. bahn zum kegelschieben, nl. kegelbaan, dän. keglebane, schw. kegelbana: das rollen der kegelbahn. J. Paul. sie hat landsch. s…

kegelberg

DWB

kegel·berg

kegelberg , m. kegelförmiger berg, s. kegel 7: die fläche über welcher sich der kegelberg erhebt .... den immer qualmenden ... kegelberg. Gö…

Kegelbirn

Campe

kegel·birn

Die Kegelbirn , Mz. die — en , eine kegelförmige Birnsorte von herbem Geschmacke.

kegel als Zweitglied (11 von 11)

Afterkègel

Adelung

after·kegel

Der Afterkègel , des -s, plur. ut nom. sing. bey den neuern Meßkünstlern, ein dem Kegel ähnlicher Körper, welcher entstehet, wenn sich eine …

Bandkêgel

Adelung

band·kegel

Der Bandkêgel , des -es, plur. ut nom. sing. S. Adelung Bandhaken 1.

bierkegel

DWB

bier·kegel

bierkegel , m. ein kegel, hölzerner krug, der zum zeichen frisches biers vor den schenken ausgesteckt wird.

prachtkegel

DWB

pracht·kegel

prachtkegel , m. , verdeutschung von obeliscus mathem. lexicon 1, 1033; übertragen: er .. stellte ihm diese prachtkegel der natur ( die isol…

schneckenkegel

DWB

schnecken·kegel

schneckenkegel , m. in den taschenuhren schneckenförmig gewundener kegel mit parallelen einschnitten, um den sich die kette aufwindet. Adelu…

sperrkegel

DWB

sperr·kegel

sperrkegel , m. vorrichtung in gestalt eines kegels zum sperren, hemmen eines maschinenrades, zahnrades, sperrrades ( vgl. dies ), so in den…

sternkegel

DWB

stern·kegel

sternkegel , m. , zwei stumpfe kegel, die den gestirnten himmel auf der äuszeren oder inneren fläche darstellen ( astroscopium, coniglobium …

wasserkegel

DWB

wasser·kegel

wasserkegel , m. aus einer menge sich vereinigender strahlen entstehendes springwasser Gottsched wb. der schönen wiss. 1639 . ein wasserfeue…

wurfkegel

DWB

wurf·kegel

wurfkegel , m. , ein spielgerät: sordissa ein wurff kegel oder kläwbel stain (1429) Diefenbach nov. gl. 343 b , vgl. teil 5, sp. 1019 s. v. …

Ableitungen von kegel (2 von 2)

kegele

BMZ

kegele swv. kegele. Gr. 2,115.