Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Gewand n.
Gewand n.
Gewand n. ‘anspruchsvolles Festkleid, Ornat’, ahd. giwant ‘Kleid’ (um 1000), mhd. gewant ‘Kleidung, Rüstung, Gewandstoff, Zeug’, mnd. (ge)want ‘Gewand, Tuch, Zeug’ ist zu dem unter wenden (s. d.) behandelten Verb gebildet und bedeutet eigentlich ‘das Gewendete’, z. B. auch ‘das in Falten gelegte und in Rollen oder Ballen aufbewahrte Tuch’. Danach in der Geschäftssprache des 14./15. Jhs. ‘Tuch, gewebter Stoff, Zeug’ (vgl. Gewandschneider ‘Tuchschneider, Tuchhändler’, mhd. gewantsnīder), dagegen in der Dichtung ‘Kleid, Rüstung’ (wie mhd. wāt, gewæte; zu dessen Herkunft s. Leinwand). In dieser Bedeutung wird Gewand (meist historisierend) noch im 19. Jh. verwendet, sonst seit dem 16. Jh. durch md. Einfluß (Luther) von Kleid verdrängt. – Gewandhaus n. ‘Haus, in dem Tuche geprüft, aufbewahrt und verkauft werden, Tuchhalle’, spätmhd. gewanthūs (14. Jh.). Werden diese Häuser vorübergehend nicht benutzt, finden in ihnen öffentliche Veranstaltungen (Bälle, Konzerte) statt, vgl. das Leipziger Gewandhaus, ehemals eine Tuchhalle, dann Name für die neuerbaute Konzerthalle mit den Zusammensetzungen Gewandhausorchester (1781), -kapellmeister.