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Geschmack

nhd. bis spez. · 15 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Campe
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18 in 15 Wb.
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Eintrag · Campe (1807–1813)

Geschmack Der

Bd. 2, Sp. 332b
Der Geschmack, des — es, Mz. die Geschmäcke, selten. 1) Diejenige Empfindung, welche man von gewissen Eigenschaften der Körper vermittelst der Nerven der Zunge hat; das Vermögen zu schmecken. Der Sinn des Geschmacks. Einen feinen Geschmack haben. Ein Koch muß einen guten, feinen Geschmack haben, muß die Eigenschaften der Speisen  die auf die Nerven der Zunge wirken, leicht und zuverläßig unterscheiden können. Х Der Geschmack ist verschieden und über den Geschmack darf man nicht streiten (de gustibus non est disputandum). Uneigentlich, die Empfindung, das Gefühl des Schönen und das damit verbundene Wohlgefallen. »Geschmack und Tugend ist nicht einerlei. Jener ist nur Ordnung und Gleichmaß gewisser sinnlicher Kräfte zu oder in einem Kunstwerke; diese soll Ordnung und Gleichmaß sein in allen unsern Kräften zum großen Werke unsers Lebens.« Herder. Den Geschmack bilden. »Bei einer guten Erziehung muß vornehmlich darauf gesehen werden, daß junge Leute mit Geschmack und Empfindung lesen lernen.« Gellert. Geschmack an etwas finden, Gefallen daran finden. Dies ist nicht nach meinem Geschmacke. Einem Geschmack an etwas machen, beibringen. I P. Richter gebraucht es auch auf eine ungewöhnliche Art in der Mehrzahl: »Wenn man den Geschmack als ein Urtheil über die Kunst betrachtet, so muß er sich in acht Geschmäcke absondern.« I engerer Bedeutung, das Vermögen und dann die Fertigkeit das Schöne oder Häßliche an einer Sache leicht zu bemerken und zu empfinden. Einen guten, feinen, richtigen, geläuterten Geschmack haben. Dies ist wider oder gegen den guten Geschmack. Gegen den guten Geschmack sündigen. Ein reiner Geschmack, der mit nichts vermischt ist, das dem Gefühl des Schönen auf irgend eine Art zuwider oder entgegen ist. Er verräth einen schlechten Geschmack. Ein verderbter Geschmack. Der natürliche Geschmack, die Empfindung des Schönen, die man von der Natur hat; in Ge= [] gensatz des künstlichen oder erworbenen. Zuweilen bezeichnet Geschmack allein schon einen guten, reinen Geschmack. Ein Mann von Geschmack. 2) Die auf Empfindung des Schönen gegründete Art zu denken und zu handeln. Gedichte in Langbeins Geschmack. Ein Gemählde in Rembrands Geschmack. Ein Tonspiel in Türkischem Geschmack. So auch von ganzen Völkern. Eine Säule in Griechischem, Römischem Geschmack. Der Ialische Geschmack in der Tonkunst. Der Gothische Geschmack in der Baukunst. Der herrschende Geschmack, der Geschmack der Meisten. Ein Anzug nach jetzigem Geschmacke. I heutigen Geschmack, im neuesten Geschmack (modern). 3) Diejenige Eigenschaft der Körper, welche durch die Nerven der Zunge empfunden und erkannt wird. Eine Sache hat Geschmack, keinen Geschmack. Einen guten, angenehmen, lieblichen, sauern, bittern, unangenehmen, herben Geschmack haben. Diese Speise hat einen eignen, besondern Geschmack. Eine Frucht ist herbe, bitter, zusammenziehend, widrig, häßlich  von Geschmack. »Er aß und fand die Frucht vortrefflich von Geschmack.« Gellert. Der Wein hat einen reinen Geschmack, wenn er nicht nach einer Zuthat, die man häufig hineinthut, oder wenn er nicht nach dem Fasse  schmeckt. Den Geschmack verlieren. I O. D. wird Geschmack auch für ≠ Geruch gebraucht. Die Kleider haben den Geschmack Den Libanus nicht geben mag. Opitz. Uneigentlich, die Eigenschaft einer Sache, vermöge welcher sie in uns angenehme oder unangenehme Empfindungen erweckt. Ein Gemählde von gutem, von schlechtem Geschmacke. Oft versteht man unter Geschmack allein schon den guten Geschmack. Dies Stück hat keinen Geschmack. Einer Sache keinen Geschmack abgewinnen können, nichts Schönes und Angenehmes an ihr entdecken können. — I O. und N. D. auch bloß der Schmack.
3682 Zeichen · 63 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Geschmack

    Adelung (1793–1801) · +7 Parallelbelege

    Der Geschmack , des -es, plur. inus. von dem Zeitworte schmecken. 1. Objective, die Eigenschaft der Körper, vermittelst …

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Geschmack

    Goethe-Wörterbuch

    Geschmack Vereinzelt -ak, einmal -akke AA23,3 Werth 1 I ; Pl -äcke nur in Übs od scherzh (s Bed 1 u 3f α ). ‘Geschmack’ …

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Geschmack

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Geschmack (gustus) , in physiolog. Bedeutung der Sinn, dessen hauptsächlichstes Organ die mit zahlreichen Nervenwärzchen…

  4. modern
    Dialekt
    Geschmack

    Elsässisches Wb. · +3 Parallelbelege

    G e schmack [Kmàk Ruf. Su. Hlkr. M. Dü. U. ] m. 1. Geschmack ( in diesem Sinn selten, dafür meist Gu Seite 191). Das Ës…

  5. Sprichwörter
    Geschmack

    Wander (Sprichwörter)

    Geschmack 1. Am Geschmack erkennt man den Wein. Oft auch erst an seinen Wirkungen oder durch chemische Analyse. 2. Das h…

  6. Spezial
    Geschmackm

    Dt.-Russ. phil. Termini · +1 Parallelbeleg

    Geschmack , m вкус , м

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit geschmack

197 Bildungen · 93 Erstglied · 100 Zweitglied · 4 Ableitungen

Ableitung von geschmack

ge- + schmack

geschmack leitet sich vom Lemma schmack ab mit Präfix ge-.

geschmack‑ als Erstglied (30 von 93)

geschmacken

DWB

geschmacken , verb. einem gut schmecken, verstärktes schmacken (ding die eim wol schmacken Dief. 511 c ), ahd. smakken, gismahhan Schm. 2 2,…

geschmacken

FWB

1. ›jm. gefallen, schmecken, angenehm erscheinen‹.; 2. ›etw. / jn. (Gott) gleichsam sinnlich, riechend oder schmeckend wahrnehmen‹

Geschmackhaftigkeit

GWB

geschmack·haftigkeit

Geschmackhaftigkeit 1) kräftiger, ausgeprägter (Wohl-)Geschmack Trüffeln .. sie haben einen durchdringenden Geruch, woran sich denn ihre G. …

geschmackherr

DWB

geschmack·herr

geschmackherr , m. : man nennt sie ( die recensenten ) gemeinhin schmeck- oder geschmackherrn, weil sie vorher jedes buch kosten und nachher…

geschmackig

DWB

geschmackig , adj. wolschmeckend, verstärktes schmackig, smeckig Dief. 511 c , mit den nebenformen geschmackicht Steinbach 2, 458 , geschmäc…

geschmackkorn

DWB

geschmack·korn

geschmackkorn , n. geschmackswärzchen auf der zunge: geschmackkörner, papillae nerveae Nemnich 2, 856 .

geschmackleer

DWB

geschmack·leer

geschmackleer , ohne geschmack, ohne schönheitssinn: die nachahmung eures geschmackleeren modelles. Göthe 36, 239 .

Geschmackler

Campe

geschmack·ler

○ Der Geschmackler , des — s , d. Mz . w. d. Ez. der einen überfeinen, gar zu feinen Geschmack hat, der in Sachen des Geschmackes zu wählig …

geschmacklich

DWB

geschmack·lich

geschmacklich , adj. 1 1) schmackhaft, wie schmacklich Dief. 511 c : geschmacklich, sapidus Steinbach 2, 458 ; geschmackliche speise, suavis…

geschmacklos

DWB

geschmack·los

geschmacklos , adj. 1 1) keinen geschmack gebend Ludwig 753 : geschmacklose speisen Campe ; bildlich: fern von der welt und ohne rücksicht a…

geschmacklosigkeit

DWB

geschmack·losigkeit

geschmacklosigkeit , f. mangel an geschmack, an gefühl für das schöne und schickliche, an feinsinn und urtheilskraft: es ist doch so gar beq…

geschmacklust

DWB

geschmack·lust

geschmacklust , f. die lust zu angenehmen genüssen: die von jedem jünglingsjahre mehr entkräftete geschmacklust. J. Paul.

Geschmackmäßig

Campe

geschmack·maessig

○ Geschmackmäßig , adj . u. adv . dem Geschmacke und zwar dem guten Geschmacke gemäß. Kant gebraucht es in einem allgemeinen Sinne für das, …

geschmackmäszig

DWB

geschmackmäszig , adj. dem guten geschmacke gemäsz; allgemeiner ' was durch die sinne gefällt ' Kant bei Campe.

Geschmackmuster

DERW

geschmack·muster

Geschmackmuster, N., ›ästhetisch wirken- des gewerbliches Muster (flächig, z.B. Ta- petenmuster) oder Modell (räumlich z.B. Geschirr) welche…

geschmackreich

DWB

geschmack·reich

geschmackreich , adj. 1 1) wolriechend: geschmackreich, das ein guoten und starcken geschmackt gibt, odorus Maaler 172 d . 195 c . Aler 915 …

Geschmacksache

RhWB

geschmack·sache

Ge-schmack-sache PfWB (s. S.) meist Pl. t. Allg.: wie nhd. RA.: Et sein G.ən, sot de Bauer, du hott en en Koh om Orsch geleckt Daun , — do h…

geschmacksam

DWB

geschmack·sam

geschmacksam , adj. schmackhaft: mit citronensafft unsere speisen geschmacksam machen. Simpl. 1, 639. 2, 365, noch erzgebirgisch gschmôksn G…

geschmacksart

DWB

geschmack·sart

geschmacksart , f. art des sinnlichen geschmacks: gewisse geschmacksarten sind ekelhaft nach der allgemeinen empfindung. Herder kr. wälder 1…

Geschmacksbedürfnis

GWB

geschmack·s·beduerfnis

Geschmacksbedürfnis -ß für: Bedürfnis nach geschliffenem sprachl Ausdruck; mBez auf die in lateinischer Sprache schreibenden deutschen Dicht…

geschmacksbildung

DWB

geschmack·s·bildung

geschmacksbildung , f. die bildung des gefühls für das schöne und schickliche. Fr. Nicolai im leben desselben von Göckingk 10 ; die alte cla…

Geschmacksdünkel

GWB

geschmack·s·duenkel

Geschmacksdünkel Überheblichkeit des ästhet Urteils Weder dem Urtheil, noch der Wißbegierde .. hat es früher [ vor den Bemühungen der Romant…

geschmack als Zweitglied (30 von 100)

Beigeschmack

RDWB1

Beigeschmack m привкус перен. , (неприятный) осадок перен. , неприятная ассоциация

Vorgeschmack

RDWB1

Vorgeschmack m (Lakune) подготовка к чему-л.; предвкушение чего-л. Man bekommt lange vor Veröffentlichung des Hauptprogramms einen Vorgeschm…

Wohlgeschmack

RDWB1

Wohlgeschmack m (Lakune) у чего-л. приятный вкус; что-л. приятно на вкус устойч.

abgeschmack

DWB

abgeschmack , m. ingratus sapor, umschlagen des geschmacks, mit dem nebensinn eines schlechten, widrigen: so war ihm diese kost ein rechter …

Angeschmack

RhWB

ange·schmack

An-geschmack PfWB āŋgə- Rhfrk m.: Beigeschmack; eich wäss nit, wat die Supp norest (nur) vor en A. hot. — Ebenso Bei-, Hanner- (Hinter-Bitb)…

Anisgeschmack

Campe

anis·geschmack

Der Anisgeschmack , des — es, o. Mz. der dem Anis eigenthümliche Geschmack, und ein demselben ähnlicher Geschmack.

beigeschmack

DWB

beige·schmack

beigeschmack , m. sapor secundarius, alienus, beischmack, nebengeschmack: die speise, die sache hat einen widrigen beigeschmack.

Bodemgeschmack

PfWB

bodem·geschmack

Bodem-geschmack m. : 'die beim Schmecken wahrgenommene Eigentümlichkeit einer gewissen Bodenart'. De Weiⁿ hat e Borremgeschmack [KU-Schmittw…

erbgeschmack

DWB

erb·geschmack

erbgeschmack , m. gustus a parentibus insitus: obst, wonach alle kinder einen erbgeschmack auf die welt bringen. Hippel lebensl. 1, 327 .

freudengeschmack

DWB

freude·n·geschmack

freudengeschmack , m. praegustus gaudiorum vitae aeternae. Stieler 1871 . man sagt heute vorschmack, freudenvorgeschmack.

Ableitungen von geschmack (4 von 4)

Mißgeschmack

Campe

○ Der Mißgeschmack , — es , o. Mz . 1) Ein unangenehmer, häßlicher Geschmack. 2) Ein falscher, unrichtiger Geschmack, im Gebiet des Schönen.…

ungeschmack

DWB

ungeschmack , m. , gegenstück zu geschmack, m. vgl. mhd. âsmac Frauenlob 55, 5 ; abgeschmack, abschmack; unschmack; nl. onsmaak, wansmaak; a…

Ungeschmacklich

Campe

Ungeschmacklich , adj . u. adv . nicht geschmacklich. Davon d. — keit .

urgeschmack

DWB

urgeschmack , m. , echter, unverfälschter geschmack (ur- C 4 c): Matthisson, deine naturabschildrung ... wird gefallen bis zur verwildrung d…