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Geschmack

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Eintrag · Wander (Sprichwörter)

Geschmack

Bd. 1, Sp. 1598
Geschmack 1. Am Geschmack erkennt man den Wein. Oft auch erst an seinen Wirkungen oder durch chemische Analyse. 2. Das hat keinen Geschmack mehr, sagte der Floh, als er einem alten Weibe am Beine sass. 3. De Geschmack is verschieden, segt Burgheim, ên mag de Mutter, un de anner de Dochter. (Mecklenburg.) – Hoefer, 94. 4. Der erste Geschmack kommt aus deinem Sack. – Kirchhofer, 265. 5. Der Geschmack ist verschieden. Aus der Gegend von Braunschweig in der wol nur scherzhaften Form eingegangen: Die Geschmäcker der Püblikümme sind verschieden. In Finnland: Es haben nicht alle denselben Geschmack. (Bertram, 47.) Frz.: Les goûts sont différents. Lat.: Alter nare cupit, alter pugnare paratus. (Ennius.) (Binder II, 136.) – Non omnes eadem mirantur amantque. (Horaz.) (Binder II, 2196; Kruse, 181.) – Non omnibus unum est, quod placet. (Binder II, 2201.) 6. Der Geschmack ist verschieden, dem einen gefällt die Mutter, dem andern die Tochter, manchem gefallen beide. (Ostpreuss.) – Frischbier, 250; Frischbier2, 1240. »Chacun a son gout, dem einen gefällt der Ochs, dem andern Wasischta's Kuh.« (H. Heine's Reisebilder, Hamburg 1840, III, 376.) 7. Der Geschmack ist verschieden, sagte die Magd, da ass sie den (Kaffee-)Grund und goss die Brühe weg. Engl.: Tastes differ, said the man, when he kissed his cow. 8. Der hat Geschmack, sagte der Küster, als ein Bauer in einer langweiligen Predigt gähnte (oder schlief). 9. Einem verdorbenen Geschmack ist auch der Honig bitter. – Winckler, VII, 63. It.: Al gusto guasto non è buon alcun pasto. (Pazzaglia, 154, 2.) 10. Feiner Geschmack bringt an den Bettelsack. 11. Is't nig gôd vor'n Smack, so is't dog gôd vor'n Kack. (Holst.) – Schütze, IV, 126. Wird den Anfängern im Tabackrauchen gesagt; schmeckt's nicht gut, so öffnet's doch. 12. Jeder nach seinem Geschmack. Frz.: Chacun à son goût. (Bohn I, 12.) 13. Jeder nach seinem Geschmack, sagte der Bauer, da ass er Pferdekötel für Bratäpfel. Holl.: Ieder zijn meug, zei de boer, en hij at paardenkeutels voor vijgen. (Harrebomée, II, 379.) 14. Jeder nach seinem Geschmack, sagte jene, und der eine schor seinen Bart, der andere zog die Haare aus. – Burckhardt, 713. 15. Jedes hat seinen Geschmack, der Hirsch trägt's Geweih und der Esel den Sack. 16. Man muss für den Geschmack auch etwas thun, sagte Hans Quast, und flickte die alten Hemden mit neuen. Holl.: De zinnen moeten werk hebben, zei de knecht, en hij lapte met nieuwe hemden de oude. (Harrebomée, I, 301.) 17. Man muss nach seinem Geschmack essen und sich nach anderer Geschmack kleiden. 18. Ueber den Geschmack lässt sich nicht streiten. n.: Hver Mand sin Lyst. (Bohn I, 375.) Frz.: Des goûts et des couleurs on ne peut disputer. (Cahier, 817; Kritzinger, 354a.) It.: Sopra i gusti non v' e da disputare. (Pazzaglia, 154, 1.) – Tutti i gusti son gusti. (Bohn I, 129.) Lat.: De gustu non est disputandum. (Binder II, 704; Faselius, 59; Wiegand, 1101.) Trotzdem liefen die vornehmen jungen Römer auf der Strasse mit Peitschen herum, um diejenigen zu geiseln, denen die Gedichte des Poeten Lucilius nicht gefielen; und ein französischer Hauptmann drohte Girae, er wolle seine ganze Compagnie Soldaten bei ihm einquartieren, wenn derselbe fortfahren sollte, Voiture's Werke zu tadeln. (Welt und Zeit, V, 331, 132.) Dies Sprichwort gilt aber auch, wenn man de olfactu setzt. Man wird es nicht bestreiten, wenn man liest, dass der Botaniker Turner 54 Personen eine und dieselbe Blume zur Prüfung des Geruchs vorlegte und das Ergebniss erhielt, dass 41 dieselbe für wohlriechend, 4 für mattriechend, 8 für ganz geruchlos und einer sogar für stinkend erklärte. Erfährt nun die Natur selbst so widersprechende Urtheile, wie mag sich die Kunst wundern, dass es ihr ebenso geht. »Ein Theil der Menschen findet das trivial, was der andere als hohe Weisheit verehrt.« (Welt und Zeit, V, 205, 36.) Der Geschmack ändert sich auch mit Menschenaltern. Der Papst Zacharias erliess eine Verordnung, die den Genuss von Störchen und Raben verbot. Noch im 12. Jahrhundert waren Schwäne, Kraniche, Rohrdommeln, Pfauen und Reiher geschätzte Leckerbissen auf den Tafeln der Vornehmen. Solches Fleisch konnte natürlich nur durch pikante Brühen geniessbar gemacht werden. Gewürze waren so beliebt, dass ein altes Speiselied verlangt, »der Athem solle wie eine Apotheke riechen und ein heisser Rauch dem Becher entgegensteigen«. Pfeffer, Zimmt, Muskate u. dgl. waren aber noch nicht zu haben. (S. Gustus.) 19. Wer keinen Geschmack hat, trinkt Wasser für Wein. n.: Var ikke smagen, drak mand saa gierne vand som viin. (Prov. dan., 513.) 20. Er hat den Geschmack verloren wie ein alter Koch. n.: At tabe smagen som de gamle stegere. (Prov. dan., 513.) 21. Es hat den Geschmack von Manna. Das grösste Lob, was der Gutschmecker einer Speise ertheilen konnte. d.-deutsch: Den Táam von Man. (Tendlau, 16.) [Zusätze und Ergänzungen] 22. Der Geschmack ändert sich aller zehn Jahre. It.: Si cambia di gusto ogni dieci anni. (Giani, 825.) 23. Der Geschmack ist verschieden an allen Orten, der will Pasteten, der andere will Torten. 24. Der Geschmack ist verschieden, der eine liebt die blauen, der andere die braunen. 25. Der Geschmack ist verschieden gerathen, der will's gesotten, und der will's gebraten. 26. Gschmack, gruch, ghör, gsicht vnd das anrieren, die fünff sinn lass dich nicht verfieren. – Loci comm., 162. Lat.: Gustus et olfactus, auditus, uisio, tactus sunt sensus quinque, quorum peccata relinque. (Loci comm., 162.) 27. Jeder nach seinem Geschmack, ich esse Feigen. Altfries.: Elk sin Möög, ik iit Fiigen. (Hansen, 10.) 28. Sehr wenig Geschmack beweiset, wer Nudeln mit Maccaroni speiset. It.: Lasagne e maccheroni, cibo da poltroni. (Giani, 875.)
5773 Zeichen · 159 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Geschmack

    Adelung (1793–1801) · +7 Parallelbelege

    Der Geschmack , des -es, plur. inus. von dem Zeitworte schmecken. 1. Objective, die Eigenschaft der Körper, vermittelst …

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Geschmack

    Goethe-Wörterbuch

    Geschmack Vereinzelt -ak, einmal -akke AA23,3 Werth 1 I ; Pl -äcke nur in Übs od scherzh (s Bed 1 u 3f α ). ‘Geschmack’ …

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Geschmack

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Geschmack (gustus) , in physiolog. Bedeutung der Sinn, dessen hauptsächlichstes Organ die mit zahlreichen Nervenwärzchen…

  4. modern
    Dialekt
    Geschmack

    Elsässisches Wb. · +3 Parallelbelege

    G e schmack [Kmàk Ruf. Su. Hlkr. M. Dü. U. ] m. 1. Geschmack ( in diesem Sinn selten, dafür meist Gu Seite 191). Das Ës…

  5. Sprichwörter
    Geschmack

    Wander (Sprichwörter)

    Geschmack 1. Am Geschmack erkennt man den Wein. Oft auch erst an seinen Wirkungen oder durch chemische Analyse. 2. Das h…

  6. Spezial
    Geschmackm

    Dt.-Russ. phil. Termini · +1 Parallelbeleg

    Geschmack , m вкус , м

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit geschmack

108 Bildungen · 93 Erstglied · 11 Zweitglied · 4 Ableitungen

Ableitung von geschmack

ge- + schmack

geschmack leitet sich vom Lemma schmack ab mit Präfix ge-.

geschmack‑ als Erstglied (30 von 93)

geschmacken

DWB

geschmacken , verb. einem gut schmecken, verstärktes schmacken (ding die eim wol schmacken Dief. 511 c ), ahd. smakken, gismahhan Schm. 2 2,…

geschmacken

FWB

1. ›jm. gefallen, schmecken, angenehm erscheinen‹.; 2. ›etw. / jn. (Gott) gleichsam sinnlich, riechend oder schmeckend wahrnehmen‹

Geschmackhaftigkeit

GWB

geschmack·haftigkeit

Geschmackhaftigkeit 1) kräftiger, ausgeprägter (Wohl-)Geschmack Trüffeln .. sie haben einen durchdringenden Geruch, woran sich denn ihre G. …

geschmackherr

DWB

geschmack·herr

geschmackherr , m. : man nennt sie ( die recensenten ) gemeinhin schmeck- oder geschmackherrn, weil sie vorher jedes buch kosten und nachher…

geschmackig

DWB

geschmackig , adj. wolschmeckend, verstärktes schmackig, smeckig Dief. 511 c , mit den nebenformen geschmackicht Steinbach 2, 458 , geschmäc…

geschmackkorn

DWB

geschmack·korn

geschmackkorn , n. geschmackswärzchen auf der zunge: geschmackkörner, papillae nerveae Nemnich 2, 856 .

geschmackleer

DWB

geschmack·leer

geschmackleer , ohne geschmack, ohne schönheitssinn: die nachahmung eures geschmackleeren modelles. Göthe 36, 239 .

Geschmackler

Campe

geschmack·ler

○ Der Geschmackler , des — s , d. Mz . w. d. Ez. der einen überfeinen, gar zu feinen Geschmack hat, der in Sachen des Geschmackes zu wählig …

geschmacklich

DWB

geschmack·lich

geschmacklich , adj. 1 1) schmackhaft, wie schmacklich Dief. 511 c : geschmacklich, sapidus Steinbach 2, 458 ; geschmackliche speise, suavis…

geschmacklos

DWB

geschmack·los

geschmacklos , adj. 1 1) keinen geschmack gebend Ludwig 753 : geschmacklose speisen Campe ; bildlich: fern von der welt und ohne rücksicht a…

geschmacklosigkeit

DWB

geschmack·losigkeit

geschmacklosigkeit , f. mangel an geschmack, an gefühl für das schöne und schickliche, an feinsinn und urtheilskraft: es ist doch so gar beq…

geschmacklust

DWB

geschmack·lust

geschmacklust , f. die lust zu angenehmen genüssen: die von jedem jünglingsjahre mehr entkräftete geschmacklust. J. Paul.

Geschmackmäßig

Campe

geschmack·maessig

○ Geschmackmäßig , adj . u. adv . dem Geschmacke und zwar dem guten Geschmacke gemäß. Kant gebraucht es in einem allgemeinen Sinne für das, …

geschmackmäszig

DWB

geschmackmäszig , adj. dem guten geschmacke gemäsz; allgemeiner ' was durch die sinne gefällt ' Kant bei Campe.

Geschmackmuster

DERW

geschmack·muster

Geschmackmuster, N., ›ästhetisch wirken- des gewerbliches Muster (flächig, z.B. Ta- petenmuster) oder Modell (räumlich z.B. Geschirr) welche…

geschmackreich

DWB

geschmack·reich

geschmackreich , adj. 1 1) wolriechend: geschmackreich, das ein guoten und starcken geschmackt gibt, odorus Maaler 172 d . 195 c . Aler 915 …

Geschmacksache

RhWB

geschmack·sache

Ge-schmack-sache (s. S.) meist Pl. t. Allg.: wie nhd. RA.: Et sein G.ən, sot de Bauer, du hott en en Koh om Orsch geleckt Daun , — do hät er…

geschmacksam

DWB

geschmack·sam

geschmacksam , adj. schmackhaft: mit citronensafft unsere speisen geschmacksam machen. Simpl. 1, 639. 2, 365, noch erzgebirgisch gschmôksn G…

geschmacksart

DWB

geschmack·sart

geschmacksart , f. art des sinnlichen geschmacks: gewisse geschmacksarten sind ekelhaft nach der allgemeinen empfindung. Herder kr. wälder 1…

Geschmacksbedürfnis

GWB

geschmack·s·beduerfnis

Geschmacksbedürfnis -ß für: Bedürfnis nach geschliffenem sprachl Ausdruck; mBez auf die in lateinischer Sprache schreibenden deutschen Dicht…

geschmacksbildung

DWB

geschmack·s·bildung

geschmacksbildung , f. die bildung des gefühls für das schöne und schickliche. Fr. Nicolai im leben desselben von Göckingk 10 ; die alte cla…

Geschmacksdünkel

GWB

geschmack·s·duenkel

Geschmacksdünkel Überheblichkeit des ästhet Urteils Weder dem Urtheil, noch der Wißbegierde .. hat es früher [ vor den Bemühungen der Romant…

geschmack als Zweitglied (11 von 11)

Beigeschmack

RDWB1

Beigeschmack m привкус перен. , (неприятный) осадок перен. , неприятная ассоциация

Vorgeschmack

RDWB1

Vorgeschmack m (Lakune) подготовка к чему-л.; предвкушение чего-л. Man bekommt lange vor Veröffentlichung des Hauptprogramms einen Vorgeschm…

Wohlgeschmack

RDWB1

Wohlgeschmack m (Lakune) у чего-л. приятный вкус; что-л. приятно на вкус устойч.

nachgeschmack

DWB

nach·geschmack

nachgeschmack , m. sapor relictus Stieler 1871 ; sapor vel odor relictus Aler 1431 b . eigentlich und bildlich: dasz seinem rand der zecher …

ungeschmack

DWB

ung·e·schmack

ungeschmack , m. , gegenstück zu geschmack, m. vgl. mhd. âsmac Frauenlob 55, 5 ; abgeschmack, abschmack; unschmack; nl. onsmaak, wansmaak; a…

vorgeschmack

DWB

vor·geschmack

vorgeschmack , m. , neben vorschmack; fürgeschmack fehlt th. 4, 1, 1, sp. 736; vorgeschmack, et melius vorschmack, praegustus Stieler 1871 ;…

weingeschmack

DWB

wein·geschmack

-geschmack , selten adj. ' nach wein schmeckend ': Lonicerus 31 b , meist m., alem. 'pampineus odor' Frisius , Maaler, sonst 'vini aemulus' …

Ableitungen von geschmack (4 von 4)

Mißgeschmack

Campe

○ Der Mißgeschmack , — es , o. Mz . 1) Ein unangenehmer, häßlicher Geschmack. 2) Ein falscher, unrichtiger Geschmack, im Gebiet des Schönen.…

ungeschmack

DWB

ungeschmack , m. , gegenstück zu geschmack, m. vgl. mhd. âsmac Frauenlob 55, 5 ; abgeschmack, abschmack; unschmack; nl. onsmaak, wansmaak; a…

Ungeschmacklich

Campe

Ungeschmacklich , adj . u. adv . nicht geschmacklich. Davon d. — keit .

urgeschmack

DWB

urgeschmack , m. , echter, unverfälschter geschmack (ur- C 4 c): Matthisson, deine naturabschildrung ... wird gefallen bis zur verwildrung d…