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Bernstein

mnd. bis spez. · 13 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Bernstein

Bd. 2, Sp. 724
Bernstein, 1) Aaron, Publizist und Volksschriftsteller, geb. 1812 in Danzig, gest. 12. Febr. 1884 in Berlin, jüdischer Abkunft, widmete sich in Berlin naturwissenschaftlich-philosophischen Studien. Mit dem gegen Bülow-Cummerow gerichteten politisch-statistischen anonymen Schriftchen »Zahlen frappieren« (Berl. 1843) begann er seine Teilnahme am öffentlichen Leben, wirkte seit 1845 für eine Reform des Judentums und gründete im März 1849 in Berlin die demokratische »Urwählerzeitung«, die, bald weit verbreitet. dem Herausgeber Preßprozesse und Gefängnisstrafen zuzog und schließlich unterdrückt wurde. Seit 1852 erschien das Blatt als »Volkszeitung« bei Franz Duncker. B. schrieb für sie jahrzehntelang die täglichen Leitartikel. Seine populär-naturwissenschaftlichen Abhandlungen erschienen gesammelt als »Naturwissenschaftliche Volksbücher« (5. Aufl. von Potonié und Hennig, Berl. 1897–99, 21 Tle.). Auch seine politischen Aufsätze aus der neuesten preußischen Geschichte gab er besonders heraus u. d. T.: »Revolutions- und Reaktionsgeschichte Preußens und Deutschlands von den Märztagen bis zur neuesten Zeit« (Berl. 1883–1884, 3 Bde.) und schrieb realistische, dem jüdischen Kleinleben entnommene Novellen: »Vögele der Maggid« und »Mendel Gibbor« (das. 1860, 7. Aufl. 1892); ferner: »Ursprung der Sagen von Abraham, Isaak und Jakob« (das. 1871); »Naturkraft und Geisteswalten« (das. 1874, 2. Aufl. 1884) und »Natur und Kultur, Betrachtungen« (Leipz. 1879). 2) Julius, Physiolog, Sohn des vorigen, geb. 8. Dez. 1839 in Berlin, wurde 1869 Professor der Physiologie in Heidelberg, 1871 Professor der Medizin in Berlin, 1873 Professor der Physiologie in Halle. Er schrieb: »Untersuchungen über den Erregungsvorgang im Nerven- und Muskelsystem« (Heidelb. 1871), »Die fünf Sinne des Menschen« (2. Aufl., Leipz. 1889), »Lehrbuch der Physiologie« (Stuttg. 1894, 2. Aufl. 1900) und gibt »Untersuchungen aus dem physiologischen Institut in Halle« (Halle 1888 ff.) heraus. 3) Eduard, sozialdemokratischer Schriftsteller, geb. 6. Jan. 1850 in Berlin als Sohn eines Lokomotivführers, war 12 Jahre lang in Bankgeschäften tätig und schloß sich 1872 der sozialdemokratischen Partei (Eisenacher Programms) an. Seit 1878 war er Privatsekretär und Reisebegleiter R. Höchbergs (Herausgebers der sozialistischen Zeitschrift »Die Zukunft« etc.), 1881–90 Redakteur des »Sozialdemokrat«. 1888 wurde B. aus Zürich, wo er seinen Wohnsitz genommen hatte, ausgewiesen und lebte seitdem in London. Anfang 1901 kehrte er nach Deutschland zurück, siedelte sich in Großlichterfelde bei Berlin an und wurde 1902 in den deutschen Reichstag gewählt. Der sozialdemokratischen Partei gehört er trotz einer heftigen an seine Schrift »Die Voraussetzungen des Sozialismus und die Aufgaben der Sozialdemokratie« (Stuttg. 1899 u. öfter) sich anknüpfenden Polemik nach wie vor an. Außerdem schrieb er: »Gesellschaftliches und Privateigentum« (Berl. 1891); »Die kommunistischen und demokratisch-sozialistischen Bewegungen in England während des 17. Jahrhunderts« (im 1. Bande der »Geschichte des Sozialismus in Einzeldarstellungen«, Stuttg. 1895); »Zur Geschichte und Theorie des Sozialismus«, gesammelte Abhandlungen (Berl. 1900). B. veranstaltete auch eine Gesamtausgabe von F. Lassalles Reden und Schriften (Berl. 1891–93, 3 Bde.), ist Mitarbeiter der »Sozialistischen Monatshefte«, des »Archivs für soziale Gesetzgebung und Statistik« und des »Vorwärts« und Herausgeber der »Dokumente des Sozialismus« (das., seit 1901). Als Theoretiker versucht B. die Marxsche Lehre kritisch weiterzubilden und vertritt in der Arbeiterfrage eine realpolitische Haltung der Arbeiter.
3637 Zeichen · 70 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    bernsteinM.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    bernstein , M. Vw.: s. bernstēn

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Bêrnstein

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Der Bêrnstein , des -es, plur. inus. ein festes Erdharz, welches aus Bergöhl, eine Säure und Wasser bestehet, elektrisch…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Bernstein

    Goethe-Wörterbuch

    Bernstein ‘Birn-’ DjG 3 1,8,7 Labores juv [1757] fossiles Harz (Succinit), bes an der Ostseeküste vorkommend; mehrf im Z…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Bernstein

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +5 Parallelbelege

    Bernstein , Georg Heinrich, geb. 1787 zu Kospeda bei Jena, Prof. der oriental. Sprachen in Breslau. schrieb ein Lexikon …

  5. modern
    Dialekt
    Bernsteinm.

    Pfälzisches Wb.

    Bern-stein m. : wie schd., Beʳnstääⁿ (bäÄnšdEⁿ) [Kaislt], -šdⁿ [ KB-Dannfs ]. Bad. I 153 .

  6. Sprichwörter
    Bernstein

    Wander (Sprichwörter)

    Bernstein 1. Es ist nicht alles Bernstein, was vom Meere ausgeworfen wird. 2. Nicht aus jedem Bernstein wird eine Perle …

  7. Spezial
    Bernstein

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Bern|stein m. (-) ambra f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit bernstein

60 Bildungen · 60 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von bernstein 2 Komponenten

bern+stein

bernstein setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

bernstein‑ als Erstglied (30 von 60)

Bernsteinähnlich

Campe

bernstein·aehnlich

Bernsteinähnlich , adj. u. adv. dem Bernstein ähnlich, z. B. an Farbe. »Das Weiße der gekochten Eier erhält, nachdem man es mehrere Wochen h…

Bêrnstein-Alabaster

Adelung

bernstein·alabaster

Der Bêrnstein-Alabaster , des -s, plur. inus. ein weißer Alabaster im Amte Hohenstein, der mit gelben durchsichtigen Spathstückchen durchset…

Bernsteinarbeit

Campe

bernstein·arbeit

Die Bernsteinarbeit , Mz. die — en, eine Arbeit, eine aus Bernstein verfertigte Sache. I Stolpe werden feine und schöne Bernsteinarbeiten ge…

Bernsteinauszug

Campe

bernstein·auszug

○ Der Bernsteinauszug , des — es, Mz. die — züge, gereinigter Weingeist, der aus fein gepulvertem Bernsteine die harzigen Theile in sich auf…

Bernsteindrechsler

Campe

bernstein·drechsler

Der Bernsteindrechsler , des — s, d. Mz. w. d. Ez. ein Kunstdrechsler, der allerlei künstliche Sachen aus Bernstein verfertiget; auch Bernst…

Bernstein Ed

DWBQVZ

Bernstein Ed. *1850 Berlin †1932 ebd.

Bêrnsteinern

Adelung

bernstein·ern

Bêrnsteinern , adj. et adv. aus Bernstein verfertiget. Bersteinerne Knöpfe, Dosen u. s. f.

Bernsteinfirniß

Campe

bernstein·firniss

Der Bernsteinfirniß , des — sses, Mz. die — sse, ein Leinölfirniß, der mit erst geschmelztem, dann nach dem Erkalten gepulvertem Bernstein g…

Bernsteingeist

Campe

bernstein·geist

○ Der Bernsteingeist , des — es, o. Mz. die saure Flüßigkeit, welche man bei der trocknen Verdämpfung des Bernsteines erhält (Bernstein spir…

Bêrnsteingericht

Adelung

bernstein·gericht

Das Bêrnsteingericht , des -es, plur. die -e, ein besonderes Gericht in Preußen zu Palminken, welches die Streitigkeiten schlichtet, welche …

Bernsteingräberei

GWB

bernstein·graeberei

Bernsteingräberei -rey-; Pl Gewinnung von sog Landbernstein 1) , wohl mit metaphor Bezug Tgb 4.11.12 1) Succinum fossile, Gewinnung durch Au…

Bernstein, Joh. Gottlob

DWBQVZ

--- neues chirurgisches lexicon oder wörterbuch der wundarzneikunst neuerer zeiten. Gotha 1783 . II. ---

Bêrnsteinkammer

Adelung

bernstein·kammer

Die Bêrnsteinkammer , plur. die -n, ein Collegium in Preußen, welches dem Bernsteinfange vorgesetzet ist, indem der Bernstein daselbst unter…

Bernsteinkoralle

Campe

bernstein·koralle

Die Bernsteinkoralle , Mz. die — n, Korallen von Bernstein, d. h. runde oder geschliffene Stückchen Bernstein, die zu einer Schnur zusammeng…