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Wander
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Eintrag · Wander (Sprichwörter)

Fehlen

Bd. 1, Sp. 957
Fehlen 1. Dat's fehlt, säd' Johann Niklas sîn Kater, dôr härr he mênt, dat he up de Katt sêt, un he sêt up'n Törfsod1. (S. Errare.) (Holst.) – Schütze, I, 154; Hagen, 99, 32; Hoefer, 582. 1) Stück Torf, worauf die Heide noch grünt. – Zur Bezeichnung und Verspottung arger Misgriffe. 2. Dat was gefält, hadde Zi-en-Di-erk sagt, da hadd 'n der Zi-e 'n Bart afmaken wollt un iär den Hals afsni-en. (Iserlohn.) – Woeste, 63, 33. 3. Dat wass gefehlt, sagte Hittendiyrk1, da woll 'e der Hitten2 den Bärt awhoggen un hogte ear de Sniute3 aw. (Büren.) 1) Eigenname, Ziegendietrich. 2) Ziege. 3) Schnauze. 4. Einmal gefehlt ist niemals gefehlt. – Kirchhofer, 171. Frz.: Cela est bon pour une passade. (Lendroy, 1166.) 5. Es fehlet allzeit etwas, es fiel ehr ein Muck ins Aug. – Lehmann, 209, 14. 6. Es fehlet eben so sehr an der armen gedult, als an der reichen Mildigkeit. – Petri, II, 244. 7. Es fehlet vil, da die helfft an fehlet. – Henisch, 1040; Petri, II, 244. 8. Es fehlet wol einem, der Weiser ist. – Henisch, 1040; Petri, II, 244. 9. Es fehlt am Besten (an Geld). 10. Es fehlt ein ganzer Bauernschuh. Sehr viel, weil die Bauern grosse weite Stiefeln tragen. 11. Es fehlt nur Ein Auge, so wäre die Kuh (der Gaul) gar blind. Wird oft auf gefallene Jungfrauen angewandt. 12. Es fehlte manchem nichts als Kohl, wenn er nur Speck dazu hätte. 13. Es hat gefehlt, wo man vor Religiösen die Religion nicht mehr sieht. – Klosterspiegel, 42, 8. 14. Es ist gefehlt, wenn man dem Heiligen Geiste mit Knitteln nachhelfen muss, wie die Mönche (Pfaffen) zu Ephesus1. – Klosterspiegel, 60, 15. 1) Auf dem Concil im Jahre 449. 15. Es kann nicht fehlen, dass der weiss wird, der in die Mühle geht. 16. Es will niemand gefehlt haben. 17. Fehlen ist menschlich. – Mayer, II, 63. Holl.: Fouten zijn menschelijk. (Harrebomée, I, 195.) 18. Fehlen ist menschlich, bereuen göttlich, aber fortsündigen teuflisch. Lat.: Humanum est peccare, sed perseverare diabolicum. (Philippi, I, 183.) 19. Fehlen ist Menschlich, verthädigen ist Teufflisch. – Henisch, 1040; Petri, II, 310; Latendorf II, 14. 20. Fehlet einer im nutzen, so trifft er zu schaden. – Lehmann, 756, 20. 21. Nicht fehlen ist Englisch, sein fehl nicht wöllen erkennen ist Teufflisch. – Henisch, 1040. 22. Was man heut hat gefehlet, das treff man morgen. – Lehmann, 756, 19. 23. Wer fehlt, lernt! 24. Wer fehlt, wird gequält. Muss büssen; jeder ist für seine Fehler verantwortlich. Frz.: Les fautes sont personnelles. 25. Wer nicht gefehlt, hat nicht gelebt. 26. Wer noch nicht gefehlt, war noch nicht auf der Jagd. 27. Wer selten fehlt, dem wird leicht verziehen. Lat.: Impune peccat, cum quis peccat rarior. (Philippi, I, 190.) 28. Wir fehlen alle mannichfalt, sprach die Aebtissin, als ihr der Bauch anschwoll. – Klosterspiegel, 27, 17; Simrock, 2335; Eiselein, 163. Lat.: Quando tumet venter, produntur facta latenter. (Binder II, 2735; Eiselein, 57.) 29. Wir fehlen alle mannichfaltig. – Jac. 3, 2; Schulze, 287. Holl.: Fouten zijn menschelijk. (Harrebomée, I, 195.) Lat.: Suus cuique attributus est error. (Catull.) (Philippi, II, 208.) 30. Da fehlt nicht das Tüpfli aufs i. (Nürtingen.) 31. Der fehlt's nicht am Ellenbogen, sondern da (auf den Kopf zeigend). (Rottenburg.) 32. Doas fehlt ok nôch! (Schles.) Wenn einem etwas Ungebührliches zugemuthet wird, z.B. dem Beleidigten, seinem Beleidiger Abbitte zu thun. 33. Er fehlte der Thür. Um das Mislingen irgendeiner Bestrebung zu bezeichnen. 34. Es fehlt ihm am Besten. – Frischbier, 173. Was man nämlich fürs Beste hält – an Geld. Man sagt dafür auch: Es fehlt ihm an Eisen, an Kies. (Frischbier, 174.) 35. Es fehlt ihm an einem andern Ort. – Eiselein, 163. Nämlich im Kopfe. 36. Es fehlt ihm, wie dem Hunde die Flöhe. 37. Es fehlt ihm, wo es dem Goliath fehlte. – Parömiakon, 821. Nämlich am Kopf, weil Goliath überall wohl bepanzert war, die Stirn ausgenommen. 38. Es fehlt ihm, wo man die Ochsen hinschlägt. – Mayer, II, 66 u. 187. 39. Es fehlt ihm zwei Finger hoch über der Nase. – Simrock, 7427. An Verstande. 40. Es fehlt noch ein Knopf, ehe der Rock fertig ist (oder: schliesst). Lat.: Curtae semper abest nescio quid rei. (Horaz.) (Binder II, 679.) 41. Es fehlt noch weit (oder: Weit gefehlt!). Frz.: Vous en êtes à cent lieues. – Vous n'en approchez pas de cent lieues. (Lendroy, 910.) Lat.: Aberras a janua. (Sutor, 165.) – Tota vita errat. (Sutor, 232.) 42. Es fehlte eher einem an Holz, der ins Schiff fällt. (Altgr.) Sprichwörtliche Uebertreibung, um einen solchen Vorrath einer Sache zu bezeichnen, dass man überall, wohin man sich wendet, davon findet. Da das Schiff selbst von Holz ist, so muss auch der, welcher hineinfällt, auf Holz fallen. 43. Es kann nicht fehlen, sie müssen stehlen. Von denen, die einen ihre Einnahme weit übersteigenden Aufwand machen. 44. 'S fahlt em nischte ass anne rutzige Nose. – Robinson, 658; Gomolcke, 944. [Zusätze und Ergänzungen] 45. Weit gefehlet, sagte jener, wollte seine Braut küssen und kam vor den Hintern. – Schaltjahr, III, 157. 46. Dem muss was fehlen, der ist nicht gesund. So sagte man zur Zeit der Weinlese 1858 in Mainz, wenn sich jemand nüchtern auf der Strasse zeigte. (Schlesische Zeitung, 1874, Nr. 459.) 47. Der fehlt's in- und auswendig. (Niederlausitz.) Der fehlt's bald hinten bald vorne. In Bezug auf eine kränkliche Person oder eine schlecht eingerichtete Wirthschaft. 48. Dir fehlt's im Oberstöble. (Ulm.) 49. Es fehlt ihm ober den Augen. – Schöpf, 22. D.i. am Verstande. 50. Es fehlt um keinen Bauern. – Schöpf, 640. D.h. nicht gar zu viel. 51. Es ist weit gefehlt.
5607 Zeichen · 208 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    1. Fêhlen

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    1. Fêhlen , S. Adelung Befehlen .

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    fehlen

    Goethe-Wörterbuch

    fehlen etwa die Hälfte der 2100 Belege in Punkt 7 e; öfter ‘das F-de’, bes in 7 b 1 (jdn, sein Ziel) verfehlen, danebens…

  3. modern
    Dialekt
    fëhlen

    Elsässisches Wb. · +5 Parallelbelege

    fë h le n [fálə allg.; fǽlə Str. W. ] 1. mangeln, fehlen: Er wo ll t e schun, aw e r s fë h lt ih m am Gëld K. Z. s ka n…

  4. Sprichwörter
    Fehlen

    Wander (Sprichwörter)

    Fehlen 1. Dat's fehlt, säd' Johann Niklas sîn Kater, dôr härr he mênt, dat he up de Katt sêt, un he sêt up'n Törfsod 1 .…

  5. Spezial
    Fehlenn

    Dt.-Russ. phil. Termini · +8 Parallelbelege

    Fehlen , n отсутствие , ср → FiloSlov Nichtvorhandensein, n

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit fehlen

22 Bildungen · 4 Erstglied · 14 Zweitglied · 4 Ableitungen

Zerlegung von fehlen 2 Komponenten

feh+len

fehlen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

fehlen‑ als Erstglied (4 von 4)

Fehlendes Glied

Meyers

Fehlendes Glied (engl. missing link ), das vermißte Verbindungsglied zw ischen Affe und Mensch, als das man bald einen Anthropoiden, bald de…

fehlen als Zweitglied (14 von 14)

abbefehlen

DWB

abbe·fehlen

abbefehlen , franz. contremander, den befehl zurücknehmen: die angesagte jagd ist abbefohlen worden.

anbefehlen

DWB

anbefehlen , imperare, mandare, commendare, gleichviel mit befehlen, nnl. aanbevelen: der könig hat uns anbefehlen lassen. vorr. zur lat. gr…

anempfehlen

DWB

anempfehlen , commendare, anbefehlen.

befehlen

DWB

befehlen , ahd. pifëlahan pifalah pifolahan, mandare, commendare, committere ( Graff 3, 501 ), mhd. bevëlhen, bevalch, bevolhen. das einfach…

empfehlen

DWB

empfehlen , commendare, demandare, praet. empfahl, wofür einige, z. b. Möser oder Nicolai ( Sebaldus 2 , 114) fehlerhaft empfohl schreiben, …

entpfehlen

DWB

entpfehlen , was empfehlen, z. b. bei Dasypodius 128 a .

Mißempfehlen

Campe

miss·empfehlen

◎ Mißempfehlen , v. trs . unregelm. ( s. Campe Empfehlen ), Mittelw. d. verg. Z. mißempfohlen , übel, schlecht empfehlen, eine schlechte Emp…

miszfehlen

DWB

miszfehlen , verb. verfehlen, fehlend verfahren: darumb nicht ein wunder ist, ob etwan meerwunder gefunden würden, die den menschen gleich s…

verfehlen

DWB

ver·fehlen

verfehlen , verb. das erstrebte nicht erreichen, mhd. verwælen, verveilen. zusammensetzung mit fehlen s. theil 3, 1422, aber stets transitiv…

voranbefehlen

DWB

voran·befehlen

-befehlen : alles fleiszes voranbefohlener maszen zu inquirieren verh. schles. fürsten u. stände 8, 278, s. oben unter 4. —

Zurückbefehlen

Campe

zurueck·befehlen

○ Zurückbefehlen , v. intrs . u. trs . unregelm. ( s. Campe Befehlen ). 1) Einen Befehl an den Ort, von wo eine Anfrage  gekommen ist, zurü…

Ableitungen von fehlen (4 von 4)

befehlen

DWB

befehlen , ahd. pifëlahan pifalah pifolahan, mandare, commendare, committere ( Graff 3, 501 ), mhd. bevëlhen, bevalch, bevolhen. das einfach…

empfehlen

DWB

empfehlen , commendare, demandare, praet. empfahl, wofür einige, z. b. Möser oder Nicolai ( Sebaldus 2 , 114) fehlerhaft empfohl schreiben, …

verfehlen

DWB

verfehlen , verb. das erstrebte nicht erreichen, mhd. verwælen, verveilen. zusammensetzung mit fehlen s. theil 3, 1422, aber stets transitiv…