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deuten

nhd. bis spez. · 13 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
16 in 13 Wb.
Sprachstufen
5 von 16
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36
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

deuten

deuten

deuten Vb. ‘zu erklären versuchen, auslegen, (mit dem Finger) auf etw. zeigen, hinweisen’. Ahd. thiuten (um 1000), mhd. diuten ‘verständlich machen, erklären, zeigen, übersetzen, bedeuten’, mnd. dǖden, mnl. dūden, dieden, nl. duiden, aengl. geþīedan ‘übersetzen’, anord. þȳða ‘deuten, erklären’, schwed. tyda, dän. tyde sind wie deutsch (s. d.) Denominativa zu germ. *þeuðō ‘Volk’, ie. *teutā ‘(Menge) Volk, Land’, das seinerseits t-Ableitung zur Wurzel ie. *tē̌u-, *teu̯ə- ‘schwellen’ (s. Daumen) ist. Die Bedeutung des Verbs kann danach etwa ‘vor dem versammelten Volk erklären, für das Volk verständlich machen’ lauten. Daraus entwickelt sich früh ‘(Vorgänge, Erscheinungen und Äußerungen) erklären, auslegen’ und ‘(aus einer fremden Sprache in die eigene) übersetzen’, auch ‘einen bestimmten Sinn haben, bedeuten’; in mhd. Zeit kommt ‘auf etw. zeigen, hinweisen’ dazu. – Deutung f. ‘Auslegung, Erklärung, Bedeutung’, mhd. diutunge, mnd. dǖdinge, nl. duiding. deutlich Adj. ‘klar erkennbar, verständlich, eindeutig’, spätmhd. diutlich, mnd. dǖdel(i)k, nl. duidelijk; vereinzelt mhd. frühnhd. diutelich, deutelich (mit Fugen-e), im 16./17. Jh. in adverbialer Verwendung gelegentlich diutelichen, deutelichen. deuteln Vb. ‘kleinlich, spitzfindig auslegen, (herum)deuten’ (1. Hälfte 16. Jh.), Iterativbildung zu deuten. zweideutig Adj. ‘zwei Deutungen zulassend, anzüglich’, seit der Mitte des 17. Jhs. als Verdeutschung von spätlat. aequivocus ‘doppelsinnig, mehrdeutig’ bezeugt, bald danach auch im Sinne von ‘unverständlich, rätselhaft, unklar’. Im 18. Jh. entwickelt zweideutig die Bedeutung ‘anzüglich, schlüpfrig’, die mehr und mehr an Gebrauchshäufigkeit zunimmt. bedeuten Vb. ‘einen bestimmten Sinn haben, von bestimmtem Wert, von Wichtigkeit sein’, ahd. bithiuten ‘meinen, bedeuten’ (11. Jh.), mhd. bediuten ‘andeuten, verständlich machen, mitteilen, urteilen’, auch reflexiv sich bediuten ‘bedeuten, zu verstehen sein’; dazu bedeutend Part.adj. ‘beachtlich, bemerkenswert, wertvoll, bedeutungsvoll’ (18. Jh.), ursprünglich ‘auf etw. hindeutend, etw. ausdrückend’; bedeutsam Adj. ‘wichtig, vielsagend, bedeutungsvoll’ (Ende 18. Jh.); Bedeutung f. ‘Sinn, Wort-, Begriffsinhalt, Wichtigkeit’, mhd. bediutunge ‘Auslegung’.
2228 Zeichen · 68 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Deuten

    Adelung (1793–1801) · +7 Parallelbelege

    Deuten , verb. reg. welches in doppelter Gattung üblich ist. I. Als ein Activum. 1. Eigentlich, zeigen, weisen. Mit den …

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    deuten

    Goethe-Wörterbuch

    deuten gut die Hälfte der Belege in A 2, je ein knappes Viertel in A 1 u B A zeigen, (hin)weisen 1 konkr, überwiegend al…

  3. modern
    Dialekt
    deuten

    Bayerisches Wörterbuch · +4 Parallelbelege

    deuten Band 3, Spalte 3,1634f.

  4. Sprichwörter
    Deuten

    Wander (Sprichwörter)

    Deuten Was deut das, dass Euclio milt ist. – Franck, II, 22 a .

  5. Spezial
    deuten

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    deu|ten I vb.tr. (auslegen) interpreté (-tëia) II vb.intr. 1 (zeigen) mostré (-ra), dé sëgn, dé de mote 2 ‹fig› (hindeut…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit deuten

15 Bildungen · 1 Erstglied · 10 Zweitglied · 4 Ableitungen

Zerlegung von deuten 2 Komponenten

deu+ten

deuten setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

deuten‑ als Erstglied (1 von 1)

deuten als Zweitglied (10 von 10)

andeuten

DWB

ande·uten

andeuten , indicare, significare, leviter tangere, nnl. aan duiden, mlat. indigitare, mit dem finger auf etwas weisen, fingerzeigen, durch g…

ausdeuten

DWB

aus·deuten

ausdeuten , interpretari, auslegen, nnl. uitduiden: der jetzo Antenorn neidet, verfolget, übel von ihm redet, seine wort und werk übel ausde…

bedeuten

DWB

bede·uten

bedeuten , significare, mhd. bediuten ( Ben. 1, 328 a ), nnl. bediuden, schw. betyda, dän. betyde, ein wort der häufigsten anwendung, von de…

hindeuten

DWB

hinde·uten

hindeuten , verb. auf einen entfernteren ort deuten, in sinnlicher schärfe sowol als in mehr übertragenem sinne: er deutete mit der rechten …

Maldeuten

Wander

malde·uten

Maldeuten Er ist aus Maldeuten; leck mir im A. von all beid' Seiten. – Frischbier 2 , 2524.

Mḯßdeuten

Adelung

miss·deuten

Mḯßdeuten , verb. reg. act. dem wahren Verstande, oder der Absicht des Redenden oder Handelnden zuwider deuten, falsch deuten. Mittelw. gemi…

vorbedeuten

DWB

vorbede·uten

vorbedeuten , verb. , s. fürbedeuten th. 4, 1, 1, sp. 661; Maaler 474 d hat zwar vorbedeutung aufgenommen, aber nicht das verbum. bei Adelun…

Ableitungen von deuten (4 von 4)

bedeuten

DWB

bedeuten , significare, mhd. bediuten ( Ben. 1, 328 a ), nnl. bediuden, schw. betyda, dän. betyde, ein wort der häufigsten anwendung, von de…

erdeuten

DWB

erdeuten , interpretari, ausdeuten.

Mḯßdeuten

Adelung

Mḯßdeuten , verb. reg. act. dem wahren Verstande, oder der Absicht des Redenden oder Handelnden zuwider deuten, falsch deuten. Mittelw. gemi…

verdeuten

DWB

verdeuten , verb. 1 1) verstärktes deuten, deutlich machen: sie bat nach erhaltener erlaubnisz dem geliebten dies anzuzeigen und ihm zu verd…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „deuten". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 10. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/deuten/pfeifer_etym
MLA
Cotta, Marcel. „deuten". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/deuten/pfeifer_etym. Abgerufen 10. May 2026.
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Cotta, Marcel. „deuten". lautwandel.de. Zugegriffen 10. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/deuten/pfeifer_etym.
BibTeX
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