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Deuten

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Adelung
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Deuten

Bd. 1, Sp. 1470
Deuten, verb. reg. welches in doppelter Gattung üblich ist. I. Als ein Activum. 1. Eigentlich, zeigen, weisen. Mit den Fingern auf jemanden deuten, auf ihn zeigen. Daß man mit Fingern auf sie deut, Hans Sachs. In dieser im Hochdeutschen seltenen Bedeutung ist es noch im Oberdeutschen gang und gebe. 2. In weiterer Bedeutung, ein Zeichen geben. Mit den Augen deuten, d. i. winken. Mit der Hand zu schweigen deuten. Winket mit Augen, deutet mit Füßen, zeiget mit Fingern, Sprichw. 6, 13. Wer mit den Augen winket, denket nichts Gutes, und wer mit den Lippen deutet, vollbringet Böses, Kap. 16, 30. Auch diese Bedeutung ist nur noch im Oberdeutschen üblich. 3. Figürlich. 1) Anzeigen, zu erkennen geben. Das sagte er aber, zu deuten, welches Todes er sterben würde, Joh. 12, 33. Damit der heilige Geist deutet, daß u. s. f. Ebr. 9, 8. Und er stand auf, und deutete durch den Geist eine große Theutung, Apostelg. 11, 28. Dieser Gebrauch gehöret im Hochdeutschen gleichfalls unter die veralteten. 2) Auslegen, erklären. Einen Traum deuten. Etwas übel, zum Besten deuten. Alles zum Ärgsten deuten. Man hat ihm das für einen Hochmuth, oder als einen Hochmuth gedeutet. Eine Sache auf etwas deuten, sie davon erklären, als eine Vorbedeutung von derselben ansehen. Der viel Sprachen deuten[] kann, Opitz. Daher die Deutung, die Auslegung, die Erklärung. II. Als ein Neutrum, mit dem Hülfsworte haben. 1. * Gerichtet seyn; im Oberdeutschen. Der Schweif des Kometen deutet gegen Osten, oder nach Osten. 2. Figürlich, ein Zeichen, ein Vorbild von einer Sache seyn; gleichfalls nur im Oberdeutschen. Im alten Testamente deutete vieles auf Christum. Was rund ist, deutet auf die Vollkommenheit, Gryph. S. Bedeuten. Anm. In der letzten Bedeutung kommt diudan für bedeuten schon in dem alten Gedichte auf den heil. Anno vor. Für auslegen aber gebraucht bereits Notker diuten. Weil die Oberdeutsche Bedeutung des Zeigens, Weisens, fast allen unsern und fremden Wortforschern unbekannt gewesen ist, so haben sie auch in Ableitung dieses Wortes fast insgesammt den rechten Weg verfehlet. Die Bedeutung, eines körperlichen Zeigens, dergleichen das Zeigen mit dem Finger ist, ist vermuthlich die erste und älteste Bedeutung dieses Wortes, welche auch das Ital. additare, und das veraltete Französ. addicter, haben, wenn man diese nicht lieber von digitus, ein Finger, herleiten will. Alsdann könnte man es füglich von stoßen, Nieders. stöten, herleiten, welches nicht zu allen Zeiten mit dem Zischlaute ausgesprochen werden, da doch das Zeigen mit dem Finger eine Art des Stoßes ist. Allein es ist glaublicher, daß deuten das Intensivum von einem veralteten Verbo tihen ist, von welchem unser zeihen, zeigen, zeichen abstammen, welches noch in dem Isländischen tia, bedeuten, vorhanden ist, und schon bey dem Ulphilas gateihan, in eben dieser Bedeutung lautet. S. Zeihen, Zeigen und Zeichen. Das Angels. Getheode und das Fränkische Gethiuti wurden auch von der Sprache gebraucht, weil doch diese ein Zeichen der Gedanken ist. Das Veraltete Deut, Thiot, Volk, S. Deutsch, scheinet mit diesem Worte eben so wenig Verwandtschaft zu haben, als das Nieders. düten oder tüten, auf einem Horne blasen, welches letztere eine bloße Nachahmung des Schalles ist. Übrigens gehet das Zeitwort deuten im Oberdeutschen irregulär; Imperf. ich ditte, Mittelwort geditten, für gedeutet. Im Schwed. und Isländ. bedeutet tyda und thyda so wohl bedeuten, als auslegen.
3461 Zeichen · 76 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Deuten

    Adelung (1793–1801) · +7 Parallelbelege

    Deuten , verb. reg. welches in doppelter Gattung üblich ist. I. Als ein Activum. 1. Eigentlich, zeigen, weisen. Mit den …

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    deuten

    Goethe-Wörterbuch

    deuten gut die Hälfte der Belege in A 2, je ein knappes Viertel in A 1 u B A zeigen, (hin)weisen 1 konkr, überwiegend al…

  3. modern
    Dialekt
    deuten

    Bayerisches Wörterbuch · +4 Parallelbelege

    deuten Band 3, Spalte 3,1634f.

  4. Sprichwörter
    Deuten

    Wander (Sprichwörter)

    Deuten Was deut das, dass Euclio milt ist. – Franck, II, 22 a .

  5. Spezial
    deuten

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    deu|ten I vb.tr. (auslegen) interpreté (-tëia) II vb.intr. 1 (zeigen) mostré (-ra), dé sëgn, dé de mote 2 ‹fig› (hindeut…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit deuten

15 Bildungen · 1 Erstglied · 10 Zweitglied · 4 Ableitungen

Zerlegung von deuten 2 Komponenten

deu+ten

deuten setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

deuten‑ als Erstglied (1 von 1)

deuten als Zweitglied (10 von 10)

andeuten

DWB

ande·uten

andeuten , indicare, significare, leviter tangere, nnl. aan duiden, mlat. indigitare, mit dem finger auf etwas weisen, fingerzeigen, durch g…

ausdeuten

DWB

aus·deuten

ausdeuten , interpretari, auslegen, nnl. uitduiden: der jetzo Antenorn neidet, verfolget, übel von ihm redet, seine wort und werk übel ausde…

bedeuten

DWB

bede·uten

bedeuten , significare, mhd. bediuten ( Ben. 1, 328 a ), nnl. bediuden, schw. betyda, dän. betyde, ein wort der häufigsten anwendung, von de…

hindeuten

DWB

hinde·uten

hindeuten , verb. auf einen entfernteren ort deuten, in sinnlicher schärfe sowol als in mehr übertragenem sinne: er deutete mit der rechten …

Maldeuten

Wander

malde·uten

Maldeuten Er ist aus Maldeuten; leck mir im A. von all beid' Seiten. – Frischbier 2 , 2524.

Mḯßdeuten

Adelung

miss·deuten

Mḯßdeuten , verb. reg. act. dem wahren Verstande, oder der Absicht des Redenden oder Handelnden zuwider deuten, falsch deuten. Mittelw. gemi…

vorbedeuten

DWB

vorbede·uten

vorbedeuten , verb. , s. fürbedeuten th. 4, 1, 1, sp. 661; Maaler 474 d hat zwar vorbedeutung aufgenommen, aber nicht das verbum. bei Adelun…

Ableitungen von deuten (4 von 4)

bedeuten

DWB

bedeuten , significare, mhd. bediuten ( Ben. 1, 328 a ), nnl. bediuden, schw. betyda, dän. betyde, ein wort der häufigsten anwendung, von de…

erdeuten

DWB

erdeuten , interpretari, ausdeuten.

Mḯßdeuten

Adelung

Mḯßdeuten , verb. reg. act. dem wahren Verstande, oder der Absicht des Redenden oder Handelnden zuwider deuten, falsch deuten. Mittelw. gemi…

verdeuten

DWB

verdeuten , verb. 1 1) verstärktes deuten, deutlich machen: sie bat nach erhaltener erlaubnisz dem geliebten dies anzuzeigen und ihm zu verd…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „deuten". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 10. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/deuten/adelung?formid=D00538
MLA
Cotta, Marcel. „deuten". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/deuten/adelung?formid=D00538. Abgerufen 10. May 2026.
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Cotta, Marcel. „deuten". lautwandel.de. Zugegriffen 10. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/deuten/adelung?formid=D00538.
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