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dannen

ahd. bis spez. · 21 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
28 in 21 Wb.
Sprachstufen
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

dannen

dannen

dann Adv. und denn Adv. und Konj. sind ursprünglich umlautlose und umgelautete Form eines Wortes und daher in älterer Zeit bedeutungsgleich. Ahd. thanne, thenni (8. Jh.), mhd. dan(ne), den(ne), frühnhd. dann, denn Adv. und Konj. Nebenformen mit Umlaut finden sich auch sonst im Westgerm., vgl. mnd. dan, dann(e), den(ne), afries. than(na), thenne, aengl. þanne, þonne, þænne, engl. than, then, hingegen nur asächs. thanna, than(ne), mnl. dan(ne), nl. dan wie anord. þā (aus *þan), schwed. , got. þan. In allen Fällen handelt es sich um Bildungen mit n-Formans zum Pronominalstamm ie. *te-, *to- (s. der), die im Westgerm. außerdem eine nasale Erweiterung zeigen. Im Dt. erfolgt im 18. Jh. die heute geltende semantische Differenzierung von dann und denn. Von den zunächst beiden Varianten gemeinsamen Verwendungen bewahrt dann den adverbiellen Gebrauch (dafür nur in nordd. und md. Umgangssprache noch denn); es kennzeichnet eine Aufeinanderfolge (‘danach, ferner’) oder einen in naher Zukunft liegenden Zeitpunkt (‘nachher’) und weist auf die (meist in einem Konditionalsatz genannten) Voraussetzungen für ein Geschehen hin (‘in diesem Falle’). Der Gebrauch als Konjunktion, durch den in älterer Zeit neben- und unterordnend verschiedenartige, namentlich temporale und kausale Zusammenhänge hergestellt werden, verengt sich und geht ganz auf denn über; dieses leitet nun vor allem begründende Hauptsätze ein, steht gelegentlich in Vergleichen beim Komparativ (im Sinne von ‘als’) und knüpft (nur in altertümelnder Redeweise noch allein, sonst in der Fügung es sei denn, daß …) eine die Gültigkeit des Hauptsatzes einschränkende Ausnahme an. Als Adverb wird denn jetzt lediglich zur Intensivierung einer Frage oder Aussage verwendet. Eine ähnliche Entwicklung wie die von dann, denn (und vergleichbarem wann, wenn, s. d.) vollzieht sich im Engl.; dort trennen sich than Konj. ‘als’ und then Adv. ‘dann’ ebenfalls im 18. Jh. voneinander. – dannen Adv., heute nur noch altertümlich-feierlich in der verdeutlichenden präpositionalen Verbindung von dannen ‘weg, fort’ (schon ahd. fona thanā̌n, 9. Jh.); ohne Präposition bis ins 17. Jh. gebräuchlich. Neben ahd. thana (8. Jh., gleichen Ursprungs wie ahd. thanne, also vom Pronominalstamm germ. *þa-, s. oben), mhd. dane, dan stehen häufiger die erweiterten Formen ahd. thanā̌n, thannān (8. Jh.), than(a)na, thannana (9. Jh.), mhd. danne(n); ebenso asächs. thanan(a), mnd. dānen, danne(n), mnl. danen, danne(n), afries. thana, aengl. þanon(e) und anord. þanan (anders gebildet got. þaþrō). Das Adverb hat im Dt. zunächst die lokale Bedeutung ‘von einem Ort weg, von dorther’, wird aber bereits im Ahd. auch auf andere, besonders temporale und kausale Beziehungen übertragen (‘von da an, dadurch, deshalb’). – dennoch Adv., seit dem 18. Jh. ausschließlich einschränkendes Konjuktionaladverb ‘trotzdem’, zuerst jedoch temporales Adverb, zusammengesetzt aus den unter dann, denn (s. oben, daher bis ins 18. Jh. auch dannoch) und 1noch (s. d.) behandelten Adverbien; anfangs Getrenntschreibung ahd. thanne noh, thenni noh ‘zu der Zeit noch’ (9. Jh.), bei Notker bereits ‘selbst unter der Voraussetzung noch’; früh auch als Zusammenrückung ahd. thenninoh (10./11. Jh.), thannoh (11. Jh.) ‘zu der Zeit noch’, mhd. dannoch, dennoch ‘damals noch, jetzt noch, außerdem’ sowie vom 12. Jh. an im heutigen Sinne; diesen zeigt auch mnd. dan(ne)noch, den(ne)noch.
3395 Zeichen · 98 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    dannen

    Althochdeutsches Wörterbuch

    dannen Gl 3,388,61 s. tennîn.

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    dannenadv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +5 Parallelbelege

    dannen , danne , dane , dan adv. BMZ räuml. adv. allgem. 1. demonstr. von da weg, von dannen (wider unde dan zurück u. v…

  3. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    dannenAdv.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    dannen , Adv. nhd. dannen, von dannen, von daher, von dort Hw.: s. dennen (2), danne, dan (2); vgl. mhd. dannen (1), mnl…

  4. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Dannen

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Dannen , adv. demonstrat. und damonstrat. relat. welches einen Ort bezeichnet, und besonders in der höhern Schreibart ge…

  5. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    dannen

    Goethe-Wörterbuch

    dannen nur ‘von d.’; in literar geformten Texten a von dort (her, aus) geh’ ich als Pilger für euch zum heiligen Grabe, …

  6. modern
    Dialekt
    dannen

    Bayerisches Wörterbuch · +9 Parallelbelege

    dannen Band 3, Spalte 3,1154f.

  7. Spezial
    dannen

    Russ.-Dt. Übers. (de-ru)

    dannen von ~ gehen fest. - удалиться, убраться восвояси

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit dannen

157 Bildungen · 150 Erstglied · 6 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von dannen 2 Komponenten

dan+nen

dannen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

dannen‑ als Erstglied (30 von 150)

dannen abe

MWB

dannen abe Pron.-Adv. → dannen Adv. und abe Präp. MWB 1 1183,43;

dannen hin

MWB

dannen hin Adv. → dannen und hin MWB 1 1197,11;

dannen von

MWB

dannen von Pron.-Adv. → dannen Adv. und von Präp. MWB 1 1197,46;

dannen vür

MWB

dannen vür Pron.-Adv. → dannen Adv. und vür Präp. MWB 1 1197,48;

dannen ûf

MWB

dannen ûf Pron.-Adv. → dannen Adv. und ûf Präp. MWB 1 1197,28;

dannenab

DWB2

danne·nab

dannenab adv. : u1120 wiener exodus 89,33 H. 1433 qu. rechtsgesch. rhein. städte, berg. 1,81.

dannenabe

KöblerMhd

danne·nabe

dannenabe , Adv. nhd. „von dort herab“ (?) Q.: Lilie (dan ave) (FB dannenabe), Exod (um 1120/1130) E.: s. dannen, abe (2) W.: nhd. (ält.) da…

Dannenappel

WWB

dannen·appel

Dannen-appel m. [verbr.] Tannenzapfen, Frucht der Fichte, Rottanne. Āmelüdekinner söket woll de drügen Dannenappeln füör’t Füerböten ( Stf A…

dannenaus

DWB2

danne·naus

dannenaus adv. : E8.jh. Isidor 29,5 H. M14.jh. Tauler 159 DTM.

Dannenbark

WWB

dannen·bark

Dannen-bark [verstr. OWestf] Dannenborken ( Höx Ha ) Rinde des Nadelbaums. ¶ Vgl. → Bark .

Dannenberg

Meyers

dannen·berg

Dannenberg , Hermann , Numismatiker, geb. 4. Juli 1824 in Berlin, wo er als Landgerichtsrat a. D. lebt, bearbeitete die Münzen des deutschen…

Dannenboªr

WWB

Dannen-boªr n. Dännenbohr Gerät zum Pflanzen von Tannensetzlingen ( Ahs Sl).

dannenbôm

MNWB

dann·enbom

dannenbôm , m. , Tannenbaum (volkstümlich überhaupt Nadelholz ohne genaue botanische Unterscheidung).

Dannenbōrd

WWB

dannen·bord

Dannen-bōrd n. [verstr. Mark] Brett aus Tannenholz (zolldick und 28 cm breit). — Ra.: Dat es ne guede Bāte (Hilfe) tau Dannenbords Länge er/…

Dannenborrn

MeckWB

Dannenborrn m. Boden von Tannenholz; nach einer auf Wi Poel umgehenden Sage blüüst der Teufel des Nachts up 'n Dannenborrn Bartsch 1, 410.

Dannenbrāke

WWB

dannen·brake

Dannen-brāke f. [verstr. OWestf] Dannenbraken ( Hal Bh ) Zweig der Tanne bzw. Fichte.

dannenbrechen

KöblerMhd

dannen·brechen

dannenbrechen , st. V. nhd. abbrechen, abreißen Q.: Urk (1277) E.: s. dannen, brechen W.: nhd. DW2- L.: WMU (dannenbrechen 311 [1277] 2 Bel.…

dannenbürtig

DWB2

dannen·buertig

dannenbürtig adj. : v1022 Notker 3,2,547 ATB. 2 zu dannen B weg, fort. a zuss. mit verbalabstrakten und entsprechende zusammenbildungen auf …

dannen als Zweitglied (6 von 6)

hindannen

DWB

hind·annen

hindannen , adv. , wie hindann, hin und fort, fort von hinnen: laszt die kuh zu einem ( farren ) allein, den andern weit hindannen nempt. B.…

Ableitungen von dannen (1 von 1)

verdannen

RhWB

ver-dannen schw.: das Bett, Getreide, Gras v., verwühlen, zertrampeln.