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bauer

nhd. bis spez. · 15 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Bauer

Bd. 1, Sp. 753
Der Bauer, ein von den beyden vorigen Verbis gemachtes Hauptwort, welches überhaupt einen Menschen bedeutet, der da bauet, aber nach den verschiedenen besondern Bedeutungen dieses Zeitwortes, auch auf verschiedene Art bestimmt und decliniret wird. 1. Von bauen, wohnen, bedeutete dieses Wort ehedem so viel als einen Einwohner, und wurde auch von den Bürgern, d. i. Einwohnern der Städte, gebraucht. Diese Bedeutung, von welcher man die Glossaria nachsehen kann, ist im Hochdeutschen veraltet; indessen kommt sie noch in einigen Niedersächsischen Zusammensetzungen vor. S. Bauermeister. Das Schwed. Byr bedeutet noch jetzt einen jeden Einwohner, so wie das Gothische Baurja, das Angelsächsische Bure, das Alemannische und Fränkische Puarre, Buara und Giburo, gleiche Bedeutung hatten. 2. Von bauen, aedificare, der Bauer, des -s, plur. ut nom. sing. der etwas bauet; doch nur in einigen Zusammensetzungen, dergleichen Schiffbauer, Orgelbauer, Erbauer, und vielleicht noch einige andere sind. 3. Von bauen, colere, der Bauer, des -s, im Oberdeutschen -n, plur. die -n, Fämin. die Bäuerinn, plur. die -en, der das Feld bauet. 1) Eigentlich, da es denn wieder auf verschiedene Art gebraucht wird. (a) In der weitesten Bedeutung wird es von allen gebraucht, die auf dem Lande leben, im Gegensatze der Bürger, in der weitesten Bedeutung. So pflegt man in Schwaben die Edelleute, welche auf dem Lande leben, sammetne Bauern zu nennen. Dahin auch der obgleich falsche Satz gehöret: Bürger und Bauer scheidet nichts als die Mauer, indem der Unterschied in den Rechten und Nahrungen groß genug ist. (b) In etwas engerer Bedeutung, Landleute, die noch nicht bürgerlichen Standes sind, so daß nicht nur die eigentlichen Bauern, sondern auch die so genannten Brinksitzer, Häusler, Häuslinge, Tagelöhner u. s. f. die keinen eigenen Ackerbau haben, darunter begriffen werden. (c) In noch engerer Bedeutung werden unter diesem Ausdrucke nur diejenigen Landleute begriffen, welche eigenen Ackerbau haben, sich davon nähren, und dem Grundherren zu Zinsen, Gülten oder Frohndiensten verbunden sind, im Gegensatze der Brinksitzer, Häusler u. s. f. die entweder gar keinen oder doch nicht eigenen Ackerbau haben. Diese Bauern, welche an einigen Orten in Franken Hofbauern und in Österreich Hofstätter genannt werden, besitzen entweder so viel Land, daß sie ein Paar Pferde darauf halten können, oder sie haben dessen weniger. Im ersten Falle werden sie ganze Bauern, oder auch Bauern in der engsten Bedeutung, in Obersachsen Pferdner, Pferdebauern, Anspänner, Spanner, in Niedersachsen Meier, Spannmeier, Vollmeier, Bauleute, im Österreichischen Ganzlehner,[] Bauleute, und an andern Orten Hüfner, Halbhüfner u. s. f. genannt. Im zweyten Falle heißen sie nach Verschiedenheit der Gegenden Halbbauern, Kossäten, Köther, Halbmeier, Hintersassen, Halbspänner, Halblehner, Handfröhner u. s. f. S. auch Anspänner. 2) Figürlich. (a) Den Sitten nach, ein grober, ungesitteter Mensch. Er ist ein rechter Bauer. Ein grober Bauer. (b) Im Schachspiele, diejenigen Steine, welche in die erste Reihe gestellet werden, und die gemeinen Soldaten vorstellen. Ehedem wurden diese Steine Fänten genannt, von dem alten Worte Fänt, Italiänisch Fante, ein Fußknecht. Bey den Persern und Arabern heißen sie Beilack. Anm. Bey den alten Fränkischen und Alemannischen Schriftstellern kommt das einfache Puarre, Buara mehr von einem Einwohner, das zusammen gesetzte Gibura, Giburo aber von einem Ackerbauer vor. Auch im Hebräischen bedeutet כור agrestis, und #ור im Chaldäischen, auf dem Felde seyn. In der Abänderung des Wortes Bauer kommen die Mundarten nicht mit einander überein. Bey den ältesten Schriftstellern lautet es im Plural die Bauer. Die heutigen Oberdeutschen sprechen es Baur, gen. des -en, plur. die -en, welcher Plural denn auch im Hochdeutschen allgemein geworden ist, da sonst dieses Wort, nach der Analogie der Abgeleiteten auf -er, im Plural die Bauer lauten sollte. Von dieser Verschiedenheit rühret auch die Verschiedenheit in den Zusammensetzungen her, indem dieses Wort in denselben bald Bauer bald Bauern bald aber auch Bauers lautet. Das letzte beziehet sich auf den Singular, das mittelste auf den Plural, das erste aber kann beyde ausdrucken. So ist es z. B. gleichgültig, ob man sagt Bauergut oder Bauerngut.
4301 Zeichen · 62 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Bauer

    Adelung (1793–1801) · +13 Parallelbelege

    Der Bauer , ein von den beyden vorigen Verbis gemachtes Hauptwort, welches überhaupt einen Menschen bedeutet, der da bau…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Bauer

    Goethe-Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    1 Bauer St flekt gelegentl in Dat/AkkSg, vereinzelt in GenSg (vgl auch Kompos mit ‘Bauers-’); Gen/AkkSg, Nom/AkkPl selte…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Bauer

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +7 Parallelbelege

    Bauer , der den Landbau als sein eigentliches Geschäft betreibt, sodann der Eigenthümer von Grund und Boden; der Bauerns…

  4. modern
    Dialekt
    Bauer

    Bayerisches Wörterbuch · +7 Parallelbelege

    Bauer Band 1, Spalte 1,1376–1381

  5. Spezial
    Bauer

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Bau|er m. (-n/-s,-n) paur (-s) m. , ‹pop› bacan (-s) m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit bauer

1.221 Bildungen · 733 Erstglied · 484 Zweitglied · 4 Ableitungen

bauer‑ als Erstglied (30 von 733)

Bauer I

SHW

Bauer I Band 1, Spalte 619-620

Bauer II

SHW

Bauer II Band 1, Spalte 623-624

Bauersin

SHW

Bauer-sin Band 1, Spalte 627-628

Bauerärmel

Campe

bauer·aermel

Der Bauerärmel , des — s, d. Mz. w. d. Ez. bei den Schneidern, kurze Ärmel mit einem Besatz, der demselben zum Aufschlage dient, ihn bis übe…

Bauera humilis u. rubioides

Herder

Bauera humilis u. rubioides u. rubioides , zierliche, rosenroth blühende Sträucher aus Neuholland, von der gewöhnlichen Kultur der neuholl. …

baueranschee

PfWB

baueranschee , Teil eines Ausspruches beim Bohnenspiel »Schupfen«, s. PfWB sikee und PfWB schupfen [ KU-Kaulb ].

bauerart

DWB

bauer·art

bauerart , f. rusticitas, mores rusticorum, auch bauernart, bauersart.

bauerarzt:

DWBQVZ

bauer·arzt

bauer-arzt: der bauer-arzt, ein lustspiel in ungebundener rede mit einem nachspiel, die neueste verheyrahtung. Berlin u. Hamburg 1759. -- QV…

Bauerbach

Meyers

bauer·bach

Bauerbach , Dorf, südl. bei Meiningen, mit (1900) 360 Einw., bekannt durch den Aufenthalt Schillers, der nach seiner Flucht aus Stuttgart un…

Bauerbackofen

Campe

bauer·backofen

Der Bauerbackofen , des — s, Mz. die — öfen, ein Backofen auf dem Lande, ganz von Lehm, wie ihn die Bauern zu machen pflegen.

bauerband

DWB

bauer·band

bauerband , n. kurländischer flachs, der so versendet wird, wie ihn die bauern gebunden zur stadt tragen.

Bauerbank

RhWB

bauer·bank

Bauer-bank RhWBN f.: 1. ursprüngl. die genossenschaftliche Vereinigung der B. eines bestimmten Bezirkes zur Förderung ihrer Interessen u. zu…

bauerbengel

DWB

bauer·bengel

bauerbengel , m. homo agrestis: ein ungeschliffener bauerbengel. Weise kl. leute 377 .

Bauerbier

Adelung

bauer·bier

Das Bauerbier , des -es, plur. inus. in einigen Niedersächsischen Gegenden, dasjenige Bier, welches ein neuer Wirth den Bauern seines Dorfes…

Bauerbräutigam

GWB

bauer·braeutigam

Bauerbräutigam für einen der als Freier auftretenden ‘Schäfer’ in Schillers ‘Jungfrau vOrleans’ Mögen Sie wohl beyliegende Austheilung [ der…

Bauerbrautpaar

GWB

bauer·brautpaar

Bauerbrautpaar [ Auszug aus dem Gemäldekatalog von 1771 ] Ein Bauer-Brautpaar 1) kommen aus der Kirche Teniers GWB 47,383,13 DresdnGalerie 1…

Bauerbrot

Adelung

bauer·brot

Das Bauerbrot , des -es, plur. wenn es collective oder materialiter stehet, inusit. von einzelnen Broten aber die -e, Brot, welches die Baue…

Bauerbube

GWB

bauer·bube

Bauerbube hyperbol für einen grob gearbeiteten Abguß des Apoll von Belvedere Der Herzog von Gotha hat mir einen Abguss der wahren Büste des …

bauerbursche

DWB

bauer·bursche

bauerbursche , m. juvenis agrestis, rusticus: hab ich dir nicht einmal von einem bauerburschen geschrieben, gleich da ich herkam? Göthe 16, …

bauerburschenhaft

GWB

bauerbursche·n·haft

bauerburschenhaft als Charakterisierung eines Gedichts Martinsgans [ Titel ] .. B., lustig losgebunden GWB 40,347,6 Rez:Wunderhorn Isabel En…

Bauerchens

PfWB

Bauerchens n. : Kartenspiel mit mindestens vier Spielern, wobei zwei gegen die übrigen spielen, Baueʳsches [verbr.].

Bauercollé

Meyers

bauer·colle

Bauercollé , Kunstausdruck beim Billardspiel, wenn der Ball so an der Bande steht, daß zwischen beiden sich noch etwas Raum befindet.

Bauer (das)

Wander

bauer·das

Bauer (das) 1. Es lautet vbel, wenn das bawer schön ist, vnd der vogel darinn singt nicht wol. – Henisch, 209. 2. In ein gut bawer gehört ei…

bauer als Zweitglied (30 von 484)

Großbauer

RDWB1

Großbauer m зажиточный крестьянин

Ɉagdbauer

Campe

Der Ɉagdbauer , des — n, Mz. die — n , ein Bauer, welcher bei einem großen Jagen allerlei Dienste zur Frohn thun muß; ein Jagdfröhner , und …

Abbauer

DRW

abba·uer

Abbauer der sich im Dorfe auf einem von einem Hofe abgetrennten Stück niedergelassen Kück,Lüneb. 217

Adelbauer

Campe

adel·bauer

○ Der Adelbauer , des — s, Mz. die — n, ein Bauer, der eines Adeligen Unterthan ist, der Bauer in einem Adeldorfe; besser als das gewöhnlich…

Äschbauer

PfWB

aesch·bauer

Äsch-bauer m. : die Äschbaure 'Arbeiter, die die Mülleimer entleeren', scherzh. [ LU-Friesh ].

albbauer

DWB

alb·bauer

albbauer , m. ein gebirgsbewohner: ein grober albbawer. Frank sprichw. 2, 49 a .

Alpbauer

DRW

alp·bauer

Alpbauer Bauer mit eigener Wirtschaft 1808 GlarusLB. 94 SchweizId. IV 1516 Faksimile

anbauer

DWB

anbauer , m. colonus, der erste anbauer, ansiedler.

Aschbauer

RhWB

asch·bauer

Asch-bauer asbūr Mörs-Xanten , Köln m.: B., der herumfährt, um A. zusammenzuholen.

Ausbauer

Campe

aus·bauer

Der Ausbauer , des — s, d. Mz. w. d. Ez; die Ausbauerinn, Mz. die — en, eine Person, die etwas ausbauet.

Backhausbauer

RhWB

backhaus·bauer

Back-haus-bauer RhWBN m.: im Kinderspr. Din Babbe es e Backesbur, wenn e kemmt, da sihr e sur Siegld .

Ableitungen von bauer (4 von 4)

Bebauer

Campe

Der Bebauer , des — s, d. Mz. w. d. Ez. der etwas bebauet, mit Gebäuden besetzt, anbauet.

erbauer

DWB

erbauer , m. conditor: der erbauer des schlosses. Fichte im geschl. handelsst. 43 redet auch von einem erbauer der naturproducte.

gebauer

DWB

gebauer , m. gleich bauer, nhd. zwar nur noch in spuren, aber wichtig, und hier nötig als ergänzung zu dem artikel bauer I, 1176. 1 1) die n…

urbauer

DWB

urbauer , m. , bauer und ur- C 4: Görres ges. schr. 6, 265 ; der einödenbauer ist der u. W. H. Riehl naturgesch. d. volkes 1, 64 . urbauerna…