schanze,
f. 11)
befestigung aus aufgeworfener erde, welche durch körbe (schanzkörbe)
haltbarer gemacht ist, besonders als geschützdeckung: schantz (die) bolwerk,
agger, munimentum Maaler 347
b; ein schantz aufwerffin,
construere, jacere aggerem ebenda; eine schantze schleiffen,
munitionem disjicere Steinbach 2, 385; hernach wirt angezeigt, wie die schantzen zu dem geschütz und böllern zu bereiten. Fronsperger 1, 148
b; wirdt doch gemeinglich durch das wort schantz das ort und der grab verstanden, da man das geschütz hinführet. Kirchhof
mil. discipl. 170; auf dem graben richteten sie die schanzen. Schütz
beschr. der lande Preuszen (1599) 76; auf den antrieb des bürgermeisters, S. Aldegonde .. hatte man noch vor ankunft der Spanier die vestungswerke an beyden ufern der Schelde in besseren stand gesetzt und um die stadt herum viele neue schanzen errichtet. Schiller 9, 40; will mich ein feind verletzen, so hab ich meine faust, kan schantzen für mich setzen. Opitz 1, 47; hernach hort man auch spielen frei in unser schanz die arkelei, frisch auf! Opel-Cohn 165, 7; zu Straszburg auf der schanz, da ging mein trauren
an. d. knaben wunderh. 1, 180
Boxberger. in uneigentlichem sinne, scherzhaft: den läusen seid jhr feind fürwar, weil sie euch nisten in ewr har, und machen daselbst jhre schantzen. Fischart
lob d. mücken, vorr. 51 (2, 122
Kurz).
in bildlicher anwendung: ich will es noch erleben, dasz Klotz sich wieder gänzlich in seine lateinischen schanzen zurück zieht. Lessing 12, 189; zwar giebt es eine schanze, dahinter man sich gegen die wurfpfeile des lästerzünzigen gerüchtes zu bergen pflegt. Musäus
volksm. 2, 33
Hempel; o got in forcht und noht mein schirm, schutz, schanz. Weckherlin 109; siehe, die reisigen stellt' er voran mit rossen und wagen, hinten aber im rücken das meiste, das tapferste fuszvolk, als die schanze der schlacht. Bürger 216
a; man kann den glauben, dasz es geister gebe, wenn er nur veredelt ist, ohne anstand als eine vorliegende schanze um den glauben an gott .. ansehen. Hebel 3, 229.
in übertragener anwendung nannte man schanze
den erhöhten theil des achterdecks auf den alten kriegsschiffen, der besonders stark armirt war, und bei erstürmung des schiffes den letzten rückhalt bildete. Bobrik
naut. wb. 582
a. die schanze,
privatstunde bei Schm. 2, 433 (
aus Straszburg),
entsprechend der bedeutung von schanzen 1,
b, mit bitterm scherz gebraucht vom unterricht ertheilen. die herkunft des wortes ist nicht sicher erkennbar; es tritt erst in nhd. periode auf, Weigand (2, 547)
dachte an ital. scancia, scansia,
gestell, das im oberd. als lehnwort auftritt: schanze,
f. stellbrett Schmid 452;
stange auf jeder seite des wagens, die von einem kipfholz zum andern geht, und zum festhalten von lasten dient. Schm. 2, 433.
indessen liegt scancia
seiner bedeutung nach zu fern, als dasz man es mit schanze,
munimentum in verbindung setzen möchte. in mittel- und niederd. mundarten erscheint schanze
in besonderer [] bedeutung: in Nordfranken ist schanze
ein grob geflochtener weidenkorb zum tragen von erde, steinen Schm.
a. a. o., ebenso hessisch Vilmar 341;
im sinne von reisigwelle, reisigbündel. zeitschr. f. deutsche phil. 17, 447 (
von der Mosel), 5, 80 (
niederd.). Schiller-Lübben 4, 47
a. Pfister 245 (
Nieder - Lahngau). Woeste 225
a. Frisch 2, 162
a (
Köln). 22) schanze
aus franz. chance,
ital. cadenza,
lat. cadentia,
ursprünglich das fallen der würfel bezeichnend, häufig im mhd. und älteren nhd. (
hier meist gekürzt zu schanz, schantz),
in neuerer sprache fast nur noch in der redensart sein leben in die schanze schlagen.
vgl. oben galgenschanze
th. 4, 1,
sp. 1177
und mummenschanze
th. 6,
sp. 2664. 2@aa)
im eigentlichen sinne vom wirklichen spiel, '
fall der würfel, der glück oder unglück bringt, einsatz, das spiel selbst': wan ein spiler ein schanz gewint, er nimpt sie. Keisersberg
brösaml. 2, 48
a; eim jungen lappen ein krantz, dem spieler ein schantz, dem fraasz ein gansz. Fischart
groszm. 13
neudr.; secht ist das nit eyn schantz, sagt eyn blinder, wurff er ungefähr zwölff, und gewans.
bienenk. 222
b; er wäre auf dem spielplatz gewesen, allwo ihm einer um eine zimliche schantz (
einsatz) auf dem spiel gestandenen gelts unrecht thun wollen.
Simpl. 3, 109, 24
Kurz; ich spielt mit jr, und sie mit mir, drey schantzen auff einer karten.
Ambr. liederb. 157, 14; die huben mit ihn zu spielen an, dasz Leo nit vil schanzen gewan.
Peter Leu 104 (Bobertag
narrenbuch 94); und wo der apt leszt würffel walten, mögn die brüder wol schantzen halten. B. Waldis
Esop. 4, 83, 26
Kurz; so sig! das gilt die ürten ganz, siben das ist ein Schwyzerschanz! H. R. Manuel 345
Bächtold; mein schantz ist sibne, dsach steht recht. Schmelzl
Saul 27
a; wenns jhm (
dem spieler) ein etlich mal geglückt, das er die beste schantz gewint, und sich mit gelde was bespint, so ist er frölich, jubilirt. B. Ringwaldt
lauter warh. 83; bey solchen leuten ehren vol, mag mans bisweilen spielen wol, und (sich mit jhnen zu ergetzn), ein groschen auff die schantze setzn. 87; (
er würfft wider, und sagt:) so mercks! siben: die schantz ist mein. so hast du acht zu deiner schantz. Ayrer 2955, 17
Keller; wer spiln und gwinnen will die schantz, derselbig musz auch setzen zu. 1161, 28; sie dürffen umb den rock die schantze schlagen auff glück und losz. Opitz
psalmen s. 44.
erhalten in dieser bedeutung im kärntischen: schanze,
einsatz beim kegeln; die schanze steht,
alle haben gesetzt; die schanze ziehen,
den einsatz gewinnen. Lexer 214. das schanzl,
einsatz beim spiel. Schöpf 590. 2@bb)
bildlich und übertragen auf das spiel des lebens: entscheidende wendung zu glück oder unglück, aussicht auf erfolg, das, was man bei einem unternehmen aufs spiel setzt, wagnisz, laune des schicksals u. ähnl. die ursprüngliche vorstellung tritt meist noch deutlich hervor: der guot waller was wol content, dann er hat drey schantzen mit einer karten gewunnen. Wickram
rollw. 9, 29
Kurz; es sey Heintz oder Bentz, colfactor oder doctor, groszhans oder kleinhans, da fallet ein schantz, und müssen all an todtentantz. Fischart
groszm. im kloster 8, 597; wer viel wagt, kömmt umm viel, doch auch gewinnt man viel, wer seine schantze setzt auf ein berühmtes spiel. P. Fleming
ged. 133.
dann auch in freierer anwendung: und wil also meuchlinges sein schantz gefertiget haben. Luther 3, 49
a; wird auch nicht gleich jeder der schantz gewärt, die er begert. Fischart
groszm. im kloster 8, 575; und wie die schanz umbschlueg.
Zimm. chron. 4, 168, 32; (
feldschlachten sollen nicht ohne grund begonnen werden) auff dasz nicht das glück und auszgang des kriegs auff ein ungewisse schantz gestellet werden. Kirchhof
milit. discipl. ...; da ein mensch in der gelehrten welt noch hätte auf seine schanz hoffen können.
Tristram Shandy übers. von Bode 1,
s. 151; zwar möchte meine krone, wenn sie meine armee und mich selbst auch verlöre, noch eine schanze zum besten haben (
als worte Gustav Adolphs). Schiller 8, 188; des wer nah gsyn unglück syn schantz. Brant
narrensch. 40, 12; eyn yeder luog vor syner schantz ee er sorg, wie eyn ander dantz. 58, 13;
[] noch schaw wir stät auff unser schantz in eigner lieb verblendet gantz. H. Sachs 3, 1, 124
a; ich halt euch all drey in ein schantz (
ich nehm' es allein mit euch dreien auf). 3, 3, 17
c; wer jetz dem teuffel hält ain schantz (
sich mit ihm einläszt, ihm vortheile einräumt), der spricht, er hab gemacht finantz. Schwartzenberg 157
a; ja dj nit achten observantz, dem teuffel haltens manche schantz. 139
a; hieneben merck auch diese schantz, nim nicht ein krantz, beym abendtantz auffs ehgelübdt, in voller weis, das dich nicht eine kuh bescheis. B. Ringwaldt
lauter warheit 175; Paetus liesz jhm neulich tauffen, einen lieben jungen erben, diesen wolt er bald von jugend lernen handeln, lernen werben: auffzubringen erste schantze (heilig geld musz wol gerathen!) bat er funffzig, jhm gevattern, seinem kinde treue paten. Logau 2, 95, 91.
ins schlimme gewendet, versehen, miszgeschick: eine solche schanz solte eim doctori baider arzneien nit widerfaren sein.
Zimm. chron. 4, 70, 29. 2@cc)
besonders erscheint schanze
in festen wendungen: sprichwörtlich: kompt ein schantz, es kommen jhr mehr. Petri (1605) Ll 8
b;
die schanze gerät, gelingt, wird gewonnen, verloren: als yhn nun die schantz geriet und sy der uneinigen Griechen herrschung under sich brachten. S. Franck
weltb. 118
a; gereth jm ein schantz nicht, so versucht ers auff andere wege. Mathesius
Sar. 114
b; do, wo mich die (
mein weib) zum wein begreift, ich esz, ich trink, ich spil, ich tanz, so hab ich ein verlorne schanz.
fastn. sp. 253, 1; die schantz ist uns wol halb geraten. H. Sachs 3, 3, 40
a; nun ich in tieffer helle glut desz lieber wil brinnen und braten, weil mir ist dise schantz geraten. 3, 1, 98
a; jr nimmer keine schantz gelingt. B. Waldis
Esop. 4, 96, 125
Kurz; nun geht die jungfrau erst zum danz, da mög gerhaten auch ain schanz. Fischart
flöhh. 2208 (1, 59
Kurz); gedacht, wolan du wilt es wagen, es ist wol ehe ein schantz verlorn. Rollenhagen
froschm. M 3
b; auff diszmal die schantz mir gerathen, dasz ich davon komm ohn schaden. Ayrer 748, 14
Keller; so können dieszmal wir die schanze noch gewinnen. Scultetus
bei Lessing 8, 296.
auf seine, die schanze sehen, die schanze in acht nehmen, der schanze wahr nehmen u. ä., die gelegenheit erfassen: gar schön sie ihn umbfieng non immemor rei suae, der schantze nam sie in acht, gratulando illi suave.
de fide concub. 136; da heiszts, der erst der beste, und jglicher sehe auff seine schantz, ein ander habe was er kan. Luther 4, 407
a;
sprichwörtlich: es wart ein ieder seiner schantz (
verlasse sich nicht auf andere). S. Franck
sprichw. 2, 62
b; sihet der bapst auff seine schantz, und flicht sich jmmer allgemehlich mit in das weltliche regiment. Mathesius
Sarepta 87
a; der müller nam seiner schantz acht und kam zu nacht in hof. Pauli
schimpf 171
b; wie er aber seiner schantz nit wol warname. Wickram
rollw. 47, 17
Kurz; aber merck gleich wol auff dein schantz, und sihe fleiszig auff. Schuppius 838; andern theils unterliesze Avarus nicht, in solchem wasser zu fischen und seine schantze in acht zu nehmen.
Simplic. 2, 162, 10
Kurz; das ertzbisthum Cöln nahm seiner schantzen besser wahr. Hahn
hist. (1721) 2, 271; lasz gfallen dir der welt manier, wart doch deinr schantz daneben. B. Waldis
Esop. 3, 92, 212
Kurz; ir eignen schanz hattend sie acht. das hat sie sighaft gmacht. H. R. Manuel 380
Bächtold; sie ist gar sehr ergrimmt, ersihet ihre schantze, und schläget auff ihn zu mit einem rosenkrantze. Opitz 2, 175; nemt frey mit wacht die schantz in acht. Spee
güldn. tugendb. 54; im rennen leget er bey zeiten ein die lantze, er faste sich, und gab jetzt acht auf seine schantze. Dietr. v.
d. Werder
Ariost 16, 32, 2.
die schanze versehen, übersehen, sich die gelegenheit entgehen lassen, den richtigen augenblick verpassen, dann überhaupt zur bezeichnung des miszlingens: spiler, du hast übersehn di schanz: und bist kumen an meinen danz.
todtentanzspruch in Germ. 12, 303;
[] doch ist es ie darumb geschehen, wie ir die schanz habt übersehen.
fastn. sp. 248, 10; denn so wir da die schanz versehen, wurd es mit uns sehr übel stehen. Rebhun
Susanna 36, 163
Tittmann; (
sie ist es nicht allein, die) auch nicht kund ein mal die schanz versehen. 67, 67; ich armer hab die schantz versehn. E. Alberus
fabeln (1590) 19
a; dieweil die wahl war schon geschehn, und war die schantz bereit versehn. 72
b; ach du versihst die schantz; du arme sonne du, geh lege dich zu ruh. A. Gryphius 1, 655; daʒ daʒ jungeste kint di schanze versach unde vil in den born. Ködiz
Ludw. 92, 11; under wegen muoszt er über einen bühell faren, weisz nit, wie er die schantz übersahe; er warff den wagen umb. Wickram
rollw. 68, 2
Kurz; etwan aber übersicht der löuw die schantz, und miszrät jm die sach. Forer
thierb. 37
a; wie verblendet warest du, und deine eltern, dasz jhr also liederlich die schantz versehen habt. Spee
güldenes tugendb. 442; in welcher gegent mein obrister zu Nagolt die schantze heszlich übersehen und zum lohn seiner unvorsichtigkeit das leben erbärmlicher weise eingebüst.
Simpl. 3, 245, 12
Kurz. in ähnlicher anwendung die schanz verschlafen: der mancher sonst die schanz verslif, wenn ich im nit so treulich aufrief.
fastn. sp. 377, 3.
jemandem auf die schanze sehen, sich vor jemandem wahren, indem man sein treiben, seine masznahmen scharf beobachtet: auff tschantz will ich jm schauen, in schlagen grün und gelb. Ayrer 3034, 9
Keller; doch thu ich jhr nit trauen, ich sih jhr auff die schantz. 3094, 19; verwarnet sie und thet verjehn, si het leut, die jhr auffd schantz sehn. 487, 16.
jemandem in die schanze fallen, greifen, die schanze brechen, ihn verhindern, seinen vortheil zu erfassen, auszunützen, sein vorhaben auszuführen: denn gott bricht jm offt (
dem teufel) die schantz, und leszt jn nicht jmer treffen. Luther 3, 407
b; wolan gott wirds thun, der hat angefangen jnen (
den päbstlichen) in die schantz zugreiffen. 6, 536
a; Julianus will alle christen erseuffen, wenn er wider ausz dem krieg keme, aber gott bricht jnen die schantz, sie sind noch nicht heimkommen. Mathesius
histor. von Jesu Christo 1, 62
b; und möcht im leichtlich sein gesell von Neifen, do er lenger verzogen, in die schanz sein gefallen.
Zimm. chron. 1, 290, 12; sie hielt im nit farb, sonder der pfarrer zu Pfullendorf, ain verbuebter, kunstloser .. pfaff, fiel im in die schanz. 2, 546, 23.
in die schanze schlagen, etwas einsetzen, wagen, aufgeben, opfern (
im neueren gebrauch der wendung sein leben in die schanze schlagen
wird undeutlich ein zusammenhang mit schanze,
propugnaculum vorgestellt).
in bezug auf wirkliches spiel: denn ich setzt unnd schlug ihm in die schantz nach seim willen, dasz er mich genieszen lassen, unnd mir fünff schilling schenken wolt.
Boccaccio (1601) 2, 130
b. unter schantz schlagen,
mit einsetzen: welcher bald kan verschlagen, falsch würffel und karten tragen, falsch gelt unter schantz schlagen, die lobet itzt die welt.
bergreihen 43
neudruck. übertragen: sein guot unnd läben in ein schantz schlagen, kein rechnung haben weder seines guots noch seines läbens. Maaler 347
b; uppigkeit suchen sie (
die frauen) in cleidern und halten vil darauf, ja so vil, das sie got yn die schanz schlagen. Keisersberg
narrensch. 131
b; wir sind so gar im gut ersoffen, das man ehe alles in die schantze schlecht, ehe jemands etwas lesset umbsonst faren. Luther 4, 89
b; jr sagt, jr künd ewer leben wol in die schantz schlahen. 5, 42
b; die umb eines hellers willen dürffen gottes und sein weltregiment in die schantz schlagen. 414
a; da wir weib und kind alle tage müszten inn die schantz schlagen. Mathesius
Sar. 89
b; wann ein mensch ... sein eygen heyl unnd wolfahrt zu leib und seel in die schantz schläget.
doctor Faust 9
neudruck; wie mit herrlicher standhafftigkeit die heyligen apostel oder zwölffbotten Christi, für den einmahl gefaszten christlichen glauben leib, unnd leben in die schantz geschlagen. Spee
güldnes tugendbuch 90; weil er gleichsam ohn religion und gottesdienst auf den alten kaiser hinein dahin leben und so frevelhafftig seine seeligkeit in die schantze schlagen darff.
Simpl. 3, 329, 11; wolltet ihr, wegen so geringer sache, den fride unserer kirchen in di
[] schanze slagen. Butschky
kanzelley 839; wie gefährlich man leib und leben, ja seiner seelen seligkeit in die schantze schlägt. Weise
erzn. 21
neudruck; und schlug die gunst so vieler leute in die schanze.
polit. stockf. 42; die sicherste art, sein leben zu erhalten, besteht oft darin, dasz man es nicht achtet, sondern freywillig in die schanze schlägt. Hamann 3, 151; also mich nach Paris zu entfernen, und mittlerweile ich leben und ehre in die schanze schlage. Lenz 1, 236; man findt wol weyber, die sind frum und guckendt doch so schentlich umb, das ich schwier dusent eyd dorum, — wen ichs dorfft frolich sagen, — sy hett den arsz in die schantz geschlagen. Murner
schelmenz. 46
neudruck; bisz das sie (
die liebe) uberwindet gantz und schlecht leib, ehr und gut in schantz. H. Sachs
fastn. sp. 1, 3, 80
neudruck; wie die hurerey ein menschen verblendt also gantz, das er ehr und gut schlecht int schantz. 2, 128, 377; dann ich all meine barschafft gantz schon hett geschlagen in die schantz (
ich hatte sie schon aufgegeben). Wickram
irr reitend bilger 72
a; (
wir muszten) was wir saur erworben auf die grimmen heere wagen; ja das leben-lose leben täglich in die schantze schlagen. A. Gryphius 2, 380; sie, als nichts übrig mehr für aller heil zu wagen, sich selber unverzagt wolt in die schantze schlagen. 1, 100; dem Tell verdank ich mein gerettet leben, gern schlag ichs in die schanze für das land. Schiller
Tell 2, 2.
ähnliche wendungen: in die schanze geben, setzen, auch auf die schanze setzen: hats jedermann lassen gehen, und die seelen also lassen verzweiveln, und uber die masse sich frey in die schantz geben. Luther 2, 139
a; er hat das weib müssen wagen, und in die schantze setzen. 4, 146
a; entweder die das gesetz in wind schlagen, und sich gar in die schantz geben. 200
b; so kan ich schlieszen, das gelt und gut nicht meines hertzen schatz ist .. sondern dasselbe frey in die fahr und schantz gesetzt, nach einem andern schatz trachte. 5, 414
a; das sy gleichsam verzweifelt jr leben schon in die schantz hetten geben. Franck
weltb. 218
b; dasz ich auch mein liebes weib und mich selbst in die schanz gesetzt. Schweinichen 2, 123; ja leib und leben setzet er darbei auf die schanze. Opel - Cohn 299, 9; so überantwortest du (
welt) den ausgemergelten cörper dem grab, und setzest die seele in eine ungewisse schantze.
Simpl. 2, 115, 10
Kurz; wenn jr auch das lebn solt drüber in die schantze gebn. B. Ringwaldt
lauter warheit 389; must sein hoffnung und leibes leben, ausz zweiffel in die schantze geben. Rollenhagen
froschm. R 2
b; dann sich dergleichen gnad ergötzen, musz man ehr und gut in schantz setzen. Ayrer 2064, 25
Keller; ein fürstenthum ist in die schantze gegeben, ein hand-voll von reutern in sattel zu heben. Logau 1, 176, 46; dasz er gezwungen wird, auf diese neue schanz sein glück und seinen ruhm zu setzen. Wieland
Oberon 12, 87.
etwas in die schanze wagen: und meinen alten halsz sampt der haut und grawen kopf in die schantz wagen. Reutter von Speir
kriegsordnung 33.
auch die schanze wagen: wer hohen dingen stellet noch, der muosz die schantz ouch wogen hoch. Brant
narrensch. 24, 22; zum tritten, möcht jr auch im danz bey jnen wagen recht die schanz. Fischart
flöhhaz 4048 (2, 106
Kurz); wolan! so wagt mit mir die schantz und last euch neben mir auch schreiben: wir wollen ehrlich landsknecht bleiben. Spangenberg
glückswechsel v. 334 (
els. litt.-denkm. 4, 318); des Grifons sein gesell' auch eine schantze wagte (
im turnier). Dietr. v.
d. Werder
Ariost 17, 73, 1.