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Schanze

mhd. bis spez. · 17 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

RhWB
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24 in 17 Wb.
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Eintrag · Rheinisches Wb.

Schanze

Bd. 7, Sp. 914
Schanze das Wort, ndl. schans, mnd. schantze, spätmhd. schanze, ist nach Wk. VII 19 n. einschl. Merz-Büschf, Saarbg-Serrig Ayl, Trier, Bernk-Berglicht, Zell-Mastershsn Lautzenhsn Raversbeuren Hessw, Simm-Argenth Belth Frankw, Goar-Werlau Salzig (südl. abseits Kreuzn-Langenlonsh, Saarl-Dilling) u. rrhn. n. einschl. Westerw, Siegld bis lrhn. einschl. Heinsb, Geld-Straelen Herongen, Kemp, Kref, rrhn. bis Ruhr verbr. (südl. Welle, n. Schranze, s. auch Fäsch), u. zwar šants [Trier-Ld n. Mos, Wittl, Bitb, SPrüm, Malm-Amel -ā-, mErft; im sndfrk. Trübungsgeb. -ǫ-; in Schleid, Monsch, Bergh, Dür, Jül, Aach auch saŋks, dies auch uWupp, Sol, Mettm, Wermelsk; n. Kemp auch -ǫ- in Grevbr, Neuss šaŋəs (Grevbr-Höning -əsəl); im Berg ö. Ürd-L. šantsə, in Gummb, Wippf, Lennep, Sol auch -ŋsə, Pl. -tsə(n) (-sə), Demin. šęntsχə(n) (-E-), –tskə f.: 1. ein Reisigbündel, Holzwelle aus den abgehauenen Nebenästen u. Zweigen mit dünneren Knüppeln, mit zwei Bändern (od. einem Band) gebunden, 1—1,5 m lang, 40—50 cm dick, zerkleinert zum Feueranstochen, ganz zum Backofen-, Kalkofenheizen verwendet (zum Brennen einer Füllung im Kalkofen sind 3000 Sch.en nötig); en dänne, birke, böche, döərne Sch., en Ginstersch. Allg. [im Geb. des Hauberges im Siegld u. Altk unterscheidet man drei Hauptarten: α. Rummsch. (Räum-) aus den beim Rummen des Hauberges aus den Birkenzweigen u. den kleineren unteren Ästen gebunden (auch Vorsch.); Risersch. nur aus Birkenreisern; β. Beschesch. (Busch-) aus den abgeschneiselten Zweigen der abgehauenen Eichenäste beim Lohschälen gebunden Ferndorft, Netphet, Flammersb; Schneiselsch. Allenb, Niedernd; Ästesch. Freudenbg OSchelden; Luəhsch. OSchelden Rinsd (in OSiegld im Johannld, wo noch Schafe gehalten werden, schieben die Schafhalter das Lohschälen möglichst so lange hinaus, bis sich das Eichenlaub kräftig entwickelt hat; sie gewinnen dann die Lohsch. als Eichelaufsch. Wilgersd [Leifsch.], die sie als Winterfutter für die Schafe aufheben); γ. Steckesch. aus den geklopften u. geschälten (auch ungeschälten) Eichenästen gebunden Flammersb, Kneppelsch. Niedernd Weidenau, Räffelsch. Hickengrund, Raumsch. UWilden]; en Sch. Holz; Sch.ə haue; Sch.ən em Bösch machen (op Sch.ə ärbede Bo-Alfter); en Sch. beiənenmache; Sch.ə benge (binden) (met em Widche); Sch.ə op ennen Hōf (Haufen) drohn, oplade, hemfahre, aflade, barme, oder erendohn (in den Schuppen), — klen mache (zum Gebrauch als Anstochholz); (schnitteln Gummb) mer bruche fönf Sch.ə, für der Backovve ze stoche; met Sch.ə stoche (backe); en Sch. en de Grave schmisse, dass man darüber fahren kann Rip, Allg.; en Schelling Sch.ə ein Dutzend Siegld; en Schock Sch.ə sechzig Stück Rheinb; früher legte man auch Sch.en zuunterst ins Bett, dann Stroh drüber, auch zuunterst in die Nebentenne OBerg. RA.: das Pferd, die Kuh hot Bän wie Sch.ən Bitb-NWeis. De geht jo grad, äs wenn er en döre (dornen) Sch. tösche jen Ben hei (hätte) er geht breitspurig Heinsb. Ech beng (binde) dech glick en d. Sch. b. jen Ben! zu dem, der beim Gehen die innern Fussknöchel aneinanderreibt (harenkelt) ebd. Do es en Sch. te winnig bi kummen das Brot ist nicht recht gar geworden; dat Kingd es en Sch. te früh ut dem Oəwen kummen zu früh geboren, nicht recht gescheit OBerg; dat K. es noch net ganz gar, do moss noch en Sch. verbrannt weərn es ist halbwüchsig, noch nicht ganz zur Vernunft gekommen; do es en Sch. ze weanig bi verbrannt wuərn der Erwachsene ist noch sehr unreif, er hat zu wenig Prügel bekommen Siegld. Do ka mer emol Sch.ə mache, wo kai Holz es Siegld. De hät enne Rämmel (Knüppel) de vöəl on en Sch. de wennig er ist nicht gescheit Heinsb. Treck ens tiehn (10) Rämmele ut en Sch., dann kickste (siehst du), wat noch üəper blifft! gesagt, als jmd. eine Frau, die nach der Geburt des zehnten Kindes sehr mager aussah, bedauerte ebd. Ech gin (gebe) der en al Ax (Axt), en Sch. Där (Dornen) on e schömmelig Brut dofir! Antw. auf die Frage »was gibst du mir dafür?« Koch-Laub. A.: Wat dehste do? B.: Musköttelen (Mäusekot) op Sch.ən bongen (binden) Waldbr-Bladersb. Dodran (an der guten Speise) könnt mer sech zom Schänzche esse dass man nicht mehr aufhören möchte; do kammer sech zom Sch. dran arbede (frössele) es ist eine mühsame beschwerliche Arbeit Rip, NBerg, Trier-Stdt; hei kammer sech jo ze ner Schanz woarden (warten) Trier-Stdt. De mach mech zom Schänzche zu nichts Sieg-ODollend. — Im Kinderld. Rusekranz (Krezekranz), wat gelt (kostet) de Sch.? Ene decke Daler, Morən (morgen) welle mer bezahle usf. Rip. Da gohn mer noh de Frau Franze, dat liet (lässt) die os ens danze; dat Lies-che en de Sch.ə Aach-Steinfurt. Ech men (meine), ech wör em Hemmel gewest; du soss ech onger de Sch.ən Sol-Burschd. — 2. übertr. a. sachl. α. Wehrbau im Felde od. im Walde (mit Flechtwerk gestützt), Verteidigungswerk, noch FlN, ön der Sch. Schanzstrasse in Trier; en der Sch., em Schänzchen häufig noch in RA.: Jet en de Sch. schēsse (schiessen) preisgeben; wo kann ech alles en de Sch. sch.; Geld, Gesondhet en de Sch. sch.; de schüss nicks en de Sch. Rip, Heinsb, auch Prüm-Mürlenb 1860; ich hun et an (in) de Sch. geschlohn es aufgegeben Saarbg-Wellen; en de Sch. schlonn Berg; e Schänzche wogen versuchen Prüm-Mürlenb 1860 (zu diesen RA. s. auch Schangsen). Dort unne, dort owe, do hot's geblitzt; dort hon de Franzose Blut geschwitzt; dort hot sich de Kaiser e Sch. gebaut, aus lauter Kardoffel un Sauerkraut Meis-Medard. — β. Fronarbeit in der Gemeinde Saarl (abseits). — γ. Schneehütte der Kinder Birkf-Herrst. (abseits). — δ. scherzh. Regenschirm Siegld-OHeusl. — ε. kuppenförmig aufgestochenes Frauenhaar Altk-Herdrf. — ζ. Peitschenstiel Sieg-Honnef. — η. Schänzche. — αα. die Gesamtheit der Mädchen, auf die beim Versteigern der Mailehen kein Gebot erfolgt Neuw-Wollend. — ββ. scherzh. Butterbrot Köln-Frechen. — γγ. sech e Schänzken anfreten sehr viel essen, einen Bauch anessen Düss, Mettm. — b. persönl. verächtl. α. en Lop-, Jachschanz Weib, das selten zu Hause ist u. jedes Vergnügen aufsucht Kemp. — β. -ǫ- nachlässiges Weib Kemp-UWeiden.
6100 Zeichen · 162 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    SCHANZEstf.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +7 Parallelbelege

    SCHANZE stf. fall der würfel, würfelspiel; dann allgemeiner wechselfall, glücksfall, spiel, wagnis, wobei man gewinnen u…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    schanzeF.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    schanze , F. Vw.: s. schanse (1)

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schanze

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Die Schanze , plur. die -n, ein Wort, welches nach Maßgebung des Zeitwortes schanzen und dessen Stammwortes schanen, in …

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Schanze

    Goethe-Wörterbuch

    Schanze Geschützdeckung a Teil einer größeren Befestigungsanlage; mBez auf die Festungen von Mainz u Luxemburg, einmal ‘…

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Schanze

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +3 Parallelbelege

    Schanze , ein nach den Regeln der Befestigungskunst aufgeworfenes Werk mit Graben und Brustwehr. Vergl. Flesche, Lunette…

  6. modern
    Dialekt
    Schanze

    Rheinisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Schanze das Wort, ndl. schans, mnd. schantze, spätmhd. schanze , ist nach Wk. VII 19 n. einschl. Merz-Büschf , Saarbg-Se…

  7. Sprichwörter
    Schanze

    Wander (Sprichwörter)

    Schanze 1. Eine Schanze geht nach der andern hin. – H. Sachs. 2. Es wart ein ieder seiner schantz. – Franck, II, 62 b . …

  8. Spezial
    Schanze1

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    Schan|ze 1 f. (-,-n) 1 ‹mil› (Befestigungsanlage, Befestigungsbau) fortëza (-zes) f. , fortificaziun (-s) f. 2 ‹sport› (…

Verweisungsnetz

82 Knoten, 83 Kanten

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Anchor 13 Hub 1 Wurzel 1 Kompositum 57 Sackgasse 10

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schanze

81 Bildungen · 65 Erstglied · 14 Zweitglied · 2 Ableitungen

schanze‑ als Erstglied (30 von 65)

Schanze(n)amt

Idiotikon

Schanze(n)amt Band 1, Spalte 246 Schanze(n)amt 1,246

Schanze(n)gëlt

Idiotikon

Schanze(n)gëlt Band 2, Spalte 265 Schanze(n)gëlt 2,265

Schanze(n)hauptmann

Idiotikon

Schanze(n)hauptmann Band 4, Spalte 262 Schanze(n)hauptmann 4,262

Schanze(n)herr

Idiotikon

Schanze(n)herr Band 2, Spalte 1544 Schanze(n)herr 2,1544

Schanze(n)leheⁿ

Idiotikon

Schanze(n)leheⁿ Band 3, Spalte 1239 Schanze(n)leheⁿ 3,1239

Schanze(n)lōper

Idiotikon

Schanze(n)lōper Band 3, Spalte 1352 Schanze(n)lōper 3,1352

Schanze(n)schlosser

Idiotikon

Schanze(n)schlosser Band 9, Spalte 740 Schanze(n)schlosser 9,740

Schanze(n)schmitten

Idiotikon

Schanze(n)schmitten Band 9, Spalte 1033 Schanze(n)schmitten 9,1033

Schanze(n)schrīber

Idiotikon

Schanze(n)schrīber Band 9, Spalte 1553 Schanze(n)schrīber 9,1553

schanzeln

DWB

schan·zeln

schanzeln , verb. , zum vorigen gebildet, im kärntischen zur bezeichnung einer besondern art des kegelspiels. Lexer 214 ; schanzeln, um den …

Schanzenbarn

RhWB

schanz·enbarn

Schanzen-barn -barəm, –bān Verbr. s. S. m.: am Waldsaum oder im Hofe aufgeschichteter Schanzenhaufen. RA.: Kucke wie en Eil (Eule) aus em Sc…

Schanzenbinder

RhWB

schanzen·binder

Schanzen-binder (s. S.) Allg. m.: 1. a. einer, der gewerbsmässig Schanzen bindet. RA.: Suffe (saufen) wie enge Sch. Aach-Walh . — b. Würgeke…

schanze als Zweitglied (14 von 14)

aberschanze

Lexer

aber·schanze

aber-schanze stf. wer spilt der abersch. der muʒ verliesen dick. Altsw. 248, 6 ; s. schanze.

Afterschanze

Adelung

after·schanze

* Die Afterschanze , plur. die -n, in der Befestigungskunst, bey einigen so viel, als eine Verschanzung, oder ein Retranchement auf dem Feld…

beschanze

Lexer

be-schanze stf. ein kartenspiel Gr.w. 5,356 ; s. schanze.

Clārischanze

KöblerMhd

Clārischanze , F.=PN nhd. Clarischanze Q.: Parz (1200-1210) E.: Herkunft ungeklärt? W.: nhd. DW- L.: Benecke/Müller/Zarncke I, 836b (Clârisc…

koufschanze

Lexer

kouf·schanze

kouf-schanze stf. gewagter handel. dô gie sie nâch dem pfaffen ir koufschanz vürbaʒ schaffen Ls. 2. 646,320.

stadtschanze

DWB

stadt·schanze

stadtschanze , f. , vgl. oben stadtbastei ( sp. 441): plur. stadtschanzen, castella. Stieler 1843 ; stadtschantzen, rampari, ripari, bastion…

sternschanze

DWB

stern·schanze

sternschanze , f. : sternschantz seindt feldtschantzen oder redouten, in form eines sterns gemacht A. Freytag architectura militaris (1631) …

vröudeschanze

KöblerMhd

vröude·schanze

vröudeschanze , st. F. nhd. freudiger Glückswurf Q.: Suol (FB vröudeschanze) E.: s. vröude, schanze W.: nhd. DW- L.: FB 445a (vröudeschanze)

wartschanze

DWB

wart·schanze

wartschanze , f. halbmondförmiges bollwerk an den eingebogenen oder ausgebogenen winkeln einer festung, das zur beobachtung der feinde besti…

wægerschanze

KöblerMhd

wægerschanze , st. F. nhd. „Wägerschanze“ Q.: UvS (1. Drittel 13. Jh.) E.: s. wægære (1), schanze W.: nhd. DW- L.: LexerHW 3, 640 (wægerscha…

Ableitungen von schanze (2 von 2)

beschanze

Lexer

be-schanze stf. ein kartenspiel Gr.w. 5,356 ; s. schanze.