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schanze

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Wander
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Eintrag · Wander (Sprichwörter)

Schanze

Bd. 3, Sp. 102
Schanze 1. Eine Schanze geht nach der andern hin. – H. Sachs. 2. Es wart ein ieder seiner schantz. – Franck, II, 62b. 3. Es wird nicht jedem die Schanze gewährt, die er begehrt. – Fischart. 4. Jeder seh auff seine Schantz, eh er sorg vmb eines andern Tantz. – Petri, II, 202; Riehl, Novellen, 234. Lat.: Te primo benedic, nam presbyter ipse facit sic. (Altdorf, 34; Binder II, 3291.) 5. Kompt ein Schantz, es kommen jhr mehr. – Petri, II, 426. 6. Man muss nicht alles auf Eine Schanze setzen. (S. Nagel 34 und Reichthum 38.) – Petri, II, 520; Simrock, 8893. Frz.: On ne met pas tout son rôt à une même broohe. (Masson, 368.) It.: Non bisogna metter troppa carne al fuoco. (Masson, 368.) Lat.: Ne bona tu pandis ratibus simul omnia mandes. (Hesiod.) 7. Man muss selber zur Schanze lugen. – Geiler, Nsch., 24. » ... Es würde niemand kommen, der mir zu essen geben würde, ich muss selber zu der Schantz lugen.« (Kloster, I, 355.) 8. Man schenkt keinem die Schanz, alle müssen an den Todtentanz. – Fischart, Prakt. 9. Mit der Schanze einmal versehen, ist für immer um die Ehre geschehen. 10. Sihe fleissig auff dein eigen schantz, bekümmer dich nicht vmb frembden tantz. – Henisch, 830, 60; Petri, II, 523. 11. Wenn du Eine Schanze verlierst, so hab' auf die andere Acht. 12. Wer zuerst auf der Schanze, nimmt die Fahne. Ung.: Megelozés, gyozes. (Gaal, 376.) 13. Wirst du die Schantz einmal versehen, so ists vmb dein gerücht geschehen. – Henisch, 1525, 30. 14. Alles in die Schanze schlagen. – Eiselein, 544. Aufs Spiel setzen. Französisch chance = der Einsatz zum Spiel, das Spiel selbst. (Vgl. Sanders, Fremdwörterbuch, I, 196; Hoefer, Claws Bur, 505; Sandvoss, Sprichwörterlese, 91.) Lat.: Omnium rerum periculum facere. (Eiselein, 544.) 15. Auf seiner Schanze stehen. – Eiselein, 545. Lat.: Rebus suis attentum esse. (Eiselein, 545.) 16. Die schantz vbersehen. – Grimmelshausen, Springinsfeld; Rollwagenbüchlein, XCVIII; Körte, 5264b. Die für den Betreffenden glücklichen Umstände unbeachtet und unbenutzt vorübergehen lassen. 17. Die Schanze ist ihm gerathen. – H. Sachs. »Er sagte: Die Schantz sey ihm gerathen.« (Hueber, 17.) D.h. die Sache sei gelungen. 18. Die Schanze ist verkehrt. – Eiselein, 545. 19. Die Schanze treffen. – H. Sachs. 20. Die Schanze wagen. – Brandt, Nsch., 24. »Wer hohen Dingen stellet noch, der muss die Schantz auch wagen hoch.« (Kloster, I, 351.) 21. Eine frische Schanze wagen. – Gottfrid, 19b. 22. Eine Schanze nach der andern verlieren. – H. Sachs. 23. Einem auf die Schanze warten. »Hergegen die Hertzoge von Pommern den Merckern, wo sie am besten vermöcht, auff die Schantze gewartet, jhrer viel erschlagen.« (Friedborn, 111.) 24. Er hat die Schanze verloren. – Eiselein, 508. Ist erlegen, überwunden. (S. Pfeife 61.) 25. Er hat seine Schanze schlecht versehen. Frz.: Il a fait une école. (Kritzinger, 258.) 26. Er kann keine böse Schanze machen. – Körte, 5264c. 27. Er würt einmal die schantz übersehen. – Franck, I, 52a. 28. Es ist ihm ein guter Schantz gerathen. »Im Schmalkaldischen krieg war der herr von Weissberg befehlshaber eines heeres von 1200 reitern, die Bremen belagern wollten.... Dem von Weissberg ist hierbey ein guter Schantz gerathen; dann als Sächsische den Braunschweigischen nachjagten, kam er herbey... fiel in den Sächsischen Tross, bekam alle Pagagi, Geld und herrliche Beuthen.« (Gottfrid, 775a.) 29. Es ist wol ehe ein Schantz verloren. – Petri, II, 279. 30. Etwas in die Schanze schlagen. – Mathesy, 104b; Braun, I, 3799. Es dem noch unentschiedenen, glücklichen oder unglücklichen Ausgang einer Unternehmung wagend aussetzen und dem Zufall preisgeben. Wenn von Schanze und Schlagen die Rede ist, denkt man zunächst an Krieg, an die Belagerung einer Festung; man stellt sich vor, wie der Wall erstürmt und die »Schanze« genommen wird. Und so ist es nach der obigen Redensart aus einem kriegerischen Vorgange herzuleiten. Sie hat aber einen andern Ursprung; sie lautet ja auch nicht: in der, sondern in die Schanze schlagen. Wenn jemand sein Glück in die Schanze schlägt, so hat dies mit dem Kriege noch gar nichts zu thun. Das Wort schlagen hat hier mit Schlacht und Schläge nichts zu schaffen, es steht uneigentlich wie in der Redensart: Etwas in den Wind schlagen, wobei niemand an Kampf und Krieg denkt. H. Sachs bedient sich des Wortes Schanze in den mannichfachsten Beziehungen. Er sagt: »Eine Schanze geht nach der andern hin (nämlich beim Spiel), eine Schanze nach der andern verlieren, eine Schanze übersehen, die Schanze ist ihm gerathen, seiner Schanze warten, in die Schanze schlagen, noch immer einen groben Mann eine schlechte Schanze hoch bringen kann«, sogar in zeitwörtlicher Form wendet er es an: »es schanzt sich viel anders«; er bringt selbst den Teufel mit der »Schanze« in Verbindung, indem er einmal von einem Spieler sagt: »endlich verschlund ihm auch der Bock (=Teufel) in einer Schanze seinen Reitrock«, d.h. er verspielte, denselben. Da nun »Schanze« hier nie vom Kriege, sondern meist vom Spiel gebraucht wird, so versteht man daraus, dass das Wort Schanze nicht unser deutsches, sondern das ursprünglich französische chance ist, wofür im Deutschen ein entsprechendes fehlt. Daraus erklärt sich der oben angegebene Sinn der Redensart: Etwas in die Schanze schlagen. In ähnlichem Sinne sagt H. Sachs einmal: Auf der Messe zu Frankfurt »wartet jeder Kaufmann seiner Schanz.« (Vgl. Th. Elze, Aus den Untersuchungsacten der deutschen Sprachpolizei, in Ueber Land und Meer, XXVIII, 16.) 31. Gib Acht uf d' Schanz! – Sutermeister, 24. 32. Hab Acht auf die Schanz. – Eiselein, 545. 33. Schau auff dein schantz. – Hauer, Lij2. »Lass gefallen dir der welt Manier, wart doch deiner schantz daneben.« (Waldis, III, 92, 212.) Lat.: Tecum habitu. (Hauer, Lij2.) 34. Seine Schanze nicht wahrnehmen. »Wie er aber seiner schantz nit wol warname.« (Rollwagenbüchlein, XXVII.) 35. Seine Schanze versehen. »Wirst du die Schanz einmal versehn, so ist's um deine Ehr' geschehn.« Lat.: Nulla reparabilis arte laesa pudicitia est. (Ovid.) (Philippi, II, 51.) 36. Seiner Schanze warten. – Körte, 5264a. 37. Setz nit alles in ein schantz. – Gruter, I, 65. [Zusätze und Ergänzungen] 38. Die beste Schanz der Freunde Kranz. – Wenzig, 77. 39. Gib acht auff dein Schantze, bleib lieber beym Haupt als beym Schwantze. – Herberger, Paradies, 364. 40. Einem die schantz brechen. – Lauterbeck, LXIIIa.
6429 Zeichen · 204 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    SCHANZEstf.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +7 Parallelbelege

    SCHANZE stf. fall der würfel, würfelspiel; dann allgemeiner wechselfall, glücksfall, spiel, wagnis, wobei man gewinnen u…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    schanzeF.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    schanze , F. Vw.: s. schanse (1)

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schanze

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Die Schanze , plur. die -n, ein Wort, welches nach Maßgebung des Zeitwortes schanzen und dessen Stammwortes schanen, in …

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Schanze

    Goethe-Wörterbuch

    Schanze Geschützdeckung a Teil einer größeren Befestigungsanlage; mBez auf die Festungen von Mainz u Luxemburg, einmal ‘…

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Schanze

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +3 Parallelbelege

    Schanze , ein nach den Regeln der Befestigungskunst aufgeworfenes Werk mit Graben und Brustwehr. Vergl. Flesche, Lunette…

  6. modern
    Dialekt
    Schanze

    Rheinisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Schanze PfWB LothWB das Wort, ndl. schans, mnd. schantze, spätmhd. Lexer schanze , ist nach Wk. VII 19 n. einschl. Merz-…

  7. Sprichwörter
    Schanze

    Wander (Sprichwörter)

    Schanze 1. Eine Schanze geht nach der andern hin. – H. Sachs. 2. Es wart ein ieder seiner schantz. – Franck, II, 62 b . …

  8. Spezial
    Schanze1

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    Schan|ze 1 f. (-,-n) 1 ‹mil› (Befestigungsanlage, Befestigungsbau) fortëza (-zes) f. , fortificaziun (-s) f. 2 ‹sport› (…

Verweisungsnetz

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Anchor 13 Hub 1 Wurzel 1 Kompositum 57 Sackgasse 10

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schanze

132 Bildungen · 65 Erstglied · 65 Zweitglied · 2 Ableitungen

schanze‑ als Erstglied (30 von 65)

Schanze(n)amt

Idiotikon

Schanze(n)amt Band 1, Spalte 246 Schanze(n)amt 1,246

Schanze(n)gëlt

Idiotikon

Schanze(n)gëlt Band 2, Spalte 265 Schanze(n)gëlt 2,265

Schanze(n)hauptmann

Idiotikon

Schanze(n)hauptmann Band 4, Spalte 262 Schanze(n)hauptmann 4,262

Schanze(n)herr

Idiotikon

Schanze(n)herr Band 2, Spalte 1544 Schanze(n)herr 2,1544

Schanze(n)leheⁿ

Idiotikon

Schanze(n)leheⁿ Band 3, Spalte 1239 Schanze(n)leheⁿ 3,1239

Schanze(n)lōper

Idiotikon

Schanze(n)lōper Band 3, Spalte 1352 Schanze(n)lōper 3,1352

Schanze(n)schlosser

Idiotikon

Schanze(n)schlosser Band 9, Spalte 740 Schanze(n)schlosser 9,740

Schanze(n)schmitten

Idiotikon

Schanze(n)schmitten Band 9, Spalte 1033 Schanze(n)schmitten 9,1033

Schanze(n)schrīber

Idiotikon

Schanze(n)schrīber Band 9, Spalte 1553 Schanze(n)schrīber 9,1553

schanzeln

DWB

schan·zeln

schanzeln , verb. , zum vorigen gebildet, im kärntischen zur bezeichnung einer besondern art des kegelspiels. Lexer 214 ; schanzeln, um den …

Schanzenbarn

RhWB

schanz·enbarn

Schanzen-barn -barəm, –bān Verbr. s. S. m.: am Waldsaum oder im Hofe aufgeschichteter Schanzenhaufen. RA.: Kucke wie en Eil (Eule) aus em Sc…

Schanzenbinder

RhWB

schanzen·binder

Schanzen-binder (s. S.) Allg. m.: 1. a. einer, der gewerbsmässig Schanzen bindet. RA.: Suffe (saufen) wie enge Sch. Aach-Walh . — b. Würgeke…

schanze als Zweitglied (30 von 65)

aberschanze

Lexer

aber·schanze

aber-schanze stf. wer spilt der abersch. der muʒ verliesen dick. Altsw. 248, 6 ; s. schanze.

Afterschanze

Adelung

after·schanze

* Die Afterschanze , plur. die -n, in der Befestigungskunst, bey einigen so viel, als eine Verschanzung, oder ein Retranchement auf dem Feld…

Backschanze

RhWB

back·schanze

Back-schanze RhWBN Hunsr f.: Heizmaterial für den Backofen in Wellenform, nicht kurz gehacktes Reisig.

bauernschanze

DWB

bauern·schanze

bauernschanze , f. eigentlich propugnaculum, dann aber vestis vilior rusticorum, in das die bauern sich gleichsam verschanzen, die stelle Ke…

beschanze

Lexer

be-schanze stf. ein kartenspiel Gr.w. 5,356 ; s. schanze.

Clārischanze

KöblerMhd

Clārischanze , F.=PN nhd. Clarischanze Q.: Parz (1200-1210) E.: Herkunft ungeklärt? W.: nhd. DW- L.: Benecke/Müller/Zarncke I, 836b (Clârisc…

Eckenschanze

Campe

ecken·schanze

○ Die Eckenschanze , Mz. die — n, in der Befestigungskunst, eine kleine viereckige Schanze (Redoute), eine Schanze, die Ecken hat, zum Unter…

Flaschenschanze

Campe

flaschen·schanze

◎ Die Flaschenschanze , Mz. die — n , eine Anzahl Blitzfeuerflaschen, welche sämmtlich mit Blitzstoff geladen werden und deren Entladungsknö…

galgenschanze

DWB

galgen·schanze

galgenschanze , f. gewagtes spiel ( eig. würfelspiel ), bei dem der galgen auf dem spiele steht; in einem liede, das dem adel sein raubritte…

gegenschanze

DWB

gegen·schanze

gegenschanze , f. 1 1) contrefort, gegenschantz M. Krämer, Rädlein, zur verstärkung einer bedrohten schanze; nl. tegenschans. 2 2) anders im…

gewissensschanze

DWB

gewissen·s·schanze

gewissensschanze , f. : so bleibt dir doch an diesem tantze die glaubens- und gewissens-schantze gantz unverletzt, und kannst ertragen, was …

glücksschanze

DWB

glucks·schanze

glücksschanze , f. , günstige gelegenheit, aussicht auf glück: was für ein kapitel von glücksschanzen ... legen uns nicht die begebnisse die…

hauptschanze

DWB

haupt·schanze

hauptschanze , f. propugnaculum arcis. Stieler 1734 : wie mit dem geschütz die bollwerken, thürne, pasteien, hauptschanzen und dergleichen z…

Klubistenschanze

GWB

klubisten·schanze

Klubistenschanze Clubb- für eine von Mainzer Jakobinern besetzte Verteidigungslinie Die sogenannte C., welche den rechten Flügel der dritten…

Knoppschanze

RhWB

knopp·schanze

Knopp-schanze -pə- Altk , Siegld f.: Knüppelbund, der angezündet in den Schacht des Kohlenmeilers geworfen wurde u. dort die zum Verkohlen …

koufschanze

Lexer

kouf·schanze

kouf-schanze stf. gewagter handel. dô gie sie nâch dem pfaffen ir koufschanz vürbaʒ schaffen Ls. 2. 646,320.

Laubschanze

RhWB

laub·schanze

Laub-schanze aiχəlauf- OSiegld (im Johannld ); laif- Wilgersd f.: Sch. von Eichenloden, bei denen sich das Laub vor dem Lohschälen schon krä…

laufschanze

DWB

lauf·schanze

laufschanze , f. : laufschanzen nenne ich, die von einem sichern vortheil bisz auf die hauptschanzen, .. ohne zu schaden zu kommen, aufgewor…

Lohschanze

RhWB

loh·schanze

Loh-schanze Siegld-OSchelden f.: Sch. aus den von ge s chälten Eichenästen abgeschneiselten Zweigen.

Nachschanze

RhWB

nach·schanze

Nach-schanze: Sch. aus Zweigen von abgehauenen Eichenästen Siegld-Niedernd ; aus Birkenkronen OSchelden.

Ableitungen von schanze (2 von 2)

beschanze

Lexer

be-schanze stf. ein kartenspiel Gr.w. 5,356 ; s. schanze.