Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Angel f.
Angel f.
Angel f. Rute mit Schnur und Haken zum Fischfang, ahd. (9. Jh.), asächs. aengl. angul, mhd. mnd. nl. angel, mnl. anghel, engl. angle, anord. ǫngull gehören als l-Ableitungen zu einem (im Nhd. untergegangenen) Substantiv ahd. (8. Jh.), asächs. ango, mhd. ange, mnl. anghe, aengl. anga, anord. angi ‘Spitze, Stachel’. Diese stellen sich mit verwandten lat. uncus ‘gekrümmt, Haken’, griech. ónkos (ὄγκος) ‘Biegung, Krümmung, Widerhaken’, ankýlos (ἄγκύλος) ‘krumm, gekrümmt’, aind. aṅkáḥ ‘Biegung, Haken’ zur Wurzel ie. *ank-, *ang- ‘biegen, krümmen’, zu der auch Anger und Anker (s. d.) gehören. Angel bezeichnet zunächst den gekrümmten Fanghaken (aus Knochen oder Metall) zum Fischfang, später das gesamte Fanggerät, so daß das Kompositum Angelhaken (Mitte 16. Jh.) nötig wird. Bereits im Ahd. ist daneben die Verwendung als ‘Stachel, Spitze’ sowie ‘Holz- oder Metallstift, um den sich die Türflügel drehen, Türangel’ belegt. – angeln Vb. ‘mit der Angel fischen’, mhd. angeln; vgl. ahd. angulōn ‘mit Haken, mit Stacheln versehen’ (um 800). Angler m. (15. Jh.). Angelpunkt m. ‘Drehpunkt’, um den sich die Tür (metaphorisch: alles) dreht, daher ‘Kernpunkt, Hauptsache’ (vereinzelt Anfang 18. Jh., häufiger im 19. Jh.).